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Großes Parkhaus für Künzelsau

Die Stadt Künzelsau beabsichtigt den Neubau eines Parkhauses an zentraler Stelle am Stadteingang Stuttgarter Straße. Durch die neue Anordnung und Aufteilung des Neubaus des Kreishauses besteht die Möglichkeit, an der Stuttgarter Straße ein städtisches Parkhaus zu errichten. So kann dem bereits in vorangegangenen Wettbewerben bestehenden Wunsch nach weiteren öffentlichen Parkierungsoptionen Rechnung getragen werden. Der Neubau des Parkhauses soll zudem Lösungen und Vorschläge für zukünftige Teilersatznutzungen wie beispielsweise den öffentlichen Raum belebende Kleingewerbeeinheiten aufzeigen, um so auch auf ein sich in Zukunft änderndes Mobilitätsverhalten flexibel reagieren zu können.

Preisgericht kürte Entwurf des Büros LIMA mit erstem Preis

Um den besten Entwurf für diese Planungsaufgabe zu finden, hatte die Stadt Künzelsau einen Realisierungswettbewerb mit Ideenteil ausgeschrieben. Das Preisgericht tagte am Donnerstag, 24. November 2022. Als Sieger ging der Entwurf des Büros LIMA Architekten, Lisa Bogner und Tobias Manzke, aus Stuttgart hervor.

Der Jury unter dem Vorsitz von Professor Martin Haas gehörten Bürgermeister Stefan Neumann, Mitarbeitende der Stadtverwaltung, Vertretern von Gemeinderat und Landkreis sowie verschiedene Fachpreisrichter an. Ziel des Wettbewerbs war es, für den Neubau des Parkhauses ein qualitätsvolles, wirtschaftliches und nachhaltiges Gebäude zu erhalten, das auf die städtebaulichen und funktionalen Anforderungen sensibel und angemessen antwortet.

Nachhaltigkeit

„Der Entwurf von LIMA architekten bedeutet den Auftakt der für Künzelsau so wichtigen Bebauung vom neuen Stadteingang“, hält Bürgermeister Stefan Neumann fest. „Unsere Erwartungen in Bezug auf Nachhaltigkeit und Darstellungen unterschiedlichster Mobilitätsformen greift der Entwurf in beeindruckender Form auf. Das Parkhaus bildet einen markanten und eigenständigen Auftakt und bündelt die unterschiedlichen Verkehrsströme in optimaler Art und Weise. Ich freue mich auf die ersten Gespräche zur Realisierung mit den Architekten.“

Offenes, helles und einladendes Parkgebäude

Lisa Bogner und Tobias Manzke haben ihr Architekturbüro LIMA architekten vor rund zehn Jahren in Stuttgart gegründet. Zu ihrem Entwurf für den Neubau des Parkhauses und der Auszeichnung mit dem ersten Preis sagen sie: „Auch wir sind gespannt auf das erste Gespräch im neuen Jahr mit der Stadtverwaltung. Ein offenes, helles und einladendes Parkgebäude soll an der Stuttgarter Straße entstehen, welches mit dem Einsatz von nachwachsenden und recycelten Baumaterialen einen großen Beitrag zum nachhaltigen Bauen leistet. Der fünfgeschossige Neubau mit den geplanten 260 Stellplätzen soll zukünftig die öffentliche Parkierung in Künzelsau erweitern und bietet auch die Möglichkeit, Elektrofahrzeuge zu laden. Ein Fahrradverleih mit Fahrradwerkstatt soll direkt an das zentrale Fahrradwegenetz angebunden werden und somit das Mobilitätsangebot erweitern. Das Parkgebäude ist als Mobilitätshub zu verstehen und ermöglicht dadurch eine zukunftsorientierte Nutzung. Die Option der Nachnutzung wurde bei der Planung ebenfalls berücksichtigt, was eine große Flexibilität und Zukunftssicherheit darstellt. Die vorgesehene Fassadenbegrünung trägt zur Verbesserung des Stadtklimas bei und lässt das Parkgebäude als vertikalen Garten im Stadtbild erscheinen.“

Multifunktional für das gesamte Quartier nutzbar

Das zukünftige Parkhaus soll für alle Besuchenden der Stadt Künzelsau zur Verfügung stehen und multifunktional für das gesamte Quartier nutzbar sein. Mit dem Projekt wird ein Teil des Städtebaulichen Rahmenplans „Stadteingang Stuttgarter Straße“ realisiert. Der Neubau soll bis Mitte 2025 fertiggestellt werden.

