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„Wir versuchen es, nun besser zu machen“

Nach dem Einwohner:innen mittlerweile den Aufstand in dem 130-Seelendorf Künzelsau-Ohrenbach wegen ihrer monatelangen Dauerbaustelle proben (wir berichteten), sprach nun Bauleiter Thomas Henecker von der Firma Krieger aus Backnang, mit Dr. Sandra Hartmann darüber, warum es teilweise so drunter und drüber ging – und gelobt Besserung. Bis Dezember 2022 soll die Baustelle beendet sein.

Vier weitere Mitarbeiter vor Ort

GSCHWÄTZ: Gab es denn Ihrer Meinung nach größere Verzögerungen im Rahmen der mittlerweile schon dauerhaft anmutenden Baustelle in Ohrenbach und wenn ja, warum?

Henecker: Natürlich. Wir haben später angefangen, weil wir Material erst später bekommen haben. Hinzu kommt: Viele der ausländischen Mitarbeiter fahren im Sommer vier Wochen im Urlaub. Ab sofort haben wir vier Mitarbeiter mehr vor Ort. Die Mitarbeiter teile ich dann künftig in zwei Kollonnen ein.

Ohne Schaufel auf der Baustelle

GSCHWÄTZ: Anwohner:innen hatten moniert, dass die Bauarbeiter teilweise nicht mal die gängisten Sachen dabei hatten und diese wiederum von Einwohner:innen ausleihen mussten, wie etwa Schaufeln und dergleichen. Ich teile die auf in 2 Kollonnen. Insgesamt 4 Mitarbeiter mehr.

Henecker: Wir haben bei uns über 500 Schaufeln. Wenn die Mitarbeiter diese Dinge nicht mitnehmen, was soll ich dazu sagen? Das kann ich gar nicht glauben, weil man zum Beispiel eine Schaufel ja fast immer braucht.

GSCHWÄTZ: Eine Anwohnerin hat uns berichtet, dass ihr Vorgarten aufgegraben wurde, als sie im Urlaub war. Kein Mensch habe ihr das vorab gesagt.

„Es war alles anders geplant hier“

Henecker: Kommunikationsschwierigkeiten gab es mit Sicherheit an der ein oder anderen Stelle. Aber es war auch alles anders geplant hier. Mir ist eine Firma abgesprungen, deren Mitarbeiter:innen hätten hier in der Nähe übernachtet. Die Mitarbeiter:innen der jetzigen Firma möchten aber abends nach Hause zu ihren Familien. Das bedeutet, jeden Tag morgens und abends 140km Fahrt, dazu kommt eine Autobahn, wo es sich ständig staut. Für mich wäre das auch einfacher, wenn die Arbeiter hier in der Nähe eine Unterkunft hätten.

GSCHWÄTZ: Manche monierten, dass es teilweise sehr unkoordiniert aussah. Man fing bei A an, machte bei Z weiter, dann ging man zu M und dann machte man wieder bei A weiter.

Henecker: Wenn zwei Firmen parallel an einer Baustelle arbeiten, ist das schwierig. Die Firma Steinbrenner hat etwa den Hauptgraben aufgemacht, dann mussten wir warten, bis sie fertig sind. Die Firma konnte die Baustelle dann nicht mehr zu Ende machen. Netze BW und die Stadt Künzelsau kennen aber die ganzen Umstände.

GSCHWÄTZ: Aber offensichtlich wurden diese Hintergründe bislang nicht offen genug mit den Anwohner:innen besprochen.

Henecker: „Wir versuchen, es nun besser zu machen. Dieses Jahr noch soll die Baustelle abgeschlossen werden.

Text: Dr. Sandra Hartmann

 




Keine Vereinstermine in den Dorfgemeinschaftshäusern Dörrenzimmern und Stachenhausen: Öffnung unklar

Die Sommerferien sind vorbei, neben den Schulen hat auch die Vereinsarbeit und die Arbeit der Musikschulen wieder begonnen. In Stachenhausen und Dörrenzimmern können diese Veranstaltungen aber nicht wie gewohnt im jeweiligen Dorfgemeinschaftshaus stattfinden, denn diese Dorfgemeinschaftshäuser sind im Moment geschlossen. Musikunterricht findet beispielsweise bei einer Musiklehrerein statt, Vereine müssen sich andere Räume suchen.

