1

5.000ter Mitarbeiter bei Ziehl-Abegg begrüßt

„Sie stehen für das nachhaltige organische Wachstum bei ZIEHL-ABEGG“, sagt Produktionsvorstand Joachim Ley zu Kai Schmierer. Der 31-Jährige ist jetzt beim Hohenloher Industrieunternehmen als Programmierer gestartet. „Der Fachkräftemangel ist ein Problem, aber das Beispiel von Herrn Schmierer zeigt, dass es regional noch Potenzial gibt“, erklärt Personalchefin Dorothee Haehnlein.

Das Wachstum bei Ziehl-Abegg wird befeuert von den aktuellen Megatrends: der Urbanisierung, der Digitalisierung und der Dekarbonisierung. „Daher bauen wir unsere Fertigungskapazitäten massiv aus“, sagt Ley. Dazu gehört der Neubau eines Werks in Polen; zudem sind weitere neue Werke auf anderen Kontinenten geplant. Im November 2022 hat das 1910 gegründete Unternehmen Ziehl-Abegg erstmals die 5.000-er Schwelle bei den Mitarbeiterzahlen überschritten.

Kai Schmierer wird im Team arbeiten, das inhouse entwickelte Prüf- und Fertigungsanlagen programmiert. „Diese stellen global die Qualität unserer Produkte ‚Made by Ziehl-Abegg‘ sicher, so der Produktionsvorstand.

Pressemitteilung Ziehl-Abegg

 

 




„Wie kann man über eine Strasse ein Buch schreiben?“

Uwe Siller aus Belsenberg stellt diese Frage zu Beginn der Vorstellung seines Buches über die Hohe Straße am 17. November 2022 in Belsenberg. Die Antwort kennt er schon, denn er hat es getan und ein Buch über die Hohe Straße, den uralten Fernhandelsweg auf den Höhen zwischen Kocher und Jagst, geschrieben.

Schon als Kind, als die Großeltern von der Hohen Straße gesprochen haben, war die Straße für ihn Geheimnis. Später waren Mopeds und Mädchen wichtiger, aber als er in einem Ägyptenurlaub erfahren hat, dass dort uraltes Eisen aus dem Fichtelgebirge gefunden wurde, kam die Faszination für die alten Handelsrouten wieder auf – und eine dieser Routen liegt direkt vor seiner Nase. „Vor 30 Jahren“, erinnert sich Siller, habe er gedanklich angefangen, später habe er etwas zusammengeschrieben. Aber erst um das Jahr 2000, als die Forschung neue Erkenntnisse über frühzeitliche Völkerbewegungen gewann, gab es bei ihm einen Aha-Effekt, der dann während der Corona-Zeit zu diesem Buch „Die Hohe Straße – Verkehrsader der Frühzeit“ führte.

„Ich hab das Buch geschrieben, weils mich selbst interessiert“

„Ich hab das Buch geschrieben, weils mich selbst interessiert“, erläutert Siller seine Motivation und freut sich über die rund 30 Interessierten, die zusammengekommen waren: „Wenn man ein Thema hat, dann ist es ein schöner Grund, dass Menschen zusammenkommen.“ Man kennt sich, jeder wird von Uwe Siller mit Handschlag begrüßt.

4000 Jahre Menschheitsgeschichte

Ein Migrationsdruck aus dem Zweistromland in den Kaukasus und von dort nach Nordwesten, nach Mitteleuropa, ließ – so vermutet es  Siller – die Hohe Straße bereits sehr früh in der Menschheitsgeschichte, vor ungefähr 4.000 Jahren, als Weg entstehen. Viel später, Ende des ersten Jahrhunderts nach Christus, wurde die Straße von den Römern befestigt, im Hochmittelalter war die Straße ein Handelsweg zwischen den Zentren Paris, Speyer und Worms bis mindestens nach Prag. Und noch im 18. Jahrhundert war die Hohe Straße der Weg, auf dem Hohenloher Landwirte ihren Wein und ihr Vieh bis nach Paris exportierten.

