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„Komm, bau ein Haus, das uns gefällt“

„Komm, bau ein Haus, das uns gefällt“, singen rund zwanzig fröhliche Kindergartenkinder laut bei dem Spatenstich für die neue Grundschule im Neubaugebiet Limespark. Dort entsteht nun fußläufig gegenüber vom Kindergarten eine vierzügige Grundschule mit Zweifeldsporthalle, die auch Vereinen zur Verfügung stehen wird. Im Beisein von Oberbürgermeister Thilo Michler und dem leitenden Architekten Michael Viktor Müller von mvm + starke architekten aus Köln, wurde am Dienstagnachmittag, den 27. September der offizielle Spatenstich gesetzt. Die Stadt rechnet mit Investitionskosten von rund 27 Millionen Euro. Für den Neubau wurde ein Förderantrag gestellt, der zum Teil noch nicht beschieden ist. Es wird von rund fünf Millionen Euro Förderung ausgegangen. Fertigstellung ist für September 2024 geplant.

Öhringen ist zentraler Bildungsstandort in Hohenlohe mit allen Schulformen

„Das Thema Bildung ist für uns aktuell der wichtigste Investitionsschwerpunkt. Wir sind ein zentraler Bildungsstandort in Hohenlohe mit allen Schulformen. In städtischer Trägerschaft sind sieben Schulen und elf Kindergärten. Ob diese nun entstehende moderne neue Grundschule mit Sporthalle, der Neubau und Sanierung des HGÖ, die neue Mensa der Hungerfeldschule, der Anbau am Rosenbergkindergarten oder die 58 städtischen Spielplätze: Wir investieren in unsere Kinder und unsere Zukunft“, sagt OB Thilo Michler.

Der OB bedankte sich auch beim pädagogischen und sportlichen Expertiseteam im Zuge der Planungen der neuen Grundschule. Es bestand aus zwei Lehrkräften der Grundschule Cappel, Christine Janke und Eva Hablitzel, und zwei Vertretern der TSG Öhringen: Uschi Greth-Zubke und dem ehemaligen Geschäftsführer Michael Dehn. Der OB dankte auch den Planern, Ingenieuren, dem Gemeinderat und allen Anwohnerinnen und Anwohnern für die gute Zusammenarbeit. Die Grundschule Cappel wird bei Fertigstellung in den Neubau aufgehen. Voraussichtlich werden dann eine vierte Klasse, zwei dritte Klassen, drei zweite Klassen und vier erste Klassen im September 2024 in der neuen Schule starten. Über die Nachnutzung des Gebäudes in der Schulstraße ist noch nicht entschieden.

Modernes Konzept mit Lernhäusern und „LernLoggien“

Im Vorfeld der Planungen für die neue Grundschule mit Sporthalle wurde ein Architektenwettbewerb ausgelobt. 115 Büros hatten sich beworben. Das Preisgericht tagte am 4. Mai 2021. Sieger wurde das Kölner Architekturbüro mvm + starke architekten mit clubL94 Landschaftsarchitekten. Am 22. Februar 2022 wurde die Planung mit Bauantrag dem Öhringer Gemeinderat vorgestellt und beschlossen.

Visualisierungen der neuen Grundschule im Limespark © mvm + starke Architekten, Köln

Die Schule als dreigeschossiger Baukörper und die Mehrzweck-Sporthalle bilden baulich und gestalterisch ein zusammenhängendes Gebäudeensemble mit gemeinsamen Eingangsbereich am neuen Quartiersplatz. Das Erdgeschoss der Schule mit Foyer, Aula, Mensa, der Verwaltung und den Fachklassen, ist den übergeordneten Funktionen und Lehrbereichen vorbehalten. Mittels mobiler Trennwände können Foyer, Mensa, Cafeteria und Musikraum zu einer großen Aula für Veranstaltungen zusammengeschaltet werden. Über eine zentrale, großzügige Treppenanlage kombiniert mit Sitzstufenbereichen werden die beiden baugleichen Obergeschosse erschlossen. Je Obergeschoss werden zwei Jahrgangsstufen in eigenständigen „Lernhäusern“ untergebracht. Das Zentrum eines jeden Lernhauses bildet ein offener Lernraum. Mit transparenten Türen und Flurwänden grenzen alle Klassen, die paarweise durch einen Gruppen- und Ganztagsraum ergänzt werden, an diesen zentralen Raum. Die offenen Lernräume werden durch ein weiteres, außenräumliches Raumangebot, die „LernLoggia“ ergänzt.

