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Rasant kleiner werdende Gletscher und steigende Meeresspiegel

Schon eine halbe Stunde bevor sich der Haupteingang des Künzelsauer Rathauses am 13. Januar 2023 zum Neujahrsempfang öffnet, stellen sich die Gäste zum Einlass an. Der Empfang ist ausgebucht. War der Neujahrsempfang bislang in der Stadthalle, fand er in diesem Jahr im Rathaus statt. Seinen Vortrag hielt Sven Plöger im Großen Sitzungssaal.

Im Rathaus werden die Gäste bis zur Begrüßung durch Bürgermeister Stefan Neumann und dem Vortrag des Meteorologen Sven Plöger auf allen Etagen von einem ideenreichen und interessanten Mitmachangebot unterhalten: Glücksrad, Dartspiel, Kapla-Bausteine, Virtual-Reality-Brille, Klima-Quiz, Kinovorführungen und mehr, haben allesamt ein Ziel gemeinsam: den Gästen auf unterhaltsame Art die Themen und Aufgaben der Stadtverwaltung nahe zu bringen – immer unter dem Themenschwerpunkt Klima. „Aus unserer Strategie 2023 heraus haben wir dieses Jahr 2023 unter das Motto ‚Zukunft Klima‘ gestellt“, so Bürgermeister Stefan Neumann bei der Begrüßung. Gekommen sind die Ehrenbürger Ursula und Albert Berner, die Bundestabgeordneten Christian von Stetten, Harald Ebner, Valentin Abel, Stadträtinnen und Stadträte, Ortsvorsteher, zahlreiche Vertreter von Wirtschaft, Banken und Kirchen, Künzelsauer Einwohnerinnen und Einwohner, Gäste von außerhalb und die vielen Mitwirkenden – darunter Joachim Schröder vom Klimazentrum, Volker Schmid und Tobias Bohnhardt vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Team von Würth IT und der Georg-Wagner-Schule.

Volles Haus im Großen Sitzungssaal im Rathaus in Künzelsau. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

Mit Hoffnung und Optimismus ins neue Jahr starten

„Wir begrüßen gemeinsam das neue Jahr und wollen es mit dem Gefühl der Hoffnung und des Optimismus beginnen. Denn: Zum Optimismus gibt es keine Alternative“, so eröffnet Bürgermeister Stefan Neumann den Abend. Generell könne Kunst, wie auch die in der aktuellen Ausstellung im Rathaus „Kunst trifft Klima“ des Künstlers Klaus Hub, „ein Hebel sein, Bewusstsein für das Klima zu schärfen und zu schaffen, hierüber ins Gespräch zu kommen und so selber ins Tun zu kommen.“ Die Stadt, die Stadtgesellschaft, wolle ihren Teil zum besseren Umgang mit den Ressourcen beitragen.

Besucher:innen beim Neujahrsempfang. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

Grenzen der Leistungsfähigkeit erreicht

Kommunen sind auf die Unterstützung von Bundes- und Landespolitik angewiesen. Neben dem Strategiethema „Zukunft Klima“, das der Künzelsauer Gemeinderat für das Jahr 2023 definiert hat, existieren noch weitere herausfordernde Themen für die Städte und Gemeinden, an die Stefan Neumann erinnert: die Folgen der Corona-Pandemie, die Versorgung von immer mehr geflüchteten Menschen und generell zu wenig Wohnraum, immer höhere Vorgaben, den Ausbau von Bevölkerungs- und Katastrophenschutz, die Aufrechterhaltung von Infrastruktur bei unsicherer Energieversorgung, die Sicherung des sozialen Friedens und vieles mehr. „Wir alle treten an, um unserer Verantwortung gerecht zu werden, wir treten für Staat und Gesellschaft ein“, so Bürgermeister Stefan Neumann und mit einem Appell an die Politik bekräftigt er, „dass wir die Grenze der Leistungsfähigkeit des Staates, unserer Städte und Gemeinden erreicht haben.“ Viele Leistungsversprechen ließen sich schon heute nicht mehr erfüllen. Es brauche jedoch einen handlungsfähigen Staat und leistungsstarke Städte und Gemeinden.

