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Kabeltrommeln entwendet – Täter flüchtig

Drei Unbekannte stahlen am Sonntag, 16. Oktober 2022, mehrere Kabelrollen von einer Baustelle in Künzelsau-Gaisbach. Die Täter fuhren gegen 12.15 Uhr mit einem blauen Seat Alhambra auf das Gelände in der Schliffenstraße. Ein Zeuge beobachtete wie drei Männer die Rollen von einem Lagerplatz in den Kofferraum des Fahrzeuges luden und davonfuhren. Die Täter konnten entkommen.

Die Ermittlungen dauern an. Zeugen, die Hinweise zur Tat oder den Tätern geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 07940 9400 beim Polizeirevier Künzelsau zu melden.

Pressemitteilung Polizei Heilbronn




Radfahrer nach Sturz schwer verletzt

Ein 34-Jähriger wurde am Mittwoch, 12. Oktober 2022,  nach einem Unfall bei Künzelsau mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Der Mann war mit seinem Fahrrad gegen 16.30 Uhr auf dem Rad- und Fußweg von Haag kommend in Richtung Künzelsau unterwegs, als er einen aufgestellten Poller mit dem Lenkrad touchierte. Hierdurch stürzte er zu Boden und wurde schwer verletzt. Am Fahrrad entstand Sachschaden von rund 1.800 Euro.

Pressemitteilung Polizei Heilbronn




Viele Gäste kommen mit dem Flugzeug

Nur selten kann ein Flugsportverein ein solches Jubiläum feiern, wie es die Flugsportgruppe Kochertal e.V. am Sonntag, 16. Oktober 2022, feiern konnte. Der KASY wurde 50. Der KASY, das ist nicht etwa ein langjähriges verdientes Mitglied, und trotzdem ist er so etwas wie die treue Seele des Vereins: Der KASY ist ein Motorsegler, der seit nunmehr 50 Jahren unermüdlich Flugschüler zum Pilotenschein bringt und auch den Piloten des Vereins für Flüge zur Verfügung steht.

Der KASY hat sich für seinen Geburtstag auf Hochglanz herausgeputzt. Foto: GSCHWÄTZ

Gleich hebt sie ab: Bettina wollte schon lange einmal mit einem so kleinen Flugzeug fliegen. Foto: GSCHWÄTZ

Ursprünglich wurde der KASY, genauer: der Motorsegler vom Typ Scheibe  Typ SF 25 mit der Kennung D-KASY, von den drei Flugsportvereinen Öhringen, Ingelfingen und Künzelsau gemeinsam erworben. Die Öhringer verkauften später ihren Anteil und seit der Vereinigung der Vereine aus Künzelsau und Ingelfingen gehört er zur Flugsportgruppe Kochertal e.V. und hat seine Heimat auf dem Flugplatz in Hermuthausen. Ein Boxermotor mit etwa 40kW bringt den KASY auf eine gemütliche Reisegeschwindigkeit von 120 – 130 km/h. „Ein angenehmer Spazierflug, wenn man in Ruhe das Hohenloher Land beschauen will“, sagt Frederic Wystup, der Vorsitzende der Fliegergruppe. „Nach wie vor ist das eines einfachsten Schulflugzeuge, die es gibt“, sagt er. Der KASY sagt nichts dazu, er hat an diesem Sonntag genug zu tun: Einen Fluggast, der seine Heimat einmal von oben sehen möchte, nach dem anderen bringt er nach oben. Unermüdlich. „Gütmütig“, nennt Wystup den KASY , „und günstig“.

So wie Bettina aus Künzelsau: Sie hat im GSCHWÄTZ von der Gelegenheit gelesen, einmal in so einem kleinen Flugzeug mitzufliegen. „Und ein Weißwurstfrühstück ist immer was Gutes“, lacht sie. „Ich bin noch nie mit so einem kleinen Flieger geflogen, das ist schon ein Traum von mir“. Ein wenig aufgeregt sei sie, „ich hab Puls“ – und dabei greift sie unwillkürlich ans Handgelenk. Die Vorfreude ist ihr anzusehen.

