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Die Geschichte vom Heiligen Nikolaus

Es gibt einige Mythen und Geschichten zur „Entstehung“ des Heiligen Nikolaus, den viele Menschen und insbesondere Kinder rund um den Globus feiern, bringt er ihnen doch am 06. Dezember 2022 oftmals Mandarinen, Nüsse und Süßigkeiten und legt sie über Nacht heimlich in ihre Stiefel. Hier erzählen wir euch eine dieser Geschichten vom Heiligen Nikolaus, die veröffentlicht wurde auf der Internetseite des Erzbistums Köln:

Ihr kennt doch den Heiligen Nikolaus? Vor vielen hundert Jahren lebte er in dem Land, das wir heute Türkei nennen.

In seinen jungen Jahren war Nikolaus natürlich noch kein Bischof. Und noch lebte er auch nicht in Myra, sondern in einer anderen Stadt. Nikolaus war damals ein reicher Mann. Von seinen Eltern hatte er viel Geld, ein großes Haus und manch anderen Besitz geerbt.

In den Sommermonaten, wenn es schön warm war, spielte sich das Leben der Menschen auf den Straßen ab. Gern spazierte Nikolaus dann umher und hörte auf das manchmal muntere, manchmal traurige, manchmal komische Stimmengewirr in den Gassen.

Doch plötzlich hört er hinter einer Mauer eine traurige Stimme. Und auch weinende Stimmen sind nicht zu überhören: „Morgen werdet ihr zu euren neuen Dienstherren gehen,“ sagt eine tiefe Männerstimme. „Wie gerne würde ich euch bei mir behalten. Aber ich bin arm. Ich schaffe es nicht, genug Geld zum Leben für uns alle zu verdienen.“

Die traurige Stimme des Vaters und das Weinen der Mädchen stimmen Nikolaus nachdenklich. Kann er nicht helfen? Rasch läuft er zurück in sein Haus. Dort füllt er einen Sack mit Goldstücken. Er eilt zurück zur Gartenmauer. Er geht bis zu der Stelle, an der die Mauer ein Fenster zum Wohnhaus hat. Schnell schaut Nikolaus sich um: niemand hat ihn gesehen. Da nimmt er den Sack mit den Goldstücken und wirft ihn hinein! Bevor noch jemand aus dem Fenster schauen kann, dreht er sich um und läuft davon.

Im Haus hat der arme Vater das ungewöhnliche Geräusch am Fenster gehört. Und wie groß ist seine Überraschung, als er den aufgeplatzten Sack und die vielen Geldstücke entdeckt! Woher das Geld wohl kommt? Wer hat es durch die Fensteröffnung geworfen? Rasch schaut der Vater auf die Straße hinaus. Aber dort ist es menschenleer! Nur etwas weiter oben in der Straße, dort, wo die Häuser der Reicheren stehen, meint er eine Bewegung an der Haustüre wahrzunehmen. Dort wohnt doch der reiche junge Mann, dieser Nikolaus?! Er wendet seinen Blick wieder dem Geld zu: Ob es wirklich für ihn und seine Töchter bestimmt ist? Dann wäre er allen Kummer und alle Sorgen los! Die Frage, wer der gute Geber ist, lässt ihm keine Ruhe. Er beschließt, im Haus von Nikolaus nachzufragen. All seinen Mut nimmt er zusammen und klopft an. Der Diener führt ihn zu Nikolaus in den Garten. „Junger Herr“, spricht der Vater, und sinkt vor Nikolaus auf die Knie, „sag, bist du es, der einen Geldsack durchs Fenster in mein Haus geworfen hat? Ist es wirklich gedacht, mir und meinen Töchtern zu helfen?“

„Steh nur auf“, antwortet Nikolaus und hilft dem Mann auf die Füße. „Ich hörte zufällig von deiner Not. Es ist doch nicht schwer, von dem Vielen, was ich besitze, abzugeben. Du brauchst mir nicht zu danken. Ich freue mich mit euch, wenn es dir und deinen Töchtern gutgeht.“

Jahre sind vergangen. Nikolaus ist älter geworden. Nun unternimmt er Reisen, um andere Städte kennenzulernen. Eines Morgens will er in der Stadt Myra die Kirche besuchen. Zu Tagesbeginn möchte er dort beten. Die Lehren Jesu sind ihm wichtig! Er weiß, dass Gott ihn liebt. Er möchte wie Jesus den Menschen helfen. Er ist gerne Christ.

