1

„Ich hoffe, es trifft die links grünen feministischen Mädels mal“ – Wenn Männer im Netz dazu aufrufen, Frauen zu vergewaltigen

Nach 5 Tagen hat ein Reel, das wir auf Instagram geteilt haben, bereits 1.762 Kommentare. In dem Reel geht es um eine Vergewaltigung mitten in der Stuttgarter Innenstadt. Das Opfer ist eine 15-Jährige. Die Uhrzeit soll angeblich 1 Uhr gewesen sein. Der Täter: angeblich ein Mann mit einem dunklen Teint.

Das Video geht viral durch die Decke

Wir teilen dieses Video, weil es uns in erster Linie darum geht, dass es erschreckend ist, dass im Jahr 2025 15-Jährige mitten in Stuttgart vergewaltigt werden. Das Video geht viral durch die Decke. Die Kommentarspalte explodiert – aber auf erschreckende Weise. Die meist gelikten Kommentare sind unter anderem: „Bravo Multikulti“ von „Heavenboy“, in seinem Profil sieht man einen Comicmann mit Cowboyhut. 266 Likes bekam Yashami, ein Mädchen, das unter dem Video kommentiert: „Durfte damals als 15-Jährige nicht mal mehr um 20 Uhr raus, musste schon um 19 Uhr zu Hause sein.“

Oder dieser Kommentar von Sing.Diana: „Liebe Eltern, sprecht bitte mit euren Mädels, das sie mit niemandem in der heutigen Zeit zusammen spazieren gehen dürfen.“

Wir sind schockiert. Das Opfer wird öffentlich zum Täter gemacht. „Selbst schuld, so spät nachts unterwegs zu sein“, schreiben viele. Selbst schuld? Bitte was? Das erinnert an: „Selbst schuld, hat ja einen ziemlich kurzen Rock getragen.“ Eigentlich dürfte doch eines im 21. Jahrhundert in einer zivilisierten westlichen Gesellschaft angekommen sein: Es spielt keine Rolle, welche Uhrzeit es war. Es spielt auch keine Rolle, was das Mädchen anhatte. Nichts rechtfertigt oder beschönigt diese Tat. Und jeder, der so etwas sagt, ist frauenfeindlich. Warum sprechen 90 Prozent der Kommentaren über das Verhalten des Mädchens und der Eltern (oft wird auch nur die Mutter genannt), so spät nachts noch unterwegs gewesen zu sein und warum spricht keiner über die furchtbare Tat an sich?

AfD-Anhänger machen Werbung für ihre Partei, denn mit ihnen wäre das natürlich nicht passiert

Über den Täter indes sprechen viele – viele mit blauen Herzchen, die sich eine solche Tat zunutze machen, um pauschal Hass gegen alle Ausländer und Migranten zu säen und Aufrufe für die AfD als einzig wählbare Partei zu starten (die Partei, die bekanntermaßen ja sehr frauenfreundlich ist…Ironie Ende), als ob alle Nicht-Deutschen Vergewaltiger wären und deutsche Männer ihre Frauen immer gut behandeln. Dabei verweisen sie auf absurde Studien. Denn Fakt ist nun mal: Ob jemand einen anderen Menschen vergewaltigt, ist eben nicht genetisch bedingt, es liegt nicht an der Hautfarbe, nicht an der Nationalität. Es liegt einzig und allein daran, wie jemand geprägt wurde, wie er aufgewachsen ist, wie er sozialisiert wurde. Es gibt genug Dramen in deutschen Einfamilienhäusern, die sich tagtäglich abspielen, Szenen voller physischer und psychischer Gewalt, die aber kaum jemand mitbekommt, weil sie viel seltener zur Anzeige gebracht werden und wenn sie zur Anzeige gebracht werden, oft nicht weiter verfolgt werden, als wenn es um einen unbekannten ausländischen Täter geht, der kein Familienmitglied nicht. Auch die Medien berichten wesentlich häufiger über die Taten von Ausländern. Als ein deutscher SUV-Fahrer unlängst ein paar Menschen umgefahren hat, war das kaum der Rede wert. Wenn ein Deutscher einen Femizid begeht, war er eben psychisch krank. Bei einem Ausländer liegt es an seinem Blut. Sind wir denn alle noch zu retten?

Sind wir denn alle noch zu retten?

Aber es gibt auch auch genug Menschen, die Partei für das Mädchen ergreifen, es verteidigen in den Kommentaren und die mobil machen gegen die pauschale Hetze gegen Ausländer. Es kann ja auch nicht sein, dass der Weisheit letzter Schluss hier ist, dass Frauen anderen Frauen und Mädchen raten, ab 19 Uhr zu Hause zu sein. Im Gegenteil. Frauen müssten um 2 Uhr nachts nackt durch Berlin Kreuzberg tanzen dürfen, ohne dass ihnen etwas geschieht. So sähe eine Gesellschaft der Zukunft aus. Und wenn das nur möglich ist, wenn man umgekehrt doch einfach mal über ein Zuhause-bleiben für derartige Männer, die sich und ihre Triebe nicht im Griff haben, nachdenkt. Auch präventiv ließe sich einiges verhindern, wenn die Strafen für sexuellen Missbrauch, Vergewaltigung und Femizid nicht irgendwo bei 5 Jahren plus / minus dahindümpeln würde.