Stachenhausen: Geplante Umbaumassnahmen

In Stachenhausen war die Schließung geplant: Umbaumaßnahmen machen die Schließung derzeit erforderlich. „Sobald die Umbauarbeiten abgeschlossen sind und die erforderliche Schlussabnahme durch die untere Baurechtsbehörde stattgefunden hat, kann die Nutzung im Dorfgemeinschaftshaus Stachenhausen wieder aufgenommen werden“, teilt das Landratsamt mit. Bis wann damit gerechnet werden kann, sagt das Landratsamt leider nicht.

Dörrenzimmern: Brandschutz

Nicht geplant war hingegen die Schließung des Dorfgemeinschaftshauses im Dörrenzimmerner Kindergarten, dort stellten sich Brandschutzmängel heraus: „Die Nutzung des Dorfgemeinschaftshauses in Dörrenzimmern ist aus brandschutzrechtlichen Gründen aktuell nicht möglich. Von der Stadt Ingelfingen wurde im Juli 2022 ein Antrag auf Baugenehmigung für die „energetische Außensanierung und den Anbau des Dorfgemeinschaftshauses mit barrierefreier Erschließung“ eingereicht. Bei der Prüfung dieser Unterlagen sind der unteren Baurechtsbehörde des Landratsamts Hohenlohekreis und der Brandschutzdienststelle (Kreisbrandmeister) brandschutzrechtliche Missstände bei den erforderlichen Rettungswegen aufgefallen.“ Es sind offenbar nicht genügend Notausgänge vorhanden, um eine größere Zahl von Menschen bei einem Brand schnell evakuieren zu können. „Die Überprüfung des Brandschutzes erfolgte somit anlassbezogen“, so das Landratsamt.

Bürgermeister Bauer antwortet nicht

Natürlich hat GSCHWÄTZ direkt bei Ingelfingens Bürgermeister Bauer angefragt und wollte von ihm wissen, bis wann die Dorfgemeinschaftshäuser voraussichtlich wieder genutzt werden können. Außerdem wollten wir wissen, welche Kosten der Gemeinde voraussichtlich entstehen werden, um die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, damit die Dorfgemeinschaftshäuser wieder ihrer Bestimmung übergeben werden können.

Geantwortet hat Bauer bisher nicht.

Text: Matthias Lauterer




Die Hohenloher Streuobstwiese als Ökosystem mit Start Up Potenzial

Sie gehören im ländlichen Raum zum Landschaftsbild – Streuobstwiesen mit den unterschiedlichsten Obstbaumsorten.
Im aktuellen Podcast begrüßt Hohenlohe Plus einen Mann, dem viel daran gelegen ist, diese Streuobstwiesenkultur in Hohenlohe zu erhalten. Mit seinem kleinen Familienunternehmen der Böhm Ciderwerkstatt in Hollenbach, stellt er mit eigenen Äpfeln und Birnen Cider, Streuobstweine und Perries her. Im aktuellen Podcast geht es darum, warum es so wichtig ist, Streuobstwiesen zu erhalten, wie Cider hergestellt wird und welche Zukunftspläne Manfred Böhm für sein kleines Familienunternehmen hat.

Der Hohenlohe Plus Podcast steht auf der Webseite des Vereins und auf den gängigen Podcast-Kanälen wie Amazon, Apple und Spotify zum Hören bereit.
Für mehr Informationen besuchen Sie gerne die Website https://www.hohenlohe.plus oder schreiben eine e-mail an: info@hohenlohe.plus

Über Hohenlohe Plus
Seit Jahren kämpfen nicht nur Unternehmen, sondern auch viele andere Arbeitgeber wie Kommunen, Krankenhäuser, Pflegeheime, Kitas und weitere Einrichtungen darum, Fachkräfte zu gewinnen. Mit Hohenlohe Plus hat sich ein Netzwerk gebildet, das genau diesen Bedarf für die Region adressiert und konkrete Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel ergreift. Im Jahr 2018 haben sich dazu die fünf größten Städte Hohenlohes – Bad Mergentheim, Crailsheim, Künzelsau, Öhringen und Schwäbisch Hall – im Verein Hohenlohe Plus z
usammengeschlossen.
Gemeinsam mit Unternehmen, Institutionen, Organisationen und vielen engagierten Menschen werden Arbeitgeber dabei unterstützt, mehr Fachkräfte zu gewinnen und so die erfolgreiche Weiterentwicklung ihres Unternehmens zu sichern. Indem Kräfte gebündelt werden und Hohenlohe als das in der Öffentlichkeit präsentieren, was es ist: eine der attraktivsten Regionen Deutschlands mit herausragender Lebensqualität und besten Karriereperspektiven. Mehr Infos unter www.hohenlohe.plus

