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Galgen, Chemiefabrik, Theater und ein Astronaut

Erstmals hat der Verein StadtGeschichte Künzelsau e.V. die Geschichte Künzelsaus in einem selbst herausgegebenen Buch zusammengefasst. Auf 200 Seiten erklärt Autor Ehrenfried Biehal die Geschichte der Stadt und ihrer Teilorte seit der ersten schriftlichen Erwähnung. Er dokumentiert, stellt Zusammenhänge her und zeigt viele Bilder von historischen und zeitgeschichtlichen Objekten, die man täglich sieht und von deren Historie man oft nur wenig weiss.

Biehal berichtet, dass öfter an den Verein herangetragen wurde, der Verein würde sich zuwenig mit den Teilorten beschäftigen. Da kam das 50. Jubiläum der Verwaltungsreform, durch die einige Teilorte zu Künzelsau eingemeindet wurden, gerade recht, um die Teilorte in den Fokus zu rücken: Neben der Ausstellung im Stadtmuseum, zu der der Verein fiktive Zeitungen zur Dorfgeschichte beigetragen hatte, veranstalteten Stadt und Verein gemeinsam eine Reihe von Stadtteilrundgängen, die sich großer Nachfrage erfreuten. „Das Buch entstand letztlich als Antwort auf die Frage, was machen wir, wenn die Ausstellung vorbei ist?“, berichtet Biehal.

Industriegeschichte Künzelsaus

Die Schlossmühle, die Keimzelle einiger heutiger Weltmarktführer. Foto: StadtGeschichte Künzelsau e.V.

Jeder kennt die bekannten Firmen, die aus Künzelsau stammen und die bis heute im Stadtbild und auf den Märkten der Welt präsent sind. Kaum bekannt ist, dass Künzelsau einst ein Zentrum der Leder- und Schuhindustrie war oder dass es eine Sodafabrik gegeben hat. Selbst Zigarren wurden hier hergestellt. Einige dieser Firmen gingen zugrunde, weil Künzelsau erst 1892 an das Eisenbahnnetz angebunden wurde. Die Anbindung an die Verkehrsnetze ist bis heute ein Thema, das die Politiker und Produzenten beschäftigt.

300 Mitglieder engagieren sich im Verein

Die Geschichte des Vereins hängt eng mit der Lokalpolitik zusammen: 2003 sollte die städtische Sammlung „übergeben werden“ an Museen und Institutionen, die nicht in Künzelsau beheimatet sind. Eine Gruppe von Bürgern wollte das nicht so hinnehmen und gründeten einen „Arbeitskreis Stadtmuseum“, der unter dem Motto „Stadtmuseum – wir küssen Dich wach“ aktiv wurde. So aktiv, dass der Gemeinderat letztlich den Beschluss rückgängig machte. Seit 2010 werden die Objekte der städtischen Sammlung im Stadtmuseum in der Schnurgasse ausgestellt.

2014 wurde aus dem Arbeitskreis, der innerhalb des Fördervereins Künstlerfamilie Sommer arbeitete, schließlich der Verein StadtGeschichte Künzelsau e.V. Der Anlass war erfreulich: Das Haus „Stadtvilla 1897“ wurde dem kurz vorher gegründeten Verein von einer Bürgerin vermacht. Der Verein hat das historische Gebäude renoviert und nutzt es für Veranstaltungen.

Wenn es um die Vereinsaktivitäten geht, erwähnt Biehal immer wieder die Zusammenarbeit mit der Stadt Künzelsau, insbesondere mit dem Stadtarchivar Stefan Kraut. So auch, wenn er von der Verlegung der Stolpersteine spricht. Diese Aktionen mit dem Künstler Gunter Demnig wurden vom Verein Stadtgeschichte in Zusammenarbeit mit der Stadt, den Künzelsauer Senioren (KÜSS) und den Schulen durchgeführt: „Eine gute Möglichkeit, jungen Menschen ein Bewusstsein für die Geschichte zu vermitteln“, erklärt Biehal.

Inzwischen hat der Verein rund 300 Mitglieder, das Motto heißt inzwischen „Stadtgeschichte – wir halten Dich wach.“

Mehr als die Hälfte des Buchs gehört den Stadtteilen

Den Teilorten widmet Biehal mehr als die Hälfte der Seiten. Eindrucksvolle Bilder aus der Übergangszeit von der muskel- zur benzingetriebenen Landwirtschaft in aus Steinbach, der Galgen von Laßbach, die jüdische Geschichte Nagelsbergs oder der Postraub von Mäusdorf sind nur einige wenige der Schlaglichter, die Biehal in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Ortsvorstehern zusammengetragen hat.

