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Transnet kann „Vorwürfe der Interessensgemeinschaft nicht nachvollziehen“

Die Riesenbatterie, die in Kupferzell von TransnetBW, einer Tochter von EnBW, in absehbarer Zeit gebaut werden soll, sorgt für mächtig Ärger in Kupferzell selbst. Eine Interessensgemeinschaft hat sich gebildet, die Widerstand gegen den so genannten Netzbooster leisten möchte (wir berichteten). Nun nimmt Transte gegenüber GCHWÄTZ Stellung zu den Kritikpunkten der Interessensgemeinschaft. Die Fragen im Namen von TransnetBW beantwortete Annett Urbaczka, Leiterin der Unternehmenskommunikation. Die Fragen stellte unsere GSCHWÄTZ-Redakteurin Sonja Bossert.

„Wir sind im Dialog mit der Gemeinde“

GSCHWÄTZ: Bürger bemängeln eine Intransparenz bei dem Verfahren. So sagt zum Beispiel die Interessengemeinschaft Ein Herz für Hohenlohe: „Es ist von Anfang an unheimlich viel im Dunklen, still, heimlich und leise hinter verschlossenen Türen verhandelt worden“. Können Sie solche Aussagen nachvollziehen? Wann wurde das erste Mal öffentlich darüber gesprochen/ kommuniziert mit den Bürgern der Gemeinde?

TransnetNW: Die Vorwürfe der Interessensgemeinschaft können wir nicht nachvollziehen. Seitdem im Netzentwicklungsplan (NEP) das Netzbooster-Konzept und der Standort Kupferzell bekannt gemacht wurden, sind wir im Dialog mit der Gemeinde und haben uns in den Gremien den Fragen gestellt. (Anfang 2019). Darüber hinaus wurde ein gemeinsamer Ausschuss beschlossen, er hat seine Arbeit im Juli aufgenommen. Dem Ausschuss gehören Gemeinde- und Bürgervertreterinnen und –vertreter an. Wir informieren umfangreich und transparent. Der Netzbooster wurde zum ersten Mal in Zusammenhang mit der Veröffentlichung des ersten Entwurfs des NEP 2030, Version 2019 kommuniziert (Anfang Februar 2019). In diesem NEP war erstmals die Möglichkeit aufgenommen worden, durch eine innovative Netzstabilitätsanlage die Auslastung des bestehenden Netzes zu optimieren und somit den zusätzlichen Netzausbau begrenzen zu können. Im Rahmen der Veröffentlichung sind wir bereits auf die Gemeinde beziehungsweise den Bürgermeister mit einer ersten Information zugegangen und boten an, nach Kupferzell zu kommen und die Gemeinde zu informieren.

GSCHWÄTZ: Wann hat die TransnetBW beschlossen, dass der Netzbooster nach Kupferzell kommt?

TransnetBW: Anfang Februar 2019, als der erste Entwurf des NEP Anfang veröffentlicht wurde.

GSCHWÄTZ: Warum wurde Kupferzell ausgewählt?

„Kupferzell als der geeignetste Standort“

TRansnetBW: Unter mehreren untersuchten Standorten hat sich der Standort Kupferzell aus netztechnischer Sicht als der geeignetste erwiesen. Das Übertragungsnetz im Bereich des Netzknotens Kupferzell ist schon heute hoch ausgelastet. Diese Belastung wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Ein Netzbooster kann hier eine hohe Wirksamkeit entfalten.

Das Pilotprojekt soll zunächst auf spezifische Leitungen nördlich von Kupferzell wirken. Die Pilotphase wird aber auch für Weiterentwicklungen genutzt, um z.B. weitere Leitungen mit einzubeziehen. Der Netzknoten Kupferzell ist durch seine Anbindung Richtung Norden, Westen und Süden sowohl für ein Pilotprojekt als auch für ein Gesamtkonzept, in dem mehrere Netzbooster-Anlagen zusammenwirken, besonders geeignet.

Der Netzbooster soll in Zeiten hoher Netzauslastung bei Fehlern solange das System entlasten, bis der der Engpass durch Eingriffe der Systemführung gezielt behoben werden kann, wie bspw. Schaltmaßnahmen sowie der Einsatz von Kraftwerken.

„Wir nehmen die Sorgen der Bürger sehr ernst“

GSCHWÄTZ: Kann TransnetBW die Bedenken der Bürger verstehen in Bezug auf die Sicherheit?

TransnetBW: Wir nehmen die Sorgen der Bürger sehr ernst und suchen daher auch den Austausch, beispielsweise im oben genannten Ausschuss.

Führt ein derartiger Booster zu einer erhöhten Strahlenbelastung?

GSCHWÄTZ: Führt ein derartiger Booster zu einer erhöhten Strahlenbelastung?

TranstnetBW: Die Anlage wird so gebaut, dass die Werte der entstehenden elektromagnetischen Felder durch verschiedene Maßnahmen so reduziert werden, dass sie unterhalb aller gesetzlichen Grenzwerte liegen. Das stellen wir durch Studien und Simulationen sicher.

GSCHWÄTZ: Wo stehen weitere vergleichbare Booster in Deutschland / weltweit?

TransnetBW: In der Bundesrepublik betreibt die STEAG mehrere Batterieanlagen mit rund 90 MW zur Sicherstellung der Stromversorgung, zum Beispiel bei Ausfällen oder Lastspitzen, icht der Höherauslastung der Netze. Im Netzentwicklungsplan ist der Bau weiterer Anlagen in den Regelzonen der anderen Übertragungsnetzbetreiber vorgesehen.

GSCHWÄTZ: Wann soll das Projekt umgesetzt werden in Kupferzell?

TransnetBW: Der Netzbooster soll Anfang 2025 in Betrieb gehen, Baubeginn ist für das Jahr 2023 geplant.

 

Birgit Kühnle und Peter Hamann von der Interessengemeinschaft „Ein Herz für Hohenlohe“ lehnen die Riesenbatterie ab. Foto: GSCHWÄTZ

Hier soll der Netzbooster gebaut werden.

 




Kontaminiertes Grundwasser in Künzelsau

Auf dem alten Gelände der Firma Stahl in Künzelsau – direkt neben dem Kaufland und jetzt als Parkplatz genutzt – soll laut bisherigen Planungen das neue Landratsamt gebaut werden. 2003 hatte die Stadtverwaltung Künzelsau das Gelände erworben – sämtliche Altlasten mit eingeschlossen.

Nun zeigt sich: Der Boden des Bergstraßen-Areals ist stark kontaminiert. Wie Helen Bühler von der Stadtverwaltung Künzelsau auf GSCHWÄTZ-Anfrage schreibt, wurde „das seinerzeit bebaute Grundstück der Firma Stahl von der Stadtverwaltung Künzelsau bereits in Kenntnis der Bodenverunreinigungen erworben“. Das sei auch beim Kaufpreis berücksichtigt worden. 

Übergangslösung, um das Wasser zu reinigen

Es gebe zwei stärker kontaminierte Bereiche, die zunächst mit einer Zwischenlösung angegangen werden sollen. „Bis zur endgültigen Entfernung werden wir diese Bereiche mit einer Übergangslösung in den Griff bekommen. Bei der Übergangslösung wird das Wasser über Aktivkohlefilter gereinigt. Die endgültige Beseitigung der Kontaminierung erfolgt im Zuge einer Baumaßnahme“, so Bühler weiter.