„Selber machen, was geht, ist das Ziel.“

Manfred Ohr ist stolz auf das, was die vereinseigene Werkstatt alles kann. Foto: GSCHWÄTZ

Die einfache Bauweise macht es einfach, auch diesen Oldtimer zu warten: Der Rumpf besteht aus einem Stahlrohrgerüst, das mit Stoff bespannt sind, die Tragflächen sind aus Holz und ebenfalls mit Stoff bespannt. Herr der Wartungswerkstatt ist Manfred Ohr. „Der hat mir das Fliegen beigebracht“, sagt Wystup. Ohr zeigt voller Stolz die vereinseigene Werkstatt, in der nicht nur die Wartungsarbeiten durchgeführt werden, sondern auf größere Reparaturen möglich sind. Die vereinseigene LS8, ein modernes Segelflugzeug der Standardklasse mit 15m Spannweite, steht dort auseinandergebaut und wird bereits für die nächste Saison hergerichtet. „Wir können fast alles, was anfällt, selber machen“, weiß er. Der Verein verfügt über zertifizierte Mechaniker, die auch Arbeiten an den modernen Flugzeugen aus Kunststoff fachgerecht ausführen können: „Selber machen, was geht, ist das Ziel. Wartung, Reparaturen … es ist selten, dass wir was nach außen abgeben müssen“.
Bei so fachmännischer Pflege ist auch der KASY noch lange nicht am Ende, obwohl Wystup berichtet, dass man schon überlegt habe, ihn zu ersetzen. „Aber der Aufschrei im Verein war groß“.

„Segelfliegen ist nicht wirklich ein teures Hobby“

Nur durch diese Eigenleistung ist es dem Verein möglich, die Kosten für die rund 50 Mitglieder, davon 25 aktive Piloten und zwei aktive Pilotinnen, niedrig zu halten. „Segelfliegen ist nicht wirklich ein teures Hobby“, wirbt Wystup.

Das Fest wird gut frequentiert

„Weißwurstfrühstück ist immer gut“. Foto: GSCHWÄTZ

Immer wieder wird das Gespräch unterbrochen, weil ein Bekannter Wystup begrüßt. Die aufgestellten Bänke sind voll besetzt, das Weißwurstfrühstück wird gut angenommen. Nicht nur von Menschen aus den Orten der Umgebung: Alle paar Minuten landen Gäste mit dem Flugzeug. Meist sind es sogenannte Ultraleichtflugzeuge (ULF), in Deutschland fallen darunter Zweisitzer mit einem Gewicht bis zu 450 Kilogramm, ein Auto wiegt ungefähr das Dreifache.  Die Parkpositionen am Rand der Landebahn sind bald mit unterschiedlichsten Interpretationen des Konzepts ULF gut gefüllt. 

Viele Gäste kommen mit dem Flugzeug. Foto: GSCHWÄTZ

„Wenn man einmal zum Skifahren geht im Jahr, ist man mehr Geld los“

Schon mit 12 oder 13 Jahren kann mit der Flugausbildung beginnen, ab 14 Jahren ist bereits der erste Alleinflug möglich. Derzeit werden fünf Flugschüler im Verein ausgebildet, zwei davon sind Jugendliche unter 18 Jahren. Die anderen seien Ü40, so Wystup, „also ein Hobby für jede Altersklasse“. Die Kosten für eine Ausbildung seien überschaubar: Für einen Jugendlichen beziffert Wystup die Kosten bis zum Flugschein, „wenn er oder sie gut dabei ist“, mit rund 1.000 Euro – Erwachsene zahlen etwas mehr, da Jugendliche einen ermäßigten Vereinsbeitrag zahlen. „Wenn man einmal zum Skifahren geht im Jahr, ist man mehr Geld los“, rechnet er vor. Er weist aber auch auf die Zeit hin, die man investieren muss, wenn man „gut dabei“ sein will, der Zeitaufwand sei auf gar keinen Fall zu unterschätzen.

