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Kocherbrücke stadteinwärts gesperrt

Die B 19, von der Mergentheimer Straße 1 bis zur Lindenstraße 2, in Fahrtrichtung Kocherbrücke und Innenstadt Künzelsau beziehungsweise Schwäbisch Hall, ist am Donnerstag, 22. September 2022 von 7.30 bis 17 Uhr halbseitig gesperrt. Dies geht aus einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau hervor.

Die kurze Stichstraße am Kocher wird asphaltiert. Damit diese Arbeiten ohne Gefährdung für den Verkehr stattfinden können, ist die Sperrung der Fahrbahn und des Fußgängerwegs stadteinwärts erforderlich. Stadtauswärts kann die Kocherbrücke befahren werden. Danach ist die Baustelle im Zusammenhang mit dem Neubau der beiden Regenüberlaufbecken und dem Pumpwerk am Kocher durch die Firma Leonhard Weiss fast abgeschlossen. Die Stadtverwaltung Künzelsau bittet die Verkehrsteilnehmer um Verständnis und Rücksicht.

Haltestellen fallen weg

Der Nahverkehr Hohenlohe teilt dazu mit, dass zu den Buslinien 2, 3, 6, 8, 13, 19 und 21 in Fahrtrichtung Künzelsau aus Richtung Ingelfingen/Belsenberg kommend die Haltestellen „Künzelsau Kappensteige“ und „Künzelsau Sparkasse“ nicht bedient werden können. Bei den Linien 20, 21, 24 und 25 in Fahrtrichtung Künzelsau aus Richtung Amrichshausen/Langenburg kommend entfällt die Haltestelle „Künzelsau Sparkasse“. Alle Fahrten in Fahrtrichtung Ingelfingen/Belsenberg und Amrichshausen/Langenburg können regulär durchgeführt werden, das heißt, alle Haltestellen werden bedient. Für weitere Informationen zu den Buslinien steht das Team des NVH montags bis freitags von 8 bis 17 Uhr unter der Rufnummer 07940/9144-0 oder mailto:info@nvh.de gerne zur Verfügung.

Pumpenschacht setzen an der Kocherbrücke in Künzelsau. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

Dieser Pumpenschacht wurde in den letzten Juni-Tagen westlich der Kocherbrücke eingebaut. Jetzt sind dort die Bauarbeiten abgeschlossen und die Stichstraße dort wird am Donnerstag neu asphaltiert.

 

 




Abrissbirne schwebt über dem Krankenhaus, Neubau des Kreishauses steht nun im Fokus

„Neubau des Kreishauses im Fokus“. Das ist der Titel einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises mit Bezug auf die anstehende Kreistagssitzung am 26. September 2022, 14 Uhr, in der Kultura in Öhringen.

Unter anderem wird hier über die Vergabe der Architektenleistungen beschlossen. Zu Beginn der Sitzung geht es um die Zukunft des Hohenloher Krankenhausgebäudes, wozu der Kreistag einen Beschluss fassen wird. Im Fokus der Sitzung steht das Großprojekt des Kreises – der Neubau des Kreishauses. Das Ergebnis des Architektenwettbewerbs wird verkündet. Anschließend beschließt der Kreistag über die Vergabe von Architektenleistungen und die Errichtung des Kreishauses in zwei Bauabschnitten. Im Rahmen des Neubaus steht zudem die gemeinsame Absichtserklärung zwischen dem Hohenlohekreis und der Stadt Künzelsau zur Abstimmung. Abschließend wählt der Kreistag einen Stellvertreter für das zweite Hohenloher Mitglied im Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg (KVJS).

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung sieht vor, über die Weiternutzung oder den Abriss des seit 2018 geschlossenen Krankenhauses in Künzelsau zu sprechen. Derzeit wird das Gebäude unter anderem zur Unterbringung ukrainischer Flüchtlinge genutzt.