Die Sporthalle wird ausschließlich ebenerdig organisiert. Der Zugang vom Quartiersplatz über ein großzügiges Foyer sowie die synergetische Mitnutzung des unmittelbar angrenzenden Küchenbereichs der Schulmensa unterstreichen die multifunktionale Nutzung der Sporthalle als Mehrzweckhalle und deren Stellung im neuen Stadtteilzentrum

Visualisierungen der neuen Grundschule im Limespark © mvm + starke Architekten, Köln

Die Gebäude werden im Wesentlichen als Stahlbetonmassivbauten mit einer Fassadenbekleidung aus vorgemauerten Ziegelsteinen bzw. vorgehängten Stahlbetonfertigteilen ausgeführt. Fensterelemente aus Holz-Aluminium mit 3-Fachisolierverglasung, das Holzbindertragwerk der Sporthalle, Anschluss an die Nahwärme sowie intensiv begrünte Dachflächen mit Photovoltaikanlage runden die wertige und auf Nachhaltigkeit ausgelegte Gebäudehülle ab.

Ergänzt wird der Neubau der Grundschule durch den neuen, nördlich an das Schulgelände angrenzenden Quartiersplatz als Stadtteilzentrum mit Mischnutzung, der auch Hauptzugangsbereich zur Schule wird. Hier ist eine Bauzeit von ca. sechs Monaten vorgesehen. Baustart ist März/April 2024. Zeitgleich zur Schuleröffnung im September 2024 soll der Platz fertig sein. Die Kostenberechnung für das gesamte Platzareal beläuft sich auf insgesamt ca. 3,2 Millionen Euro brutto.

Pressemitteilung Große Kreisstadt Öhringen




Kevin Leiser: „Wir sind vor den Zielen“

Die Entlastungmaßnahmen der Bundesregierung und die Energieversorgung waren die dominierenden Diskussionsthemen bei der Mitgliederversammlung der SPD-Kreisverbände Schwäbisch Hall und Hohenlohe mit dem Bundestagsabgeordneten Kevin Leiser in der „Krone“ in Kupferzell-Eschental.

„Wir sind vor den Zielen“

„Wir sind vor den Zielen“, bilanzierte Kevin Leiser gerade mit Blick auf die Gasversorgung. Bereits Mitte September seien die Gasspeicher in Deutschland zu 90 Prozent gefüllt. Dabei habe die Zielmarke für den 1. Oktober 85 Prozent betragen. Zum Jahresende würden die ersten beiden Flüssiggasterminals einsatzbereit sein. Auch die Abhängigkeit von russischem Rohöl sinke kontinuierlich. Ende des Jahres sollen Raffinerien ohne russische Importe arbeiten können, deren Anteil zu Jahresbeginn noch bei 40 Prozent gelegen habe. Parallel dazu würden die Erneuerbaren Energien massiv ausgebaut. Hierfür seien seit Frühjahr im Rekordtempo Gesetze und Verordnungen erlassen worden.

Rekordtempo bei Gesetzesverfahren

„Was früher Jahre gedauert hat, kam nun in wenigen Monaten oder Wochen auf den Weg“, so Kevin Leiser zum Verfahren. So sollen zum Beispiel die Kommunen von der Windkraft auf ihrer Gemarkung stärker finanziell profitieren. In Zeiten der steigenden Preisen habe die Bundesregierung ein drittes Entlastungspaket beschlossen. Die drei Entlastungspakete hätten zusammen ein Volumen von rund 100 Milliarden Euro. „Endlich erhalten auch Rentner und Studierende die Energiepreispauschale“, so Kevin Leiser.