Keine Angst vorm Rückwärtsgang: „Wir fliegen immer nur vorwärts“

Flieger, grüß mir die Sonne … Foto: GSCHWÄTZ

Generell ist der Verein immer auf der Suche nach neuen Mitgliedern, insbesondere jungen Mitgliedern: „Einfach vorbeikommen. Wenn jemand Zeit und Lust am Fliegen hat, ist er hier richtig“. Vor allem betont er, dass das Segelfliegen im Verein vom Teamgedanken bestimmt ist: „Bei uns ist Team alles – man muß mindestens zu viert sein, dann kann einer fliegen“. Und wenn Manfred Ohr sagt „wir fliegen immer nur vorwärts“, dann dürften auch die letzten Berührungsängste schnell verloren sein.

Text: Matthias Lauterer

 

 

 

 




Kein Teebeutel von Dr. Neth

Eine GSCHWÄTZ-Leserin hat uns unlängst auf die Bauzäune rund um das Landratsamt und was es damit auf sich hat, aufmerksam gemacht (wir berichteten). Sie sollten vermutlich den oder die nächsten Steinewerfer abschrecken. Denn der eigentliche Übeltäter wurde laut der Polizei bereits aus dem Verkehr gezogen und doch scheint man im Landratsamt besorgt über weitere Attacken gegen die Behörde. Die Angst geht um. Und diese Angst kostet die/den Steuerzahler:in bares Geld.

Die Angst der Behörde kostet die/den Steuerzahler:in viel Geld

Das Landratsamt konnte uns auf Nachfrage nicht sagen, wie viel diese Sicherheitsmaßnahmen, die nun durch den Steinewerfer ergriffen wurden, kosten. Unter anderem wurde das Security-Personal aufgestockt. Die Steine, die vor kurzem noch um das Gebäude herum lagen, wurden entfernt. Die Kfz-Zulassungsstelle an den Fenstern mit Holzplatten verbarrikadiert. Diese sollen mittelfristig durch Panzerglasfolie ersetzt werden. Wie viel das kosten wird, weiß die Behörde laut Schreiben gegenüber GSCHWÄTZ derzeit selbst nicht. Und doch sollte man als Behörde, die mit Steuergeldern arbeitet, diese Zahlen offenlegen können.

Es wäre natürlich anders im Fall höchster Alarmstufenbereitschaft, wenn das Landratsamt von einem wütenden Mob bedroht wird, wenn weitere Attacken drohen – und schnelles Handeln erforderlich wäre. aber ist dies der Fall? Laut den Aussagen der Polizei gegenüber GSCHWÄTZ eher nicht.

Die Angst beherrscht hier das Handeln. Aber Geld scheint ohnehin im Überfluss vorhanden zu sein im Hohenlohekreis. Für das Krankenhaus, das man aus Kostengründen schließen musste, nicht. Aber für das neue Kreishaus, das 60 bis 75 Millionen kosten soll – kein Problem. Kein Mensch fragt hier, inwieweit diese Kosten wieder reingespielt werden können, so wie das beim Krankenhaus gefragt wurde? Richtig. Nämlich gar nicht.

Nun also Panzerglas für ein Gebäude, das sowieso abgerissen werden soll in den kommenden Jahren. Unlängst bekam das Landratsamt eine Anfrage von Ehrenamtlichen, die das Sprachcafé im ehemaligen Krankenhausgebäude – nur einen Steinwurf vom Landratsamt entfernt, betreuen. In diesem Sprachcafé treffen sich zweimal wöchentlich engagierte ukrainische Flüchtlingsfrauen, um die deutsche Sprache so schnell wie möglich zu lernen.