Auch Bier wurde früher in Künzelsau gebraut. Foto: StadtGeschichte Künzelsau e.V.

„Für Einsteiger“

Das Buch soll, so Biehal „ein Nachschlagewerk, ein erster Einstieg in die Stadtgeschichte“ sein. Einen geschichtswissenschaftlichen Anspruch erhebt er nicht. „Für Einsteiger“ sei das Buch gedacht, aber auch für Künzelsauer, ehemalige Künzelsauer und zukünftige Künzelsauer sei das Buch bestimmt interessant.
Auf die Anmerkung, dass das Buch ja genau zum richtigen Zeitpunkt, kurz vor Weihnachten, herausgekommen sei, lächelt Biehal verschmitzt.

Das Buch „Künzelsau – unsere Stadt mit ihren Stadtteilen … damals und heute …“ ist zum Preis von 20 Euro beim Verein StadtGeschichte e.V., bei LOTTA, Optik Müller und bei der Buchhandlung Lindenmayer und Harsch erhältlich.

Text: Matthias Lauterer

 

 




„Es macht einfach Spaß, hier zu sein“

Jedes Jahr am ersten Adventwochenende öffnet der Forchtenberger Weihnachtsmarkt seine Stände, für Menschen von Nah und Fern. Dabei verwandelt sich Forchtenberger immer wieder aufs Neue in eine Märchenstadt. Geschmückt mit kleinen Hüttchen aus denen die verschiedensten Gerüche strömen oder die verschiedensten Farben leuchten. Überall ist es festlich beleuchtet und man findet kleine Weihnachtsbäumchen. Da kommt doch Weihnachtsstimmung auf, oder?, möchte GSCHWÄTZ_Reporterin Cora-Lee Pusker von den Besucher:innen wissen und hat sich am Samstag, den 26. November in den kuschlig-engen Alstadtgässchen Forchtenbergs einmal weihnatlich verzaubern lassen.

Ohne Glühwein geht nix

„Naja so ein bisschen, noch nicht so ganz, aber deswegen sind wir ja hier“, sagt die 18-Jährige Melina Schneider aus Criesbach, die mit einer Freundin unterwegs ist. „Der erste Weihnachtsmarkt in diesem Jahr,“ betont ihre 17-jährige Freundin Patrizia Mertz. Die beiden sind gespannt und freuen sich auf das vorweihnachtliche Highlight. „Schauen wir mal, wie das wird.“ Geplant für das Ins-Stimmung-Kommen sind die berühmten Weihnachtsmarktgetränke: Glühwein und Punsch.

„Man merkt langsam, dass es ankommt“

Aber es gibt nicht nur Punsch und Glühwein auf dem Forchtenberger Weihnachtsmarkt, am Stand von Dieter Haag gibt es sogar noch Glühmost. Standmitarbeiterin Elena Müller beobachtet allerdings noch eine gewisse Vorsicht bei den Marktbesuchern. „Bei dem Glühmost müssen die Leute erst noch probieren ob es ihnen schmeckt, aber man merkt langsam, dass es sehr gut ankommt.“ Der Standinhaber hat seine Vorräte mit 20 Litern Glühmost ebenfalls 20 Liter beim Kinderpunsch und sogar mit 60 Litern beim Glühwein aufgefüllt. Dabei ist aber noch Kapazität da. „Wir können noch Nachschub holen, das ist kein Problem.“ Und er befürchtet das auch tun zu müssen, denn die Besucher haben Durst.

