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Mehr Geflüchtete im Hohenlohekreis als 2015

Über eine Million der rund 40 Millionen Ukrainer:innen haben vor dem Krieg in Ihrer Heimat in Deutschland Zuflucht gesucht. Davon befinden sich rund 1.100 Personen im Hohenlohekreis. In der Kreistagssitzung vom 21. November 2022 informiert die Verwaltung über die Kosten der Unterbringung, die Höhe der Zuwendungen von Bund und Land. ausserdem muss der Kreistag den Teil der Mehrkosten, die nicht oder erst im nächsten Haushaltsjahr erstattet werden, noch für das aktuelle Haushaltsjahr genehmigen.

„Mittlerweile sind in diesem Jahr mehr Geflüchtete im Kreis untergekommen als im Jahr 2015“, stellt die Kreisverwaltung fest. Dass diese hohe Zahl von Geflüchteten, die im November 2021 nicht vorhersehbar war, den Kreis vor immense Herausforderungen stellt, ist nachvollziehbar. Anfang des Jahres 2022, als die ersten Ukrainer:innen ankamen, war noch nicht klar, inwieweit sich Bund und Land an der Unterbringung und Versorgung der Menschen, einer Pflichtaufgabe des Landkreises, beteiligen werden. Inzwischen ist klar, dass Bund und Land zumindest die finanzielle Belastung der Landkreise fast vollständig übernehmen werden – wenn auch mit Verzögerung. Aus diesem Grund muss der Kreistag die Kosten, die im Jahr 2022 entstanden sind, aber erst 2023 erstattet werden, noch in den Haushalt für 2022 aufnehmen.

Ehrenamtliche Hilfe war und ist wichtig

Einen weiteren Teil der Belastungen übernahmen freiwillige und ehrenamtliche Helfer, wie die Verwaltung anerkennt: „Die seit Kriegsbeginn in der Ukraine sprunghaft angestiegene Anzahl an Geflüchteten konnte aufgrund der enormen Solidarität in der Bevölkerung geschultert werden. So erfolgte die Unterbringung eines großen Teils der geflüchteten Menschen aus der Ukraine zunächst vor allem in Privatunterkünften.“ Aber auch einfache Hilfen wie zum Beispiel Unterstützung bei Behördengängen oder die Ausstattung mit Kleidung wurden zu einem guten Teil ehrenamtlich angeboten.

Bund und Land erstatten Kosten erst im nächsten Haushaltsjahr

Die Gesetzeslage, welcher Flüchtling aus welchem Grund welche Leistung erhält, ist nicht leicht zu durchschauen. Außerdem haben sich im Laufe des Jahres die Grundlagen geändert. Die Verwaltung erläutert: „Im Leistungsbereich haben auch Geflüchtete aus der Ukraine bis zum 31.05.2022 Hilfeleistungen zum Lebensunterhalt und Kosten der Unterkunft nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylblG) erhalten. Die bis zum 31.05.2022 entstandenen Kosten für diesen Personenkreis werden gemäß den Abrechnungsmodalitäten aus der mit dem Land im März 2022 ergänzten Verwaltungsvereinbarung im Haushaltsjahr 2023 erstattet.“
Ab dem 1. Juni 2022 gilt eine  neue Regelung, informiert die Kreisverwaltung: „Mit dem vom Bund beschlossenen Rechtskreiswechsel hat sich für geflüchtete Menschen aus der Ukraine die Anspruchsgrundlage auf Leistungsgewährung grundlegend geändert. Sobald die aufenthaltsrechtlichen Voraussetzungen vorliegen, erhalten die Anspruchsberechtigten seit 01.06.2022 Hilfeleistungen nach dem Sozialgesetzbuch (v.a. SGB II, SGB IX und SGB XII). Für den Hohenlohekreis bedeutet dieser Systemwechsel eine finanzielle Mehrbelastung, die aus heutiger Sicht größtenteils seitens des Landes ausgeglichen wird.“
Wieder anders sieht es für Alte oder Erwerbsgeminderte aus: „Mittels den geltenden Regelungen rechnet der Hohenlohekreis mit einer vollständigen Bundeserstattung bei der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung sowie einer erhöhten Bundesbeteiligung an den Kosten der Unterkunft und für Heizung (SGB II-Leistungen).“

Noch immer sind offenbar die Regelungen der Kostenübernahme durch Bund und Land nicht abschließend geregelt, es besteht noch immer eine gewisse Unsicherheit.

