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Ukrainische Frau sucht Wohnung und Arbeit

Eine ukrainische Frau, die im Zuge des Krieges in ihrem Heimatland im Hohenlohekreis mit ihren zwei Kindern gestrandet ist, sucht schnellstmöglich eine Wohnung und eine Arbeit im Raum Künzelsau. Die Ehrenamtlichen, die sie betreuen bei der Integration in der neuen Kultur, beschrieben die Frau als sehr engagiert, hilfsbereit und fleißig.

Das Landratsamt des Hohenlohekreises sowie die Stadt Künzelsau konnten hier bislang nicht weiterhelfen.

Wer hier unterstützen kann, mit Wohnraum oder einer Arbeit, darf sich gerne an die Redaktion GSCHWÄTZ wenden. Wir leiten den Kontakt dann weiter beziehungsweise stellen den Kontakt dann her:

Redaktion GSCHWÄTZ

Gaisbacher Str. 6

74653 Künzelsau

Telefon: 07940/93 555 7

WhatsApp: 0172/68 78 474




„Es fühlt sich an wie ein Traum…“

… aber ich weiß, er ist wahr geworden, denn ich gehöre zu den zehn Stipendiat*Innen an der Freien Schule Anne-Sophie. Seit ich an der Schule bin bewunderte ich meine Vorgänger*Innen und nun gehöre ich dazu“, so die 17-jährige Antonia Fischer, die mit neun weiteren Bewerber*Innen eine bedeutende finanzielle und schulische Förderung mit Sondermaßnahmen durch die Stiftung Würth erwarten darf. Helmut Jahn, Vorstand der Stiftung Würth und selbst Mitglied der Jury, war überrascht über den neuen Höchststand an Bewerbungen und vor allem über deren Qualität von der Primarstufe bis zu den Abiturient*Innen. Die feierliche Übergabefeier in der Aula mit rund 380 Teilnehmer*Innen wurde zu einem faszinierenden Fest der Schulgemeinde.

Die Moderatorinnen Lilly Heger und Anouk Roth, zudem Jurymitglieder, hatten sich immer wieder kreative Effekte einfallen lassen, um das Programm mit besonderen Höhepunkten kurzweilig und motivierend zu gestalten. Akteure waren durchweg Stipendiat*Innen, die durch Einblicke in ihre Talente Spannung, Begeisterung und vor allem Motivationen erzeugten.

Der begnadete Schauspieler Leo Neuweiler hatte gleich zu Beginn die Aufgabe, die anderen neun Stipendiat*Innen und die die anwesenden Eltern, Lernpartner*innen und Lernbegleiter*Innen einzustimmen. In einem späteren Beitrag wurde er zu einem „kleinen schwäbischen Einstein“, dessen Formel zur Berechnung der Lehrerarbeitszeit die Kultusministerin erfreuen würde.

Die Stipendiat*Innen aus dem Bereich Musik begeisterten am Klavier, so der achtjährige Jonas Diehm und der 13-jährige Marcel Braun. Beide spielten ohne Noten und wir können nur auf deren Abschneiden bei „jugend musiziert“ gespannt sein. Beáta Lakatos, international erfahren im europäischen Jugendorchester und im baden-württembergischen Jugendorchester erhielt ebenso frenetischen Beifall wie Lana Lingner als Solosängerin und die Schulband unter der Leitung von Achim-Schweitzer-Seidel.

Bei der Verleihung der Kunststipendien an Antonia Fischer und Sina Klugesherz wurden diese gefordert, in dem sie sich gegenseitig mit der Kunst der anderen auseinandersetzten und diese interpretierten.

Mit Kurzvideos präsentierten sich die Spitzensportler Pablo Riveros Teruel, Fußball, Quentin Grieser, Fahrrad und Downhill, sowie Lena Stemper, Mitglied der deutschen Nationalmannschaft und amtierende deutsche Jugendmeisterin. Allen dreien wird eine große Sportkarriere vorausgesagt.