Informationen zu den Sitzungen des Kreistags und seiner Ausschüsse sind über das Bürgerinformationssystem auf der Internetseite www.hohenlohekreis.de im Bereich Kreistag/Ratsinformationssystem abrufbar.




LKW auf A81/Jagsttalbrücke umgekippt und hat Ladung verloren; Metallteile auf der Fahrbahn, Vollsperrung beide Richtungsfahrbahnen, Einsatzkräfte vor Ort




Gesangverein und Posaunenchor habe wieder ein Dach über dem Kopf

Nachdem kurzzeitig gleich zwei Dorfgemeinschaftshäuser (DGH) nicht genutzt werden konnten im Sindelbachtal (wir berichteten), hat das DGH in Stachenhausen wieder seine Pforten geöffnet für die Vereine und Kirchenarbeit. Hintergrund der kurzzeitigen Schließung waren Baumaßnahmen.

Das DGH im Nachbarort Dörrenzimmern bleibt jedoch nach wie vor für Vereine und die Kirche geschlossen. Der Grund sind Brandschutzvorschriften, denen das Haus aktuell nicht gerecht wird. Herausgekommen sind die Mängel bei Begehungen im Rahmen der geplanten Sanierung und Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses. Neuer, schöner, besser soll es werden. Viel Geld will die Stadt dafür in die Hand nehmen (wir berichteten). Doch zunächst bleibt zumindest der erste Stock geschlossen. Um unteren Stock, also im Erdgeschoss, befindet sich nach wie vor der Kindergarten des Dorfes. Dieser bleibt weiterhin geöffnet.

Hierzu erklärt Jana Kilian von die Stadtverwaltung Ingelfingen auf GSCHWÄTZ-Nachfrage wie folgt: „Das DGH Stachenhausen wurde umgebaut, erweitert und saniert und wurde schon wieder in Betrieb genommen. Bis wann das DGH Dörrenzimmern wieder in gewohntem Umfang genutzt werden kann und welche Kosten uns entstehen, wird derzeit noch geprüft.“

 




Unfall mit einem Verletzten und hohem Sachschaden

Ein Verletzter und Sachschaden in Höhe von circa 27.000 Euro sind das Resultat eines Unfalls am frühen Montagmorgen, 19. September 2022,  in der Stuttgarter Straße. An einer Kreuzung übersah ein 42-jähriger Skoda-Fahrer vermutlich einen auf der vorfahrtberechtigten Straße fahrenden Mercedes-Fahrer und kollidierte mit diesem. Bei dem Zusammenstoß wurde der 49-jährige Fahrer des Mercedes leicht verletzt.

Pressmitteilung Polizei Heilbronn




„Wir versuchen es, nun besser zu machen“

Nach dem Einwohner:innen mittlerweile den Aufstand in dem 130-Seelendorf Künzelsau-Ohrenbach wegen ihrer monatelangen Dauerbaustelle proben (wir berichteten), sprach nun Bauleiter Thomas Henecker von der Firma Krieger aus Backnang, mit Dr. Sandra Hartmann darüber, warum es teilweise so drunter und drüber ging – und gelobt Besserung. Bis Dezember 2022 soll die Baustelle beendet sein.

Vier weitere Mitarbeiter vor Ort

GSCHWÄTZ: Gab es denn Ihrer Meinung nach größere Verzögerungen im Rahmen der mittlerweile schon dauerhaft anmutenden Baustelle in Ohrenbach und wenn ja, warum?

Henecker: Natürlich. Wir haben später angefangen, weil wir Material erst später bekommen haben. Hinzu kommt: Viele der ausländischen Mitarbeiter fahren im Sommer vier Wochen im Urlaub. Ab sofort haben wir vier Mitarbeiter mehr vor Ort. Die Mitarbeiter teile ich dann künftig in zwei Kollonnen ein.