Sven Plöger trägt sich ins Goldene Buch der Stadt Künzelsau ein. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

„Wir können dem aber nicht mehr mit immer neuen Aufgaben, Rechtsansprüchen und Standards entgegentreten. Für die Legitimation von staatlichem Handeln, benötigt es Vertrauen in den Staat und die Demokratie. Die Leistungsfähigkeit ist ein wichtiger, sogar elementarer Vertrauensfaktor.“ Es brauche mehr als bloße Aufgabenkritik. Aus diesem Grund haben Gemeinde- und Städtetag gemeinsam mit dem Landkreistag und weiteren Verbänden einen „Zukunftskonvent“ gefordert. Das sollte keine Arbeitsgruppe in den Ministerien, sondern ein vom Ministerpräsidenten und dem Landtag gesteuertes Gremium sein. „Wir benötigen einen echten Ermutigungs- und Entfesselungsakt, der uns aus dem überregulierten Gesetzesrahmen befreit.“ Das gelte auch für den Bund. Dem Ländle stehe es aber gut zu Gesicht, mutig voranzugehen. „Mutig voran geht stets die Kommunalpolitik in unserer Stadt“, sagt Stefan Neumann und nennt markante Zeichen, die gesetzt werden wie beispielsweise der gebührenfreie Kindergarten oder das Energiepolitische Arbeitsprogramm der Stadt.

Klimawandel als „Menschheitsherausforderung“

Eine Stadt brauche engagierte Einwohnerinnen und Einwohner und eine aktive Wirtschaft, so Stefan Neumann. „Der Klimawandel gehört, wie die Armuts- und Elendsbekämpfung, die Artenvielfalt und viele andere Themen mehr zu den großen Menschheitsherausforderungen“, fährt Stefan Neumann fort. Die globalen Verflechtungen müssten gemeinsam genutzt werden. „Gemeinsame Interessen können nur gemeinsam für die Menschheit gelöst werden. Wir befinden uns gerade in einer Phase, wo Aufrüstung und lokale Kriege, eskalierende Konflikte immer Gefahr laufen, zum Weltkrieg zu mutieren. Wir brauchen keinen Rückfall in die Konflikte der letzten beiden Jahrhunderte. Jeder kann an seiner Stelle einen Teil zu einer besseren Welt beitragen“, hält Stefan Neumann fest und fordert auf: „Fokussieren wir das Gute, fokussieren wir gemeinsame Themen und Herausforderungen. Vergessen wir nicht, dass der Klimawandel und die Klimafolgenanpassung die ganze Welt betreffen. Eine Veränderung im Bewusstsein und im Tun muss aber auch und insbesondere bei uns selbst beginnen.“

Rasant kleiner werdende Gletscher

Dass der Klimawandel in vollem Gange ist, zeigt der Meteorologe Sven Plöger eindrucksvoll mit Daten und Beispielen aus Forschung und Wissenschaft in seinem Vortrag auf. Humorvoll aber bestimmt nimmt er die Gäste des Abends mit durch Klima-Statistiken und -Prognosen: „Wenn jetzt noch jemand nicht sieht, dass es wärmer wird, muss er zum Optiker. Die Klimakrise ist ein Thema, das wir nicht ignorieren können.“ Eindrucksvolle Bilder vom rasant kleiner werdenden Grindelwald-Gletscher und dem Feldsturz, der der Stieregghütte in den Schweizer Alpen buchstäblich den Boden geraubt hat, machen betroffen und deutlich, wovon der bekannte Meteorologe spricht. „Der Klimawandel ist ein schleichender Prozess, der aber schon jetzt dramatische Auswirkungen in den Bergen hat. Wenn das Eis dort taut, zerfallen die Berge. Wenn die Gletscher weg sind“, so Sven Plöger, „können sie kein Wasser mehr liefern.“ Die Folge werde sein, dass die Flusspegel weiter sinken. Das hat Auswirkungen auf die Trinkwasserversorgung, die Schifffahrt und die Kühlung von Atomkraftwerken, die in Frankreich zeitweise deshalb sogar abgestellt werden mussten. Deshalb seien die Erneuerbaren Energien der Weg, Investitionen in diesem Bereich nicht nur sinnvoll und notwendig, sondern auch in finanzieller Hinsicht dringend. „Jeder nicht vernünftig in Klimaschutz gesteckte Euro muss mit zwei bis elf Euro zurückgezahlt werden.“

„2019, wo wir so viel über Umweltschutz gesprochen haben, haben wir gleichzeitig so viele Flugreisen und Kreuzfahrten gemacht und SUVs gekauft, wie noch nie zuvor“

