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Muss der Prozess gegen Elisabeth S. neu aufgerollt werden?

Am heutigen zehnten Verhandlungstag gegen Elisabeth S., den 04. Februar 2019, sollten die Plädoyers vorgelesen werden. Jedoch ist Verteidigerin Anke Stiefel-Bechdolf krank. Sie ist bis zum 15. Februar 2019 krankgeschrieben.

Die Hauptverhandlung darf laut Paragraph 229 StPO nur eine Unterbrechung von drei Wochen aufweisen. Wenn die drei Wochen überschritten werden muss die Hauptverhandlung komplett von neuem beginnen.

Nun sollen am 18. Februar 2019 die Plädoyers vorgetragen und am 26. Februar 2019 das Urteil gesprochen werden.

Der neunte Verhandlungstag war am 30. Januar 2019, somit liegt der 18. Februar 2019 noch in der Frist – solange der Termin nicht erneut verschoben werden muss. Falls die Verteidigerin bis zum 18. Februar 2019 nicht gesund sein sollte, muss eine Vertretung für sie anwesend sein. Jedoch müsste spätestens am 21. Februar 2019 ein Verhandlungstag stattfinden.




Nicht jeder stirbt für sich alleine

„Die Atmung setzt aus und dann weiß man – jetzt passiert es. Und auf einmal sehen die Menschen ganz friedlich aus“, schildert Ingeborg Zeller.  Sie und Bärbel Weltin arbeiten ehrenamtlich für den Hospizdienst Kocher-Jagst. Sie begleiten Menschen bis zum Tod. Menschen, die krank und ohne Aussicht auf Heilung sind. 

Wenn das Telefon klingelt und Bettina Jörger am anderen Ende ist, bedeutet das für Ehrenamtliche wie Zeller und Weltin, dass es wieder so weit ist – ihre Hilfe wird benötigt. „Man muss selbst frei sein, denn wenn wir zu viel im Kopf haben oder gestresst sind, können wir das nicht machen“, so Weltin über ihr Ehrenamt. Die 62-Jährige macht die Sterbebegleitung nun seit sechs Jahren. 

„Jetzt habe ich es geschafft.“

„Wenn jemand verstorben ist, der lang gelitten hat, krank war und Schmerzen hatte, habe ich immer den Eindruck gehabt, dass die Menschen erleichtert sind. An den Gesichtszügen stellt man einen gewissen Ausdruck fest, der sagt: Jetzt habe ich es geschafft“, beschreibt Zeller den Übergang vom Sterben zum Tod.

Für Zeller ist dieses Ehrenamt auch eine private Angelegenheit. Denn die 65-Jährige musste bereits mit 23 Jahren ihre Großmutter beim Sterben begleiten. Als dann ihr Schwiegervater daheim verstarb, meldete sie sich kurzerhand beim Hospizdienst Kocher-Jagst. „Die Art und Weise, wie man mit dem Tod umgegangen ist, fand ich schlimm“, erzählt die Künzelsauerin. 

„Die Betroffenen wollen nicht immer reden.“

Aber wie genau sieht dieses Begleiten aus? Die Ehrenamtlichen vom Hospizdienst kommen einmal die Woche für ein bis zwei Stunden zu der Person, die sterben wird – sei es nun zu Hause, ins Krankenhaus oder auch ins Pflegeheim. Zeller berichtet, dass die Zeiten, in denen sie da ist, individuell mit den Angehörigen und Betroffenen abgestimmt wird. Sie erinnert sich an einen ganz besonderen Fall: „Damit eine Ehefrau beruhigt schlafen konnte, war ich die ganze Nacht am Bett ihres Mannes gesessen und sobald sie morgens aufgestanden ist, bin ich nach Hause.“ 

Weltin erklärt: „Die Betroffenen wollen nicht immer reden. Darum geht es auch nicht. Auch ein Händedruck oder einfach nur das Dasein hilft.“ Zeller beschreibt, dass man nicht wisse, was für Gedanken noch in den Köpfen der Sterbenden sind. Es sei viel Ungeklärtes im Kopf und wenn jemand viel Ballast im Kopf hat, sterbe er wahrscheinlich schwerer. Denn er müsse noch viel für sich abarbeiten. 

„Aber nicht, dass sie meinen Sohn anrufen und ihm sagen, dass ich sterbe.“

Zeller erzählt, dass sie eine Dame begleitet hat, bei der es hieß, sie hätte keine Angehörigen mehr. Nach ein paar Wochen habe ihr die Dame erzählt, dass sie einen Sohn hätte, aber sagte mit Nachdruck: „Aber nicht, dass sie jetzt auf die Idee kommen, meinen Sohn anzurufen und ihm sagen, dass ich sterbe.“ „Als ihr nicht mehr allzu viel Zeit blieb, wollte sie ihn aber nochmal sehen. „Ich ließ die beiden dann alleine, damit sie sich in Ruhe unterhalten konnten. Dieses Gespräch tat beiden gut – vor allem dem Sohn“, beschreibt Zeller. 

