„Wir sehen enorme Schwierigkeiten, die Notfallrettung aufrechtzuerhalten“
Momentan sehen wir uns einer extrem angespannten Personalsituation ausgesetzt“, so Jens Müller, Rettungsdienstleiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Kreisverband Hohenlohe, in einem internen Schreiben vom November 2017, das GSCHWÄTZ vorliegt. „Derzeit haben wir fünf offene Stellen im Bereich der Notfallrettung zu verzeichnen.“ Weiter heißt es: „Sollte es zu einer verstärkten Krankheitswelle kommen beziehungsweise in der kommenden Urlaubszeit sehen wir enorme Schwierigkeiten, den regulären Dienstbetrieb der Notfallrettung mit allen Rettungsmitteln aufrechtzuerhalten.“
Diese neuen Aussagen stützen die Aussagen, die Mitarbeiter gegenüber GSCHWÄTZ geäussert haben (siehe Berichterstattung in unserer November-Ausgabe).
Ansätze, die Personalsituation zu entschärfen, nennt Jens Müller in seinem Schreiben ebenso. So soll Personal von benachbarten Rettungsdienstbereichen ausgeliehen werden. Ebenso soll in Betracht gezogen werden, dass Rettungsdienstler benachbarter Standorte einen Standort oder eine Schicht hierzulande abdecken. Und: Stellenanzeigen regional und überregional sollen neue Mitarbeiter zum DRK Hohenlohe spülen.Mitarbeiter betonen indes, dass man leichter Personal halten und hinzugewinnen könne, indem man den internen Umgang mit den Mitarbeitern und dadurch auch den Ruf des DRK verbessert. Besonders in der Kritik steht nach wie vor der langjährige Kreisgeschäftsführer des DRK, Karl Heer, der Ende Juni 2017 in den Ruhestand gegangen ist. Doch auch jetzt noch gehen die Meinungen zwischen Führungsebene und Mitarbeiter in diversen Dingen auseinander, etwa bezüglich Funktionszulagen.
„Es gibt nicht nur keinen Sicherheitsbeauftragten seit Jahren, weil Herr Heer die Zulage nicht bezahlen wollte. Auch gibt es seit Jahren keine Sitzungen mehr vom Arbeitssicherheitsausschuss, obwohl der laut Betriebsrat vorgeschrieben ist“, so ein Mitarbeiter in einer E-Mail an GSCHWÄTZ. Gegenüber GSCHWÄTZ betonte Jens Müller jedoch: „Wir haben Mitarbeiter, die verschiedene personenbezogene Aufgaben- und Verantwortungsbereiche im Dienstbetrieb unserer Rettungswachen wahrnehmen und, sofern es unser geltendes Tarifrecht zulässt, auch entsprechende personenbezogene Funktionszulagen bekommen. Das sind zum Beispiel Mitarbeiter als Rettungswachenleitung, deren Stellvertreter, Praxisanleiter, Desinfektoren und so weiter, um nur einige zu nennen. Diese Mitarbeiter sind in ihrer Funktion benannt und erhalten schon immer die entsprechenden Zulagen.“ Auch die Qualität des Rettungsdienstes könnte verbessert werden, so Mitarbeiter. Denn „die für den Rettungsdienst vorgeschriebenen Pflichtfortbildungen werden häufig überhaupt nicht oder nur auf den allerletzten Drücker mit irgendwelchen Pseudoschulungen in den Dienstplan gedrückt, damit halt auf dem Papier etwas da ist. Von Qualität im Rettungsdienst kann da keine Rede sein, aber es stört hier keinen.“
Zwei Welten, zwei Ansichten? Auch der Notarzt, der nach seiner Dienstaufsichtsbeschwerde nicht mehr als freiberuflicher Notarzt beim DRK Hohenlohe eingesetzt wird (GSCHWÄTZ berichtete), äussert sich kritisch über die internen Verhaltensweisen: „Seit Jahren werden Verbesserungsvorschläge und Beschwerden der Mitarbeiter des Hohenloher Rettungsdienstes zum Nachteil der Patienten ignoriert.“
