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„Niemand kann das aus der Glaskugel lesen“ 

Die Kreisgemeinden beklagen sich, dass sie durch die Betreuung der Geflüchteten finanziell stark belastet werden. In einem ersten Beitrag hat GSCHWÄTZ über die Flüchtlingssituation im Kreis berichtet, jetzt kommen die Gemeinden selbst zu Wort.

143 Geflüchtete aus der Ukraine waren Ende September in der „vorläufigen Unterbringung“ durch den Kreis. Diese Menschen werden spätestens nach sechs Monaten an die Gemeinden weitergegeben. Allein in Öhringen, der größten Gemeinde des Hohenlohekreises, waren zum selben Zeitpunkt 231 Ukrainer und Ukrainerinnen privat in Wohnungen in Öhringen untergebracht, also rund eineinhalb mal so viele wie im Kreis. Nur eine dieser Personen wurde aus der vorläufigen Unterbringung bisher an Öhringen zugewiesen.

Einigermaßen zuversichtlich äußert sich Karl Michael Nicklas, Bürgermeister von Neuenstein: „Egal wie sich die Situation auf Bundes- und Landes- und Kreisebene bisher entwickelte, hatten wir die Lage immer im Griff. Ich gehe davon aus, dass wir auch in Zukunft alles gut meistern.“ Er weiß von 50 Ukrainer:innen in Neuenstein, von denen eine fünfköpfige Familie in einer städtischen Unterkunft lebt. „Wir wissen von 45 weiteren Ukrainern, die privat eine Wohnung gefunden haben“, sagt er und spricht damit eine spezielle Konstellation an:

Ukrainer:innen benötigen 3 Monate keinen Aufenthaltstitel

Menschen aus der Ukraine konnten sich ein halbes Jahr in der Bundesrepublik aufhalten, ohne dass sie sich anmelden müssten oder eine Aufenthaltsberechtigung benötigen würden. Seit dem 31.08. ist diese Frist auf 90 Tage beschränkt. Es könnte also sein, dass noch mehr Ukrainer:innen in den Gemeinden leben als behördlich erfasst sind – diese Menschen erhalten aber auch keine Leistungen von den Gemeinden. Leistungen können sie erst erhalten, wenn sie sich bei einer Gemeinde anmelden und einen Aufenthaltstitel beantragen.

„immer einwandfrei geklappt“

15 Plätze sind in Neuensteiner städtischen Unterkünften noch frei, zusätzlich kann die Stadt auf einige Wohnungen zugreifen, beispielsweise für Familien. Nicklas sagt: „Damit könnten wir ad hoc ohne fremde Hilfe ca. 30 Geflüchtete aufnehmen.“ Er geht von 6 % bis 7 % der vom Kreis betreuten Geflüchteten aus, die nach Neuenstein kommen werden. Die Zusammenarbeit mit dem Kreis lobt er, „da die bisherige Verteilung durch den Kreis immer einwandfrei geklappt hat und rechtzeitig angekündigt wird.“

„Die Lage ist angespannt, wir nähern uns definitiv der Belastungsgrenze“

Auch in der Gemeinde Pfedelbach wohnen bereits mehr ukrainische Geflüchtete als in den Unterkünften des Landkreises: „Insgesamt sind 173 ukrainische Flüchtlinge in der Gemeinde gemeldet, davon 86 von der Gemeinde untergebracht, der Rest privat. Dazu noch 36 Flüchtlinge anderer Nationalitäten in kommunalen Gebäuden“, informiert Klaus Uhl, der dortige Hauptamtsleiter. In Pfedelbach gibt es noch freie Unterkünfte: „Die Gemeinde verfügt glücklicherweise über mehrere kommunale Gebäude, die belegt werden können. Wir haben noch ca. 25 kommunale Plätze, die belegt werden können, zudem wurden der Gemeinde Wohnungen/Gebäude zur Miete angeboten; diese Option benötigen wir aktuell (noch) nicht“. Die Unterkünfte sind also in Pfedelbach nicht knapp, Uhl sieht ganz andere Probleme auf seine Gemeinde zukommen: „Die Lage ist angespannt, wir nähern uns definitiv der Belastungsgrenze. Nicht nur im Hinblick auf das Thema Unterbringung, sondern auch im Bereich der „Betreuung/Unterstützung“ nach der Unterbringung, obwohl wir ehrenamtlich engagierte Bürgerinnen und Bürger sowie Integrationsmanager haben.“

Ehrenamt an den Grenzen angelangt

Mit dieser Aussage benennt Uhl ein Problem, das auch andernorts sichtbar wird: Die Unterstützung durch Land und Bund ist zu gering, obwohl das Land rund 10 Stellen im Integrationsbereich für den Hohenlohekreis bereitgestellt hat. Das ehrenamtliche Engagement, auf das man sich in vielen Gemeinden bei Kriegsbeginn stützen konnte und auch weiterhin stützt, wird geringer. Die Gründe dafür mögen vielfältig sein: Der Arbeitsaufwand ist für die freiwilligen Helfer seit gut sechs Monaten hoch, sie sind einfach erschöpft. Und auf der anderen Seite vermissen sie auch oft die Anerkennung von Behördenseite für ihre Arbeit, was die Motivation nicht steigert.

