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„Das System verlangt Wohlwollen gegenüber dem Täter“

David ist 15, modelt neben der Schule, tritt als Kinderdarsteller in dem Musical Tarzan in Stuttgart auf. Am 25. Mai 2023 beendet der Jugendliche aus Metzingen (Baden-Württemberg) sein Leben. Er erhängt sich in einer Jugendhilfereinrichtung an einem Feuermelder.

„Das System hat versagt“

„Man hätte reagieren sollen, bevor David in die kriminelle Schiene abgerutscht ist“, sagt Davids Mutter Ghenet Yebio heute rückblickend. Sie ist mit Davids tragischer Geschichte an die Öffentlichkeit gegangen, hat ein Buch geschrieben, um Fehler in unserem Gesellschaftssystem und die schweren Auswirkungen von jahrelangem emotionalem und körperlichem Missbrauch aufzuzeigen.

Wenn Kinder sich die Liebe von ihren Eltern „verdienen“ müssen

Davis war ein Musterschüler, Musicaldarsteller in Stuttgart, ein guter Schachspieler und Sportler. Aber er war auch, so Ghenet, ein „nicht geliebtes Kind von einem Elternteil“. Die Liebe habe sich David stets verdienen müssen, erzählt Ghenet. Spielte er nicht so mit, wie der Vater es wollte, wurde er mit Nichtbeachtung gestraft, mit abwertenden Sätzen, seine kleine Schwester wurde Zeuge, wie David brutal geschlagen wurde. Nach der Trennung der Eltern bekommt die Schwester die volle Aufmerksamkeit des Vaters, David hat dagegen teilweise zeitweise gar keinen Kontakt zu ihm. Es ist eine Achterbahnfahrt-Beziehung ohne Konstante.

Mit 13 Jahren greift er das erste Mal zu Drogen

David wurde lauter, auffällig, er hat sich geritzt, findet neue Freunde aus der kleinkriminellen Szene. Mit 13 Jahren greift er das erste mal zu Drogen und soll diese auch verkaufen. Die Krux: Er bekommt weniger, als er verkaufen kann. Am Ende hat er Schulden bei seinen Händlern. Er versucht, das Geld anderweitig zu besorgen und zockt mit einem Freund einen anderen Jugendlichen an einem Bankautomaten um 60 Euro ab. Sie werden geschnappt, er kommt in U-Haft. In einer Jugendhilfeeinreichtung erhängt er sich schließlich.

Davids Mutter kritisiert das aktuelle Familienrechtssystem in Deutschland

„Damals kamen mir diese zwei Jahre unendlich lange vor, rückblickend ging alles rasend schnell“, sagt Ghenet Yebio. Sie hat versucht, als Mutter ihre Kinder zu beschützen. Das sei jedoch nur bedingt möglich in einem Familienrechtssystem, dass verlangt, dass die Kinder auch zu Elternteilen weiterhin Kontakt haben, die ihnen nicht gut tun.

Sein Selbstwert war wackelig

David wirkte nach außen wie ein fröhlicher, tougher Jugendlicher, innerlich war er schon damals ein gebrochener Mensch, der sich nach der bedingungslosen Liebe beider Elternteile gesehnt hatte. Sein Selbstwert war dementsprechend wackelig.

„Man hätte einmal fragen müssen: Was ist los? Was ist das Problem? Nicht das Kind ist das Problem, sondern das System, aus welchem das System kommt“, sagt Ghenet. Denn: „Niemand wird als Krimineller geborgen.“ Beratungsstellen wurden aufgesucht, das Jugendamt miteingebunden. Doch das alles half nicht. Denn es sei nicht hinter die Kulissen geblickt, der Junge nicht einmal alleine befragt worden, sondern stets gemeinsam mit dem Täter. David selbst habe der Mut gefehlt, bei öffentlichen Gesprächsterminen Dinge klarer zu benennen, was ihn verletzt hat, wer und wie es ihm damit geht. Oft habe er gesagt: „Mama, sag du es“. Das ist auch der Titel des Buches, das Ghenet geschrieben hat über David, sein Leben und seinen selbst gewählten Tod.

Davids Vater ging vor Gericht wegen Davids Erbe

Nur wenige Tage nach dem Tod von David sei Davids Vater im Rahmen der Beerdigungsvorbereitungen mit einer Flasche Sekt dazugestoßen und habe gemeint: „Das Leben muss weitergehen.“ Und es ging weiter. Davids Vater ging vor Gericht wegen Davids Erbe. Sein Sohn hatte sich etwas dazuverdient als Musicaldarsteller in Stuttgart. Dieses Geld forderte er nun zur Hälfte ein. Zudem konnte er nicht verstehen, dass Davids jüngere Schwester erst einmal Zeit brauchte, um um ihren Bruder zu trauern und ging vor Gericht, weil er sie öfter sehen wollte. Ein Jahr lang zog sich das mehrere tausend Euro teure Verfahren, Mutter und Tochter wurde die Trauerzeit genommen. Es wurden Sachverständige und Verfahrensbeistände geladen. Nach einem Jahr dann die Entscheidung: Die kleine Schwester darf künftig alleine entscheiden, wann sie zu ihrem Vater geht.