Im Herbst soll damit begonnen werden

Auswirkungen auf das Grundwasser sollen über die Übergangslösung behoben werden. „Das aus zwei Sanierungsbrunnen geförderte Grundwasser wird über eine in einem Container frostsicher untergebrachte zweistufige Wasseraktivkohleeinheit abgereinigt“, so Helen Bühler in ihrer Antwortmail. „Die Reinigungseinheit besteht aus zwei Aktivkohlegebinden mit einem Volumen von je 0,5 Kubikmeter. „Sobald der behördlich vorgegebene Ableitwert am Ausgang der Anlage überschritten wird, erfolgt ein Austausch der Aktivkohlegebinde mit frischer Aktivkohle.“

80.000 Euro Kosten

Mit dieser Übergangslösung soll im Herbst 2020 begonnen werden. Sie wird 80.000 Euro kosten und von der Stadtverwaltung Künzelsau getragen werden. In seiner jüngsten Sitzung stimmte der Gemeinderat dieser außerplanmäßigen Ausgabe und der Auftragsvergabe an CDM Smith mehrheitlich mit 15 Zustimmungen und drei Gegenstimmen zu. 

Mit dem Neubau des Landratsamtes soll auch eine endgültige Lösung des Problems kommen

„Ob und wann“ mit dem Neubau des Landratsamtes begonnen werde, sei aber laut Bühler eine Kreistagsentscheidung.

Text: Sonja Bossert

Auf der Freifläche neben dem Kaufland soll das neue Landratsamt gebaut werden. Der Boden ist kontaminiert. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

Kaufland in Künzelsau.
Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

 




Weg vom Schmuddel-Image

Beim Thema Hanf denken die meisten Menschen sofort an Kiffen und Hasch-Kekse, an Party und einen ordentlichen Rausch. Dass Hand eine uralte Kulturpflanze ist, früher als Heilmittel und in der Textilproduktion verwendet wurde, wissen die wenigsten. Florian Hertweck und seine Frau Nicole Vogt bauen seit 2018 Hanf auf ihrem Hof auf den Hochholzhöfen bei Ingelfingen an. Bei einem Urlaub in Amsterdam hätten sie auch das Hanfmuseum besucht und dort entdeckt, wie vielseitig Hanf sei. „Wir waren auf der Suche nach Alternativen zu Getreide und Co“, sagt der 34-Jährige. Gemeinsam entwickelten sie die Idee, die alte Kulturpflanze in Bioqualität anzubauen und selbst zu vermarkten. Zunächst auf rund drei Hektar, in diesem Jahr auf fünf Hektar Ackerfläche – „die Nachfrage ist da“, auch wenn sie das Ganze bisher eher als Hobby betrachten.

Hanfauto von Henry Ford

Hanf kannten bereits die alten Wikinger, die daraus Seile drehten. Henry Ford hatte ein Hanfauto entwickelt und dieses sogar mit Hanföl betankt. „Bis vor 100 Jahren war Deutschland hier schon eindeutig weiter“, bedauert Florian Hertweck. Das schlechte Image von Hanf entstand erst, als er zu Drogenzwecken hochgezüchtet wurde. Der Textil- und Alkoholindustrie war er ein Dorn im Auge. Schließlich wurde der Anbau 1929 in Deutschland verboten. Erst seit 1996 darf er in Deutschland und nur unter strengen Auflagen wieder angebaut werden.

„Die Ernte ist das Anspruchsvolle, alles andere ist eigentlich einfach.“

Gedroschen wird der Hanf von Hertweck selbst, die Samen gibt er zur Verarbeitung weiter. Damit die Samen zu 99,9 Prozent rein und frei von anderen Stoffen sind, lässt die junge Familie ihren Hanf reinigen und schälen. „Dann lassen wir daraus Öl pressen, Mehl mahlen und Knabberhanf, der besonders beliebt ist, herstellen“, erzählt der junge Mann. Vieles entstehe in Handarbeit. „Die Ernte ist das anspruchsvolle, alles andere ist eigentlich einfach“, so Hertweck weiter.

Vielseitige Verwendbarkeit

Hanf ist vielseitig einsetzbar. Die Nudeln stellt die Firma Specht aus Orendelsall her. „Er kann allerdings nicht anderes Mehl zu 100 Prozent ersetzen, weil ihm der Kleber fehlt“, sagt Nicole Vogt. „Deshalb sind unsere Nudeln aus Dinkel mit 20 Prozent Hanfmehl-Anteil.“ Dazu haben sie Seife und Lippenbalsam imt Angebot. „Die trocknen Hände und Lippen nicht so aus wie herkömmliche Produkte“, sind die beiden überzeugt. Hanföl könne außerdem als Rasierwasser und in Cremes verwendet werden und so die Haut geschmeidiger machen.

„Unsere Kundschaft ist sehr vielfältig.“

Abnehmer gibt es zuhauf: Verkauft werden die Hanfprodukte bei BAGeno in Ingelfingen und Bad Mergentheim, bei der BAG Hohenlohe in Öhringen, Bretzfeld und Schwäbisch Hall, im Dorfladen Jagsthausen, beim Raiffeisenmarkt Schrozberg, über Haun Catering in Krautheim, zwei Dorfläden oder auch direkt an der Haustür. „Unsere Kundschaft ist sehr vielfältig“, sagt der zweifache Familienvater. „Von jung und neugierig bis älter und gesundheitsbewusst ist alles dabei.“

„Der Anbau von hanf ist anzeigenpflichtig.“

Bevor sie in den Hanfanbau einsteigen konnten, mussten die Eheleute einige Formalitäten erledigen. „Der Anbau von Hanf ist anzeigenpflichtig“, berichtet der ebm-papst-Mitarbeiter. „Wir müssen die Original-Saatgutetiketten einreichen, angeben, wann und wieviel wir gesägt haben und wann unser Hanf blüht.“ Dann nimmt das Amt für Ernährung Stichproben und erst, wenn alles okay ist, gibt es eine Erntegenehmigung.

„Einen Rausch bekommt da keiner“

Dabei hat der Hanf der Familie gar keine berauschende Wirkung mehr. „Der hat weniger als 0,2 Prozent THC-Gehalt“, sagt Nicole Vogt. „Das reicht vielleicht für eine beruhigende Wirkung, aber einen Rausch bekommt da keiner.“ Außerdem sei der Kifferstoff sowieso nur in den Blüten zu finden. Das hätten bestimmt auch schon jene Zeitgenossen bemerkt, die sie dabei beobachten konnten, wie sie auf der Suche nach einem Rausch ein paar Blätter von ihrem Acker abzwackten. „Diese Leute waren bestimmt enttäuscht“, amüsiert sich das Paar.

