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Reinhold Würth hat einen, Ferrari ebenso…Sie vielleicht bald auch?

Reinhold Würth hat einen, Ferrari ebenso. Die Galerie Reichert aus Kupferzell spendet ein original Roccotelli Gemälde im Rahmen eines Hoffestest und einer Verlosungsaktion am Sonntag, den 18. September 2022 auf dem Schleierhof bei Forchtenberg (wir berichteten).

 

Mitmachen kann jeder, auch eine reine Online-Teilnahme ist möglich. Ein Los kostet 10 Euro. Das Unternehmer Netzwerk Hohenlohe unterstützt die Aktion mit weiteren Sachpreisen. Der Erlös fließt in einer Kinderhilfsprojekt in Kenia. Veranstalter der Aktion ist das Badische Backheisle.

Dr. Sandra Hartmann traf sich hierzu auf einen kurzen Plausch mit Frau Dietz (links im Video) vom Badischen Backheisle, Herr Reichert und mit Frau Weis-Heigold in der Galerie Reichert in Kupferzell.

Lose erwerben kann man noch bis Sonntag auf http://www.galanariverschool.com




Neues Programm im Kocherwerk

„Seien Sie dabei, wenn es heißt „Türen auf mit der Maus“ am 03. Oktober oder lernen Sie Wirtschaftsgeschichte, Hohenloher Land und Kultur bei einer unserer anderen Veranstaltungen näher kennen.“ So lädt das Team Kocherwerk zum Besuch des Kocherwerks, einem Zeugnis der frühen Industrialisierung, ein.

Das komplette Programm:

Kocherwerk. Veranstaltungsprogramm.

Pressemitteilung Kocherwerk Ernsbach

 




„Wir möchten, dass die Tierquälerei aufhört“

Live-Chat zur zweiten Mahnwache gegen Tierquälerei im Schlachthof der Metzgerei Kühnle in Backnang am Donnerstag, den 15. September 2022. Dr. Sandra Hartmann sprach mit dem Versammlungsleiter Aaron Bangert.

Report Mainz deckte vor wenigen Tagen auf (wir berichteten), auf welch grausame Weise hier Tiere gequält werden.

Hier geht es zum Video: https://www.ardmediathek.de/video/report-mainz/veterinaere-schauen-bei-tierschutzverstoessen-weg/das-erste/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE3MTM4MDc

 

Für Euch vor Ort | www.gschwaetz.de | Wir lieben unser Ländle




Öhringen: Petition gegen die Schließung des Hallenbades überreicht

Nachdem der Öhringer Gemeinderat in der Sitzung am 26. Juli 2022 die Nicht-Öffnung des Hallenbades aufgrund der Energiekrise bis auf weiteres beschlossen hatte, formierte sich online eine Petition gegen die Schließung des Bades. Am Donnerstag, den 15. September 2022, übergab Petitions-Initiator Dr. Constantin B. Rohsbach aus Öhringen Oberbürgermeister Thilo Michler 2.636 online Unterschriften. Der Petent hatte diese nach einem Aufruf über die Plattform openpetition.de gesammelt. Nun wird der Gemeinderat am 27. September 2022 das Anliegen noch einmal beraten.

Gemeinderat wird am 27. September 2022 nochmals beraten

Oberbürgermeister Thilo Michler würdigte das politische Engagement der Unterzeichnenden: „Ich bedanke mich bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die sich für demokratische Beteiligung engagieren. Erst seit 2020 gilt der Gemeinderat als gültiger Adressat für Petitionen. Nun werden wir das Thema Hallenbad, unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen auf dem Energiemarkt, in der Gemeinderatssitzung am 27. September 2022 noch einmal beraten.“

Nach dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts vom 06.05.2020, ist neben dem Kreistag auch der Gemeinderat als Volksvertretung im Sinne des Artikels 17 Grundgesetz anzusehen. Vor dem Urteil war der Gemeinderat kein tauglicher Adressat einer Petition. Nun folgt aus Artikel 17 Grundgesetz die Verpflichtung des Gemeinderats, sich mit zulässigen Petitionen als Kollegialorgan zu befassen. Im Wortlaut bestimmt der Artikel 17 Grundgesetz: „Jedermann hat das Recht, sich einzeln oder in Gemeinschaft mit anderen schriftlich mit Bitten oder Beschwerden an die zuständigen Stellen und die Volksvertretung zu wenden.“