Pressemitteilung Hohenlohe Plus




Mit mehr als 2 Promille Alkohol im Graben gelandet

Mit mehr als zwei Promille verursachte eine 38-jährige Audi-Fahrerin am Samstag einen Unfall in Künzelsau. Die Frau war gegen 1.15 Uhr auf der Bundesstraße 19 unterwegs und kam nach rechts von der Fahrbahn ab und in einem Straßengraben zum Stehen.

Die Polizeibeamten bemerkten bei der Unfallaufnahme eine Alkoholisierung der Frau, weshalb sie zur Blutentnahme ins Krankenhaus gebracht wurde.

Aufgrund der Unfallspuren am Pkw ergab sich der Verdacht, dass die Frau bereits vor dem Abkommen von der Fahrbahn einen Unfall gebaut hatte. Eine Überprüfung ergab, dass sie vermutlich im Bereich der Verkehrsinsel Hohenlohestraße / Mainzer Straße gegen einen Pfosten gefahren war. Hierdurch trat auch Kühlflüssigkeit aus dem Auto aus. Die Höhe des Schadens ist unbekannt. Der Führerschein der Audi-Lenkerin wurde beschlagnahmt.

Pressemitteilung Polizei Heilbronn




Ein Angebot, das Sie nicht ablehnen können

Die Kreisverwaltung möchte, dass der Kreistag am 26. September 2022 in Öhringen beschließt, der Hohenloher Krankenhaus gGmbH freie Hand bei der Vermarktung des Krankenhausgebäudes in Künzelsau zu lassen. Insbesondere soll der Kreistag mitbeschließen, dass das Gebäude auch abgerissen werden darf, wodurch dem Kreis für den Abbruch ungenannte Kosten entstehen werden, so stünde es im Konsortialvertrag. Ein eventueller Erlös aus der „Vermarktung“ des Gebäudes und des Grundstücks soll die Finanzkraft der Betreibergesellschaft stärken.

Kreis trägt derzeit Unterhaltskosten

Unbestritten ist, dass der Kreis für den Unterhalt des Gebäudes derzeit die Kosten trägt. Dass der Kreis dieses Geld auch für andere Zwecke sinnstiftend einsetzen kann, ist ebenfalls unbestritten, gerade in der heutigen Zeit. Wie hoch diese Kosten sind? Das steht nicht im Beschlußantrag der Verwaltung. Unbestritten ist auch, dass der Kreis für die Bereitstellung von Flüchtlingsplätzen Geld erhält – auch die Höhe dieses Betrages ist bisher nicht in die Diskussion eingebracht.

Abriß wäre auch ein symbolischer Akt

Ein Abriss des Gebäudes wäre nebenbei auch ein symbolischer Akt, ein Zeichen, dass die Ära „Krankenhaus Künzelsau“ ein für allemal und unwiederbringlich vorbei ist.

Von „marode“ war lange nicht die Rede

Deutlich weniger unbestritten ist die Aussage, dass das Gebäude „marode“ sei. Kurz vor der Schließung des Krankenhauses, als es noch darum ging, einen Investor zu finden, war von „marode“ ganz und gar nicht die Rede. Die Gutachten sind der Öffentlichkeit nicht bekannt, es ist weder die konkrete Fragestellung an die Gutachter bekannt, noch sind Zeitpunkt und Anlass der Fragestellung bekannt. Geschweige denn, dass die Antworten im Detail bekannt wären.

MVZ: Versprechen nicht eingelöst

Ebenfalls nicht bekannt ist, wann es endlich das versprochene Medizinische Versorgungszentrum in Künzelsau geben wird. Dieses MVZ wurde der Bevölkerung vom Kreis als Kompensation für die Anlaufstelle Krankenhaus versprochen und besteht momentan aus einer Webseite und de facto einer Praxis für Gynäkologie – die zweite auf der Webseite genannte Praxis ist verwaist. Seit Jahren fordert Künzelsau die Einhaltung dieses Versprechens, nur: es tut sich nichts Sichtbares. Verantwortlich für den Aufbau dieses MVZ wäre die Hohenloher Krankenhaus gGmbH, die dem Hohenlohekreis und der BBT-Gruppe gehört.