Jede Menge gesunder Inhaltsstoffe

„Theoretisch könnte durch Verunreinigung eine geringe Menge mehr THC drin sein“, so Florian Hertweck. Aber bis jetzt sei sein Hanf sogar immer unter dem Grenzwert geblieben. Dafür habe der Hanf jede Menge gesunder Inhaltsstoffe: von vielen B-Vitaminen über ungesättigte Fettsäuren bis hin zu Gammalinolsäure sei alles vorhanden. Und das in einem idealen Verhältnis und optimal für den Menschen aufnehmbar. Hinzu komme: „Hanf ist eigentlich wie ein Unkraut völlig anspruchslos“, so Nicole Vogt. Die 29-Jährige ist hellauf begeistert von der alten Kulturpflanze. „Hanf wäre eine Alternative zu Baumwolle, weil dafür keine Pestizide und viel weniger Wasser eingesetzt werden müssen“, so die junge Mutter. Er könnte also eine Rettung beim Klimawandel sein.

„Wir wollen den Menschen die Vielseitigkeit von Hanf wieder näher bringen“

Jetzt stehen sie auf ihrem Feld zwischen den Hanfpflanzen und auch Söhnchen Ben ist vorne mit dabei. Schon der Kleine mag Hanf, vor allem die Nudeln hätten es vielen Kindern angetan. Der Hanf ist ungefähr hüfthoch. Doch könne die Pflanze je nach Sorte bis zur 4,50 Meter hoch werden. „Das ist dann Faserhanf für die Textilproduktion“, so Nicole Vogt. Ihnen aber käme es ausschließlich auf die Samen an, deshalb dürfen diese Pflanzen auch niedriger sein. Doch noch etwas anderes motiviert die beiden: „Wir wollen den Menschen die Vielseitigkeit von Hanf wieder näher bringen“, sind sie sich einig. Weg vom Drogen-Image hin zur Geschichte einer uralten Pflanze, die in so manchen Kulturkreisen als heilig galt.

Text: Sonja Bossert

 

 

Aus Hanf lassen sich von Öl, Knabbereien und Nudeln bis hin zu Lippenbalsam die vielfältigsten Produkte herstellen. Fotos: GSCHWÄTZ

 

Die Familie beliefert die verschiedensten Läden, verkauft ihre Produkte aber auch an der heimischen Haustür.

 

Hanf ist eine der ältesten Kulturpflanzen.




„So ein Kühlschrank ist schon eine Anschaffung“

„Immer mehr Leute legen Wert auf hohe Qualität und eine gute Verträglichkeit der Produkte“, sagt Renate Stier, die mit ihrem Mann und den drei Töchtern einen Bio-Demeterhof in Dörzbach-Hohebach betreibt. Deshalb hat sie sich jetzt etwas Neues einfallen lassen: Seit Anfang August 2020 steht hinter der Bushaltestelle an der Kirche in Hohebach direkt an der B19 ein Kühlschrank – liebevoll Stier-o-mat genannt – mit dessen Hilfe sie ihre Produkte direkt an den Mann oder die Frau bringen möchten. Die Fleisch- und Wurstwaren vom eigenen Limpurger Weiderind tragen so klangvolle Namen wie „Männerkramm“, „“Beef im Glas“ oder „Ochsen-Glück“. Mithilfe eines Drehtellers können sich die Kunden ihre Waren aussuchen. Bezahlt wird mit Geldscheinen, der Kühlschrank gibt aber Wechselgeld aus.

„Wir sind voll ins Risiko gegangen“

Das Holzhüttle, in dem der Stier-o-mat seine neue Heimat gefunden hat, hat die Familie selbst aus dem Holz einer alten Scheune gebaut. „So ein Kühlschrank ist schon eine Anschaffung“, sagt Renate Stier. Sei seien dabei voll ins Risiko gegangen, „weil man ja nie weiß, ob es geht oder nicht“. Schließlich sei Hohebach „schon ein wenig abseits vom Schuss“.

Gulasch, Eier aber auch Vegetarisches

Zurzeit bietet Familie Stier hauptsächlich Grillwaren an, ab Herbst will sie aber Wintergerichte für Eintöpfe, Gulasch oder auch Vegetarisches – und alles von der dreifachen Mutter selbst gekocht – ins Sortiment aufnehmen. Ab September – „wenn die Hühner endlich so weit sind“ – sollen auch Eier aus eigener Haltung dazu kommen. „Äbire“ – ganz klar Kartoffeln – aus eigener Produktion vervollständigen das Angebot. Das Wurstsortiment besteht ausschließlich aus Rindfleisch. „Deshalb ist die Wurst naturbelassen und sieht leicht grau aus, weil sie kein Phosphat beinhaltet“, sagt die gelernte Fleischereifachverkäuferin. „Dessen muss man sich bewusst sein.“

„Am besten gehen Kartoffeln.“

Einmal am Tag kommt Renate Stier zu ihrem Stier-o-mat, um das Sortiment zu kontrollieren und aufzufüllen. „Am besten gehen Kartoffeln, Salami und Bratwurst“, sagt die gebürtige Dörrenzimmernerin. Bis jetzt finden hauptsächlich Einheimische den Weg hierher. Die nächste Einkaufsmöglichkeit ist für die rund 650 Hohebacher erst in Dörzbach. Zu normalen Zeiten verkauft die Hohebacherin ihre Waren auch auf Genießermärkten. Wegen Corona finden diese aber zurzeit nicht statt.

Gaststätte „Verborgener Winkel“

Die Rinder der Familie Stier wachsen in Mutterkuhhaltung auf. Die Ochsen bleiben 36 Monate auf dem Hof, erhalten Futter aus Eigenanbau und werden dann geschlachtet, um schließlich in dem neuen Kühlschrank oder auf den Tellern der Gäste der eigenen Gaststätte „Verborgener Winkel“ (http://verborgenerwinkel.de) zu landen. Diese wiederum liegt idyllisch an der Jagst verborgen hinter hohen Hecken und zieht so manche Radlergruppe an. „Wir haben an drei Sonntagen im Monat geöffnet und für Gruppen nach Vereinbarung“, sagt Renate Stier, die auch ihre Gäste selbst bekocht. Außerhalb der Öffnungszeiten finden durstige Radler oder Wanderer einen Kühlschrank mit kalten Getränken und kleinen Snacks. E-Biker können hier außerdem ihre Akkus wieder aufladen.

Auszeichnung Hohenloher Bio-Stern 2020

Worauf Familie Stier besonders stolz ist: Sie hat für ihr Ochsenwurstsortiment einen Hohenloher Bio-Stern 2020 von der Bio-Musterregion Hohenlohe erhalten. Den bekommen nur Hohenloher Bio-Erzeugnisse mit Vorbildcharakter, die biologisch erzeugt und regional sind und außerdem einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das Limpurger Rind ist vom Aussterben bedroht und Familie Stier trägt auf ihrem Hof zur Erhaltung der alten Rasse bei. Der Stern hat nun eine Gültigkeit für zwei Jahre. Das letztendliche Ziel von Familie Stier ist ein Arche-Hof. „Wir wollen hier alte Tierrassen – also Nutztiere von früher – erhalten“, sagt Renate Stier. Was die Auszeichnung außerdem mit sich bringt: Alle ausgezeichneten Erzeuger sollen ihr Wurstsortiment im neuen Rewe in Blaufelden anbieten – ein weiteres Standbein für Familie Stier.