Seine Nichteinsetzung als Notarzt nach seiner Dienstaufsichtsbeschwerde ist laut Aussage des Notarztes nun als Petition vor dem Landtag Baden-Württemberg anhängig. Mitarbeiteraussagen unterstützen die schlechte interne Kommunikation: „Anderswo sind Anregungen und Vorschläge gern gesehen, nicht bei uns. Jeder soll seinen Mund halten, schaffen wie blöd und alles mittragen.“
Karl Heers Führungsstil wird in diversen E-Mails, die GSCHWÄTZ vorliegen, stark kritisiert. „Nicht nur die medizinische Ausstattung und Fahrzeuge ist veraltet, die Räume für die Mitarbeiter sind in einigen Wachen miserabel ausgestattet. Eine uralte Couchgarnitur und keine Geschirrspülmaschine, obwohl wir so viele Leute hier sind.“ Die Mitarbeiter haben kurzerhand von ihrem Geld eine Geschirrspülmaschine gekauft und angeschlossen. Als Leiter Heer dies in der Wache gesehen hat, mussten die Mitarbeiter laut eigenen Aussagen die Maschine wieder „demontieren, schließlich hätte er das Hausrecht beim DRK und sei zuvor nicht gefragt worden“. Heers Nachfolger, Bernd Thierer, habe das Anschließen der Geschirrspülmaschine nun genehmigt.
Ab 2018 verschärft sich die Personalnot, da die Entgelttarife angepasst werden und die Rettungsdienstmitarbeiter eine niedrigere Wochenarbeitsstundenzeit haben. Thierer: „Der DRK-Reformtarifvertrag hat für den Bereich Rettungsdienst nachfolgende Reduzierungen vorgegeben: Ausgangslage am 01. Januar 2016 waren 48 Wochenstunden. Reduzierung zum 01. Januar 2017 auf 47 Wochenstunden und ab 01. Januar 2018 nochmalige Reduzierung auf 46 Wochenstunden. Diese externe Vorgabe durch den Tarifvertrag für alle DRK-Rettungsdienste verstärken natürlich die ohnehin aufgrund der anderen Faktoren angespannte Personalsituation nochmalig.“
Die Reduzierung der Wochenstundenzahl soll für die Mitarbeiter eine Entlastung sein, jedoch hat der DRK dadurch noch weniger Spielraum, um seine Fahrzeuge zu besetzen. Am Ende arbeiten die Mitarbeiter nicht weniger, sondern genauso weiter wie bisher, nur bei einer letztlich noch höheren Überstundenzahl.
Bei der vorgegebenen 15-Minuten-Hilfsfrist, bis dato ein Rettungswagen spätestens vor Ort sein sollte, belegte der Hohenlohekreis 2016 unter 34 Kreisen in Baden-Württemberg mit 91,4 Prozent ohnehin schon den drittletzten Platz, auf Augenhöhe mit dem Zollernalb- und dem Main-Tauber-Kreis. Nur Heilbonn und
Karlsruhe weisen langsamere Zeiten auf. Entgegen dazu erzielt Stuttgart einen Bestwert von 96,2 Prozent.
Zweimal im Jahr informiert der DRK Kreisverband Hohenlohe in einem Rundschreiben die Bürger. Der Präsident des DRK, Landrat Dr. Matthias Neth, verweist im aktuellen Rundschreiben auf die Verdienste Karl Heers in seiner 36-jährigen Amtszeit: „Der stetige Ausbau des Rettungsdienstes, die Einführung des ambulanten Pflegedienstes und der Tagespflege, sowie zahlreiche Baumaßnahmen, inbesondere die Erstellung des Rot-Kreuz-Zentrums in Gaisbach, werden mit seiner Person verbunden bleiben. Wir danken ihm für seine hervorragende Arbeit für unser DRK.“
// Bernd Thierer
Bernd Thierer hat am 01. Juli 2017 die Nachfolge von Karl Heer als Kreisgeschäftsführer des DRK Hohenlohe angetreten. Der 43-Jährige ist verheiratet. Der gebürtige Ulmer, der dem DRK laut eigenen Aussagen „eng verbunden“ ist, war zuvor 18 Jahre Abteilungsleiter im Personal- und Rechnungswesen des DRK.