„Die Sterbenden wollen es ihren Angehörigen nicht antun, dass sie sehen, wie sie sterben.“

Sie verdeutlicht: „Jedes Sterben ist anders. Jeder stirbt anders. Und jeder hat ein anderes Anliegen, wann er sterben kann. Es ist oft so, dass die Angehörigen auch viel bei dem Sterbenden sind und kaum sind die Angehörigen aus dem Raum, wenn Sie kurz an die frische Luft gehen oder sich einen Kaffee holen, in diesem einen Moment, in der kurzen Zeit, versterben die Menschen dann. Die Sterbenden wollen es ihren Angehörigen nicht antun, dass sie sehen, wie sie sterben.“ Auch Weltin ist der Meinung: „Jede Geburt ist anders und jedes

Sterben ist anders. Jeder stirbt individuell. Einige sterben tagelang. Aber jeder hat es geschafft, in die Welt zu kommen und muss es auch schaffen, wieder aus der Welt zu gehen. Man kann Hilfestellung leisten. Aber gehen muss jeder selbst. Ich denke, da ist noch irgendwas ungeklärt, aber sie schaffen es nicht mehr, sich zu äußern. Das ist für uns auch sehr schwer.“ 

Weltin ist Christin und weiß auch, dass nicht jeder daran glaubt, dass der Tod nicht endgültig ist. Auch sie glaubt daran, dass nach dem Tod noch etwas kommt. Zeller hilft es, nachdem jemand gestorben ist, in die Kirche zu gehen und es zu verarbeiten. Bettina Jörger, die Leiterin des Hospizdienstes Kocher-Jagst, erreichen die Anfragen an den Hospizdienst meist telefonisch oder per E-Mail. Sie vereinbaren dann einen Termin für einen Erstbesuch nach den Wünschen der Betroffenen.

Sie und ihre Stellvertreterin, Lisa Möhler, sind ausgebildete Palliativschwestern. Daher erstreckt sich die Beratung auch auf alle Teile der Palliativpflege – je nachdem, welche Fragen die Betroffenen haben. Jörger gibt einige Beispiele von Fragen, die die Angehörigen haben:

„Wie lässt sich die Pflege in der letzten Lebensphase daheim organisieren? Gibt es Alternativen? Welche belastenden körperlichen Symptome gibt es? Wie werden diese durch den Hausarzt behandelt? Was kann man darüber hinaus noch tun?“ Auch der Hospizdienst hat Fragen an die Angehörigen, wie etwa: „Möchte der sterbende Mensch jemanden an seiner Seite haben? Gibt es religiöse Bedürfnisse, braucht es spirituelle Begleitung? Welche Hoffnungen tragen durch diese Zeit? Welche Bilder haben die Menschen vom Sterben?“ Jörger stellt fest, dass die Menschen ganz genaue Fragen zum Prozess des Sterbens haben. 

 

Hospizdienst Kocher-Jagst

Hospizdienst Kocher-Jagst

Oberamteistraße 18

74653 Künzelsau

Leitung: Bettina Jörger, joerger@hospizdienst-kocher-jagst.de

Stellvertretende Leitung: Lisa Möhler, moehler@hospizdienst-kocher-jagst.de. Telefon: 07940 9395012 (mit Anrufbeantworter)

www.hospizdienst-kocher-jagst.de

Die Beratung und Begleitung durch den Hospizdienst ist kostenlos. Alle Mitarbeiter unterliegen der Schweigepflicht.

Neuer Ausbildungskurs für Ehrenamtliche

Im zweiten Halbjahr 2019 beginnt ein neuer Ausbildungskurs. In rund 100 Stunden lernen die Menschen alles rund um das Thema Sterbebegleitung und setzen sich mit den teils sehr persönlichen Aspekten rund um Sterben, Tod und Trauer auseinander. Es gibt zunächst ein Orientierungswochenende für erste Inhalte und für alle speziellen Fragen zu Organisation, Befähigung und Rahmenbedingungen. Die Ausbildung ist kostenlos, wenn man anschließend in einem Hospizdienst mitarbeiten möchte. Das Orientierungswochenende kostet eine geringe Gebühr für Essen, Getränke und Materialien. Geeignet für die Hospizarbeit sind alle Menschen, die bereit sind, sich auf die Wünsche und Bedürfnisse Sterbender einzulassen, Menschen, die sich mit klugen Ratschlägen zurückhalten können, die warmherzig und zugewandt sind und keine Berührungsängste haben.




Elisabeth S.: Sohn Stephan S. beruft sich auf das Zeugnisverweigerungsrecht

Am siebten Verhandlungstag des Prozesses gegen Elisabeth S., am Freitag, den 18. Januar 2019, war Stephan S., der Sohn von Elisabeth S., heute als Zeuge geladen. Er hatte Anfang dieses Jahres ein Vier-Augen-Gespräch mit seiner Mutter im Landgericht Heilbronn. Am Dienstag, den 15. Januar 2019, schrieb er dem Büro der Anwältin von Elisabeth S. eine E-Mail mit dem Inhalt, dass er vorerst keine Aussage machen werde. Er berufe sich auf Paragraph 52 StPO, dem Zeugnisverweigerungsrecht für Angehörige von Beschuldigten. Der Vorsitzende Richter Kleinschroth bedauert dies, denn das Gericht hätte sich ein paar mehr Information erhofft.

 

„Die Oma habe selbst geäußert, dass sie den Jungen umgebracht hat“

 

Als Zeugin wurde heute die Mitgefangene von Elisabeth S. aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) Schwäbisch Gmünd Alexandra K. befragt, die bei der Polizei eine Zeugenaussage getätigt haben soll, in der es heißt: „Die Oma habe selbst geäußert, dass sie den Jungen umgebracht hat.“ Heute, vor Gericht im Zeugenstand, konnte sie diese Aussage nicht mehr bestätigen. Die Zellengenossin von Elisabeth S. habe aber zu ihren Freundinnen auf Russisch einen Satz gesagt, den Alexandra K. gehört habe. Diesen russischen Satz habe Alexandra K. verstanden, denn im russischen sollen einige Worte dem jugoslawischen ähneln. Die Aussprache sei zwar anders, aber die Bedeutung der Worte sei gleich, schildert die 27-jährige Mitgefangene. Vom Jugoslawischen aufs Deutsche übersetzt hieße der Satz sinngemäß: „Die Frau ist verrückt.“ Denn Elisabeth S. soll in ihrer Zelle die Nachrichten angesehen haben, in denen es um sie und Ole ging, was die Zellengenossin als verrückt definiert.