„Die hohe Qualität der eingereichten Arbeiten und das breit gefächerte Angebot unterschiedlicher Lösungsansätze hat mal wieder den unschätzbaren Wert von Architekturwettbewerben aufgezeigt“, so Professor Martin Haas. „Der Siegerentwurf hat am besten die umfangreichen stadträumlichen Anforderungen an das Parkhaus mit einer innovativen, begrünten Holzhybridkonstruktion umgesetzt.“

Modelle bis 5. Januar 2023 ausgestellt

Bei dem nicht offenen Realisierungswettbewerb für das Parkhaus hatten 21 Architekturbüros ihre Entwürfe eingereicht. Das Preisgericht hat drei Preisträger gekürt und zwei weitere Anerkennungen ausgesprochen.

Quelle: Stadtverwaltung Künzelsau

Modelle der fünf prämierten Arbeiten sind vom 12. Dezember 2022 bis 5. Januar 2023 im Foyer des Rathauses Künzelsau, Stuttgarter Straße 7, zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 9 bis 18 Uhr und Samstag 9 bis 12 Uhr.

Die Preisträger:

  1. Preis: LIMA architekten, Stuttgart
  2. Preis: Birk Heilmeyer und Frenzel Gesellschaft von Architekten mbH, Stuttgart
  3. Preis: KohlmayerOberst Architekten, Stuttgart

Anerkennung: BFK Architekten GmbH, Stuttgart

Anerkennung: BG: DBCO Generalplaner GmbH, Münster + DBCO GmbH, Münster + studio ELE, Köln

Foto des Modells und Ansicht des Entwurfs von LIMA architekten. Foto und Ansicht: LIMA architekten.

 




Wiedermal kracht es auf der B19

Der Rüstzug der Feuerwehr Künzelsau wurde am Montag, den 12. Dezember 2022, zu einem Verkehrsunfall mit zwei beteiligten Fahrzeugen alarmiert. Eine Person wurde in einem Fahrzeug eingeschlossen und musste von der Feuerwehr befreit werden. Zur schonenden Rettung wurde hierfür das Fahrzeugdach geöffnet. Im Anschluss konnte die Person dem Rettungsdienst übergeben werden.

Quelle: Feuerwehr Künzelsau




Weihnachtssterne aus Teebeutelverpackungen

Flyer Weihnachtssterne aus Teebeutelverpackungen. Quelle: Landratsamt des Hohenlohekreises




Wir sagen DANKE für eine neue Wohnung für eine Frau, die alles zurücklassen musste

Die ukrainische Frau, die mit ihrem beiden Kindern im Hohenlohekreis gestrandet ist, nachdem sie aus ihrem Heimatland geflohen ist, hat nun eine Wohnung in Künzelsau gefunden.

Wir sagen DANKE an alle, die sich nach unserem GSCHWÄTZ Aufruf bei unserem gemeldet haben. Die Wohnung ist fast unmöbliert. Was hier noch dringend benötigt wird sind vor allem drei Betten, ein Esstisch, Stühle und Lampen. Gerne gebraucht.

Die Frau, die auch ehrenamtlich bereits sehr engagiert in Künzelsau ist, sucht ebenfalls noch nach einer Arbeit.

Kontakt über unsere Redaktion: info@gschwaetz.de; WhatsApp: 0172/68 78 474




Zocken für den guten Zweck

Die eSportler bei Ziehl-Abegg schließen sich der Weihnachts-Aktion deutscher YouTuber und Streamer an, die Geld für wohltätige Zwecke einsammeln. Bei Ziehl-Abegg wird das Geld dem Albert-Schweitzer-Kinderdorf (Waldenburg) zugutekommen. Der Charity-Stream bei Ziehl-Abegg wird am Sonntag, den 18. Dezember 2022, stattfinden.
Achtung: Besucher können vor Ort nicht zuschauen, nur online. Wer mitspielen will, erhält am Veranstaltungstag über Twitch alle Infos dazu.

Charity-Streams gibt es seit 2015. Im Rahmen des Livestreams werden von den Teilnehmern überwiegend Video- und Partyspiele (keine Ego-Shooter) gespielt. Bei Ziehl-Abegg werden es folgende Spiele sein:

10 – 12 Uhr    Fall Guys
12 – 14 Uhr    League of Legends
14 – 16 Uhr    Minecraft
16 – 18 Uhr    Farming Simulator
18 – 20 Uhr    Rocket League
20 – 22 Uhr    Fifa 23

Alle Infos dort: ZIEHL-ABEGG.de/esports

Was eSports bei Ziehl-Abegg heißt: https://youtu.be/0mJViujQzEo 

Quelle: Ziehl-Abegg




Rudolf, the red-nosed Harley

Große Kinderaugen warten am Samstag, 10. Dezember 2022, in der Künzelsauer Hauptstrasse auf den Weihnachtsmann. DEN Weihnachtsmann? Eigentlich nicht, denn kurz darauf ziehen mehr als  ein Dutzend Weihnachtsmänner und -frauen auf schweren Motorrädern an den Kindern vorbei.