Als er den dunklen Kirchenraum betritt, stellt sich ihm plötzlich ein alter Mann entgegen: „Das ist er, das ist unser neuer Bischof!“, ruft er in die Kirche hinein. Nikolaus ist verwirrt: „Ich bin kein Bischof!“, sagt er und will sich abwenden. Doch der Mann hält ihn fest: „Unser alter Bischof ist vor kurzer Zeit gestorben. Nun brauchen wir einen neuen Bischof, der sich um uns sorgt und uns führt. In der vergangenen Nacht haben wir gebetet, dass Gott uns zeigen möge, wer unser Bischof sein soll.“ Die Augen des alten Mannes glänzen. „Wir meinten, dass Gott sicher einen guten und frommen Menschen zu uns schicken wird. Und du bist nun schon so früh am Morgen in die Kirche gekommen! Wer seinen Tag im Gebet unter den Schutz Gottes stellt, der ist sicher ein guter Bischof für uns!“

Nikolaus ist verwirrt: Sollte es wirklich Gottes Wille sein? Er will darüber nachdenken. Er möchte überlegen, ob er als Bischof den Menschen und Gott dienen kann. Plötzlich merkt er, dass in der Kirche noch viele andere Menschen sind. Alle hoffen, dass er ihr Bischof werden wird! Die hoffnungsvollen Augen der Menschen und ihre Bitten bleiben bei Nikolaus nicht ungehört. Einige Zeit später wird Nikolaus zum Bischof von Myra geweiht. Nikolaus spürt, dass er Gott und den Menschen als Bischof gut helfen kann.

 




Das halbvolle Glas

„Ist dein Glas halb leer oder halb voll?“, fragte der Maulwurf. „Ich glaube, ich bin froh, dass ich ein Glas habe“, sagte der Junge.

(aus dem Buch: Der Junge, der Maulwurf, das Pferd und der Fuchs von Charlie Mackensy).

Nicht selten lamentieren wir darüber, dass wir als Deutsche generell eher das Glas als halb leer anstatt als halb voll sehen. Die überraschende Antwort des Jungen lässt einen dann doch noch einmal in eine ganze andere Richtung Grübeln. Froh sein zu dürfen überhaupt ein Glas zu haben, überhaupt ein Dach über dem Kopf, eine Heizung zu haben, das sind in anderen Ländern Luxusgüter für Millionen Menschen, die schon ihr Leben lang in afrikanischen Slums leben oder die aus einem Kriegsland geflohen sind – und alles zurücklassen mussten, was sie Heimat nennen.

Uns geht es gut. Manchmal vielleicht auch zu gut. Welche Probleme sind wirklich Probleme? Was bleibt, wenn wir auf unser Leben zurückblicken? Nur eine Sache. Aber dazu kommen wir an einem anderen Adventstürchen.

Lassen wir uns heute einfach nur froh sein, ein Glas zu haben.

 




Benefizkonzert für die Deutsche Kinderkrebshilfe

Am Sonntag, den 11. Dezember 2022 um 17 Uhr veranstaltet die Jugendmusikschule Künzelsau ein Benefizkonzert für die „Deutsche Kinderkrebshilfe“ in der Johanneskirche Künzelsau. Verschiedene Ensembles und Solisten der Jugendmusikschule spielen Werke verschiedener Epochen und Stilrichtungen. Passend zum ersten Advent erklingen natürlich auch Weihnachtslieder.

Die „Deutsche Kinderkrebshilfe“ engagiert sich für die Bekämpfung von Krebserkrankungen von Kindern. Dabei werden Projekte wie der Auf- und Ausbau von Kinderkrebszentren, Spezialstationen, Entwicklung neuer Therapien, Unterstützung der kliniknahen und klinischen Forschung in der Kinderonkologie und die Einrichtung von Elternhäusern und -wohnungen in Kliniknähe gefördert.