 

18 Fragen an Elisabeth S.

 

Die Kammer hat sich nun einen Fragenkatalog für Elisabeth S. überlegt. „Wenn Sie, Frau S., überlegen, warum wir diese Fragen stellen, merken sie vielleicht, dass bei Ihren Aussagen nicht alles zusammenpasst“, sagte der Vorsitzende Richter Kleinschroth. Die 18 Fragen wurde im Saal verlesen. Auf die Frage hin, ob Elisabeth S. die Fragen heute beantworten werde, meldete sich Verteidigerin Anke Stiefel-Bechdolf zu Wort: „Heute nicht.“

Die 18 Fragen an Elisabeth S. lauteten sinngemäß wie folgt:

  1. Wie war Ihre psychische Verfassung am Tattag und in der Woche davor?
  2. Hatten Sie Depressionen oder Verlustängste?
  3. Inwieweit machte Ihnen das Entrümpeln und Aufräumen des Kellers zu schaffen?
  4. War Ole an dem Tag wie immer oder war er anders?
  5. Wer kam auf die Idee zu baden? Wie hat Ole deutlich gemacht, dass er nicht baden wollte? Oder sollten nur die Haare gewaschen werden?
  6. Wie war Ihre Reaktion auf das Ablehnen des Badens?
  7. Warum wurde das Wasser in der Badewanne nicht abgelassen?
  8. Sie haben unterschiedliche Aussagen gemacht. War es ein Unfall oder hatte Ole Atemnot?
  9. Sie sollen Ole geschüttelt haben. Wie sah das Schütteln aus? Und wo haben Sie ihn am Hals gedrückt?
  10. Haben sie Ole reanimiert? Wenn ja, mit welchen Reanimationsversuchen? Wenn nein, wieso nicht?
  11. Wie haben Sie ihn ins Badezimmer gezogen? An den Händen, an den Füßen, an den Schultern?
  12. Wie wurde Ole mit Wasser beträufelt?
  13. Wie kann es sein, dass Ole ins Wasser geplumpst ist?
  14. Ab wann wirkte Ole auf Sie leblos?
  15. Haben Sie einen Brief an Stefan S. geschrieben? Warum?
  16. War es ein Abschiedsbrief?
  17. Warum lag ein Messer oben auf der Kommode und seit wann?
  18. Was haben Sie getan, als Sie das Haus verlassen haben? Wollten Sie sich umbringen? Warum haben Sie sich bei Ihrer Rückkehr auf die Rückbank Ihres Autos gesetzt?

 

Der Vorsitzende Richter Kleinschroth betonte am Ende der Verlesung der Fragen gegenüber Elisabeth S., dass man nicht vorhabe, nochmal ein Gespräch mit einem Sachverständigen zu starten. „Sie sind die Einzige, die es uns erklären kann“, so Kleinschroth.




Die Tierflüsterin

Erlebt nicht jeder Haustierbesitzer einmal den Moment, in welchem er sich fragt, was sein Tier gerade denkt? Was würde man dafür geben, um in den Kopf der mordlustigen Katze schauen zu können, dem treuen Hund erklären, dass man gleich wieder da ist oder das Pferd fragen, warum es denn jetzt so stur ist?

Alexandra Hoch aus Mulfingen ist Tierflüsterin. Sie spricht mit Tieren. Tierkommunikation – geht das wirklich? „Die Tiere öffnen ihr Herz und klagen ihr Leid“, erzählt Hoch. Bei all den Fragen, die man an seinen besten Freund, das Tier hat, auf welche begrenzt man sich da?

 

 „Magst du mich?“, ist eine der häufigsten Fragen von Haustierbesitzern

 

Die häufigsten Fragen, die die 43-Jährige den Tieren von Ihren Besitzern stellt, sind: Magst du mich? Fühlst du dich wohl? Oder auch, ob das Tier Schmerzen hat. „Die Antworten der Tiere sind nicht immer die, die sich die Besitzer wünschen. „Selbst wenn ich einem Tier etwas erkläre, was sein Verhalten anbetrifft, hat es noch immer einen freien Willen. Es ist wie mit Kindern, wenn man denen etwas sagt, was sie nicht machen sollen, heißt es noch lange nicht, dass sich die Kinder daran halten. Und genauso ist es mit den Tieren“, erklärt die Tierflüsterin. Die Bitten der Tierbesitzer sind vielseitig. Sie selbst nahm sich dem Tiergespräch an, da ihr Hund eingeschläfert werden sollte. Als Tierhalter ist dies oft eine schwere Entscheidung, vor allem, wenn das Tier Lebenswillen zeigt, aber nun mal einfach alt ist. Hoch hat ein Seminar besucht, um mit Tieren kommunizieren zu können.

