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Bürgermeister Stefan Neumann: Glückwunsch zum neuen Curio

„Mit dem Reinhold Würth Innovationszentrum Curio reiht das Unternehmen einen weiteren baulichen und kreativen Höhepunkt in den beeindruckenden Würth-Campus am Standort Künzelsau ein.
Enthalten sind Entwicklungsmöglichkeiten und Chancen, nicht nur für Würth, sondern auch für die beteiligten Universitäten, Hochschulen und für uns alle. Die kreative Arbeitsatmosphäre und die Möglichkeiten haben mich wirklich sehr beeindruckt.

Im Namen des Gemeinderates und der gesamten Einwohnerschaft danke ich herzlich der Familie und der Unternehmensgruppe Würth für das klare und bedeutende Bekenntnis zu Künzelsau und Hohenlohe“, so Bürgermeister Stefan Neumann.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau




Künzelsauer Geschichte live mit Stadthistoriker Stefan Kraut

Stadtrundgänge und Johanneskirche

Zu Fuß geht es durch die Altstadt Künzelsaus an den Samstagen 1. Oktober und 5. November 2022, beginnend um 11 Uhr am Alten Rathaus, Balustraden-Seite. Pro Person wird ein Teilnehmerbeitrag von drei Euro erhoben. An beiden Terminen ist die Johanneskirche ein besonderer Schwerpunkt.

Spaziergang durch Morsbach

Am Donnerstag, 13. Oktober 2022, um 15.30 Uhr, ist zum Rundgang durch Morsbach eingeladen. Treffpunkt ist das Schulhaus an der Kocherbrücke, es geht durch den Ortskern und seine historischen Sehenswürdigkeiten. Die Teilnahme ist kostenlos, der Verzehr beim Ausklang im Feuerwehrmagazin muss bezahlt werden.

Die Anmeldung zu den Spaziergängen erfolgt über Stefan.Kraut@Kuenzelsau.de oder telefonisch 07940 129-117. Der Verein StadtGeschichte und die Karoline-Breitinger-Schule sind weitere Kooperationspartner.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau




Mit 2 Promille gegen Hauswände gefahren

2 Promille zeigte der Atemalkoholtest eines 23-Jährigen am Donnerstagmorgen, 29. September 2022, an, nachdem er in Künzelsau gegen zwei Hauswände gefahren war.

Der junge Mann war mit seinem Mercedes gegen 02.30 Uhr auf der Kocherstetter Straße von Künzelsau in Richtung Morsbach unterwegs, als er am Ortseingang vermutlich aufgrund des starken Alkoholeinflusses und nicht angepasster Geschwindigkeit, nach rechts von der Fahrbahn abkam und gegen eine Hauswand fuhr. Nach der ersten Kollision setzte der Mann zurück, übersteuerte nach rechts und krachte in die nächste Hauswand. Durch den Aufprall wurde er leicht verletzt. An den Häusern und dem PKW entstand ein Sachschaden in Höhe von circa 9.000 Euro. Im Rahmen der Unfallaufnahme bemerkten die Beamten Anzeichen auf eine Alkoholisierung des jungen Mannes, die ein Alkoholtest bestätigte. Er musste die Polizisten in ein Krankenhaus begleiten und dort eine Blutprobe abgeben. Den Führerschein des Mercedes-Fahrers behielten die Beamten ein.

Pressmitteilung Polizei Heilbronn




„Sparen wird wieder aktueller“

Gleich mehrere gute Nachrichten hatte Andreas Siebert, Vorsitzender der Raiffeisenbank Hohenloher Land (RB-HL) am Dienstag, 27. September 2022 in die Ernsbacher Pachthofscheuer mitgebracht. Die erste gute Nachricht war die, dass aus dem Gewinnsparen der RB-HL-Kunden 120.702,50 Euro an Vereine und Organisationen im Verbreitungsgebiet der Bank ausgeschüttet werden können.