Napoleon bedeutet das Ende der Hohen Straße

Erst mit Napoleon und der Gründung von Württemberg im Jahre 1806 verliert die Hohe Straße ihre wirtschaftliche Bedeutung: Die Handelswege nach Westen und Osten wurden gekappt, der Warentransport von Nord nach Süd im württembergischen Königreich wurde wichtiger, die Hohe Straße verfiel. Noch 1948, so erzählt Siller, habe der Heimatkundler Emil Kost in einer Beschreibung der Hohen Straße noch viele Relikte vorgefunden, die heute verschwunden seien.
Inzwischen hat der Verkehr in Ost-West-Richtung wieder mehr Bedeutung erlangt, ohne Napoleon „wäre die A6 jetzt auf der hohen Straße“, stellt Siller in den Raum.

Eine Art Heimatkunde

Buchtitel: Uwe Siller, Die Hohe Straße.

Das Buch enthält viele Bilder des aktuellen Zustands der Hohen Straße zwischen Bad Wimpfen und Rothenburg, die Siller bei Wanderungen und Radtouren entlang der Hohen Straße aufgenommen hat. Dazu kommen diverse alte Karten, die interessante Einblicke in die Geschichte der Region geben. Erklärungen über die Siedlungsgeschichte im Kocher- und Jagsttal von der Steinzeit, über die Merowinger ins Hochmittelalter und bis in die frühe Neuzeit bilden den Rahmen.

Nicht alles, was im Buch steht, das räumt Siller freimütig ein, ist streng wissenschaftlich belegt. An einigen Punkten äußert er Gedanken und Vermutungen – deshalb heißt der Untertitel des Buches auch „Gedanken zu ihrer Existenz“ – das soll auch Anstoß zur Beschäftigung mit dem Thema sein.

Digitalisierung macht so ein Buch erst möglich

Das Buch ist in kleiner Auflage im Selbstverlag erschienen. „Das ist der Segen der Digitalisierung, dass man eine kleine Auflage zum erschwinglichen Preis erstellen kann“. Siller verspricht, neue Erkenntnisse eventuell in einer weiteren Auflagen einzuarbeiten, sozusagen ein Buch mit Updates.

Das Buch ist zum Preis von 20 Euro direkt bei Uwe Siller, Heilig-Kreuz-Straße 48, Belsenberg, erhältlich. Uwe Siller empfiehlt kompetent den passenden Wein zum Buch.

Text: Matthias Lauterer




Einbruchsserie in Vereinsräumen: Polizei nimmt mit Spezialkräften drei Personen in Ingelfingen und Forchtenberg fest

Drei Personen wurden durch Einsatzkräfte der Polizei am Donnerstag, den 10. November vorläufig festgenommen. Zwei Personen sitzen in Untersuchungshaft. Eine 44-jährige Frau steht im dringenden Tatverdacht gemeinsam mit ihren 19 und 20 Jahre alten Söhnen für eine seit Sommer 2022 andauernde Serie von Einbrüchen in Vereinsheime und -gaststätten im Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn verantwortlich zu sein. [GSCHWÄTZ berichtete im September über diese Serie, damals waren der Polizei bereits mehrere Dutzend Fälle bekannt. Red.] Im Rahmen von umfangreichen Ermittlungsmaßnahmen konnten die Tatverdächtigen identifiziert werden.

Spezialkräfte im Einsatz

Aufgrund von Erkenntnissen, dass die Tatverdächtigen im Besitz von Schusswaffen sein könnten, wurden Spezialkräfte für die Festnahmen hinzugezogen. Bei zwei koordinierten Einsätzen in Forchtenberg und Ingelfingen, wurden die drei Tatverdächtigen festgenommen und zwei Objekte, sowie ein mutmaßliches Tatfahrzeug durchsucht. Hierbei konnten die Einsatzkräfte umfangreiches Beweismittel auffinden und sicherstellen, darunter professionelles Einbruchswerkzeug, Datenträger, mehrere Schreckschusswaffen, Bargeld in vierstelliger Höhe und Betäubungsmittel. Der 19-Jährige wurde nach dem Abschluss der Maßnahmen wieder entlassen.

Untersuchungshaft angeordnet

Die 44-Jährige und der 20-Jährige wurden am 11. November einem Haftrichter des Amtsgerichts Schwäbisch Hall vorgeführt. Dieser erließ den von der Staatsanwaltschaft Heilbronn Zweigstelle Schwäbisch Hall beantragten Haftbefehl und setzte diesen in Vollzug. Die beiden Tatverdächtigen wurden in Justizvollzugsanstalten eingeliefert. Der Gruppe werden bislang eine Vielzahl von Taten in den Landkreisen Heilbronn, Neckar-Odenwald-Kreis, Main-Tauber-Kreis, Hohenlohekreis, Rems-Murr-Kreis und Schwäbisch Hall vorgeworfen. Die Ermittlungen dauern an.

