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Hier geht wohl keinem mehr ein Licht auf

Grüner werden, das möchten derzeit viele Städte und Gemeinden. Auch Künzelsau ist in dieser Hinsicht sehr ambitioniert und möchte unter anderem mit einer neuen Straßenbeleuchtung Strom und Energie sparen (wir berichteten).

Zappenduster

In dem Künzelsauer Teilort Ohrenbach, das sich derzeit dadurch verdient macht, die wohl längste Dauerbaustelle in Künzelsaus Straßenbaugeschichte zu werden, hat es sich im Zuge eben dieser besagten Bauarbeiten zugetragen, dass Kabel versehentlich gekappt wurden, die für die Straßenbeleuchtung benötigt werden. Daher ging in einer Straße dort seit geraumer Zeit abends kein Licht mehr an.

Alternative Lampe

Nachdem Anwohner:innen sich beschwert hatten bei der Stadtverwaltung, baute diese ihnen kurzerhand eine alternative Lampe auf, genauso hoch, nur wesentlich schicker, in anthrazit gehalten, mit moderner Photovoltaiktechnik auf der Front, kabellos. Allein durch Sonneneinstrahlung soll sie scheinen – was sie auch tat, allerdings nur für eine, manchmal auch zwei Stunden. Dann waren wohl ihre Energievorräte aufgezehrt. So stehen die Anwohner:innen seitdem ab 19 oder 20 Uhr wieder im Dunkeln.

Bald geht hier keinem mehr ein Licht auf

Ebenfalls bemerkenswert an dieser Geschichte ist die Tatsache, dass lediglich der Anwohner eine Laterne vor sein Haus gestellt bekommen hat, der sich beschwert hat. Die anderen Anwohner:innen gingen bislang leer aus. Die Stadtverwaltung verwies bei dieser modernen Straßenlaterne darauf, dass es sich um eine Testlaterne einer Firma handelt, die sie noch vorrätig hatten, um schnell wieder für Licht in Ohrenbachs wohl derzeit dunkelster Straße zu sorgen.

Bleibt daher nur zu hoffen, dass die Stadtverwaltung diese Laternen nicht flächendeckend aufstellen lässt.

Ansonsten geht in Künzelsau bald keinem mehr ein Licht auf.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann




„Narzismus wird oft nicht erkannt“

Gewissenlos, bösartig, empathielos, aber auch durchaus charmant & in seinen Augen grandios & fehlerlos: Narzissten von der ganz gemeinen Sorte. Psychotherapeutin Lucia Völlinger aus Malsch sprach mit dem Nachrichtenmagazin Rubikon unter dem Titel „Unsichtbare Gewalt“ über die verschiedenen Formen eines Krankheitsbildes, das in der Öffentlichkeit noch immer nicht wirklich anerkannt wird.

Wann ist es krankhaft?

„Wir brauchen alle gewisse narzisstische Anteile, um überhaupt überleben und uns abgrenzen zu können.“ Nein-Sagen sei dabei eine wichtige Eigenschaft, erklärt Lucia Völlinger in einem vor kurzem auf youtube veröffentlichten Interview mit dem Nachrichtenmagazin Rubikon. Doch wann ist Narzissmus krankhaft?

„Tragen eine gewisse Leere in sich“

„Wenn es krankhaft wird, tragen diese Personen eine gewisse Leere in sich, sie haben keine Identität. Sie manipulieren ihr Umfeld, das wird ausgesaugt und mit Schuldgefühlen belastet.“ Es findet also eine Entwürdigung des Opfers zur Selbstwertsteigerung des Täters statt?, fragt Jens Lehrich von Rubikon. Genau, sagt Völlinger. Diese Menschen bräuchten eine ständige Selbstwertbestätigung von außen. „Die Gründe hierfür lägen immer in der Kindheit.“

Kindheitstrauma

Narzissten werden auch gerne als Energievampire bezeichnet. Treffe dieser Begriff denn zu, fragt Lehrich. „In jedem Fall. Über Schuldgefühle wird manipuliert. „Ich bin schlecht. Der andere ist gut.“

Wie aber entsteht Narzissmus? „Schaut euch genau an, was ihr mit euren Kindern macht? Was wurde mit euch gemacht?“ Eltern müssen hier sehr genau reflektieren, mahnt Völlinger. Narzissten seien hochtraumatisierte Kinder, die von ihren Eltern auch missbraucht wurden. „Sie entwickeln Überlebensstrategien im Elternhaus. Die Eltern von Narzissten sind in der Regel auch Narzissten. Manchmal findet sich auch bei den Großeltern dieser Typus.“

Komplette Abhängigkeit

„Abwertung, Demütigung, Entwertung, Manipulation, das Kind so zu verbiegen, dass es in eine komplette Abhängigkeit gerät.“ Das alles machen narzisstische Eltern. Ihnen sei es wichtig, so Völlinger, dass nach außen alles perfekt scheine.  Hinter verschlossen Türen müsse ihr nahes Umfeld als Projektionsfläche für ihren Selbsthass herhalten.