Vorschlag zur „Eigenverantwortung“

Bei Keksen, Kaffee, Wasser und Tee lernen sie in Kleingruppen in der ehemaligen Kantine des Krankenhaus die deutsche Sprache mit den Ehrenamtlichen. Nun ist die Spendenkasse nach einem halben Jahr leer, um diese Nice-to-have-Willkommensdinge weiter zu finanzieren. Aus dem Landratsamt kam der Vorschlag „zur Eigenverantwortung“. Die Frauen sollten sich doch selbst an dem Tee und dem Kaffee beteiligen. Das sei in ihrer Kultur sowieso so üblich. Aber vergessen die Behörden da nicht etwas Entscheidendes: Diese Frauen leben nicht mehr zu Hause und begrüßen und als ihre Gäste. Diese Frauen haben alles verloren, sind geflüchtet, traumatisiert, kommen teilweise nur noch mit zerrissener Kleidung hier bei uns an, mit ihren ebenfalls traumatisierten Kindern, in der Regel ohne Mann. Ihr Startgeld im Hohenlohekreis: 100 Euro, Geld, das gebraucht wird für Windeln, neue Kleidung und Essen.

Sprachcafé im ehemaligen Krankenhaus in Künzelsau. Foto: privat

Es wäre ein Zeichen des Willkommens gewesen, ein klitzekleines für das Landratsamt, aber ein großes für diese Frauen, diese Dinge kostenfrei bereitzustellen. Auch für die Ehrenamtlichen, die sich seit Monaten verausgaben und auch die Landratsamtmitarbeiter:innen dadurch massiv entlasten. Aber nein, das Landratsamt bleibt bei seiner Weigerung, 50 Euro im Monat bereitzustellen.

Es wäre auch ein schönes Zeichen für die Ehrenamtlichen gewesen

Aber Hauptsache, ein weiterer Security-Mann steht vor dem Eingang des Landratsamtes. Der Frust ist groß in der Bevölkerung. Das ist wahr. Aber manchmal hat man diesen Frust selbst verursacht.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann

Nachdem das Landratsamt der Teebeutel-Aktion eine Absage erteilt hat, beteiligen sich nun diverse Schulen im Umkreis daran.

 




Schatz für später

Künzelsau-Taläcker: Am Donnerstag, den 06. Oktober 2022, kamen Reinhold Würth unter anderem mit seiner Frau Carmen sowie seiner Enkelin Maria Würth und Teilen der Geschäftsführung wie Norbert Heckmann, auch Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth war mit von der Partie, zur Grundsteinlegung für das neue Gebäude des WÜRTHolino-Kindergartens direkt neben der Freien Schule Anne Sophie zusammen (wir berichteten). Dabei wurde auch eine Zeitkapsel vorbereitet für nachfolgende Generationen. Darin enthalten unter anderem und ein Eurostück der GSCHWÄTZ-Redaktion, gestiftet von unserer freien Mitarbeiterin Cora-Lee Pusker.

Für euch vor Ort | GSCHWÄTZ – das Magazin | Wir lieben unser Ländle | www.gschwaetz.de




Angst vor weiteren Angriffen

Das Landratsamt rüstet auf. Nachdem unlängst eine vermutlich verhaltensauffälliger Mann mit Steinwürfen Scheiben des Landratsamtes beschädigt hat (wir berichteten), stockte das Landratsamt nun die Zahl ihrer Security-Mitarbeiter von einem auf drei auf, von denen einer permanent den Außenbereich, insbesondere an der Zulassungsstelle, überwacht. Ein weiterer Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes ist im Bereich der Ausländerbehörde platziert. Das geht aus einer schriftlichen Antwort des Landratsamtes auf GSCHWÄTZ-Anfrage hervor.