Strompreisbremse

Entlastungen im Energiebereich schaffe auch die Strompreisbremse. „Wir werden die Zufallsgewinne von Unternehmen abschöpfen“, betonte der Abgeordnete. Kleinere und mittlere Einkommen würden weiter entlastet. Ebenso würden zukünftig 2 Millionen Haushalte Wohngeld beziehen können. Dies seien dreimal so viel Menschen wie bisher. Für ein kostengünstiges ÖPNV-Ticket werde der Bund 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Darüber hinaus steige der Mindestlohn zum 1. Oktober auf 12 Euro. „Die Maßnahmen tragen eine starke sozialdemokratische Handschrift“, fasste Kevin Leiser zusammen.

Pressemitteilung Kevin Leiser




Online-Vortrag „Stillen – was kommt danach?“

Das Landwirtschaftsamt des Landratsamtes Hohenlohekreis veranstaltet am Mittwoch, 26. Oktober 2022, von 9.30 bis etwa 11.00 Uhr einen Online-Vortrag zum Thema „Stillen – was kommt danach?“ Alle Mütter und Väter, die wissen möchten, wie die Einführung von Beikost bei Babys gelingt, sind hierzu herzlich eingeladen.

In den ersten vier bis sechs Lebensmonaten ist Muttermilch beziehungsweise Säuglingsnahrung die beste Mahlzeit für den Säugling. Danach müssen die Milchmahlzeiten durch Beikost ergänzt und schrittweise ersetzt werden, da der Energie- und Nährstoffgehalt nicht mehr ausreichen. Beim Vortrag „Stillen – was kommt danach?“ lernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Ernährungsplan für das erste Lebensjahr ihres Kindes kennen und erhalten eine Orientierungshilfe für die Umstellung von der Milch auf feste Nahrung.

Der Online-Vortrag findet im Rahmen der Landesinitiative Bewusste Kinderernährung (BeKi) statt und wird von BeKi-Referentin Andrea Häusele gehalten. Die Teilnahme ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist bis Mittwoch, 19. Oktober 2022, unter http://webinare-lawiamt.lra-hok.de. Genauere Informationen sowie der Teilnahme-Link werden am Tag vor der Veranstaltung per Mail verschickt.

Pressemitteilung Landwirtschaftsamt Hohenlohekreis




Schon wieder: Alkoholfahrt in Künzelsau

Zu tief ins Glas geschaut hatte ein Mann bevor er sich am frühen Freitagmorgen, 30. September 2022,  in Künzelsau ans Steuer seines Fahrzeugs gesetzt hatte. Die Polizei kontrollierte den 36-Jährigen gegen 1.15 Uhr, als dieser gerade mit seinem PKW auf der Bahnhofstraße unterwegs war. Bei der Kontrolle fiel den Beamten starker Alkoholgeruch in der Atemluft des Mannes auf. Der 36-Jährige führte daraufhin einen Atemtest durch, welcher einen Promillewert von zirka 1,6 Promille anzeigte. Nach dieser Erkenntnis hieß es für den Mann: Fahrtende. Er musste die Polizisten ins Krankenhaus für eine Blutentnahme begleiten. Außerdem wurden sein Fahrzeugschlüssel und Führerschein sichergestellt. Mit einer entsprechenden Anzeige muss der 36-Jährige nun rechnen.

Pressemitteilung Polizei HN




Müder Klimafreitag vergangene Woche in Künzelsau

Zu wenig sei bislang auch politisch getan worden und doch spüre man eine gewisse Klimamüdigkeit, musste Nicole Hegert, Mitveranstalterin der Klimademo in Künzelsau am Freitag, den 23. September 2022, feststellen mit Blick auf die eher bescheidene Anzahl an Demoteilnehmer:innen, die sich an einem sonnigen Freitagnachmittag am Alten Rathaus einfanden.