Es stecke ein tiefer Selbsthass in Narzissten. „Diesen Selbsthass projizieren sie auf andere. „Alle negativen Anteile werden etwa auf das Kind projiziert.

„Hat der Narzisst eine Chance, zu erkennen, dass er einen Narzisst ist?“, fragt Lehrich. Die Psychotherpeutin lächelt. „Wer bei mir nach einem Termin anfragt, das sind alles keine Narzissten. Narzissten spüren oft nicht, dass etwas mit ihnen nicht stimmt.“ Diese Menschen schauen aus einem gewissen Selbstschutz heraus nicht auf ihren Schmerz, denn das, was da hochkommen würde, würde sie überrollen wie eine Tsunamiwelle.“

Tiefer Selbsthass

„Das heißt, um ihren eigenen Schmerz nicht fühlen zu müssen, übertragen sie diesen auf andere?“, fragt Lehrich. Völlinger nickt und ergänzt: „Selbsthass, Wut, Trauer. Eigentlich sollten sie mit dieser Kiste zu den Eltern gehen und sagen: Hier, nimm das. Aber der narzisstische Elternteil nimmt das nicht an.“

Die Gründe liegen immer in der eigenen Kindheit & Familie

Später drehen sie die traumatisierenden Szenen der Kindheit einfach um und werden vom Opfer zum Täter. „Es gibt da wohl kaum einen Ausweg, oder?“, fragt Lehrich.  Das Problem sei, dass dieses Krankheitsbild nach wie vor ein Tabuthema in der Gesellschaft sei. Für die Kinder bedeutet das oft nur zwei Wege: entweder Unterwerfung oder Co-Abhängigkeit.

Wenn einem jemand ständig sagt: „Du bist nichts wert, du bist dumm oder: du bist hässlich. Dann macht das etwas aus dir“, erklärt Völlinger.

Die Ursache dafür, dass manche Menschen sich das ihr Leben lang gefallen lassen, komme immer aus der Herkunftsfamilie. Aber: Wie schafft man das, aus so einer Verbindung zu treten und solche auch nicht mehr zuzulassen? „Der erste Schritt ist, dass ich das annehme“, sagt Völlinger. Und das sei zugleich der schmerzhafteste und schwerste Schritt.

Teil 2 des Interviews veröffentlichen wir in wenigen Tagen.

(6) RUBIKON: Im Gespräch: „Unsichtbare Gewalt“ (Lucia Völlinger und Jens Lehrich) – YouTube




Lila Logistik kauft Sigloch in Blaufelden auf

Wie Eurotransport am Freitag, den 28. Oktober 2022, berichtet, übernimmt das Unternehmen Müller – die lila Logistik aus dem baden-württembergischen Besigheim das Unternehmen Sigloch mit dem Firmensitz in Blaufelden. Der Kauf beinhaltet auch die Betriebsimmobilie in Blaufelden samt Logistikanlage sowie Sigloch Distribution mit Sitz in Horšovský Týn (Tschechien), ebenfalls einschließlich der dortigen Betriebsimmobilie.

Über Bankdarlehen abgesichert

Rund 43 Millionen Euro hat sich Müller – Die lila Logistik die Übernahme der Sigloch-Gruppe kosten lassen. Hinzu kommen laut Unternehmensangaben betriebliche Investitionen in Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen bei der Sigloch-Gruppe in Höhe von rund 7 Millionen Euro. Die Gesamtsumme von 50 Millionen Euro hat Müller – Die lila Logistik dabei über Bankdarlehen abgesichert. Die Millionen-Investition soll sich dennoch rechnen. Die Sigloch-Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2021 mit rund 700 Mitarbeitern einen Umsatz von rund EUR 66 Millionen. Ein Wert der, so ist zu vermuten, sicherlich ausbaufähig ist.