Romy wartet mit ihrer Mutter Linda gespannt auf den Weihnachtsmann. Foto: GSCHWÄTZ

Christmas Run for Kids in Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ

Und gleich darauf kamen sie ein zweites Mal – und diesmal hält sogar einer der Weihnachtsmänner bei jedem Kind an und verteilt kleine Geschenke.

Das Warten hat sich gelohnt. Foto GSCHWÄTZ

Kindern ein Geschenk machen, das ist das Motto dieses „Christmas Ride for Kids“, den die Harley-Davidson-Freunde Hohenlohe e.V. regelmäßig veranstalten. Nutznießer der Aktion sind die Krankenhausclowns in Schwäbisch-Hall, die Kindern im Krankenhaus ein wenig Freude spenden wollen.

Joachim Schmidt. Foto GSCHWÄTZ

„Ich kenne aus eigener Erfahrung, was die Clowns leisten“, erklärt Joachim Schmidt, einer der Organisatoren des Christmas Run. Sein eigenes Kind hat sich im Krankenhaus über die Clowns gefreut. „Kinder sind schließlich das Wichtigste, was wir haben“, ergänzt er.

Linda und Edwin mit ihrer Beiwagen-NSU von 1953. Foto GSCHWÄTZ

Das Vorbild für die Künzelsauer Veranstaltung ist ein ähnlicher Run in Basel. Schmidt zeigt ein Video, wo Hunderte von Zuschauern den vorbeifahrenden Motorradfahrern zujubeln. Ganz so viele Zuschauer sind es an diesem Samstag in Künzelsau noch nicht, aber eine dreistellige Zahl von Schaulustigen wird es schon gewesen sein. Nicht nur Kinder, sondern auch Motorradenthusiasten sind darunter, denn es gibt nicht nur Süßigkeiten, sondern sehenswerte Maschinen.  Eine Harley ist nicht verpflichtend, um am Christmas Ride for Kids teilzunehmen: Es sind Motorräder vieler Fabrikate zu sehen. Edwin und Linda präsentieren voller Stolz eine NSU mit Beiwagen aus dem Jahr 1953.

„Eine Attraktion für die Stadt“ könnte die Veranstaltung werden, schaut Schmidt in die Zukunft. Der Gewerbeverein hat in diesem Jahr die Winterlounge zur Verfügung gestellt, vielleicht könne daraus auch mehr erwachsen. Mitten ins Gespräch platzt ein Anruf: „Die Weckle sind aus“ – der Andrang der Menschen, die eine Bratwurst essen und dazu einen Glühwein oder Punsch trinken, ist unerwartet hoch. „Man kanns ja nicht gut planen, heute morgen haben wir noch aus dem Fenster geschaut, obs geschneit hat und ob wir überhaupt fahren können.“
Der Verein hat Glück gehabt: Das Wetter bleibt trocken und für das Werk der Clowns wird wohl wieder eine gute Summe zusammenkommen.

Musikalisch untermalt wird die Veranstaltung von den zwei Gitarren der Hohenloher Helden, die kassischen Rock und Blues spielen, passend zu den schweren Maschinen. Und ganz unangekündigter Chor singt Weihnachtslieder – „eine Gegendemonstration“ lacht Schmidt. Er findet das gut.

Motorradschmuck. Foto: GSCHWÄTZ

„Ich bin immer wieder überrascht, was sich die Leute einfallen lassen“, ist Schmidt vom Engagement der Vereinsmitglieder begeistert, „Vorgaben gibt es nicht, jeder schmückt seine Maschine selber“.

Hoher Besuch vom Nachbar-Motorradclub. Foto: GSCHWÄTZ

Noch bis 21:00 ist in der Winterlounge Betrieb. Die Kinder im Haller Krankenhaus freuen sich über jeden getrunkenen Glühwein und jedes verkaufte Los.

Gut was los in der Winterlounge. Foto: GSCHWÄTZ

Text: Matthias Lauterer




Klima-Zentrum lockt über 340 Hohenloher vor die Bildschirme

Das Interesse an Photovoltaikanlagen ist riesig. Dass dies auch im Hohenlohekreis zutrifft, zeigte sich beim Webinar „PV lohnt sich – eigener Sonnenstrom direkt vom Dach“, welches das Klima-Zentrum Hohenlohekreis gemeinsam mit dem Landratsamt Heilbronn anbot. Mehr als 340 Teilnehmerinnen und Teilnehmer informierten sich bei der Veranstaltung über die vielfältigen Möglichkeiten.