Was ist das für eine verlogene Doppelmoral, bitte?

In der Kommentarspalte unseres Videos wünschen dann eben diese Hass gegen Ausländer schürenden Männer anderen Frauen, die sich für das Mädchen einsetzen, unter anderem ebenfalls eine Vergewaltigung an den Hals, wie etwa ein Mann, der sich auf Insta sssa.f4ansa nennt: „Ich hoffe, es trifft die links grünen feministischen Mädels mal.“ Oder „Halt’s Maul“ ist auch sehr gebräuchlich bei derartigen Männern. Wie diese Männer im privaten mit Frauen umgehen, die nicht ihrer Meinung sind, darüber will man gar nicht erst nachdenken.  Zuerst den großen Beschützer ob der vermeintlich furchtbaren Ausländer. Dann entpuppen sich gerade diese Männer oft selbst als Frauenhasser. Was ist das für eine verlogene Doppelmoral, bitte?

Also, in welcher Gesellschaft möchten wir leben? Wo Angst und Hass regiert oder Freiheit und Frieden? Machen wir uns klein und ziehen uns zurück, damit uns keiner  vergewaltigt oder werden wir laut, stehen auf, gehen raus und stehen ein für unser Leben in Freiheit? Wie entscheidet ihr euch?

 




Clever oder geht der Schuss nach hinten los?

Paukenschlag zum Koalitionsauftakt der neuen Großen Koalition: Noch-Innenministerin Nancy Faeser verkündet, dass der Verfassungsschutz die AfD nun nicht länger nur in einzelnen Bundesländern, sondern auf bundesweiter Ebene als gesichert rechtsextrem eingestuft habe.

Der Zeitpunkt der Entscheidung ist auffällig

Der Zeitpunkt dieser Entscheidung ist auffällig: Die Gründe, die genannt wurden, für ein Verbotsverfahren, hätte man auch bereits wesentlich früher anbringen können. Es sind keine neuen Gründe. Was sich allerdings geändert hat in den vergangenen Jahren: Die Umfragewerte der AfD befinden sich in schwindelerregender Höhe. Wenn heute Bundestagswahlen wäre, könnte die AfD stärkte Kraft werden. Auch in Baden-Württemberg erreichte die AfD bei den vorgezogenen Bundestagswahlen 30 Prozent und mehr. Im Frühjahr 2026 stehen die Landtagswahlen im Schwabenland an. Hat die Regierung möglicherweise einfach nur – zu Recht – Angst, dass die AfD das Rennen im Schwabenländle machen und einen Dominoeffekt auslösen könnte?

Le-Pen-Verbot als Blaupause für AfD-Verbot?

Auch auffällig: Im März wurde Marine LePen, die Vorsitzende der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National, wegen Veruntreung von EU-Geldern in Frankreich verurteilt und darf nun bei den kommenden Präsidentschaftswahlen 2027 nicht antreten. Auch hier zeichnete sich ein Umfragehoch für Le Pens Partei ab. Galt das Verfahren mit Le Pen vielleicht sogar als Blaupause für das Verbotsverfahren der AfD in Deutschland?

Kommt es zu Straßenprotesten von AfD-Anhänger:innen?

In Deutschland wählt laut diversen aktuellen Umfragen aktuell jede:r dritte wahlberechtige Bürger:in die AfD. Eine gesichert rechtsextreme Einstufung könnte ein Verbotsverfahren in die Wege leiten. Dies wiederum würde einen hohen Frust bei AfD-Wähler:innen auslösen. Es würde vermutlich zu Demonstrationen kommen. Bereits jetzt kündigen manche AfD-Anhänger:innen derartige Straßenproteste im digitalen Netz an.

Auch auffällig: In den sozialen Medien wie etwa Instagram findet man auch bei gezielter Suche keine AfD-nahen Posts mehr, es werden lediglich diffamierende Posts angezeigt.

Es ist keine Frage, dass die AfD gegen Migrant:innen hetzt und diese zum großen Feindbild erkoren hat. Wenn man nur die große Abschiebeaktion begönne, würden sich alle Probleme in Deutschland in Luft auflösen, lautet das zentrale Mantra der AfD. Es gibt massive rechtsextreme und auch frauenfeindliche Äußerungen von hohen AfD-Mitgliedern.

Worum es eigentlich geht

Die eigentliche Frage ist: Ob mit diesem Weg des vermutlichen Verbotsverfahrens, das derzeit in Erwägung gezogen wird, nicht noch mehr Unmut in der Bevölkerung geweckt wird, als Probleme gelöst werden. Denn man darf eben nicht vergessen, warum ein Drittel der Wahlberechtigen die AfD wählen: nicht, weil sie rechtsextrem sind, sondern weil die aktuelle Politik so schlecht ist, dass viele Menschen einfach nur verzweifelt sind. Das politische Versagen der vergangenen Jahre ist die eigentliche Ursache. Und da hilft es nicht, das daraus resultierende Symptom zu cutten. Das wird dadurch nicht wie Zauberhand verschwinden.