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// Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel vom November 2017
Retter am Limit – Fahrzeuge können oft nicht ausrücken
Im Juli 2017 erreichte die Redaktion GSCHWÄTZ eine E-Mail: „Hallo. Das Thema, das wir ihnen mitteilen möchten, ist schon eine Weile her, doch wir haben uns bisher einfach nicht durchringen können, diese Informationen weiterzugeben, aus Angst vor den Konsequenzen.“
Der Inhalt der E-Mail ist brisant. Die Verfasser verweisen auf den vom Landratsamt des Hohenlohekreises organisierten Bürgerdialog am 03. Juli 2017 in der Stadthalle in Künzelsau, bei dem Landrat Dr. Matthias Neth den Bürgern erklärt hat, warum der Krankenhausstandort Künzelsau geschlossen wird. Zudem wurde dort über die Gesundheitsversorgung im Hohenlohekreis generell gesprochen (GSCHWÄTZ berichtete). „Unser ehemaliger Kreisgeschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Karl Heer, hat viele richtige Dinge dort gesagt, leider aber auch dreist gelogen. Er sagte, dass bisher noch keine Rettungsfahrzeuge wegen Personalmangel ausgefallen seien und das ist schlichtweg falsch“ (Anm. d. Redaktion: Der Rettungsdienst in Hohenlohe obliegt dem DRK Hohenlohe).
Wir haken nach und nach mehrmaligem E-Mail-Verkehr folgt ein persönliches Treffen. DRK-Mitarbeiter, die für den Rettungsdienst im Hohenlohekreis arbeiten, haben die E-Mails geschrieben. Sie möchten nicht namentlich genannt werden. Kritische Äusserungen werden innerhalb des DRK nicht gern gesehen, sagen sie und verweisen auf ein Beispiel aus der jüngeren Vergangenheit:
Ein Facharzt für Chirurgie, der zugleich als Notarzt für das DRK Hohenlohe am Standort Künzelsau freiberuflich im Einsatz war, legte im Dezember 2016 eine offizielle Dienstaufsichtsbeschwerde ein, adressiert an Landrat Neth(die Beschwerde liegt GSCHWÄTZ vor). Es ging um einen Unfall mit fünf Verletzten auf der A6, Höhe Rasthof Hohenlohe, bei dem die DRK-Leitstelle fehlerhaft agiert habe, so die Meinung des Notarztes. Zitat aus der Beschwerde: „Somit trafen lebensgefährlich Schwerverletzte jeweils in ein unvorbereitetes Krankenhaus ein, was zu weiteren signifikanten Verzögerungen bei der Versorgung der Patienten führte. Ein weiterer Patient sollte im Hohenloher Krankenhaus in Öhringen angemeldet werden. Beim Eintreffen des Rettungswagens stellte sich heraus, dass das Krankenhaus hiervon keine Kenntnis hatte und somit keine Vorbereitungen hierfür getroffen waren.“
Der Arzt, der laut eigenen Aussagen 30 Jahre Berufserfahrung hat und nicht nur in Deutschland, sondern auch in der Schweiz, Österreich und Norwegen tätig ist, nennt in seinem Schreiben noch weitere solcher Fälle, die ähnlich schlecht von der Rettungsdienst-Leitstelle koordiniert gewesen seien: ein Busunfall mit sieben Verletzten zwischen Jagsthausen und Berlichingen am 14. November 2016; ein Verkehrsunfall mit fünf Verletzten zwischen Kupferzell und Eschental am 30. November 2016 sowie ein Waldunfall mit technisch aufwendiger Bergung am Hang am 26. November 2016 bei Ingelfingen-Bühlhof. Hier sei „keine Feuerwehr primär alarmiert und trotz Anweisung keine Schockraum-Anmeldung im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim“ erfolgt. Fazit: „Abgesehen von den bekannten Folgen der Unterfinanzierung des Rettungsdienstes und/oder der mangelhaften Umsetzung von bestehenden Finanzierungszusagen im Hohenlohekreis wie Abmeldungen von Notarzteinsatzfahrzeugen (allein 2016 über 40 mal, Stand: Ende November 2016) und veraltete, minimalistische und mängelanfällige technische Ausrüstung und Fahrzeuge, zeigen sich in den exemplarisch genannten Einsatzbeispielen signifikante Mängel in der Führung, Organisation und Anwendung einschlägiger Vorschriften und Leitlinien.“
Gotthard Wirth, erster Landesbeamter im Landratsamt des Hohenlohekreises, verwies in seiner Antwort unter anderem darauf, dass „die personelle Nichtbesetzung von Notarzteinsatzfahrzeugen“ bundesweit zu beobachten sei. „Ebenso die Entwicklung, dass insgesamt nicht mehr genügend Rettungsassistenten zur Verfügung stehen. Diese Problematik kann daher von Seiten des Hohenlohekreises kurzfristig leider nicht gelöst werden. Trotz alledem sehe ich den Hohenlohekreis in dieser Hinsicht gut aufgestellt.“
Der Kritik äußernde Notarzt wurde laut DRK-Mitarbeitern seit seiner Beschwerde nicht mehr im Hohenlohekreis eingesetzt.