Manch ein Teilnehmer fand es schade, dass so wenig gekommen waren. Eine Teilnehmerin verwies auf die Bedeutung des Klimawandels für uns alle: „Für mich ist es eine Zukunftsfrage, eine, die uns alle angeht. Mich auch, auch wenn ich älter bin. Wir haben vor Augen, wie sich alles verändert hat in den vergangenen Monaten. Eigentlich müssten hier heute viel mehr sein. Es ist gutes Wetter. Die Schüler:innen haben Freitagnachmittags oft keinen Unterricht. Es sitzen hier viele in Cafés. Aber es interessiert offensichtlich zu wenige.“ Die neue Regierung mache ihren Job sehr gut, trotz der diversen neuen Probleme wie Ukraine-Krieg und Energiekrise. Durch die Energiekrise hoffe sie, dass auch die regenerativen Energien schneller ausgebaut werden.

Dennoch: Die Stimmung war gut, unter anderem wegen der locker-leichten Musik von der Rathausbühne.

Bildergalerie:




BBT bezeichnet Künzelsauer Krankenhaus nicht als „marode“

In der Kreistagssitzung vom 26. September 2022 wurde die BBT als Mehrheitseigentümerin der Hohenloher Krankenhaus gGmbH (HK) dafür verantwortlich oder mitverantwortlich gemacht, dass für das Krankenhausgebäude keine Nachnutzung gefunden wurde und dass das versprochene Medizinische Versorgungszentrum bisher nicht wirklich existiert.

BBT konnte im Kreistag nicht Stellung beziehen – GSCHWÄTZ bietet die Möglichkeit

GSCHWÄTZ hat der BBT-Gruppe daher die Gelegenheit gegeben, ihre Sicht der Dinge darzustellen. Ute Emig-Lange, die zuständige Presseprecherin hat das getan. Sie bestätigt, dass mehrere Nachnutzungen geprüft wurden, allerdings nennt sie neben einer Nutzbarkeit als Bürogebäude nur Nachnutzungen im medizinnahen Bereich:

„mehrere umfangreiche Prüfverfahren“

„Die BBT-Gruppe als Mehrheitsgesellschafter der Hohenloher Krankenhaus gGmbH [die BBT-Gruppe hält 51 Prozent der Anteile, der Hohenlohekreis den Rest, Red.]  seit 2019 mehrere umfangreichen Prüfverfahren in Auftrag gegeben, um Nachnutzungsmöglichkeiten für das Gebäude des ehemaligen Krankenhauses in Künzelsau auszuloten.
Untersucht wurden unter anderem die Nutzung und Vermarktung als Bürogebäude, die Nutzung als Kurzzeitpflegeeinrichtung, die Nutzung als Reha-Einrichtung sowie die Nutzung als Hospiz. Die Gutachten wurden von national und international renommierten Firmen durchgeführt. Dazu gehört die Beraterfirma Drees & Sommer mit Sitz in Frankfurt.“

Eine Nachnutzung beispielsweise als Studentenwohnheim, was bei vielen einzelnen Zimmern mit Sanitäranschluß eine denkbare Option wäre, nennt sie nicht. Für Studentenappartements dürfte es in Künzelsau Nachfrage geben.