Bindungsintoleranz steht im Raum

Was Ghenet bis heute nicht verstehen kann: „Es wurden Anträge vor Gericht zugelassen, die schlichtweg gelogen waren“, wie etwa der Antrag des Vaters, er habe seine Tochter seit Monaten nicht gesehen. Bindungsintoleranz stünde hier im Raum. Er forderte ein Gutachten, dass die Psyche der Mutter bewertet. Dabei hätte man einfach in den WhatsApp-Verlauf zwischen der Tochter und ihrem Vater sehen müssen und hätte gesehen, dass sie ständig im Kontakt waren und sich gesehen hatten.

„David war von Tag 1 an nicht gewollt“

Bereits bei David wurden die Eltern und ihre Handlungen zu wenig in den Blick genommen.  „Man hat nur David als Problem gesehen. Aber David war von Tag eins nicht gewollt. „Ich kann dieses Kind nicht lieben“, habe Davids Vater gesagt.  David sei aufgewachsen mit dem Gefühl und Wissen: „Ich will dich nicht.“ – ein nicht geliebtes Kind von einem Elternteil.

seelischer Missbrauch wandelt sich in körperlichen Missbrauch

„Es war seelischer Missbrauch, der dann aber auch zu einem körperlichen Missbrauch wurde“, erzählt Ghenet. Denn als David irgendwann einmal gesagt hat: Es ist mir egal, was du sagst“, ging es zu körperlichem Missbrauch über. Der Vater schlug seinen Sohn etwa mit der Faust in den Bauch und ins Gesicht. Zeugin war Davids kleine Schwester.

Wenn Menschen noch immer emotionale Gewalt als nicht so beachtenswert einstufen, lautet Ghenets Antwort: „Ich sage es mal so: David ist tot.“ „Der Unterschied ist: „Körperliche Gewalt ist sichtbar. Seelische Gewalt erlaubt noch ein Lächeln nach außen. Dadurch ist sie gefährlicher.“

„Das System verlangt Wohlwollen gegenüber dem Täter“

Ghenet hat versucht, David nach der Trennung vor eben dieser Gewalt zu schützen, doch sie ging weiter. „Als Mutter musste ich als Exfrau handeln, als Mutter muss ich mein Kind schützen. Aber dieses Schützen wird vom System als Gegen-den-Vater-arbeiten benannt.“ Das System verlange Wohlverhalten gegenüber dem Täter. Man möchte dem Kind den Vater auch nicht wegnehmen.“ Ich hätte gerne deutlicher gesagt zu meinem Kind: „Es ist falsch, wie er sich dir gegenüber verhält“, anstatt zu sagen: „Es ist ok, es ist in Ordnung. Du weißt doch, wie er es meint.“ Rückblickend würde sie das heute nicht mehr machen, sondern ihr Kind vielmehr in seinen Gefühlen bestärken. Denn: Nicht jedes Elternteil ist gut für ein Kind.

Nach der Trennung hätte es eigentlich bergauf gehen müssen

Nach der Trennung hätte es eigentlich bergauf gehen müssen. „Die erste Trennung ist zunächst räumlich, das bedeutet aber nicht automatisch eine emotionale Trennung“ erklärt Ghenet. Der emotionale Missbrauch finde weiterhin statt. „Man verliert Freunde, ist finanziell abhängig, ist gebrochen. Der Täter weiß das. David hat sich das Leben genommen, weil er kein Licht mehr gesehen hat. Er hat zu viel Dunkles erlebt.“ Das System habe versagt, aber darüber hinaus habe ihm auch die Grundsäule des Lebens gefehlt: die bedingungslose Liebe beider Elternteile. „Meine Liebe hat offensichtlich nicht ausgereicht“, resümiert Ghenet heute. Das System  habe ihm das Gefühl gegeben: „Du bist falsch.“ Sein Vater hat ihm gezeigt: „Du bist falsch.“

Ghenet ist sich sicher, dass alles anders ausgegangen wäre, wenn ein völliger Kontaktabbruch zu dem toxischen Elternteil von offizieller Seite angeordnet worden wäre.

„Du bist falsch“

Davids kleiner Schwester wurde vom System nur deswegen besser geschützt als David, aber, „weil ich jetzt lauter wurde, deutlicher, und nicht mehr wohlwollend gehandelt habe, sondern die Dinge beim Namen genannt habe, weil ich damit an die Öffentlichkeit gegangen bin. Trotzdem hat es ein Jahr – eigentlich das Trauerjahr nach Davids Tod – gedauert, tausende von Euro und ein Leben gekostet. Ich habe letztendlich nicht um David trauern können, ich habe mein zweites Kind beschützt.“

„Rückwirkend hätte  ich meinem Sohn in aller Deutlichkeit sagen müssen: Ja, das was du spürst, ist richtig. Ich wiederum hätte nicht gezwungen werden dürfen, den Vater zu idealisieren.“

Toxische Strukturen vor Gericht erkennen: Ghenet fordert unter anderem bessere Schulungen für Gerichtsmitarbeiter und eine Vorabprüfungen von Anträgen, die bei Familiengerichten eingereicht werden, bevor sie überhaupt zugelassen werden.