Millionensummen im Spiel

Die Verwaltung rechnet bis Ende 2022 insgesamt mit Transferaufwendungen in Höhe von 3,4 Mio. Euro, die an außerhalb von Landkreiseinrichtungen wohnende Geflüchtete gewährt werden. „Nach Abzug etwaiger Kostenerstattungen (ca. 1,1 Mio. Euro) werden im Haushaltsjahr 2023 rund 1,9 Mio. Euro entsprechend der Vereinbarung seitens des Landes erstattet, welche in der Haushaltsplanung 2023 entsprechend eingeplant sind. Schlussendlich beträgt der Eigenanteil des Hohenlohekreises jahresübergreifend hierfür ca. 466.000 Euro.“

Die Transferaufwendungen für Hilfeleistungen im Rahmen der Hilfe zum Lebensunterhalt, der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung bzw. nach dem SGB II erhalten, „erhöhen sich dadurch über alle Hilfearten hinweg voraussichtlich um 2,0 Mio. Euro auf nunmehr 16,9 Mio. Euro. Mittels den geltenden Regelungen rechnet der Hohenlohekreis mit einer vollständigen Bundeserstattung bei der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung sowie einer erhöhten Bundesbeteiligung an den Kosten der Unterkunft und für Heizung (SGB II-Leistungen). Nach Abzug etwaiger Erstattungen durch Bund und Land verbleibt bzgl. der Ukraine voraussichtlich eine Nettomehrbelastung von 786.000 Euro. Diese werden durch die mit dem Land vereinbarten Erstattungen im Rahmen des Rechtskreiswechsels aus heutiger Sicht zu 70 % ausgeglichen. Somit beträgt der finanzielle Eigenanteil des Landkreises rund 236.000 Euro.“

Zwischensumme: 700.000 Euro Mehrbelastung für direkte Leistungen an die Menschen

Rund 700.000 Euro, die bei den Haushaltsberatungen Ende 2021 nicht vorhersehbar waren, muss der Landkreis also tragen.

Weitere 900.000 Euro Investitionen für die Unterbringung

Der Landkreis hat bereits in Unterbringungskapazitäten investiert und tut dies weiter: „Der Landkreis selbst baut, aufgrund der gestiegenen Zuweisungszahlen, weiterhin neue Kapazitäten für die Unterbringung von Geflüchteten auf. Hierfür entsteht bei den Sachkosten ein Mehrbedarf um ca. 800.000 Euro auf nunmehr ca. 3,5 Mio. Euro. Nach Abzug sonstiger Ersätze werden diese im Rahmen der nachgelagerten Spitzabrechnung seitens des Landes vollumfänglich erstattet. Darüber
hinaus waren zur Schaffung weiterer Unterbringungsmöglichkeiten Investitionen notwendig. Aus heutiger Sicht werden bis Jahresende 2022 zusätzliche Investitionsmittel von ca. 900.000 Euro benötigt. Diese können jahresübergreifend, entsprechend der Nutzungsdauer, im Rahmen der nachgelagerten Spitzabrechnung [das ist eine Abrechnung nach nachgewiesenem Aufwand, Red.] geltend gemacht werden.“

Kreistag muss beschliessen

Der Kreistag muss am 21. November 2022 die „überplanmäßigen Aufwendungen i. H. v. netto rund 770.000 Euro im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg und der aktuellen Lage bei der Flüchtlingsaufnahme“ und die „korrespondierenden überplanmäßigen Auszahlungen im Finanzhaushalt i. H. v. 900.000 Euro“ genehmigen.

Text: Matthias Lauterer
Zitate aus der Sitzungsvorlage zur Kreistagssitzung am 21. November 2022




Über 1.000 Jahre Haftstrafen wegen Betrugsmasche „Falscher Polizist“

Insgesamt 1.128 Jahre, 6 Monate und 28 Tage Haft sowie Geldstrafen in Höhe von über 478 Millionen Türkische Lira [das sind etwa 25 Millionen Euro, Red.] verhängte das Landgericht im türkischen Izmir am 26.09.2022 gegen insgesamt 67 Beschuldigte eines Call-Center-Komplexes. [Im Durchschnitt sind das 17 Jahre Haft für jeden Verurteilten, Red.]