Pressemitteilung Große Kreisstadt Öhringen




„Ghettoblaster“ aus Schule gestohlen

Eine Schule im Krautheimer Weg in Künzelsau [die Erich Kästner Schule, Red.] bekam kürzlich ungebetenen Besuch von Einbrechern. Zwischen Dienstag, 13.September 2022, 20 Uhr, und Mittwoch, 14.September 2022, 7.30 Uhr, hebelten die Täter ein Fenster an der Rückseite des Hauptgebäudes auf und gelangten so ins Innere. Die Unbekannten hebelten daraufhin weitere Türen, unter anderem zum Sekretariat und zu weiteren Büros, auf.

Zeugen gesucht

Aus der baulich offenen Aula entwendeten die Diebe letztendlich einen dort aufbewahrten Ghettoblaster. Zeugen, denen im Tatzeitraum Verdächtiges aufgefallen ist, werden gebeten, sich mit dem Polizeirevier Künzelsau unter der Telefonnummer 07940 9400 in Verbindung zu setzen.

Pressemitteilung Polizei Heilbronn




Einbrüche in Vereinsheime keine Einzelfälle

Auf GSCHWÄTZ-Anfrage teilt die Polizei Heilbronn mit, dass die drei Fälle von Einbrüchen in Sportheime, über die GSCHWÄTZ bereits berichtete, keine Einzelfälle sind. „Es handelt sich hierbei mittlerweile um mehrere Dutzend Fälle im gesamten Präsidiumsbereich“. Diese Häufung von Einbrüchen in Vereins- oder Sportheime bzw. Sportgaststätten hat die Polizei veranlasst, die Bearbeitung der Fälle bei einem Arbeitsbereich der Kriminalpolizei zu zentralisieren.

Möglicherweise eine Serie

Die genannte Häufung lasse die Vermutung zu, „dass ein Großteil der Fälle zusammenhängen. Inwiefern es sich hierbei jedoch tatsächlich um eine Serie handelt oder – je nach regionaler Betrachtung – ggf. unterschiedliche Tatverdächtige in Betracht kommen, ist derzeit Gegenstand der laufenden Ermittlungen“, teilt Daniel Fessler, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Heilbronn, mit.

Kaum Beute, dafür aber Sachschäden

Beute finden die Täter meist nicht: „In den meisten Fällen entstand nur geringer Diebstahlsschaden, jedoch liegen die hierbei verursachten Einbruchsschäden um ein Vielfaches höher“, so Fessler.

Text: Matthias Lauterer

 

 




Nachhilfe in Sachen Hitlergruß

Wissen Sie als deutsche/r Staatsbürger:i noch etwas über das dritte Reich? Zum Beispiel wie der Hitlergruß geht? Wenn nicht, keine Sorge. Andere Nationalitäten wissen es auch nicht.

Unsere freie Mitarbeiterin Cora-Lee Pusker war für ein paar Wochen in den Sommerferien in Kanada, im ihre Sprachkenntnisse in Englisch und Französisch zu verbessern. Welche Vorurteile ihr hier teilweise begegnet sind, weil sie deutsch ist, verschlug ihr die Sprache – aber nur im ersten Moment. Für uns hat Cora-Lee nochmal die Höhepunkte kultureller Vorurteile zusammengefasst und niedergeschrieben.

Deutschland = Adolf Hitler – Schade, dass manche so denken

In den Sommerferien bin ich mit 17 Jahren alleine nach Kanada gereist. Für vier Wochen war ich dort, um Französisch und Englisch in der Sommerschule zu lernen. Dabei war ich eine von wenigen Deutschen. Die anderen vielen verschiedenen Nationalitäten überwogen. Auch das Alter von den Teilnehmenden variierte. Manche in meinem Alter, aber auch etwas jünger oder etwas älter. Ich erhielt viele Eindrücke über andere Kulturen und viele der Teilnehmenden interessierten sich auch für die deutsche Kultur. Dabei fiel auf: Die Welt denkt immernoch: Deutschland sei Adolf Hitler.