Der zweite Teil des Videos-Interviews veröffentlichen wir in den kommenden Tagen.




Gibt es nächste Woche hitzefrei?

Während der Freitag einen Temperaturabsturz von 10 Grad mit sich bringt, soll es am Wochenende wieder an die 30 Grad geben. Das Wetter schien noch nie derartige Kapriolen zu schlagen. Besonders Menschen mit Kreislaufproblemen und schwachem Blutdruck haben hier zu kämpfen.

Anfang kommender Woche melden Wetterexperten derzeit bis zu 34 Grad. Manche Schulen überlegen daher derzeit, „hitzefrei“ zu geben, das heißt, die Schulen oder gegebenenfalls nur die Nachmittagsschule zu schließen.

Die Schüler:innen würde es in jedem Fall freuen. Bei heißen Temperaturen in sehr warmen Räumen fällt das Denken denn auch nochmal schwerer.

Übrigens, der heißeste Wert, der jemals in Deutschland gemessen wurde, seitdem es Wettermeldungen gibt, liegt bei 41,2 Grad. Gemessen wurde das am 25. Juli 2019 an den Stationen Duisburg‑Baerl und Tönisvorst in Nordrhein‑Westfalen.




Es wird wieder dreckig

Die Yankees laden wieder zu einem dreitätigen Fest nach Stachenhausen ein, zu welchem jedes Jahr zahlreiche Besucher:innen strömen. Auch dieses Mal wird es wieder dreckig, denn die so genannten Prospect Spiele warten auf die neuen Mitglieder beziehungsweise Anwärter:innen des Motorradclubs.

Yankees MC – Mofarennen Stachenhausen – Prospect Spiele




P. Diddy – von wilden Orgien, Macht und Missbrauch

Der Fall Harvey Weinstein läutete die MeToo-Debatte ein und man dachte, man wüsste nun alle dunklen Geheimnisse aus Hollywood. Doch nun gräbt sich noch etwas viel Unvorstellbareres ans Tageslicht. Geschichten über wilde Orgien, in welcher zahlreiche Hollywood-Eliten mitgespielt haben sollen – an der Spitze ein Rapper namens P. Diddy – früher bekannt unter (wie passend) Puff Daddy.

Es ist wohl der spektakulärste Gerichtsprozess aus dieser Riege der Top-Stars aller Zeiten – und gleichzeitig auch der schockierendste.

Spätestens als seine Exfreundin Cassie Ventura über Sex-Orgien berichtete und wie sie gezwungen wurde, mit anderen Männern vor seinen Augen Sex zu haben, war jedem klar: Das Unvorstellbare scheint nicht nur im Film möglich. Ventura sei darüber hinaus emotional unter Druck gesetzt und körperlich attackiert worden.

Zahlreiche weitere Zeugen stützen nun ihre Aussagen.

Eine weitere Exfreundin P. Diddys hat nun ausgesagt, dass sie trotz jahrelanger Misshandlungen durch den früheren Musik-Superstar eifersüchtig auf andere Frauen in seinem Umfeld gewesen sei.

Einmal habe sie beispielsweise drei Tage lang an einer von dem Musiker arrangierten Sex-Veranstaltung mit drei anderen Männern teilgenommen – und danach gesehen, dass Combs mit einer anderen Frau in den Urlaub gefahren sei, sagte die ehemalige Partnerin des Musikers unter dem Pseudonym Jane vor Gericht in New York, wie US-Medien übereinstimmend berichteten.

„Du lässt mich so ausgenutzt fühlen, und ich bereue alles“, habe die Frau dem Musiker danach geschrieben. Ein anderes Mal habe sie Combs dazu gezwungen, aus einem Urlaub mit einer anderen Frau zurückzukommen, indem sie ihm damit gedroht habe, ansonsten nicht mehr an einer seiner Sex-Partys teilzunehmen. In den vergangenen Prozess-Tagen hatte die Frau bereits von jahrelangen schweren sexuellen und körperlichen Misshandlungen berichtet.

Viele Menschen fragen sich an dieser Stelle: Warum haben diese Frau das teilweise über Jahre und Jahrzehnte mit sich machen lassen? DAs typische an machtmissbräuchlichen Beziehungen ist die Zuckerbrot- und Peitsche-Methode. Es gab ja auch nicht nur schlechte, sondern auch gute Zeiten und die Hoffnung, dass die guten Zeiten wiederkommen und vielleicht auch bleiben. Zudem kommt eine Angstbindung hinzu – Angst, die vermeintliche Liebe des Täters dann nicht mehr zu bekommen und Angst vor der Zerstörung des eigenen Lebens, da das soziale und finanzielle Leben nicht selten zu einem Großteil vom Täter abhängt.