Die Gruppe operierte mit ihrem Modus Operandi als „Falsche Polizeibeamte“ auch in Heilbronn. Unter anderem wurden gegen die Gruppierung 16 vollendete und versuchte Taten mit einem Schaden von 866.500 Euro durch die Heilbronner Ermittler bearbeitet. Die Staatsanwaltschaft Heilbronn und das Polizeipräsidium Heilbronn richteten bereits 2018 eine Ermittlungsgruppe ein, welche im Ermittlungsverfahren „Fake“ Straftaten aus diesem Callcenter bearbeitete. Die Ermittler konnten der Gruppierung Taten aus den Bundesländern Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Niedersachsen zuordnen. In enger Zusammenarbeit zwischen der Staatsanwaltschaft und der Kriminalpolizei Heilbronn wurden die diese Bundesländer betreffenden Ermittlungen zentral durch die Staatsanwaltschaft Heilbronn geführt.

Auch in Deutschland wurden Beteiligte bereits verurteilt

Die hier ermittelten Personen, überwiegend Abholer und Logistiker der türkischen Gruppierung, wurden zwischenzeitlich auch in Heilbronn verurteilt. Die in einem Übernahmeersuchen an die türkischen Behörden übermittelten Ermittlungsergebnisse der deutschen Behörden führten im Dezember 2020 nach weiteren umfangreichen Ermittlungen der türkischen Behörden zur Festnahme der Haupttäter in der Türkei. Hierbei konnten Geld, Gold, Fahrzeuge und Immobilien im Wert von rund 105 Millionen Euro sichergestellt werden.

Deutsche Geschädigte dürfen hoffen

Die türkischen Justizbehörden beabsichtigen wohl, den in Deutschland wohnhaften Geschädigten sichergestellte Finanzmittel zur Entschädigung zukommen zu lassen. Um auch weiteren Betrugsopfern die Möglichkeit einer Entschädigung zu geben, hat die Staatsanwaltschaft Heilbronn in einem zweiten Ersuchen die türkischen Justizbehörden um Übernahme eines weiteren Verfahrens gebeten.

Gemeinsame Pressemitteilung der Polizei und Staatsanwaltschaft Heilbronn

 




Wen interessiert’s?

„Wir, Menschen auf der ganzen Welt, fordern Sie auf, der Forderung zahlreicher Menschenrechtsgruppen nachzukommen und die verheerenden Folgen der Fußballweltmeisterschaft in Katar für Hunderttausende von Migrant:innen anzuerkennen, einschließlich der unzähligen Menschen, die für die Profite der FIFA sterben mussten. Wir bitten Sie nicht nur um Worte, sondern um die Einrichtung eines Entschädigungsfonds für die Opfer in Höhe von 440 Millionen Dollar – dem Betrag, den die FIFA an die Siegermannschaften auszahlen will“, heißt es in einer Online-Petition von diversen Menschenrechtsorganisationen mit dem Titel: „Lasst die FIFA nicht von Missbrauch profitieren.“ Insgesamt 698.515 Unterschriften aus der ganzen Welt sind bereits für diese Forderung zusammengekommen. 750.000 sollen erreicht werden.

So politisch war bislang noch keine WM

Am Sonntag, den 20. November 2022 startet die WM in Katar – eine außergewöhnliche WM, nicht nur, weil sie im Winter stattfindet und es statt Bier vielleicht mehr Glühwein zu trinken gibt. Sondern auch, weil wohl kaum eine WM so politisch war wie diese in Katar.

Mindestens 6.500 Tote

Vorausgegangen sind Stadionbauten, bei denen zahlreiche Menschen unter widrigsten Bedingungen gearbeitet haben ud teilweise auch dabei zu Tode gekommen sind. Mindestens 6.500 Menschen sollen unter den widrigen Arbeitsbedingungen gestorben sein. In der Petition heißt es hierzu: „Stellen Sie sich vor, Sie wären so verzweifelt auf der Suche nach Arbeit, dass Sie Ihre Familie zurücklassen, um in einem dreckigen Zeltlager zu leben und der Wüstenhitze für nur einen Euro pro Stunde zu schuften. Dann sterben Sie ganz allein und Ihre Familie erhält nichts. Stellen Sie sich vor, dass diejenigen, die Sie wie einen Sklaven behandeln, Milliarden scheffeln, während Ihre Hinterbliebenen immer tiefer in die Armt abrutschen.“