Es bestehen Chancen, wenn die Gesellschaft Dinge tut. Um das 1,5-Grad-Ziel noch zu erreichen, müsste die Einsparung an CO₂-Emissionen jährlich so groß sein wie durch den Shutdown. Das wäre möglich, aber dazu müssen alle ihr Verhalten ändern, so Plöger. „Fast alle wissen, was wir tun könnten und tun es nicht. Kaufen Sie Ratgeber. Lesen Sie diese und machen Sie dann.“ Wie schwer das fällt, macht er mit verschiedenen Beispielen deutlich, möchte dabei nicht beschimpfen, aber zum Nachdenken anregen. „2019, wo wir so viel über Umweltschutz gesprochen haben, haben wir gleichzeitig so viele Flugreisen und Kreuzfahrten gemacht und SUVs gekauft, wie noch nie zuvor.“ Mit Blick auf die Treibhausgase liege Deutschland im weltweiten Vergleich auf Platz sechs von 194 Ländern – in absteigender Reihenfolge hinter China, USA, Indien, Russland und Japan.

Der Waldmacher

Begeistert berichtet Plöger über Tony Rinaudo den Waldmacher, der 2018 den „alternativen Nobelpreis“ bekommen hat. In Äthiopien und auch in anderen Ländern hat der Australier mit dem Grundwasser verbundene Pflanzen von überflüssigen Ästen befreit und mit Hilfe eines Entwicklungshilfeprojektes dafür gesorgt, dass Mensch und Tier nicht an die Pflanzen gehen (Brennholz, Futter) und so für das Entstehen ganzer Waldgebiete gesorgt.

Schließlich spricht sich Sven Plöger für ein Engagement zum Wohl der Gesellschaft – beispielsweise ein Soziales Jahr – aus. „Wenn jeder Mensch ein Jahr seines Lebens für die Gesellschaft, die Allgemeinheit einsetzen würde, wäre das eine persönliche Bereicherung. Es würden aber auch Dinge passieren, die uns allen – der Gesellschaft – guttun. Denn: Dieser Planet braucht uns nicht – wir aber ihn!“

Auch das DLR war da

Auf allen Stockwerken im Künzelsauer Rathaus war parallel zu Plögers Vortrag etwas geboten. Die Kooperation von den Schülerinnen und Schülern zweier städtischen Schulen – Georg-Wagner-Schule, Ganerben-Gymnasium -, den Auszubildenden von Würth IT und Tobias Bohnhardt, dem Leiter des DLR_School_Lab Berlin, präsentierten, wie sie eine interaktive Weltraumausstellung im Stadtmuseum gestalten. Am Satelliten-Modell EnMAP erläuterte Volker Schmid vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), wie damit eine hochauflösende Erdbeobachtung möglich ist. Die Catering-AG der Georg-Wagner-Schule sorgte fürs leibliche Wohl, Uwe Saußele und Ralph Hanl für die musikalische Umrahmung. „Wir haben uns als Team der Stadtverwaltung hervorragend präsentiert und unseren Gästen einen gelungenen Abend mit interessanten Gesprächen bereitet“, bedankt sich Bürgermeister Stefan Neumann.

Quelle: Stadtverwaltung Künzelsau

Zu den Fotos:

Sven Plöger trägt sich in das Goldene Buch der Stadt ein. Bürgermeister Stefan Neumann – links im Bild.

 

Aktionen in allen Fluren und auf allen Ebenen im Rathaus haben die Besuchenden zum Mitmachen eingeladen.

Fotos Olivier Schnipp, Foto Linke GmbH




Die Bundesregierung hat beschlossen, dass es Corona ab diesem Winter nicht mehr gibt

Die Bundesregierung hat beschlossen, dass es Corona seit diesem Herbst und Winter in Deutschland nicht mehr gibt. So können wieder  alle Kinder ohne Masken im Unterricht sitzen, home schooling gibt es nicht mehr, Lockdowns ebenso wenig. Im Nah- und Fernverkehr droht ebenfalls das baldige Aus der Gesichtsbedeckungen. Lediglich ein Besuch in der Arztpraxis erinnert einen daran, dass es ja mal so etwas wie FFP2-Maskenpflicht gab.