Für Gesamtleiterin Angelika Schmidt war es oberste Priorität, sich von den Begabungen beeindrucken und begeistern zu lassen. In ihrer Anerkennung fand sie die richtigen Worte auch für diejenigen, deren Bewerbung in diesem Jahr nicht erfolgreich waren.

Der an der Freien Schule Anne-Sophie zuständige Beauftragte für das Begabtenstipendium, Wolfgang Schiele, betonte die Selbstverständlichkeit, mit der sich die Stipendiat*Innen in den Schulalltag einbringen und ihr Können weitergeben, sowie davon zu berichten.

Die Stipendiaten der Freien Schule Anne-Sophie 2022:

Kunst: Antonia Fischer, Sina Klugesherz; Sport: Pablo Riveros Teruel, Quentin Grieser, Lena Stemper; Theater: Leo Neuweiler; Musik: Jonas Diehm, Beáta Lakatos, Marcel Braun, Lana Lingner.

Fotos: Benjamin Grell

Bildunterschrift:

Pressemitteilung FSAS




Weihnachtspaten gesucht

„Kinder sind nicht nur die Hoffnung auf morgen, sondern die Freude im Heute.“ [@Damaris Wieser]

Im Rahmen unserer GSCHWÄTZ Weihnachtsaktion: „Weihnachtspate gesucht“ möchten wir Kindern, die aus dem Kriegsland Ukraine geflohen und bei uns im Hohenlohekreis gestrandet sind, eine kleine Weihnachtsfreude bereiten.

Um sich etwas fortbewegen zu können, wünschen sich die Kinder einen Roller. Dieser muss nicht neu sein, sondern kann auch gerne gebrauch, aber voll funktionsfähig sein. Neue Roller gibt es ab 30 Euro.

Die Weihnachtspaten können gerne bei der Übergabe dabei sein.

Info: Redaktion GSCHWÄTZ, Gaisbacher Str. 6; 74653 Künzelsau; Mail: gschwaetz@gschwatze.de; Telefon: 07940/93 555 7; WhatsApp: 0172/68 78 474

„Es gibt viele Menschen, denen es nicht so gut geht. Der Krieg in der Ukraine ist einfach nur unvorstellbar und ruft unfassbares Leid hervor. Die Mütter und Kinder kommen teilweise stark traumatisiert bei uns im Hohenlohekreis an, manchmal mit nichts als ihrer Kleidung, die sie am Leib tragen. Nun kommt Weihnachten. Wie schlimm muss es sein, alles zurückzulassen und verloren zu haben? Diese Roller sollen ein kleiner Willkommensgruß an Weihnachten sein, ein Zeichen, dass sie nicht alleine sind, auch nicht in dieser neuen, fremden Kultur“, so GSCHWÄTZ-Herausgeberin Dr. Sandra Hartmann, die ebenfalls eine Weihnachtspatenschaft für ein Kind übernimmt und einen Roller spendet.

 




Ochse, Esel, Elefant und Känguru

Die klassische Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium von der Ankündigung des Messias durch Jesaja, über die Herbergssuche, die Geburt Christ bis zur Huldigung durch die Weisen aus dem Morgenland erzählen die Krippendarstellungen aus aller Welt, die vom ersten Advent bis zum 29. Januar 2023 im Museum Würth (Verwaltungsgebäude) gezeigt werden, in bildhafter Sprache, mit der traditionellen Figürlichkeit und den Materialien der jeweiligen Region.

Herbergssuche. Eine Darstellung aus Deutschland. Foto: GSCHWÄTZ

Dr. Christoph Becker, Vorsitzender des Kunstbeirats der Würth-Gruppe, führt in die Entwicklung der weihnachtlichen Krippenkultur ein: Entstanden in katholischer Tradition in Italien fanden die Krippen seit dem 13. Jahrhundert ihren Weg in die katholische Welt Europas, wo sich jeweils eine lokale Tradition entwickelt hat.