 




Betrugsanrufe mit der Nummer von Hohenloher Banken

Derzeit erhält manch ein:e Bürger:in im Hohenlohekreis merkwürdige Anrufe – angeblich von seiner/ihrer Hausbank.

Auf dem Handydisplay steht dabei tatsächlich die Nummer der Volksbank in Öhringen. Eine Anita Müller, angeblich von der Sicherheitsabteilung, der Bank meldet sich. Der Bank sei aufgefallen, dass es aktuell hohe Abbuchungen die VISA-Karte betreffend gäbe – unter anderem zweimal Tickets von der Deutschen Bahn über 1.500 und 18.00 Euro. Ob diese Abbuchungen denn korrekt wären. Der Endkunde erschrickt und sagt: „Nein, natürlich nicht.“ Anita Müller beruhigt ihn: „Deswegen rufe ich Sie an. Das haben wir uns schon gedacht. Das sind wahrscheinlich betrügerische Abbuchungen, die wir aber jetzt direkt stoppen können.“ Der Hohenloher ist erleichtert.

Zum Datenabgleich nennt ihm Anita Müller alle seine Daten wie Anschrift, seine Mailadresse sowie alle Daten seine Visakarte betreffend – inklusive dem dreistelligen Geheimcode auf der Rückseite der Karte. Alles ist korrekt. Das schafft Vertrauen. „Nun gehen Sie in Ihre Online-Banking-App und bestätigen mit nur einem Klick, dass wir die Abbuchungen stornieren“, sagt Anita Müller. Also quasi ähnlich wie wenn man etwas kauft über die VISA.

Der Hohenloher Bürger wird misstrauisch. Daher möchte er kurz die Legitimation von Anita Müller prüfen und fragt nochmal nach, wo genau sich Anita Müller befindet. „Wir sind die Raiffeisenbank in Künzelsau.“ Der Hohenloher Bürger wird nun noch stutziger: „Aber die Filiale in Künzelsau gibt es doch gar nicht mehr.“ Müller versucht, noch irgendwie die Kurve zu kriegen. „Ja, also die Volksbank, die Volks- und Raiffeisenbank.“ – Die Volksbank gibt es hier in Künzelsau“, stimmt der Kunde ihr zu. Müller erwidert: „Ja, das ist doch ein- und dasselbe.“ – „Nein, das sind zwei völlig verschiedene Banken“, sagt der Hohenloher Bürger – womit er auch Recht hat. Er bittet nun darum, den Vorgang, den er bestätigen soll auf seiner Banking-App, mit seinem persönlichen Bankberater kurz telefonisch abklären zu dürfen. Müller wird daraufhin etwas unlustig. Dafür bleibe keine Zeit. „Ich muss das jetzt stoppen, sonst ist es zu spät.“ – „Kein Problem“, sagt der Hohenloher Bürger. „Ich habe noch ein zweites Telefon. Dann kann ich parallel zu unserem Anruf kurz bei meinem Berater anrufen. Das dauert eine Minute.“ Da legt Anita Müller auf.

Es handelte sich dabei vermutlich auch gar nicht um Anita Müller, sondern um eine Betrugsmasche von Betrügern, die vermutlich dabei immer wieder andere Namen benutzen. Diese Masche kommt jedoch zunächst ziemlich glaubwürdig daher –  da sogar die echte Telefonnummer der Bank erscheint. In diesem Fall die der Volksbank Öhringen.

Wer einen ähnlichen Anruf bekommt und sich nicht sicher ist, ob es sich dabei um einen Betrug handelt, sollte wissen: Unrechtsmäßige Abbuchungen stoppen Banken nicht, indem sie ihre Kund:inenn dazu auffordern, in ihrer Online-Bnkiung-App irgendetwas freizugeben. Das können Banken auch direkt sperren (in Absprache mit dem jeweiligen Kunden). Auch die Aussage: „Das muss man jetzt sperren, sonst ist es zu spät“, stimmt nicht. Banken geben manchmal Zahlungen nicht frei, bei denen sie nicht sicher sind, ob sie seriös sind  und klären das dann mit dem jeweiligen Kunden ab, um ihn vor betrügerischen Abbuchungen zu schützen. Wenn sie den Kunden nicht gleich erreichen, rufen sie ihn einfach später nochmal an, solange bleibt die Buchung einfach gesperrt (bzw. wird von der Bank nicht freigegeben).

Am  besten ist es in einem solchen Fall, immer Rücksprache mit dem persönlichen Bankberater zu halten – zumal auch die Bank ein höchstes Interesse daran hat, wenn sie von derartigen Betrugsmaschen erfährt, um wiederum andere Kund:innen zu warnen.

 




Der Selena-Effekt

Puff Daddy (oder wie er sich heute nennt: P. Diddy), Luke Mockridge, Elon Musk, Till Lindemann, Jerôme Boateng –  noch vor 20 Jahren waren das angesagte so genannte „Bad Boys“, auf die zahlreiche Mädchen und Frauen standen, obwohl sie mittlerweile bekannt dafür sind, nicht immer wirklich nett mit dem weiblichen Geschlecht umzugehen – um es einmal vorsichtig auszudrücken.