„Es ist wie Telefonieren. Man muss eine Verbindung aufbauen“, beschreibt Hoch. „Das Schwierige ist aber, dass man den Menschenverstand abschalten muss, weil wir Menschen zu viel zweifeln und wir nicht voreingenommen sein dürfen.“ Hoch meditiert, bevor sie mit einem Tier spricht. Für das Gespräch benötigt die 43-Jährige nur ein Foto und den Namen des Tieres. Aber wie kann man sich das vorstellen? Wie ein Telefongespräch? Nein. Sie bittet das Tier, in eine Art virtuellen Raum zu kommen.

 

Sie benötigt nur ein Foto und den Namen des Tieres

 

Aber wie kann man sich eine Unterhaltung zwischen Alexandra Hoch und einem Tier vorstellen? Sie schreibt Ihre Gespräche auf und diese Niederschrift bekommen die Tierhalter zugesandt. Die Tierflüsterin zeigt GSCHWÄTZ-Redakteurin Nadja Fischer ein paar Beispiele.

 

Blackie hat das Gefühl, es nie recht machen zu können

 

Hoch: Ich lade Pferd Blackie zu mir in meinen virtuellen Raum ein. Er kommt hereingetänzelt, schnaubend und den Kopf werfend. Er wiehert, wirkt sehr unruhig und aufgeregt.

Hallo Blackie, mein Name ist Alexandra und ich spreche im Auftrag von Menschen mit ihren tierischen Wegbegleitern. Nina hat mich gebeten, mich ein wenig mit dir zu unterhalten. Sie möchte gerne einen kleinen Einblick erhalten in dein früheres Leben und auch, wie es jetzt in dir aussieht und wie es dir geht. Ist das in Ordnung für dich, wenn ich dir ihre Fragen und Worte übermittle?

Blackie: Ja, grundsätzlich ist das schon ok. Nur was soll das, warum tut sie es denn nicht selber? Ich finde, ihr seid so schwer zu durchschauen. Manchmal habe ich fast das Gefühl, man kann es Menschen eigentlich nie so wirklich recht machen.

Hoch: Ging es dir denn gut, da, wo du vorher gelebt hast?

Blackie: Ich möchte schon meinen, ja. Ich hatte mehr Freiheiten und mehr Kontakt mit meinen Artgenossen. Dafür waren nicht alle Menschen immer nur nett zu mir. Das ist wiederum jetzt hier angenehmer.

 

Sisco hat Angst vor dem Schlachter

 

Hoch: Hallo Sisco, schön, dass du zu mir gekommen bist. Wie geht es deinen Vorderbeinen?

Sisco: Was soll mit meinen Vorderbeinen sein? Ich kann doch laufen, oder?

Hoch: Ja, natürlich kannst du laufen, Sisco. Aber ich möchte wissen, ob du Schmerzen hast?

Sisco: Schmerzen? Ihr Menschen  messt diesem Thema viel zu viel Bedeutung bei. Ich werde es schon zeigen, wenn ich wirklich schlimme Schmerzen habe.

Hoch: Sisco, wir Menschen machen uns doch Sorgen um euch. Wir wollen doch, dass es euch gut geht.

Sisco: Ja, damit ihr uns nutzen könnt und reiten, damit wir nicht wertlos für euch sind. Darum sind wir euch wichtig.

Hoch: Meinst du nicht, dein Frauchen hat dich sehr gerne und macht sich wirklich Gedanken und Sorgen um dich?

Sisco: Doch. Ich weiß, dass sie uns alle gerne hat, aber trotzdem ist das auch schon in ihrem Kopf gewesen, das weiß ich, das habe ich gefühlt. Was ist, wenn es schlimmer wird mit meinen Beinen? Gibt Sie mich dann weg? Oder bin ich dann immer noch ihr lieber, toller Sisco, der mit ihr durch dick und dünn geht, oder bin ich dann nur noch ein Klotz am Bein?

Hoch: Lieber Sisco, weißt du, da kann ich dir jetzt keine Antwort geben, denn ich glaube, das könnte dein Frauchen selbst nicht. Es ist eins, sich Gedanken zu machen, was wäre, wenn der Fall der Fälle einträfe. Was man dann wirklich tut, ist eine ganz andere Sache. Ich bin mir aber ganz sicher, dass sie sich die Entscheidung auf keinen Fall leichtmachen würde. Und ich bin mir auch ganz sicher, sie würde im schlimmsten Fall alles in ihrer Macht stehende dafür tun, dass du es gut hättest, da, wo du hinkommen würdest.

Sisco: Meinst du nicht, sie würde mich zu einem Schlachter bringen, wie es so viele von euch tun – einfach ohne mit der Wimper zu zucken?

 

Katze Balu war nicht klar, wozu man ein Katzenklo benutzt

 

Hoch: Balu, nun ist es so, dass du deine Hinterlassenschaften fast schon fallen lässt, wo du gerade gehst und stehst. Das ist nicht gerade so angenehm für die restlichen Familienmitglieder. Ich sage es mal ganz direkt: Es stinkt und es ist auch einfach unhygienisch. Das ist auch der Grund, warum du nun nachts in einen Käfig gesetzt wirst.

Balu: Ach, das wusste ich nicht. Hab‘ mich schon gewundert, was das jetzt soll.

Hoch: Es ist wirklich ein großes Problem und eine extreme nervliche Belastung – inbesondere für dein Frauchen. Sie weiß nicht mehr, was Sie noch tun kann, damit du nicht überall hinkackst, sondern das Katzenklo benutzt. Du kannst natürlich alternativ auch gerne draußen in die Erde machen und es zuscharren. Meinst du, das bekommst du hin?

Balu: Weiß nicht so recht, was du mit Katzenklo meinst?