Ziegen- und Lammwürste

Nicht nur der Glühwein wird weiterempfohlen, auch wenn er ganz klar das Rennen gewinnt, sondern auch Langos und Crêpes werden von den beiden jungen Besucher:innen Maja Weber und Vilte Garnicke weiterempfohlen. Und einen ganz exotischen Tipp hörte man von dem Ehepaar Bauer aus Weißbach. Margot Bauer und Helmut Bauer schwören auf die Ziegen- und Lammwürste, die am Forchtenberger Weihnachtsmarkt verkauft werden. „Alle Jahre wieder kommen wir hier vorbei, es ist Tradition am ersten Adventwochenende.“

„Es macht einfach Spaß, hier zu sein“

Auch die Bastelstandinhaberin Petra Sell ist schon das vierte Jahr dabei. Durch Zufall kam sie dazu, denn eine Freundin von ihr wohnt in Forchtenberg, dadurch hat sich Petra Sell den Weihnachtsmarkt einmal angeschaut. „Es war gleich klar, da muss ich dabei sein.“ Und nun verkauft sie bunte Weihnachtsdekoration, kreativen Baumschmuck und riesige Origamisterne. Sichtlich glücklich berichtet sie von ihren Verkaufserlebnissen. „Es ist so toll, die vollen Gassen und die weihnachtliche Stimmung mit der ganzen Beleuchtung zu sehen. Es macht einfach Spaß, hier zu sein. Und ich habe schon viel verkauft.“

Weihnachtszucker

Ebenfalls fleißig am Verkaufen war die kleine Mila, die von ihrem Kindergarten aus bei einem Stand fleißige Helferin war. Die Fünfjährige berichtet von einer Variation aus Süßigkeiten, die sie verkauft hat. „Kekse, Mandeln, Weihnachtszucker und sogar Weihnachtsschmuck hat sie verkauft. Jetzt lässt Mila Morow den Abend mit Mama, Papa und kleiner Schwester bei Schokofrüchten ausklingen.

Taschen aus Dosenclips

Eine ganz originelle Idee hat Olivia Dusel, aus Neckarwestheim, an ihrem Stand anzubieten. Sie bastelt aus Dosenclips Taschen, Gürtel, Armbänder und weitere kreative Dinge. „alle wundern sich immer aus was das ist, dann zeige ich die Dose und dann kommt das Ah.“ Ihr Bruder war hierfür die Inspiration. Er lebte in Mexico. Ihre Schwester brachte nach einem Besuch genauso eine Tasche als Mitbringsel mit. Leider verstarb ihr Bruder, dennoch verkaufen Olivia Dusel und ihre Schwester die verschiedenen Sachen, welche sie aus Mexico bekommen. „Armbänder und Gürtel machen meine Schwester und ich inzwischen selbst.“ Die Materialien bekommen sie auch hierfür aus Mexico. „Wir kaufen die Dosenclips in Kiloware, denn die Menschen sammeln die Dosen und bevor sie diese ebenfalls in Kiloware abgeben, um Geld zu verdienen machen sie eben diese Clips ab und können diese auch noch verkaufen.“ Das hilft nicht nur den Menschen dort, sondern ist auch noch gut für die Umwelt eine spannende Sache.

Auf dem Forchtenberger Weihnachtsmarkt findet man immer wieder etwas Neues und GSCHWÄTZ ist schon gespannt was wir nächstes Jahr, neues entdecken und welche alten Weihnachtsmarkt-Hasen man wieder trifft. Denn: „Alle Jahre wieder.“

Text, Fotos & Video: Cora-Lee Pusker

 




Jimby Jones and the Lizards of Love zum ersten Mal bei der KÜNightLive

Es gibt viele gute Musiker und Bands in der Region. Und, sie helfen sich auch gegenseitig aus: Am 7. Dezember 2022 treten die Jungs von Jimby Jones and the Lizards of Love dem KÜNightLive-Publikum im Foyer des Künzelsauer Rathauses zum ersten Mal auf. Sie springen liebenswerterweise für „Keep Alive“ ein. Die Band musste ihren angekündigten Auftritt krankheitsbedingt absagen.

Wenn Jimby Jones in die Instrumente greifen, schwingt mit jedem Ton eine gehörige Portion gute Laune, Witz und Charme mit. Der Draht zum Publikum ist vom ersten Takt an da und schon geht‘s auf einen Ritt durch die Musikgeschichte von Rock’n’Roll-Klassikern über Reggae-Hits bis hin zu Gassenhauern der Hosen und der Ärzte. Die charismatischen Jungs heizen mit viel Musik und noch mehr spontanem Humor ein und machen so den Abend zu einem Erlebnis.

Infos und Karten

Karten gibt es für zehn Euro bei der Stadtverwaltung Künzelsau, Renate Kilb, mailto:renate.kilb@kuenzelsau.de, Telefon 07940 129-121 sowie an der Abendkasse.