Gemeinden ohne gemeindliche Unterkünfte

Gar keine eigenen Unterkünfte betreibt Dörzbach. Claudia Konrad vom dortigen Bürgermeisteramt: „Wir müssen Wohnraum anmieten, um Wohnraum zu bieten. Deshalb versuchen wir alle Anfragen direkt privat unterzubringen“. Die 34 Ukrainer:innen in Dörzbach sind demnach auch alle privat untergebracht. Mit etwa zwei bis drei weiteren Personen rechnet man pro Quartal in Dörzbach.

Und auch in Niedernhall wurden bislang 36 Ukrainer:innen privat untergebracht, weitere acht bis 10 Personen könnten „spontan“ aufgenommen werden, teilt Bürgermeister Achim Beck mit.

„Niemand kann das aus der Glaskugel lesen“

Die Kreisstadt Künzelsau ist in einer besonderen Situation: Sie betreut mit ihrem Integrationsteam auch Menschen, die in Kreiseinrichtungen untergebracht sind, insgesamt 129 Personen. „54 von den 129 Personen sind in Wohnungen untergebracht, die die Stadtverwaltung in Künzelsau angemietet und an die Geflüchteten untervermietet hat.“ Ingesamt stehen in Künzelsau 65 Plätze zur Verfügung, also sind noch elf Plätze frei, „Diese Angaben sind allerdings Momentaufnahmen. Durch Wegzug von Geflüchteten und die Zurverfügungstellung von privatem Wohnraum ändern sich die Kapazitäten“, betont Elke Sturm, Pressesprecherin der Kreisstadt. Sie weiß aber auch: „Niemand kann das aus der Glaskugel lesen. Die Stadtverwaltung Künzelsau wappnet sich so gut es geht, in den kommenden Monaten eine unbestimmte Zahl von Flüchtlingen – nicht nur aus der Ukraine – aufnehmen zu müssen.“

„große Besorgnis“

„Wir teilen die große Besorgnis über die Zuspitzung der Lage und können schwer abschätzen, ob die verfügbaren Plätze ausreichen werden. Wir rechnen definitiv mit Zuweisungen im Winter“, versteht Öhringens OB Thilo Michler die Sorgen seiner Kollegen aus den Hohenloher Gemeinden.

„Flüchtlingsgipfel“

Am heutigen Dienstag, 11. Oktober 2022, ist in Berlin ein „Flüchtlingsgipfel“ geplant. Dort sollen Themen wie Bundeszuschüsse oder Kapazitätserhöhungen in den Erstaufnahmeeinrichtungen auf der Tagesordnung stehen. Möglicherweise sehen die Gemeinden danach mit weniger Sorge in die Zukunft.

Text: Matthias Lauterer




Dr. Marc Wucherer wird neuer CEO bei Ziehl-Abegg

Der Aufsichtsrat der Ziehl-Abegg SE hat Dr. Marc Wucherer zum neuen Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens berufen. Der 52-Jährige wird die neue Aufgabe im Dezember 2022 übernehmen.

Der promovierte Ingenieur mit Betriebswirtschaftsstudium startete seine Karriere bei der Siemens AG. Im In- und Ausland hatte er mehrere Managementfunktionen für verschiedene Fachbereiche inne, unter anderem als Präsident des Industriesektors in Nordostasien.

Seit 2017 war Dr. Marc Wucherer Mitglied des Vorstands der Bosch Rexroth AG mit globaler Zuständigkeit für den Vertrieb und das Marketing, sowie später zusätzlich für den Bereich der Fabrikautomatisierung. Dr. Marc Wucherer ist Vollblutmanager mit einem großen Erfahrungsschatz in vielen unternehmerischen Bereichen. Neben Kompetenz und Verlässlichkeit ist seine internationale berufliche Erfahrung eine gute Voraussetzung, um das weitere globale Wachstum von Ziehl-Abegg aktiv zu gestalten.