Sorgen, Ängste, Überforderung, Panik

Corona gibt es nicht mehr, könnte man angesichts der politischen Lockerungen glauben. Fast alle Coronaverordnungen wurden ad acta gelegt. Auch Reisen geht wieder so problemlos wie früher. Und doch scheinen wir kränker zu sein als jemals zuvor. Laut einer aktuellen Studie hat der deutsche Bundesbürger im Durchschnitt 2022 fünf Tage wegen Krankheit mehr gefehlt als die Jahre zuvor. Vor allem Erkältungs- und Grippeerkrankungen, aber auch psychische Erkrankungen seien hierfür die Gründe. Kein Wunder, nach Jahren der Coronapandemie, des Klimawandels und nun des Krieges in Europa plagen die Menschen Sorgen, Nöte, Ängste und das wirkt sich auf auf den Körper aus und wenn es sich „nur“ in Form eines geschwächten Immunsystems bemerkbar macht.

Schwächelndes Immunsystem

Aber man braucht sie auch nicht zu wundern, wenn man durch jahrelanges Masketragen jegliche natürliche Immunität gegen jedwede Virenform verloren hat. Das merken Kinder, die mittlerweile häufiger krank sind wie vor Corona – und Erwachsene gleichermaßen. Man ist im wahrsten Sinne „anfälliger“ geworden für alles alle möglichen Erreger.

Das merken vor allem auch  die immer überfüllteren Arztpraxen insbesondere bei uns auf dem Land. Man könnte durch den Wegfall sämtlicher Coronaverordnungen tatsächlich geneigt sein zu glauben, dass es Corona nicht mehr gibt. Aber das stimmt leider nicht. Das Virus hat sic schon zu weit verbreitet und ist zu häufig mutiert, als das es jemals wieder aus unserer Gesellschaft verschwindet. Wir werden damit leben müssen. Das ist die Wahrheit. Aber dieser jahrelange Verordnungswahn, die Überbelastung von Teilen der Bevölkerung über einen längeren Zeitraum, finanzielle Nöte aufgrund der Lockdowns und der politischen Panikmache hat zu weiteren Krankheiten bei vielen Menschen geführt, zu Burn-out, Isolation, Depression.

Es wäre daher schön, wenn man nun genauso gut hinschauen würde, wie die Gesellschaft wieder „gesundet“, wie man sie stärkt, anstatt weiter zu fordern. Dazu gehört in allererster Linie ein starkes soziales Gesundheitssystem in Deutschland. Aber dafür haben wir ja auch schon seit Jahren kein Geld mehr. Dafür gibt’s wieder die nächsten Waffenlieferungen in Millionenhöhe für einen Krieg i Europa, bei dem es keinen Gewinner geben wird. Nur Verlierer. Noch mehr Tote, noch mehr Verletzte. Noch mehr Traumatisierte.

Fangen wir an, damit aufzuhören.

Und wieder sind es die Bürger:innen in den sozialen Medien, die zeigen, wie man die Welt ein kleines Stück besser machen kann, durch positive, stärkende Gedanken. Immer mehr davon werden veröffentlicht und geteilt im Internet, wie dieser hier, veröffentlicht am 23. Januar 2023:

Quelle: facebook/Soulharmony




Biosupermarkt soll nach Künzelsau kommen

In der nächsten Gemeinderatssitzung in Künzelsau am 31. Januar 2023 soll es unter anderem um den geplanten Abriss der Ziehl-Abegg-Gebäude in der Würzburger Straße dem dem Supermarkt Edeka und dem Elektronikfachgeschäft HEM gehen. Ein Biosupermarkt und ein weiterer Discounter (unweit davon befindet sich Lidl) sollen die Einkaufsmöglichkeiten in Künzelsau ergänzen. Zusätzlich sind an diesem Standort weitere Wohnungen geplant.

In der Satzungsvorlage zum Abriss der Ziehl-Abegg-Gebäude steht hierzu:

„Für die Kocherwiesen gibt es folgende Überlegungen: Ziel der Entwicklungsplanung ist es, den Standort Kocherwiesen als
Einzelhandelsstandort auch im Bereich der Grundversorgung zu sichern und auszubauen. Gleichzeitig sollen die innerhalb und nördlich des Plangebiets bestehenden Gewerbebetriebe weiterhin Berücksichtigung finden und zusätzliche gewerbliche Flächen
durch flächensparende Bauweisen generiert werden.