Keine Rede von „marode“ – dafür von hohem Investitionsbedarf

Emig-Lange spricht – im Gegensatz zur Kreisverwaltung – nicht davon, dass das Gebäude selbst in Gänze „marode“ sei. Sie sagt stattdessen, dass der projektbezogene Sanierungsbedarf der untersuchten Nachnutzungen, sich als unwirtschaftlich herausgestellt habe – das ist natürlich eine ganz andere Aussage mit einem ganz anderen Inhalt: „Bei allen genannten Nachnutzungsszenarien wurde der große Sanierungs- bzw. Modernisierungsbedarf im Gebäude von den Gutachtern unterstrichen. Eine Umnutzung des Gebäudes mache eine „Komplettrevitalisierung“ mit erheblichen Kostenrisiken erforderlich, so ein Fazit der Gutachter, so dass eine geeignete Nachnutzung in jedem Szenario mit sehr hohen Investitionskosten verbunden wäre. Unter diesen Voraussetzungen ist eine wirtschaftlich darstellbare Nutzung des ehemaligen Krankenhausgebäudes aus Sicht der BBT-Gruppe und des Hohenlohekreises nicht möglich. Alle angedachten Projekte scheiterten an den zu hohen Umbau- und Sanierungskosten.“

Um im Beispiel zu bleiben: Ein Studentenwohnheim hätte möglicherweise deutlich geringere Sanierungskosten erfordert als jegliche medizin-nahe Nachnutzung.

„Verwertung“ als einzige Alternative

Unter diesen Umständen sei, so Emig-Lange, eine „Verwertung“ für die HK die wirtschaftlich einzige sinnvolle Alternative:

„Daher suchen wir nun nach einer geeigneten Verwertung des Areals. Dafür hat der Kreistagsbeschluss vom vergangenen Montag die Grundlage gelegt. Die möglichen Szenarien werden im Kreistagsbeschluss vom Montag genannt.“ Genaugenommen ist dort sogar nur ein Szenario genannt: Der Verkauf des Areals, entweder mit Bestandsgebäuden oder nach einem vorherigen Abriß der Gebäude.

Zusammenarbeit mit der Stadt Künzelsau notwendig

Auch in Richtung Stadt Künzelsau spricht Emig-Lange in einem ganz anderen Duktus als die Kreisverwaltung, sie geht von einer Zusammenarbeit aus, wie das in aller Regel bei so großen Projekten auch üblich ist: „Wichtig für eine erfolgreiche Vermarktung des Areals mit einer guten Entwicklungsperspektive für das Grundstück in sehr guter Stadtlage ist nun die Zusammenarbeit mit der Stadt Künzelsau. Der aktuelle Bebauungsplan lässt für einen möglichen Investor praktisch keinen Spielraum, im Rahmen des bisherigen Bebauungsplans ist daher keine sinnvolle Vermarktung zu erwarten. Wir werden nun mit der Stadt Künzelsau das Gespräch über eine Änderung des Bebauungsplans suchen.“

Auf die Frage, ob es bereits Interessenten für das Grundstück oder das Gebäude gibt, geht Emig-Lange allerdings nicht ein.

Auf mittlere Sicht kein MVZ zu erwarten

Sowohl der Landkreis als auch die BBT haben den Künzelsauer:innen als eine Art Kompensation für den Verlust des Krankenhauses ein  „Gesundheitszentrum, das neue Möglichkeiten bietet“ versprochen. Von diesem MVZ ist wenig zu sehen – eine einzige aktive Praxis kann man kaum als lebendiges MVZ bezeichnen. Natürlich hat GSCHWÄTZ auch nach dem MVZ nachgefragt, etwa warum die Bemühungen der BBT, Ärzte für ein MVZ zu finden, offensichtlich nicht erfolgreich waren. Emig-Lange antwortet kurz – der Fragenkatalog ist länger als die Antwort – aber durch die Kürze vielsagend:

„Die medizinische Versorgung der Menschen in Künzelsau und Umgebung mit niedergelassenen Haus- und Fachärzten ist nach wie vor sehr gut. Viele etablierte Praxen halten an ihrer Selbständigkeit fest und suchen aktuell nicht den Weg in ein Medizinisches Versorgungszentrum. Wir sehen das Medizinische Versorgungszentrum MVZ mittel- und langfristig als ein gutes Modell, um die ambulante medizinische Versorgung auch zukünftig zu sichern und bemühen uns intensiv, offene Arztstellen zu besetzen.“

Die Aussage, dass die medizinische Versorgung in Künzelsau „sehr gut“ ist, wird nicht jeder bestätigen, der im Umkreis der Stadt Künzelsau nach einem Arzt oder Facharzt sucht. Dazu fehlen der Kreisstadt einfach einige Fachrichtungen.