Außerdem unterstützt die „Deutsche Kinderkrebshilfe“ die Nachsorgekliniken, die sich auf die Ausrichtung von Kuren für krebskranke Kinder, Jugendlicher sowie deren Familien spezialisiert haben. Ebenfalls wird die Förderung der Lehre auf dem Gebiet der Kinderkrebsforschung und –bekämpfung unterstützt.

Über eine Spende zu Gunsten der „Deutschen Kinderkrebshilfe“ freuen sich die Musizierenden der städtischen Jugendmusikschule.

Zum Foto: Verschiedene Ensembles und Solisten der Jugendmusikschule freuen sich über zahlreiche Besucher. Foto Jugendmusikschule Künzelsau.




350 Liter Diesel ins Erdreich geflossen

In der Nacht auf Samstag, den 03. Dezember 2022, war ein 42-Jähriger gegen 03 Uhr mit seinem Lkw auf der A6 in Richtung Nürnberg unterwegs,

Auf Höhe der Ausfahrt Kupferzell kam er laut der Polizei aus Unachtsamkeit nach rechts von der Fahrbahn ab. Er prallte gegen die Schutzplanken am rechten Fahrbahnrand und überfuhr auch das Ausfahrtsschild.

Beim Touchieren der Schutzplanken wurde der Kraftstofftank des Lkw aufgerissen. So gelangten zirka 350 Liter Diesel in das Erdreich am Unfallort.

Die zuständige Behörde ordnete an, dass das betroffene Erdreich ausgebaggert werden muss.

Bei dem Unfall entstand an dem Lkw einen Sachschaden von zirka 50.000 Euro. Der Schaden an der Autobahneinrichtung beziehungsweise dem verunreinigten Erdreich wird auf zirka 10.000 Euro beziffert.

Im Bereich der Unfallstelle mussten die Auffahrt in Richtung Nürnberg sowie die rechte Fahrspur auf der Autobahn infolge der Reparatur -und Aufräumarbeiten bis gegen 8.30 Uhr gesperrt werden.




Konzentrieren Sie sich auf Kuchen

„Ich habe gelernt, in der Gegenwart zu sein.“ – Wie?“, fragte der Junge. „Ich suche mir ein stilles Eckchen, mache die Auge und atme.“ – „Das ist gut, und dann?“ – „Dann konzentriere ich mich.“ – „Worauf konzentrierst du dich?“ – „Auf Kuchen“, sagte der Maulwurf. (Aus dem Buch: Der Junge, der Maulwurf, der Fuchs und das Pferd von Charlie Mackensy)

So einfach kann die Lösung all unserer Probleme sein: Denk an Kuchen. So einfach ist es nicht? Betrachten wir uns doch mal die Sache genauer. Häufig macht man sich über Dinge Gedanken, die entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft liegen, über Dinge, die vielleicht nie eintreffen werden. Wie oft haben Sie sich schon Gedanken gemacht und hatten Angst vor etwas und im Nachhinein waren diese Gedanken völlig unbegründet, ja, gerade zu Zeitverschwendung? Vielleicht treffen die Dinge auch ein, sind aber lange nicht so schlimm wie befürchtet. Und selbst wenn diese Dinge genauso oder noch viel schlimmer eintreffen sollten, hat es sich dann gelohnt, tage-, wochen- oder sogar monatelang sich im Vorhinein damit zu belasten, anstatt im Moment zu leben und diesen zu genießen? Denn meistens sind die Momente, in denen wir leben, doch schön. Also: Wenn Sie ein Problem haben, beschäftigen Sie sich einmal ausführlich damit. Dann packen sie es in eine Schublade, möglichst hinter ihre Socken, und holen es erst dann wieder heraus, wenn es wirklich da ist. Und bis dahin denken Sie einfach an Kuchen, sollte das Problem sich wieder in Ihren Kopf geschlichen haben.

 




In Waldenburg wird wieder gemordet

Das Kriminal Dinner geht 2022/2023 mit dem seit über 10 Jahren erfolgreichen Kriminal Dinner Formaten in die nächste Runde und präsentiert neue spannende Fälle. An über 300 Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden schon zahlreiche Morde ermittelt und aufgeklärt. Auch Waldenburg bei Künzelsau wird zum Tatort, an dem schon bald ein schreckliches Verbrechen passieren wird. Die Ermittlungen zu den spannenden Kriminalfällen, die von Schauspielern angeleitet werden, finden am 20.01.2023 und 25.02.2023 statt.