Weitere Termine

07. Dezember 2022 Jimby Jones and the Lizards of Love
11. Januar 2023 Shadows Revenge
01. Februar 2023 The Uniques
08. März 2023 Steel, Wine & Honey

Pressemitteilung Stadt Künzelsau

 

 




15-Jähriger in Bus belästigt

Das Polizeirevier Künzelsau sucht nach Zeugen, nachdem ein Unbekannter am vergangenen Dienstag einen 15-Jährigen in einem Bus belästigte. Der Jugendliche fuhr gegen 20.45 Uhr mit dem Linienbus Nummer 28 vom Bahnhof Hessental in Richtung Kupferzell. Beim zentralen Omnibusbahnhof in Schwäbisch Hall stieg ein Mann ein und setzte sich hinter den 15-Jährigen. Als der Bus von der B 19 nach rechts auf die Öhringen Straße einbog, soll der Unbekannte den Kopf und das Gesicht des Jugendlichen berührt haben. Später drückte er mit den Händen gegen den Hals des 15-Jährigen. Als der Jugendliche an der nächsten Haltestelle aussteigen wollte, fasste der Mann ihn nochmals an und zog ihn zu sich.

Der Jugendliche verständigte die Polizei

Letztendlich konnte der Jugendliche an der Haltestelle „Lagerhaus Kupferzell“ aussteigen und die Polizei verständigen. Der Mann wird als 25 bis 30 Jahre alt, mit dunklem Teint und 1,75 bis 1,80 Meter groß beschrieben. An seinem rechten Ohr trug er zwei silberfarbene Ohrstecker. Er hatte schwarze Haare und trug eine dunkle Jacke sowie einen Kapuzenpullover. Zeugen, die Hinweise zur Tat oder dem Täter geben können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 07940 9400 beim Polizeirevier Künzelsau zu melden.

Pressemitteilung Polizei HN




Ukrainische Frau sucht Wohnung und Arbeit

Eine ukrainische Frau, die im Zuge des Krieges in ihrem Heimatland im Hohenlohekreis mit ihren zwei Kindern gestrandet ist, sucht schnellstmöglich eine Wohnung und eine Arbeit im Raum Künzelsau. Die Ehrenamtlichen, die sie betreuen bei der Integration in der neuen Kultur, beschrieben die Frau als sehr engagiert, hilfsbereit und fleißig.

Das Landratsamt des Hohenlohekreises sowie die Stadt Künzelsau konnten hier bislang nicht weiterhelfen.

Wer hier unterstützen kann, mit Wohnraum oder einer Arbeit, darf sich gerne an die Redaktion GSCHWÄTZ wenden. Wir leiten den Kontakt dann weiter beziehungsweise stellen den Kontakt dann her:

Redaktion GSCHWÄTZ

Gaisbacher Str. 6

74653 Künzelsau

Telefon: 07940/93 555 7

WhatsApp: 0172/68 78 474




„Es fühlt sich an wie ein Traum…“

… aber ich weiß, er ist wahr geworden, denn ich gehöre zu den zehn Stipendiat*Innen an der Freien Schule Anne-Sophie. Seit ich an der Schule bin bewunderte ich meine Vorgänger*Innen und nun gehöre ich dazu“, so die 17-jährige Antonia Fischer, die mit neun weiteren Bewerber*Innen eine bedeutende finanzielle und schulische Förderung mit Sondermaßnahmen durch die Stiftung Würth erwarten darf. Helmut Jahn, Vorstand der Stiftung Würth und selbst Mitglied der Jury, war überrascht über den neuen Höchststand an Bewerbungen und vor allem über deren Qualität von der Primarstufe bis zu den Abiturient*Innen. Die feierliche Übergabefeier in der Aula mit rund 380 Teilnehmer*Innen wurde zu einem faszinierenden Fest der Schulgemeinde.

Die Moderatorinnen Lilly Heger und Anouk Roth, zudem Jurymitglieder, hatten sich immer wieder kreative Effekte einfallen lassen, um das Programm mit besonderen Höhepunkten kurzweilig und motivierend zu gestalten. Akteure waren durchweg Stipendiat*Innen, die durch Einblicke in ihre Talente Spannung, Begeisterung und vor allem Motivationen erzeugten.