Ein Sahnestück für hochpreisige Wohnungen oder ein Altenheim

Für einen eventuellen Investor könnte sich das Krankenhaus als ein Sahnestück herausstellen. Das Grundstück ist an das Ärztehaus MediKün angebunden, die komplette Infrastruktur wurde vor wenigen Jahren erneuert und ist auf dem neuesten Stand. Dazu hat es einen direkten Anschluß an den Wald. Man könnte dort stadtnahe und ruhige Wohnungen für betuchte Kreise errichten. Oder ein Altenheim. Beides Dinge, die Investoren immer wieder für Künzelsau vorschlagen. Und beides sind genau die Vorschläge, die Künzelsau vielleicht nicht am Dringendsten benötigt.

Kreisverwaltung drängt mit deutlichen Worten

Ausschnitt aus der Beschlußvorlage der Verwaltung. Foto: Sitzungsunterlagen

In ihrer Beschlußvorlage für den Kreistag fordert die Kreisverwaltung von der Stadt Künzelsau unmißverständlich auf, unmittelbar Baurecht für das Gelände zu schaffen. Diese Sätze klingen fast filmreif, ungefähr wie ein Angebot, das die Stadt nicht ablehnen kann: „Wenn Du kein Loch in der Stadt haben willst, dann tu mir halt einen kleinen Gefallen“. Marlon Brando grüßt aus der Ferne.

Eine Verwaltung will einem gewählten Parlament Vorschriften machen

Dieser Stil ist, gelinde gesagt, in einer Demokratie nicht angebracht. Eine Verwaltung kann einem demokratisch gewählten Parlament, in diesem Falle dem Künzelsauer Gemeinderat, keine Vorschriften machen, wie es abstimmen soll. Es ist, als würde „die Verwaltung“ der Stadt Künzelsau einen Fehdehandschuh hinwerfen: Sie bringt Schärfe in eine Auseinandersetzung, die vor dem Beschlußantrag noch gar nicht bestanden hat.

Ein Gschmäckle

So dringlich, wie die Kreisverwaltung das Thema formuliert, ist das Thema aber eigentlich gar nicht: Die Mietverträge der Noch-Mieter im Krankenhausgebäude laufen ja noch, einer sogar bis 2027. Und fünf Jahre wären eine lange Zeit, um Baurecht zu schaffen. Wären … wenn nicht die Verwaltung schon betonen würde, dass sie daran interessiert ist, dass die Mieter „anderweitig unterkommen“. Auch über diese Kosten steht nichts im Beschlussantrag.

Wohin geht die Tagesklinik?

Welche Räumlichkeiten in Künzelsau sollten denn beispielsweise kurzfristig für die Tagesklinik bereitstehen? Oder soll diese Institution womöglich aus Künzelsau fortgehen?

Steckt hinter dem Kostenargument möglicherweise ein ganz anderes? Steht etwa bereits ein Investor in den Startlöchern, der Interesse an dem Grundstück hat und der einen schnellen Projektbeginn wünscht?

Vorschlag für die Weiternutzung

Auf der anderen Seite ist die Stadt Künzelsau natürlich auch nicht gezwungen, Baurecht zu schaffen. Ein leerstehendes und nicht nutzbares Krankenhaus kann eine Weile als kleine Erinnerung an das Versprechen eines gut ausgestatteten MVZ erhalten bleiben. Vielleicht kann das Gebäude irgendwann zu einem Museum für stillgelegte Krankenhäuser im Land Baden-Württemberg umgewidmet werden. Manfred Lucha würde sicherlich gerne die Namenspatenschaft für ein solches Museum übernehmen.

Ein Kommentar von Matthias Lauterer




Schwerer Verkehrsunfall auf der A6 Richtung Nürnberg, Höhe Bretzfeld, Rettungskräfte vor Ort

Vermutlich aufgrund eines medizinischen Notfalls kam es am Montagmittag auf der A6 bei Bretzfeld zu einem Unfall. Ein 57-Jähriger befuhr gegen 12.40 Uhr die Autobahn in Richtung Nürnberg. Dort fuhr er plötzlich vom rechten auf den linken Fahrstreifen und kollidiert mit der Mittelleitplanke, von welcher er abgewiesen wurde und kam schließlich auf dem Standstreifen zum Stehen. Der Mann wurde aus seinem VW Bus geborgen, erlag aber noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen. Das Fahrzeug war nicht mehr fahrbereit und wurde abgeschleppt. Die Fahrbahn musste während der Unfallaufnahme bis circa 14.45 Uhr gesperrt werden.