Bad guys wurden über Jahrzehnte glorifiziert

In diversen Hollywood-Filmen wurde dieser Typus Mann jahrzehntelang glorifiziert in vermeintlichen romantischen Komödien, die toxische Typen auf einen begehrenswerten Thron setzen. Man denke etwa an die extrem erfolgreiche Vampirserie Vampire Diaries, in welcher am Ende der toxische Vampir Damon gegen den nice guy Stephen gewinnt und immer noch mehr von Elena fordert. Oder an die belieben Filmreihen des Bestsellerautors Nicolas Sparks, mit Kassenschlagern wie The Choice, in welcher auch der toxische Typ als erstrebenswert präsentiert wird und am Ende der solide, ruhige, charmante Gegenpart von der Protagnistin abgewählt wird.

Ein toxischer Partner als Ideal

Die Generation Millenials (1981 bis 995) ist mit derartigen „Vorbild-Beziehungen“ so erwachsen geworden. Für eine ganze Welt schien es etwa ganz normal, dass die Pop-Ikone Britney Spears nach einen paar durchzechten Nächten das Sorgerecht für ihre Kinder verlor und über ein Jahrzehnt unter die Vormundschaft ihres Vaters gestellt wurde. Selena Gomez führte jahrelang eine toxische Beziehung mit dem ebenso erfolgreichen Sänger Justin Bieber. Am Schluss war sie nervlich am Ende, da sie jahrelang von ihrem Freund psychisch missbraucht wurde, wenn er mal wieder seine Launen hatte, sie weinte vor laufenden Kameras, insbesondere als sie erfuhr, dass Bieber sie nach nur zwei Monaten  Beziehungsende durch eine neue Partnerin, Hailey Bieber, ersetzte. Selena galt damals als die instabile, nicht Justin, obwohl er es war, weswegen sie am Boden war.

„Du bist so peinlich“

Damals nach dem Beziehungsende von Gomez und Bieber, 2018, kam Hailey zu Selena und sagte ihr, dass sie sich damit abfinden müsse, dass Bieber nun einmal jetzt Hailey liebe und dass es lächerlich sei, in der Öffentlichkeit zu weinen, sie sei so peinlich. Nun, sieben Jahre später, hat Gomez nach der Aufarbeitung aller ihrer zugefügten Wunden in ihrer Beziehung mit Bieber, zu neuem Erfolg gewunden – beruflich im filmischen wie auch im musikalischen Bereich – und auch in der Liebe. Sie ist mit Musikmacher Benny Blanko liiert, kein Traumpaar im herkömmlichen Sinne. Viele waren schockiert, da Benny kleiner als Selena ist und wohl alles andere als dem klassischen Schönheitsideal entspricht.

Er entspricht nicht dem gängigen Schönheitsideal

Selena musste daher auch das Öfteren in Interviews erklären, was sie an Benny liebt. Die schlichte Antwort: Er behandelt sie gut, er gibt ihr das Gefühl, dass auch sie wichtig ist. Er selbst sagt, das er morgens schon überlege, wie er ihren Tag besser machen könne nd sie genauso sei. Er gibt ihr ein Gefühl der Sicherheit und nicht des ständigen Dramas.

Früher waren Männer, die viele Frauen hatten begehrenswerte Aufschneider, Heute hat die Generation Alfa einen neuen Begriff für sie geschaffen: „Fuck boys“ – was im Prinzip das Pendant zu dem Begriff Schlampe darstellt, nur im Bezug auf Männer. Das bedeutet: Mädchen und Frauen nehmen sich nun das Recht heraus, genau so zu urteilen, wie es Jungs und Männer schon seit Jahrzehnten und Jahrhunderten über sie tun. Auch wird nun über Body count gesprochen. Wie hoch ist dein Body count? Nein, das ist nicht der BMI. Junge Menschen möchten wissen, mit wie vielen Menschen jemand schon im Bett war. Wobei ein hoher Body Count mittlerweile negativ wirkt und nicht mehr als positiv (bei Männern) betrachtet wird. Es hat sich viel getan in den vergangenen Jahren.

Männliche Draufgänger, die Mädchen und Frauen schlecht behandeln, möchte keiner mehr haben. Eigentlich ist es ganz einfach: Männer müssen nur nett sein gegenüber Frauen. Derweil wird Benny Blanko für seine Aussagen darüber, wie man Frauen behandeln sollte, gefeiert. Ach ja, und Justin Bieber hat nach einer überstürzten Hochzeit und ein Baby mit Hailey Bieber übrigens sein Glück beim Coachella-Festival gefunden, bei welchem er vor kurzem tagelang völlig zugedröhnt und abgemagert zu sehen war, während Hailey Bieber seinen Babysitter spielte. Manche bezeichnen auch das als Liebe.

 




Der Papst stirbt und keinen interessiert’s

Papst Franziskus ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Kardinal Kevin Farrell teilte am Ostermontag mit: „Heute Morgen um 7.35 Uhr ist der Bischof von Rom, Franziskus, in das Haus des Vaters zurückgekehrt. Sein ganzes Leben war dem Dienst des Herrn und seiner Kirche gewidmet.“

Treue, Mut und Liebe

Farrell weiter: „Er hat uns gelehrt, die Werte des Evangeliums mit Treue, Mut und universeller Liebe zu leben, insbesondere für die Ärmsten und Ausgegrenzten. In großer Dankbarkeit für sein Beispiel als wahrer Jünger des Herrn Jesus empfehlen wir die Seele von Papst Franziskus der unendlichen, barmherzigen Liebe Gottes, des Einen und des Dreifaltigen.“

Noch am Sonntag hatte Papst Franziskus auf dem Petersplatz in Rom den traditionellen Ostersegen „Urbi et Orbi“ gespendet. Zehntausende hatten sich versammelt, um ihrem Oberhaupt ganz nah zu sein.