Flapsige E-Mail, milliardenschwerer Maskendeal und Spahns Erklärung dazu

Auch weiterhin wird Jens Spahn von dem so genannten Masken-Deal verfolgt. Gesundheitsminister haufenweise Schutzmasken ohne Ausschreibungen zu festen Preisen eingekauft. Weil der Bund oft nicht zahlte, klagten Lieferanten. Heute drohen dem Staat deswegen Risiken in Milliardenhöhe.

Jetzt kommt noch eine flapsige E-Mail ins Spiel, die die Arbeit des ehemaligen Gesundheitsministers in kein gutes Licht stellt. Flapsig schrieb Spahn im März 2020 an einen Maskenhändler: „Ja. Transport klären wir dann. Jetzt will ich erst mal rechtlich verbindlich das Zeug 😉 So, bin jetzt vorerst raus hier, praktischen Rest mit meinen Leuten klären. Danke!“

Die Masken wollte Spahn dann später doch nicht mehr – und der Händler klagt nun. Unter anderem der Spiegel hatte über die Mail berichtet, die auch eine Rolle im Bericht der Sonderbeauftragten Margaretha Sudhof zum Maskendeal spielt – den aber hält die neue Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) noch unter Verschluss. Die Opposition erhöht jetzt den Druck für eine vollständige Offenlegung der Untersuchungsergebnisse – und auch vom Koalitionspartner SPD kommt Kritik.

Die Grünen forderten zuletzt Sondersitzungen des Haushalts- und des Gesundheitsausschusses. Die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler hätten ein Recht darauf zu erfahren, wer, wann und warum so verschwenderisch mit hart erarbeitetem Steuergeld umgegangen ist, hieß es. Deutlich äußerte sich der Chef des einflussreichen NRW-Landesverbandes, Tim Achtermeyer, im Gespräch mit dieser Redaktion: „Man stelle sich mal vor, was die Union aufführen würde, wenn Annalena Baerbock 1,5 Milliarden Euro ohne Ausschreibung an ein Unternehmen in ihrem Wahlkreis vergeben hätte.“ Jens Spahn habe in der Pandemie als Gesundheitsminister Masken-Aufträge an „Bekannte und Großkonzerne in seinem Wahlkreis verteilt“, so Achtermeyer.

So soll nach Berichten von NDRWDR und SZ das Ministerium unter Spahn unter anderem das Logistikunternehmen Fiege aus Münster, dem Nachbar-Wahlkreis Spahns, zum zentralen Beschaffer von Masken und Schutzkleidung gemacht haben. „Und jetzt will die neue CDU-Ministerin den Bericht, der Licht ins Dunkel bringt, in die Keller des Bundesgesundheitsministeriums sperren und verfaulen lassen“, wettert Achtermeyer. „Zwei Jahre haben Menschen in der Pandemie gelitten. Jeder einzelne von Ihnen hat es verdient, dass das Handeln von Jens Spahn in der Pandemie transparent aufgearbeitet wird.“

Warken hatte zwischenzeitlich angekündigt, dem Haushaltsausschuss über Erkenntnisse zu den Maskenkäufen berichten zu wollen. Dafür werde auch der bislang unter Verschluss gehaltene Bericht der Sonderbeauftragten herangezogen. Kritikern reicht das nicht – und das Masken-Thema sorgt nun innerhalb der schwarz-roten Koalition für Debatten. So mehren sich auch beim Koalitionspartner SPD Stimmen, die eine Offenlegung des Berichts als Ganzes.

„Es führt gar kein Weg dran vorbei: Die Bundesgesundheitsministerin Nina Warken muss den Bericht vollständig veröffentlichen“, findet NRW-Grünen-Chef Achtermeyer. Warkens Amtsvorgänger Karl Lauterbach (SPD) hatte die Sonderbauftragte Sudhof 2024 eingesetzt und den Bericht in Auftrag gegeben. Lauterbach wiederum machte zuletzt mit einem Kuriosum Schlagzeilen: Seine Nachfolgerin hat ihm den Zugang zu seiner Tischtennisplatte im Gesundheitsministerium gestrichen. Achtermeyer kommentiert das so: „Vielleicht räumt sie Karl Lauterbachs Tischtennisplatte nur deshalb aus dem Keller des Gesundheitsministeriums, damit man dort den Masken-Bericht für alle Zeit einschließen kann.