Eigenverantwortliche Praxis oder angestellte ärztliche Tätigkeit

Es ist verständlich, wenn sich ein erfahrener Arzt, der seit Jahren eine wirtschaftlich erfolgreiche Praxis in unternehmerischer Eigenverantwortung führt, nicht mit einer angestellten Tätigkeit liebäugeln möchte. Für neue Ärzte stehen derzeit keine Kassensitze zur Verfügung, sodass das MVZ auch nicht mit neuen Ärzten besetzt werden kann, die HK ist also derzeit darauf angewiesen, dass ein ansässiger Arzt ins MVZ eintreten würde – oder dass sich einer der hiesigen Ärzte sich in den Ruhestand zurückzieht, nicht mehr ärztlich tätig ist und seinen Arztsitz an die KH abgibt.

Es sieht schlecht aus für das Konzept MVZ

Die Anzahl der für Künzelsau vorgesehenen Kassensitze war zum Zeitpunkt der Überlegungen für das MVZ bekannt. Man darf also guten Gewissens den Ansatz der BBT, ansässige Ärzte zu einem Übergang in das MVZ zu bewegen, als gescheitert ansehen. Ein solches MVZ lebt aber nicht nur von den beteiligten Ärzten, sondern auch von den medizinnahen Dienstleistungen drumherum, von Apotheken, Physiotherapeuten, Pflegediensten und was man sich alles vorstellen kann. Auch in diesem Bereich tat sich wenig, die Physiotherapiepraxis, die im Krankenhaus angesiedelt war, ist sogar inzwischen nach Schloß Stetten umgezogen. Die konkrete Frage, ob vielleicht der neuerbaute Medizincampus auf Schloß Stetten die Entwicklung des MVZ behindert haben könnte, beantwortetet Emig-Lange nicht.

Wo will man dann ein MVZ aufbauen?

Künzelsaus Bürgermeister Neumann argumentierte in der Kreistagssitzung, dass es sich beim Künzelsauer Krankenhausgebäude um einen etablierten Gesundheitsstandort handelt. Ein anderer geeigneter Standort für die Ansiedlung mehrerer unterschiedlicher Arztpraxen wird im Bereich der Künzelsauer Kernstadt kaum zu finden sein. Und darüber, wo die gut angenommene Psychiatrische Tagesklinik, die vom Klinikum am Weissenhof betreiben wird, ihren neuen Platz finden soll, darüber hat noch niemand ein Wort verloren.

Text: Matthias Lauterer




Bürgermeister Stefan Neumann: Glückwunsch zum neuen Curio

„Mit dem Reinhold Würth Innovationszentrum Curio reiht das Unternehmen einen weiteren baulichen und kreativen Höhepunkt in den beeindruckenden Würth-Campus am Standort Künzelsau ein.
Enthalten sind Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen, nicht nur für Würth, sondern auch für die beteiligten Universitäten, Hochschulen und für uns alle. Die kreative Arbeitsatmosphäre und die Möglichkeiten haben mich wirklich sehr beeindruckt.

Im Namen des Gemeinderates und der gesamten Einwohnerschaft danke ich herzlich der Familie und der Unternehmensgruppe Würth für das klare und bedeutende Bekenntnis zu Künzelsau und Hohenlohe“, so Bürgermeister Stefan Neumann.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau




Künzelsauer Geschichte live mit Stadthistoriker Stefan Kraut

Stadtrundgänge und Johanneskirche

Zu Fuß geht es durch die Altstadt Künzelsaus an den Samstagen 1. Oktober und 5. November 2022, beginnend um 11 Uhr am Alten Rathaus, Balustraden-Seite. Pro Person wird ein Teilnehmerbeitrag von drei Euro erhoben. An beiden Terminen ist die Johanneskirche ein besonderer Schwerpunkt.