Hoch: Das Katzenklo ist so eine Schale mit Einstreu drin. Da geht die Hauskatze rein, scharrt ein kleines Loch, macht ihr großes Geschäft und scharrt es dann wieder zu.

Balu: Das ist ja lustig. Ja, manchmal bin ich da drin, aber dass das wirklich zum Reinmachen ist, war mir nicht wirklich bewusst.

Hoch: Ich appelliere an dich: Versuche, in das Katzenklo zu machen.

Balu: Wenn euch das so wichtig ist, kann ich mal darüber nachdenken. Aber einfach ist das nicht. Ich muss alte Gewohnheiten durchbrechen. Das ist in meinem Alter nicht mehr so leicht, das könnt ihr mir glauben. Auch mein Körper macht nicht mehr immer, was er soll, es liegt nicht nur am Wollen, das möchte ich damit sagen.

 

Verschwundene Tiere wiederfinden

 

Die Tierflüsterin schildert: „Schwierig ist es, mit vermissten Tieren zu kommunizieren. Bei einer vermissten Katze sah ich Bilder, als ob ich durch ihre Augen schauen würde. Dadurch konnte ich den Weg, den das Tier zurückgelegt hatte, rekonstruieren. Wir fanden die Katze auch, leider war sie bereits verstorben. Das kann ich aber in den Gesprächen mit den Tieren nicht feststellen, da die Tiere es meist selbst nicht wissen.“

Hoch kann mit jedem Tier sprechen. Jedoch macht sie das nie ohne die Einwilligung des Tierhalters. Wenn man mit jedem Tier sprechen kann, bringt man es dann überhaupt noch übers Herz,  ein Tier zu essen? Die Tierflüsterin hat auch schon mit Schlachttieren gesprochen. „Die Schlachttiere, mit denen ich sprach, haben kein Problem damit, Schlachttiere zu sein, denn sie sehen es als ihre Bestimmung an. Jedoch ist der Umgang mit ihnen, auch das frühe Wegnehmen der Jungen von der Mutter, ein großes Problem für die Tiere“, berichtet die Nicht-Vegetarierin.

 

„Schlachttiere haben kein Problem damit, Schlachttiere zu sein“

 

Katja Hildebrand aus Mulfingen hat Hoch schon mehrmals darum gebeten, mit ihren Pferden und dem Hund zu sprechen: „Es ist einfach nur krass. Sie hat meine Tiere charakterlich genau so beschrieben, wie sie sind und das, obwohl Frau Hoch meine Tiere nicht kennt. Man kann so etwas nicht erklären. Es ist rational auf einer ganz anderen Ebene.“ Hildebrand ist davon überzeugt, dass Tiere uns viel zu sagen haben, wir Menschen aber nicht hinhören.

„Nicht alle Fragen können beantwortet werden, weil wir menschliche Fragen mit menschlichen Anforderungen stellen und manchmal einfach nur Antworten aus der Tiersicht bekommen“, schildert Hildebrand.

 

Tierkommunikation lernen

Die Grundlagen der Tierkommunikation kann man bei Alexandra Hoch lernen. Die Teilnehmer lernen in dem Seminar unter anderem, wie diese Form der Kommunikation funktioniert, wann man Tierkommunikation einsetzen und was man damit erreichen kann. Auch, was man grundsätzlich vermeiden sollte, wird thematisiert. Weitere Programmpunkte: verschiedene Übungen (entspannen, reinigen, erden, abgrenzen, öffnen) sowie Entdecken der Telepathie: Übung von Mensch zu Mensch.

Die Kosten des Seminars liegen bei 250 Euro pro Teilnehmer.

Kontakt:

Alexandra Hoch, Mulfingen.

Telefon: 07938/278




Mitgefangene von Elisabeth S. erhebt schwere Anschuldigung

Am zweiten Verhandlungstag des Prozesses gegen Elisabeth S., am 30. November 2018, die um 13.30 Uhr startete, wurden vier Zeugen befragt: die Notärztin, der Notarztwagenfahrer und der Rettungssanitäter. Auch eine Mitgefangene von Elisabeth S. der Justizvollzugsanstalt in Schwäbisch Gmünd wurden in den Zeugenstand gerufen.Die Aussage einer Auszubildenden des Rettungssanitäters wurde verlesen.

Die Notärztin schilderte, dass  der Notruf um 10.38 Uhr einging. Um 10.40 Uhr seien sie vor Ort gewesen, da der Einsatzort nicht weit von der Rettungsleitstelle entfernt gewesen sei. Als sie eintraf, betrat die Notärztin als erste das Haus. Sie sah eine Frau über einem zierlichen Menschen am Boden kniend. Erst als sie sich zu der Mutter Susanne T. gesetzt hatte und sie sanft zur Seite schob, konnte sie den Jungen am Boden liegen sehen. Anhand der Stellung der Arme des Jungen erkannte die Notärztin, dass die Leichenstarre schon eingesetzt haben musste. „Wir konnten für Ole nichts mehr tun“, schildert sie. „Der Vater hat von sich aus angefangen zu erzählen und hat alles geschildert. Die Mutter von Ole konnte kaum etwas sagen.“ Der Vater soll laut der Notärztin realisiert haben, was passiert ist, da er immer wieder laut gerufen habe: „Was ist hier los? Wieso liegt mein Ole in der Badewanne? Wo ist die Frau S.?“

Bei Hofgang gesteht Elisabeth S. angeblich alles

Die Mitgefangene von Elisabeth S. erhob schwere Anschuldigungen gegen Elisabeth S.. Elisabeth S. soll der Mitgefangenen während eines Hofganges auf Nachfrage hin erzählt haben, dass sie den Jungen erwürgt haben soll.

