„Wir versuchen es, nun besser zu machen“
Nach dem Einwohner:innen mittlerweile den Aufstand in dem 130-Seelendorf Künzelsau-Ohrenbach wegen ihrer monatelangen Dauerbaustelle proben (wir berichteten), sprach nun Bauleiter Thomas Henecker von der Firma Krieger aus Backnang, mit Dr. Sandra Hartmann darüber, warum es teilweise so drunter und drüber ging – und gelobt Besserung. Bis Dezember 2022 soll die Baustelle beendet sein.
Vier weitere Mitarbeiter vor Ort
GSCHWÄTZ: Gab es denn Ihrer Meinung nach größere Verzögerungen im Rahmen der mittlerweile schon dauerhaft anmutenden Baustelle in Ohrenbach und wenn ja, warum?
Henecker: Natürlich. Wir haben später angefangen, weil wir Material erst später bekommen haben. Hinzu kommt: Viele der ausländischen Mitarbeiter fahren im Sommer vier Wochen im Urlaub. Ab sofort haben wir vier Mitarbeiter mehr vor Ort. Die Mitarbeiter teile ich dann künftig in zwei Kollonnen ein.
Ohne Schaufel auf der Baustelle
GSCHWÄTZ: Anwohner:innen hatten moniert, dass die Bauarbeiter teilweise nicht mal die gängisten Sachen dabei hatten und diese wiederum von Einwohner:innen ausleihen mussten, wie etwa Schaufeln und dergleichen. Ich teile die auf in 2 Kollonnen. Insgesamt 4 Mitarbeiter mehr.
Henecker: Wir haben bei uns über 500 Schaufeln. Wenn die Mitarbeiter diese Dinge nicht mitnehmen, was soll ich dazu sagen? Das kann ich gar nicht glauben, weil man zum Beispiel eine Schaufel ja fast immer braucht.
GSCHWÄTZ: Eine Anwohnerin hat uns berichtet, dass ihr Vorgarten aufgegraben wurde, als sie im Urlaub war. Kein Mensch habe ihr das vorab gesagt.
„Es war alles anders geplant hier“
Henecker: Kommunikationsschwierigkeiten gab es mit Sicherheit an der ein oder anderen Stelle. Aber es war auch alles anders geplant hier. Mir ist eine Firma abgesprungen, deren Mitarbeiter:innen hätten hier in der Nähe übernachtet. Die Mitarbeiter:innen der jetzigen Firma möchten aber abends nach Hause zu ihren Familien. Das bedeutet, jeden Tag morgens und abends 140km Fahrt, dazu kommt eine Autobahn, wo es sich ständig staut. Für mich wäre das auch einfacher, wenn die Arbeiter hier in der Nähe eine Unterkunft hätten.
GSCHWÄTZ: Manche monierten, dass es teilweise sehr unkoordiniert aussah. Man fing bei A an, machte bei Z weiter, dann ging man zu M und dann machte man wieder bei A weiter.
Henecker: Wenn zwei Firmen parallel an einer Baustelle arbeiten, ist das schwierig. Die Firma Steinbrenner hat etwa den Hauptgraben aufgemacht, dann mussten wir warten, bis sie fertig sind. Die Firma konnte die Baustelle dann nicht mehr zu Ende machen. Netze BW und die Stadt Künzelsau kennen aber die ganzen Umstände.
GSCHWÄTZ: Aber offensichtlich wurden diese Hintergründe bislang nicht offen genug mit den Anwohner:innen besprochen.
Henecker: „Wir versuchen, es nun besser zu machen. Dieses Jahr noch soll die Baustelle abgeschlossen werden.
Text: Dr. Sandra Hartmann