„In der Not ist Haben wichtiger als Brauchen. Das war eine Jahrhundertkrise und eine Ausnahmesituation. Es fehlte an allem. Alles war knapp“, sagte Jens Spahn im Podcast Table.Today. Alle hätten gesagt: „Besorgt es, koste es, was es wolle“. „Natürlich sind wir finanzielle Risiken eingegangen.“

Spahn reagiert damit auf einem Bericht von Süddeutscher Zeitung, WDR und NDR. Den drei Medien liegt der bisher unter Verschluss gehaltene Bericht der Sonderermittlerin Margarethe Sudhof zu teuren Maskenkäufen in der Anfangszeit der Corona-Pandemie vor. Demnach soll Spahn die Firma Fiege aus seiner westfälischen Heimat ohne Teilnahmewettbewerb mit der Logistik der Maskenbeschaffung bevorzugt haben.

Spahn entgegnete im Interview mit Table.Today, die nun veröffentlichten Details seien „seit drei oder vier Jahren bekannt“. „Das ist alles mehrfach recherchiert worden“, sagte der Fraktionschef. Zu dem Vorwurf, dass er bei der Maskenlogistik die Firma Fiege aus der Nähe seines Wahlkreises bevorzugt habe, sagte Spahn: „Ja klar habe ich in der Notlage zuerst mit Leuten geredet, die ich kannte, um zu fragen, wer helfen kann. Und ja, wir haben alles ohne Ausschreibung gemacht. Wie hätte das gehen sollen mit einem Ausschreibungsverfahren, das drei oder sechs Monate dauert?“, sagte Spahn. „Fiege hatte damals ein fertiges Konzept für den Umgang mit der Pandemie“, sagte der CDU-Politiker.

Spahn erwartet, dass der Bericht der Sonderbeauftragten Sudhof veröffentlicht wird. „Ich bin sicher, dass das Ministerium den Bericht auswertet und transparent den Bundestag und die Öffentlichkeit darüber informieren wird. Da habe ich keine Zweifel.“ Das Verfahren, mit dem sein Ministerium damals für einen garantierten Festpreis von 4,50 Euro Masken bestellte, sieht Spahn heute kritisch.

„So ein Verfahren würde ich nie wieder machen, kann ich niemandem empfehlen. Wir haben damals alle anderen Kanäle versucht. Wir wussten gar nicht, ob wir überhaupt Angebote bekommen. Teilweise kosteten Masken 30 Euro, wir wollten nichts unversucht lassen. Warum sollten wir absichtlich zu viel und zu teuer beschaffen“, fragte Spahn.




Christian von Stetten schaltet „best lawyer“ Deutschlands gegen GSCHWÄTZ und Dr. Sandra Hartmann ein

Der CDU-Bundestagsabgeordnete des Hohenlohekreises, Christian von Stetten, hat auf den Videokommentar reagiert, in welchem Dr. Sandra Hartmann sein Verhalten kritisiert, was die Familie aus Tiefensall/Bolivien betrifft. Er bezichtigt nun die Redaktion und Dr. Sandra Hartmann der Lüge und fordert unter anderem eine sofortige Löschung des Videos. Der Anwalt weist in diesem Zuge auch auf mögliche immense Kosten für die Redaktion hin, sollte diese nicht umgehend das tun, was gefordert werde.

Abmahnung

In einem ersten Schreiben, das an die Redaktion abends gegen 21.30 Uhr via Mail erreicht hat, fordert der Anwalt, der in seiner Signatur darauf hinweist, dass er zu einem der „best lawyers 2023“ vom Handelsblatt gewählt wurde, eine umgehende Löschung des Videokommentars bis spätestens morgens 08 Uhr am nächsten Morgen. Da in der Nacht die Redaktion nicht arbeitet, konnte diese Frist allein schon aus reiner Unkenntnis schon gar nicht eingehalten werden. Die Redaktion hakte dann aber auch erst einmal nach, was genau denn von Stettens Meinung nach nicht korrekt gewesen sei, damit die Redaktion die Möglichkeit habe, den Sachverhalt zu prüfen. Daraufhin teilte der Anwalt lapidar mit, das werde er dann in seiner Abmahnung niederschreiben.

Chance vertan

In dem Video teilt Hartmann öffentlich mit, wie von Stettens Büro reagiert habe, als man von Stetten im Namen der betroffenen Familie Löwen (wir berichteten) aus Tiefensall um Hilfe gebeten habe. Zunächst zeigte man sich interessiert und erbat weitere Dokumente zu dem Fall. Als sich dann nichts mehr tat, fragte die Redaktion GSCHWÄTZ noch einmal nach. Daraufhin erhielt man zur Antwort, dass Herr von Stetten nun leider doch keine Zeit habe wegen eines anstehenden Umzuges in ein neues Büro aufgrund seiner neuen Tätigkeit als Ausschussvorsitzender. Diese Aussagen kritisierte Hartmann wiederum in einem öffentlichen Video und bemängelte diese „Prioritätensetzung“. Immerhin geht es bei dieser Familie im wahrsten Sinne um Leben und Tod (wir berichteten). Der Anwalt behauptet nun, dass das alles nicht stimme – ergo, die Redaktion habe sich das nur ausgedacht, um click baits zu generieren, sprich, unsere Reichweite zu steigern – auf Kosten des Rufs von Christian von Stetten. Diese Aussagen wiederum kommen einer Verunglimpfung unserer Redaktion gleich.