Andreas Siebert. Foto: GSCHWÄTZ

Unterstützung von Vereinen und Organisationen

Die meisten Gäste waren von dieser Nachricht nicht überrascht, waren sie doch zu dieser Veranstaltung gekommen, weil sie Vertreter eines Vereins oder einer Organisation sind, die durch das Gewinnsparen unterstützt wurden. Die Unterstützung durch die RB-HL kann dabei ganz unterschiedlich sein, die Diakoniestation Künzelsau, die Caritas in Schwäbisch-Hall und die Mulfinger St-Josefs-Pflege wurden beispielsweise mit der Bereitstellung eines Autos unterstützt.

Philip Frank und Aileen Brunner vom Verein Rehkitz- und Wildtierrettung Löhleshölzle e.V. Foto :GSCHWÄTZ

Aber auch mit kleineren Unterstützungen kann viel erreicht werden: 250€ erhielt im Jahr 2021 der Verein Rehkitz- und Wildtierrettung Löhleshölzle e.V., der das Geld in Drohnenzubehör investierte. Mit diesen Drohnen, die sowohl eine Wärmebildkamera als auch eine Normalsichtkamera „an Bord“ haben, werden vor Mäharbeiten Rehkitze und andere Tiere gesucht, damit sie nicht von den Messern getötet werden. „Wir müssen in den frühen Morgenstunden zwischen vier und sieben Uhr fliegen, weil sich da die Körperwärme noch am Besten abzeichnet“, erklärt Philip Frank, Drohnenpilot. Aileen Brunner berichtet, dass allein im Jahr 2022 255 Rehkitze aufgespürt worden und gerettet worden seien.

Zwei Rehkitze vor dem fast sicheren Tod gerettet. Foto: RB-HL.

Die Methode Gewinnsparen

Eine Win-Win-Win-Situation sei das Gewinnsparen, sagt Siebert: „Sparen, Helfen und Gewinnen“. Zeitgemäß sei der Gedanke, denn „Sparen wird wieder aktueller“, so Andreas Siebert.
Kunden der RB-HL sowie der anderen genossenschaftlichen Banken in Baden-Württemberg haben die Möglichkeit, für zehn Euro monatlich ein Los zu kaufen. 7,50 Euro werden einem Sparvertrag zugebucht, 2,50 Euro fließen in den Topf zur Unterstützung der Vereine und Organisationen. Und in monatlichen Auslosungen besteht die Möglichkeit, Geld- und Sachpreise zu gewinnen: Von fünf Euro bis hin zu einem Auto reicht die Gewinnspanne. 12.300 Lose verkauft die RB-HL regelmäßig, im Jahr 2021 wurden 386.000 Euro an Gewinnen an die Kunden der RB-HL ausgeschüttet.

Crowdfunding

Matthias Walter, Torpedo Dörrenzimmern e.V. Foto: GSCHWÄTZ

Eine neue Crowdfunding-Plattform zur Unterstützung der Vereine ist die zweite gute Nachricht, die Siebert mitbringt. Mit dieser Plattform, deren technische Grundlage von den Genossenschaftsbanken zur Verfügung gestellt wird, erhalten Vereine die Möglichkeit, selber um finanzielle Unterstützung für Projekte zu werben. Die Plattform bietet Unterstützung bei der Kreation der Darstellung des Projekts im Internet, aber auch bei der Erstellung von klassischem Werbematerial, etwa Flyern. Dass die Erstellung des Projekts einfach ist, kann Matthias Walter vom Verein Torpedo Dörrenzimmern bestätigen.

Sein Verein ist sozusagen der „Pilotkunde“ der Crowdfunding-Plattform. Ein neuer Klowagen ist das Projektziel, 10.000 Euro will der Verein über die Plattform einwerben.