Sigloch: Umsatz von 66 Millionen Euro im Jahr 2021

Auf der Haben-Seite stehen beiden akquirierten Logistik-Service-Center in Blaufelden mit 85.000 Quadratmetern und rund 30.000 Quadratmetern Erweiterungsmöglichkeiten der Logistikhallen sowie im teschechischen Horšovský Týn eine Halle mit 17.000 Quadratmetern und rund 12.000 Quadratmetern an möglicher Erweiterung.

Die Vollkonsolidierung der Gesellschaften der Sigloch-Gruppe und der Betriebsimmobilie in die Konzernrechnungslegung der Müller – Die lila Logistik erfolgt rückwirkend zum 1. Juli 2022. Das Management erwartet für den Gesamt-Konzern einen Umsatz in Höhe von rund 198 Millionen Euro für das Geschäftsjahr 2022. Das Betriebsergebnis (Ebit) veranschlagt die Unternehmensführung zwischen 3,5 und 4,5 Millionen Euro – vorbehaltlich weiterer Ergebnisbelastungen „aus einem Projektanlauf“, der aber von Müller – Die lila Logistik nicht weiter spezifiziert wird.

Sigloch

Sigloch hat sich vom klassischen Buchbindergeschäft digital weiterentwickelt und bietet heute unter anderem Verlagsservice für Kleinverlage an, print on demand, e-publishing und Auftragsmanagement für Dritte. Die Sigloch-Gruppe gehört nach eigenen Angaben zu den führenden Logistikdienstleistern in der Buch- und Medienbranche in Deutschland. Weitere Schwerpunkte hat das Unternehmen in den Bereichen E-Commerce und Industrie in Deutschland und Tschechien. Dabei bietet die Sigloch-Gruppe alles rund ums Auftragsmanagement, Lagerung, Pick & Pack bis hin zur Retourenlogistik an.

Die Familie Sigloch war zuletzt in den regionalen Schlagzeilen wegen eines umstrittenen Bauprojekts von mehreren Wohnungen am Künzelsauer Südhang (wir berichteten).

Wer steckt hinter Müller – lila Logistik?

Die Müller – Die lila Logistik SE ist ein deutscher Logistikdienstleister mit Hauptsitz in Besigheim-Ottmarsheim und 21 Standorten in Deutschland und Polen. 80 % der rund 1.500 Mitarbeiter sind in Deutschland, 20 % der Mitarbeiter sind in Polen tätig. 2018 konnte das Unternehmen laut eigenen Angaben einen Umsatz von 136 Mio. Euro erwirtschaften.

 

 




40 Jahre Fußgängerzone: Großer Martinimarkt mit Laternenlauf, Gänsegatter und große Verlosung

am Sonntag, den o6. November 2022, ist es wieder soweit. Der Martini-Markt mit verkaufsoffenem Sonntag von 13 bis 18 Uhr lockt unter dem Motto „Augenschmaus und Gaumenfreude“ mit seinem besonderen Flair zahlreiche Besucher aus der ganzen Region nach Öhringen. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung der Stadt Öhringen hervor, die wir an dieser Stelle veröffentlichen.

Laternenumzüge

„Wenn in Süddeutschland der Martinstag gefeiert wird, kommen viele Traditionen zusammen. Das Ende des Bauernjahres und der kulinarische Brauch der Martinsgans gehören ebenso dazu wie die beliebten Laternenumzüge. Von allem gibt es in Öhringen an diesem Sonntag so manches zu entdecken“, sagt Anna-Maria Dietz, Geschäftsführerin vom Stadtmarketingverein Öhringen. Lieblingsstadt.

Seit 40 Jahren gibt es in Öhringen eine Fußgängerzone

Nicht nur auf dem Marktplatz wird es reichlich Angebote zum sofortigen Verzehr und auch zum Genießen für daheim geben. Für Familien und Kinder sind das Kinderkarussell und das Gänsegatter mit den lebendigen Gänsen immer wieder wunderbare Anziehungspunkte. Der traditionelle Laternenumzug mit passender musikalischer Begleitung startet um 17 Uhr. Die Aufstellung erfolgt auf dem Marktplatz neben der Stiftskirche. Dort startet seine Route über den Schlosshof in den Schlossgarten. Eine Anmeldung dazu ist nicht erforderlich. Die Kinder bringen ihre eigenen Laternen mit.