 

Pressemitteilung Polizei HN




Gibt es bald einen neuen Landrat im Hohenlohekreis?

Die Meldung kam für einige Einwohner:innen und Mitarbeiter:innen des Landratsamtes) sicher überraschend: Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth ist einer von zwei Anwärtern für den 2024 frei werdenden Posten als neuer Präsident des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg. Das berichtet die Heilbronner Stimme.

Aktuell zwei Anwärter

Der zweite Anwärter um das Amt ist Helmut Riegger, ebenfalls Landrat und zwar im Landkreis Calw. Gegenüber der Stimme hält sich Neth, auf sein Interesse um das Amt, relativ kurz angebunden: „Es ehrt mich, dass mein Name im Gespräch ist. Die Verbandsversammlung wird 2023 darüber entscheiden“, erklärt Neth gegenüber der Stimme.“ Mehr möchte er denn auch zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. In jedem Fall erwägt er, seinen Landratsposten für das neue Amt aufzugeben.

Stephan Schorn, Pressesprecher des Sparkassenverbands Baden-Württemberg, bestätigt gegenüber der Heilbronner Stimme: „Wir wissen, dass es einige an der Aufgabe interessierte Persönlichkeiten gibt.“

„Einflussreich und gut dotiert“

Der neue Posten soll laut der Stimme „einflussreich und gut dotiert“ sein. Landrat Neth lebt aktuell mit seiner Familie in Öhringen. Er ist seit 2013 Landrat des Hohenlohreksies und wurde erst vor kurzem wiedergewählt. Der amtierende Präsident Peter Schneider (64) scheidet zum 30. April 2024 aus.




Kulturlandschaftspreis 2022 für Sindeldorfer Bildstockwanderwege

Mehr Informationen zu dem Wanderwegen unter Sindeldorfer Wanderwege. Dort sind auch die Wegbeschreibungen zum Download.

Ulrike Zeller, Initiatorin der Sindeldorfer Bildstockwanderwege, erhielt in Filderstadt-Bonlanden für die Konzeption und Ausschilderung der Wanderwege den „Sonderpreis Kleindenkmale zum Kulturlandschaftspreis 2022“. In feierlichem Rahmen wurden sechs Kulturlandschaftspreise sowie drei zusätzliche Sonderpreise
an Kleindenkmal-Initiativen durch den Vorsitzenden des Schwäbischen Heimatbunds, den Präsidenten des Sparkassenverbands Baden-Württemberg und
der Sparkassenstiftung Umweltschutz überreicht.

Eine kleine Gruppe aus dem Sindeldorfer Projektteam sowie dem stellvertretenden Bürgermeister der Gemeinde Schöntal, Herbert Göker und Simone Breutner von der Sparkasse Hohenlohekreis nahmen an der Preisverleihung teil. Auch Landrat Dr. Matthias Neth war bei der Verleihung mit dabei und gratulierte Ulrike Zeller zu dieser tollen Anerkennung.

Alles aus Eigenitiative

In den letzten Jahren wurden von ihr alle Sindeldorfer Bildstöcke, Wegkreuze und Kleindenkmale sowie Details der Kirche „Mariä Himmelfahrt“ fotografiert und in
Fotobüchern zusammengestellt. Die Bilder wurden mit den zum Teil unleserlichen Inschriften, Geschichten und Berichten von Zeitzeugen ergänzt. Mit vielen
Ehrenamtlichen wurde 2020 aus diesen Informationen das Projekt „Bildstockwanderwege“ mit Unterstützung des Dorf- und Kulturvereins Sindeldorf und der Gemeinde Schöntal ins Leben gerufen. Konzipiert wurden von dem Team vier Rundwanderwege entlang der Bildstöcke. Im Sindeldorfer Ortsmittelpunkt, vor der
Kirche Mariä Himmelfahrt wurde eine Informationstafel mit Handzettel zur jeweiligen Geschichte der Bildstöcke aufgestellt. Ein optimaler Platz, um die Touren in umliegenden Höhen mit herrlichen Ausblicken zu starten. Der Preis ist für das Team um die Sindeldorfer Bildstockwanderwege – auch Stöcklewege genannt – Ansporn, das Projekt noch weiter auszubauen und vor allem zu pflegen.