Vor Gericht wird sich zeigen, wer hier lügt und wer die Wahrheit sagt

Die Redaktion GSCHWÄTZ und Dr. Sandra Hartmann stehen nach wie vor zu ihren Aussagen. Daher werden die Videos auch nicht gelöscht. Ein Gerichtsverfahren, wie es nun der Redaktion fast schon angedroht wird, bringt dann zumindest Klarheit darüber, wer hier die Wahrheit spricht und wer hier lügt. Welche Konsequenzen das dann wiederum für einen Bundestagsabgeordneten beziehungsweise sein Büro in Berlin haben wird, bleibt abzuwarten.

 

 




„Wir bitten um Verständnis“

Marvin Löwen aus dem hohenlohischen Tiefensall hat einer der aggressivsten Hirntumorarten, ein Glioblastom, das auch  nach der Entfernung sehr schnell wieder nachwächst. In einem Videointerview hat er uns Einblicke in das Krankheitsbild gegeben und in die Behandlung in Deutschland. Die Lebensdauer ab dem Zeitpunkt der Diagnose beträgt im Durchschnitt nur noch wenige Monate.

Auch Marvin geht es täglich schlechter. Sein größter Wunsch ist es, seine Lebensgefährtin Melissa aus Bolivien in dieser schweren Zeit an seiner Seite zu wissen. Doch Melissas Visum wurde überraschenderweise abgelehnt, so dass sie nicht nach Deutschland einreisen darf (wir berichteten).

Die Familie Löwen erhoffte sich daraufhin Hilfe von lokalen Politikern und Behörden. Der CDU-Bundestagsabgeordnete für den Hohenlohekreis, Christian von Stetten, ließ sich denn auch die Dokumente zu dem Fall zusenden. Auf Nachfrage wenige Tage später  verwies das Büro von Stetten dann aber auf einen Umzug in ein neues Büro, welches der neue Ausschussvorsitzender von Stetten nun bekomme. Dies habe aktuell Priorität. Daher habe Herr von Stetten derzeit leider keine Zeit, sich dem Fall der Familie Löwen anzunehmen. Er bitte um Verständnis.

Christian von Stetten (CDU) hat wegen Umzug in neues Büro keine Zeit für krebskranken Mann

Voraus ging eine E-Mail von Christian von Stetten, nachdem wir ihn auf den Fall aus Tiefensall aufmerksam gemacht haben. Er erbat sich die Einsicht in die Dokumente, um möglicherweise unterstützend tätig zu werden. Daraufhin sendete ihm die Redaktion GSCHWÄTZ in Abstimmung mit der Familie Löwen alle Unterlagen zu. Als wir uns nach mehreren Tagen nach dem Stand der Dinge erkundigten, wurde uns mitgeteilt, dass Herr von Stetten aktuell leider doch keine Zeit habe, sich mit dem Fall zu beschäftigen, da er aufgrund seiner Wahl zum Ausschussvorsitzenden nun in ein neues Büro umziehe. Dieser Umzug dauere die kommenden zwei Wochen. Bedauerlicherweise habe er daher keine Zeit, um sich mit dem Fall näher zu beschäftigen. Das Büro bitte um Verständnis.

Knapp 12.000 Euro bekommt ein Bundestagsabgeordneter derzeit in Deutschland monatlich. Das ist weit mehr, als viele andere in Deutschland verdienen. Bezahlt wird diese so genannte Aufwandsentschädigung von Steuerzahlern, die diesem Bundestagsabgeordneten ihre Stimme gegeben und ihn damit zu ihrem Volksvertreter bestimmt haben.

Die Zeit für die Familie Löwen läuft. Eine solche Prioritätensetzung, wie wir es hier von Christian von Stetten erleben, ist einfach nur beschämend.

Foto: GSCHWÄTZ Montage I Karikatur

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann 




Ausländerbehörde Öhringen: „Wir sind geschockt“

Marvin Löwen (34) aus Tiefensall im Hohenlohekreis (Baden-Württemberg) hat ein Glioblastom. Das ist ein Hirntumor der aggressivsten Sorte, der auch nach einer OP sehr schnell wieder nachwächst und sich im Gehirn verbreitet. Die durchschnittliche Überlebenszeit beträgt nach der Diagnose 15 Monate.

Schwere Begleitsymptome

Die Begleitsymptome, unter anderem Schwindel, Gedächtnisverlust, Wahrnehmungsstörungen und Sichtfeldeinschränkungen sind gravierend. Marvin und Marvins Familie haben ihren Lebensmittelpunkt seit einigen Jahren in Bolivien. Sie bauen dort eine Klinik auf. Es wurde ihm aber angesichts der Schwere seiner Erkrankung geraten, sich in Deutschland weiterbehandeln zu lassen. Er ist derzeit Patient an der Uniklinik Würzburg.