DFB Verweist auf FIFA, FIFA schweigt und sitzt aus – wie so oft bei schwierigen Themen

Sollte die Fifa sich der Idee nach einem Fonds zugunsten der Arbeitsmigranten in Katar verweigern, „so erwarten wir vom DFB, dass er seine Preisgelder eigenständig für Entschädigungszahlungen verwendet. Für den gleichen Zweck sollten die DFB-Nationalspieler etwaige Siegprämien spenden“, heißt es in einem Offenen Brief der Initiative BoycottQatar2022 und anderen Fanvertretungen. Der DFB sieht den Ball jedoch weiter im Feld der Fifa – wie auch Amnesty International.+

Daher fordern Menschenrechtsorganisationen von der Fifa einen Entschädigungsfonds über 440 Millionen Dollar, was der Höhe der Preisgelder entspricht, die der Fußball-Weltverband bei der WM ausschütten will.

Es gibt neben der oben genannten zitierten und vermutlich auch bekanntesten Petition noch weitere, unter anderem von Hoffnungszeichen e.V., die sich für die Rechte von Gastarbeiter:innen einsetzen:

Katar: Für die Rechte der Gastarbeitenden | Hoffnungszeichen e.V.

Amnesty Schweiz hatte ebenfalls eine Petition für die Rechte von Gastarbeiter:innen geschaltet, die jedoch mittlerweile zu Ende gegangen ist und sammelt nun Spenden für Menschenrechte in Katar: Abgeschlossene Petition: Fussball-WM 2022 FIFA: Zeit für gerechte Arbeitsbedingungen in Katar — amnesty.ch

Wie viel verdient die FIFA an der WM?

Rund vier Milliarden Fußballfans zählt die Welt, so viele wie für keine andere Sportart sonst. Und das Event, dass die meisten begeistert, ist die WM, ausgerichtet von der Fifa. Der Weltfußballverband hat sein Hauptgeschäft längst abgeschlossen. 4,6 Milliarden Dollar Einnahmen erwartet die Fifa im WM-Jahr 2022. Mehr als die Hälfte davon bringen TV-Rechte ein (2,6 Milliarden), gefolgt vom Sponsoring (1,3 Milliarden) und Lizenzrechten (140 Millionen) – die Verträge wurden lange vor Turnierbeginn und aufkochender Boykottstimmung ausgehandelt. Das geht aus einem Bericht des Nachrichtenportals RND hervor. Demgegenüber stehen Ausgaben von 1,7 Milliarden Euro. Also bereits jetzt ein absolutes Goldeselgeschäft mit ienem Gewinn von rund 3 Milliarden Euro für die FIFA.

Aber auch, wenn sich die FIFA bereits jetzt eine goldene Nase an diesem Geschäft verdient hat, hat die meiste Macht die Zuschauer:innen. Denn wenn diese jetzt ab- anstatt einschalten und damit Werbekunden unzufrieden sind ob der geringen Einschaltquoten, wird das mit Sicherheit Auswirkungen auf die Wahl der nächsten Spielorte haben. Quasi eine Watschen, die aber halt erst bei den künftigen Entscheidungen wirkt.

Das erste Spiel von Deutschland gegen Japan ist am Mittwoch, den 23. November 2022, 14 Uhr. Wie sagte man doch gleich im Römischen Reich, in welchem ebenfalls zahlreiche Menschen während der Spiele zu Tode gekommen sind: Lasst die Spiele beginnen.

Text: Dr. Sandra Hartmann




Für bezahlbare Energiekosten und Friedensverhandlungen

Derzeit kursiert in WhatsApp ein Video mit dem Titel „Baden-Württemberg steht auf“, welches eine Großdemo in auf dem Dietrich-Bonhoeffer-Platz i Schwäbisch Hall am Samstag, den 26. November 2022, ab 14 Uhr ankündigt.