Die Wanderwege rund um Sindelbach. Foto: Flyer

Über den Kulturlandschaftspreis

Wer sich in Württemberg, Hohenzollern und den angrenzenden Regionen um den Erhalt von Streuobstwiesen, Wacholderheiden, Trockenmauern und anderen
landschaftsprägenden Elemente kümmert, kann sich um den Kulturlandschaftspreis bewerben, den der Schwäbische Heimatbund zusammen mit dem
Sparkassenverband Baden-Württemberg jährlich auslobt.

Pressemitteilung Sparkasse Hohenlohekreis




BrotZeit braucht Unterstützung in der Georg-Wagner-Schule

Für die Unterstützung bei der Vorbereitung von Frühstück für Schüler:innen der Georg-Wagner-Schule sucht der Verein brotZeit Menschen ab 55 Jahren. Im Rahmen des generationsübergreifenden Projekts kümmern sich Senior:innen um benachteiligte Schüler:innen, die hungrig zum Unterricht kommen.

Seit Juni 2013 versorgt der von der Schauspielerin Uschi Glas gegründete Verein BrotZeit die Kinder in der Ganztagsschule mit einem ausgewogenen, kostenlosen Frühstücksbuffet. „Nun suchen wir dringend Unterstützung im Team“, Sophie Hertrich, die Projektleiterin aus der Förderregion Heilbronn, hofft, dass der Aufruf wirkt und neue ehrenamtliche Helfer:innen  dazu kommen. „Denn aktuell steigen die Kinderzahlen und die Schule versorgt täglich 100 bis 150 Kinder.“

Aktiv werden für die Kinder an der Georg-Wagner-Schule

Die Interessenten sollten gern mit Kindern umgehen und auch ein offenes Ohr für deren kleine und große Sorgen haben. Die Frühstückshelfenden arbeiten ein bis drei Mal die Woche in einem Team, das jeden Morgen von 6.30 bis 9.00 Uhr rund hundert Kinder betreut – an der Georg-Wagner-Schule, Schulstraße 15, in Künzelsau. brotZeit zahlt für das ehrenamtliche Engagement eine Aufwandsentschädigung im Rahmen der Übungsleiterpauschale. Interessierte werden gebeten, sich bei Sophie Hertrich, Projektleitung Förderregion Heilbronn, zu melden: 0159 06225297, mailto:hertrich@brotzeit.schule .

Jedes fünfte Kind kommt ohne Frühstück zum Unterricht

In der brotZeit-Förderregion Heilbronn, zu der Künzelsau gehört, unterstützt der Verein 26 Schulen. Deutschlandweit versorgt brotZeit e.V. 13.965 Kinder an 299 Schulen jeden Morgen mit einem Frühstück. Mehr als 1.600 Menschen sind schon ehrenamtlich dabei. Aufsichtsratsvorsitzende ist die Schauspielerin Uschi Glas, die den Verein auch gegründet hat.

Jedes fünfte Kind in Deutschland kommt ohne Frühstück und Pausenbrot zum Unterricht. Aus unterschiedlichsten Gründen werden diese Schülerinnen und Schüler zuhause nicht ausreichend versorgt und können sich dann oft nur schlecht aufs Lernen konzentrieren. Deswegen ist das brotZeit-Projekt so wichtig.

Quelle: Stadtverwaltung Künzelsau

BrotZeit. Quelle: BrotZeit

Brotzeit-Team der Georg-Wagner-Realschule in Künzelsau. Foto: privat

 




Künzelsau: Mehrere hundert Liter Diesel gestohlen

Dringend tatverdächtig, am Samstag, 12. November 2022, mehrere hundert Liter Diesel entwendet zu haben sind zwei 22 und 23-Jährige. Kurz vor 4 Uhr begaben sich die beiden Tatverdächtigen wohl auf das Gelände eines Schotterwerkes bei Künzelsau. Dort befüllten sie mittels eines Schlauches neun mitgebrachte Kanister mit dem Kraftstoff eines dort abgestellten Muldenkippers. Die Ermittlungen der Polizisten ergaben ein Kennzeichen des genutzten Tatfahrzeugs.