Unter anderem ist geplant, einen Lebensmittel-Discounter und einen Biosupermarkt anzusiedeln. Des Weiteren werden Flächen für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) benötigt. In die planerischen Überlegungen ist auch die Endhaltestelle für die Kochertalbahn
einbezogen worden. Zur Ergänzung des Bahnhaltepunktes ist auch ein Parkhaus geplant,
das den Park-and-Ride-Verkehr aus dem Umland aufnehmen kann. Der Bedarf nach Wohnraum ist in Künzelsau ungebrochen. Im Stadtzentrum ist aufgrund der beengten Lage im Kochertal die Ausweisung von Neubaugebieten kaum noch
möglich. Daher soll Wohnraum durch Innenentwicklung bereitgestellt werden. Das derzeitige Konzept wurde Ende 2022 dem Regionalverband vorgestellt. Im Februar 2023 lädt die Stadtverwaltung Vertreter des Regionalverbandes nach Künzelsau ein, um
die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten zu erörtern. Bis die endgültige Planung im Bereich der Kocherwiesen vorliegt, muss also noch ein Zeitbedarf von mindestens 2-3 Jahren in Anspruch genommen werden.“

Nachdem in der Gemeinderatssitzung vom 20.12.2022 wurde gefordert, dass die Gebäude erst abgerissen werden sollen, wenn klar ist, wie es dort weitergeht. Die Stadtverwaltung rät jedoch davon ab, zu warten, da „die Richtlinien für die Beseitigung von Abfall, Schadstoffen und Baustoffen bis zum Sommer 2023 aktualisiert werden, was gleichzeitig eine
Verschärfung der Grenzwerte bedeuten wird.“ Sprich: Der Abriss könnte erheblich teurer werden. „Wenn die Stadt Künzelsau bis dahin nicht mit dem Abbruch begonnen hat, muss erneut eine Schadstoffuntersuchung auf Grundlage der neuen Richtlinien durch
das Ingenieurbüro CDM Smith Consult durchgeführt werden. Dies bedeutet zusätzliche Kosten sowohl für die erneute Schadstoffuntersuchung mit Änderung der Ausschreibungsunterlagen als auch für den späteren Abbruch mit Beseitigung
(höhere Entsorgungskosten aufgrund gestiegener Entsorgungsanforderungen).“

Des Weiteren muss die Stadt Künzelsau die Verkehrssicherheit gewährleisten, sollten die Hallen weiterhin bestehen bleiben. Das Problem: „Hier gab es in der jüngsten Vergangenheit mehrfach Einbrüche mit Sachbeschädigungen und Personenschaden. Für die Überwachung muss eigenes und externes Personal eingesetzt werden, was zusätzliche Kosten verursacht. Die
durch die Einbrüche entstandenen Schäden müssen wiederum mit eigenem Personal und Fremdfirmen beseitigt und die Anlage erneut gesichert werden. Es gab auch bereits Verletzungen der Einbrecher durch Sturz, für die die Stadt
Künzelsau u. U. wiederum haftbar gemacht werden können. Die Stadtverwaltung schlägt daher vor, die Ausschreibung für den Abbruch der Hallen jetzt an den Markt zu bringen und voraussichtlich ab Mai 2023 mit den Abbrucharbeiten zu beginnen.“




„Wir wollen ä bissle die Welt retten“

Nun ist er da, der erste Unverpacktladen im Hohenlohekreis: In Mulfingn-Simprechtshausen betreibt Familie Schmitt seit Dezember 2022 ein Ladengeschäft namens Zweidwerds in einem schicken grau gehaltenen, frisch umgebauten kleinen Hallengebäude, das zu ihrem landwirtschaftlichen Anwesen gehört.

Müsli, Körner, Nudeln zum Selber befüllen. Foto: GSCHWÄTZ

Alles ist hier neu gemacht, mit viel Holz und witzigen Details. So warten auf die Kunden bereits kleine Einkaufswägen am Eingang.  Die Holztheke ist elektrisch absenkbar, mit EC-Karte kann man bei Herr Schmitt auch problemlos bezahlen. Im Inneren fällt der Blick erst einmal auf das gemütliche kleine Café, das durch Raumteiler abgetrennt ist vom eigentlichen Markt. Hier können Besucher:innen eine heiße Schokolade trinken, einen von Frau Schmitt selbst gebackenen Kuchen essen und eine atemberaubende Aussicht genießen.

Unverpackte Geschirrspültabs und andere Putzutensilien. Foto: GSCHWÄTZ

Weiter geht’s zu den Verkaufsprodukten. Diese stehen in Holzregalen und wurden teilweise von einem Schreiner individuell für den Laden gefertigt. Wer keine Behälter mitbringt, kann hier kostenlos auf gespülte Einweggläser zurückgreifen. Es gibt zum Beispiel Nudeln, Getreide, Müsli, getrocknetes Obst oder Tee zum Selber Abpacken0. Wer keine eigenen Behältnisse dabei hat, kann auch saubere, wiederverwertete Einweggläser von Familie Schmitt kostenfrei zurückgreifen.