In dem 47-sekündigen Video ist „“Sven aus Schwäbisch Hall“ zu sehen, Mitorganisator der Demo und der damaligen Montagsspaziergänge. „Ich so richtig die Schnauze voll“, sagt Sven. „Das Land geht den Bach runter. Wir stehen kurz vor einem üblen Krieg und keiner tut was.“ An der Demo „lassen wir es so richtig krachen und zeigen den Organisatoren mal, wo es langgeht.“ Mit diesem markigen Satz endet denn auch der Videoclip. Welche Personen oder welche Gruppe noch konkret diese Demo mitorganisiert, wird nicht gesagt.

Als „Warm up“ gibt es um 10.30 Uhr einen Autokorso unter dem Motto: „Für bezahlbare Energiekosten und Friedensverhandlungen“. Start hierfür: Kocherwiesen, Steinbacher Straße 55, Schwäbisch Hall

Quelle: privates Video

 

 

 




5.000ter Mitarbeiter bei Ziehl-Abegg begrüßt

„Sie stehen für das nachhaltige organische Wachstum bei ZIEHL-ABEGG“, sagt Produktionsvorstand Joachim Ley zu Kai Schmierer. Der 31-Jährige ist jetzt beim Hohenloher Industrieunternehmen als Programmierer gestartet. „Der Fachkräftemangel ist ein Problem, aber das Beispiel von Herrn Schmierer zeigt, dass es regional noch Potenzial gibt“, erklärt Personalchefin Dorothee Haehnlein.

Das Wachstum bei Ziehl-Abegg wird befeuert von den aktuellen Megatrends: der Urbanisierung, der Digitalisierung und der Dekarbonisierung. „Daher bauen wir unsere Fertigungskapazitäten massiv aus“, sagt Ley. Dazu gehört der Neubau eines Werks in Polen; zudem sind weitere neue Werke auf anderen Kontinenten geplant. Im November 2022 hat das 1910 gegründete Unternehmen Ziehl-Abegg erstmals die 5.000-er Schwelle bei den Mitarbeiterzahlen überschritten.

Kai Schmierer wird im Team arbeiten, das inhouse entwickelte Prüf- und Fertigungsanlagen programmiert. „Diese stellen global die Qualität unserer Produkte ‚Made by Ziehl-Abegg‘ sicher, so der Produktionsvorstand.

Pressemitteilung Ziehl-Abegg

 

 




„Wie kann man über eine Strasse ein Buch schreiben?“

Uwe Siller aus Belsenberg stellt diese Frage zu Beginn der Vorstellung seines Buches über die Hohe Straße am 17. November 2022 in Belsenberg. Die Antwort kennt er schon, denn er hat es getan und ein Buch über die Hohe Straße, den uralten Fernhandelsweg auf den Höhen zwischen Kocher und Jagst, geschrieben.

Schon als Kind, als die Großeltern von der Hohen Straße gesprochen haben, war die Straße für ihn Geheimnis. Später waren Mopeds und Mädchen wichtiger, aber als er in einem Ägyptenurlaub erfahren hat, dass dort uraltes Eisen aus dem Fichtelgebirge gefunden wurde, kam die Faszination für die alten Handelsrouten wieder auf – und eine dieser Routen liegt direkt vor seiner Nase. „Vor 30 Jahren“, erinnert sich Siller, habe er gedanklich angefangen, später habe er etwas zusammengeschrieben. Aber erst um das Jahr 2000, als die Forschung neue Erkenntnisse über frühzeitliche Völkerbewegungen gewann, gab es bei ihm einen Aha-Effekt, der dann während der Corona-Zeit zu diesem Buch „Die Hohe Straße – Verkehrsader der Frühzeit“ führte.

„Ich hab das Buch geschrieben, weils mich selbst interessiert“

„Ich hab das Buch geschrieben, weils mich selbst interessiert“, erläutert Siller seine Motivation und freut sich über die rund 30 Interessierten, die zusammengekommen waren: „Wenn man ein Thema hat, dann ist es ein schöner Grund, dass Menschen zusammenkommen.“ Man kennt sich, jeder wird von Uwe Siller mit Handschlag begrüßt.

4000 Jahre Menschheitsgeschichte

Ein Migrationsdruck aus dem Zweistromland in den Kaukasus und von dort nach Nordwesten, nach Mitteleuropa, ließ – so vermutet es  Siller – die Hohe Straße bereits sehr früh in der Menschheitsgeschichte, vor ungefähr 4.000 Jahren, als Weg entstehen. Viel später, Ende des ersten Jahrhunderts nach Christus, wurde die Straße von den Römern befestigt, im Hochmittelalter war die Straße ein Handelsweg zwischen den Zentren Paris, Speyer und Worms bis mindestens nach Prag. Und noch im 18. Jahrhundert war die Hohe Straße der Weg, auf dem Hohenloher Landwirte ihren Wein und ihr Vieh bis nach Paris exportierten.