„Muss ich als Ausländer Angst vor den Nazis in Deutschland haben?“

Einer meiner Betreuer, welcher der mexikanischen Gemeinschaft angehört, erzählte mir er wolle nach Deutschland, um zu studieren. Er war sehr motiviert und froh, eine Deutsche vor sich zu haben, an die er wichtige Fragen loswerden kann, die in über Deutschland und die deutsche Mentalität, beschäftigen. „Muss ich als Ausländer Angst vor den Nazis in Deutschland haben?“, war die Sorge, die ihn am meisten umtrieb. Unbegründet, denn wir schreiben ja schließlich das Jahr 2022.

Zunächst war ich verwirrt, ob er mir diese Frage wirklich gestellt hatte, aber ich erkannte den erwartenden Blick. Als ich ihm dann schließlich nach einer geschockten Pause meinerseits, erkläre, dass nationalsozialistische Ideologien verboten sind,war er überaus erleichtert, jedoch auch etwas verwirrt. „Also gibt es wirklich keine Nazis mehr in Deutschland?“ Diese Frage überlasse ich den Geschichtsprofis unter euch, sie zu beantworten.

Diese Frage schockte mich noch mehr

Denn dieses Fach dient in unserem Bildungssystem schließlich zur Aufklärung des Themas. Aber auch das wissen viele Nationalitäten nicht. Eine erwachsene Frau, die aus Jerusalem kommt, sprach mich darauf an. „Lernt ihr eigentlich noch, was ihr damals im zweiten Weltkrieg, getan habt?“ Das war ihre Frage, welche mich noch mehr schockte und ich eine noch längere Pause brauchte, bevor ich ihr geantwortet habe, dass wir in der Schule ein ganzes Unterrichtsfach haben, welches sich um dieses Thema dreht. Daraufhin bekam ich ein zufriedenes Nicken. Dennoch fühlte ich mich angegriffen, denn ich hatte doch damals gar nichts damit zu tun, zu dieser Zeit war ich ja noch nicht einmal geplant gewesen, als 2005er Jahrgang.

Mir fällt die Kinnlade herunter

Aber sei es drum. Wo bei uns die Bildung anfängt, hört sie bei den anderen eben auf. So wie bei einer Chinesischen Jugendlichen, welche höfliche von anstößigen Handzeichen nicht unterscheiden kann. So sitze ich nichtsahnend im Französischunterricht. Wir sind gerade am Besprechen einer Aufgabe und ich melde mich, da ich die Lösung kenne und es unhöflich ist, einfach rauszurufen. Meine Gegenüber fragt daraufhin in die Runde, warum ich denn immer den Hitlergruß mache. Immer noch meldend, mit nach oben ganz ausgestrecktem Arm und meinem Zeigefinger abgespreizt, fällt mir auf diese Frage nun wirklich die Kinnlade herunter. Alle Augen richteten sich auf mich und ich erklärte ihr, mithilfe gebildeter Mitschüler, dass das nicht der Hitlergruß ist, dass dies lediglich ein Ausdruck dafür ist, dass ich etwas weiß und die Lehrerin, das zur Kenntnis nehmen kann, ohne von mir unterbrochen zu werden – dasss es sich also um reine Höflichkeit und reinen Respekt handelt. „Und wie geht der Hitlergruß dann?“, frakt sie. Das soll ihr ihr Geschichtslehrer doch besser erklären, falls dieser überhaupt vorhanden sein sollte.

Text: Cora-Lee Pusker




„Straßenbeleuchtungen, Werbeflächen, Gartenbeleuchtung und Schaufenster hellen den nächtlichen Himmel auf und sind dafür verantwortlich, dass wir die Sterne nicht mehr sehen“

Ganz so deutlich wie auf dem Beitragsbild wird man die Milchstrasse in Künzelsau wohl nie sehen, auch wenn Frank Nowicki, Beleuchtungsplaner, in der Gemeinderatssitzung vom 13. September 2022 ein Lichtkonzept für Künzelsau vorstellte, das die Sichtbarkeit des Sternenhimmels deutlich verbessern dürfte.
Künzelsau will sich als „Sternenstadt“ zertifizieren lassen: „Die Auszeichnung Sternenstadt wird an jene Gemeinden und Orte verliehen, die sich mit konkreten Maßnahmen für den Schutz der Nacht und zum Schutz nachtaktiver Insekten engagieren. Falsches und fehl gerichtetes Kunstlicht verursachen „Lichtmüll“. Straßenbeleuchtungen, Werbeflächen, Gartenbeleuchtung und Schaufenster hellen den nächtlichen Himmel auf und sind dafür verantwortlich, dass wir die Sterne nicht mehr sehen.“ – so erklärt die Stadt auf ihrer Homepage.