Ohne Schaufel auf der Baustelle

GSCHWÄTZ: Anwohner:innen hatten moniert, dass die Bauarbeiter teilweise nicht mal die gängisten Sachen dabei hatten und diese wiederum von Einwohner:innen ausleihen mussten, wie etwa Schaufeln und dergleichen. Ich teile die auf in 2 Kollonnen. Insgesamt 4 Mitarbeiter mehr.

Henecker: Wir haben bei uns über 500 Schaufeln. Wenn die Mitarbeiter diese Dinge nicht mitnehmen, was soll ich dazu sagen? Das kann ich gar nicht glauben, weil man zum Beispiel eine Schaufel ja fast immer braucht.

GSCHWÄTZ: Eine Anwohnerin hat uns berichtet, dass ihr Vorgarten aufgegraben wurde, als sie im Urlaub war. Kein Mensch habe ihr das vorab gesagt.

„Es war alles anders geplant hier“

Henecker: Kommunikationsschwierigkeiten gab es mit Sicherheit an der ein oder anderen Stelle. Aber es war auch alles anders geplant hier. Mir ist eine Firma abgesprungen, deren Mitarbeiter:innen hätten hier in der Nähe übernachtet. Die Mitarbeiter:innen der jetzigen Firma möchten aber abends nach Hause zu ihren Familien. Das bedeutet, jeden Tag morgens und abends 140km Fahrt, dazu kommt eine Autobahn, wo es sich ständig staut. Für mich wäre das auch einfacher, wenn die Arbeiter hier in der Nähe eine Unterkunft hätten.

GSCHWÄTZ: Manche monierten, dass es teilweise sehr unkoordiniert aussah. Man fing bei A an, machte bei Z weiter, dann ging man zu M und dann machte man wieder bei A weiter.

Henecker: Wenn zwei Firmen parallel an einer Baustelle arbeiten, ist das schwierig. Die Firma Steinbrenner hat etwa den Hauptgraben aufgemacht, dann mussten wir warten, bis sie fertig sind. Die Firma konnte die Baustelle dann nicht mehr zu Ende machen. Netze BW und die Stadt Künzelsau kennen aber die ganzen Umstände.

GSCHWÄTZ: Aber offensichtlich wurden diese Hintergründe bislang nicht offen genug mit den Anwohner:innen besprochen.

Henecker: „Wir versuchen, es nun besser zu machen. Dieses Jahr noch soll die Baustelle abgeschlossen werden.

Text: Dr. Sandra Hartmann

 




Keine Vereinstermine in den Dorfgemeinschaftshäusern Dörrenzimmern und Stachenhausen: Öffnung unklar

Die Sommerferien sind vorbei, neben den Schulen hat auch die Vereinsarbeit und die Arbeit der Musikschulen wieder begonnen. In Stachenhausen und Dörrenzimmern können diese Veranstaltungen aber nicht wie gewohnt im jeweiligen Dorfgemeinschaftshaus stattfinden, denn diese Dorfgemeinschaftshäuser sind im Moment geschlossen. Musikunterricht findet beispielsweise bei einer Musiklehrerein statt, Vereine müssen sich andere Räume suchen.

Stachenhausen: Geplante Umbaumassnahmen

In Stachenhausen war die Schließung geplant: Umbaumaßnahmen machen die Schließung derzeit erforderlich. „Sobald die Umbauarbeiten abgeschlossen sind und die erforderliche Schlussabnahme durch die untere Baurechtsbehörde stattgefunden hat, kann die Nutzung im Dorfgemeinschaftshaus Stachenhausen wieder aufgenommen werden“, teilt das Landratsamt mit. Bis wann damit gerechnet werden kann, sagt das Landratsamt leider nicht.