Text: Sonja Bossert

 

Im Stier-o-mat gibt es das Sortiment von Familie Stier: Steak, Beef im Glas bis zu Kartoffeln. Fotos: GSCHWÄTZ

Dieses Zertifikat hat Familie Stier für ihr Wurstsortiment erhalten.

 

Dieses Schild am Stier-o-mat weist Radler und Wanderer auf den „Verborgenen Winkel“ hin.

 

Hier werden durstige Radler und Wanderer fündig: Gaststätte und Biergarten „Verborgener Winkel“.

 

 




Gar keine Symptome eher untypisch – Über 83 Prozent Infizierte hatten mindestens 1 Coronasymptom

„Ihr Engagement hat die Studie zum Erfolg gemacht“, sagte Professor Dr. Lars Schaade in Richtung der Kupferzeller Bürger bei einer Pressekonferenz am Freitag, den 14. August 2020, bei der die ersten Ergebnisse der Studie, die das Robert Koch-Insitut (RKI) in Kupferzell durchgeführt hat, vorgestellt wurden.“ Die Pandemie ist nicht vorbei“, betonte der RKI-Vizepräsident. „Das Virus könnte jederzeit wieder kommen.“

Er appellierte an die Zuhörer, angesichts momentan wieder steigender Fallzahlen weiterhin die Corona-Regeln zu beachten. Eine Grundimmunität von acht Prozent – dies eine der Erkenntnisse aus Kupferzell – „bremst eine zweite Welle nicht aus“, wie Schaade in der späteren Fragerunde sagte. Außerdem habe sich gezeigt, dass nur ein Teil der Bevölkerung infiziert sei. „Dies zeigt, dass man mit den Maßnahmen einen Großteil der Bevölkerung schützt“, betonte Schaade diese „ganz wichtige Erkenntnis der Studie“.

7,7 Prozent der Kupferzeller haben eine Corona-Infektion durchgemacht

Studienleiterin Dr. Claudia Santos-Hövener stellte die ersten Eckwerte der Studie vor, die in den kommenden Wochen um weitere Ergebnisse ergänzt werden. Vom 20. Mai bis 09. Juni 2020 ließen sich genau 2.203 zufällig ausgewählte, erwachsene Kupferzeller auf eine Corona-Infektion testen. Bei 7,7 Prozent wurden positive Antikörper nachgewiesen, das heißt, sie hatten eine Infektion durchgemacht. Im Verlauf der Studien tauchten keine weiteren akuten Infektionen auf. Bei Frauen (8,7) wurden häufiger als bei Männern (6,7 Prozent) Antikörper nachgewiesen. 16,8 Prozent der positiv gestesteten Personen machten die Krankheit ohne typische Krankheitssymptome durch. Die überwiegende Mehrheit – nämlich 83,2 Prozent – hatte mindestens ein Symptom, also etwa Schnupfen, Fieber, Atemnot, Lungenentzündung oder Halsschmerzen. Die Dunkelziffer betrug 3,9 Prozent, das heißt, es wurden 3,9-mal mehr Infektionen als bekannt nachgewiesen. Bei 28,2 Prozent der Erwachsenen, die vor der Studie einen positiven Test erhalten hatten, konnten keine Antikörper mehr nachgewiesen werden. Das würde aber laut RKI nicht zwangsläufig bedeuten, dass keine Immunität besteht.

Weitere Ergebnisse in den nächsten Wochen

Weitere Ergebnisse werden in den nächsten Wochen präsentiert. Die Fragebögen, die die Teilnehmer der Studie außerdem ausfüllten, werden zurzeit noch ausgewertet. Die Daten zum Gesundheitszustand und zum Verlauf der Erkrankungen müssen ebenso noch ausgewertet werden – ebenso wie Erkennisse zum Frauen- und Männer-Anteil unter den Infizierten. Dies solle aber laut Dr. Santos-Hövener „so schnell es geht“ geschehen. Sie betonte auch, dass die Ergebnisse nur für die Hohenloher Gemeinde repräsentativ und nicht übertragbar auf andere seien. Bis jetzt gäbe es Ergebnisse für drei Gemeinden, es werden aber weitere hinzukommen. So sei man ab September in Sraubing vor Ort.

„Die Ergebnisse decken sich mit unseren Vermutungen.“

Dr. Stefan Brockmann vom Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg vertrat Sozialminister Manne Lucha. Er meinte, „die Ergebnisse decken sich gut mit unseren Vermutungen“. Vor allem die Dunkelziffer liege in der erwarteten Höhe. Die würde außerdem auch zeigen, dass in Baden-Württemberg hinsichtlich der Corona-Pandemie gut gearbeitet werde, was ihn sichtlich freute. „Die Welle hat hier in Kupferzell früh und heftig zugeschlagen“, sagte der Referatsleiter Gesundheitsschutz und Epidemiologie – genauer: am 08. März 2020 wurde der erste Fall in der Gemeinde gemeldet. Bis zum 19. Mai seien es bereits 111 gemeldete Fälle gewesen. Man hätte hier wahrscheinlich die höchste positive Rate in ganz Baden-Württemberg gehabt. Doch seither sei der Hohenlohekreis ans Ende der Liste gerutscht. Zurzeit liegt die Gesamtzahl bei 117 (Stand: 13.08.2020, Quelle: RKI).

„Die Maßnahmen greifen gut und verhindern neue Herde.“

Landrat Dr. Matthias Neth stellte die Frage, „was können wir aus der Studie mitnehmen?“. So gebe es die Erkenntnis, dass es in Kupferzell ein geschlossener Infektionskreis sei. Weitere Infektionsherde hätte das RKI nicht entdeckt. „Das heißt, die Maßnahmen greifen gut und verhindern neue Herde“, sagte Dr. Neth. Auch seien keine unbekannten Infektionsketten entdeckt worden und die Teststrategie des Landes habe weiterhin große Bedeutung. Doch gerade die asymptomatischen Fälle hätten ein gewisses Potenzial. „Die Frage ist deshalb, wie gehen wir mit Reiserückkehrern und Großveranstaltungen um?“, fragte er.

Drei Todesfälle

Bürgermeister Christoph Spieles dankte ebenfalls den Bürgern und appellierte, die bekannten AHA-Regeln weiterhin zu beachten, denn das Virus „ist real“. Er verwies bei insgesamt 117 Infizierten in Kupferzell auf immerhin drei Todesfälle.

Text: Sonja Bossert




Geständnis wirkt sich positiv aus

Das Landgericht Heilbronn fällte bereits am heutigen Donnerstag, den 30. Juli 2020, ein Urteil bezüglich des 63-jährigen Angeklagten, der seine Enkelin über Jahre in Dörzbach schwer missbraucht haben soll (wir berichteten). Ursprünglich sollte sich der Prozess bis Anfang August 2020 erstrecken.

Eine verminderte Schuldfähigkeit konnte das Gericht nicht feststellen

Danach spricht das Gericht den Angeklagten in 37 Fällen von schwerem sexuellen Missbrauch – in einem Fall in Tateinheit mit Vergewaltung – an seiner Enkelin in den Jahren 2009 bis 2012 schuldig und verurteilt ihn zu einer Haftstrafe von 5 Jahren und 6 Monaten. Der Angeklagte trägt die Kosten des Verfahrens. Eine verminderte Schuldfähigkeit konnte das Gericht nicht feststellen.