Überdies traf das Landratsamt weitere Sicherheitsvorkehrungen, um künftigen Steinwürfen von Bürger:innen entgegenzuwirken:

„Als Sicherheitsmaßnahmen wurden zunächst die Steine im Innen- und Außenbereich entfernt und die Fenster in der Zulassungsstelle provisorisch mit Holz verbarrikadiert. Alle Fenster im Erdgeschoss werden zeitnah mit Panzerschutzglasfolie ausgestattet. Bis dies umgesetzt ist, werden Bauzäune im Erdgeschoss vor die Bereiche gestellt, in denen sich Fenster befinden. Des Weiteren werden die Arbeitsplätze in der Zulassungsstelle mit Alarmknöpfen ausgestattet.“

Zur Höhe der Kosten können noch keine Aussagen getroffen werden.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Landratsamt ins Visier von Bürger:innen geraten ist. In den vergangenen Monaten gab es insgesamt zehn Anschläge, so die Polizei auf GSCHWÄTZ-Nachfrage, neun auf verschiedene Gebäude des Landratsamtes und einen auf ein Fahrzeug. Für alle „Anschläge“ konnte jedoch ein und derselbe Verursacher festgestellt werden. Diese Person befindet sich nun im Gewahrsam der Behörden.

Das Landratsamt befürchtet möglicherweise Nachahmungstäter. Dennoch muss man sagen, dass löchrige, mannshohe Bauzäune nicht wirklich Steinewerfer abhalten können, auch wenn sie dafür Steine vom Nachbargrundstück nehmen müssen.

Text: Dr. Sandra Hartmann

Das LAndratsamt hat mannshohe Bauzäune gemietet und um das Gebäude herum aufstellen lassen. Foto: GSCHWÄTZ

 

Die Scheiben der Zulassungsstelle wurden vorübergehend mit Holz verbarrikadiert. Mittelfristig kommt Panzerglasschutzfolie darauf. Foto: GSCHWÄTZ

Landratsamt stockt nach Steinschlägen ihr Security-Team auf. Foto: GSCHWÄTZ

 

 




Diebstahl aus mehreren Containern auf Baustelle

Unbekannte entwendeten in der Nacht auf Donnerstag, 13. Oktober 2022, Arbeitsgeräte von einer Baustelle in Forchtenberg-Wohlmuthausen. Der oder die Täter verschafften sich zwischen 18 Uhr am Mittwoch und 7 Uhr am Donnerstag Zutritt zum Gelände und brachen Materialcontainer auf. Aus diesen entwendeten sie Elektrowerkzeug im Wert von mehreren zehntausend Euro. Anschließend flüchteten sie unerkannt.

Der Polizeiposten Niedernhall sucht Zeugen, die Hinweise zu den Tätern geben können oder verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben. Diese werden gebeten sich bei der Kriminalpolizei Heilbronn unter der Telefonnummer 07131 104 4444 zu melden.

Pressemitteilung Polizei Heilbronn




Wege nach Künzelsau: Zwölf Menschen sprechen über ihren Anfang in der Stadt

Seit Bestehen der Stadtgeschichte ist Zuwanderung in Künzelsau ein beständiges Thema. Ob geplante berufliche sowie familiäre Entscheidungen nach Künzelsau führen oder schicksalshaft kriegsbedingt und von politischen Ereignissen in den letzten 80 Jahren geprägt waren: Der Gesprächsabend am 20. Oktober 2022 mit
verschiedenen langjährigen und neuen Einwohnerinnen und Einwohnern soll zeigen, welche unterschiedlichen Wege nach Künzelsau führen und wie man hier Freundschaft und Heimat findet.

Oft nur für einen Lebensabschnitt gedacht, bleibt Künzelsau doch die Heimatstadt oder der Ausgangspunkt von spannenden Entwicklungen. Lebenswege, die nach Künzelsau geführt haben, sollen der Mittelpunkt der Talk-Runde mit dem Moderator Hans-Peter Archner sein, dessen Jugend auch von diesen Erfahrungen in Künzelsau geprägt war. Er spricht mit Zeitzeugen verschiedener Epochen aus Künzelsau und blickt zurück und in die Gegenwart.

Wie war der Anfang in der neuen Heimat Künzelsau?