Seit 2016 hat sich die Personalnot verschärft. GSCHWÄTZ liegen die Dienstpläne von Juli und August 2017 vor. Allein im August 2017 wäre das Notarztfahrzeug in Westernhausen wegen Personalmangels an 20 Tagen ausgefallen, wären nicht Kollegen eingesprungen und hätten für eine Aufwandsentschädigung gearbeitet. Zudem haben Öhringer Kollegen Dienste übernommen. So fiel das Fahrzeug „nur“ an 14 Tagen aus. Der offiziell seit 01. Juli 2017 als neuer DRK-Geschäftsführer agierende Bernd Thierer betonte aber, dass „die Versorgung jederzeit sichergestellt war“. Der Notarzt sei an diesen Tagen nicht separat mit seinem Fahrzeug an die Einsatzorte, sondern direkt im Rettungswagen mitgefahren. Das Problem, dabei sei, so Mitarbeiter, dass durch dieses so gannte „Kompaktsystem“ die Notärzte unnötig lang an einem Einsatzort gebunden seien. Es habe durchaus seinen Sinn, dass Notärzte separat in einem Notarzteinsatzfahrzeug herausfahren. Durch die dünne Personaldecke werde es aber immer schwerer, dieses Fahrzeug zu besetzen, da es nicht nur mit Notarzt, sondern mindestens mit noch einem Rettungsassistenten besetzt werden müsse.
Rettungswagen fallen laut Belegungsplan zwar weit weniger häufig aus (etwa dreimal im Juni 2017). Allerdings „fahren sie unterbesetzt“, so Mitarbeiter. Sprich: In einem Rettungswagen muss ein Rettungsassistent für die Erstversorgung mitfahren. Ansonsten ist es kein Rettungswagen mehr, sondern nur ein Krankenwagen, geeignet, um ältere Menschen zum Arzt zu fahren oder um kleinere Notfälle abzuarbeiten. Anscheinend wurden unter Karl Heer auch FSJ-ler, also junge Menschen, die ein Freiwilliges Soziales Jahr beim DRK absolviert haben, als vollwertige Rettungssanitäter gerechnet, obwohl diese keine hauptamtlichen Stellen besetzen dürfen.
Die Schließung des Krankenhaus-Standortes Künzelsau macht es den DRK-Mitarbeitern nicht einfacher: Die Fahrwege werden länger, die Fahrzeuge – und das Personal – seien dadurch länger gebunden. Die Mitarbeiter betonten überdies: „Die Leitung des Hohenloher Krankenhauses glaubt, dass künftig Patienten nach Öhringen kommen. Doch das ist ein Irrtum. Jeden Patienten, den wir transportieren, werden wir nach Schwäbisch Hall bringen. Das ist kürzer, schonender als nach Öhringen. Patienten werden sofort richtig versorgt und nicht später verlegt, weil man dies und das nicht im Haus machen kann.“
Die DRK-Mitarbeiter häufen unterdessen laut eigenen Angaben Überstunden in dreistelliger Höhe an. Ein Mitarbeiter hat gekündigt – da war er bei 500 Überstunden. Überstunden auszahlen? Dafür war Heer laut Mitarbeitern weniger zu haben. Und abfeiern werde aufgrund des Personalmangels immer schwieriger.