„Mit Dr. Marc Wucherer als CEO und den heutigen Vorstandsmitgliedern der Ziehl-Abegg SE Olaf Kanig (CFO), Dr. Sascha Klett (CTO) und Joachim Ley (COO), wird Ziehl-Abegg ein neues, herausragendes und starkes Führungsteam haben“, so Dennis Ziehl, Aufsichtsratsvorsitzender der Ziehl-Abegg SE.

Pressemitteilung Ziehl-Abegg

 




Fenster am helllichten Tag besprüht

Ein Unbekannter beschädigte am Freitagnachmittag das Milchglasfenster eines Frisörsalons in Künzelsau. Eine Mitarbeiterin bemerkte zwar, wie der Täter ein Graffiti an das Fenster in der Filiale in der Hauptstraße sprühte, allerdings konnte dieser trotzdem unerkannt in Richtung Stadtmauer flüchten. Die Scheibe wurde bereits zum wiederholten Mal mit roter Farbe besprüht. Zeugenhinweise gehen unter der Telefonnummer 07940 9400 an das Polizeirevier Künzelsau.

Pressemitteilung Polizei Heilbronn




Zwei Alkoholunfälle am Wochenende

Forchtenberg: Betrunken unterwegs – Pkw überschlagen

Vermutlich aufgrund der Alkoholisierung des Fahrers überschlug sich am Sonntagmorgen, 9. Oktober 2022,  bei Forchtenberg ein Audi A4. Der 21-jährige Fahrer war gegen 5.45 Uhr auf der Landesstraße 1048 von der Landesstraße 1045 kommend in Richtung Öhringen unterwegs. Hier kam er in einer Rechtskurve nach links von der Fahrbahn ab, fuhr gegen eine Straßenlaterne und anschließend in den Straßengraben. Dort überschlug sich das Fahrzeug, kollidierte mit einer Steinmauer und blieb liegen. Ein Alkoholtest bei dem 21-Jährigen ergab einen Wert von mehr als 1,6 Promille, weshalb vor Ort eine Blutentnahme durchgeführt wurde. Der Fahrer wurde beim Unfall verletzt und mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

Künzelsau: Unfall unter Alkohol – Widerstand gegen Polizei

Ein 58-Jähriger muss mit mehreren Anzeigen rechnen, da er am Samstag, 8. Oktober 2022, alkoholisiert einen Unfall verursachte und anschließend Widerstand gegen die Polizei leistete. Der Mann fuhr gegen 21.30 Uhr von den Wertwiesen mit seinem Ford Fiesta in Richtung Lindenstraße. Vermutlich aufgrund überhöhter Geschwindigkeit und seiner Alkoholisierung geriet er mit seinem Pkw beim Übergang in die Konsul-Uebele-Straße auf die Gegenfahrbahn. Dort kam ihm ein anderes Fahrzeug entgegen, das ausweichen musste. Der Ford-Fahrer wich ebenfalls aus und kam nach rechts von der Fahrbahn ab. Dort beschädigte er einen Laternenmast, ein Verkehrszeichen und eine Hauswand. Das Fahrzeug musste anschließend abgeschleppt werden. Als der 58-Jährige aufgrund seiner Alkoholisierung zur Blutentnahme ins Krankenhaus gebracht werden sollte, leistete er Widerstand gegen die Polizeibeamten. Nur unter großem Kraftaufwand konnten dem Mann die Handschließen angelegt werden und ein Transport ins Krankenhaus erfolgen. Der entstandene Sachschaden ist unbekannt.

Pressemitteilung PolizeiHN





Glückwunsch und Dank an Gerhard Rudolph zum 70. Geburtstag

Gerhard Rudolph, der seit 2004 Mitglied des Gemeinderat Künzelsaus ist, feierte im September 2022 seinen 70 Geburtstag. Dies hat die Stadtverwaltung zum Anlass genommen, ihm herzlich zu gratulieren und danke für sein jahrzehntelanges Engagement zu sagen. Gerhard Rudolph ist seit über 40 Jahren im Ortschaftsrat Amrichshausen aktiv. Seit 1984 leitet er dieses Gremium als Ortsvorsteher. In dieser Zeit hat sich Amrichshausen hervorragend entwickelt: Der Sportplatz und das Sportheim wurden gebaut, Neubaugebiete und der Handwerkerpark Leisenhöhe sowie der Rad- und Gehweg entlang der Kreisstraße nach Garnberg sind entstanden, die ganze Ortschaft Amrichshausen wurde kanalisiert, 2017 hat Amrichshausen sein 700-jähriges Jubiläum mit einem großen Fest gefeiert, der Kindergarten ist erweitert worden, der Dorfplatz wurde geschaffen und in diesem Jahr ist dort mit Mitteln aus dem Bürgerbudget ein Pavillon neu hinzugekommen, schließlich wurde das Regenrückhaltebecken bei den Feuerseen in diesem Sommer fertig.