Hohenloher:innen wollen weiter Spitzenreiter bleiben

Eigene Energie direkt vom Dach interessiert die Hohenloherinnen und Hohenloher. Das Klima-Zentrum des Hohenlohekreises informiert über Webinare oder persönlich auf Veranstaltungen rund um das Thema Photovoltaik. Foto: AWH

Mit dem großen Interesse untermauerten die Hohenloherinnen und Hohenloher ihren Anspruch, den Ausbau von Photovoltaik auch weiterhin als Spitzenreiter voranzubringen. Denn die Region Heilbronn-Franken liegt in Sachen neu errichtete Solarparks im Landesvergleich aktuell auf Platz eins. Und obwohl erst 14% der Dachflächen im Hohenlohekreis mit PV-Anlagen bestückt sind, liegt die Region auch bei Dach- und Freiflächenanlagen zusammen auf dem ersten Platz. „Ein tolles Ergebnis, und trotzdem ist da noch ganz viel Luft nach oben“, ist sich Joachim Schröder, Leiter des Klima-Zentrums Hohenlohekreis, sicher. Derzeit sind im Landkreis pro Person im Durchschnitt erst 30,5 Watt an installierter Dachanlagenleistung zu verzeichnen – das entspricht etwa dem Verbrauch einer Glühbirne.

Das große Interesse an Photovoltaikanlagen macht sich auch auf Landesebene bemerkbar: Im laufenden Jahr werden in Baden-Württemberg voraussichtlich mehr Solarstromanlagen errichtet, als noch 2021. Damals wuchs der Bestand um rund 620 Megawatt. Bereits im ersten Halbjahr 2022 lag der Photovoltaikausbau im Ländle bei rund 382 Megawatt installierter Leistung.

Aktiv zum Klimaschutz beitragen

„Insbesondere die drastisch gestiegenen Strompreise fördern ein Umdenken hin zu erneuerbaren Energien und tragen auch aktiv zum Klimaschutz bei“, stellt Joachim Schröder fest. Entsprechend umfangreich waren die Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Webinars. Insbesondere stießen Planung und neue Möglichkeiten der Eigenstromnutzung mittels Speichertechnologien auf großes Interesse.

Weiteres Informationsangebot geplant

Das Klima-Zentrum als ein Akteur im PV-Netzwerk Heilbronn-Franken plant in den kommenden Monaten weitere Informationsangebote für Bürgerinnen und Bürger. Bei individuellen Anfragen rund um PV-Anlagen unterstützen die Experten des Klima-Zentrums auch gerne telefonisch im Rahmen der Energie-und Klimaschutzsprechstunden montags von 15 bis 17 Uhr.

Pressemitteilung Abfallwirtschaft Hohenlohekreis




„Besonderes öffentliches Interesse“

Fast zwei Jahre nach der Durchsuchung des Kocherstettener Pflegeheims Alte Harmonie (wir berichteten) wurde im Zusammenhang mit dieser Durchsuchung am 7. Dezember 2022 gegen zwei Personen verhandelt, die damals „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte“ geleistet haben sollen. Bei der Durchsuchung des Heimes wurden wohl Videokameras gefunden, mit denen – so wurde damals vorgeworfen – Angestellte bespitzelt worden sein sollen. Dieses Verfahren wurde inzwischen eingestellt, laut Aussage der Behörden, weil keine Beweise für eine tatsächlich durchgeführte Überwachung, also beispielsweise Datenträger mit Video- oder Tonaufnahmen, aufgefunden worden seien (GSCHWÄTZ berichtete).

Um diese Datenträger geht es

Und Datenträger stehen auch im Mittelpunkt des Verfahrens. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden Angeklagten vor, bei einer Wohnungsdurchsuchung, bei der nach Datenträgern mit Beweismitteln gesucht werden sollte, mittels körperlicher Gewalt Widerstand geleistet zu haben. Dabei seien ein Beamter und eine Beamtin verletzt worden. Da die Staatsanwaltschaft den Angeklagten ein „gemeinschaftliches“ Handeln vorwirft, könnte die Tat mit Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und fünf Jahren bewehrt sein.

Angeklagt sind D., ein Automobil-Testfahrer und zur Tatzeit Lebensgefährte der Angeklagten H., einer Journalistin. Vor Gericht geben beide an, inzwischen verheiratet zu sein. Weitere Angaben zur Person und zur Sache wollen sie nicht machen, die Verteidigung werde jeweils eine Erklärung zur Sache abgeben. Die Staatsanwaltschaft stellt ein besonderes öffentliches Interesse fest.