Typische neapolitanische Darstellung. Foto: GSCHWÄTZ

Krippen als Produktwerbung für die Kirche

Während der Reformation fanden die Krippen ihren Weg in die Wohnstuben von Menschen –  für die Protestanten der damaligen Zeit waren die bildhaften Darstellungen, wie sie in katholischen Kirchen bis dahin gezeigt wurden, nicht mehr erwünscht. Und in der Gegenreformation ab dem Ende es 16. Jahrhunderts sollten, so drückt es Becker aus, die Krippen „Werbung machen für Menschen, die sich von der trockenen Art der Verkündung abwenden“ – das scheint gelungen, viele Krippen strahlen, vor allem in den Nebenfiguren, eine wahre Lebensfreude aus: Da wird musiziert und getanzt, es werden aus dem Volk alle Gaben, die die Landwirtschaft hergibt, zum Stall gebracht. Traurige Menschen sieht man im Umkreis der Krippe nicht.

Figuren aus Portugal. Foto: GSCHWÄTZ

„Das sind ja wir“

Die zeitgenössische und regionale Kleidung der Krippenfiguren zeigt den Gläubigen: „Das sind ja wir“, erklärt Becker.  „Es ist schon eine Art kirchliche Propaganda“, die den Menschen das Dogma der Jungfrauengeburt nahebringen sollte.

Alle Materialien, die zur Verfügung stehen

Kuratorin Carla Mannschedel betont die Materialvielfalt. Es wurden alle Materialien benutzt, die zur Verfügung standen: Nicht nur Krippen aus Holz, Stein und Ton, sondern auch aus Salzteig, Metall, ja sogar Krippen aus einem Straußenei und einem Walzahn sind zu sehen.

Ein peruanischer Krippenschrein, ein „Retablo“. Foto: GSCHWÄTZ

Auch die dargestellten Figuren unterscheiden sich regional: So gibt es eine arktische Krippe, in der nicht Ochs und Esel, sondern Eisbär, Robbe und sogar ein offenbar weitgereister Pinguin zu erkennen sind. Elefanten, Känguruhs sind dabei – eine wahre Mammutaufgabe für Kinder, all die Tiere zu finden, die in unseren Breiten nicht traditionell zur Krippe gehören. Sie werden allerdings von einem eigens für Kinder geschaffenen Audio-Guide bei ihren Entdeckungen unterstützt.

Krippe von K.Limpke mit grönländischem Motiv und einem weitgereisten Pinguin. Foto: GSCHWÄTZ

Von großer Kunst über Kunsthandwerk bis hin zu dem, was in unseren Augen kitschig wirken mag, ist alles vertreten. Die Interpretation der Geburtsgeschichte ist vielfältig: mal opulent ausgeschmückt, mal eher karg. Realistische Figuren wechseln sich mit künstlerisch verfremdeten Darstellungen ab. Krippen zeigen unterschiedlichste Umgebungen, mal mit gesellschaftlichem Leben rundherum, mal völlig losgelöst.

Rund um diese Geburtsszene aus Togo geht das Leben seinen üblichen Gang. Foto: GSCHWÄTZ

Ulfert-Buchholz-Sammlung

Die Direktorin der Sammlung Würth, C. Sylvia Weber, erklärt, dass die Krippen nicht ursprünglich von Würth gesammelt wurden: Die Präsentation beruht auf der Ulfert-Buchholz-Sammlung, der Krippen-Sammlung von Edwin und Wilma Buchholz, benannt nach dem Sohn des Ehepaars. Die private Sammlung von rund 700 Krippen aus mehr als 130 Ländern von fünf Kontinenten fand 2002 Eingang in die Sammlung Würth. 150 Krippen dieser Sammlung sind in Gaisbach ausgestellt, viele andere sind während der Adventszeit an andere Museen ausgeliehen.