Wie vor Jahren der Anfang in Künzelsau war – darüber sprechen Sigrid Maibaum, vertrieben aus Niederschlesien – jetzt Polen –, Maria Zürn und Hilde Hornung, vertrieben aus dem Böhmerwald – jetzt Tschechien. Alle drei kommen um 1950, wie auch Hans Peter Archner, als Kinder mit den Müttern aus den verlorenen Kriegsgebieten und benötigen Unterkunft und eine neue Heimat. Rund zwei Jahrzehnte später kehrt Stefan Kraut als Jugendlicher mit seinen Eltern aus Uruguay nach Künzelsau zurück. Als Sohn griechischer Gastarbeiter wird Costa Papadopoulos in Künzelsau geboren und übernimmt von seinen Eltern die Gaststätte, die er als modernes Bistro-Café Oxn weiterführt. In den 1980ern kommt Konstantia Bachtsetzi als junge Griechin mit ihrem Verlobten, einem Griechen, der in
Künzelsau aufgewachsen ist, zurück nach Deutschland. Ihre Tochter Katerina Tsiligiri wird hier geboren und geht in Künzelsau neben der üblichen deutschen Schule auch zur griechischen Schule, wie alle griechischen Kinder. 1992 beginnt Hauke Hannig sein Studium an der FH Heilbronn – Außenstelle Künzelsau. Er kommt aus der Großstadt Bremen wird hier heimisch. Den Weg über die Reinhold-Würth-Hochschule nach Künzelsau findet auch Neofit Vasilef mit seiner späteren Frau Öznur
Vasilef, er betrieb in der Hauptstraße einige Jahre zwei Modegeschäfte. Aus Kasachstan kommt Natalia Zeller 1996 über ein Lager in Esslingen nach Künzelsau-Taläcker. Sie spricht damals schon Deutsch, wie viele Menschen, die in den 90er Jahren auch aus Russland in Künzelsau heimisch geworden sind.
Alle die Genannten wissen, wie auch Ilona Nies aus Winnyzja, Ukraine, und Omar Alkhalaf aus Syrien, was es bedeutet, seine Heimat zu verlassen und in einer fremden Umgebung neu anzufangen. Nies und Alkhalaf sind seit knapp zehn Jahren in Künzelsau und betreuen heute zusammen mit einem Team bei der
Stadtverwaltung geflüchtete Menschen.

Strategie 2030
Dies ist eine Maßnahme aus der „Strategie 2030 – Wir gestalten gemeinsam unsere Zukunft in Künzelsau“. Der Gemeinderat hat im Rahmen der „Strategie 2030“ fünf Schwerpunktthemen definiert und gemeinsame Ziele für die nächsten Jahre festgelegt. Für dieses Jahr ist der Schwerpunkt Integration und Infrastruktur.

Mehrgenerationenabend in der Stadthalle bei freiem Eintritt

Der spannende und unterhaltsame Mehrgenerationenabend für alle findet am Donnerstag, 20. Oktober 2022 um 19.30 Uhr in der Stadthalle Künzelsau statt. Einlass in die Stadthalle ist ab 18.30 Uhr, Einlass in den Saal gegen 19 Uhr. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau

 




Inflation wird zum sozialen Sprengstoff

Im Monat September 2022 lag die Inflationsrate bei 10 Prozent, das hat das Statistische Bundesamt destatis am gestrigen Donnerstag, 13. Oktober 2022, veröffentlicht. Das bedeutet, dass die Preise gegenüber dem Monat September 2021 um 10 Prozent angezogen haben. An eine derart hohe Preissteigerung kann sich kaum noch jemand erinnern, in der Geschichte der Bundesrepublik ist das einmalig.

GSCHWÄTZ hat schon in früheren Beiträgen darauf hingewiesen, dass die Inflationsrate allein keine Aussage darüber ist, wie sehr die Menschen von den Preissteigerungen beeinträchtigt werden. Wer wenig Geld hat und dieses Geld nahezu ausschließlich für elementare Güter wie Nahrungsmittel und Kleidung ausgeben kann, für den sind die Preissteigerungen anderer Waren wenig interessant.

Tweet Marcel Fratzscher.