Schwere Lungenentzündung

Der gesundheitlich schwer angeschlagene Papst wurde im Rollstuhl auf den Balkon am Petersplatz gefahren. Er litt seit Wochen an einer schweren Lungenentzündung und hatte auf einen Großteil der Osterfeierlichkeiten verzichtet.

Der Argentinier stand seit 2013 an der Spitze der katholischen Kirche mit weltweit 1,4 Milliarden Gläubigen. Er war der 266. Amtsträger. Er war bekannt für seine Hinwendung zu den Armen, Schwachen und Ausgegrenzten. Kurz vor seinem Tod besuchte er noch Häftlinge.

Fußwaschung für Häftlinge

Trotz seiner Schwäche, trotz seiner angeschlagenen Gesundheit lässt es sich der 88-Jährige nicht nehmen, zu denjenigen zu gehen, die am Rand der Gesellschaft stehen, die Außenseiter sind. In den Jahren zuvor hatte Franziskus Häftlingen stets die Füße gewaschen, der Ritus erinnert an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern. Die Fußwaschung war ihm in diesem Jahr nicht mehr möglich, aber dennoch war er dort, im Gefängnis.

Der Papst stirbt an Ostern – welch ein Sinnbild – und doch, scheint es die große Masse, zumindest wenn man auf social media schaut, nicht wirklich zu interessieren. Hier regieren auch nach dem Tod des katholischen Kirchenoberhauptes die Themen Osterausflüge, Trump und Urlaub.
Er wandte sich denen zu, die am Rande der Gesellschaft stehen
Das liegt mitnichten an Franziskus, der wie kaum ein anderer, sich wieder den am Rand stehenden zugewendet hat – in der heutigen Zeit würde man sich das auch von der Politik verstärkt wünschen. Und doch gingen viele seiner Taten unter, weil sich immer mehr Menschen von der katholischen Kirche abwenden. Ausschlaggebend für viele: Die zahlreichen Missbrauchsskandale und die nur notdürftige Aufarbeitung dergleichen. Auch eine Reform des Kirchenrechts für Gleichberechtigung stünde an, so dass auch Frauen Priesterinnen und – ja, sogar Päpstin werden könnten. Auch das Zölibat ist so veraltet wie die gesamte katholische Kirche.
So wird der Mitgliederschwund weitergehen und damit die Bedeutungslosigkeit der katholischen Kirche.



Es ist ein  bisschen wie Venedig – nur auf schwäbisch

Heute nehmen wir euch mit auf eine kleine Reise quer durch Baden-Württemberg zu schönen Plätzen und Städten, die im Frühling und auch darüber hinaus eine Reise wert sind.

  1. Beginnen möchten wir mit Heidelberg, von Deutschen nach wie vor unterschätzt, ist sie die bekannteste Touristenstadt bei Amerikanern und Asiaten. Und das nicht ohne Grund. Sie vereint den Charme der Studentenstadt mit verwinkelten, geplättelten Sträßchen und bunten Fachwerkhäusern. Eine Bootsfahrt auf dem Neckar ist ebenso Pflicht wie eine Fahrt auf den Königsstuhl.
  2.  Die Wutachschlucht ist ein Paradies für Wanderer, aber noch nicht so bekannt wie andere meist völlig überlaufene Pfade. ier erwarten euch steile Felwände, urige Waldpfade und kleine Bäche
  3. Burg Hohenzollern. Hier hast Du einen atemberaubenden Blick über die Landschaft, die Burg hat aber auch eine interessante Geschichte zu bieten. Sie ist noch sehr gut erhalten und man erfährt hier noch viel über die mittelalterliche Geschichte. Darüber hinaus finden hier auch Ritterspiele statt und Weihnachtsmärkte
  4. Der mystische Mummelsee im Nordschwarzwald ist in jedem Fall ebenfalls eine Reise wert. Hier gibt es auch zahlreiche kleine Gaststätten, wo die berühmte Schwarzwälder Kirschtorte auf Dich wartet
  5. Ähnlich bezaubernd wie Heidelberg ist Tübingen mit den vielen kleinen bunten Fachwerkhäuschen, den charmanten Cafés und der Aussicht auf eine Fahrt mit dem Stockerkahn auf dem Neckar. Es ist ein  bisschen wie Venedig – nur auf schwäbisch

Weitere Reisetipps findest Du in unserem Videolink.

 




Katies Weltraum-Mission

6 Frauen für 10 Minuten im Weltall (Popstar Katy Perry, Jeff Bezos’ Partnerin Lauren Sánchez und vier weitere Frauen waren per Rakete 105 Kilometer über der Erde) – Feministinnen allüberall hätten dieses jüngst Ereignis jüngst feiern müssen – doch nichts dergleichen geschah. Im Gegenteil. Hauptsächlich wurde von der Öffentlichkeit danach kritisiert, wie viel CO2 hier wieder unnötigerweise ins All geblasen wurde, mit der Unterstützung von Weltraum-unerfahrenen Celebrities in Catsuits.