„Dem Angeklagten war das Unrecht seiner Taten bewusst“

Es habe keine Hinweise auf weitere psychiatrische Beinträchtigungen, Psychosen oder manifeste Erkrankungen gegeben. „Auch die geschilderten Verstimmungen waren nicht schwerwiegend“, so urteilte bereits der Gutachter Dr. Hans-Jörg Döring in der Hauptverhandlung. Dagegen stellte der Gutachter fest, dass dem Angeklagten „das Unrecht der Taten zu allen Tatzeitpunkten bewusst gewesen ist“ und er auch in der Lage gewesen sei, seine Handlungen zu steuern.

Opa vermeidet Blickkontakt

Auffallend war bereits zu Beginn des heutigen letzten Verhandlungstages: Während der Angeklagte den Gerichtssaal betrat, schaute die Enkelin ihren Großvater direkt an, bis dieser Platz nahm, dieser vermied den Blickkontakt mit seiner Enkelin jedoch gänzlich.

„Belastungen bleiben zeitlebens“

Leider, so der Vorsitzende Richter Liebisch bei der Begründung seines Urteils, sei dies kein untypischer Missbrauchsfall. So sei der Missbrauch an einem vermeintlichen sicheren Ort innerhalb der Familie über Jahre hinweg unbemerkt geschehen. So habe der Verurteilte das gemeinsame Rituale des Mittagsschlafes über Jahre ausgenutzt. Die Folgen seien gravierend für das Opfer, das nicht selten zeitlebens damit zu kämpfen habe. Auch die Enkelin habe daraus resultierend mit schulischen Probleme und Schlafstörungen zu kämpfen gehabt. Das Opfer schweigt oft jahrelang aus Angst, dass ansonsten die Familie daran zerbrechen könnte. Was das Opfer zunächst als vermeintlich normale Opa-Enkelin-Beziehung empfindet, kristallisiert sich im Laufe der Jahre als etwas Schlimmes heraus. Die Opfer, in dem Fall ein Kind, übernimmt die Mitverantwortung für die Taten, in dem Fall der Taten des Opas. Am Ende bleibt die Hoffnung, dass die „ganzen Belastungen weggehen, wenn der Opa stirbt“. Aber die Belastungen bleiben zeitlebens. Im Gegenteil: Das Öffentlichmachen mache zunächst einmal alles noch einmal schlimmer, da sich das Opfer noch einmal mit den Taten beschäftigen müsse.

Strafmildernd wirkte sein Geständnis

Strafmildernd habe sich das Geständnis ausgewirkt, dass der Opa in der Hauptverhandlung gemacht hat. Dadurch habe er seiner Enkelin eine Aussage vor Gericht erspart. „Bei allem, was Sie falsch gemacht haben, haben Sie doch eines richtig gemacht“, so Richter Liebisch. „Sie haben ein Geständnis abgelegt.“ Zudem sei der Lkw-Fahrer nicht vorbestraft. Dennoch habe er schwerwiegende Straftaten begangen mit gravierenden Folgen für das Opfer. Der schwere sexuelle Missbrauch erfolgte überdies ungeschützt.

Strafverfolgung einiger Taten eingestellt

Dem Angeklagten waren ursprünglich insgesamt 63 Taten zur Last gelegt worden. Die Strafverfolgung der Taten eins bis 13 und 50 bis 62 wurden jedoch auf Antrag der Staatsanwaltschaft eingestellt, da diese nicht beträchtlich ins Gewicht fielen und ohnehin im Falle eines Schuldspruchs für alle Übergriffe eine Gesamtstrafe zu bilden sei. Die Anwältin der Nebenklage betonte dazu, dass es „viele weitere Straftaten“ gebe und hatte deshalb genausowenige Einwände gegen den Antrag wie der Verteidiger des Angeklagten.

Beim Schließen der Beweisaufnahme in der Hauptverhandlung bemerkte der Vorsitzende Richter, dass weiterhin „keine Verständigung erfolgt ist“. Die Schlussplädoyers vor der Urteilsverkündung fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Text: Sonja Bossert/Dr. Sandra Hartmann




„Ich gehöre dir“

Die Sachverständige Dr. Marianne Clauß, Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie an der Uni Tübingen, war als Sachverständige in dem Dörzbacher Missbrauchsprozess (wir berichteten) vom Heilbronner Landgericht angefordert worden. Clauß erstellte ein Gutachten über das mutmaßliche Opfer, das bei dieser Untersuchung 17,6 Jahre alt gewesen sei. „Das Mädchen hat einen ordentlichen Schulabschluss, sie ist sprachlich kompetent und hat keine kognitiven Einschränkungen“, so Dr. Clauß. Sie sei also aussagetüchtig. „Sie ist in der Lage, einen Sachstand wahrzunehmen, sich zu erinnern und eine gerichtsverwertbare Aussage zu machen“, so die Gutachterin weiter. Das mutmaßliche Opfer kenne sexuelle Abläufe, habe auch Erfahrung darin, aber ihre Aussage sei gespickt mit deliktspezifischen Abläufen zwischen Opa und Enkelin. „Ich habe keine Erkenntnisse, wo sie die herhat“, erklärte die Psychiaterin. Auch im Gespräch mit ihr habe das Mädchen die Tatabläufe zeitlich nicht eingrenzen können.

„Der Opa hat den Tod verdient“

Die Aussage des Mädchens habe sich entwickelt, stimme aber mit den Angaben aus der Vorvernehmung überein. Auch der Gutachterin gegenüber erwähnte sie, dass sie sich zuerst dem Freund mitgeteilt habe, der nach der Begegnung mit dem Fremden nachgehakt habe, ob sie etwa von ihrem Opa missbraucht worden sei. Das hätte sie dann bestätigt. Zuvor hätte es aber bereits eine gewisse Sensibilisierung durch die Mutter gegeben, die ihr mitgeteilt habe, dass der Opa eine neue, wesentlich jüngere Partnerin hätte. Dabei hätte die Enkelin erste Andeutungen über die mutmaßlichen Taten des Großvaters gemacht. Und irgendwann im Verlauf dieser Entwicklung hätte das Mädchen auch den Satz gesagt: „Der Opa hat den Tod verdient“. Deshalb auch sei ihre Aussage nicht spontan gewesen. Dennoch könne die Gutachterin keine Beeinflussung des mutmaßlichen Opfers durch den Freund oder die Familie feststellen.

„Das weiß ich nicht mehr.“

Auch der Psychiaterin gegenüber berichtete das Mädchen, dass die Handlungen des Opas immer gleich abgelaufen seien. „An Einzelheiten kann sie sich nicht so erinnern“, sagte Dr. Clauß. Das könne aber durchaus sein bei rituellen Handlungen. Die Aussage des mutmaßlichen Opfers sei ungeordnet und sprunghaft gewesen und erst bei Nachfragen in eine Reihenfolge gebracht worden. Sie sei immer bei ihren unklaren Aussagen geblieben und hätte öfter gesagt „Das weiß ich nicht mehr.“ Auch Details habe sie kaum genannt. Sie hätte ihre Aussage zwar nur mangelhaft konkretisiert, aber eine Konstruktion hätte die Psychiaterin ebenfalls nicht feststellen können. „Sie schilderte auch ihre Angst und Einschüchterung, gerade als es gewaltsam wurde, und berichtete von einem Leistungseinbruch in der Schule“, so Dr. Clauß.