An der Wohnadresse fanden die Beamten das Auto. Die Adresse und das Fahrzeug wurden durchsucht und mögliche Tatmittel beschlagnahmt. Die Ermittlungen dauern an. Die beiden Männer müssen mit einer Anzeige wegen Bandendiebstahls rechnen.

Pressemitteilung Polizei HN




Der neue Hohenlohe-Plus Podcast ist on air

Aus der Lüneburger Heide mit einem Umweg über Stuttgart ins Hohenloher Land. Das beschreibt kurz zusammengefasst den bisherigen Weg von Thorben Heinrichs. Inzwischen ist er Geschäftsführer der hfcon GmbH & Co. KG, ein Projekt der hfcon ist der Digital Hub HeilbronnFranken.

Wie Thorben Heinrichs das Leben und Arbeiten auf dem Land empfindet, welche Aufgabe heilbronnfranken: connected hat und wie man Startups im ländlichen Raum fördern kann, darüber gibt die neue Folge des Hohenlohe Plus Podcast Auskunft.

Der Hohenlohe Plus Podcast steht auf der Webseite des Vereins und auf den gängigen PodcastKanälen wie Amazon, Apple und Spotify zum Hören bereit.
Für mehr Informationen besuche
n Sie gerne die Website https://www.hohenlohe.plus oder schreiben eine email an: info@hohenlohe.plus.

Pressemitteilung Hohenlohe Plus




„Das erklärt vielleicht alles. Mit Buchhaltung hatte ich nie etwas zu tun.“

Ganz besondere Gerichtsverfahren sind es immer, wenn auf der Anklagebank ein Rechtsanwalt sitzt. So auch im Fall des damaligen Rechtsanwalts B.,  der in Ingelfingen und später in Künzelsau praktiziert hat und gegen den jetzt wegen gewerbsmäßiger Untreue verhandelt wurde. Angeklagt war ein Fall, wo B. beschuldigt wurde, einem Mandanten eine Zahlung einer Versicherung in Höhe von 10.585 Euro nicht weitergeleitet zu haben.

In Vermögensverfall geraten

Der Angeklagte ist inzwischen kein Anwalt mehr, er legt Wert darauf, dass er seine Anwaltszulassung im Oktober 2021 selber zurückgegeben habe und sie ihm nicht entzogen worden sei. Inzwischen lebt er von ALGII, eine Immobilie sei zwischenzeitlich zwangsversteigert worden. Er sagt: „Sonstige Vermögensverhältnise eher mau. Nix da.“ Vertreten wird B. von Rechtsanwalt Marinkovic. B. ist offenbar kein einfacher Mandant, öfter ruft er bei Zeugenvernehmungen laut dazwischen und nutzt sein Fragerecht an die Zeugen zu Stellungnahmen und Vorhaltungen. Richterin Rührich muß ihn deshalb mehrfach ermahnen.

Der Geschädigte K., damals Polizeibeamter, hat im Jahre 2014 einen Verkehrsunfall erlitten und ließ sich in dieser Sache von B. vertreten. Offenbar erfolgreich, denn die Versicherung des Unfallgegners zahlte ein Schmerzensgeld von über 10.000 Euro, die aber – das ist unstrittig – nie an K. ausgezahlt wurden.

Drei Verhandlungstage notwendig

Drei Verhandlungstage waren notwendig, bis alle Zeugen gehört werden konnten. Darunter waren neben dem Geschädigten auch eine Gerichtsvollzieherin und zwei ehemalige Mitarbeiterinnen des Ex-Anwalts. Ziel des Gerichts war es, zu erkunden, ob es weitere ähnliche Unregelmäßigkeiten gab, die eine „gewerbsmäßige Untreue“ belegen könnten. Immerhin gibt es bereits ein rechtskräftiges Urteil, eine Geldstrafe unter Vorbehalt – das ist laienhaft gesprochen eine „Geldstrafe auf Bewährung“ – in Höhe von 150 Tagessätzen. B. hat zwischen 2012 und 2015 Sozialabgaben für seine Mitarbeiterinnen nicht korrekt abgeführt, stattdessen hat er Scheinarbeitsverhältnisse mit Angehörigen begründet, teilt das Gericht aus den Akten mit. Es ging dabei um Nichtzahlung von 17.900 Euro in 54 tateinheitlichen Fällen. Um eine solche Konstruktion zu entwerfen, braucht es durchaus eine gewisse Phantasie. Gegen das Urteil des AG Künzelsau hatte B. Berufung eingelegt, das LG Heilbronn bestätigte den Schuldspruch, reduzierte aber die Strafe. Das Urteil des LG Heilbronn ist seit September 2022 rechtskräftig.