Bücherflohmarkt am Alten Rathaus

Genau vor 40 Jahren am 6. November wurde die Marktstraße offiziell als Fußgängerzone eingeweiht. Anlässlich des Jubiläums wartet sie am verkaufsoffenen Sonntag ebenfalls mit einigen Highlights auf. Die Marktstände ziehen sich durch die schöne Altstadtgasse und zusammen mit den Aktionen in den Geschäften gibt es reichlich Schönes zu entdecken. Von dort aus lohnt es sich, noch wenige Meter weiter in die Stadtbücherei und in die Geschäfte der Rathausstraße zu gehen. Beim Bücherflohmarkt im Alten Rathaus gibt es sicher einige Schnäppchen für jeden Geschmack. Ganz persönlich geht bei Betten Sinn zu. An diesem Tag ist die wieder die beliebte Stick-Aktion am Start.

Auch im Ö-Center und im Steinsfeldle gibt es Aktionen. Ob saftige Burger von Toni Tänzer vor dem Obi-Markt oder die Gratis-Verkostung von leckeren Suppen im Zeitgeist-Shop – der Weg dorthin lohnt sich nicht nur aus kulinarischer Sicht.

Fester Bestandteil dieses Festtages ist auch die große Martini-Verlosung. Über zweihundert Preise für den Genießer-Herbst gibt es zu gewinnen. Die Hauptpreise sind drei frische küchenfertige Bio-Gänse vom Brunnenhof im Mäusdorf. Dann folgen 40 Gourmet-Pakete, 40 Geflügel-Vesper und 80 Flaschen Cuvée Sekt. Als Sonderpreis winken in diesem Jahr 40 Jubiläumsausgaben des Envases 5-Liter Bierfasses gefüllt mit Bier von Haller Löwenbräu. Die Gewinnlose werden als Dankeschön in den teilnehmenden Geschäften nur an diesem Tag ausgegeben. Die Stadtbücherei und das Weygang-Museum sind an diesem Tag ebenfalls geöffnet. Beide Einrichtungen geben Lose für die Teilnahme an der Martini-Verlosung aus. Die Stadtbücherei veranstaltet den beliebten Bücherflohmarkt. Auch das Museum Werkstatt Pflaumer öffnet kostenlos von 14 bis 17 Uhr seine Pforten zum Martinimarkt in der Schulgasse 14 und gibt Lose aus.

Das gesamte Angebot aus Handel und Gastronomie wird kurzen Abständen aktualisiert, schauen Sie also immer wieder auf der Homepage von Öhringen. Lieblingsstadt. vorbei und informieren Sie sich über den aktuellen Stand.

Alle Infos auch auf www.oehringen-lieblingsstadt.de/martini-markt

 




„Wir müssen als Ländle vorausgehen“

Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann hat zum Offenen Brief der Kommunalen Landesverbände und der Wirtschaftsorganisationen an Herrn Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit dem Titel „In Sorge um unser Land“ (wir berichteten) reagiert und bestärkt den Wunsch nach Veränderungen: „Künzelsau als Hochschulstadt und Kreisstadt von Hohenlohe, eine der wirtschaftsstarken Regionen der Welt begrüßt und bekräftig die gemeinsame Initiative der Spitzenverbände. Wir müssen als Ländle vorausgehen und die Chancen der multiplen Krisen aktiv nutzen.

„Wir vernichten in Scheibchen unsere Spitzenposition“

In diesen Wochen können wir dieses noch aus einer Position der Stärke. Ein Zukunftskonvent mit einer klaren entfesselnden
Zielsetzung wäre ein echter Quantensprung. Im Moment verlieren wir uns im Kleinen und vernichten in Scheibchen unsere
Spitzenposition.“




„Die Energiekosten für Bürger:innen, Wirtschaft und Kommunen bewegen sich in einer die wirtschaftliche Existenz bedrohenden Höhe“

Anbei veröffentlichen wir einen offenen Brief der kommunalen Landesverbände und Wirtschaftsorganisationen an Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann:

Stuttgart, 27. Oktober 2022
Offener Brief: In großer Sorge um unser Land
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
die Politik ist momentan gefordert wie selten, Regierungshandeln erfolgt unter extremen Unsicherheiten und sich ständig verändernden Rahmenbedingungen. Dabei sind vielfältige Interessen und Interessensgruppen zu berücksichtigen, Mehrheiten zu organisieren und Prioritäten zu definieren. Wir wissen, dass wir uns dabei in den letzten Jahren alles in allem
in Baden-Württemberg in „guten Händen“ befunden haben.