Ein drahtiger Sportler

D. ist ein Mann mit Ausstrahlung. Fast graue Haare, ein akkurat gepflegter Bart, er wirkt drahtig und sportlich. Er schaut sich mit klaren Augen selbstbewußt im Saal um. Ein wenig scheint er zu humpeln. Auch H. legt Wert auf ihr Äußeres, ist perfekt geschminkt und trägt hochwertige Kleidung. Sie macht aber keinen so selbstbewußten Eindruck, wirkt eher bedrückt.

Ein mündlicher Durchsuchungsbeschluss wegen Eilbedürftigkeit

Am frühen Morgen des 21. Januar 2021 hatte die Staatsanwaltschaft, offenbar weil kurz zuvor eine Anzeige wegen der möglichen Bespitzelung eingegangen war, einen Durchsuchungsbeschluß für das Altenheim erwirkt. Die Nachtschicht der Polizei war vor Ort bereits aktiv, als die später beteiligte Streife eintraf. Der Beschluß wurde der Einsatzleitung vor Ort telefonisch vom zuständigen Bereitschaftsstaatsanwalt K. mitgeteilt. Ein Dokument, das die genaue Spezifikation der zu durchsuchenden Räume nennt, gab es wohl zu diesem Zeitpunkt nicht. Auch später soll es, so trägt die Verteidigung vor, weder ein Dokument noch eine notwendige Dokumentation mit Begründung der Maßnahme gegeben haben.
Bei Eilbedürftigkeit ist ein telefonischer Beschluß möglich, aber der muss – so erläutert die Verteidigerin – dokumentiert sein. Eine Eilbedürftigkeit könnte man durchaus annehmen: Datenträger können notfalls schnell zerstört werden.

Warnung über die Türsprechanlage oder nicht?

Aus den Zeugenaussagen geht hervor, dass F., Geschäftsführerin der Betreibergesellschaft des Heimes, offenbar gegenüber der Polizei ausgesagt hatte, dass ihre Tochter H., hinzuzuziehen sei. Diese kam gegen 7:00 an und fuhr später mit den Beamten zu einer Wohnung in Künzelsau, wo sie ihren Laptop und ihr Handy freiwillig übergeben wollte. Die Aussagen unterscheiden sich: Hat H. ihren Lebensgefährten D. über die Türsprechanlage gewarnt, die Polizisten nicht in die Wohnung zu lassen oder hat sie das nicht getan? Vor dieser Wohnung soll es dann zu Rangeleien zwischen der Streifenbesatzung, H. und auch D., der sich in der Wohnung aufhielt, gekommen sein. Der Polizist E. soll von D. am Oberkörper gestoßen worden sein, die Polizistin O. soll von D. so gestoßen worden sein, dass sie zu Boden gestürzt ist und sich dabei am Knie verletzt hat.

War die Durchsuchung rechtmäßig

Die Verteidigerin von D., Susanne Bauknecht, zweifelt bereits die Rechtmäßigkeit des Durchsuchungsbeschlusses an, denn die Wohnung gehörte keinem der beiden Angeklagten, auch deren Namen standen nicht an der Tür, sagt sie. Andererseits hat H. die Beamten freiwillig zu der Eingangstür der Wohnung geführt und ihr Laptop wurde auch aus dem Wohnungsinneren übergeben. Auch ist Bauknecht der Meinung, dass der Beschluss gar nicht gegen H. ergangen sei, der Beschluss richte sich nur gegen F, deren Mutter. Eine wichtige Frage.

Verteidigung wird offensiv

Bauknecht geht in die Offensive und tief in die Details, läßt die Szene vor der Wohnungstür sogar im Gericht nachstellen. Sie will die Aussage des damaligen Polizeibeamten E. erschüttern. Und es scheint ihr auch zu gelingen. E.s Angaben werden während der Vernehmung unsicherer. Bauknecht fördert diese Unsicherheit, indem sie nach kleinsten Details fragt oder noch in den Satz des Zeugen die nächste Frage stellt, gerne auch gleich zu einem ganz anderen Thema. Dieses Mittel wendet sie auch später bei der verletzten Polizistin O. an, auch diese wird im Verlauf der Vernehmung unsicherer, muss öfter „das weiß ich nicht mehr“ sagen. Einem Zeitraum von geschätzten zehn bis 20 Sekunden, in denen die beiden Beamten unter Anspannung waren, widmet Bauknecht insgesamt fast eine Stunde Befragung.

Situation liegt lange zurück

Die Situation liegt nahezu zwei Jahre zurück, sie dauerte wenige Sekunden und war adrenalingeladen. Es ist daher zu erwarten, dass sich ein Zeuge nicht mehr an jedes Detail erinnern kann, beispielsweise ob der Laptop jetzt längs, quer oder doch etwa hochkant aus der leicht geöffneten Tür gereicht wurde.