Spaziergang durch Morsbach

Am Donnerstag, 13. Oktober 2022, um 15.30 Uhr, ist zum Rundgang durch Morsbach eingeladen. Treffpunkt ist das Schulhaus an der Kocherbrücke, es geht durch den Ortskern und seine historischen Sehenswürdigkeiten. Die Teilnahme ist kostenlos, der Verzehr beim Ausklang im Feuerwehrmagazin muss bezahlt werden.

Die Anmeldung zu den Spaziergängen erfolgt über Stefan.Kraut@Kuenzelsau.de oder telefonisch 07940 129-117. Der Verein StadtGeschichte und die Karoline-Breitinger-Schule sind weitere Kooperationspartner.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau




Mit 2 Promille gegen Hauswände gefahren

2 Promille zeigte der Atemalkoholtest eines 23-Jährigen am Donnerstagmorgen, 29. September 2022, an, nachdem er in Künzelsau gegen zwei Hauswände gefahren war.

Der junge Mann war mit seinem Mercedes gegen 02.30 Uhr auf der Kocherstetter Straße von Künzelsau in Richtung Morsbach unterwegs, als er am Ortseingang vermutlich aufgrund des starken Alkoholeinflusses und nicht angepasster Geschwindigkeit, nach rechts von der Fahrbahn abkam und gegen eine Hauswand fuhr. Nach der ersten Kollision setzte der Mann zurück, übersteuerte nach rechts und krachte in die nächste Hauswand. Durch den Aufprall wurde er leicht verletzt. An den Häusern und dem PKW entstand ein Sachschaden in Höhe von circa 9.000 Euro. Im Rahmen der Unfallaufnahme bemerkten die Beamten Anzeichen auf eine Alkoholisierung des jungen Mannes, die ein Alkoholtest bestätigte. Er musste die Polizisten in ein Krankenhaus begleiten und dort eine Blutprobe abgeben. Den Führerschein des Mercedes-Fahrers behielten die Beamten ein.

Pressmitteilung Polizei Heilbronn




„Sparen wird wieder aktueller“

Gleich mehrere gute Nachrichten hatte Andreas Siebert, Vorsitzender der Raiffeisenbank Hohenloher Land (RB-HL) am Dienstag, 27. September 2022 in die Ernsbacher Pachthofscheuer mitgebracht. Die erste gute Nachricht war die, dass aus dem Gewinnsparen der RB-HL-Kunden 120.702,50 Euro an Vereine und Organisationen im Verbreitungsgebiet der Bank ausgeschüttet werden können.

Andreas Siebert. Foto: GSCHWÄTZ

Unterstützung von Vereinen und Organisationen

Die meisten Gäste waren von dieser Nachricht nicht überrascht, waren sie doch zu dieser Veranstaltung gekommen, weil sie Vertreter eines Vereins oder einer Organisation sind, die durch das Gewinnsparen unterstützt wurden. Die Unterstützung durch die RB-HL kann dabei ganz unterschiedlich sein, die Diakoniestation Künzelsau, die Caritas in Schwäbisch-Hall und die Mulfinger St-Josefs-Pflege wurden beispielsweise mit der Bereitstellung eines Autos unterstützt.

Philip Frank und Aileen Brunner vom Verein Rehkitz- und Wildtierrettung Löhleshölzle e.V. Foto :GSCHWÄTZ

Aber auch mit kleineren Unterstützungen kann viel erreicht werden: 250€ erhielt im Jahr 2021 der Verein Rehkitz- und Wildtierrettung Löhleshölzle e.V., der das Geld in Drohnenzubehör investierte. Mit diesen Drohnen, die sowohl eine Wärmebildkamera als auch eine Normalsichtkamera „an Bord“ haben, werden vor Mäharbeiten Rehkitze und andere Tiere gesucht, damit sie nicht von den Messern getötet werden. „Wir müssen in den frühen Morgenstunden zwischen vier und sieben Uhr fliegen, weil sich da die Körperwärme noch am Besten abzeichnet“, erklärt Philip Frank, Drohnenpilot. Aileen Brunner berichtet, dass allein im Jahr 2022 255 Rehkitze aufgespürt worden und gerettet worden seien.