Der alte Klowagen, den der Verein seit vielen Jahren für seine Veranstaltungen einsetzt, ist in die Jahre gekommen – und außerdem für das große Sportplatzfest im Sommer auch zu klein geworden. Livemusik, Fußball für Jung und Alt sowie ein Gottesdienst mit Musik sind die Höhepunkte des Sportplatzfestes, aber auch sonstige Veranstaltungen in Dörrenzimmern organisiert der Torpedo, dem ungefähr die Hälfte der Einwohner:innen von Dörrenzimmern angehört.

Aufzahlung auf den Crowdfunding-Betrag

Und das Beste: Zusätzlich zu dem eingeworbenen Geld erhalten die Vereine und Organisationen eine Aufzahlung aus dem Gewinnspartopf. Aus diesem Grunde müssen die Projekte die Förderbedingungen des Gewinnsparvereins erfüllen, erklärt Stefanie Frank von der RB-HL.

Stefan Häring (links, stv. Vorstandsvorsitzender) und Andreas Sieber präsentieren den symbolischen Scheck. Foto: GSCHWÄTZ

Crowdfundig ab jetzt möglich

Näheres über das Crowdfunding ist unter viele-schaffen-mehr.de zu erfahren. Dort findet sich auch eine Übersicht der bereits bestehenden Projekte.
Vereine oder Organisationen, die sich für ein Crowdfunding interessieren, können sich an die Mitarbeiter:innen der RB-HL wenden.

Text: Matthias Lauterer

 




Gewinnerin des original Roccotelli-Gemäldes kommt aus Forchtenberg

Unternehmer Netzwerk Hohenlohe gratuliert

Ein Original-Roccotelli-Gemälde hat am Sonntag, den 18. September 2022 im Rahmen des Hof-Festes in Forchtenberg-Schleierhof seine neue Besitzerin gefunden: Anja Leitlein aus Forchtenberg konnte sich über den wertvollen Hauptgewinn bei der Charity-Verlosung zugunsten des Galana River School Project e.V. in Kenia freuen. Für das Schulprojekt kamen fast 2.400 EUR allein aus dieser Verlosung zusammen.

Das Unternehmer Netzwerk Hohenlohe freut sich sehr, hier tatkräftig unterstützen zu können und wünscht weiterhin viel Erfolg bei der Verwirklichung dieser sinnvollen Ziele.

Auch unserem UNetzH-Mitglied Siegmut Reichert von der Galerie Reichert gilt unser Dank für die großzügige Gemäldespende, sowie unseren zahlreichen weiteren UNetzH-Mitgliedsunternehmen für Ihre überaus großzügigen Sach- und Gutschein-Spenden und ihren aktiven ehrenamtlichen Einsatz an diesem Tag.

Nächster Besucherabend beim Unternehmer Netzwerk Hohenlohe ist der Donnerstag, 6. Oktober 2022 um 19 Uhr in Kupferzell-Eschental.

Gerne können Sie sich hierfür kostenfrei anmelden:

https://unetzh.de/besucher/

Foto von links nach rechts:

Markus Dietz, S’badische Backheisle und Vorstand Galana River School Project e.V.; Siegmut Reichert, Galerie Reichert Kupferzell; Gewinnerin Anja Leitlein; Simone Weis-Heigold, Artefact Grafik Fotografie Training und eine der beiden Vorstände beim Unternehmer Netzwerk Hohenlohe; Weinprinzessin Carolin Helbig; Gerhard Große, Vorstand Galana River School Project e.V.




„In der Tat, ich bin von Haus aus ein bißchen neugierig““

Den Namen „Curio“, der einen Hinweis auf die Neugier als Grundlage allen Forschens geben soll, hat die Adolf Würth GmbH & Co. KG für ihr Innovationszentrum gewählt, das am Mittwoch, 28. September 2022 eröffnet wurde.