Napoleon bedeutet das Ende der Hohen Straße

Erst mit Napoleon und der Gründung von Württemberg im Jahre 1806 verliert die Hohe Straße ihre wirtschaftliche Bedeutung: Die Handelswege nach Westen und Osten wurden gekappt, der Warentransport von Nord nach Süd im württembergischen Königreich wurde wichtiger, die Hohe Straße verfiel. Noch 1948, so erzählt Siller, habe der Heimatkundler Emil Kost in einer Beschreibung der Hohen Straße noch viele Relikte vorgefunden, die heute verschwunden seien.
Inzwischen hat der Verkehr in Ost-West-Richtung wieder mehr Bedeutung erlangt, ohne Napoleon „wäre die A6 jetzt auf der hohen Straße“, stellt Siller in den Raum.

Eine Art Heimatkunde

Buchtitel: Uwe Siller, Die Hohe Straße.

Das Buch enthält viele Bilder des aktuellen Zustands der Hohen Straße zwischen Bad Wimpfen und Rothenburg, die Siller bei Wanderungen und Radtouren entlang der Hohen Straße aufgenommen hat. Dazu kommen diverse alte Karten, die interessante Einblicke in die Geschichte der Region geben. Erklärungen über die Siedlungsgeschichte im Kocher- und Jagsttal von der Steinzeit, über die Merowinger ins Hochmittelalter und bis in die frühe Neuzeit bilden den Rahmen.

Nicht alles, was im Buch steht, das räumt Siller freimütig ein, ist streng wissenschaftlich belegt. An einigen Punkten äußert er Gedanken und Vermutungen – deshalb heißt der Untertitel des Buches auch „Gedanken zu ihrer Existenz“ – das soll auch Anstoß zur Beschäftigung mit dem Thema sein.

Digitalisierung macht so ein Buch erst möglich

Das Buch ist in kleiner Auflage im Selbstverlag erschienen. „Das ist der Segen der Digitalisierung, dass man eine kleine Auflage zum erschwinglichen Preis erstellen kann“. Siller verspricht, neue Erkenntnisse eventuell in einer weiteren Auflagen einzuarbeiten, sozusagen ein Buch mit Updates.

Das Buch ist zum Preis von 20 Euro direkt bei Uwe Siller, Heilig-Kreuz-Straße 48, Belsenberg, erhältlich. Uwe Siller empfiehlt kompetent den passenden Wein zum Buch.

Text: Matthias Lauterer




Einbruchsserie in Vereinsräumen: Polizei nimmt mit Spezialkräften drei Personen in Ingelfingen und Forchtenberg fest

Drei Personen wurden durch Einsatzkräfte der Polizei am Donnerstag, den 10. November vorläufig festgenommen. Zwei Personen sitzen in Untersuchungshaft. Eine 44-jährige Frau steht im dringenden Tatverdacht gemeinsam mit ihren 19 und 20 Jahre alten Söhnen für eine seit Sommer 2022 andauernde Serie von Einbrüchen in Vereinsheime und -gaststätten im Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn verantwortlich zu sein. [GSCHWÄTZ berichtete im September über diese Serie, damals waren der Polizei bereits mehrere Dutzend Fälle bekannt. Red.] Im Rahmen von umfangreichen Ermittlungsmaßnahmen konnten die Tatverdächtigen identifiziert werden.

Spezialkräfte im Einsatz

Aufgrund von Erkenntnissen, dass die Tatverdächtigen im Besitz von Schusswaffen sein könnten, wurden Spezialkräfte für die Festnahmen hinzugezogen. Bei zwei koordinierten Einsätzen in Forchtenberg und Ingelfingen, wurden die drei Tatverdächtigen festgenommen und zwei Objekte, sowie ein mutmaßliches Tatfahrzeug durchsucht. Hierbei konnten die Einsatzkräfte umfangreiches Beweismittel auffinden und sicherstellen, darunter professionelles Einbruchswerkzeug, Datenträger, mehrere Schreckschusswaffen, Bargeld in vierstelliger Höhe und Betäubungsmittel. Der 19-Jährige wurde nach dem Abschluss der Maßnahmen wieder entlassen.