Vom 25. Dezember 2022 bis 29. Januar 2023

Die Ausstellung „Ochse, Esel, Elefant und Känguru – Weihnachtskrippen von Neapel bis Sydney in der Sammlung Würth“ ist bis 29. Januar täglich von 11 bis 18 Uhr im Museum Würth in Künzelsau zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Moderne Interpretation der Krippenszene von Marc Fromm. Foto: GSCHWÄTZ

 

Ein katalanischer Caganer darf nicht fehlen. Foto: GSCHWÄTZ

Begleitprogramm zur Ausstellung im Alma Würth Saal, Museum Würth

  • Krawall im Stall: Lesung für Kinder mit Veronika Fischer, Sonntag, 4. Dezember 2022, 11 Uhr
  • Charles Dickens Weihnachtsgeschichte: Live-Hörspiel für die ganze Familie mit Max Urlacher, Sonntag, 11. Dezember 2022, 14 Uhr
  • Pendel-Marionettentheater, Mittwoch, 28. Dezember und Donnerstag, 29. Dezember 2022, jeweils 11 Uhr
  • Mein Lieblingstier heißt Winter? Lesung mit Ferdinand Schmalz, Sonntag, 22. Januar 2023, 17 Uhr

Eintritt frei. Begrenzte Platzzahl.

  • Öffentliche Führungen, Dauer: 60 Minuten, 6 Euro pro Person, jeden Sonntag, jeweils 15 Uhr

Um Anmeldung per E-Mail an museum@wuerth.com wird gebeten.

Text: Matthias Lauterer




„Außergewöhnliche Möglichkeit“

Berlin – Im Abgeordnetenbüro von Kevin Leiser (SPD) absolvierte Luca Hoch ein vierwöchiges Praktikum.

„Mein Fazit ist, dass ich unheimlich viel gelernt habe und mitnehmen werde. Ich bin Herrn Leiser, sowie seinem Team,
extrem dankbar für diese außergewöhnliche Möglichkeit. Die Arbeit eines Bundestagsabgeordneten live mitzuerleben und
mitzugestalten war äußerst spannend. Mein Praktikum möge enden, meine Zeit im Bundestag aber nicht. Ich kann mir gut
vorstellen, dass mich mein Weg in Zukunft noch einmal in den Bundestag führt“, so Luca Hoch.

Der gebürtige Offenburger unterstütze die Mitarbeiter:innen bei ihrer Beschäftigung im Büro, wirkte bei der
Öffentlichkeitsarbeit mit und begleitete Mitarbeiter:innen sowie Kevin Leiser zu unterschiedlichen
Veranstaltungen. „Die Sitzungswochen, in denen es für alle Abgeordneten und ihre Mitarbeiter:innen sehr viel zu tun gibt, hat er super gemeistert“, sagte Kevin Leiser über den Praktikanten.

Kevin Leiser (rechts) mit Praktikant Luca Hoch. Quelle: privat




UPDATE: Leichenfund in Künzelsau

Am Donnerstag, 24. November 2022, wurde laut Angaben der Pressestelle der Polizei Heilbronn gegen 11:15 in Künzelsau eine Leiche gefunden. Die Leiche habe sich bereits in einem Zustand der Verwesung befunden.

Weitere Informationen, beispielsweise über den Fundort oder das Geschlecht der Leiche hat die Polizei noch nicht bekanntgegeben. Die Ermittlungen, ob es sich um eine Straftat oder einen natürlichen Todesfall handelt, laufen.

Update: inzwischen hat die Polizei mitgeteilt, dass es sich um eine 63-jährige Person handelt, die in einem Gebäude gefunden wurde. Derzeit geht man nicht von Fremdverschulden aus.

 




Geflüchtete werden Lokführer:innen bei der S-Bahn Stuttgart

Land, Deutsche Bahn und die Bundesagentur für Arbeit machen Geflüchtete fit für die Zukunft. Die Bahn bildet bei DB Regio in Stuttgart seit 1. Februar 2021 Geflüchtete zu Lokführer:innen aus. In der Umschulung (IHKBerufsabschluss) zum/r Eisenbahner:in im Betriebsdienst bereitet die Bahn die Auszubildenden auf einen Einsatz bei der SBahn Stuttgart ab Anfang des kommenden Jahres vor.