„Ich gehöre dir.“

Nach den Handlungen hätte sie ein „unangenehmes Gefühl im unteren Bereich“ gespürt, erzählte das Mädchen der Psychiaterin. Dass es kaum Verletzungen gebe bei so einem Übergriff sei möglich, so Dr. Clauß, da dies laut Rechtsmedizin, bei der sie nachgehakt habe, ein dehnbarer Bereich des Körpers sei. Auch Dr. Clauß erzählte sie, dass sie dachte, „das sei normal, ein Opa macht das mit seinen Enkeln so.“ Zudem hätte der Opa die Enkelin und sich auf eine Ebene gestellt und immer wieder gesagt: „Ich gehöre dir.“ Zuerst als kleineres Mädchen habe sie die Handlungen nicht verstanden, später habe sie sich aus Angst vor weiteren Übergriffen von ihrem Opa zurückgezogen. Dennoch hätte die Enkelin die Schuld auf sich genommen – das sei laut Dr. Clauß Opferspezifisch. Insgesamt bewertete Dr. Clauß die Aussage des Mädchens als erlebnisbezogen und augrund der „guten Konstanz und Verwertbarkeit“ als nicht dem Reich der Phantasie entnommen.

Text: Sonja Bossert




Mit Opa Pornos geschaut

Bei dem Missbrauchsprozess gegen einen Opa, der in Dörzbach jahrelang seine Enkelin missbraucht haben soll, sagte am Dienstag, den 28. Juli 2020, Polizeioberkommissar K. vom Kommissariat Künzelsau vor der 15. Großen Jugendkammer des Landgerichts Heilbronn aus. Er war der erste Polizeibeamte, der das mutmaßliche Opfer im Beisein einer Kollegin am 15. November 2019 vernommen hat. Bei dieser Vernehmung schilderte die Enkelin, was ihr Opa ihr angetan haben soll und berichtete von weiteren Vorfällen – beispielsweise in einer Garage.

„Es fiel ihr am Anfang schwer, sich zu offenbaren und sie wirkte eingeschüchtert“, erinnert sich der Polizist. „Sie erweckte aber einen glaubwürdigen Eindruck.“ Zuvor habe sich das Mädchen ihrem Freund offenbart, als sie mit ihm gemeinsam auf der Straße einem fremden Mann begegnet seien, vor dem sie sichtlich Angst gehabt hätte. Der Mann habe sie an ihren Opa erinnert. Ihr Freund hakte nach und stach in ein Wespennest. „Das brachte alles ins Rollen.“ Der bereits in den Verhandlungstagen zuvor erwähnte Chatverlauf zwischen der Mutter und dem Mädchen war von einem Polizisten mit rumänischen Wurzeln, der auch eingetragener Dolmetscher ist, übersetzt worden.

„Das war ein herausragendes Ereignis“

Die Taten seien wie ein Ritual abgelaufen. „Opa und Enkelin haben sich zum gemeinsamen Mittagsschlaf zurückgezogen“, berichtete K.. Dabei sei Musik gelaufen, der Großvater habe das Mädchen berührt, gestreichelt und schließlich anal penetriert. Sie hätte auch seinen Penis angefasst. Schmerzen hätte sie keine verspürt. Die genaue Anzahl der Vorfälle konnte das Mädchen bei der Vernehmung nicht benennen, sie erzählte aber, dass sie dachte, ein solches Verhalten wäre zwischen Opa und Enkel normal. Erst beim letzten Übergriff, als sie bereits zehn oder elf Jahre alt gewesen sei, hätte sie sich gewehrt und dabei hätte der Opa erstmals Gewalt angewandt. „Das war ein herausragendes Ereignis“, erinnert sich K. Danach habe die Enkelin versucht, den Kontakt zu ihrem Großvater zu vemeiden.

„Das ist unser Geheimnis“

Laut K. konnte sich das Mädchen auch daran erinnern, dass sie einmal mit ihrem Opa Pornos angeschaut habe, als die Oma nicht anwesend war.Dabei sei es aber zu keinen weiteren Handlungen gekommen. Haupttatort sei die Wohnung der Großeltern in Dörzbach gewesen, jedoch gab es auch einen Vorfall in einer Garage, der von einem Nachbarn unterbrochen worden sei. Diesen Vorfall konnte die Enkelin allerdings nicht genauer beschreiben. Sie erinnert sich aber, dass der Opa ständig Körperkontakt gesucht und sie zu küssen versucht hätte, wenn die Oma nicht da gewesen sei. Er hätte immer wieder zu ihr gesagt: „Das ist unser Geheimnis.“ Drohungen hätte er aber keine ausgesprochen.

Test: Sonja Bossert




KÜNfit kommt: „Wir wollen den Magnet im Sofa ausbauen“

Seit Anfang Juni 2020 wird im Heinz-Ziehl-Sportpark in Künzelsau fleißig gewerkelt. Die Mitglieder des TSV Künzelsau haben ihr Sportheim leergeräumt, alles Verwertbare auf einem Flohmarkt verkauft. Ende Juli soll mit dem Abriss des 1962 erbauten Gebäudes begonnen werden. „Das war früher eine Wirtschaft, aber die Verpachtung haben wir bereits vor 20 Jahren aufgegeben“, sagt Vereinspräsident Erwin Bergmann. Gleich nebenan sei schließlich das Tennisstüble. „Wir haben nur noch für private Feiern vermietet.“ Auch Reha-Sport, Yoga und Gymnastik fanden noch in den Räumlichkeiten statt. Nun stapelt sich der Bauschutt in dem sichtlich in die Jahre gekommenen Gebäude. „Eine Sanierung wäre zu teuer gewesen“, ist Bergmann überzeugt. Auch wenn Wehmut aufkommt: „Hier hat so mancher seinen Tanzkurs absolviert“, sagt Vizepräsident Robert Beck.

„Hier entsteht das erste SportVereinsZentrum in Hohenlohe“

Doch jetzt geht es auf zu neuen Ufern: Der TSV plant ein SportVereinsZentrum – das KÜNfit, das der Gesundheit, der Prävention und dem Vereinssport dienen soll. Der Spatenstisch soll im September 2020 erfolgen, das ganze Gebäude im Oktober 2021 fertig sein. Pünktlich zum 175-jährigen Jubiläum des Vereins. „Wir planen seit vier Jahren“, blickt Bergmann zurück. Damals gab es erste Gespräche mit Jan Philippiak, dem Vorsitzenden der Heinz Ziehl Stiftung, anschließend mit der Stadtverwaltung Künzelsau und Banken. Außerdem gab es eine Untersuchung, ob ein solches Zentrum überhaupt lukrativ ist. „In ganz Baden-Württemberg gibt es nur 50 solcher Zentren“, sagt Bergmann stolz. „Unseres wird das erste in Hohenlohe.“ Weitere gibt es beispielsweise in Calw und Rottweil. Die Kosten für das KÜNfit belaufen sich auf rund fünf Millionen Euro. 400.000 Euro davon übernimmt die Stadtverwaltung Künzelsau, 300.000 Euro kommen vom Württembergischen Sportbund. Hinzu kommen Eigenmittel des Vereins. „Die Finanzsituation war so, dass wir das tragen können“, so Bergmann. Rund 55 Euro monatlich soll zudem nachher der KÜNfit-Mitgliedsbeitrag kosten.