„Damit Künzelsau die Auszeichnung erhält und die erste Sternstadt in Baden-Württemberg wird, haben wir zur fachlichen Unterstützung das Stuttgarter Lichtplanungsbüro Frank Nowicki GmbH engagiert“, so Bürgermeister Stefan Neumann in einer Pressemeldung.

Wird Künzelsau erste Sternenstadt in Baden-Württemberg?

„In den Nachtstunden war es dunkel“, weiß Nowicki und die Natur habe sich über Millionen Jahre an diese dunklen Nächte und das Mondlicht angepaßt. Erst seit rund 100 Jahren sei flächendeckendes elektrisches Kunstlicht aufgekommen. Und mit dem Aufkommen der LED-Beleuchtung – „viel Licht für wenig Geld“, sagt er – seien inzwischen „alle Gärten flächendeckend gut beleuchtet“. Nicht nur die private Beleuchtung, auch die Gewerbebeleuchtung werde immer stärker: „Im Gewerbepark hat ein Wettbewerb stattgefunden, wer ist heller“, berichtet Nowicki. In den letzten Jahren sei die Lichtemission Künzelsaus sogar gestiegen, um fast 5,5 Prozent in der Kernstadt, mehr als 10 Prozent in Gaisbach und sogar 17 Prozent im Gewerbepark an der A6.

Die Hälfte des Lichts sei „öffentlich“ durch Straßenbeleuchtung oder Beleuchtung von Gebäuden erzeugt, die andere Hälfte erzeugen private oder gewerbliche Verursacher, so Nowicki. Im Rahmen der Energieeinsparverordnung hat die Stadt Künzelsau die Beleuchtung bereits reduziert, beispielsweise wird das Schloß nicht mehr die ganze Nacht angestrahlt.

Zielorientierte und effiziente Beleuchtung

Nowicki stellt moderne Möglichkeiten der Beleuchtung vor: sein Ziel ist es, blendende und verschwenderische Beleuchtung durch zielorientierte und effiziente Beleuchtung zu ersetzen. Moderne Leuchten könnten programmiert werden, berichtet er, und sogar miteinander kommunizieren („Smart City“). Und durch die LED-Technik sei auch die Farbtemperatur einstellbar. Und vor allem könne man moderne Leuchten so aufbauen, dass das Licht nur noch dorthin abgestrahlt wird, wo es benötigt wird, beispielsweise nur noch auf einen Weg und nicht einfach rundum. Ein anderes Beispiel nennt Nowicki, wenn er auf die Beleuchtung von Gebäuden zu sprechen kommt: Wenn die Konturen des Gebäudes im Strahler mittels eines Klischees abgebildet sind, dann wird tatsächlich nur das Gebäude bestrahlt, die Umgebung bleibt von der Beleuchtung verschont.

Weniger Beleuchtungsstärke und einheitliche Farbtemperatur

Generell fordert Nowicki eine geringere und vereinheitlichte „Leuchtdichte“, die als „Helligkeit“ empfunden wird, für alle angestrahlten Objekte. Nützlicher Nebeneffekt ist ein geringerer Energieverbrauch – und wenn alle solchen Flächen einheitlich beleuchtet sind, erscheinen sie dem Beobachter trotzdem noch als „hell“. Das Ziel sei, dass alle öffentlichen Beleuchtungspunkte – das sind in Künzelsau etwa 4.500 – die gleiche Leuchtdichte und die gleiche Farbtemperatur abstrahlen.

Lichtrichtlinie

Auf dieser Basis hat Nowicki eine „Lichtrichtlinie“ für Künzelsau erarbeitet, die der Stadt Künzelsau, privaten Hauseigentümern und dem Gewerbe eine Leitlinie für Beleuchtung im Außenbereich an die Hand gibt. In zukünftige Bebauungspläne soll diese Richtlinie als Bedingung mit aufgenommen werden:

Lichtrichtlinie. Foto: Sitzungsunterlagen

Für das Gewerbe, so Nowicki, ergebe sich ohnehin die Notwendigkeit, über die Beleuchtung nachzudenken, nachdem die EU gewisse Leuchtkörper „abgekündigt“ habe. Es sei also „ein guter Moment, da das Gewerbe ohnehin am Zug“ sei.