Das zweijährige Pilotprojekt ist Teil des von Verkehrsminister Winfried Hermann initiierten Modellprojekts „Qualifizierung Geflüchteter zu Triebfahrzeugführern“, das im Januar 2019 gemeinsam mit der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit und weiteren Eisenbahnverkehrsunternehmen gestartet wurde.

Pressemitteilung Verkehrsministerium BW




Ungarische Krippen und Volksbräuche stimmen auf Advent und Weihnachten ein: „Die schönen Tage an der Krippe“

Wer in den kommenden Wochen das Künzelsauer Stadtmuseum besucht, kann die Puppen tanzen lassen. Zu Gast ist nämlich das Museum aus Künzelsaus ungarischer Partnerstadt Marcali mit einer Sammlung traditioneller Krippen, die bis heute in der Weihnachtszeit von Haus zu Haus getragen werden, um in den Wohnzimmern biblische Szenen vorzuspielen.

Unter dem Motto „Die schönen Tage an der Krippe“ sind bis zum Februar kommenden Jahres die ungarischen Krippen vom Balaton, die vom Museum Marcali zum Teil kopiert worden sind, zu sehen. Es sind Schätze, von denen Bürgermeister Stefan Neumann begeistert ist, wie er bei der Eröffnung einräumte.

Ungarische bewegte Krippen im Stadtmuseum. Foto: Elke Sturm, Stadt Künzelsau

Alte Volksbräuche lässt das Museum lebendig werden. Das älteste Ausstellungsstück stammt von 1880. Die ungarische Version der Krippe hat die Gestalt einer kleinen Kirche, in denen Szenen aus der Bibel nachgespielt werden. Zu diesem Zweck sind Öffnungen im Boden eingelassen. Auf Führungsschienen lassen sich die Figuren im Spiel bewegen und ermöglichen eine anschauliche Darstellung wie auf einem Theaterboden in Miniaturform.

Expertin aus Marcali hat Schau zusammengestellt

Die Leiterin des Museums in Marcali, Tünde Vidak, beschäftigt sich seit 20 Jahren mit dem Thema. Die Volkskundlerin hat die Schau zusammengestellt, nachdem sie die volkskundliche Sammlung in dem Museum völlig neu geordnet hat. Inzwischen gilt sie als Expertin für die weihnachtlichen Bräuche. Dazu hat sie Konferenzen organisiert und Bücher veröffentlicht. Gegenwärtig sind die Krippen aus dem Museum in Marcali in Künzelsau.

Von Haus zu Haus

Gruppen gehen dann wieder von Haus zu Haus. Darunter sind zum Teil wilde Gesellen. Wie diese aussehen, ist auf Bildern im Museum zu sehen. Wie so eine furchterregende zottelige Figur in echt aussieht, zeigte Tünde Vidaks Mann bei der Eröffnung. Der Feuerwehrkommandant und Stadtrat ist stolz auf die Tradition, die er gerne selbst pflegt. Als Gruppenleiter geht er in der Weihnachtszeit von Tür zu Tür.

Volksbräuche vom Advent bis Dreikönig

Auch weitere Volksbräuche sind im Stadtmuseum zu sehen. Die Ausstellung präsentiert in chronologischer Reihenfolge die Sitten rund um Marcali, mit denen die Menschen in der Adventszeit, an Weihnachten bis Dreikönig das Fest der Geburt Jesu feierten. Ein typischer Weihnachtsbaum und ein Weihnachtstich zählen dazu. Ebenso der Tag der unschuldigen Kinder, der an die auf Befehl von Herodes getöteten Kinder erinnert, sowie das Dreikönigsfest. Auch die Herbergssuche der Heiligen Familie ist dabei. Frauen und Männer tragen dazu ein Bild der Heiligen Familie umher und bitten vor den Häusern singend um Eintritt. An Silvester gehen Kinder und Erwachsene umher, singen Lieder und fragen nach Spenden für Kirche oder Schule.
Solche Heischebräuche, wie Kinder von Haus zu Haus ziehen, Glückwünsche darbringen und milde Gaben erhalten, werden auch in der Ausstellung gezeigt. Stadtarchivar Stefan Kraut weist darauf hin, dass diese Bräuche auch in Hohenlohe nicht unbekannt sind. Denn früher gingen hier die Kinder mit dem „Ouklopfe Hämmerle“. Mit dem uralten Brauch besserten die Kinder ihren mageren Speiseplan auf.