Anfangs offensiv

Zu Anfang des Prozesses agiert B. offensiv, fällt des Öfteren seinem eigenen Anwalt und dem Gericht ins Wort und nutzt sein Fragerecht zu Ausführungen und Vorhalten, sodass Richterin ihm mehrfach das Wort entziehen muss.  Er beruft sich zu seiner Verteidigung generell auf Nichtwissen und meint, dass seine Mitarbeiterinnen die Verantwortung hatten. Er beschreibt seine Kanzleiorganisation, wirklich gut organisiert klingt das nicht. Ein Fristenbuch für Offene Posten (also beispielsweise für erwartete Zahlungen von Streitgegnern) scheint nicht geführt worden zu sein, eine proaktive Erinnerung an ausstehende Zahlungen scheint es nicht gegeben zu haben.

Er käme aus einer Großkanzlei, da habe er sich nie um sowas kümmern müssen, bringt er zu seiner Verteidigung vor: „Das erklärt vielleicht alles. Mit Buchhaltung hatte ich nie etwas zu tun.“ Sein Anwalt bleibt dabei regungslos.

Im Verlauf des Prozesses wird B. kleinlauter, antwortet nur noch wortkarg auf Fragen und nimmt auch sein Fragerecht nicht mehr so intensiv wahr. Das mag daran liegen, dass seine beiden Angestellten ganz anders aussagen als er: So habe nur B.Zahlungen veranlasst. Die Argumentation B.s, der Wert darauf legt, de facto ja gar keinen Zugriff auf das Internetbanking gehabt zu haben, verpufft, als die Mittrbeiterin berichtet, dass er die entsprechenden Schecks selbst ausgestellt habe.

Auch sein Beharren darauf, dass ihn viele Schreiben im Zuge eines Kanzleiumzugs von Ingelfingen nach Künzelsau gar nicht erreicht hätten, kann nicht überzeugen: schließlich hätte er sich organisatorisch darum kümmern können und müssen, dass ihn auch Post an die alte Adresse in Ingelfingen noch erreicht.

Gespräche über das Strafmass schlagen fehl

Verteidiger versucht immer wieder, mit dem Staatsanwalt über eine Einstellung des Verfahrens zu verhandeln – ihm ist klar, dass auf den Tatbestand der gewerbsmäßigen Untreue eine Mindeststrafe von 6 Monaten Haft steht, in Verbindung mit der Strafe wegen der Sozialabgaben höher. Ein Geständnis will B. nicht ablegen: „Ich kann nicht gestehen, was ich nicht getan habe.“ Am dritten und letzten Verhandlungstag wird Staatsanwalt Kilic deutlich: „Eine Einstellung wird es nicht geben“. Und weniger als sechs Monate Haft, eventuell auf Bewährung, ließe das Gesetz nunmal nicht zu, sagt Kilic. Er ist also überzeugt davon, dass eine gewerbsmäßige Untreue vorliegt.

Plädoyers

Und so plädiert Kilic denn auch gemäß der Anklageschrift: Dass B. „keine Einsicht in die Konten“ hatte, sei durch die Aussage seiner Angestellten widerlegt. Auch sei er allein verantwortlich für die Fremdgelder gewesen. Die Beweisaufnahme habe auch eine Geldnot des Angeklagten ergeben, er habe Geld für private Zwecke verwendet. Auch das Verhalten des Angeklagten, seine Nichterreichbarkeit für den Geschädigten K., müsse man als Indiz werten.

Es sei ein besonders schwerer Fall der Untreue, K. sei ein höherer Schaden entstanden.  Für die Tat hält Kilic 10 Monate Haft für tat- und schuldangemessen, in Verbindung mit dem Urteil des Landgerichts sei eine Gesamtfreiheitsstrafe von 12 Monaten angemessen, die zur Bewährung ausgesetzt werden könne, da er seit Tatbegehung nicht mehr polizeilich in Erscheinung getreten sei. Dazu forderte er Sozialstunden sowie die Einziehung der Taterträge und die Übernahnme der Verfahrenskosten.