Pressemitteilung Polizei Heilbronn




Klimademo in Künzelsau

Am Freitag, 23. September 2022, veranstalten eine Reihe von Umweltorgansisationen in Deutschland und der ganzen Welt einen erneuten Klimastreik. Über 250 Demonstrationen sind bis jetzt schon in Deutschland angemeldet, eine davon in Künzelsau.

Die Demonstration ist für 13:30 am alten Rathaus in Künzelsau geplant.




Autos mit „Z“-Symbol besprüht

Das Polizeirevier Künzelsau sucht Zeugen, nachdem Unbekannte am frühen Sonntagmorgen, 18. September 2022 in Künzelsau Fahrzeuge mit Farbe besprühten. Insgesamt sieben Pkws wurden zwischen 2.30 Uhr und 8.30 Uhr in der Leonardo-da-Vinci-Straße, der Spitzwegstraße und der Taläckerallee beschädigt. Auf alle wurde mit heller, gräulicher Farbe ein Z-Symbol auf die Motorhaube oder die Heckscheibe gesprüht.

Es wird von einem Sachschaden von mehreren hundert Euro ausgegangen. Zeugen, die verdächtige Wahrnehmungen machen konnten oder Hinweise zu den Taten oder den Tätern geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 07940 9400 beim Polizeirevier Künzelsau zu melden.

Pressemitteilung Polizei Heilbronn




Wesen aus Märchen, Mythen und fantastischen Welten in Hohebuch

Nach langer Pause lädt der Verein Kunstform Marionette e.V.  vom 28. bis 30. Oktober 2022 zum Festival der Marionette in die Heimvolkshochschule Hohebuch ein.

Alle Informationen zu den einzelnen Veranstaltungen und der Kartenreservierung:

 

 

Pressemitteilung




Möglicher Abriss des Krankenhausgebäudes in Künzelsau

Am Montag, den 26. September 2022 wird die nächste öffentliche Sitzung des Kreistags stattfinden. Beginn ist um 14:00 in der Kultura in Öhringen. Gleich zu Anfang der Tagesordnung steht der Punkt „Zukunft Krankenhausgebäude Künzelsau“.

Es geht dabei nicht etwa darum, dass dort das lange versprochene Medizinische Versorgungszentrum (MVZ) ganz groß entstehen wird (wir berichteten). Es geht vielmehr darum, dass der Landkreis auf seine „Initiativrechte“ aus dem Konsortialvertrag verzichten will und die Weiternutzung oder -verwendung komplett in die Hände des Krankenhausträgers, der Hohenloher Krankenhaus gGmbH) zu legen. Ganz konkret soll der Kreistag, so beantragt es die Verwaltung, „sowohl einer Veräußerung des ehemaligen Krankenhausareals in Künzelsau als auch einem Abriss des alten Krankenhausgebäudes“ zustimmen. Außerdem sollen die Vertreter des Kreises in der Gesellschafterversammlung beauftragt werden, das Areal bestmöglich zu vermarkten. Der Kreistag möge also beschließen, der Betreibergesellschaft bei der Vermarktung völlig freie Hand zu lassen.

Keine Nutzungsmöglichkeit

Die „Substanz ist marode“, das hätten mehrere Gutachten bestätigt, gibt die Verwaltung an. Die Gutachten selbst sind der Öffentlichkeit bisher nicht bekannt, eine unabhängige Prüfung dieser Aussage ist somit derzeit nicht möglich. „Der Landkreis selbst hat nach ausführlichen Untersuchungen keine langfristige Nutzungsmöglichkeit für das Gebäude. Sämtliche Nutzungen selbst als Verwaltungsinterim wären unwirtschaftlich und ungeeignet.“ Das zumindest ist die Aussage der Verwaltung. Alle Mietverträge würden spätestens 2027 auslaufen, die Kreisverwaltung scheint sogar interessiert zu sein, die Mieter „anderweitig unterkommen“ zu lassen.