Noch große Ziele für Amrichshausen

„Und jetzt stehen unter anderem die Erweiterung der Grundschule und der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses an, die ich nach den entsprechenden Gemeinderatsbeschlüssen mit dem Team der Stadtverwaltung begleiten und zu einem guten Abschluss für Amrichshausen bringen möchte“, blickt der rührige Jubilar nach vorne.

Auch für die Feuerwehr und den Sport in Amrichshausen und in Hohenlohe ist und war er ehrenamtlich tätig. 2021 wurde Gerhard Rudolph für sein vielfältiges Engagement mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Er ist in Amrichshausen aufgewachsen und wird als bodenständiger, humorvoller und konstruktiver Ratskollege und Ortsvorsteher geschätzt.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau

 




„Ich selber werde keine Nebentätigkeit, während ich meine Entschädigung als Bundestagsabgeordneter erhalte, annehmen“

Der in Blaufelden und Berlin lebende SPD-Bundestagsabgeordnete für den Hohenlohekreis Kevin Leiser war einer der Referenten des Workshops Lokaljournalismus am 9. und 10. September 2022 in der Redaktion GSCHWÄTZ in Künzelsau (wir berichteten). Ukraine-Krieg, Coronapandemie, Klimawandel: Die Jungjournalisten durften dem 29-Jährigen dabei gehörig auf den Zahn fühlen.

Nachwuchsjournalisten-Workshop am 09.September 2022. Dr. Sandra Hartmann und Kevin Leiser. Foto: GSCHWÄTZ

GSCHWÄTZ: Was haben Sie beruflich gemacht, bevor Sie vor nicht allzu langer Zeit in den Bundestag gewählt wurden?

Kevin Leiser: Zuerst einmal danke für die Einladung, die ich gerne angenommen habe. Hohenlohe ist meine Heimat. Nach dem Abitur habe ich zunächst in Heidelberg Jura studiert und dann Mathematik und Wirtschaft auf Lehramt. Nach Abschluss meines Studiums war ich als Lehrer am Albert-Schweitzer-Gymnasiums in Crailsheim tätig.

GSCHWÄTZ: Was hat Sie dazu bewogen, politisch aktiv zu werden und dann in die SPD einzutreten?

Kevin Leiser: Ich hatte in der Schule einen Gemeinschaftskundelehrer, der einen sehr guten Unterricht gemacht und bei mir das Interesse geweckt hat. Im Gymnasium hatte ich Politik als Leistungsfach. Kurz vor meinem Abitur bin ich in die SPD eingetreten. Ausschlaggebend für die Wahl waren die Grundwerte der Partei. Ein weiterer Punkt war der persönliche Kontakt zu örtlichen Mitgliedern und auch die historische Größe, Beispiel eines Helmut Schmidt, welche mich sehr inspiriert hat.

„Es gibt keinen Alltag, jeder Tag ist verschieden“

GSCHWÄTZ: Wie kann man sich so einen typischen Tagesablauf von einem Bundestagsabgeordneten vorstellen?

Kevin Leiser: Jeder Tag ist verschieden. Das ist ein sehr großes Merkmal des Lebens als Politiker und Abgeordneter. Die Arbeitsweise ist sehr unstetig.

Ich pendle zwischen meiner Heimat und Berlin, um Termine verschiedenster Art wahrzunehmen. Um das entsprechend koordinieren zu können, habe ich zwei Teams, in Hohenlohe und Berlin, mit jeweils zwei Mitarbeitern, die mich tatkräftig unterstützen.

Einmal pro Woche gibt es eine Teambesprechung, in der alles besprochen und auch geplant wird.

GSCHWÄTZ: Sie sind seit 2021 im Bundestag und Mitglied des Bundestagsausschusses für Verteidigung. Aufgrund der aktuellen Situation ist die Bundeswehr gewaltig in den Vordergrund gerückt. In welchen Bereichen sehen Sie primär Handlungsbedarf, wo muss nachgebessert, ausgebaut werden?

Kevin Leiser: Durch das 100 Milliarden Sondervermögen haben wir die Mittel, viele entstandene Baustellen innerhalb der Bundeswehr zu bearbeiten. Der NATO haben wir gewisse Fähigkeiten zugesichert. Um dieses Versprechen aufrecht zu erhalten, werden entstandene Lücken geschlossen. Durch die neu entstandene Situation sind auch weitere Fähigkeiten notwendig. Unser Bundeskanzler hat in Prag gefordert, einen europäischen Schutzschild gegen Raketen zu installieren. Ich persönlich unterstreiche den Vorschlag, da es unbedingt notwendig ist, auf neu entstandene militärische Verhältnisse zu reagieren.