Tödliche Sitzung. Foto: kriminal-dinner.de

Das Panoramahotel Waldenburg soll zum Schauplatz eines Mordes werden?

In Waldenburg bei Künzelsau befindet sich 505 Meter hoch mit einzigartigem Rund-um-Blick das Panoramahotel Waldenburg. Die Location bietet eine hervorragende Aussicht und dazu passende kulinarische Genüsse die jeden Gast verzaubern. Das Kriminal Dinner wird so zu einem unvergleichlichen Erlebnis mit fesselnder Unterhaltung und einem köstlichen Gänge-Menü, aber Vorsicht: Unter den Gästen befindet sich ein Mörder. Das Schauspielteam stellt gemeinsam mit den Gästen, die ihre detektivischen Fähigkeiten unter Beweis stellen müssen, alle nötigen Ermittlungen an, um den Übeltäter zu fassen. Währenddessen serviert das Team des Restaurants das köstliche Gänge-Menü und rundet den Abend perfekt ab.

Das Kriminal Dinner Künzelsau im NEUEN Panoramahotel Waldenburg beginnt um 19:00 Uhr (Einlass 18:30 Uhr).

Eintrittskarten

Die Eintrittskarten sind ab 89,90 € an allen bekannten Vorverkaufsstellen oder online unter www.das-kriminal-dinner.de erhältlich und ein perfektes Weihnachtsgeschenk für Freunde und Familie.

Weitere Informationen unter www.das-kriminal-dinner.de

Pressemitteilung das-kriminal-dinner.de




Streifschuss: 15-Jährige Radfahrerin stürzt im Parkhaus im Kaufland, Autofahrer flüchtete

Am Mittwochmorgen, den 30. November 2022, wurde eine 15-jährige Fahrradfahrerin in der Künzelsauer Bergstraße bei einem Unfall verletzt. Das geht aus einer Pressemitteilung der Polizei hervor.

Wie die Polizei mitteilt, fuhr das Mädchen gegen 08 Uhr mit ihrem Fahrrad von der B19 kommend in die Einfahrt des Parkhauses eines Supermarktes. Das Auto hinter ihr fuhr nach Angaben der Polizei dicht auf die Fahrradfahrerin auf.

In einer engeren Kurve in Richtung der Parkplätze fuhr die unbekannte Person rechts an der 15-Jährigen vorbei und blieb mit dem Auto am Hinterrad des Fahrrades hängen.

Das Mädchen stürzte an einer Verkehrsinsel und verletzte sich leicht. Der Sachschaden beläuft sich nach Angaben der Polizei auf rund 500 Euro. Der unbekannte Autofahrer flüchtete. Die Polizei bittet Zeugen, sich unter der Telefonnummer 07940/9400 beim Polizeirevier Künzelsau zu melden.




2. Adventstürchen

„Was willst Du werden, wenn du groß bist?“, fragte der Maulwurf. „Freundlich“, sagte der Junge.

Dieses Zitat stammt aus dem Buch: „Der Junge, der Maulwurf, der Fuchs und das Pferd“ von Charlie Mackesy. So einfach ist das, was der Junge mal werden will – oder doch so schwer? Ist berühmt, erfolgreich, reich zu werden, schwieriger als freundlich zu werden? Gibt es nicht immer Situationen im Leben, da reißt einem der Geduldsfaden? Vermutlich wird niemand ständig freundlich sein, denn keiner ist perfekt. Aber das Streben nach derartigen altruistischen Zielen ist doch schon mal ein wunderbarer Anfang dafür – und wird man nicht auch belohnt mit einem inneren Gefühl der der Zufriedenheit, mit der Freundlichkeit von anderen, die uns daraufhin erwidert wird? Und  falls das Gegenüber einen nicht mit Freundlichkeit antwortet. Seien Sie nachsichtig mit ihm. Vielleicht hatte er einen schlechten Tag.

Das Foto ist von der Fotografin Alea Horst aus dem Buch: „Manchmal male ich ein Haus für uns“.