„Vielzahl von parallel verlaufenden Krisen in einem Ausmaß, wie wir sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht gesehen haben“

Erlauben Sie uns aber trotzdem oder gerade deswegen, dass wir uns heute als Vertreter der 1.101 Städte und Gemeinden, der 35 Landkreise, der rund 800.000 Betriebe sowie der 50 Sparkassen und rund 140 Volksbanken und Raiffeisenbanken in unserem Land mit einem sehr grundsätzlichen Anliegen an Sie wenden. Die Bundesrepublik Deutschland erlebt aktuell eine Vielzahl von parallel verlaufenden Krisen in einem Ausmaß, wie wir sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht gesehen haben.

„Krieg mitten in Europa“

Krieg in mitten von Europa, Millionen Menschen auf der Flucht, Inflation in einer über Jahrzehnte ungekannten Höhe, Pandemie. Und über alldem wird auch in Europa die Klimakrise immer spürbarer. Vor allem die Energie- und Versorgungssicherheit ist aktuell in Frage gestellt, die Energiekosten für Bürgerinnen und Bürger, Wirtschaft und Kommunen bewegen sich in einer die wirtschaftliche Existenz bedrohenden Höhe.

Die viel zitierte Zeitenwende hat die Welt verändert

Die viel zitierte Zeitenwende hat die Welt verändert und sie muss damit auch ganz konkrete Auswirkungen auf die Prioritätensetzung zentraler Politikfelder haben. Die Verteidigungs- und Bündnisfähigkeit der Bundesrepublik Deutschland, ein verbesserter Katastrophen-, Zivil- und Bevölkerungsschutz, die Sicherung der Energieversorgung und die Aufrechterhaltung des sozialen Friedens sind Beispiele für eine neue, dringend erforderliche Prioritätensetzung. Die politisch zugesagten Entlastungen und Rettungsschirme müssen ebenfalls finanziert und administriert werden. Dabei gilt es, die langfristigen Herausforderungen des demografischen Wandels sowie einer gelingenden klimagerechten, digitalen und demografiefesten Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft nicht aus dem Blick zu verlieren.

„Banken blicken äußerst besorgt in Richtung Zukunft“

Leider müssen wir Ihnen berichten, dass die Verantwortlichen in Kommunen und Wirtschaft sowie bei den Sparkassen und Genossenschaftsbanken angesichts dieser Rahmenbedingungen äußerst besorgt in Richtung Zukunft blicken.
Doch gerade als Wirtschafts- und Industriestandort Baden-Württemberg wissen wir auch darum, was Baden-Württemberg in den zurückliegenden 70 Jahren so erfolgreich gemacht hat. Dies war in besonderem Maße eine kluge Standort- und Strukturpolitik, mit der die Grundlage für Wirtschaftskraft und Wertschöpfung und damit für den gesellschaftlichen
Wohlstand und die ganzheitliche Entwicklung unseres Landes geschaffen wurde. Wesentlichen Anteil daran hatte das gute und effiziente Zusammenwirken von Verwaltung und Wirtschaft – insbesondere auf örtlicher Ebene.

Ohne lokale Wirtschaft vieles bei Bildung, Wissenschaft und Innovation nicht machbar

Ohne diesen volkswirtschaftlichen Erfolg wären wir zukünftig nicht mehr in der Lage, ausreichend in die nachhaltige Transformation, in Bildung, Wissenschaft und Innovation zu investieren. Die Zukunftsfähigkeit wäre damit bedroht und auch der Sozialstaat käme an seine Grenzen. Und deshalb sehen wir es als unsere besondere Verantwortung an, mit diesem Schreiben einen grundsätzlichen Reformprozess anzuregen.

 „Die Zeit eines ungebremsten Draufsattelns bei Standards, Rechtsansprüchen und staatlichen Leistungszusagen ist vorbei“

Denn die Fortführung dieser volkswirtschaftlichen Stärke erfordert einen konsequenten und dringlichen
Veränderungsprozess und eine klare Priorisierung der staatlichen Kraft auf die Zukunftsfähigkeit unseres Landes.
Bisher gefundene politische Antworten und das Festhalten an Koalitionsvereinbarungen – deren Geschäftsgrundlage eigentlich nicht mehr existiert – hindern Staat und Gesellschaft die erforderlichen Veränderungen zu erreichen. Die Zeit eines ungebremsten Draufsattelns bei Standards, Rechtsansprüchen und staatlichen Leistungszusagen ist vorbei.
Wir brauchen einen Wandel hin zu einem modernen Zukunftsstaat mit verlässlichen und umsetzbaren Zusagen.