Als die Mitgefangene nach den Angaben zur eigenen Person angab, zwei oder drei mal verurteilt worden zu sein,korrigierte Richter Roland Kleinschroth die Zeugin dahingehend, dass sie schon das fünfte Mal verurteilt wurde. Auf die Frage hin, ob sie wüsste, weswegen sie fünf mal verurteilt wurde, konnte sie nur ihr letzte Straftat, unerlaubtes Handeln und unerlaubte Einfuhr von Betäubungsmitteln- auflisten. Bezüglich der weiteren Straftaten sagte sie: „Es ist schon lange her. Ich weiß es nicht mehr.“

Zweifelhafte Zeugin

Die 27-jährige Mitgefangene gab im Zeugenstand an, dass ihre Mitgefangenen im Fernsehen den Fall von Elisabeth S. gesehen haben und ihr dann davon erzählt hätten. Im Juli 2018 habe sie bei einem Hofgang Elisabeth S. angesprochen, warum sie ein Kind getötet habe: „Sie war eiskalt und sagte: Wenn ich das Kind nicht haben kann, dann soll es keiner haben.“ Die Zeugin soll Elisabeth S. darauf hin beleidigt haben und bekam ein Disziplinarverfahren. In der Aussage des Disziplinarverfahrens sagte die Mitgefangene aus, sie habe den Fall im Fernsehen gesehen und deshalb Elisabeth S. angesprochen. Richter Kleinschroth hat die Zeugin daraufhin auf die Unstimmigkeit aufmerksam gemacht, dass sie zunächst ausgesagt hat, dass sie den Fall aus dem Fernsehen kenne, nun jedoch ausgesagt hat, dass Mitgefangene ihr von dem Fall erzählt hätten. Er fragte sie, was davon nun stimme. Die Antwort: „Ich weiß es nicht mehr.“ Laut der Zeugin soll Elisabeth S. ihr gegenüber geäußert haben, dass Kind „erwürgt“ zu haben. So teilte sie es dem Polizeibeamten mit, der ihre Aussagen mit einem Diktiergerät aufgenommen habe. Im Zeugenstand beharrte sie jedoch darauf, das Wort „erwürgt“ nie gesagt zu haben. In der Polizeiaussage steht auch, das Elisabeth S. die 27-Jährige angegrinst haben soll, als sie es erzählte. Als der Richter die Mitgefangene fragte, ob Elisabeth nun gegrinst habe oder eiskalt war, antwortete sie: „Ich weiß es nicht mehr.“  Auch die Frage, ob sie jemandem von der Unterhaltung mit Elisabeth S. erzählt habe, konnte sie nicht beantworten.

Die Zeugin wurde vom Richter mehrfach darauf hingewiesen, sich strafbar zu machen, wenn sie eine Falschaussage macht. Sie blieb bei ihrer Aussage vor Gericht.

Die Zeugin wurde aus Fürsorge nicht vereidigt.

 

 

 




Achtung: Grüner Rechtsabbiegepfeil ist weg

Seit einigen Tagen fehlt an der Ampel an der Wertwiesenkreuzung in Künzelsau der grüne Rechtsabbiegerpfeil. Wieso? GSCHWÄTZ hat beim Landratsamt des Hohenlohekreises nachgefragt. War es ein versehen beim Umbau des Bürgersteiges? Nein!

Sascha Sprenger vom Landratsamt des Hohenlohekreises erklärt, dass im Bereich der B19, Hauptstraße und Wertwiesen in Künzelsau derzeit eine neue Ampelanlage und die Übergänge von den Bürgersteigen behindertengerecht umgebaut werden. Die neue Ampelanlage sei unter anderem mit einer akustischen Signalanlagen und Rillensteinen für Sehbehinderte ausgestattet. Dafür musste aber der grüne Rechtsabbiegerpfeil, an der Kreuzung von den Wertwiesen kommend, weichen.

Die behindertengerechte Ampelanlage soll unter anderem mit akustischen Signalanlage und Rillensteinen für Sehbehinderte ausgestattet sein.
Foto: GSCHWÄTZ

Aktuell (02. November 2018) ist noch kein akustisches Signal an der Ampel, an den Wertwiesen, vorhanden. Redakteurin Nadja Fischer fiel beim warten an der Ampel auf, dass einige Autofahrer aus Gewohnheit trotz roter Ampel rechts abbiegen. Der grüne Rechtsabbiegepfeil wurde entfernt damit sehbehinderte Fußgänger ohne Gefahr die Straße überqueren können.

„Um nun eine Aufstauung von Pkw vom Parkplatz Wertwiesen zu vermeiden, wurde die Grünphase dieser Ampelanlage von 9 auf 19 Sekunden mehr als verdoppelt. Sollte dies nicht ausreichen, wird bei Bedarf noch nachjustiert“, so Sprenger.

Trotz roter Ampel ignorieren einige Autofahrer aus Gewohnheit das rote Ampelsignal.
Foto: GSCHWÄTZ




Offener Brief an Bürgermeister Bauer

Am Dienstag, den 16. Oktober 2018, bekamen Ingelfinger Bewohner Post. Sonnhild Sawallisch von „Baden-Württemberg wacht“ schrieb einen offenen Brief an den Bürgermeister der Stadt Ingelfingen, Michael Bauer. Der Brief wurde in Ingelfinger Briefkästen verteilt.