Der begnadete Schauspieler Leo Neuweiler hatte gleich zu Beginn die Aufgabe, die anderen neun Stipendiat*Innen und die die anwesenden Eltern, Lernpartner*innen und Lernbegleiter*Innen einzustimmen. In einem späteren Beitrag wurde er zu einem „kleinen schwäbischen Einstein“, dessen Formel zur Berechnung der Lehrerarbeitszeit die Kultusministerin erfreuen würde.

Die Stipendiat*Innen aus dem Bereich Musik begeisterten am Klavier, so der achtjährige Jonas Diehm und der 13-jährige Marcel Braun. Beide spielten ohne Noten und wir können nur auf deren Abschneiden bei „jugend musiziert“ gespannt sein. Beáta Lakatos, international erfahren im europäischen Jugendorchester und im baden-württembergischen Jugendorchester erhielt ebenso frenetischen Beifall wie Lana Lingner als Solosängerin und die Schulband unter der Leitung von Achim-Schweitzer-Seidel.

Bei der Verleihung der Kunststipendien an Antonia Fischer und Sina Klugesherz wurden diese gefordert, in dem sie sich gegenseitig mit der Kunst der anderen auseinandersetzten und diese interpretierten.

Mit Kurzvideos präsentierten sich die Spitzensportler Pablo Riveros Teruel, Fußball, Quentin Grieser, Fahrrad und Downhill, sowie Lena Stemper, Mitglied der deutschen Nationalmannschaft und amtierende deutsche Jugendmeisterin. Allen dreien wird eine große Sportkarriere vorausgesagt.

Für Gesamtleiterin Angelika Schmidt war es oberste Priorität, sich von den Begabungen beeindrucken und begeistern zu lassen. In ihrer Anerkennung fand sie die richtigen Worte auch für diejenigen, deren Bewerbung in diesem Jahr nicht erfolgreich waren.

Der an der Freien Schule Anne-Sophie zuständige Beauftragte für das Begabtenstipendium, Wolfgang Schiele, betonte die Selbstverständlichkeit, mit der sich die Stipendiat*Innen in den Schulalltag einbringen und ihr Können weitergeben, sowie davon zu berichten.

Die Stipendiaten der Freien Schule Anne-Sophie 2022:

Kunst: Antonia Fischer, Sina Klugesherz; Sport: Pablo Riveros Teruel, Quentin Grieser, Lena Stemper; Theater: Leo Neuweiler; Musik: Jonas Diehm, Beáta Lakatos, Marcel Braun, Lana Lingner.

Fotos: Benjamin Grell

Bildunterschrift:

Pressemitteilung FSAS




Weihnachtspaten gesucht

„Kinder sind nicht nur die Hoffnung auf morgen, sondern die Freude im Heute.“ [@Damaris Wieser]

Im Rahmen unserer GSCHWÄTZ Weihnachtsaktion: „Weihnachtspate gesucht“ möchten wir Kindern, die aus dem Kriegsland Ukraine geflohen und bei uns im Hohenlohekreis gestrandet sind, eine kleine Weihnachtsfreude bereiten.

Um sich etwas fortbewegen zu können, wünschen sich die Kinder einen Roller. Dieser muss nicht neu sein, sondern kann auch gerne gebrauch, aber voll funktionsfähig sein. Neue Roller gibt es ab 30 Euro.

Die Weihnachtspaten können gerne bei der Übergabe dabei sein.

Info: Redaktion GSCHWÄTZ, Gaisbacher Str. 6; 74653 Künzelsau; Mail: gschwaetz@gschwatze.de; Telefon: 07940/93 555 7; WhatsApp: 0172/68 78 474

„Es gibt viele Menschen, denen es nicht so gut geht. Der Krieg in der Ukraine ist einfach nur unvorstellbar und ruft unfassbares Leid hervor. Die Mütter und Kinder kommen teilweise stark traumatisiert bei uns im Hohenlohekreis an, manchmal mit nichts als ihrer Kleidung, die sie am Leib tragen. Nun kommt Weihnachten. Wie schlimm muss es sein, alles zurückzulassen und verloren zu haben? Diese Roller sollen ein kleiner Willkommensgruß an Weihnachten sein, ein Zeichen, dass sie nicht alleine sind, auch nicht in dieser neuen, fremden Kultur“, so GSCHWÄTZ-Herausgeberin Dr. Sandra Hartmann, die ebenfalls eine Weihnachtspatenschaft für ein Kind übernimmt und einen Roller spendet.