„Mut zu grundlegenden Veränderung“

Diesen Impuls wollen die Unterzeichner dieses Briefes geben und damit einen politischen Prozess zu den zentralen Fragen für unsere Zukunftsfähigkeit initiieren: Was können ein effizienter Staat und eine nachhaltige Wirtschaft künftig leisten und was nicht? Was soll eine Gesellschaft zukünftig verlässlich vom Staat erwarten können? Und welche Rahmenbedingungen braucht es dafür?

„Der Staat: „Lähmende Behäbigkeit und empfundener Stillstand“

Uns ist bewusst, die Grundlage für einen solchen Prozess bilden ein neuer Realitätssinn und der Mut zur grundlegenden Veränderung. Bei ehrlicher Betrachtung beschäftigen sich Staat, Wirtschaft und Gesellschaft viel zu oft mit
sich selbst. Nur beispielhaft wollen wir die Umsetzung des § 2b UStG, die EU-Datenschutzgrundverordnung und ihre Umsetzung bzw. Anforderungen des Datenschutzes in Deutschland, die mangelnde Zielorientierung und Fokussierung auf Effizienz und Wirkung durch die Klimaschutzregulatorik, die überbordenden Regelungen beim Bauen und die
Komplexität des Vergaberechts nennen sowie Auflagen für kleine und mittlere Banken. Die Folge sind lähmende Behäbigkeit und ein empfundener Stillstand.

Neumann fordert einen Abbau von Regulierungsstandards und eine Entbürokratisierung

Um dies zu überwinden, bedarf es einer Flexibilisierung der rechtlichen Rahmenbedingungen hin zu einer echten Subsidiarität, eines spürbaren Abbaus von Regulierungsstandards und einer konsequenten Aufgabenkritik und Entbürokratisierung. Ein Weniger aber dafür richtig, verlässlich und schnell muss zum Maßstab gesetzgeberischer Regulierung
werden. Denn gerade in Zeiten des Fachkräftemangels müssen wir jede Arbeitskraft produktiv und wirksam einsetzen.

„In großer Sorge um unser Land“

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
in Ihrer Regierungserklärung zum russischen Angriffskrieg auf die Ukraine haben Sie am 6. April 2022 im Landtag von Baden-Württemberg richtigerweise betont, dass wir alle als Teil der Gesellschaft und des Staates Verantwortlichkeiten für das Ganze haben. Wir bitten Sie, diesen Brief genau in diesem Sinne zu verstehen. In großer Sorge um unser Land sehen wir uns in der Verantwortung, zum Gelingen unseres Staates beizutragen. Um dieses Gelingen auch künftig möglich zu machen, benötigen wir einen echten Entfesselungspakt, der uns aus einem überregulierten Gesetzesrahmen befreit. Deshalb schlagen wir Ihnen vor, einen Zukunftskonvent einzuberufen. Dabei geht es explizit nicht (!) um einen weiteren „Krisengipfel“. Dieser Zukunftskonvent sollte vielmehr den Auftrag des Gesetzgebers erhalten, konkrete Vorschläge für einen solchen Ermutigungs- und
Entfesselungspakt zu formulieren.

Zukunftskonvent

Natürlich ist uns bewusst, dass durch einen derartigen Prozess mutmaßlich auch die Anpassung von Recht auf Bundes- und Europaebene als erforderlich empfohlen wird. Gleichwohl könnte sich gerade das Wirtschafts- und Innovationsland Baden-Württemberg und seine Landesregierung an die Spitze einer solchen Bewegung setzen. Mit Blick auf die dargestellten Herausforderungen sollten wir hier nicht zu viel Zeit verlieren und in einem klar definierten Format mit klarem und zeitlichem Ziel vorgehen. Wir sagen Ihnen dabei eine lösungsorientierte und engagierte Unterstützung durch Kommunen und Wirtschaft sowie der Sparkassen und Genossenschaftsbanken zu. Wir werden uns mit ganz konkreten Vorschlägen in einen solchen Zukunftskonvent einbringen. Gleichlautende Schreiben haben wir uns erlaubt an Herrn Stellvertretenden
Ministerpräsidenten und Innenminister Thomas Strobl sowie die Herren Fraktionsvorsitzende
Andreas Schwarz MdL und Manuel Hagel MdL zu senden.