Zweierlei Maß

Lustig daran ist, dass all die Jahre, in denen sich Männer haben ins All schießen lassen, das nicht kritisiert wurde. Das soll nicht heißen, dass es nicht berechtigt ist, diese Inszenierung als umweltfeindlich zu bezeichnen. Aber doch wird auch hier mit zweierlei Maß reagier, je nach dem, welches Geschlecht im Orbit Platz nimmt.

Mondlandung 1969 Fake?

Nun gut, zumindest hat dieses Ereignis auch wieder die ganzen Kritiker auf den Plan gerufen, welche die Mond-Eroberung der USA 1969 seit Jahren und Jahrzehnten kritisieren als das Fake-Ereignis des Jahrhunderts.

Sie verweisen dabei unter anderem auf zahlreiches Video-Footage, in welchem Neil Armstrong und Edwin „Buzz“ Aldrin mehrfach öffentlich aussagten, dass sie nie auf dem Mond waren. Aber vielleicht waren das auch nur ironische Antworten auf voraus gegangene kritische Stimme, aus dem Kontext gerissen oder mit AI erstellt.

Wie ein Spielfilm gefilmt

Es gibt Mondaufnahmen von 2023 von einer Space-Kapsel aus gefilmt. die wesentlich schlechtere Aufnahmen zeigt – allerdings nicht von Menschenhand gedreht, sondern automatisiert. Das Videomaterial von der ersten Mondlandung 1969 wurde im Vergleich dazu wie ein Spielfilm gedreht, hochprofessionell. War das 1969 bereits möglich, wenn es 2023 nicht mehr möglich ist?

Fragen über Fragen

Das beste an den Filmaufnahmen 1969 war die Szene a Schluss, in welcher die Kapsel abhebt zurück zur Erde. Dieser Videoschnipsel geht derzeit auf social media viral, wobei gefragt wird: Blieb der Videofilmer dann alleine zurück auf dem Mond? Auch die diversen falschen Schatte, die nur entstehend können bei künstlichem Licht werden immer wieder als Bweeis herangezogen, dass es sich bei der Mondlandung um ein Filmset handelt. Wie auch sonst hätte alles im Dunkeln sei sollen, nur Neil Armstrong steigt hell erleuchtet aus dem Raumschiff.

Der bekannte Fußabdruck, den Neil Armstrong hinterlassen hat auf dem Mond und der natürlich fototechnisch in Hochglanzqualität festgehalten wurde, passt übrigens so gar nicht zu der glatten Sohle seines original Weltraumanzugs.

Die wohl größte aller Fragen aber lautet tatsächlich, warum Menschen nie wieder zum Mond zurückgekehrt sind? Heute bewegt man sich lediglich rund 740km von der Erde entfernt im Weltall – und das wird schon gefeiert. Der Mond dagegen ist 384.000km von der Erde entfernt.




Immer mehr Deutsche wandern aus

Laut dem Statistischen Landesamt Baden-Württemberg wandern immer mehr Bürger:innen aus. Laut aktuellen Zahlen (2023) gab es noch nie so viele Menschen, die Deutschland verlassen haben seit 2008/2009. Die meisten davon sind Akademiker. Welche Länder sind die beliebtesten Auswanderungsziele?

Schweiz als Top-Ziel

Das bevorzugte Zielland war im Jahr 2023 – wie bereits in den Vorjahren – die Schweiz. In das südliche Nachbarland zogen per saldo rund 5.100 deutsche Staatsbürgerinnen und Staatsbürger aus Baden-Württemberg. Es folgten mit deutlichem Abstand Wanderungsverluste gegenüber Österreich (ca. –1.000) sowie Frankreich (ca. –600) und Spanien (ca. –500). Auch die Vereinigten Staaten zählten im vergangenen Jahr zu den beliebtesten »Auswanderungszielen«; per saldo zogen über 400 deutsche Staatsangehörige aus dem Südwesten in die USA (Schaubild 3). Dagegen sind weltweit nur aus vier Staaten per saldo Deutsche in nennenswertem Umfang aus dem Ausland zugezogen: Gegenüber der Türkei, Brasilien, Israel und Argentinien lag der positive Saldo im Jahr 2023 jeweils bei mindesten 50 Personen.

USA derzeit weniger attraktiv

Die USA verzeichnet aufgrund der aktuell rigiden Einwanderungspolitik der neuen Regierung einen deutlichen Verlust an reise- und auswanderungsfreudigen Deutschen. Man muss zudem unterscheiden, inwieweit Bürger:innen lediglich temporär, etwa aufgrund eines Stellenangebots, auswandern, oder dauerhaft.

Teilweise nur temporärer Umzug

Während es sich seit der Jahrtausendwende bei etwa der Hälfte der Fortziehenden in die Schweiz bzw. nach Österreich um eine dauerhafte Auswanderung handeln könnte, ist dies bei Fortzügen in die Vereinigten Staaten nur bei etwa jedem fünften und nach Frankreich sogar nur bei jedem achten Fortzug zu vermuten (vgl. i-Punkt). Bei Fortzügen in die USA und nach Frankreich dürften somit laut dem Statistischen Landesamt kurzfristige Studien- oder Arbeitsaufenthalte dominieren.