GSCHWÄTZ: Würden Sie sagen, dass sich Deutschland im Krieg befindet?

Kevin Leiser: Das nicht. Jedoch gibt es eine Veränderung, derer wir uns bewusst werden müssen. Wir erleben hybride Bedrohungen. Cyberattacken haben zwar in der Regel keinen physischen Effekt wie beispielsweise ein Raketenangriff. Sie dienen aber der Informationsgewinnung. Auch werden in den westlichen Gesellschaften Desinformationen gestreut. Dies dient dazu, einen strategischen Vorteil zu erzielen.

„Nationales Cyberabwehrzentrum“

Es gibt in Deutschland ein nationales Cyberabwehrzentrum, in dem verschiedene Institutionen zusammenarbeiten. Das Problem ist nicht die technische Voraussetzung, sondern die Frage, wer Entscheidungen treffen und Weisungen erteilen darf. Wir brauchen hier klare Strukturen, um im Ernstfall Entscheidungen schnell treffen zu können. Aber soweit sind wir derzeit noch nicht.

Das 9€-Ticket: ein voller Erfolg

GSCHWÄTZ: Kommen wir zu einem völlig anderen Thema, aber eines, das ebenso die Gemüter sehr beschäftigt hat in den vergangenen Wochen: das Neun-Euro-Ticket. Wären Sie für eine Fortführung?

Kevin Leiser: Es war ein voller Erfolg. Es hat uns gezeigt, dass dies der richtige Weg ist und die Bürger es angenommen haben. Es wäre auf jeden Fall sinnvoll, ein Nachfolgeangebot zu haben. Jedoch ist dies grundsätzlich eine Aufgabe der Bundesländer. Die sehr vielen verschiedenen Verkehrsverbünde und auch Kostenstrukturen innerhalb der Bundesländer erschweren eine bundesweite Lösungsfindung.

Das Neun-Euro-Ticket hat der Bund komplett finanziert. Bei einer Nachfolge ist der Bund bereit, sich mit 1,5 Milliarden Euro zu beteiligen.  Den Differenzbetrag müssen die Länder finanzieren. Es wird wohl  mehr als neun Euro pro Monat kosten.

GSCHWÄTZ: Sehen Sie weiter steigende Energiekosten?

Kevin Leiser: Ich habe keine Glaskugel. Jedoch habe ich sehr großes Vertrauen in unseren Bundeskanzler und auch in die Regierung, dass durch entsprechende Maßnahmen Verbraucher entlastet werden.

Von Estland lernen, heißt Digitalisierung lernen

GSCHWÄTZ: Sie haben uns berichtet, dass Sie vor kurzer Zeit in Estland waren. Man hat Ihnen angemerkt, dass Sie davon mehr als nur beeindruckt waren. Wieso?

Kevin Leiser: Die Möglichkeiten, die die Digitalisierung für den Staat und auch den Bürger bietet, sind sehr vielfältig. Estland ist ein praktisches Beispiel dafür, dass es in sehr vielen Bereichen funktioniert und überaus effizient ist. Voraussetzung dafür ist natürlich ein schnelles, robustes und überall verfügbares Internet. Das haben wir in Deutschland noch nicht. Funklöcher, wie Sie es, Frau Hartmann, angesprochen haben, sind ein Fremdwort für die Esten. Wir können von den Esten viel lernen.

GSCHWÄTZ: Was halten Sie davon, dass viele Politiker noch weitere Einkommen neben den Bezügen als Berufspolitiker beziehen.

Kevin Leiser: Ich werde keine bezahlten Nebentätigkeiten annehmen, solange ich mein Bundestagsmandat innehabe.
Zu Ihrer allgemeinen Frage: Dies ist schwierig zu beantworten. Bei manchen Berufen müssen Lizenzen oder eine Berufspraxis aufrechterhalten werden, zum Beispiel bei Anwälten mit eigener Kanzlei. Auch sie müssen unabhängig bleiben können.

GSCHWÄTZ: Die Gewaltenteilung ist das Fundament jeder Demokratie. Uns als Journalist:innen und Vertreter:innen der vierten Gewalt im Staat untersagt es der Pressekodex, Ämter zu bekleiden, die in irgendeiner Weise einen Interessenskonflikt hervorrufen könnten, um die Objektivität der Berichterstattung zu wahren. Gibt es hier nicht einen Interessenskonflikt, wenn einige Parlamentsabgeordnete auch Juristen sind? Als Beispiel sei Wolfgang Kubicki genannt, der seine Anwaltstätigkeit sogar als Bundestagsvizepräsident weiterführt.