Mit freundlichen Grüßen
Steffen Jäger
Präsident
Dr. Peter Kurz
Präsident
Joachim Walter
Präsident
Rainer Reichhold
Präsident
Christian O. Erbe
Präsident
Senator e.h.
Dr.-Ing. Rainer V. Dulger
Präsident
Peter Schneider
Präsident
Dr. Roman Glaser
Präsident




Dienen und helfen

Bereits zum 18. Mal wird der Hohenloher Adventskalender angeboten. Schloß Stetten wurde als reizvolles Motiv ausgewählt. Hinter 24 Türchen verbergen sich Aussichten auf insgesamt 508 schöne Gewinne im Gesamtwert von rund 30.000 Euro.

Die Fördervereine der Lions Clubs Hohenlohe, Hohenlohe-Künzelsau und Hohenloher Land werden ab Donnerstag, den 3. November im ganzen Landkreis insgesamt 8.000 Adventskalender zum Preis von jeweils 5,00 Euro zum Kauf anbieten. Verkaufsstellen sind das Ö-Center und der Obi-Markt in Öhringen, die Hohenlohe-Apotheke in Künzelsau sowie
alle Geschäftsstellen der Sparkasse Hohenlohekreis.

Mit dem Erlös werden der Arbeitskreis Ausländische Mitbürger e.V. in Öhringen, der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e.V. in Krautheim sowie die Tafelläden in
Künzelsau und Öhringen mit jeweils 8.000 Euro gefördert. Die Aktion Menschen in Not erhält wieder 3.000 Euro.

Die Schirmherrschaft für diese Aktion hat erneut Landrat Dr. Matthias Neth übernommen. Jeder Kalender kann einmal gewinnen und hat auf der Rückseite die individuelle Gewinnnummer. Verlost werden hochwertige Sachpreise, sowie Einkaufs- und Verzehrgutscheine, alle von Sponsoren aus der Region zur Verfügung gestellt. Der Hauptpreis ist ein Gutschein für eine Reise nach Barcelona im Wert von 2.500 Euro.

Jeder Käufer unterstützt eine gute Sache, kann sich 24 Tage auf Überraschungen freuen und hat noch die Chance auf einen schönen Gewinn. Der Kalender ist auch ein ideales Geschenk. Die ausgelosten Gewinnnummern und die dazu gehörenden Gewinne werden ab Donnerstag, den 1. Dezember 2022 täglich im Internet unter www.hohenloher-adventskalender.de veröffentlicht.

Die Gewinne bzw. Gutscheine werden gegen Vorlage des Kalenders bei der Sparkasse Hohenlohekreis in Künzelsau, Konsul-Uebele-Str. 11 ausgehändigt. Eine Abholung in allen weiteren Geschäftsstellen der Sparkasse Hohenlohekreis kann telefonisch vereinbart werden. Es wurde darauf geachtet, dass der Kauf des Kalenders und die Gewinn- bzw. Gutscheinabholung einfach und vor Ort möglich sind.

Die Hohenloher Lions setzen ihr Leitmotiv „we serve“, also die Aufforderung zum Dienen und Helfen, mit dieser „activity“ auch in diesem Jahr um.




Ups, da ist wohl ein kleiner Fehler passiert

Haag wurde von der Stadt Kupferzell eingemeindet. Das zumindest könnte man meinen, wenn man bis vor kurzem auf ein neues Ortsschild geschaut hat. Unter Haag stand darauf: Gemeinde Kupferzell. Korrekt wäre aber Künzelsau gewesen. Ein Fehler, der nun vom Landratsamt überklebt wurde.

Wie aber kam es dazu? Es begann alles damit, dass dieses Ortsschild um den ersten Mai herum nicht mehr da war. Vermutlich ein Maischerz. Monate hat es gedauert, bis es ersetzt wurde – nur leider durch ein inhaltlich nicht ganz korrektes. So zeigte es sich im Oktober 2022 in falscher Pracht, bis das Landratsamt davon Wind bekam und den falschen Namen erst einmal notdürftig überkleben ließ.

Das Landratsamt hat gegenüber der Heilbronner Stimme nun den kleinen Fehler bei der Bestellung des neuen Schildes zugegeben. Eine Korrektur erfolge nun durch kostengünstiges Überkleben mit gelber Folie und dem Schriftzug Künzelsau.