Untersuchungshaft angeordnet

Die 44-Jährige und der 20-Jährige wurden am 11. November einem Haftrichter des Amtsgerichts Schwäbisch Hall vorgeführt. Dieser erließ den von der Staatsanwaltschaft Heilbronn Zweigstelle Schwäbisch Hall beantragten Haftbefehl und setzte diesen in Vollzug. Die beiden Tatverdächtigen wurden in Justizvollzugsanstalten eingeliefert. Der Gruppe werden bislang eine Vielzahl von Taten in den Landkreisen Heilbronn, Neckar-Odenwald-Kreis, Main-Tauber-Kreis, Hohenlohekreis, Rems-Murr-Kreis und Schwäbisch Hall vorgeworfen. Die Ermittlungen dauern an.

 

Pressemitteilung Polizei HN




Gibt es bald einen neuen Landrat im Hohenlohekreis?

Die Meldung kam für einige Einwohner:innen und Mitarbeiter:innen des Landratsamtes) sicher überraschend: Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth ist einer von zwei Anwärtern für den 2024 frei werdenden Posten als neuer Präsident des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg. Das berichtet die Heilbronner Stimme.

Aktuell zwei Anwärter

Der zweite Anwärter um das Amt ist Helmut Riegger, ebenfalls Landrat und zwar im Landkreis Calw. Gegenüber der Stimme hält sich Neth, auf sein Interesse um das Amt, relativ kurz angebunden: „Es ehrt mich, dass mein Name im Gespräch ist. Die Verbandsversammlung wird 2023 darüber entscheiden“, erklärt Neth gegenüber der Stimme.“ Mehr möchte er denn auch zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. In jedem Fall erwägt er, seinen Landratsposten für das neue Amt aufzugeben.

Stephan Schorn, Pressesprecher des Sparkassenverbands Baden-Württemberg, bestätigt gegenüber der Heilbronner Stimme: „Wir wissen, dass es einige an der Aufgabe interessierte Persönlichkeiten gibt.“

„Einflussreich und gut dotiert“

Der neue Posten soll laut der Stimme „einflussreich und gut dotiert“ sein. Landrat Neth lebt aktuell mit seiner Familie in Öhringen. Er ist seit 2013 Landrat des Hohenlohreksies und wurde erst vor kurzem wiedergewählt. Der amtierende Präsident Peter Schneider (64) scheidet zum 30. April 2024 aus.




Kulturlandschaftspreis 2022 für Sindeldorfer Bildstockwanderwege

Mehr Informationen zu dem Wanderwegen unter Sindeldorfer Wanderwege. Dort sind auch die Wegbeschreibungen zum Download.

Ulrike Zeller, Initiatorin der Sindeldorfer Bildstockwanderwege, erhielt in Filderstadt-Bonlanden für die Konzeption und Ausschilderung der Wanderwege den „Sonderpreis Kleindenkmale zum Kulturlandschaftspreis 2022“. In feierlichem Rahmen wurden sechs Kulturlandschaftspreise sowie drei zusätzliche Sonderpreise
an Kleindenkmal-Initiativen durch den Vorsitzenden des Schwäbischen Heimatbunds, den Präsidenten des Sparkassenverbands Baden-Württemberg und
der Sparkassenstiftung Umweltschutz überreicht.

Eine kleine Gruppe aus dem Sindeldorfer Projektteam sowie dem stellvertretenden Bürgermeister der Gemeinde Schöntal, Herbert Göker und Simone Breutner von der Sparkasse Hohenlohekreis nahmen an der Preisverleihung teil. Auch Landrat Dr. Matthias Neth war bei der Verleihung mit dabei und gratulierte Ulrike Zeller zu dieser tollen Anerkennung.