„gefühlte Sicherheit“

Wolfgang Kubat fordert, dass die Beleuchtung lokal programmierbar sein müsse, dass beispielsweise bei einem Dorffest die Wege länger hell beleuchtet werden können. Verena Löhlein-Ehrler sorgt sich um die Sicherheit, vor allem um die gefühlte Sicherheit, wenn die Wege nicht mehr so hell beleuchtet sind wie bisher: „Wir dürfen an gefühlter Sicherheit nicht einsparen“.  Für die modernen Leuchten sei beides kein Problem, meint Nowicki: Die Zeitsteuerung sei leicht programmierbar und die Leuchten könnten mit Bewegungsmeldern ausgerüstet werden, dass jeweils der Bereich von zwei Leuchten um Personen herum hell ausgeleuchtet sei.
Die gefühlte Sicherheit dürfte auch ein Anliegen der Gewerbetreibenden werden: Für einige der hellsten Stellen Künzelsaus zeichnen Gewerbebetriebe verantwortlich.

Zuschüsse noch nicht genehmigt

Hans-Jürgen Saknus fragt nach dem Stand des Förderantrags für die energetische Sanierung der Straßenbeleuchtung. Dieser sei noch nicht zuteilungsreif, kann Bürgermeister Stefan Neumann noch nicht Vollzug melden. Die Stadt rechne aber zuversichtlich mit einer Förderung von rund 700.000 Euro, was mehr als einem Drittel der Gesamtkosten der energetischen Sanierung entspricht. Die Umsetzung des Programms kann daher wahrscheinlich erst ab Frühjahr 2023 beginnen.

Abstimmung

Die Argumente Nowickis haben die Gemeinderät:innen wohl überzeugt: Der Antrag, den „Maßnahmen zur nachhaltigen und smarten Lichtnutzung und Reduzierung von Lichtimmission im Gemeindegebiet Künzelsau“ zuzustimmen, wurde einstimmig angenommen. Die Lichtrichtlinie ist daher künftig die Grundlage für die Gestaltung der Außenbeleuchtung sowie für die Aufstellung von Bebauungsplänen und gilt ebenfalls für die energetische Sanierung und den Austausch der Straßenbeleuchtung, sowie für die genehmigungspflichtigen Außenbeleuchtungen.

Text: Matthias Lauterer




„Wenn das nicht reicht, dann ist eh alles verloren“

Zwei große Kritikpunkte gab es in der Gemeinderatssitzung in Künzelsau vom Dienstag, 13. September 2022, an einem grünen Wohnbauprojekt auf Schloß Stetten (GSCHWÄTZ berichtete). Der erste Punkt war die Sorge, ob auf der Höhe von Schloß Stetten bei einem eventuellen Brand genügend Löschwasser für die bestehenden Gebäude, das Medizinzentrum und die zusätzlich geplanten Häuser zu Verfügung steht. Diese Sorge konnte Christian von Stetten – er sprach nicht als Gemeinderat sondern in seiner Rolle als Investor – den Gemeinderät:innen rasch nehmen: Drei Wasserreservoirs stehen auf dem Gelände zur Verfügung, in denen zum Beispiel das Oberflächenwasser von den Gebäudedächern aufgefangen wird. Dazu käme noch ein 10m x 20m großes Schwimmbad: „Wenn das nicht reicht, dann ist eh alles verloren“, meinte von Stetten.

„Green Village“

So stellt sich Christian von Stetten das „Green Village“ vor. Inzwischen sind sogar bis zu 11 Häuser geplant. Foto: Sitzungsunterlagen

Westlich des bisher bebauten Gebietes und südlich des Ärztehauses plant Christian von Stetten ein „Green Village“ mit im Endausbau elf Häusern und maximal 121 Wohneinheiten. „Green“ unter anderem deshalb, weil die Häuser an die bereits bestehende Fernwärmeversorgung aus einem Hackschnitzelkraftwerk angeschlossen werden sollen und weil die Stromversorgung komplett durch die bereits bestehende Solaranlage geplant ist. Außerdem soll die Wohnanlage oberirdisch von Autoverkehr frei werden und intensiv begrünt werden.