Der Ökonom Marcel Fratzscher, Professor für Makroökonomie und Leiter des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), meldet sich üblicherweise im Wirtschaftsteil der großen Tages- und Wochenzeitungen zu Wort, ist auch oft in spätabendlichen Talkrunden zu sehen. Dass er sich jetzt mit eindringlichen Worten bei twitter äußert, ist ungewöhnlich:

Sozialer Sprengstoff

Er nennt die Preissteigerungen einiger unverzichtbarer Güter wie Energie und Grundnahrungsmittel – und siehe da: Die Preissteigerung gegenüber dem Vorjahr liegen bei diesen Produkten weit über der durchschnittlichen Inflationsrate von 10 Prozent und er nennt das einen „sozialen Sprengstoff“.

In der Tat sind bereits Menschen auf der Strasse, die gegen die Inflation demonstrieren – dass sie dies mit russischen Fahnen tun, ist wohl eine deutsche Besonderheit. Noch reden auf diesen Demonstrationen dieselben Redner, die schon gegen die Corona-Maßnahmen angeredet haben, auch unter den Demonstrierenden erkennt man Anti-Corona-Massnahmen-Aktivisten wieder.

Spaltung: bitterarm – halbwegs vermögend

Wenn aber Menschen in wahre Existenznot geraten, dann ist mit größeren Teilnehmerzahlen und mit ganz neuen sozialen Strukturen zu rechnen. Eine weitere Spaltung der Gesellschaft, diesmal zwischen bitterarm und noch halbwegs vermögend, wird dann stattfinden. Denn die Interessen dieser Gruppen stehen sich dann entgegen. Das ist zu befürchten, wenn nicht umgehend Massnahmen direkt gegen die Inflation oder zur Unterstützung der Bevölkerung ergriffen werden.

Der Markt ist nicht rational

„Das regelt der Markt“ ist eine oft gebrauchte Floskel, die vor allem von neoliberalen Ökonomen und Politikern genannt wird. „Der Markt“, das sind aber Menschen, die an Schaltstationen Entscheidungen treffen und die – das zeigen verhaltensökonomische Forschungen – in der Regel sehr eigennützig handeln, weder unbedingt im Sinne Ihres Unternehmens und schon gar nicht immer zum Wohle der Gesamtgesellschaft. So wird der leitende Manager eines Energiekonzerns, dessen Incentive umsatzbezogen ist, höhere Preise gerne sehen, weil er seine Prämie damit leichter erreichen kann.

„Der Markt“, das sind aber auf der anderen Seite auch Menschen, die gar nicht mehr in der Lage sind, Auswahlentscheidungen darüber zu treffen, was sie konsumieren. Sie sind gar nicht in der Lage, unter verschiedenen hochwertigen Schuhen auszuwählen: Sie sind gezwungen, sich aus den Angeboten der Discounter zu bedienen. Auch wenn ein hochwertiger Schuh möglicherweise ökonomischer wäre, haben sie das Geld nicht, eine solche ökonomische Entscheidung zu treffen.

Mit Neoliberalen Methoden kommt man nicht weit

Die wichtigste Grundannahme des neoliberalen Wirtschaftsmodells, die Rationalität aller Marktteilnehmer, ist damit nicht erfüllt, man kann also sagen: Mit neoliberaler Wirtschaftspolitik kommt man in der heutigen Situation nicht mehr weit.

Preistreiberei im Spiel

Das Beispiel des Energie-Managers ist nicht zufällig gewählt, denn gerade bei Energiekonzernen zeigt sich, dass sie Gewinner der Inflation sind: Sie schreiben derzeit besonders hohe Gewinne. Gewinn ist das, was nach Abzug aller inflationsbedingt gestiegenen Kosten übrig bleibt. Wenn also trotz gestiegener Einstandspreise die Gewinne der Energie- und Rohstoffproduzenten auf Rekordniveau sind, dann ist dieser Rekordgewinn ein Inflationstreiber. Energie ist ein Kostenfaktor in der Kalkulation bei jedem Unternehmer, der ein Produkt oder eine Dienstleistung herstellt und auf dem Markt anbietet.