Dörrenzimmern: Brandschutz

Nicht geplant war hingegen die Schließung des Dorfgemeinschaftshauses im Dörrenzimmerner Kindergarten, dort stellten sich Brandschutzmängel heraus: „Die Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses in Dörrenzimmern ist aus brandschutzrechtlichen Gründen aktuell nicht möglich. Von der Stadt Ingelfingen wurde im Juli 2022 ein Antrag auf Baugenehmigung für die „energetische Außensanierung und den Anbau des Dorfgemeinschaftshauses mit barrierefreier Erschließung“ eingereicht. Bei der Prüfung dieser Unterlagen sind der unteren Baurechtsbehörde des Landratsamts Hohenlohekreis und der Brandschutzdienststelle (Kreisbrandmeister) brandschutzrechtliche Missstände bei den erforderlichen Rettungswegen aufgefallen.“ Es sind offenbar nicht genügend Notausgänge vorhanden, um eine größere Zahl von Menschen bei einem Brand schnell evakuieren zu können. „Die Überprüfung des Brandschutzes erfolgte somit anlassbezogen“, so das Landratsamt.

Bürgermeister Bauer antwortet nicht

Natürlich hat GSCHWÄTZ direkt bei Ingelfingens Bürgermeister Bauer angefragt und wollte von ihm wissen, bis wann die Dorfgemeinschaftshäuser voraussichtlich wieder genutzt werden können. Außerdem wollten wir wissen, welche Kosten der Gemeinde voraussichtlich entstehen werden, um die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, damit die Dorfgemeinschaftshäuser wieder ihrer Bestimmung übergeben werden können.

Geantwortet hat Bauer bisher nicht.

Text: Matthias Lauterer




Die Hohenloher Streuobstwiese als Ökosystem mit Start Up Potenzial

Sie gehören im ländlichen Raum zum Landschaftsbild – Streuobstwiesen mit den unterschiedlichsten Obstbaumsorten.
Im aktuellen Podcast begrüßt Hohenlohe Plus einen Mann, dem viel daran gelegen ist, diese Streuobstwiesenkultur in Hohenlohe zu erhalten. Mit seinem kleinen Familienunternehmen der Böhm Ciderwerkstatt in Hollenbach, stellt er mit eigenen Äpfeln und Birnen Cider, Streuobstweine und Perries her. Im aktuellen Podcast geht es darum, warum es so wichtig ist, Streuobstwiesen zu erhalten, wie Cider hergestellt wird und welche Zukunftspläne Manfred Böhm für sein kleines Familienunternehmen hat.

Der Hohenlohe Plus Podcast steht auf der Webseite des Vereins und auf den gängigen Podcast-Kanälen wie Amazon, Apple und Spotify zum Hören bereit.
Für mehr Informationen besuchen Sie gerne die Website https://www.hohenlohe.plus oder schreiben eine e-mail an: info@hohenlohe.plus

Über Hohenlohe Plus
Seit Jahren kämpfen nicht nur Unternehmen, sondern auch viele andere Arbeitgeber wie Kommunen, Krankenhäuser, Pflegeheime, Kitas und weitere Einrichtungen darum, Fachkräfte zu gewinnen. Mit Hohenlohe Plus hat sich ein Netzwerk gebildet, das genau diesen Bedarf für die Region adressiert und konkrete Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel ergreift. Im Jahr 2018 haben sich dazu die fünf größten Städte Hohenlohes – Bad Mergentheim, Crailsheim, Künzelsau, Öhringen und Schwäbisch Hall – im Verein Hohenlohe Plus z
usammengeschlossen.
Gemeinsam mit Unternehmen, Institutionen, Organisationen und vielen engagierten Menschen werden Arbeitgeber dabei unterstützt, mehr Fachkräfte zu gewinnen und so die erfolgreiche Weiterentwicklung ihres Unternehmens zu sichern. Indem Kräfte gebündelt werden und Hohenlohe als das in der Öffentlichkeit präsentieren, was es ist: eine der attraktivsten Regionen Deutschlands mit herausragender Lebensqualität und besten Karriereperspektiven. Mehr Infos unter www.hohenlohe.plus

Pressemitteilung Hohenlohe Plus




Mit mehr als 2 Promille Alkohol im Graben gelandet

Mit mehr als zwei Promille verursachte eine 38-jährige Audi-Fahrerin am Samstag einen Unfall in Künzelsau. Die Frau war gegen 1.15 Uhr auf der Bundesstraße 19 unterwegs und kam nach rechts von der Fahrbahn ab und in einem Straßengraben zum Stehen.