B.s Anwalt Marinkovic fordert einen Freispruch. Auch er argumentiert: „Allein die Kenntnis hat meinem Mandanten gefehlt“. Somit könne der Vorsatz bei der Verwendung des Fremdgelds nicht nachgewiesen werden.

Urteil

Das Gericht in Person von Richtern Rührich folgt im wesentlichen der Argumentation der Staatsanwaltschaft und verurteilt B. zu einer Haftstrafe von 12 Monaten, die für 2 Jahre zur Bewährung ausgesetzt ist.  Sie stellt grobe Mängel in der Kanzleiorganisation fest: B. habe die Pflicht gehabt, seine Mitarbeiterinnen ordnungsgemäß auszuwählen, ihnen genügend Zeit zur Bewältigung ihrer Aufgaben zur Verfügung zu stellen und vor allem: sie zu kontrollieren. „Das hat der Angeklagte nicht getan.“ Das habe die Beweisaufnahme eindeutig ergeben. B. habe mit fremdem Geld gewirtschaftet und es für die eigene Lebenshaltung verwendet. Außerdem habe die Beweisaufnahme ergeben, dass es in der Vergangenheit mehrere Vorfälle gegeben habe, wo die Kanzleiorganisation versagt habe.
[GSCHWÄTZ ist mindestens ein weiterer, ähnlicher Fall bekannt, der in der Verhandlung nicht erwähnt wurde und wegen dem bisher keine rechtlichen Schritte eingeleitet wurden. Red.]

Zugunsten des Angeklagten spreche, dass er seit der Tat nicht straffällig geworden sei und seit der Tatbegehung eine lange Zeit vergangen sei. Zu seinen Ungunsten sei zu berücksichtigen, dass der Schaden hoch sei und sich B. zwischenzeitlich nicht bemüht habe, den Schaden gutzumachen. Dazu verhängt sie 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit und stellt ihn unter die Obhut eines Bewährungshelfers, der ihm vielleicht auch eine Erwerbsperspektive vermitteln kann. Außerdem ordnet sie die Einziehung des Tatertrags an.

Es geht weiter

Die Einziehung des Tatertrags kann sich für den Verurteilten nachteilig auswirken. Sollte er irgendwann zu Vermögen kommen, durch Einkommen, Erbschaft, oder Lotteriegewinn, kann die Summe von 10.585 Euro eingezogen werden. Wichtig ist: Diese Ansprüche verfallen auch bei einer eventuellen Privatinsolvenz nicht, sie bleiben bestehen. Vielleicht ist das der Grund, warum B. gegen das Urteil Rechtsmittel eingelegt hat – es ist also auch in diesem Fall mit einem Verfahren vor dem Landgericht Heilbronn zu rechnen.

Text: Matthias Lauterer




Winter, Wunder, Weihnachtsglanz – der Öhringer Weihnachtsmarkt verzaubert Groß und Klein

Das städtische Veranstaltungsteam hat sich dieses Jahr vor allem für Kinder etwas Neues einfallen lassen: Vor dem Eingang zum Schlosshof steht ein zauberhafter Märchenwagen. In weihnachtlichem Ambiente lauschen Kinder dort den Geschichten der Märchenerzähler. Dazu kann dort jederzeit Weihnachtswunschpost an das Christkind in einen Briefkasten eingeworfen werden. Für strahlende Augen sorgt die Aktion „Leuchten für Öhringen“, bei der Schulklassen oder Vereine an allen vier Adventssamstagen ein Lichtmotiv mit selbstgebastelten Windlichtern im Hofgarten legen. Ein besonderes Highlight ist dieses Jahr die Erweiterung des imposanten Schlosskellers. Insgesamt 35 Aussteller, verteilt auf vier Wochenenden, zeigen dort ihr umfangreiches Repertoire an Kunsthandwerk und bieten kulinarische Leckerbissen und entzückende Geschenkideen an.