Ein seltenes Bild: Familie Würth zeigt sich glücklich über das neue Zentrum. (In der Mitte Landrat Dr. Neth, rechts die Geschäftsleitung). Foto: GSCHWÄTZ

Eines der weltweit leistungsfähigsten Testzentren für Befestigungstechnik ist nun in Gaisbach zuhause. Auf 15.500 Quadratmetern, davon 5.700 Quadratmeter Laborfläche und 4.800 Quadratmetern Bürofläche arbeiten in Zukunft Hochschulforscher und Entwickler der Würth-Unternehmen gemeinsam an neuen und kundenorientierten Anwendungen, die von Würth auf den Markt gebracht werden. Rund 75 Millionen Euro hat sich Würth dieses Entwicklungszentrum am Firmensitz in Künzelsau kosten lassen: „Das Innovationszentrum ist deutliches Bekenntnis zu unseren Wurzeln und zum Wirtschaftsstandort Hohenlohe, eine Investition in das Wachstum und damit die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Gleichzeitig ist es klarer Beweis für die Herstellerkompetenz von Würth und damit für die anwenderfokussierte Qualität unserer Produkte. Das Vertrauen unserer Kundinnen und Kunden macht dies möglich – dafür bedanke ich mich“, sagte Prof. Dr. h. c. mult. Reinhold Würth, Vorsitzender des Stiftungsaufsichtsrats der Würth-Gruppe, in seiner Ansprache an die zahlreichen Gäste.

Ehrengäste: Landrat Dr. Matthias Neth (r.) mit seinem Vorgänger Helmut M. Jahn. Foto: GSCHWÄTZ

Der prominenteste angekündigte Gast, Ministerpräsident Kretschmann, ließ sich zwar entschuldigen, teilte aber per Video mit: „Würths Schrauben und Befestigungssysteme findet man heute auf der ganzen Welt – in Biberach ebenso wie in Brisbane. Ich bin sicher, das neue Zentrum wird dem Würthschen Innovationsgeist noch weiteren Schub geben. Bei Würth wurde schon immer getüftelt, um die Ecke gedacht, Gutes stetig noch etwas besser gemacht, mutig vorausgedacht und dann auch tatsächlich kraftvoll  vorangegangen. Eigenschaften, die Baden-Württemberg zu einem erfolgreichen Wirtschaftsstandort gemacht haben. Und die wir dringend brauchen. Gerade jetzt – angesichts der multiplen Herausforderungen“.

Landes- und Lokalpolitik: Arnulf von Eyb, MdL, (links) mit Bernhard Kürschner, dem Ortsvorsteher von Gaisbach. Foto: GSCHWÄTZ

Nachhaltige und „gute“ Architektur einmal mehr im Fokus

Der Neubau besteht aus zwei Gebäuden: Die dreieckige Form des Hauptgebäudes wird durch eine kunstvoll wirkende Stahl-Glaskonstruktion betont, die das Foyer überdacht. Das Nebengebäude schließt sich über eine Brücke direkt an das Hauptgebäude an. Eine begrünte Dachterrasse und Meeting-Points mit Blick über das Hohenloher Land schaffen weite Horizonte. Die Arbeitsbereiche orientieren sich am Gold-Standard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB).

Bereichsübergreifende Entwicklungsarbeit

CURIO steht für die Neugier. Foto: GSCHWÄTZ

Der Ansatz des neuen Entwicklungszentrums ist es, während des gesamten Entwicklungprozesses Lösungen zusammen mit den Kunden, mit den Forschern aus der Hochschule, den Produktentwicklern der Adolf Würth GmbH & Co. KG, sowie den Produktionsgesellschaften zusammenzuarbeiten. So will man fortschrittliche Produkte auf den Markt bringen, die die Prozesse der Kunden unterstützen, effizient gefertigt werden können und somit Ertrag abwerfen: „So stärken wir unsere eigene Expertise und Innovationskraft durch das unmittelbare Wissen, die Ideen und den Bedarf unserer Kunden“, sagte Dr. Heiko Roßkamp, Leiter Forschung und Entwicklung bei der
Adolf Würth GmbH & Co. KG.