Seit Thierer werden Überstunden nun wieder ausbezahlt: „Die Personalsituation lässt derzeit bedauerlicherweise nahezu keinen Freizeitausgleich zu, deshalb ist die angebotene Auszahlung der Überstunden eine der Realität geschuldete Maßnahme, um etwas Entlastung bei der Besetzung der Dienste zu erreichen. Die Herausforderungen durch die sehr angespannte Personalsituation im Rettungsdienst können wir nur durch die hohe Einsatzbereitschaft und Flexibilität unserer Mitarbeiter erfolgreich bewältigen.“
Seit März ist laut den DRK-Mitarbeitern eine Stelle im Hohenlohekreis gänzlich unbesetzt. Ab Januar 2018 fehlen dem Hohenlohekreis fünf Rettungsassistenten beziehungsweise Notfallsanitäter, sagen die Mitarbeiter und warnen: „Im Sommer werden zwei bis drei Fahrzeuge pro Tag ausfallen, wenn kein zusätzliches Personal gefunden wird oder Mitarbeiter nicht freiwillig einspringen.“
Den Mitarbeiterengpass begründet Thierer unter anderem mit dem Inkrafttreten des Notfallsanitätergesetzes 2014. „Die zweijährige Ausbildung der Rettungsassistenten wurde durch die dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitäter abgelöst. Durch die längere Ausbildungszeit fehlt ein ganzer Jahrgang neu ausgebildeter Mitarbeiter. Vor diesem Problem steht nicht nur das DRK Hohenlohe, sondern alle Rettungsdienstbereiche im Bundesgebiet.“ Mitarbeiter betonten indes, dass es – wie auch in den Nachbarkreisen – durchaus Möglichkeiten gäbe, um den DRK Hohenlohe als Arbeitgeber attraktiver zu machen: „Die meisten sehen einfach keine Perspektiven, keine Aufstiegsmöglichkeiten. Engagement wird nicht gewürdigt“, erzählt ein Mitarbeiter. Es werde etwa keine Funktionszulage bezahlt. Wenn jemand zum Beispiel das Amt des Sicherheitsbeauftragten übernimmt, stehen ihm laut Tarifvertrag 80 Euro Funktionszulage zu. Es gibt daher derzeit keinen Sicherheitsbeauftragten. Gespräche darüber mit Heer, aber auch mit Jens Müller, dem Rettungsdienstleiter in Künzelsau, hätten nichts gebracht. Auch der Notarzt sieht Verbesserungsbedarf: „Beschwerden der Mitarbeiter wurden ganz bewusst ignoriert“, erinnert er sich. Das frustriere. Müller weist die Vorwürfe zurück: „Mitarbeiter als Rettungswachenleitung, deren Stellvertreter, Praxisanleiter, Desinfektoren, um nur einige zu nennen, sind in ihrer Funktion benannt und erhalten schon immer die entsprechenden Zulagen.“ Die DRK-Mitarbeiter hoffen nun auf den neuen Chef und betonen gegenüber GSCHWÄTZ, dass dieser nichts für die ganze Misere könne.
INFO // NOTFALLSANITÄTER UND NOTÄRZTE
Die Ausbildung zum Rettungsassistenten gibt es nicht mehr. Stattdessen gibt es eine dreijährige Ausbildung zum Notfallsanitär. Der Notfallsanitäter hat erweiterte Kompetenzen und muss den Patienten beispielsweise erforderliche Medikamente verabreichen. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall, Herzinfarkt, Atemnot und schweren Verkehrsunfällen – also bei lebensbedrohlichen Maßnahmen – werden Notärzte hinzugerufen. Ein Notfallsanitäter verdient zwischen 1.900 und 2.100 Euro netto. Hinzu kommen Zuschläge für Nacht-, Sonntags- und Feiertagsarbeit.