Sawallisch verweist in ihrem Brief darauf, dass es mehr Straftaten seit Beginn der Flüchtlingswelle gäbe und zählt Straftaten auf, die von Flüchtlingen deutschlandweit begangen worden seien.

Gegen Ende des Briefes möchte Sawallisch von Bauer wissen, wie er Folgendes sicherstellen könne oder ob Maßnahmen vorgesehen sind. Nun folgt ein Ausschnitt des Briefes von Sawallisch an Bauer:

 

 

 

Hier sehen Sie den kompletten zweiseitigen Brief von Sawallisch an Bauer:

Offener Brief an den Bürgermeister der Stadt Ingelfingen Herrn Bauer.
Foto: Gschwätz

Offener Brief an den Bürgermeister der Stadt Ingelfingen Herrn Bauer.
Foto: Gschwätz

Der Kopf des Briefes trägt den Namen „Baden-Württemberg wacht. Für unsere Kinder – Für unsere Zukunft“. Wir haben Sawallisch per E-Mail unter anderem gefragt, ob sich hinter dieser Bezeichnung ein Verein verbirgt. Ein Statement von Sawallisch steht momentan noch aus. Auf der Internetseite von „Baden-Württemberg wacht“ steht im Impressum Sonnhild Sawallisch als Verantwortliche.

Ingelfingens Bürgermeister Michael Bauer hat uns in einer ersten Stellungnahme zu dem Brief wissen lassen, dass er Frau Sawallisch bereits geantwortet hat. Wie diese Antwort ausgefallen ist und ob er sich von dem Inhalt des Schreibens distanziert, ist unserer Redaktion bislang noch nicht bekannt. Sobald wir eine Antwort erhalten, werden wir diese zeitnah veröffentlichen.

 




Öl geht aus …und keinen interessiert’s

Ein Kommentar von Nadja Fischer zum Öl-Engpass wegen der anhaltenden Dürre

 

Ohne Sprit wäre mein Leben ganz anders. Ich wüsste nicht, wie ich zur Arbeit kommen sollte. 50 Kilometer sind es jeden Tag hin und zurück. Das Fahrrad wäre eine Option, im Winter aber gewöhnungsbedürftig. Öffentliche Verkehrsmittel? Auch ein Bus braucht Sprit, genauso wie ein Zug. Wie heize ich meine Wohnung, wenn ich kein Heizöl mehr habe? Vielleicht werden dann bald in Deutschlands Gärten Tonnen mit Brennholz aufgestellt, um sich daran zu wärmen. Bilder von afrikanischen Slums kommen einem dabei in den Sinn. Ich überlege jetzt schon, ob ich mich wohl mit Fleece- und Outdoor-Klamotten eindecken sollte, um nicht zu erfrieren. Sollte man einen Überlebenskurs belegen, indem man lernt, selbstständig sein Essen zu jagen, Würmer zu essen und Feuer zu machen? Dann kann man voller Stolz sagen: Damals, als in der AVIA Tankstelle in Gaisbach der Sprit ausging und der Anfang vom Ende begann, wusste ich, was auf uns zukommen wird.
Ach naja, solange ich mich auf meinem Sofa in einem Schlafsack einkuscheln und ich netflixen kann – hey, dann ist doch alles im Lot.

 




Wie seriös ist Wikipedia?

Fast jeder nutzt heutzutage Wikipedia, um etwas nachzuschlagen oder nachzulesen. Aber wie seriös sind diese Einträge wirklich? Kann jeder einfach so einen Eintrag veröffentlichen? Wer prüft das nach? Das haben wir uns gefragt und selbst einen Eintrag für die Online-Enzyklopädie Wikipedia mit der Überschrift „GSCHWÄTZ – Das Magazin“ verfasst.

Nach einer Stunde steht der Artikel

Internetseite aufrufen und dann geht’s direkt los. Naja, nicht ganz so schnell. Als erstes muss man ein Benutzerkonto anlegen. Dazu benötigt man einen Benutzernamen und ein Passwort und sofort ist man startklar. Zunächst muss man sich als Wikipedia-Neuling die acht Schritte durchlesen, wie man einen neuen Wikipedia-Eintrag gestaltet.

Durch unsere WordPress-Kenntnisse [Anm. d. Red.: WordPress ist eine Software, um etwa Internetseiten zu gestalten] war es für uns logisch, was man anklicken muss, um eine Überschrift, eine Zwischenüberschrift oder eine Aufzählung zu gestalten. Für alle Nicht-Wordpress-Kenner dürfte das etwas schwieriger sein, aber kein Hexenwerk. Nach etwa einer Stunde steht der Text über GSCHWÄTZ und sieht layouttechnisch mit den Zwischenüberschriften ganz gut aus. Anschließend würden wir gerne das Titelblatt der ersten Ausgabe von November 2016 hochladen und dem Text beifügen. Foto betitelt und hochgeladen, aber jetzt sagt Wikipedia uns, dass wir nur ein Foto hochladen können, das wir selbst mit einer Kamera fotografiert haben. Da es sich aber um ein jpeg-Format handelt, das zuvor ein pdf war, wird das Bild nicht angenommen. Somit müssen wir Wikimedia Commons nutzen. Darum kümmern wir uns aber später.

Die Antwort kommt prompt

Der Artikel wird erst einmal ohne Foto veröffentlicht. Man lehnt sich in seinem Bürostuhl zurück und ist mit ein bisschen Stolz erfüllt, da man etwas bei Wikipedia veröffentlicht hat. Einige Stunden später möchten wir uns wieder dem Foto-

Problem widmen. Aber unser Wikipedia-Eintrag wurde gelöscht. Warum? Der Grund: Das Artikelthema sei laut Wikipedia für eine Enzyklopädie nicht relevant.