Ausstellungzeiten und Begleitprogramm

Die Ausstellung im Stadtmuseum Künzelsau, Schnurgasse 4, ist bis zum 26. Februar 2023 zu sehen. Der Eintritt ist frei. Es wird auch ein Begleitprogramm angeboten:
Donnerstag, 8. D
ezember 2022, 19 Uhr, „‘Ouklopfe‘ aller Geister Hohenloher Bräuche von Advent bis Dreikönig“, Vortrag von Stefan Kraut;
Sonntag, 26. Februar 2023, 15
Uhr, Finissage mit Tünde Vidak, Direktorin des Museums Marcali.

Pressemitteilung Stadt Künzelsau

 




WM 2022: Die Welt verkauft sich an Katar

Eigentlich war es ein schönes Zeichen: Beim WM-Mannschaftsgruppenfoto von Deutschlands Nationalmannschaft vor dem Gruppenspiel gegen Japan hielten sich die Fußballer die Hand vor den Mund – als Zeichen einer nicht beziehungsweise kaufm existierenden Meinungsfreiheit in diesem Land, getreu dem Motto: „Wir lassen uns nicht den Mund verbieten.“ Aber eigentlich haben sie es doch getan.

„Wir lassen uns nicht den Mund verbieten“

Denn der Grund hierfür war, das Torwart und Mannschaftskapitän Manuel Neuer die One-Live-Binde beim Spiel gegen Japan tragen wollte als Zeichen gegen die Diskriminierung von Minderheiten und für  Tolanz gegenüber jedem, auch jedem Geschlecht, jeder Rasse und auch gegenüber gleichgeschlechtlicher Liebe. Das diesjährige WM-Austragungsland Katar verbot das Tragen dieser Binde unter Androhung von Kosequenzen. Neuer verzichtete daraufhin. Er und seine Mannschaft brachte aber als Reaktion darauf die auf ewig und vor der Weltöffentlichkeit zur Schau gestellte Geste mit der Hand vor dem Mund.

Auf ewig festgehalten

Auf Twitter, nach der Niederlage der Deutschen gegen den Underdog Japan, wurde daraufhin gespöttelt, dass Neuer auch gleich die Binde hätte tragen können. Dann wäre er eben schlimmnstenfalls gesperrt gewesen und Deutschland hätte schlimmstenfalls verloren. Denn letzten Endes haben die Deutschen das Spiel ja auch mit Neuer verloren.

Konsequenter wäre tatsächlich gewesen, die OneLove-Binde einfach zu tragen und nicht einzuknicken gegen ein Land, in dem Menschenrechte, die bei uns zu Lande gelten, nicht viel wert sind. Zu oft haben wir in der Vergangenheit unsere Werte schon durch die Hintertür verkauft, um im nächsten Moment durch Symbolpolitik etwas Schadensbehebung zu versuchen.

Keine Konsequenzen für niemanden

Konsequent wäre es gewesen, die WM erst gar nicht in einem solchen Land austragen zu lassen oder zumindest dafür zu sorgen, dass die Menschenrechte, etwa bei den Stadionbauten, verteidigt werden, bei welchen Tausende unter elenden Bedingungen starben. Konsequenzen? Keine. Aber die FIFA ist ja bekannt dafür, dass es keine Konsequenzen für gar niemanden gibt. Der Rubel muss rollen. Das scheint das einzige zu sein, was zählt.