Die Verteidigerin von H. muss nicht viel tun, um klar herauszuarbeiten, dass ihre Mandantin keine Handlungen gegen die Beamten vorgenommen hat. Keiner der Beamten berichtet schliesslich davon, dass H. geschlagen oder gestoßen hätte. Allenfalls hätte sie sich in den Weg gestellt oder im Weg gestanden. Dass sie das in einer aktiven Weise, als Widerstandshandlung, getan hätte, haben die Zeugenaussagen nicht ergeben.

Verteidigung beruft sich auf Physik

Der Polizeibeamte E. sagt aus, er habe bei der Übergabe des Laptops sofort den Fuß in die Tür gestellt, um die Tür offenzuhalten. Im Wesentlichen geht es Bauknecht dann darum, ob die Polizisten gegen die Tür gedrückt haben und ob D. eine Möglichkeit hatte, die Tür so weit zu öffnen, dass er herauskommen und die Beamten stoßen konnte. Beide Beamten sagen übereinstimmend aus, dass der Druck von innen „plötzlich“ nachließ und D. dann herauskam. Bauknecht bestreitet dies, das sei nicht möglich, „das ist Physik“.

Nicht so klar, wie die Verteidigerin meint

Für die Verteidigung ist mit dem Verweis auf die Physik alles klar, die Physik kann nicht beeinflußt werden. D. könne also gar nicht wie vom Polizeibamten E. beschrieben, gestoßen haben.
Den Zuhörer überzeugt sie damit nicht, denn leider vergißt sie die Hebelgesetze. Die lassen es durchaus naheliegend erscheinen, dass ein 78 kg schwerer, drahtiger und sportlicher Mann, der am Ende des Türblatts drückt, die Tür auch gegen einen schwereren Mann, der eher in der Mitte des Türblatts drückt und immer aufpassen muß, den Fuß in der Tür zu behalten, bequem zudrücken kann. Auch die übereinstimmende Schilderung der beiden Beamten, dass „plötzlich“ der Druck von innen weggefallen sei und D. so weit herauskam, dass er den Beamten E. und die Beamtin O. stoßen konnte, erscheint dem unbeteiligten Beobachter trotz der Bemühungen der Verteidigerin durchaus plausibel: Es gibt Sportarten, Boxen oder auch Tischtennis, wo die Beinarbeit für ein schnelles Zurückweichen und sofortigen Konterangriff trainiert wird.
Auch die Aussage der Polizistin O., dass sie auf die Knie gefallen ist, erscheint dem Zuhörer deutlich plausibler als die Verteidigerin dem Gericht glauben machen möchte. Jeder Sportler weiss, wie man sich bei einem Sturz so bewegen kann, dass man sich nicht schwer verletzt und schnell wieder einsatzfähig ist. In Kampfsportarten wie Judo wird das Fallen speziell geübt -und Polizeibeamte trainieren derartige Sportarten.

D. bleibt selbstbewußt

D. begleitet die Vernehmungen der beiden beteiligten Beamten hocherhobenen Hauptes, sein linker Mundwinkel zuckt wie bei einem Grinsen immer wieder nach oben und verharrt dort regelmäßig eine Weile. Ist es ein Grinsen oder eine ihm eigene unwillkürliche Bewegung? Jedenfalls macht er einen sehr selbstsicheren Eindruck. Auch H. bleibt fast immer ruhig, manchmal merkt sie auf, ändert schlagartig den Gesichtsausdruck. Man meint, dass sie jetzt gerne etwas einwerfen würde. Aber sie bleibt still und hält sich daran, keine Angaben zu machen.

Unklare Faktenlage

Aufgrund der unklaren Faktenlage bezüglich des Durchsuchungsbeschlusses will Richterin Rührich die Einsatzleiterin S. noch hören. Zu viele Punkte sind nicht klar: Welche Räumlichkeiten sollten durchsucht werden? Gegen welche Personen richtete sich der Beschluß? Wäre der Beschluss gegen eine Einzelperson gerichtet gewesen, wäre die Sachlage anders als wenn er gegen die Geschäftsleitung der GmbH gerichtet gewesen wäre: Laut Handelsregister (abgerufen am 6. Dezember 2022) ist H. nämlich ebenfalls als einzelvertretungsberechtigt für die Betreibergesellschaft eingetragen, gleichrangig mit ihrer Mutter.
Eine kurzfristige Ladung von S. ist nicht möglich, sie ist zu diesem Zeitpunkt nicht im Dienst. Es muss also ein weiterer Verhandlungstag angesetzt werden.

Verteidigerin Bauknecht äußert ihren Unmut über die Verhandlungsführung des Gerichts, sogar das Wort „unverschämt“ fällt, worauf sie von Richterin Rührich mit klaren Worten in die Schranken verwiesen wird.