Innovationsoase – Zusammenarbeit mit Hochschulen und Wissenschaft

Im neuen Curio arbeiten rund 250 Menschen an Produkt- und Systemneuheiten. Der Fokus der Forschungsarbeit liegt auf den Kompetenzfeldern Verbindungstechnik, Schrauben, Dübel, Chemie, Maschinen und Systeme. Durch die Kooperation mit dem Karlsruher Institut für Technologie KIT, der Universität Stuttgart und der Reinhold-Würth-Hochschule in Künzelsau entsteht eine Innovationsoase aus Forschung, Entwicklung und Anwendung. Am Ende soll das qualitativ beste Produkt für den Kunden stehen.

Innovationskraft durch Kundennähe

„Weltweit haben täglich mehr als 42.000 Mitarbeitende über die verschiedenen Vertriebskanäle Kundenkontakt. Daher wissen wir sehr genau, vor welchen Herausforderungen sie stehen“, erklärte Thomas Klenk, Geschäftsführer der Adolf Würth GmbH & Co. KG für Einkauf, Produkt, Marketing und Divisionen, die Strategie. Die Einbindung der Kunden in die Weiterentwicklung der Produkte und Services ist zentrales Kernelement. In interaktiven Werkstätten bildet Würth die
Anwendungswelten der Kunden in der Realität ab. „Dabei geht es nicht nur um die Bereitstellung innovativer Produkte. Es geht um die ganzheitliche Betrachtung inklusive umfassender Servicemodule und Systeme mit wirklichem Mehrwert für den Kunden in seinem Alltag. Wir verstehen uns als Berater und Problemlöser, damit sich unsere Kunden auf ihre Arbeit konzentrieren können“, so Klenk.

Zukunftsfähiges Arbeitsumfeld

Werkstätten, Prüffelder, Klimakammern, 3D-Drucktechnik, Seismik-Prüfstände für die Dübeltechnik sowie ein IoT-Labor treiben die anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung nachhaltig voran. Erdbeben können im Innovationszentrum simuliert und Produkte auf ihre Funktionalität in Extremsituationen geprüft werden. Klimakammern und ein Tropenhaus simulieren relevante Umweltbelastungen. Mit dem Innovationszentrum positioniert sich das Unternehmen als attraktiver
Arbeitgeber für Fach- und Führungskräfte – insbesondere in den Bereichen Mechatronik, Chemie, Softwareentwicklung/IoT und Befestigungstechnik. Potenzielle Mitarbeitende erwarten modernste Arbeitsplätze und ganz neue Entwicklungsmöglichkeiten. Weitere 30 High Potentials aus dem Ingenieursumfeld werden in den kommenden Monaten eingestellt.

Prof: Reinhold Würth: „In der Tat, ich bin von Haus aus ein bißchen neugierig“

Reinhold Würth ist neugierig, was für ein Geschenk ihm Dr. Heiko Roßkamp, Leiter F&E, gemacht hat. Foto: GSCHWÄTZ

Neben der Freude über das neue Gebäude und die neuen Möglichkeiten, die alle Redner in ihren Grußworten hervorheben, äußert Prof. Reinhold Würth auch seine große Sorge über die Lage in der Welt, spricht von der Umwelt, vom m Krieg, von der Inflation und von Corona als mindestens drei aufeinandertreffenden Krisen und fragt sich, ob wir nicht bereit im dritten Weltkrieg seien. Er beginnt mit einer Erinnerung an seine Jugend – „ich bin 49 in den Betrieb gekommen und seither nicht mehr raus“.  Die Entwicklung von der kleinen  Firma mit zwei oder drei Mitarbeiter:innen zum Weltunternehmen mit rund 86.000 Mitarbeiter:innen hätte er sich nie träumen lassen, aber – er schmunzelt dabei – „In der Tat, ich bin von Haus aus ein bißchen neugierig“. Für das Jahr 2050, „also nach meiner Zeit“, sieht er eine Spanne von Möglichkeiten: Entweder wir befinden uns dann in einem postatomaren Katastrophenszenario oder wir leben zufrieden mit einer Vier- oder sogar einer Drei-Tage-Woche, weil die KI dem Menschen bis dahin so viel abnehmen kann.  Trotz aller Krisen fordert er „wir sollen den Optimismus nicht aus den Augen verlieren“, sein Optimismus sei wieder gewachsen, seit China Russland zu Verhandlungen aufgefordert habe.