Umfangreiche Gutachten

Mehr als 200 Seiten Gutachten und Anmerkungen der „Träger öffentlicher Belange“, etwa bezüglich Fauna und Flora, zum Artenschutz, der Verkehrssituation, der Geräuschimmission oder der Entwässerung, wurden dem Gemeinderat vorgelegt. Da alle kritischen Anmerkungen in den Bauantrag eingearbeitet waren, blieb nur noch der letzte Kritikpunk übrig:

Es fehlt in Künzelsau an bezahlbarem Wohnraum

„Die Wohnungen dort sind für Wohlhabende“, stellt Rainer Süßmann unwidersprochen fest. Das Thema bezahlbarer Wohnraum gehe bei den aktuellen Themen leider unter, meint er und fordert, „großes Augenmerk darauf zu legen, sonst gibt es richtig Ärger“. Eine „Durchmischung von Betuchten und weniger Betuchten“ fordert Hans-Jürgen Saknus und schlägt vor, 30 Prozent der Wohnungen mietpreisgebunden zu errichten. Robert Volpp springt seinem Fraktionskollegen Christian von Stetten bei: „Man muß doch froh sein, wenn Wohnraum geschaffen wird. Wenn die Stadt ein Gebiet plant, dann ist das sinnvoll, aber doch nicht bei einem privaten Investor.“

Bauprojekt in Mäusdorf

Von Stetten kann den Gemeinderat beruhigen: Er plant bereits in der alten Molkerei in Mäusdorf den Bau von etwa 30 preiswerten oder sozialgebundenen Wohnungen. Das Gebäude hat seine Gesellschaft bereits gekauft.

Abstimmung

Ohne Gegenstimme wird der Antrag, den Bebauungsplan in der vorgelegten Form mit den eingearbeiteten Änderungen zu beschließen, bei sechs Enthaltungen angenommen. Die Verwaltung wird ermächtigt, die öffentliche Auslegung durchzuführen.

Text: Matthias Lauterer




Millionenschaden bei Großbrand in Oberkessach

Thomas Böhret. Foto: GSCHWÄTZ

Aus allen Richtungen eilten Feuerwehrleute am Dienstag, 13. September 2022 nach Oberkessach, wo eine Fensterbaufirma brannte. Die freiwilligen Feuerwehren aus Krautheim, Dörzbach und Forchtenberg sowie die Wehren aus Öhringen, Heilbronn, Neckarsulm und Künzelsau waren vor Ort. Thomas Böhret, Kommandant der Feuerwehr Künzelsau, sagt: „Wir waren mit 8 Fahrzeugen und 45 Männern und Frauen vor Ort“.

Die Polizei teilt zu dem Brand mit:

Am späten Dienstagnachmittag, 13. September 2022,  brach gegen 17.45 Uhr im Firmengebäude eines Fachbetriebs für Fenster und Türen in Schöntal-Oberkessach ein Brand aus. Trotz des raschen Einsatzes der Feuerwehr brannte das Gebäude mit einer Fläche von ca. tausend Quadratmeter nieder. In ihm befanden sich auch wertvolle Fahrzeuge, unter anderem ein Oldtimer sowie Motorräder. Sie wurden ebenfalls ein Opfer des Feuers. Gegen 19.30 Uhr war der Brand unter Kontrolle und um 21.00 Uhr weitestgehend gelöscht. Derzeit wird von einem Sachschaden in Höhe von ca. 2 Millionen Euro ausgegangen. Menschen wurden bei dem Brand zum Glück nicht verletzt. Zur Brandursache liegen noch keine Erkenntnisse vor. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot von 48 Fahrzeugen und 220 Einsatzkräften am Brandort eingesetzt. Das THW sowie der Rettungsdienst befanden sich ebenfalls am Einsatzort. Die Feuerwehr führte Schadstoffmessungen durch.

Gesundheitsschädliche Konzentrationen wurden dabei nicht festgestellt. Die Ermittlungen der Polizei dauern an.

Am Mittwochmorgen, 14. September 2022, seien noch Nachlöscharbeiten im Gange, informiert Böhret.

Text: Matthias Lauterer