„Wir wollen den Magnet im Sofa ausbauen“

Die Ursprungsidee dahinter: Man wollte mehr Mitglieder gewinnen. Der Verein hatte im Laufe der Jahre immer weniger Mitglieder. Zudem werde die Altersstruktur in den Vereinen immer älter, glaubt Bergmann, der bedauert, dass im KÜNfit kein Platz mehr für eine Bewegungslandschaft für Kinder sei. „Die Vereine haben es bisher verschlafen, den Gesundheitssport aufzugreifen“, so Bergmann weiter. Das sei ein wachsender Markt, den die Vereine nicht den Fitnessstudios überlassen dürften. Deshalb soll der Schwerpunkt des KÜNfit auch auf dem Bereich Gesundheit liegen.“Wir wollen den Magnet im Sofa ausbauen“, lachen die beiden Vereinspräsidenten verschmitzt. „Man muss die Leute da hinlupfen.“ Hinterher würden sie dann schon merken, wie gut ihnen die Bewegung tut.

Die Handwerker auf der Baustelle sollen aus der näheren Umgebung sein

„Natürlich haben wir uns vorher schlau gemacht“, sagt auch Robert Beck. Die Studie wurde mit einem Fachbüro durchgeführt und man hat sich auch andere dieser Zentren angeschaut. Heraus kam: 800 Mitglieder muss der Verein mindestens haben, dann könne sich das Projekt in vier bis fünf Jahren armortisieren. Zurzeit hat der TSV 1350 Mitglieder und verwaltet mit dem FV Künzelsau insgesamt rund 1500. Der Gemeinderat stimmte dem Projekt 2019 zu, in einer außerordentlichen Hauptversammlung 98 Prozent der Vereinsmitglieder. Die Architektin vom Architektenbüro Auch und Binder in Weinstadt hat bereits Erfahrung in dem Sektor. „Da haben wir sehr positive Erfahrungen gemacht“, sind sich Bergmann und Beck einig. „Die Ausschreibung an den Generalunternehmer war top.“ Ganz wichtig ist den Vereinspräsidenten auch, dass die Handwerker, die auf der Baustelle arbeiten werden, aus der näheren Umgebung sind.

Sieben Tage in der Woche trainieren

In dem neuen zweigeschossigen Gebäude soll im oberen Stock neben einem Gymnastikraum eine 300 Quadratmeter große Trainingsfläche mit modernen Trainingsgeräten entstehen. Durch dessen große Glasfront wird es einen weiten Blick auf das Sportgelände und den Kocher geben. Zum Treffpunkt für alle Generationen soll eine Theke, an der Getränke ausgegeben werden, werden. Im Untergeschoss findet ein weiterer kleiner Gymnastikraum ebenso Platz wie Lager- und Besprechungsräume. Für die Fußballer wird es einen separaten Bereich mit einer Outdoor-Küche für die Stadionwurst geben. Und schließlich das Highlight für viele: eine Sauna mit Garten. „Wir werden ein volles Kursprogramm anbieten und sieben Tage die Woche ganztags geöffnet haben“, blickt der Präsident voraus. „Dazu haben wir einen hauptamtlichen Trainer und qualifizierte Mitarbeiter, am Ende fünf bis sieben Leute, die sich um die Sportler kümmern.“ Momentan seien die Mitglieder ehrenamtlich tätig, die dafür eine Übungsleiterpauschale erhalten. Auch die TSV Geschäftssstelle, die noch im Gersthaus residiert, soll in das neue Zentrum einziehen.

„Wegen Corona ist die Suche nach Sponsoren schwierig“

Im Rahmen einer Bachelor-Arbeit hat der Sportverein eine weitere Studie erstellen lassen, in der es vor allem um die Öffentlichkeitsarbeit für das KÜNfit ging. „Wir wollten wissen, was wir als pre-Opening machen können“, erklärt Vizepräsident Beck. Über Pressearbeit und Social Media-Kanäle soll das neue Zentrum beworben werden. Es soll Baustellenbesichtigungen geben und außerdem könnte sich der Verein bei der Fernsehsendung „Kaffee oder Tee“ präsentieren. Zudem will man das Projekt beim Weihnachtsmarkt, auf dem Stadtfest nächstes Jahr und natürlich beim Jubiläumsfestakt im April 2021 vorstellen. Außerdem soll es im September 2021 eine Ausstellung in der Sparkasse Hohenlohekreis geben – über diese Bank werden die Kredite abgewickelt. Noch ist der Verein auf der Suche nach Sponsoren. „Wir wollen Bausteine verkaufen, was im Moment wegen Corona schwierig ist“, erklärt Bergmann. Im Eingangsbereich des KÜNfit soll eine Sponsorentafel aufgehängt werden.

„Mehr Beweglichkeit für die Kunden“

Das Vereinspräsidium will die Kooperationsvereine integrieren, deren Mitglieder ebenfalls im KÜNfit trainieren können. Auch die Hochschule will der Verein erreichen, ebenso wie die Jugendlichen. „Die wollen sich heute nicht mehr binden“, sagt Vizepräsident Beck. „Zu uns können sie flexibel kommen.“ Die große Masse der Leute bekomme man heutzutage nicht mehr, da immer weniger Bindung an den Verein da sei. Auch deshalb brauche es mehr „Beweglichkeit für den Kunden“. Interessenten an einer Mitgliedschaft im KÜNfit können bereits jetzt eine Absichtserklärung, die noch kein Vertrag ist, abgeben. Überhaupt setze der TSV Künzelsau viel auf Kooperationen mit anderen Vereinen. Silvia Hertweck betreut die Geschäftsstellen der beiden Sportvereine in Künzelsau und Ingelfingen – „das funktioniert wunderbar“. Mit anderen Vereinen teile man sich die Kosten für die Trainer, die dann hauptamtliche Profis seien. Der TSV Künzelsau sei zu klein und schon deswegen müsste er mit anderen Vereinen zusammenarbeiten. „Kooperationen sind immer besser“, sind die Vereinspräsidenten überzeugt. Doch bei manchen Kirchturmvereinen sei das nur schwer anzubringen.

Text: Sonja Bossert

Das alte Sportheim des TSV Künzelsau soll einem modernen SportVereinsZentrum weichen. Foto: GSCHWÄTZ

Die Vereinspräsidenten Erwin Bergmann (links) und Robert Beck freuen sich auf das neue KÜNfit. Foto: GSCHWÄTZ

 

Das leergeräumte alte Sportheim vor dem Abriss. Foto: GSCHWÄTZ

 

 




„Er versuchte, mich mit der Zunge zu küssen“

Bei dem Missbrauchsprozess um einen Opa, der seine Enkelin in Dörzbach über Jahre schwer sexuell missbraucht haben soll, sagte am Freitag, den 10.  Juli 2020 am Landgericht Heilbronn die Tante des vermeintlichen Missbrauchsopfers aus.