Zwei Rehkitze vor dem fast sicheren Tod gerettet. Foto: RB-HL.

Die Methode Gewinnsparen

Eine Win-Win-Win-Situation sei das Gewinnsparen, sagt Siebert: „Sparen, Helfen und Gewinnen“. Zeitgemäß sei der Gedanke, denn „Sparen wird wieder aktueller“, so Andreas Siebert.
Kunden der RB-HL sowie der anderen genossenschaftlichen Banken in Baden-Württemberg haben die Möglichkeit, für zehn Euro monatlich ein Los zu kaufen. 7,50 Euro werden einem Sparvertrag zugebucht, 2,50 Euro fließen in den Topf zur Unterstützung der Vereine und Organisationen. Und in monatlichen Auslosungen besteht die Möglichkeit, Geld- und Sachpreise zu gewinnen: Von fünf Euro bis hin zu einem Auto reicht die Gewinnspanne. 12.300 Lose verkauft die RB-HL regelmäßig, im Jahr 2021 wurden 386.000 Euro an Gewinnen an die Kunden der RB-HL ausgeschüttet.

Crowdfunding

Matthias Walter, Torpedo Dörrenzimmern e.V. Foto: GSCHWÄTZ

Eine neue Crowdfunding-Plattform zur Unterstützung der Vereine ist die zweite gute Nachricht, die Siebert mitbringt. Mit dieser Plattform, deren technische Grundlage von den Genossenschaftsbanken zur Verfügung gestellt wird, erhalten Vereine die Möglichkeit, selber um finanzielle Unterstützung für Projekte zu werben. Die Plattform bietet Unterstützung bei der Kreation der Darstellung des Projekts im Internet, aber auch bei der Erstellung von klassischem Werbematerial, etwa Flyern. Dass die Erstellung des Projekts einfach ist, kann Matthias Walter vom Verein Torpedo Dörrenzimmern bestätigen.

Sein Verein ist sozusagen der „Pilotkunde“ der Crowdfunding-Plattform. Ein neuer Klowagen ist das Projektziel, 10.000 Euro will der Verein über die Plattform einwerben.

Der alte Klowagen, den der Verein seit vielen Jahren für seine Veranstaltungen einsetzt, ist in die Jahre gekommen – und außerdem für das große Sportplatzfest im Sommer auch zu klein geworden. Livemusik, Fußball für Jung und Alt sowie ein Gottesdienst mit Musik sind die Höhepunkte des Sportplatzfestes, aber auch sonstige Veranstaltungen in Dörrenzimmern organisiert der Torpedo, dem ungefähr die Hälfte der Einwohner:innen von Dörrenzimmern angehört.

Aufzahlung auf den Crowdfunding-Betrag

Und das Beste: Zusätzlich zu dem eingeworbenen Geld erhalten die Vereine und Organisationen eine Aufzahlung aus dem Gewinnspartopf. Aus diesem Grunde müssen die Projekte die Förderbedingungen des Gewinnsparvereins erfüllen, erklärt Stefanie Frank von der RB-HL.

Stefan Häring (links, stv. Vorstandsvorsitzender) und Andreas Sieber präsentieren den symbolischen Scheck. Foto: GSCHWÄTZ

Crowdfundig ab jetzt möglich

Näheres über das Crowdfunding ist unter viele-schaffen-mehr.de zu erfahren. Dort findet sich auch eine Übersicht der bereits bestehenden Projekte.
Vereine oder Organisationen, die sich für ein Crowdfunding interessieren, können sich an die Mitarbeiter:innen der RB-HL wenden.

Text: Matthias Lauterer