Kevin Leiser: Bezüglich Nebenjob als Parlamentarier gibt es im Abgeordnetengesetz dazu Richtlinien. Ich selber werde keine Nebentätigkeit, während ich meine Entschädigung als Bundestagsabgeordneter erhalte, annehmen. Mein Sitzungsgeld im Kreistag spende ich zu 100 Prozent. Dies ist auf meiner Webseite einzusehen. Sollte ich ein Buch während dieser Zeit schreiben, würde ich die Einnahmen auch spenden.

Das Interview führte Markus Neugebauer

 




„Als zweifache Mutter habe ich einen besonders persönlichen Bezug zu diesem Bauprojekt“

Kleine Sänger, Stolze Eltern, begeisterte Würth Mitarbeiter und Familie Würth bei der Grundsteinlegung des Kindergartens Würtholino, auf den Taläckern. Mit großem Tumult geht es hier zur Sache, sogar die Kleinsten sind voll eingespannt.

„Stein auf Stein, der Würtholino Kindergarten wird bald fertig sein“

Die jetzigen Würtholino Kinder, des schon bestehenden Kindergartens, der sich in der Freien-Schule-Anne-Sophie befindet, empfingen die Gäste, zur Grundsteinlegung am Donnerstag, den sechsten Oktober 2022, mit einem Ständchen mit selbst entworfenen Reimen passend zum Thema. Sowie Beispielsweise: „Stein auf Stein, Stein auf Stein, der Würtholino Kindergarten wird bald fertig sein.“

  „Als zweifach Mutter habe ich einen besonders persönlichen Bezug zu diesem Bauprojekt.“

Die Begrüßung übernahm, nach dem musikalisch und thematisch passenden Einstieg, Maria Würth. „Dass dies ein ganz besonderes Bauprojekt ist, ist bereits jetzt klar. Es ist schön zu sehen, dass die Freie-Schule-Anne-Sophie nun dieses Nachbargebäude, für die ganz kleinen erhält.“ 18 Monate begleitet Maria Würth nun schon dieses Projekt, sowohl wie die Gebäudeplanung, als auch die Innengestaltung und auch das pädagogische Konzept waren und sind in ihrem Aufgabenbereich vorhanden. „Als zweifach Mutter habe ich einen besonders persönlichen Bezug zu diesem Bauprojekt. Ich bin froh und dankbar, dass ich mich mit einbringen darf.“ Der Umzug des Würtholino Kindergartens in das neue Gebäude, ist für Ende 2023 geplant, stellte sie in Aussicht. Bis zu 80 Kinder können in diesem untergebracht werden. „Es soll ein fröhlicher, lebendiger und kreativer Spielort und Lernort für Kinder von sechs Monaten bis zum Grundschulalter werden.“

„Diese Würth-Projekte zeigen, wie multidimensional Würth ist.“

Anschließend richtete der Landrat Dr. Alexsander Neth einige Worte an Publikum und Beteiligte. Dabei hatte er aber nicht gerechnet, gleich nochmal, wegen eines Würth Bauprojekts, eine Rede zu halten, denn eine Woche zuvor hatte er ein weiteres Würth Projekt, nämlich Würth-Choreo, eröffnet. Und nun steht er wieder auf einer Würth Baustelle. Er richtet außerdem Grüße des Künzelsauer Bürgermeisters, Stefan Neumann aus, der leider verhindert war. „Diese Würth Projekte zeigen wie Multidimensional Würth ist und in diesem Projekt sehen wir ein klares Bekenntnis zur nächsten Generation.“ Neth fügt zu den Worten des Bürgermeisters hinzu: „Dieses Projekt ist wegweisend.“

Grüße von Bürgermeister Neumann

Herr Prof. Dr. Reinhold Würth beschwichtigte Landrat Neths einleitende Worte. „Tatsächlich hat Herr Landrat Neth natürlich Recht. In letzter Zeit, haben sich die Einweihungen und Grundsteinlegungen gehäuft, aber das legt sich wieder, da bin ich mir ganz sicher.“ Diese Veranstaltung bezeichnet er als ganz besonders. „Für alle Beteiligten ist das einen Smiley wert.“ Dann noch „Einen guten Bauverlauf ohne Unfälle und eine schöne zackige Vollendung, damit wir im nächsten Jahr wieder hier stehen und das Gebäude einweihen und eine glückliche Zukunft wünschen.“

Beteiligung Gschwätz an der Zeitkapsel

Dann endlich die ersehnte Grundsteinlegung, verbunden mit der Tradition einer Zeitkapsel. Sie soll tagesaktuelle Dokumente, Glücksbringer, Briefe, Münzen oder andere Gegenstände enthalten. Alles vorbereitet und dabei? Nein, die Münze fehlt. Der Verantwortliche hatte diese tragischer Weise vergessen. So trug die Redaktion auch etwas hinzu, denn dann wurde gefragt ob wir denn ein Eurostückdabei haben und natürlich hatten wir das. So hat sich das Gschwätz also mit einem Eurostück auch beteiligt, denn dies landete dann in der Zeitkapsel.