Staatsanwalt kommt zu Wort

Die Staatsanwaltschaft widerspricht der Verteidigung und meint, dass eine eventuelle Unrechtmäßigkeit des Beschlusses an den angeklagten Taten nichts ändere, die Strafbarkeit der angeklagten Widerstandshandlungen mit Körperverletzung wäre davon nicht betroffen. Allenfalls könne sich aus einer eventuellen Unrechtmäßigkeit der Durchsuchung ein Verwertungsverbot herleiten lassen. Eventuell gefundene Beweismittel könnten also nicht verwendet werden. Aber davon, dass Beweismittel aufgefunden wurden, ist in der Verhandlung nicht die Rede.

Auch betont der Staatsanwalt, dass er die Anregung, das Verfahren gegen H. wegen erwiesener Unschuld abzutrennen, nicht akzeptieren kann: „Die Taten muss sie sich zurechnen lassen.“ Er geht also weiterhin von einer „gemeinschaftlich“ begangenen Tat aus, obwohl sich aus den Zeugenaussagen keine aktive Handlung von H., etwa Schlag oder Stoß, ergeben hat.

„Es ist nicht gängige Praxis, dass auf Lautsprecher gestellt wird.“

Zwei weitere Zeugen, Polizeibeamte aus Öhringen, die am Tag der Durchsuchung als Unterstützung herbeigerufen wurden, befragt Richterin Rührich ebenfalls nach dem Inhalt des Durchsuchungsbeschlusses. Der Beamte R. ist während seiner Befragung nicht aus der Ruhe zu bringen und antwortet auf die Detailfragen, was Staatsanwalt und Einsatzleiterin denn besprochen hätten, trocken „es ist nicht gängige Praxis, dass auf Lautsprecher gestellt wird.“  Als Bauknecht einmal seine Aussage anzweifelt, entgegnet er: „Sie haben mich nach meiner Wahrnehmung gefragt, ich habe meine Wahrnehmung geschildert.“ Sein Kollege S. schildert, dass bei der später durchgeführten Durchsuchung „die Stimmung geladen“ war. Aggressiv sei D. nicht gewesen, wohl aber ständig in Bewegung:  „Er wollte nur immer wissen, was die Kollegen tun. Das ist sein Recht.“ Behindert habe er die Beamten nicht. R. bestätigt: „D. war verbal aufgebracht. Aber man konnte gut mit ihm sprechen. Es konnte alles verbal geregelt werden.“

Viele Fragen bleiben offen

Neben den Details zum Durchsuchungsbeschluss bleiben weitere Fragen offen: Wurde etwa auch die Meldeadresse von H. durchsucht? Wenn nein, besteht die Möglichkeit, dass dort Datenträger gelagert waren? Diese Fragen betreffen aber nicht diesen Prozess, sondern würden das inzwischen eingestellte Verfahren wegen der Überwachung der Mitarbeiter:innen betreffen.

Viele Vorstrafen

Warum Bauknecht so engagiert ist, wird spätestens bei der Verlesung der Zentralregisterauszüge erklärlich. Elf Einträge liest Richterin Rührich vor. Körperverletzung, Straßenverkehrsgefährdung, Nötigung und Betrug sind darunter. Mehrere Haftstrafen auf Bewährung sind verzeichnet. Würde es zu einer Verurteilung kommen, läge eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung für Bauknechts Mandanten im Bereich des Möglichen.

Bei der Verlesung der Vorstrafen schaut D. nicht mehr so selbstbewußt drein, er schaut plötzlich nach unten, auch der Mundwinkel geht nicht mehr nach oben.

Auf dem Flur wartet ein unerwartetes Ende des Verhandlungstags

Richterin Rührich beendet den Verhandlungstag, ein zweiter Verhandlungstag, diesmal soll die damaliger Einsatzleiterin der Polizei als Zeugin aussagen, ist für den  22. Dezember 2022 angesetzt.

Auf dem Flur warten bereits vier Polizeibeamte auf D. Sie nehmen ihn in Empfang und führen ihn einer polizeilichen Maßnahme zu.

Text: Matthias Lauterer

 

 

 




In Künzelsau fährt der Weihnachtsmann Harley Davidson

„Zum x-ten Mal veranstalten wir nach 2 jähriger Pause wieder den Christmas Ride for Kids am Samstag 10.12.2022 an der Winterlounge in Künzelsau, ab 11 Uhr.“ teilen die Harley Davidson Freunde Künzelsau mit. Es muss der jetzt fünfte Christmas Ride sein.