Viele Gäste waren zur Eröffnung erschienen. Foto: GSCHWÄTZ.

Auf die GSCHWÄTZ-Frage, welcher Meilenstein nach dem Curio und dem im Bau befindlichen Vertriebszentrum als nächster auf der Liste steht, antwortet Prof. Reinhold Würth dann auch konsequent mit „Das weiß ich nicht.“

Text: Matthias Lauterer unter Verwendung einer Pressemitteilung der Adolf Würth GmbH & Co. KG

 




„Wir bauen eine Verwaltung für die Zukunft“

Die Kreistagssitzung vom Montag, 26. September 2022, hatte neben der Entscheidung über die Zukunft des Krankenhausgebäudes in Künzelsau einen weiteren Schwerpunkt, nämlich die Errichtung des neuen Kreishauses.

Eine klare Architektursprache

So stellt sich KUBUS 360 den öffentlichen Bereich des neuen Kreishauses vor. Foto: Entwurf KUBUS 360

Der Architektenwettbewerb ist vorüber (GSCHWÄTZ berichtete), das Büro Kubus 360 aus Stuttgart gewann den Wettbewerb. Für Gerd Grohe vom Architekturbüro Kohler und Grohe, der den Wettbewerb organisierte und durchführte, war der Wettbewerb besonders: „Anspruchsvoll war, dass es in dem Projekt keine vorhandene Nachbarschaft gibt, die wird ja erst entwickelt.“ Das führte dazu, dass fünf Büros gar keinen Entwurf abgaben und nur 17 Entwürfe eingegangen sind. Über den Siegerentwurf sagt er: „Die hatten ein Alleinstellungsmerkmal, einen zusätzlichen Platz. Dazu wurde die kleinstädtische Struktur aufgegriffen, mit echten schrägen Dächern, unter denen man die Lüftungstechnik unterbringen kann und die für Solaranlagen geeignet sind.“ Er spricht von einer „klaren Architektursprache“, die Öffentlichkeit erzeugt und von einer „einfachen, hochflexiblen Struktur“.

„Flexibilität für Aufgaben, die wir heute noch nicht kennen“

Genau diese Flexibilität ist es, die Landrat Dr. Matthias Neth so gut gefällt: Er verweist darauf, dass sich die Verwaltungsstruktur in den letzten Jahren schnell und stark verändert habe: das Gesundheitsamt sei plötzlich in den Fokus geraten, die Anzahl der Beschäftigten im Bereich des Bevölkerungsschutzes habe sich verdreifacht. Über 1.000 Menschen arbeiten inzwischen beim Landratsamt – das ist ziemlich genau 1 Prozent der Bewohnerzahl des Hohenlohekreises. „Neue Bedarfe fordern neue Flexibilität“, sagt Neth, man müsse heute anders bauen: „Wir brauchen Flexibilität für Aufgaben, die wir heute noch nicht kennen“. Er verliebe sich daher immer mehr in den Entwurf.

600 Mitarbeiter:innen sollen in dem Gebäude einmal arbeiten. Mit modernen Arbeitsbedingungen und Prozessen will sich der Hohenlohekreis positiv von konkurrierenden Arbeitgebern absetzen. Nach wie vor sei es ein Problem, überhaupt Mitarbeiter zu finden, weiß Neth.