Es ist ein Geschenk für die Mitarbeiter

Und was sagen die Würth-Mitarbeiter zu dem ganzen Projekt? Anja Ascher sieht es auch als ein besonderes Erlebnis. „Ich finde es sehr beeindruckend in so einer Krise mit Corona und der Wirtschaft, ein so interessantes Projekt auf die Beine zu stellen, das beweist Mut.“ Sie ist dankbar für die Möglichkeit, die den Würth Mitarbeitern dadurch geboten wird, welche sie mit ihren zwei Söhnen, im Alter von drei und vier, schon nutzt. „Es ist eine Entlastung für arbeitende Eltern und stärkt das Wohlbefinden. Es ist ein Geschenk für die Mitarbeiter.“ Auch ist sie begeistert von der Anwesenheit der ganzen Familie Würth, welche bei diesem Projekt die herzliche und familiäre Seite gezeigt haben. Aber nicht nur für sie war es ein besonderes Erlebnis, auch für ihre beiden Söhne. Sie sind fleißige Baustellenbesucher und haben Zuhause auch das Eingangslied regelmäßig geübt.

Auch der Sohn von Frederike Umminger aus Künzelsau übt seit Wochen fleißig mit der Mama das Lied. Laut seiner Mama wartete er voller Aufregung auf diesen Tag. „Ich bin total zufrieden mit der Kita, sie ist einfach unvergleichlich und der Neubau bietet den Kindern ganz neue Möglichkeiten,“ berichtet die zweifache Mama. Auch die Nachhaltigkeit, welche der Neubau verspricht, sieht sie als wichtigen Teil des ganzen Projektes an.

Nachhaltiger Bau

Ähnlichkeit soll der Neubau mit der schon bestehenden, Freien-Schule-Anne-Sophie, haben. „Es ist eine gewisse Symbiose zu erkennen“, bestätigt Dr. Wolfgang Schiele, Lehrer an der Freien-Schule-Anne-Sophie. Auch das Innere mit der Zeitgemäßen und funktionalen Einrichtung soll ähnlich motivierend gestaltet werden, wie die Räumlichkeiten der Schule. „Durch die Nachbarschaft alleine ist man schon verbunden, aber die gemeinsamen Grundsätze verbinden noch tiefer. Unter anderem steht man auch in ständigem Austausch, sowohl im Persönlichen als auch im Pädagogischen.“  Der Freie-Schule-Anne-Sophie-Lehrer hat eine klare Vorstellung vom entstehenden Kindergarten und ist sich sicher, für die Kinder entstehen hier ganz besondere Erinnerungen.

Maria Würths liebste Kindergartenerinnerung

Maria Würth teilte ihre liebste Kindergartenerinnerung mit dem Geschwätz, noch heute hat sie zu ihrer Kindergärtnerin, mit der sie diese Erinnerungen erlebt hat, engen Kontakt. Sie erzählt von einem jährlichen Kindergartenausflug in die Niedernhaller Kelter, um den Vor-Most zu probieren, als kleine Feinschmecker. Das ist ihr persönlicher Höhepunkt ihrer Kindergartenzeit, an den sie gerne zurückdenkt. Damit Prost, dass die Kinder des Würtholino Kindergartens ihre eigenen Höhepunkte erleben, an die sie sich ebenfalls immer wieder gerne erinnern werden.

Video: Cora-Lee Pusker im Gespräch mit Norbert Heckmann, Würth-Geschäftsführer

Text & Fotos: Cora-Lee Pusker

 




Theatersaison startet mit „Good Bye, Lenin!“

Die Herbst-Winter-Theatersaison in der Künzelsauer Stadthalle eröffnet die Württembergische Landesbühne Esslingen mit dem Stück „Good Bye, Lenin!“. Am Freitag, 14. Oktober 2022, um 19.30 Uhr hebt sich der Vorhang zu dem Stück nach dem im In- und Ausland erfolgreichen Kinohit von Wolfgang Becker.