Beliebte Sehnsuchtsziele laut Umfragen sind Kanada, Neuseeland und Australien. 

 

 




Die Unersättlichkeit der Gier

Mäuse in Filialen deutschlandweit, erschreckende Hygienestandards, teilweise eine Reinigungskraft für einen Supermarkt: Die Wallraff-Undercover-Reportage auf RTL über Kaufland verrät viel über die nach wie vor herrschende Geiz-ist-geil-Mentalität der Deutschen und des ewig profithungrigen Unternehmers.

Team Wallraff begibt sich auf Spurensuche

Reporter vom Team Wallraff arbeiteten undercover als Aushilfen in einer zweistelligen Zahl an Kaufland-Supermärkten und stellten dabei erschreckende Standards fest.

Das Unternehmen wiegelt nun ab mit Aussagen wie: Wir kümmern uns darum. Das darf natürlich nicht sein. Auch wir klären nun auf. Und an ihre Mitarbeitenden gewandt: Das kann nicht sein. Das muss sich ändern. Die Kund:innen müssen sich wohl fühlen können bei uns.

Nun beginnen die Aufräumarbeiten

Was wird nun in den kommenden Wochen und Monaten geschehen? Vermutlich werden nun alle Kaufland-Filialen strikt angehalten, alles blitzblank zu putzen – vermutlich mit aber eben diesem niedrigen Personalschlüssel. Und genau da liegt das Problem. es liegt hier eben kein punktuelles Fehlversagen vor, sondern ein systemisch zu geringer Personalschlüssel, um die Märke möglichst gewinnbringend zu fahren.

Wie soll eine einzige Reinigungskraft einen ganze Supermarkt blitzblank halten? Wenn eine Filialleitung nur einen dementsprechenden Personalschlüssel und gar nicht die Möglichkeit hat, mehr Personal diesbezüglich einzustellen, kann sie auch künftig nichts ändern.

Kündigungen sind nun völlig fehl am Platz

Kündigungen von Filialeitern, nur um zu zeigen, wir räumen nun im wahrsten Sinne bei uns auf, sind somit völlig fehl im Platz. Die schwäbische Einspar-Mentalität vom obersten Management muss sich ändern. Dann gib es eben nicht mehr Maximal-Profit, sondern ein Unternehmen, dass vielleicht ein paar Millionen weniger erwirtschaftet, aber dafür gesündere, Mitarbeiter hat, die länger im Unternehmen bleiben, besser geführte Märkte mit einem stressfreieren Klima. Auch der Ruf sollte eine Unternehmen wichtig sein.

Zu Kaufland gehört Lidl

Hinter Kaufland steht Dieter Schwarz. Die Schwarz-Familie gilt als reichste Familie Deutschlands. Zu dem Konzern gehört auch Lidl. Lidl steht als Discounter schlechthin. The cheaper the better, lautete die Devise Damit scheffelt er Konzern Milliarden. Die Reportage gibt nun einen kleinen Einblick, wie Kapitalismus funktioniert. Die Gewinnmarge des Schwarz-Konzerns ist außerordentlich hoch, vor allem in Krisenzeiten wie die aktuell hohe Inflation lässt Billigheimer-Produkte florieren. Aber selbst in diesem wirtschaftlich gewunden Unternehmen grassiert der Rotstift. Es wird ständig geschaut, wie profitabel jeder Markt ist und wie man hier und da noch etwas optimieren kann. Denn: Es ist nie genug. Es könnte immer noch mehr Gewinn erwirtschaftet werden.

The cheaper the better

Natürlich darf man dabei die Kund:innen nicht aus der Verantwortung nehmen. Auch sie schauen nach den Preisen von Butter, Milch und Fleisch und wählen nicht immer den Supermarkt ihres Vertrauens, sondern den, wo sie sich es leisten können, einzukaufen. Aber auch das ist nur die halbe Wahrheit. Es gibt auch genug Kund:innen, die das Geld hätten, genauer hizuschauen, und einen anderen Markt zu wählen, der ordentlicher geführt ist. Aber sie machen es nicht, weil auch für sie die Geiz-ist-geil-Mentalität noch immer ganz oben steht. Da wird beim Brot eingespart, aber dafür bei den Zigaretten und Bier zugegriffen (und nicht nach dem Preis geschaut). Oder aber es herrschte bislang Ahnungslosigkeit über die Zustände von Kaufland hinter den Kulissen.

Auch von den Verbraucher:innen müsste daher Druck ausgeübt werden auf das Management, dass hier mehr Geld in Personal in die einzelnen Märkte fließen muss, zur Entlastung eben dieses Personals.