Im Anschluss an die Ex-Frau des Angeklagten sagte die gemeinsame Tochter als Zeugin aus. Auch sie schaute nicht zu ihrem Vater. „Es ist ein Alptraum“, sagte die dreifache Mutter. Auch sie habe von den angeblichen Vorfällen nichts mitbekommen, erst Ende 2019 davon erfahren. „Ich war aber auch nicht oft bei meinen Eltern“, sagt die 41-Jährige, die bereits mit 18 zuhause auszog und mit ihrem Mann und den gemeinsamen Kindern im eigenen Heim lebt. Der Vater habe immer etwas zum Streiten gefunden, das Verhältnis sei distanziert gewesen. „Ich ging immer mit Aufregung nach Hause“, erklärt sie. Aber sie erinnere sich, dass ihre Nichte gerne zu den Großeltern gegangen sei, häufiger dort gewesen sei als ihre eigenen Kinder. Erst als das Mädchen 13 oder 14 Jahre alt gewesen sei, sei das weniger geworden. „Ich habe meine Nichte gefragt, wieso sie nicht früher was sagte“, erzählt die Tante. „Sie sagte, sie habe sich nicht getraut.“ Außerdem hätte der Opa immer gesagt: „Das ist unser Geheimnis“. Die Tante erinnert sich, was ihre Nichte ihr an dem Tag erzählte, als der Missbrauch ans Tageslicht kam: Nach dem Mittagessen hätte der Opa angefangen, sie zu streicheln und zu berühren, hat das Mädchen ihrer Tante erzählt. Das sei jedes Mal passiert, wenn sie im Alter zwischen sechs und zehn Jahren bei den Großeltern gewesen sei.

Immer mit Aufregung nach Hause gegangen

Auch die Zeugin erinnerte sich an ein schwieriges Familienleben. „Unser Vater war der Herrscher“, blickt sie zurück. „Bei uns hatte er das Sagen.“ Er sei auch liebevoll und zugewandt gewesen, wandte aber auch Gewalt an. „Er schlug uns mit seinem Gürtel auf den Nackten Po“, erzählt sie. Das sei auch in Rumänien so nicht üblich gewesen. Aber wegen der Alkoholsucht des Vaters habe man sich nicht getraut, mit ihm zu streiten. Am Wochenende habe er schon morgens um acht Uhr nach Alkohol gerochen. „Mein Vater wollte später meine Kinder auf dem Lkw mitnehmen“, erzählt sie. Sie aber habe das nicht gewollt: „Ich habe ihm wegen dem Alkohol nicht vertraut“. Denn er sei auch betrunken gefahren. Den Führerschein allerdings hätte er nie deshalb verloren. Einmal habe sie zu ihm gesagt: „Du machst Mama kaputt“. Sie habe gesehen, wie ihre Mutter leidet, ihm aber sei das egal gewesen. Seine Frau könne ja gehen, wenn ihr was nicht passe.

Morgens um 08 Uhr bereits nach Alkohol gerochen

Auch ihr Bruder habe es ihm nie recht machen können. „Der Kontakt zu meinem Bruder war nicht so eng“, sagt die Einzelhandelskauffrau. Die Ehe mit der Mutter ihrer Nichte sei nicht einfach gewesen. Mittlerweile lebe er mit seiner dritten Frau in Kanada. „Davor hat er in Spanien gelebt“, berichtet sie. Kontakt zum Vater habe es zu der Zeit nicht gegeben, deshalb hätten die beiden wegen dem Umzug nach Kanada auch nicht gestritten.

Sein Patenkind sagt gegen ihn aus

Nach der Tochter sagte Brigitte P. aus. Die zweifache Mutter lebt in Bayern, der Angeklagte ist ihr Pate. Sie seien aber nicht verwandt miteinander, vielmehr seien ihre Eltern mit dem Ehepaar in Rumänien befreundet gewesen. Irgendwann zwischen ihrem achten und zwölften Lebensjahr wollte sie ihre Sommerferien bei dem Paten in Dörzbach verbringen, was dann aber kürzer als gedacht ausfiel. Dabei sei es zu einem Vorfall gekommen: „Er versuchte, mich mit der Zunge zu küssen“. Das sei ihr unangenehm gewesen und sie habe sich umgehend von ihrer Familie abholen lassen. „Seither habe ich die nicht mehr gesehen“, sagt sie aus. Den Vorfall habe sie dann „einfach weggesteckt“. Schlimmeres sei aber nicht vorgekommen. Bei der Polizei hat Brigitte P. ausgesagt, dass der Angeklagte einer sei, der immer alle drückte. „Er hat alle in den Arm genommen und abgeküsst, auch die Erwachsenen“, erinnert sie sich.

„Schlag aus heiterem Himmel“

Als nächster sagte Kriminalhauptkommissar a.D. Rainer O. aus, der die Mutter des Mädchens auf der Polizeiwache in Künzelsau zuerst vernommen hatte und bei der Durchsuchung eines Hobbyraumes in Dörzbach dabei war, in dem Sachen des Angeklagten eingelagert waren. „Dabei wurden neben Heimwerkergeräten eine Handschließe, ein Hundehalsband, eine Kamera sowie eine geringe Menge Speichermedien gefunden“, sagte der ehemalige Polizist. Die Mutter des Mädchens sei mit ihrer Mutter, ihrer ehemaligen Schwägerin und Schwiegermutter auf die Wache gekommen. Mutter und Tochter seien dann getrennt vernommen worden. „Die Mutter sagte aus, dass sie am Vorabend von dem sexuellen Missbrauch des Mädchens durch den Opa erfahren habe“, erinnert sich O. Am Morgen dieses Tages habe sich ihre Tochter von ihr weggedreht, als sie sich verabschiedet habe. Im Laufe des Vormittags hätte sie dann mit dem Mädchen WhatsApp-Nachrichten ausgetauscht und so von den Taten des Opas erfahren. Schließlich sei sie früher von der Arbeit nach Hause gegangen und mit ihrer Tochter zur Oma gefahren. Das Mädchen habe ihr erzählt, dass es mit Berührungen angefangen habe und mit Fotografieren und bis zum analen Eindringen gegangen sei. Diese Angaben habe auch das Mädchen bei der Vernehmung so angegeben. „Die Mutter hat noch erwähnt, dass es dafür keine Anzeichen gegeben habe“, so der Kriminalhauptkommissar d. D. „Es sei ein Schlag aus heiterem Himmel gewesen, sie glaube ihrer Tochter aber.“

Nach der Aussage des Polizisten wurde die Videoaufnahme von der Aussage des Mädchens im Gerichtssaal abgespielt. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes wurde dabei allerdings die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Zwei weitere Zeugen waren bereits zu Beginn des Prozesstages ausgeladen worden.

Text: Sonja Bossert

 

Prozess gegen einen Opa (links), der seine Enkelin in Dörzbach üebr mehrere Jahre schwer sexuell missbraucht haben soll. Foto: GSCHWÄTZ