Die DDR lebt weiter, auf 79 qm – und zwar in der Wohnung von Familie Kerner. Denn kurz vor dem Mauerfall hat Christiane Kerner, eine selbstbewusste und verdiente Aktivistin der Deutschen Demokratischen Republik und Anhängerin Gorbatschows, einen Herzinfarkt erlitten und schlägt erst nach acht Monaten im Koma wieder die Augen auf. Den historischen Moment der Wende und den Siegeszug des Kapitalismus hat sie regelrecht verschlafen. Auf unterhaltsame Weise werden in der Tragik-Komödie Familien- und Zeitgeschichte miteinander verwoben.

Zwischen Schein und Wirklichkeit

Das Spannungsverhältnis zwischen Schein und Wirklichkeit ist zentrales Thema und spiegelt sich auf verschiedenen Ebenen wider. Raffiniert werden dabei die politischen Ereignisse der deutschen Wiedervereinigung und die damit verbundenen Bilder, die ins kollektive Bewusstsein eingegangen sind, ironisch gebrochen und neu konnotiert.

Karten reservieren oder an der Abendkasse holen

Die Vorstellung in der Stadthalle Künzelsau beginnt um 19.30 Uhr.
Einlass in die Stadthalle ist um 18.30 Uhr und in den Saal um zirka 19 Uhr.
Der Eintritt beträgt 14 Euro, ermäßigt neun Euro. Schulklassen zahlen drei Euro pro Zuschauer.

Reservierungen nimmt Renate Kilb von der Stadtverwaltung Künzelsau gerne entgegen: Telefon 07940 129-121, E-Mail renate.kilb@kuenzelsau.de.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau




Wegen medizinischen Notfalls von der Fahrbahn abgekommen

Vermutlich aufgrund eines medizinischen Notfalls, kam am Freitagmorgen, 7. Oktober 2022, bei Gaisbach eine 47-Jährige mit ihrem VW von der Fahrbahn ab und kam auf die Gegenfahrbahn.

Entgegenkommende Fahrzeuge konnten noch rechtzeitig abbremsen und einen Frontalzusammenstoß verhindern. Die VW-Lenkerin befuhr die B19 gegen 9 Uhr von Künzelsau kommend in Richtung Gaisbach. In einer Rechtskurve kam die Frau von der Fahrbahn ab und steuerte ihren Polo in den Gegenverkehr und prallte gegen die Leitplanke. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf etwa 5.000 Euro. Die 47-Jährige wurde zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Pressemitteilung Polizei Heilbronn




Sozial-, Kultur- und Bildungsausschuss des Kreistags tagt am 10. Oktober 2022 in Bretzfeld-Schwabbach

Die nächste Sitzung des Sozial-, Kultur- und Bildungsausschusses des Kreistags (SKB) findet am Montag, 10. Oktober 2022, um 14 Uhr in der Mehrzweckhalle in Bretzfeld-Schwabbach statt. Auf der Tagesordnung steht zunächst ein Bericht zur Situation der Geflüchteten im Hohenlohekreis, zu rechtlichen Neuerungen und zum Stand der Integration.

Der Ausschuss wird zudem über die Weiterführung und Finanzierung der Bildungsregion Hohenlohekreis bis zum 31. Juli 2026 entscheiden. Bildungsregionen wurden 2011 durch die Stadt- und Landkreise eingerichtet, um die Vernetzung von Institutionen, Verwaltungseinheiten und Personen im Bildungsbereich zu initiieren und koordinieren.

Anschließend berichtet die Psychosoziale Beratungs- und ambulante Behandlungsstelle für Suchtkranke und Suchtgefährdete im Hohenlohekreis über das Jahr 2021. Für die Jahre 2023 und 2024 muss der Hohenlohekreis mit den evangelischen Kirchenbezirken Öhringen und Weinsberg sowie dem Evangelischen Jugendhilfe Friedenshort eine neue Vereinbarung zur Fortführung des Angebots abschließen.

Weitere Tagesordnungspunkte sind der Bericht über die Arbeit des Frauen- und Kinderschutzhauses sowie die Entscheidung über den Zuschuss für die Fachberatungsstellen für Menschen mit besonderen sozialen Schwierigkeiten in Künzelsau und Bad Mergentheim in Trägerschaft der Erlacher Höhe, Hohenlohe-Franken, Diakonieverbund, Dornahof und Erlacher Höhe e. V. für die Jahre 2023 bis 2025. Zudem wird der Ausschuss über den Abschluss des Großprojekts „Erweiterung und Sanierung der Gewerblichen Schule Öhringen“ informiert. Auch die vorläufigen Schülerzahlen des Schuljahres 2022/2023 werden vorgestellt.

Informationen zu den Sitzungen des Kreistags und seiner Ausschüsse sind über das Bürgerinformationssystem auf der Internetseite www.hohenlohekreis.de im Bereich Kreistag/Ratsinformationssystem abrufbar.

Pressemitteilung Landratsamt Hohenlohe