RichtigesOrtsschild. FQuelle:privat




2,38 Promille am helllichten Tag

Nach einem Unfall entfernte sich ein 22-Jähriger am Samstagnachmittag, 22. Oktober 2022, mit seinem BMW von der Unfallstelle in Künzelsau. Der BMW kollidierte gegen 17 Uhr beim Ausparken auf einem Parkplatz vor einer Bäckerei in der Hauptstraße mit einem geparkten Audi und der Fahrer fuhr davon, ohne sich um den Schaden zu kümmern.

Aufmerksame Zeugen, konnten der alarmierten Polizei das Kennzeichen des BMW mitteilen. Eine Streife traf den BMW an der Anschrift des Halters in Künzelsau an. Hier konnte die Streife die Insassen des BMW ermitteln. Der 22-Jährige konnte von den Polizisten als Fahrer identifiziert werden. Da der junge Mann Anzeichen auf Alkoholeinfluss aufwies, wurde ein Alkoholtest durchgeführt. Dieser ergab einen Wert von 2,38 Promille.

Der BMW-Fahrer musste mit den Beamten in ein Krankenhaus und eine Blutprobe abgeben. Sein Führerschein wurde beschlagnahmt und er muss nun mit einer Anzeige rechnen.

Pressemitteilung Polizei Heilbronn




Lemia spendet über 2.000 Euro für Flüchtlingsarbeit an das Landratsamt

Fastnachtsgesellschaft Lemia Krautheim überreicht Spendenscheck an das Landratsamt Hohenlohekreis

„Närrischer Betrag“

Die Fastnachtsgesellschaft Lemia Krautheim hat dem Landratsamt Hohenlohekreis am Donnerstag, den 20. Oktober 2022, einen Spendenscheck in Höhe von 2.222,22 € für die Flüchtlingsarbeit übergeben. Der Geldbetrag ist bei der Benefiz-Veranstaltung für Geflüchtete aus der Ukraine zusammengekommen, die Lemia am 26. Juni 2022 veranstaltet hatte. Die Fastnachtsgesellschaft hat die Einnahmen selbst noch aufgestockt, um den „runden“ närrischen Betrag zu erhalten.

Bei der Übergabe im Johannitersaal im Rathaus Krautheim freute sich der Erste Landesbeamte des Hohenlohekreises, Gotthard Wirth, über die Aktion und die daraus resultierende Spende.

Er lobte das Engagement und die Idee, eine Spendensammlung mit einer Veranstaltung zu verbinden, bei der der Verein nach zwei Jahren Corona-Pandemie endlich wieder aktiv werden konnte. Lemia-Sitzungspräsidentin Sibylle Weisl bestätigte die große Begeisterung, mit der sich auch Musikkapellen und Tanzgruppen an der Veranstaltung mit Kinderfest und Bar-Abend beteiligt hatten. Krautheims Bürgermeister Andreas Köhler zeigte sich stolz auf das große bürgerschaftliche Engagement in seiner Stadt und für die Unterstützung bei der Integration von Flüchtlingen.

Für Kinder und Jugendliche

Den Mitgliedern der Lemia ist es wichtig, dass die Spende direkt ankommt und insbesondere Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine zugutekommen soll. Dr. Mark Wittlinger, zuständig für die Flüchtlingsintegration im Hohenlohekreis, sichert dies zu: „Die Hilfsbereitschaft gegenüber geflüchteten Kindern ist besonders hoch. Minderjährige leiden ganz besonders unter der Fluchtsituation. Mit Projekten und Aktionen bereitet man Ihnen eine große Freude und verschönert Ihren Alltag“, erklärte Wittlinger. Mit Hilfe der Spende können nun unter anderem geeignete Materialien für ehrenamtlich betreute Kreativkurse in den Willkommenspunkten beschafft werden. Auch die Jugendlichen werden nicht vergessen: In der Gemeinschaftsunterkunft im ehemaligen Krankenhaus Künzelsau wird ein Tischkicker aufgestellt.

Lemia-Sitzungspräsidentin Sibylle Weisl übergibt dem Ersten Landesbeamten Gotthard Wirth den Spendenscheck für die Flüchtlingsarbeit. Mit dabei: Bürgermeister Andreas Köhler (2. v. r), Integrationsbeauftragter Dr. Mark Wittlinger (3. v. r.), Götz von Berlichingen (4. v. r.) und weitere Mitglieder des Elferrats. Foto: Landratsamt HohenlohekreisQuelle: Landratsamt des Hohenlohekreises

Quelle: Landratsamt des Hohenlohekreises