Einreiseverbot

Melissa, Marvins Lebenspartnerin in Bolivien, wurde nun die vorübergehende Einreise nach Deutschland, um Marvin bei seiner Strahlen und Chemotherapie zu unterstützen, verweigert. Grundlage des Ablehnungsbescheides ist ein dreiseitiges Schreiben der Ausländerbehörde in Öhringen.

Der zuständige Sachbearbeiter spekuliert darin über eine mögliche Eheschließung von Marvin und Melissa in Deutschland und sieht auch die Gefahr, dass Melissa danach nicht mehr nach Bolivien zurückkehren könnte. Dass sowohl Marvin, als auch seine Eltern und ein Teil seiner Geschwister seit Jahren in Bolivien wie auch Melissa dort leben, wird in dem Schreiben nicht erwähnt – auch nicht Marvins schwere Erkrankung und die Behandlung derselben, der eigentliche Grund ihrer Reise nach Deutschland.

Warum das so ist, darüber wollte uns der zuständige Sachbearbeiter auf GSCHWÄTZ-Nachfrage keine Auskunft geben und verweist nun an das Regierungspräsidium Stuttgart, welches den Fall der Familie Löwen derzeit prüft und darüber entscheidet, wie viel gemeinsame Zeit Marvin mit Melissa noch bleibt.

Auch den CDU-Bundestagsabgeordneten für den Hohenlohekreis, Christian von Stetten, hat GSCHWÄTZ kontaktiert mit der Bitte um eine Stellungnahme zu dem Fall. Er verweist darauf, dass „mich Bürgerinnen und Bürger des Wahlkreises um Hilfe bei der Einreise von Verwandten oder Bekannten bitten“, verspricht aber: „Nach ausführlicher Sichtung der mir übermittelten Unterlagen werde ich dann tätig oder erkläre, warum eine Unterstützung nicht möglich ist. Bitte haben Sie Verständnis, wenn ich ohne Kenntnis der Aktenlage Ihnen zu einzelnen Fällen keine Auskunft geben kann.“ GSCHWÄTZ hat von Stetten daraufhin die Akten zu dem Fall zukommen lassen – in Absprache der Familie. Die Zeit für die Familie läuft.




Stefan Raab vor 10 Jahren stehengeblieben – deutsches Lied am aktuellen Zeitgeist mal so völlig vorbei

Welch eine Blamage besonders für Deutschland:  Österreich gewinnt den diesjährigen ESC, während Deutschland mit seinen österreichischen (!) Vertretern Abor und Tynna für Deutschland mit ihrem Techno-Song „Baller“ auf Platz 15 landet. Dass es dieses Mal mit Sicherheit wieder nicht unter die Top Ten reicht, haben deutsche Fans bereit beim Vorentscheid geahnt, als sich die deutsche Jury durchsetzt und Baller weiterwinkte, obwohl es wesentlich bessere Lieder gegeben hätte. Der Techno-Dance-Mix passt einfach mal so wirklich gar nicht in den ESC mit seiner völlig anderen Zielgruppe.

Wenn man zu mehr Liebe gibt, als man zurückbekommt

Der ESC braucht generationenübergreifende Songs, Lieder, die bewegen und den Spirit der aktuellen Zeit aufnehmen. So gewann JJ mit seinem Lied „Wasted love“ – vornehmlich auch aufgrund seiner engelsgleichen Stimme. Es geht um unerwiderte Liebe und der Enttäuschung, wenn man viel Liebe gibt, aber wenig zurückbekommtEs ist eine Ballade, die Pop, Oper und Techno verbindet und von dem persönlichen Erlebnis des Sängers inspiriert wurde. In dem deutschen Beitrag „Baller“ geht es zwar auch um eine enttäuschte Liebe, aber es bleibt gefühlt seicht, oberflächlich, auch angesichts des ständigen „Geballers“ rhythmischer Art. Auch die Nähe zu den Fans, heute ein entscheidender Faktor, konnte das Geschwisterpaar nie wirklich herstellen. 

Deutschlands ESC-Sommermärchen heißt nach wie vor Lena

Die Bürger:innen sehen sich derzeit wesentlich stärker nach einem sanften Nicoles „Ein bisschen“ Frieden“ (erster deutscher ESC-Sieg 1982) als nach Baller-Baller-Rumgeballer. Warum man bei dem Vorentscheid nicht bis zuletzt allein die Zuschauer hat entscheiden lassen, ist ein völliges Rätsel. Mit Sicherheit wäre dabei ein anderer Sieger beim Vorentscheid und dementsprechend auch ein anderer Platz beim ESC herausgekommen. Mit Lena hatte Raab einst ein glückliches Händchen.