Die Fotografin Alea Horst hat Flüchtlingskinder in diversen Lagern in Europa fotografiert und mit ihnen über ihre Träume und Ängste gesprochen. Daraus ist ein Buch entstanden, das man kaufen kann. Foto: Alea Horst/Archvi




Der kleine Drogenprozess und die grosse Politik

Der Drogenprozess um die beiden Angeklagten aus Künzelsau ist am 30. November 2022 am Landgericht in Heilbronn mit den Urteilen zu Ende gegangen (wir berichteten). Ein Angeklagter wurde zu drei, der andere zu sechs Jahren Haft verurteilt. Für beide Angeklagte wurde der Maßregelvollzug angeordnet, das heißt, sie haben die Möglichkeit und die Pflicht, sich während der Haftzeit in eine Therapie zu begeben.

Politische Argumentation

Mit fünf Verhandlungstagen und – auch bedingt durch die Geständnisse der Angeklagten – nur wenigen Zeugen war es keiner der wirklich großen Prozesse für das Landgericht Heilbronn. So verwundert es doch, dass und wie politisch gegen Ende des Prozesses argumentiert wurde.

Geplante Freigabe des Marihuanabesitzes

In ihrem fast schon flammenden Plädoyer nahm Anke Stiefel-Bechdolf, die Verteidigerin des Angeklagten G., deutlichen Bezug auf aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen und die geplante Gesetzesänderung zum Marihuanabesitz. Sie stellt die Mengen, mit denen ihr Mandant Handel trieb, in Relation zu den Mengen, die man zukünftig laut dem Gesetzentwurf besitzen darf: Von 30 Gramm ist dort die Rede. Sogar von mehr, wenn man bedenkt, dass jeder erwachsenen Person der Anbau von drei weiblichen Cannabispflanzen erlaubt werden soll – die Erntemenge kann dann durchaus bei 120 Gramm liegen. Bei den meisten der Straftaten, derentwegen ihr Mandant verurteilt wurde, lagen die Mengen deutlich darunter. Selbst wenn jemand die straflosen Mengen überschreitet, sieht der Gesetzesentwurf einen weiten Bereich vor, wo nicht das Strafrecht greifen soll, sondern das Ordnungswidrigkeitenrecht:

(5) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig ohne Erlaubnis mehr als 30 Gramm, aber höchstens 180 Gramm Cannabis besitzt. Ordnungswidrig handelt ebenfalls, wer ohne Erlaubnis im Bereich des befriedeten Besitztums eine Jahresernte von mehr als drei Cannabispflanzen aufbewahrt oder mehr als drei weibliche Cannabispflanzen anbaut, aber eine Jahresernte von höchstens 18 Cannabispflanzen aufbewahrt oder höchstens 18 weibliche Cannabispflanzen anbaut. Die Ordnungswidrigkeit kann mit einer Geldbuße bis zu 25.000 € geahndet werden.“ 

[Gesetzentwurf zum §29b BtmG]

„Das empört mich kolossal“, dass sich im Antrag des Staatsanwalts die gesellschaftliche Entwicklung nicht wiederfindet, meint Anke Stiefel-Bechdolf. Sie ergänzt: „Cannabis ist in der Gesellschaft angekommen“ und wendet sich an das Gericht: „Sie sprechen Recht im Namen des Volkes, und unsere Volksvertreter sind schon wo ganz anders angekommen.“

Leicht zu erwidern

Diese Argumente kann das Gericht leicht entkräften: Erstens sei das Gesetz nicht in Kraft und man müsse sich an die derzeit geltende Gesetzeslage halten. Und zweitens, so stellt Richter Haberzettl fest, sei G. ja gar nicht wegen Besitz, sondern wegen Handeltreiben angeklagt. Und Handeltreiben sei auch zukünftig eine Straftat.