 




Ochse, Esel, Elefant und Känguru

Die klassische Weihnachtsgeschichte aus dem Lukasevangelium von der Ankündigung des Messias durch Jesaja, über die Herbergssuche, die Geburt Christ bis zur Huldigung durch die Weisen aus dem Morgenland erzählen die Krippendarstellungen aus aller Welt, die vom ersten Advent bis zum 29. Januar 2023 im Museum Würth (Verwaltungsgebäude) gezeigt werden, in bildhafter Sprache, mit der traditionellen Figürlichkeit und den Materialien der jeweiligen Region.

Herbergssuche. Eine Darstellung aus Deutschland. Foto: GSCHWÄTZ

Dr. Christoph Becker, Vorsitzender des Kunstbeirats der Würth-Gruppe, führt in die Entwicklung der weihnachtlichen Krippenkultur ein: Entstanden in katholischer Tradition in Italien fanden die Krippen seit dem 13. Jahrhundert ihren Weg in die katholische Welt Europas, wo sich jeweils eine lokale Tradition entwickelt hat.

Typische neapolitanische Darstellung. Foto: GSCHWÄTZ

Krippen als Produktwerbung für die Kirche

Während der Reformation fanden die Krippen ihren Weg in die Wohnstuben von Menschen –  für die Protestanten der damaligen Zeit waren die bildhaften Darstellungen, wie sie in katholischen Kirchen bis dahin gezeigt wurden, nicht mehr erwünscht. Und in der Gegenreformation ab dem Ende es 16. Jahrhunderts sollten, so drückt es Becker aus, die Krippen „Werbung machen für Menschen, die sich von der trockenen Art der Verkündung abwenden“ – das scheint gelungen, viele Krippen strahlen, vor allem in den Nebenfiguren, eine wahre Lebensfreude aus: Da wird musiziert und getanzt, es werden aus dem Volk alle Gaben, die die Landwirtschaft hergibt, zum Stall gebracht. Traurige Menschen sieht man im Umkreis der Krippe nicht.

Figuren aus Portugal. Foto: GSCHWÄTZ

„Das sind ja wir“

Die zeitgenössische und regionale Kleidung der Krippenfiguren zeigt den Gläubigen: „Das sind ja wir“, erklärt Becker.  „Es ist schon eine Art kirchliche Propaganda“, die den Menschen das Dogma der Jungfrauengeburt nahebringen sollte.

Alle Materialien, die zur Verfügung stehen

Kuratorin Carla Mannschedel betont die Materialvielfalt. Es wurden alle Materialien benutzt, die zur Verfügung standen: Nicht nur Krippen aus Holz, Stein und Ton, sondern auch aus Salzteig, Metall, ja sogar Krippen aus einem Straußenei und einem Walzahn sind zu sehen.

Ein peruanischer Krippenschrein, ein „Retablo“. Foto: GSCHWÄTZ

Auch die dargestellten Figuren unterscheiden sich regional: So gibt es eine arktische Krippe, in der nicht Ochs und Esel, sondern Eisbär, Robbe und sogar ein offenbar weitgereister Pinguin zu erkennen sind. Elefanten, Känguruhs sind dabei – eine wahre Mammutaufgabe für Kinder, all die Tiere zu finden, die in unseren Breiten nicht traditionell zur Krippe gehören. Sie werden allerdings von einem eigens für Kinder geschaffenen Audio-Guide bei ihren Entdeckungen unterstützt.

Krippe von K.Limpke mit grönländischem Motiv und einem weitgereisten Pinguin. Foto: GSCHWÄTZ

Von großer Kunst über Kunsthandwerk bis hin zu dem, was in unseren Augen kitschig wirken mag, ist alles vertreten. Die Interpretation der Geburtsgeschichte ist vielfältig: mal opulent ausgeschmückt, mal eher karg. Realistische Figuren wechseln sich mit künstlerisch verfremdeten Darstellungen ab. Krippen zeigen unterschiedlichste Umgebungen, mal mit gesellschaftlichem Leben rundherum, mal völlig losgelöst.