Raabs Verdienst

Aber eigentlich war das auch nicht wirklich Raabs Verdient, sondern Lenas. Selten gibt es solche Talente wie Lena, die plötzlich auf der Bühne stehen und Millionen verzaubern. 2010 gewann sie für Deutschland den ESC mit ihrem locker-leichten Liedchen Satellite. Vielleicht hätte Raab damals auch lieber jemand anderem den Vorzug gegeben, aber der öffentliche Druck war zu hoch, um Lena nicht weiterkommen zu lassen. Das jedenfalls war Deutschlands ESC-Sommermärchen.




Würth im Krisenmodus – Gewinn stürzt um über 40 Prozent ab

Betriebsergebnis fällt um mehr als ein Drittel

Die Zahlen offenbaren einen tiefen Einschnitt. Das Betriebsergebnis fällt um mehr als ein Drittel. Der Gewinn sinkt von 1,14 Milliarden Euro auf nur noch 673 Millionen. Besonders auffällig ist der Rückgang der Rendite: Statt 7,1 Prozent bleiben nur noch 4,6 Prozent.

Der Schraubenriese  Würth kämpft mit über 40 % Gewinneinbruch – Konjunkturschwäche und Kosten belasten den Konzern

Der Umsatz selbst zeigt mit einem Minus von 0,9 Prozent auf 20,21 Milliarden Euro zwar nur leichte Einbußen. Doch für ein Unternehmen, das jahrzehntelang zweistelliges Wachstum forderte – und meist auch lieferte –, bedeutet das einen Paradigmenwechsel. Die wirtschaftlichen Ziele geraten spürbar unter Druck.

Strudel aus Belastungen

Würth gerät in einen Strudel aus externen Belastungen. Robert Friedmann, Sprecher der Konzernleitung, nennt eine Kombination aus schwacher Baukonjunktur, Rückgängen in der Industrie und geopolitischen Spannungen als Hauptursachen.

„Ein Rechtsruck geht durch unser Land“, kommentiert er die innenpolitische Lage. Die Aufrüstung in Europa, Handelskonflikte mit den USA und Zölle auf chinesische Produkte belasten zusätzlich. Besonders hart trifft Würth der US-Markt – zweitgrößter Absatzmarkt nach Deutschland – wegen der Abhängigkeit von Importen aus China.

Umsatz und Gewinn brechen weiter ein

Hinzu kommen drastische Kostensteigerungen. Rohstoffe wie Aceton kosten heute viermal so viel wie Ende 2020. Nickelpreise haben sich verdoppelt, Erdgas verteuerte sich um 150 Prozent. Verpackung, Transport und Personal schlagen ebenfalls stärker zu Buche.

Laut Schaich, Mitglied der Konzernführung, liege die Ursache des Gewinneinbruchs klar in diesen externen Faktoren: „Was uns fehlt, ist der konjunkturelle Rückenwind.“ Die Ertragslage verschlechtert sich nicht aus eigener Schwäche, sondern aus einem von außen verursachten Druck auf Margen und Struktur.

Sondervermögen der bundesregierung soll 2027 Aufwind verschaffen

Im Inland verliert Würth deutlich an Boden. Der Umsatz sinkt um 3,9 Prozent auf 8 Milliarden Euro. Dagegen wächst das Geschäft im Ausland um 1,2 Prozent. Besonders Südeuropa entwickelt sich erfreulich.

Im Chemiebereich, zu dem auch Liqui Moly gehört, steigen die Umsätze weiter. Investiert wurde trotzdem umfangreich: Eine halbe Milliarde Euro flossen in Übernahmen, unter anderem in Polen und Italien. Doch selbst diese strategischen Zukäufe konnten den Rückgang beim Gewinn nicht kompensieren.

Im Vertrieb bleibt der Leitungsdruck hoch

Trotz aller Rückschläge gibt man sich in Künzelsau kämpferisch. Die Eigenkapitalquote liegt bei stabilen 48 Prozent. Über 1.000 neue Beschäftigte kamen hinzu. Der Konzern versucht, offene Stellen intern zu besetzen und betont, dass Stellenabbau nicht geplant sei.

Langfristig setzt Würth auf Stabilisierung. Ein Sondervermögen der Bundesregierung ab 2027 könnte Impulse liefern. Im Vertrieb bleibt der Leistungsdruck hoch: Quartalsweise Bewertungen, variable Vergütung, materielle Anreize – all das soll die Verkäufe ankurbeln.

Offene Stellen werden intern besetzt, ein Stellenabbau ist aktuell nicht geplant

Reinhold Würth hat sich aus dem operativen Geschäft zurückgezogen. Dennoch prägt seine Philosophie den Konzern weiterhin. Die neue Führung übernimmt – mit Enkeln in Schlüsselpositionen.

Friedmann zeigt sich trotz Krise optimistisch: Im ersten Quartal 2025 stiegen die Umsätze wieder um vier Prozent. Doch angesichts des massiven Gewinneinbruchs steht fest: Der Mythos vom unaufhaltsamen Wachstum wankt. Die kommenden Monate entscheiden, ob sich Würth neu erfindet – oder mit der Krise ringen muss.