Die Polizeibeamten bemerkten bei der Unfallaufnahme eine Alkoholisierung der Frau, weshalb sie zur Blutentnahme ins Krankenhaus gebracht wurde.

Aufgrund der Unfallspuren am Pkw ergab sich der Verdacht, dass die Frau bereits vor dem Abkommen von der Fahrbahn einen Unfall gebaut hatte. Eine Überprüfung ergab, dass sie vermutlich im Bereich der Verkehrsinsel Hohenlohestraße / Mainzer Straße gegen einen Pfosten gefahren war. Hierdurch trat auch Kühlflüssigkeit aus dem Auto aus. Die Höhe des Schadens ist unbekannt. Der Führerschein der Audi-Lenkerin wurde beschlagnahmt.

Pressemitteilung Polizei Heilbronn




Ein Angebot, das Sie nicht ablehnen können

Die Kreisverwaltung möchte, dass der Kreistag am 26. September 2022 in Öhringen beschließt, der Hohenloher Krankenhaus gGmbH freie Hand bei der Vermarktung des Krankenhausgebäudes in Künzelsau zu lassen. Insbesondere soll der Kreistag mitbeschließen, dass das Gebäude auch abgerissen werden darf, wodurch dem Kreis für den Abbruch ungenannte Kosten entstehen werden, so stünde es im Konsortialvertrag. Ein eventueller Erlös aus der „Vermarktung“ des Gebäudes und des Grundstücks soll die Finanzkraft der Betreibergesellschaft stärken.

Kreis trägt derzeit Unterhaltskosten

Unbestritten ist, dass der Kreis für den Unterhalt des Gebäudes derzeit die Kosten trägt. Dass der Kreis dieses Geld auch für andere Zwecke sinnstiftend einsetzen kann, ist ebenfalls unbestritten, gerade in der heutigen Zeit. Wie hoch diese Kosten sind? Das steht nicht im Beschlußantrag der Verwaltung. Unbestritten ist auch, dass der Kreis für die Bereitstellung von Flüchtlingsplätzen Geld erhält – auch die Höhe dieses Betrages ist bisher nicht in die Diskussion eingebracht.

Abriß wäre auch ein symbolischer Akt

Ein Abriss des Gebäudes wäre nebenbei auch ein symbolischer Akt, ein Zeichen, dass die Ära „Krankenhaus Künzelsau“ ein für allemal und unwiederbringlich vorbei ist.

Von „marode“ war lange nicht die Rede

Deutlich weniger unbestritten ist die Aussage, dass das Gebäude „marode“ sei. Kurz vor der Schließung des Krankenhauses, als es noch darum ging, einen Investor zu finden, war von „marode“ ganz und gar nicht die Rede. Die Gutachten sind der Öffentlichkeit nicht bekannt, es ist weder die konkrete Fragestellung an die Gutachter bekannt, noch sind Zeitpunkt und Anlass der Fragestellung bekannt. Geschweige denn, dass die Antworten im Detail bekannt wären.

MVZ: Versprechen nicht eingelöst

Ebenfalls nicht bekannt ist, wann es endlich das versprochene Medizinische Versorgungszentrum in Künzelsau geben wird. Dieses MVZ wurde der Bevölkerung vom Kreis als Kompensation für die Anlaufstelle Krankenhaus versprochen und besteht momentan aus einer Webseite und de facto einer Praxis für Gynäkologie – die zweite auf der Webseite genannte Praxis ist verwaist. Seit Jahren fordert Künzelsau die Einhaltung dieses Versprechens, nur: es tut sich nichts Sichtbares. Verantwortlich für den Aufbau dieses MVZ wäre die Hohenloher Krankenhaus gGmbH, die dem Hohenlohekreis und der BBT-Gruppe gehört.