Unser Eintrag wird gelöscht

Wir schreiben dem Administrator, der unseren Eintrag gelöscht hat, und fragen nach. Immerhin haben andere Zeitungen und Magazine schließlich auch einen Wikipedia-Eintrag. Der in der Nähe von Lüneburg ansässige Admin antwortet genauso schnell, wie er unseren Eintrag gelöscht hat. Seine Antwort: Das Magazin erfüllt die von Wikipedia festgelegten Bedingungen für eine Zeitung und Zeitschrift nicht. Das Magazin GSCHWÄTZ fällt durchs Raster. Es ist weder eine überregionales Druckmedium, noch ist eine Lokalausgabe einer Tageszeitung.

Schnelle Reaktion von Wikipedia

Fazit: Jeder kann einen Beitrag über ein Thema veröffentlichen. Aber ob der Eintrag länger als ein paar Stunden auf Wikipedia bleibt, weiß man vorher nicht. Sobald ein Admin den Eintrag nicht für enzyklopädisch relevant hält, wird dieser gelöscht.

Die Spielregeln hierfür bestimmt Wikipedia. Inhaltlich geprüft wurden unsere Angaben nicht. Aber vielleicht wäre das im nächsten Schritt geschehen. Grundsätzlich positiv überrascht hat uns, dass Wikipedia so schnell bei Neueintragungen reagiert.




Künzelsauer und Forchtenberger Projekte gewinnen Award in Bonn

Die Projekte LiF (Lernen in Forchtenberg) und ELSA (Eltern-Schüler-Angebot in Künzelsau) haben am Mittwochabend, den 10. Oktober 2018, in Bonn den Demografie Exzellenz Award in der Kategorie „helfen und coachen“ gewonnen. Das Besondere an den beiden Projekten ist, dass es um eine Kleinbetreuung handelt. Auf drei Kinder kommt ein Lernbegleiter. „Das Ziel ist, Kinder vor dem Schulversagen zu bewahren und das nicht erst, wenn es zu spät“, erklärt Marion Hannig-Dümmler, die Organisationsentwicklerin des Kreisdiakonieverbandes. Kinder von verschiedenen Schularten der Klassenstufe eins bis fünf sind willkommen. „Die Kinder brauchen keine Angst zu haben und sollen auf das Gymnasium gehen. Wir sind auch noch in der fünften Klasse für sie da“, so Sozialpädagogin Hannig-Dümmler. „Bei der Hausaufgabenbetreuung werden auch Kinder aufgenommen, die zum Beispiel einfach nicht gerne zu Hause mit den Eltern lernen.“

„Es war, wie wenn man einen Oskar verliehen bekommt“

Die Sozialpädagogin hat von dem Demografie-Exzellenz-Award gelesen und eine Bewerbung für die Projekte LiF und ELSA eingereicht. Dass sie tatsächlich den Award gewonnen haben war ein Gänsehautmoment für sie: „Es war, wie wenn man einen Oskar verliehen bekommt. Mein Team und ich haben fast zehn Jahre all unser Herzblut in das Projekt gelegt und der Award war eine Wertschätzung von ganz oben – vor allem auch eine Wertschätzung für das über 30-köpfige Team der ehrenamtlichen Lernbegleiter.“

LiF und ELSA gewinnen einen Award in Bonn. Annerose Häuser und Marion Hannig-Dümmler (rechts). Foto: privat

„Und da kam der große AHA-Effekt bei den Kindern“

Die ehrenamtlichen Lernbegleiter sind zwischen 16 und 75 Jahre alt und jeder hat eine andere Lebenslinie – darunter sind pensionierte Bankdirektor oder Studenten. „Die Kinder bauen eine starke Bindung zu den Lernbegleitern auf. Die Lernbegleiter erzählen natürlich auch von ihrer Schulzeit und auch davon, dass man selbst in der Schulzeit vielleicht mal eine fünf bekommen hat“, verdeutlicht die Projektleiterin. Auch die sFragen, die die Kinder stellen, bleiben bei den Lernbegleitern hängen, etwa: „Drei mal vier – wieso soll ich mir merken? Man braucht es ja nie wieder im Leben.“ So entstand die Idee, mit den Kindern Betriebe zu besuchen. Ein Bäcker und auch ein Goldschmied brauchen zum Beispiel ihr Grundschulwissen. „Wie zum Beispiel beim Umgang mit einem Messbecher“, erklärt Hannig-Dümmler. „Und da kam dann der große AHA-Effekt bei den Kindern, denn man kann nicht alles am Computer machen.“

Der Schirmherr der Projekte ist der Kreisdiakonieverband. ELSA hat die Berner Stiftung und Merlin Forchtenberg als Sponsoren und die Stadtverwaltung Künzelsau sorgt für die Räumlichkeiten. LiF wird von der Kriwan Stiftung, Merlin Forchtenberg und der Stadtverwaltung Forchtenberg gesponsert.

Mehr Informationen

LiF: Anmeldebögen liegen in den Schulen aus

ELSA: Anmeldungen über die Internetseite https://www.kreisdiakonieverband-hohenlohekreis.de/angebote/hausaufgabenhilfe/ möglich.

Kosten: 2,50 Euro pro Kind, bei sozial benachteiligten Familien kann der Betrag auf einen Euro reduziert werden.