Respekt für die deutsche Innenministerin Nancy Fraser

Man darf daher dieses Gruppenfoto auch nicht zu klein reden. Sicherlich gebührt der Mannschaft und dem Deutschen Fußballbund dafür Respekt, denn ansonsten versteckt sich der DFB gern hinter der FIFA, wenn es darum geht, eigene Entscheidungen zu treffen. Nun sind die Deutschen etwas ausgeschert. Sicherlich haben sie und der DFB dafür einem ordentlichen Druck hinter den Kulissen standhalten müssen. Während viele Politiker:innen auch anderer westlicher Nationen auf den Zuschauerrängen ebenfalls auf das Tragen der OneLove-Binde verzichtet haben, nachdem Katar diese verboten hat, hielt die deutsche Innenministerin Nancy Fraser daran fest. Auch dafür gebührt ihr Respekt.

Einwohner:innen Katars kritisieren Gruppenfoto der Deutschen

Auf Twitter indes äußern Fußballfans und Einwohner:innen von Katar Unverständnis für das deutsche Gruppenfoto, denn dem Austragungslang gegenüber sollte man schließlich Respekt zollen und die Werte, die dort vorherrschen, akzeptieren. Aber es sind nicht unsere Werte. Wir haben so lange für Gleichberechtigung, Gleichbehandlung und Toleranz gekämpft, dass wir doch jetzt nicht für einen rollenden Ball alles über Bord werfen werden, oder?

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann




„Ein Labyrinth ist kein Irrgarten“

Wie jedes Jahr haben Ehrenamtliche der evangelischen Kirchengemeinde und des Hospizdienstes in der Künzelsauer Johanneskirche ein Labyrinth aufgebaut. Zwischen den Kirchenjahren, also von Totensonntag bis zum ersten Advent, soll das Labyrinth den Menschen die Möglichkeit zur Besinnung bieten. Das Labyrinth soll zum Nachdenken oder Meditieren über den eigenen Weg im Leben anregen, über die Erwartungen an das Leben bis hin zum Lebensende, aber auch über die persönliche Beziehung zu Gott.

Labyrinthe sind uralte Symbole der Menschheit

„Labyrinthe haben eine lange Tradition, überall auf der Welt“, sagt Christine Stumpf, stellvertretende Leiterin des Hospizdienstes Kocher-Jagst. Sie nennt Beispiele aus völlig unterschiedlichen Kulturkreisen, aus Südamerika und der europäischen Frühgeschichte beispielsweise. Das Labyrinth des Minotaurus ist wohl das berühmteste Labyrinth.

Die Symbolik der Labyrinthe

„Labyrinthe stehen als Symbol für den Anfang und das Ende des Lebens, sie haben einen Eingang und einen Ausgang und eine Mitte als Symbol Gottes. Den Weg zur Mitte muss man finden“, erklärt sie. Von dieser Mitte bewege man sich im Leben mal weg, mal bewegt man sich zu ihr hin. Ganz wichtig ist ihr: „Ein Labyrinth ist kein Irrgarten“.

Der Weg ins Innere ist individuell

Mal hin und mal weg von der Mitte – wie das Leben. Foto: GSCHWÄTZ

Der Weg ins eigene Innere ist ein ganz individueller Weg, jeder hat seinen eigenen Zugang. Daher liegen unterschiedliche Materialien bereit, die dem einzelnen ein Hilfsmittel sein können: Verschiedene „Impulse“ mit Fragen, auf die jeder seine Antworten finden kann, aber auch Material zum Malen. Wer will, kann seine Gedanken in ein Labyrinthbuch eintragen.

Alles im Ehrenamt

Christine Stumpf dankt den Ehrenamtlichen der evangelischen Kirchengemeinde und des Hospizdienstes, die am Totensonntag das Labyrinth aufgebaut haben: Die Bestuhlung der Kirche wich dem Labyrinth, die Helfer:innen haben das Labyrinth anhand einer Projektion auf dem Boden aufgebracht, die Plakate aufgestellt und die Materialien bereitgelegt. „Das hat ganz harmonisch geklappt am Sonntag“.

Das Labyrinth ist am Freitag,25. November 2022 von 08:00 bis 12:00 letztmals geöffnet – danach wird die Kirche für den Adventssonntag vorbereitet.

Text: Matthias Lauterer