Ein Sahnestück für hochpreisige Wohnungen oder ein Altenheim

Für einen eventuellen Investor könnte sich das Krankenhaus als ein Sahnestück herausstellen. Das Grundstück ist an das Ärztehaus MediKün angebunden, die komplette Infrastruktur wurde vor wenigen Jahren erneuert und ist auf dem neuesten Stand. Dazu hat es einen direkten Anschluß an den Wald. Man könnte dort stadtnahe und ruhige Wohnungen für betuchte Kreise errichten. Oder ein Altenheim. Beides Dinge, die Investoren immer wieder für Künzelsau vorschlagen. Und beides sind genau die Vorschläge, die Künzelsau vielleicht nicht am Dringendsten benötigt.

Kreisverwaltung drängt mit deutlichen Worten

Ausschnitt aus der Beschlußvorlage der Verwaltung. Foto: Sitzungsunterlagen

In ihrer Beschlußvorlage für den Kreistag fordert die Kreisverwaltung von der Stadt Künzelsau unmißverständlich auf, unmittelbar Baurecht für das Gelände zu schaffen. Diese Sätze klingen fast filmreif, ungefähr wie ein Angebot, das die Stadt nicht ablehnen kann: „Wenn Du kein Loch in der Stadt haben willst, dann tu mir halt einen kleinen Gefallen“. Marlon Brando grüßt aus der Ferne.

Eine Verwaltung will einem gewählten Parlament Vorschriften machen

Dieser Stil ist, gelinde gesagt, in einer Demokratie nicht angebracht. Eine Verwaltung kann einem demokratisch gewählten Parlament, in diesem Falle dem Künzelsauer Gemeinderat, keine Vorschriften machen, wie es abstimmen soll. Es ist, als würde „die Verwaltung“ der Stadt Künzelsau einen Fehdehandschuh hinwerfen: Sie bringt Schärfe in eine Auseinandersetzung, die vor dem Beschlußantrag noch gar nicht bestanden hat.

Ein Gschmäckle

So dringlich, wie die Kreisverwaltung das Thema formuliert, ist das Thema aber eigentlich gar nicht: Die Mietverträge der Noch-Mieter im Krankenhausgebäude laufen ja noch, einer sogar bis 2027. Und fünf Jahre wären eine lange Zeit, um Baurecht zu schaffen. Wären … wenn nicht die Verwaltung schon betonen würde, dass sie daran interessiert ist, dass die Mieter „anderweitig unterkommen“. Auch über diese Kosten steht nichts im Beschlussantrag.

Wohin geht die Tagesklinik?

Welche Räumlichkeiten in Künzelsau sollten denn beispielsweise kurzfristig für die Tagesklinik bereitstehen? Oder soll diese Institution womöglich aus Künzelsau fortgehen?

Steckt hinter dem Kostenargument möglicherweise ein ganz anderes? Steht etwa bereits ein Investor in den Startlöchern, der Interesse an dem Grundstück hat und der einen schnellen Projektbeginn wünscht?

Vorschlag für die Weiternutzung

Auf der anderen Seite ist die Stadt Künzelsau natürlich auch nicht gezwungen, Baurecht zu schaffen. Ein leerstehendes und nicht nutzbares Krankenhaus kann eine Weile als kleine Erinnerung an das Versprechen eines gut ausgestatteten MVZ erhalten bleiben. Vielleicht kann das Gebäude irgendwann zu einem Museum für stillgelegte Krankenhäuser im Land Baden-Württemberg umgewidmet werden. Manfred Lucha würde sicherlich gerne die Namenspatenschaft für ein solches Museum übernehmen.

Ein Kommentar von Matthias Lauterer