Christmas Ride for Kids, 2018. Foto: Harley Davidson Freunde KÜN

„Endlich ist es wieder soweit Biker und Bikerinnen verkleiden sich als Nikolaus oder Engel, schmücken ihre Harley Davidson oder andere Motorradmarken weihnachtlich und freuen sich auf die gemeinsame Ausfahrt innerhalb Künzelsau für den Christmas Ride for Kids.

Was aus einer Bierlaune entstanden ist, ist heute fest im Veranstaltungskalender von Künzelsau: Die Harley Davidson Freunde Hohenlohe organisieren den tollen Event für Groß und Klein. Hierzu wird die Location Winterlounge der Werbegemeinschaft Künzelsau genutzt. Eine ganz besondere Location, da hier Holzhütten, Holzbänke, Holztische, Weihnachtsbäume für eine wunderschöne winterliche Stimmung sorgen.

Die Harley Davidson Freunde Hohenlohe verkaufen in der Lounge Essen und Getränke und es wird einen Tombola Stand mit 150 Preisen geben.

Christmas Ride for Kids, 2018. Foto: Harley Davidson Freunde KÜN

Der Erlös der Veranstaltung geht an die Kinderklinik-Clowns nach Schwäbisch Hall.

Zur musikalischen Untermalung spielen die Herren von Hohenloher Lieblinge. Der Eintritt ist frei!“

Auf youtube haben die Harley-Freunde einige Eindrücke von früheren Rides eingestellt:
https://youtu.be/jm5GPA11M_M
https://youtu.be/QZSRR3u7JTI

Pressemitteilung Harley Freunde Künzelsau

 




ebm-papst Marathon: Kinder laufen 420 Kilometer für ukrainische Kinder

Beim ebm-papst Marathon fest etabliert ist seit Jahren ein Kinder-Spendenlauf. Hier laufen die jüngsten Besucher unter dem Motto „Kinder laufen für Kinder“ für einen guten Zweck.

Jede gelaufene Runde bringt Geld

Für jede Runde auf dem 80 Meter langen Hindernisparcours spendet der Weltmarktführer von Ventilatoren und Motoren ebm-papst 50 Cent. Mit dem Geld werden seit vielen Jahren gemeinnützige Einrichtungen und Institutionen der Region mit Angeboten für Kinder unterstützt.

Beim 25. ebm-papst Marathon, der Mitte September 2022 in Niedernhall stattfand, erliefen die Kinder insgesamt 5.213 Runden, was einer Strecke von knapp 420 Kilometern entspricht.
Die Gesamtsumme von 2.606,50 Euro geht in diesem Jahr an verschiedene Projekte zur Integration ukrainischer Flüchtlingskinder in Niederstetten.

„Mit einer so großen Summe habe ich nicht gerechnet.“

Horst Bierend, Mitarbeiter bei ebm-papst und Unterstützer für die ukrainischen Kriegsflüchtlinge in Niederstetten, freut sich sehr über die Spende: „Ich bin dankbar – mit einer so großen Summe habe ich nicht gerechnet. Wir werden damit unter anderem ein traditionell deutsches Weihnachtsfest und ein Theaterstück mit ukrainischen und deutschen Kindern finanzieren können. Ein weiterer Teil wird in die Bildung der Kinder fließen.“

„Für ebm-papst hat die Laufveranstaltung für die gesamte Familie gemeinsam mit dem Kinderspendenlauf seit Jahren eine große Bedeutung“, sagt Dr. Sonja Fleischer, Gruppengeschäftsführung Personal. „Ich freue mich, dass wir dieses Jahr die Spende an unseren Mitarbeiter Horst Bierend übergeben können und das Geld direkt dort ankommt, wo es dringend gebraucht wird.“

ebm-papst ist fester Teil der Region und setzt sich seit Jahren für soziale Projekte ein. Die Flüchtlingshilfe in Niederstetten wurde von Horst Bierend, Mitarbeiter bei ebm-papst, und seiner ukrainischen Ehefrau Tamara ins Leben gerufen. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 hilft Familie Bierend mit Unterstützung der Stadt Niederstetten und weiteren freiwilligen Helfer:innen den geflüchteten ukrainischen Familien mit Sachspenden, freiem Wohnraum, dem Zugang zu Bildung und der Arbeitssuche. Inzwischen sind rund 80 ukrainische Flüchtlinge in Niederstetten untergebracht. Einige von Ihnen arbeiten nun auch bei ebm-papst in Mulfingen.

Auch 2023 soll es weitergehen

Die Planungen für den 26. ebm-papst Marathon, der am 9. und 10. September 2023 in Niedernhall stattfinden wird, sind bereits gestartet. Anmeldungen sind online unter www.ebmpapst-marathon.de ab April 2023 möglich. Auch hier wird es wieder einen Kindersponsorenlauf geben.

Pressemitteilung ebm-papst