Rund um diese Geburtsszene aus Togo geht das Leben seinen üblichen Gang. Foto: GSCHWÄTZ

Ulfert-Buchholz-Sammlung

Die Direktorin der Sammlung Würth, C. Sylvia Weber, erklärt, dass die Krippen nicht ursprünglich von Würth gesammelt wurden: Die Präsentation beruht auf der Ulfert-Buchholz-Sammlung, der Krippen-Sammlung von Edwin und Wilma Buchholz, benannt nach dem Sohn des Ehepaars. Die private Sammlung von rund 700 Krippen aus mehr als 130 Ländern von fünf Kontinenten fand 2002 Eingang in die Sammlung Würth. 150 Krippen dieser Sammlung sind in Gaisbach ausgestellt, viele andere sind während der Adventszeit an andere Museen ausgeliehen.

Vom 25. Dezember 2022 bis 29. Januar 2023

Die Ausstellung „Ochse, Esel, Elefant und Känguru – Weihnachtskrippen von Neapel bis Sydney in der Sammlung Würth“ ist bis 29. Januar täglich von 11 bis 18 Uhr im Museum Würth in Künzelsau zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Moderne Interpretation der Krippenszene von Marc Fromm. Foto: GSCHWÄTZ

 

Ein katalanischer Caganer darf nicht fehlen. Foto: GSCHWÄTZ

Begleitprogramm zur Ausstellung im Alma Würth Saal, Museum Würth

  • Krawall im Stall: Lesung für Kinder mit Veronika Fischer, Sonntag, 4. Dezember 2022, 11 Uhr
  • Charles Dickens Weihnachtsgeschichte: Live-Hörspiel für die ganze Familie mit Max Urlacher, Sonntag, 11. Dezember 2022, 14 Uhr
  • Pendel-Marionettentheater, Mittwoch, 28. Dezember und Donnerstag, 29. Dezember 2022, jeweils 11 Uhr
  • Mein Lieblingstier heißt Winter? Lesung mit Ferdinand Schmalz, Sonntag, 22. Januar 2023, 17 Uhr

Eintritt frei. Begrenzte Platzzahl.

  • Öffentliche Führungen, Dauer: 60 Minuten, 6 Euro pro Person, jeden Sonntag, jeweils 15 Uhr

Um Anmeldung per E-Mail an museum@wuerth.com wird gebeten.

Text: Matthias Lauterer




„Außergewöhnliche Möglichkeit“

Berlin – Im Abgeordnetenbüro von Kevin Leiser (SPD) absolvierte Luca Hoch ein vierwöchiges Praktikum.

„Mein Fazit ist, dass ich unheimlich viel gelernt habe und mitnehmen werde. Ich bin Herrn Leiser, sowie seinem Team,
extrem dankbar für diese außergewöhnliche Möglichkeit. Die Arbeit eines Bundestagsabgeordneten live mitzuerleben und
mitzugestalten war äußerst spannend. Mein Praktikum möge enden, meine Zeit im Bundestag aber nicht. Ich kann mir gut
vorstellen, dass mich mein Weg in Zukunft noch einmal in den Bundestag führt“, so Luca Hoch.

Der gebürtige Offenburger unterstütze die Mitarbeiter:innen bei ihrer Beschäftigung im Büro, wirkte bei der
Öffentlichkeitsarbeit mit und begleitete Mitarbeiter:innen sowie Kevin Leiser zu unterschiedlichen
Veranstaltungen. „Die Sitzungswochen, in denen es für alle Abgeordneten und ihre Mitarbeiter:innen sehr viel zu tun gibt, hat er super gemeistert“, sagte Kevin Leiser über den Praktikanten.

Kevin Leiser (rechts) mit Praktikant Luca Hoch. Quelle: privat




UPDATE: Leichenfund in Künzelsau

Am Donnerstag, 24. November 2022, wurde laut Angaben der Pressestelle der Polizei Heilbronn gegen 11:15 in Künzelsau eine Leiche gefunden. Die Leiche habe sich bereits in einem Zustand der Verwesung befunden.

Weitere Informationen, beispielsweise über den Fundort oder das Geschlecht der Leiche hat die Polizei noch nicht bekanntgegeben. Die Ermittlungen, ob es sich um eine Straftat oder einen natürlichen Todesfall handelt, laufen.

Update: inzwischen hat die Polizei mitgeteilt, dass es sich um eine 63-jährige Person handelt, die in einem Gebäude gefunden wurde. Derzeit geht man nicht von Fremdverschulden aus.