Staatlicher Eingriff in den Markt

Aber dieser Inflationstreiber ist sehr wohl steuerbar. Wenn die Unternehmen dies nicht selber tun, wenn das der Markt eben nicht regelt -, dann können die Regierungen diese außergewöhnlichen Gewinne besteuern, die sogenannte Übergewinnsteuer. Nachdem deutsche Politiker eine Übergewinnsteuer lange Zeit als Ding der Unmöglichkeit erklärt haben, auch noch als sie in Spanien bereits eingeführt war, sind sie inzwischen davon begeistert: „Wir werden sie in Deutschland schnell umsetzen“, sagt Wirtschaftsminister Habeck inzwischen.

Nicht die ultima ratio

Das ändert aber nichts daran, dass die Energie weiterhin zum hohen Preis an die Industrie und die Bürger:innen verkauft wird, das Geld also erst einmal fließt und die Industrie weiterhin mit hohen Energiepreisen kalkulieren und ihre Produkte zu einem hohen Preis verkaufen müssen. Erst im Anschluß können die Mittel, die durch die Übergewinnsteuer an den Staat gehen, über Unterstützungsprogramme an Bürger und Produzenten weitergegeben werden – ein bürokratischer Aufwand, der noch gar nicht abzusehen ist. Außerdem dürfte doch das ein oder andere  Unternehmen insolvent sein, bis die Programme bei ihm ankommen.

Privatisierung von Grundversorgung war vielleicht doch nicht die richtige Lösung

Eine wichtige Voraussetzung, die eine solche Situation erst entstehen lassen konnte, waren die Privatisierungswellen von Unternehmen der bis dahin größtenteils staatlichen oder staatlich gesteuerten Grundversorgung. Strom, Gas, Telekommunikation – alles wurde vom Staat gegen eine Einmalzahlung, die längst verpufft ist, an Privatunternehmen verkauft: aus einem staatlich kontrollierten Monopol mit all seinen Schwächen wurden privat organisierte Oligopole mit ganz neuen Schwächen, die einen Scheinwettbewerb führen, im Endeffekt aber für gute Renditen der Kapitaleigner sorgen.

Direkte Preisregelung durch den Staat

Insofern wäre eine direkte Preiskontrolle des Staates für Elementargüter, was von vielen als „der Weg in den Kommunismus“ bezeichnet wird, wahrscheinlich der bessere Weg, die Inflation einzudämmen: Damit wäre der komplette Markt mit Energie und anderen Elementargütern zu überlebensfähigen Preisen versorgt, die Preise wären nicht so stark energiebelastet und könnten deutlich stabiler sein als sie es heute sind. Hätte der Staat noch Eigentum an derartigen Unternehmen, wäre das recht einfach umsetzbar: Diese Unternehmen könnten zum gewollten Preis anbieten – den Rest „regelt der Markt“. Diese Einflußmöglichkeit hat sich der Staat genommen – im Tausch gegen eine einmalige Zahlung, die sofort in den Haushalt eingeflossen und schon lange ausgegeben ist.

Text: Matthias Lauterer

 

 

 

 

 




Fußgängerin bei Unfall schwer verletzt

Schwere Verletzungen zog sich eine 72-jährige Fußgängerin am Mittwochabend bei einem Unfall in der Künzelsauer Straße in Ingelfingen zu. Die Dame war vermutlich gerade im Begriff die Künzelsauer Straße zu überqueren, als sie vom Außenspiegel einens vorbeifahrenden Volkswagen touchiert wurde. Der 20-jährige Fahrer des VW hatte die Frau vermutlich aufgrund der Lichtverhältnisse und eines defekten Abblendlichts nicht wahrgenommen. Durch die Berührung mit dem Außenspiegel stürzte die 72-Jährige und zog sich schwere Verletzungen zu, weshalb sie im Anschluss in einem Krankenhaus behandelt werden musste. Am Fahrzeug des jungen Mannes entstand Sachschaden in Höhe von circa 1.000 Euro.

Pressemitteilung Polizei Heilbronn