Es wird sich nun in den kommenden Wochen anhand der Verkaufszahlen zeigen, ob die Verbraucher:innen ein Zeichen setzen und erst einmal woanders einkaufen, bis die Schwarz-Familie  über ihre Stiftung nicht mehr nur in prestigeträchtige soziale (und auch wichtige) Projekte wie die Experimenta oder den Bildungscampus in Heilbronn investiert, sondern auch in den sozialen Arbeitsalltag der Mitarbeitenden von Kaufland, die im Wesentlichen dazu beitragen, dass es solche prestigeträchtigen Bildungsprojekte überhaupt gibt. Zwei der gezeigten Märkte (in Bad Tölz und Homburg) wurden nun erstmal von Kaufland geschlossen.

Ein Kommentar vom GSCHWÄTZ Redaktionsteam




Engagierte Bürger:innen stoppen Teerverbrennungsanlage

Die Sorgen der Bürger:innen waren groß ob der neuen und deutschlandweit einzigarten Teerverbrennungsanlage im Steinbruch Steinkirchen, die dort bald gebaut werden sollte.

Es folgten mehrere Demos

Bürger:innen befürchteten eine erhöhte Konzentration an Schadstoffen, unter anderem möglicherweise auch krebserregende Stoffe in der Luft, rausgeblasen aus einem 30 Meter hohen Schornstein, wodurch die Bevölkerung im Umkreis von 10 Kilometern betroffen gewesen wäre. Es folgten mehrere Demos, organisiert von einer Bürgerinitiative (BI). Auch GSCHWÄTZ berichtete Anfang Februar davon.

Flyer der BI zur geplanten Teerverbrennungsanlage.

Häufig werden BIs zwar gehört, aber mehr auch nicht

Im März dann kam nun die überraschende Wende. Die Teerverbrennungsanlage soll dort wohl nicht mehr gebaut werden – zumindest nicht an diesem Standort. Es kommt sehr selten vor, dass Es kommt selten vor, dass Bürgerinitiativen zum Schutz von Wald und Wiese erfolgreich sind und Projekte stoppen können, die eine Gefährdung von Mensch, Tier und Natur darstellen könnten. Im Hohenlohekreis und Schwäbisch Haller Kreis hatten engagierte Bürger:innen nun aber Erfolg. Eine Meisterleistung – erarbeitet durch Verweis auf Zahlen, Fakten und friedliche Demos.

Verweis auf Zahlen und Fakten

Der XXL-Netzbooster, der in Kupferzell trotz einer starken BI und Naturschutzbedenken gebaut wird oder auch die Schließung des Künzelsauer Krankenhauses konnte eine starke BI nicht verhindern. Doch nun ist geglückt, was keiner mehr zu hoffen gewagt hat: Die Teerverbrennungsanlage kommt nicht.

Betreiber NovoRock feierte den Standort

In der BI engagierten sich über Monate zahlreiche Menschen, darunter auch ein Ärztepaar. Die BI zeigte der die Öffentlichkeit bei  mehreren Begehungen des Steinbruchs, wo diese Anlage gebaut werden soll, und zwar mitten in die Natur, direkt neben einem Wald und neben Wiesen – oberhalb des Kochertals. Der Betreiber, NovoRock, feierte den Standort unter anderem deshalb auf seiner Homepage, weil er nicht wirklich einsehbar ist. Dieser Satz wirft mehr Fragen auf, als dass er Antworten liefert.

Eine große Demo in Kupferzell war geplant

Die Bürger:innen forderten Informationen über die konkrete Schadstoffbelastungen, die sie nie so richtig bekamen. Der Betreiber versucht abzuwiegeln und verwiesen darauf, dass die Anlage nicht gesundheitsbedenklich sei. Konkreter wurde es nicht. Jedoch ist bekannt, dass bei Teerverbrennung krebserregende Stoffe entstehen. Inwieweit hier der Betreiber dafür garantieren kann, dass diese nicht in die Luft geblasen werden – auch hier blieb er die Antwort schudig. Die BI-ler wenden sich unter anderem an die Bürgermeister in Kupferzell und Künzelsau, fordern den Stopp der Anlage, es gibt Unterschriftenaktionen, unter anderem in Künzelsau, Ende März war eine große Demo in Kupferzell geplant. In den Gemeinderatssitzungen wird NovoRock zum immer kritischeren Thema.

Die Bürger:innen schauen immer genauer hin, wie ihre Bürgermeister agieren

Die Bürger-innen schauen dieses Mal noch genauer hin, wie hier ihre Bürgermeister agieren – unter anderem deshalb, weil man weiß, dass das Regierungspräsidium in Stuttgart das Projekt begrüßt und sich freuen würde über einen Standort. Auch mit der Absegnung des XXL-Netzbooster-Booster-Projekts in Kupfezrell machte sich insbesonders der Kupferzeller Bürgermeister Spieles beliebt in Stuttgart. Wäre das für ihn nun das zweite Stuttgarter Schulterklopferle gewesen? Doch dieses Mal dreht sich der Wind – in den Gemeinderatssitzungen und auch auf offener Flur. Es wäre noch ein weiteres Projekt gewesen, dass dem Hohenlohekreis und dem Haller Kreis eigentlich nicht wirklich gut zu Gesicht gestanden hätte  – sind doch die Hohenloher und Haller dem Naturschutz verbunden und möchten gesund leben – auch die Bürgermeister mit ihren jungen Familien.

NovoRock spürt den Gegenwind und nimmt nun letzten Endes Abstand von seinem Projekt.