Nachhaltigkeit

Punsch- und Glühweinfreunde aufgepasst: Becher können selbst mitgebracht oder für drei Euro an den Gastroständen erworben werden. Foto: Stadt Öhringen

Für mehr Nachhaltigkeit und Hygiene sorgt ein neuer Umgang mit den Bechern für die Heißgetränke auf dem Weihnachtsmarkt. Um den Wasserbedarf beim Spülen zu reduzieren, können Gäste selbst mitgebrachte Becher nutzen. Die schönen Öhringer Weihnachtsmarktbecher sind – ähnlich wie beim Weindorf – für drei Euro an den Gastroständen erhältlich und wiederverwendbar. Eine Rückgabe der Becher ist nicht möglich.

Gemütlich und zauberhaft

Der Öhringer Weihnachtsmarkt bietet rund um den historischen Marktplatz allerlei Kunsthandwerk, süße und herzhafte Kulinarik und zauberhafte Musik. Der Duft von gebrannten Mandeln, würzigem Glühwein und Punsch lädt bei gemütlicher Atmosphäre zum Verweilen ein. Tolle Geschenkideen inspirieren alle Schenkenden und ein facettenreiches Begleitprogramm entzückt die Besucher. Das beliebte Dampfbähnle dreht gemütlich auf dem Marktplatz seine Runden. Ein prachtvoller Weihnachtsbaum mit der stimmungsvollen Krippe, der beliebte Märchenweg durch die Innenstadt und fein dekorierte Hütten sorgen für weihnachtlichen Glanz. Die Marktstraße säumen 16 Tannenbäume, die von den Öhringer Kindergartenkindern liebevoll geschmückt werden. Für staunende Gesichter sorgen funkelnde Walk-Acts. Historische Krippen laden in den Schaufenstern zum besinnlichen Spaziergang durch die Innenstadt ein.

Tolles Rahmenprogramm für Jung und Alt

Im Weygang-Museum findet am Sonntag, 20. November von 11 bis 16 Uhr das traditionelle Weihnachts-Zinngießen statt. Zu den Öffnungszeiten des Museums können jeden Sonntag im Advent handbemalte Zinnengel als Tannenbaumdekoration erworben werden. Im Rathaus zeigt vom 25. November 2022 bis 3. März 2023 der Stadtmarketingverein Öhringen. Lieblingsstadt. die Ausstellung „Öhringen – Einst & Jetzt“ mit fotografischen Stadtansichten. Die Modelleisenbahnausstellung im Blauen Saal des Rathauses findet parallel dazu an allen vier Adventswochenenden statt. Das Team der städtischen Jugendförderung veranstaltet sein Weihnachtsfest im Jugendpavillon mit einem bunten Kinderprogramm am Freitag, 16. Dezember von 17 bis 21 Uhr. Der internationale Kinderweihnachtsmarkt Peacemas findet vom 3. bis 4. Dezember auf dem Ölberg an der Stiftskirche statt. Die Messerschmiede des Pflaumer-Museums ist am 10. Dezember samt Würzweinausschank geöffnet. Für Spannung sorgt der Stadtmarketingverein mit seiner beliebten Glücksscheinaktion. Hauptgewinn ist dieses Jahr ein E-Auto (Fiat 500 Action Elektro).

Winter, Wunder, Weihnachtsglanz – der Öhringer Weihnachtsmarkt

Innenstadt Öhringen (Marktplatz, Schlosshof, Schlosskeller und Rathaus)
1. bis 4. Adventswochenende (25. bis 27.11., 2. bis 4.12., 9. bis 11.12. und 16. bis 18.12.2022)

Beginn: Freitag, 25. November um 16 Uhr

Öffnungszeiten:
Freitags 16 bis 21 Uhr
Samstags 12 bis 21 Uhr
Sonntags 12 bis 20 Uhr

Veranstaltungen

Die genauen Uhrzeiten der Aktionen und Auftritte finden Sie unter www.oehringen.de/freizeit/staedtische-veranstaltungen/weihnachtsmarkt.html Parkmöglichkeiten entlang der Innenstadtrings. ÖPNV: Vom Hauptbahnhof, Haltepunkt S4, sind es nur wenige Gehminuten bis zum Marktplatz.

Der Öhringer Wochenmarkt wird aufgrund des Weihnachtsmarktes mittwochs und samstags ab dem 23. November in die Poststraße verlegt. Ab dem 21. Dezember findet er wieder auf dem Marktplatz statt.

Pressemitteilung Große Kreisstadt Öhringen