Die Hohenloher Krankenhaus gGmbH betreibt das Krankenhaus in Öhringen und einige weitere gesundheitsnahe Dienstleistungen. Getragen wird die Gesellschaft vom Hohenlohekreis und der Barmherzige Brüder Trier-Gruppe (BBT), die auch die Mehrheit der Anteile hält.

Auch der Betreiber, die Hohenloher Krankenhaus gGmbH, sieht laut dieser Sitzungsvorlage keine Möglichkeit einer Weiternutzung des Gebäudes. Angesichts der enormen Investitionsrückstände halte man auch keine „sinnvolle Sanierung des Gebäudes für möglich“.  

Ein Sahnestück für Investoren – das Künzelsauer Krankenhaus-Gelände. Foto: Sitzungsunterlagen Kreistag

Kosten trägt derzeit der Kreis

Derzeit trägt der Landkreis aufgrund seiner Zahlungsverpflichtungen aus dem Konsortialvertrag die laufenden Unterhaltungs und Instandhaltungskosten. Um den Landkreis von den zukünftigen Kosten zu entlasten und die Finanzkraft der HK gGmbH zu stärken, soll das Areal bzw. das Gebäude „vermarktet“ werden. 

Schwarzen Peter auf die Stadt Künzelsau geschoben

Die Stadt Künzelsau soll nun – das ist laut Sitzungsvorlage der Plan der Kreisverwaltung – schnellstmöglich Baurecht schaffen, da mit dem derzeitigen Bebauungsplan keine sinnvolle Vermarktung möglich sei. Ohne Baurecht würde nach einem Abrisseine Freifläche entstehen, die für den Hohenlohekreis dann zumindest keine hohen laufenden Kosten mehr bedeuten würde“. Schnell Baurecht zu schaffen, sei „zwingend notwendig“, so sagt es zumindest die Kreisverwaltung. 

Keine Aussage über Kosten

Wie hoch die laufenden Kosten sind, sagt die Verwaltung in ihrem Antrag allerdings nicht. Allerdings sagt sie, dass der Landkreis bei einem eventuellen Abriß die Abrißkosten aus eigener Tasche bezahlen muss. Eine Kostenschätzung für den eventuellen Abriss nennt die Verwaltung ebenfalls nicht.

Alternativen

Momentan sind im Krankenhaus Flüchtlinge untergebracht. Das Medizinische Versorgungszentrum, das den Bürger:innen von Künzelsau versprochen wurde, ist de facto nicht vorhanden: Eine einzige Praxis umfasst dieses Zentrum, eine Praxis für Frauenheilkunde. Die Allgemeinmedizinische Praxis ist derzeit unbesetzt. „Wir bemühen uns intensiv darum, diesen Arztsitz neu zu besetzen“, sagt Ute Emig-Lange, Pressesprecherin des Caritas Krankenhauses in Bad Mergentheim.

Ein Krankenhausgebäude mit der nötigen Infrastruktur könnte der Stadt Künzelsau helfen, gesundheitliche und gesundheitsnahe Dienstleistungen an einem zentralen Ort zusammenzuführen – ein Ärztehaus mit mehreren unterschiedlichen Praxen befindet sich ja bereits vor Ort. Durch entsprechende Vernetzung der Einrichtungen könnte eine ganz neue patientenorientierte Versorgung entstehen.

Auf der anderen Seite benötigt Künzelsau preiswerten Wohnraum. Ein Gebäude, das einerseits viele recht geräumige Zimmer mit allen benötigten Sanitäranschlüssen aufweist, andererseits aber auch Räumlichkeiten für Gemeinschaftsunternehmungen, wäre für ein Studentenwohnheim sicherlich geeignet, auch wenn es nicht im modernsten Zustand sein sollte. Auch würde ein solches Wohnheim – so war bei der Diskussion um das MUSTANG-Gelände immer argumentiert worden – Wohnraum in der Stadt schaffen, da Student:innen Mehrzimmerwohnungen freigeben und in ein solches Wohnheim ziehen würden.

Ein wahres Sahnestück

Das Grundstück ist jedenfalls durchaus ein Sahnestück, das Investoren anlocken dürfte. Vor allem, wenn es bereits baureif, das heißt: ohne Gebäude und mit Baurecht, übergeben werden könnte.

Text: Matthias Lauterer