Im Bauabschnitt 1, dem ans geplante städtische Parkhaus angrenzende Gebäude, sollen alle bürgernahen Ämter, die „Frequenzbringer“ untergebracht werden: Soziales und Jugend, Verkehr, Ordnungsamt, Ausländeramt sowie Bauen und Umwelt sollen für die Bürger an einem Ort erreichbar sein. Ein lichtdurchfluteter Zentralbereich soll der Anlaufpunkt für die Bürger sein. Dem Sicherheitbedürfnis der Beschäftigten wird im Entwurf ebenfalls Rechnung getragen, beispielsweise durch getrennte Laufwege im Inneren. „Damit geben wir ein Statement ab: Wir denken das Landratsamt vom Bürger her“.

„Die Großkopferten sind für die Bürger nicht so interessant“

Dazu gehört auch, so Neth, dass er selbst, der erste Landesbeamte Gotthard Wirth sowie Kämmerer Michael Schellmann nicht in das neue Gebäude umziehen werden: „Die Großkopferten sind für die Bürger nicht so interessant“, drückt es Neth aus.

Der geplante Bauabschnitt 1 des Kreishauses. Oben: das neu zu errichtende Parkhaus. Foto: Entwurf von KUBUS

„Nach den schönen Bildern ist es schwer …

… in die reine Sachlichkeit zurückzukehren“, beginnt Michael Schellmann. Er zeigt die geplante Projektstruktur auf, erläutert, wie sich Stadt und Kreis die Zusammenarbeit in dem übergreifenden Projekt des neuen Stadteingangs die Zusammenarbeit vorstellen und nennt einen ambitionierten Zeitplan: Die Planung soll nach den abschließenden Verhandlungen bereits im Oktober oder November 2022 beginnen, einen Baubeschluß plant er bereits für den Sommer 2023. Eine Kostenplanung hat er noch nicht – im Raum stehen rund 60 Millionen Euro, also 100.000 Euro pro geplantem Arbeitsplatz, allerdings wurde diese Schätzung bereits 2018 erstellt.

Diskussion

Die Diskussion erstreckt sich im Wesentlichen auf wenige Punkte, die meisten angesprochenen Punkte können aktuell noch gar nicht besprochen werden. Die Planung ist dafür noch gar nicht weit genug vorangegangen oder liegt gar nicht in der planerischen Zuständigkeit des Kreises. Die Art der Bepflanzung der „neuen Stadtachse“ oder die Parkplatzsituation liegen beispielsweise in der Verantwortung der Stadt Künzelsau.

Die Frage nach den Kosten und der Kostenkontrolle

Anton Baron (AfD) will mehr direkte Entscheidungen über Kosten in den Kreistag verlagern, er überrascht dabei mit einem Zitat, das Lenin zugesprochen wird: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.“ Ihm erscheint der Entwurf offenbar zu teuer, vielleicht sogar zu luxuriös. Gegenwind bekommt er ausgerechnet von Ernst Kern (LINKE), der an Menschen, Gewerbetreibende und Industrie denkt: „Die haben es verdient, ein modernes Landratsamt zu bekommen und nicht eines, das hinterher in den Prozessen teurer wird.“ Und Landrat Dr. Matthias Neth betont, dass der Kreistag über den Genehmigungsbeschluss in die Entscheidungsfindung einbezogen ist. Außerdem sei eine „stufenweise Beauftragung“ vorgesehen. Zu den Gesamtkosten sagen er und Michael Schellmann, dass alle Aussagen derzeit noch unseriös seien. Alle Aussagen könnten beim derzeitigen Planungsstand nur Überschläge sein, noch nicht einmal eine „Schätzung“.

Mögliche Verquickungen

Achim Beck (FWV) macht sich Sorgen, ob es sinnvoll ist, den vom Architekturbüro vorgeschlagenen Bauleiter quasi als Subunternehmer des Architekten zu beauftragen. Er hat die Befürchtung, dass der Kreis in eventuellen Konfliktfällen gegenüber dem Architekten nicht stark genug vertreten wird, „wenn der Architekt und der Bauleiter zusammen golfen“.