„Angeschobene Geschäfte“

Aber Stiefel-Bechdolf nennt ein weiteres fast politisches Argument für ihren Mandanten. Ihr Mandant wurde über einen längeren Zeitraum von mindestens fünf verdeckten Ermittler:innen beobachtet, die auch aktiv mit ihm Geschäfte machten. Sie spricht von „angeschobenen Geschäften“ und „angeschobenen Mengen“, also möglicherweise von etwas, das eine Anstiftung sein könnte, wären nicht Beamt:innen die Geschäftspartner gewesen. Sie stellt die Rechtmäßigkeit dieses Vorgehens in Frage, wenn sie fragt: „Wann ist denn genug? Wann schreite ich ein? Wie lange schaue ich zu?“ Gerade das schwerste Delikt, das ihrem Mandanten vorgeworfen wird, das verabredete, aber nicht zustande gekommene Geschäft über 20 Kg Marihuana, sei nur durch das Nichteingreifen der Behörden überhaupt ermöglicht worden, will sie damit in den Raum stellen. „Und die Staatsanwaltschaft schaut zu.“

In der mündlichen Urteilsbegründung wird dieses Argument nicht wirklich aufgenommen – einzig die Tatsache, dass das Marihuana, das an die verdeckten Ermittler:innen verkauft wurde, nicht in Verkehr kam, wurde in der Strafzumessung berücksichtigt.

„Organisationshaft“

Aber auch Richter Haberzettl sah sich gezwungen, einige Worte über „die Politik“ zu verlieren. Hintergrund ist, dass nicht genügend Therapieplätze für den Massregelvollzug zur Verfügung stehen. Wenn der Maßregelvollzug angeordnet ist, haben die Verurteilten ein Recht auf diese Therapie. Kann keine Therapie angeboten werden, müssen die Menschen freigelassen werden. Bereits Anfang 2022 berichtet die Staatsanwaltschaft Heilbronn, dass auf diese Weise bereits mehrere Straftäter ohne Therapie entlassen wurden – was wahrscheinlich weder diesen Personen noch der Gesellschaft nutzt.

Aufgrund der langen Untersuchungshaft, die auf die Haftstrafe angerechnet wird, entsteht insbesondere bei G. das Problem, dass er die Therapie sofort antreten könnte – wenn man denn einen Therapieplatz für ihn findet. Bei R. könnte die Therapie ab dem 2. Februar 2022 beginnen. Auch er könnte daher bald in Freiheit sein, wenn es keinen Therapieplatz gibt.

„Der Staat muss das tun, tut es aber nicht“

Haberzettl bemüht das Grundgesetz, wenn er sagt, dass die Behörden die vom Gericht angeordneten Maßnahmen auszuführen haben. „Der Staat muss das tun, tut es aber nicht“, muss er die Realitäten anerkennen und kritisiert damit die verantwortlichen Landesbehörden. „Wenn das so ist, dann erschreckt mich das“, sagt Haberzettl und spricht davon, dass G. jetzt in „Organisationshaft“ gehe. Diesen Begriff gebe es im Gesetz nicht, das sei ein frei erfundener Begriff. Er wirkt ehrlich betroffen von der Situation, dass Rechtsprechung möglicherweise durch die verantwortlichen staatlichen Institutionen nicht umgesetzt werden kann.

Aus diesem Grund ist es nicht auszuschließen, dass die beiden Verurteilten in Kürze und ohne Therapie die Haftanstalt verlassen können.

Text: Matthias Lauterer

Verteidigerinnen Kristina Brandt (links) und Anke Stiefel-Bechdolf. Foto: GSCHWÄTZ




24 Seelenschmeichler

„Das Leben gibt uns immer das, was wir aus tiefstem Herzen über uns glauben.  Denn das ist die Schwingung, die wir aussenden.“

 

Gemäß der Resonanzfeldtheorie des Bestsellerautors Frankh Franckh (unter anderem auch Auto des Buches „Erfolgreich wünschen“) erfüllen sich unsere tiefsten innersten Wünsche in der Regel im Leben. Aber die tiefsten innersten Wünsche sind auch gleichzusetzen mit dem, was wir glauben, wert zu sein und im Leben verdient zu haben.

Oftmals gibt es einen großen Unterschied zwischen dem, was wir uns wünschen, etwa mehr Gehalt, und dem eigentlichen Glauben, ob wir das verdient haben.

Denn wenn wir wirklich im tiefsten Inneren daran glauben, dass wir das auch wirklich verdient haben, strahlen wir das nach außen auch aus, treten anders auf und erfüllen uns damit selbst unseren eigenen Wunsch.