Alles aus Eigenitiative

In den letzten Jahren wurden von ihr alle Sindeldorfer Bildstöcke, Wegkreuze und Kleindenkmale sowie Details der Kirche „Mariä Himmelfahrt“ fotografiert und in
Fotobüchern zusammengestellt. Die Bilder wurden mit den zum Teil unleserlichen Inschriften, Geschichten und Berichten von Zeitzeugen ergänzt. Mit vielen
Ehrenamtlichen wurde 2020 aus diesen Informationen das Projekt „Bildstockwanderwege“ mit Unterstützung des Dorf- und Kulturvereins Sindeldorf und der Gemeinde Schöntal ins Leben gerufen. Konzipiert wurden von dem Team vier Rundwanderwege entlang der Bildstöcke. Im Sindeldorfer Ortsmittelpunkt, vor der
Kirche Mariä Himmelfahrt wurde eine Informationstafel mit Handzettel zur jeweiligen Geschichte der Bildstöcke aufgestellt. Ein optimaler Platz, um die Touren in umliegenden Höhen mit herrlichen Ausblicken zu starten. Der Preis ist für das Team um die Sindeldorfer Bildstockwanderwege – auch Stöcklewege genannt – Ansporn, das Projekt noch weiter auszubauen und vor allem zu pflegen.

Die Wanderwege rund um Sindelbach. Foto: Flyer

Über den Kulturlandschaftspreis

Wer sich in Württemberg, Hohenzollern und den angrenzenden Regionen um den Erhalt von Streuobstwiesen, Wacholderheiden, Trockenmauern und anderen
landschaftsprägenden Elemente kümmert, kann sich um den Kulturlandschaftspreis bewerben, den der Schwäbische Heimatbund zusammen mit dem
Sparkassenverband Baden-Württemberg jährlich auslobt.

Pressemitteilung Sparkasse Hohenlohekreis




BrotZeit braucht Unterstützung in der Georg-Wagner-Schule

Für die Unterstützung bei der Vorbereitung von Frühstück für Schüler:innen der Georg-Wagner-Schule sucht der Verein brotZeit Menschen ab 55 Jahren. Im Rahmen des generationsübergreifenden Projekts kümmern sich Senior:innen um benachteiligte Schüler:innen, die hungrig zum Unterricht kommen.

Seit Juni 2013 versorgt der von der Schauspielerin Uschi Glas gegründete Verein BrotZeit die Kinder in der Ganztagsschule mit einem ausgewogenen, kostenlosen Frühstücksbuffet. „Nun suchen wir dringend Unterstützung im Team“, Sophie Hertrich, die Projektleiterin aus der Förderregion Heilbronn, hofft, dass der Aufruf wirkt und neue ehrenamtliche Helfer:innen  dazu kommen. „Denn aktuell steigen die Kinderzahlen und die Schule versorgt täglich 100 bis 150 Kinder.“

Aktiv werden für die Kinder an der Georg-Wagner-Schule

Die Interessenten sollten gern mit Kindern umgehen und auch ein offenes Ohr für deren kleine und große Sorgen haben. Die Frühstückshelfenden arbeiten ein bis drei Mal die Woche in einem Team, das jeden Morgen von 6.30 bis 9.00 Uhr rund hundert Kinder betreut – an der Georg-Wagner-Schule, Schulstraße 15, in Künzelsau. brotZeit zahlt für das ehrenamtliche Engagement eine Aufwandsentschädigung im Rahmen der Übungsleiterpauschale. Interessierte werden gebeten, sich bei Sophie Hertrich, Projektleitung Förderregion Heilbronn, zu melden: 0159 06225297, mailto:hertrich@brotzeit.schule .

Jedes fünfte Kind kommt ohne Frühstück zum Unterricht

In der brotZeit-Förderregion Heilbronn, zu der Künzelsau gehört, unterstützt der Verein 26 Schulen. Deutschlandweit versorgt brotZeit e.V. 13.965 Kinder an 299 Schulen jeden Morgen mit einem Frühstück. Mehr als 1.600 Menschen sind schon ehrenamtlich dabei. Aufsichtsratsvorsitzende ist die Schauspielerin Uschi Glas, die den Verein auch gegründet hat.

Jedes fünfte Kind in Deutschland kommt ohne Frühstück und Pausenbrot zum Unterricht. Aus unterschiedlichsten Gründen werden diese Schülerinnen und Schüler zuhause nicht ausreichend versorgt und können sich dann oft nur schlecht aufs Lernen konzentrieren. Deswegen ist das brotZeit-Projekt so wichtig.

Quelle: Stadtverwaltung Künzelsau

BrotZeit. Quelle: BrotZeit

Brotzeit-Team der Georg-Wagner-Realschule in Künzelsau. Foto: privat