Das Sahnestück nicht hergeben

Grundsätzliche Bedenken gegen das Projekt äußert einzig Rolf Weibler (CDU): Er will das Grundstück, auf dem heute das Landratsamt steht und das er als „Sahnestück“ betrachtet, „nicht für eine Sichtachse opfern.“

Beschluß

Dem Antrag, die Verwaltung zu ermächtigen, „den Planungsauftrag an den 1. Preisträger KUBUS360 aus Stuttgart in Form einer stufenweisen Beauftragung zu erteilen“ und die weiteren erforderlichen Fachplanungs- und Beratungsleistungen zu vergeben, stimmt der Kreistag mit großer Mehrheit zu. Einzig Rolf Weibler stimmt gegen den Antrag, die drei Mitglieder der AfD-Gruppe enthalten sich. Der gemeinsamen Absichtserklärung zwischen Landkreisverwaltung und Stadt Künzelsau, die die Grundlage für spätere vertragliche Regelungen darstellt, stimmt der Kreistag einstimmig zu.

Text: Matthias Lauterer

 

 




Probealarm im Hohenlohekreis

Am Samstag, 1. Oktober 2022, findet die nächste turnusgemäße Probealarmierung der funkansteuerbaren Sirenen für die Feuerwehren des Hohenlohekreises statt. Dabei werden die funkansteuerbaren Sirenen aller Gemeinden und Ortsteile im Hohenlohekreis zwischen 11 und 12 Uhr ausgelöst.

Pressemitteilung Hohenlohekreis




SWR veröffentlicht Video zu mutmaßlicher Tierquälerei bei einem Viehhändler im Kreis Schwäbisch Hall

Aufnahmen von der SOKO Tierschutz, gedreht mit versteckter Kamera, zeigen, wie Schweine, die nicht mehr gehen können, zum Transport getrieben oder mit Seilen geschleift werden. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft. Gegen einen Viehhandelsbetrieb im Kreis Schwäbisch Hall steht der Verdacht der Tierquälerei im Raum. Nach neuesten Erkenntnissen geht das zuständige Veterinäramt von möglichen Straftaten aus. Grundlage sind Recherchen des SWR und Videoaufnahmen, die vom Verein SOKO Tierschutz mit versteckter Kamera im Zeitraum von Februar bis Juli 2022 gemacht wurden und mutmaßliche Tierrechtsverstöße in dem Betrieb zeigen.

Quelle: SWR




„Vertane Chance für Künzelsau“

Statement von Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann zu der Kreistagsentscheidung zur Verkaufs- und Abrissfreigabe des ehemaligen Krankenhausgebäudes im Zentrum der Stadt (wir berichteten):

„Die Erwartungen von Gemeinderat und Stadtverwaltung, der Einwohner:innen von Künzelsau und der Region sind sicherlich andere gewesen. Zum einen schmerzt der Verlust des Krankenhauses in Künzelsau, zum anderen sind da die Versprechungen und Erwartungen, was mit dem ehemaligen Krankenhaus passiert. Da haben wir in den letzten Jahren gesehen, dass zu wenig oder nichts ernsthaftes passiert ist.“

„Nichts ernsthaftes passiert“

Auch die Stadtverwaltung hat Möglichkeiten zur Nachnutzung des Gebäudekomplexes und Areals aufgezeigt, geprüft und der Betreibergesellschaft sowie Vertretern der BBT-Gruppe und der Kreisverwaltung vorgestellt. Leider ist dann nichts passiert, keine Option wurde zu unserem großen Bedauern von Betreibergesellschaft und Landkreis weiterverfolgt.

„Keine Option wurde weiterverfolgt“

Ich finde, es ist eine vertane Chance – nicht nur für Künzelsau, sondern auch für den ganzen Mittelbereich.

Es steht für mich außer Frage, dass an diesem Standort zukunftsfähige, gesundheitliche und medizinische Angebote etabliert werden.

Der Gemeinderat wird in seiner Sitzung im Oktober über die Zukunft des ehemaligen Krankenhauses beraten.“