Bereits in Gläsern fertig verpackt von veganen Marken wie Zwergenwiese warten verschiedenste Brotaufstriche, Chips, Dips, exotische Senfsorten und diverse Drogerieartikel wie Seife am Stück, Bambuszahnbürsten oder unverpackte Putztabs darauf, gekauft zu werden. Frische Backwaren soll es ebenfalls bald noch auf Bestellung geben. Nur frisches Obst und Gemüse gibt es nicht.

Cracker von einer Manufaktur ums Eck. Foto: GSCHWÄTZ

Bambustücher zum Einpacken von Vesperbroten. Foto: GSCHWÄTZ

Getrocknetes Obst. Foto: GSCHWÄTZ

Veganer Brotaufstrich von Zwergenwiese. Foto: GSCHWÄTZ

Auch Klarspüler und Seife kann man sich hier abfüllen lassen. Auch ein Softeisautomat steht bereit.

Der Um- und Ausbau hat rund eine halbe Million Euro gekostet. Aber es habe sich in jedem Fall gelohnt, sagt Schmitt, denn: „Plastikmüll gibt es zuhauf und wir wollen ä bissle die Welt retten.“

Blockseife in verschiedenen Duftnoten. Foto: GSCHWÄTZ

Öl und Essig zum Selber Abfüllen: Foto: GSCHWÄTZ

Zeidwerds – Unverpacktladen

Lausenweg 7/1

Mulfingen-Simprechtshausen

Instagram: zeidwerds

Telefon: 07938/88 25 52

Geöffnet Donnerstags und Freitags 10 bis 18 Uhr, Samstags 10 bis 14 Uhr

Der Unverpackt-Laden von aussen. Foto: GSCHWÄTZ

Café mit wunderschöner Aussicht. Foo: GSCHWÄTZ




„Es freut uns, wenn wir mit unserer Localboxx den lokalen Selbst- und Direktvermarktern helfen können“

Corona-Lockdown 2020: Innerhalb kürzester Zeit wurden alle Auftritte der Bands von Sarah Hank-Paidar aus Neuenstein und ihrem Mann abgesagt. Die beiden betreiben eine Musikschule in Öhringen. Ein Plan B musste her. Anstatt den Kopf in den Sand zu stecken, hat die 44-Jährige Mutter von zwei Kindern aus Öhringen fieberhaft nach neuen Wegen gesucht. Irgendetwas regionales wollte die Musiklehrerin machen, anderen, die in einer ähnlichen Situation sind wie sie helfen. Vielleicht eine CD veröffentlichen? Kurz bevor auch die Cafés und Kneipen im Zuge des Corona-Lockdowns schließen mussten, traf sie sich ein letztes Mal mit ihren Freundinnen auf einen Café und räsonierte über ihre Pläne. Ihre langjährige Freundin Stefanie Hornung aus Öhringen, ebenfalls Mutter von zwei Kindern und zu dieser Zeit noch voll berufstätig bei einem anderen Arbeitgeber, brachte ihre Ideen mit ein. Heraus kam: Localboxx.

Sarah (links) und Stefanie haben Localboxx vor zwei Jahren gegründet. Foto: GSCHWÄTZ

Nach nur zwei Tagen stand das Konzept

Nach nur zwei Tagen stand das Konzept. Die Firma wurde zunächst als GbR angemeldet, jede von ihnen nahm 5.000 Euro in die Hand und los ging es im Herbst 2020. Die Idee: Die Frauen stellen Geschenkpakete mit Produkten von lokalen Anbietern zusammen und verkaufen diese. Den oft kleinen Eigenproduktionen im Hohenlohekreis sei damit geholfen, so die Frauen – und auch den Firmen mit originellen Geschenken für ihre Kunden und Mitarbeiter:innen. Zirka 95 Prozent der Kunden von Sarah und Steffi sind derezit Firmen aus der Region, nicht selten global player, aber auch Inhaber von kleineren Geschäften, von der Zahnarztpraxis bis zum Einzelhandelsgeschäft.

Mit den ganz Großen im Geschäft

Sarah schickte nach der Gründung eine selbst gestaltete Power-Point-Präsentation an Firmen im Hohenlohekreis, wenig später hatten sie die ersten größeren Bestellungen. „Wir rechneten am Anfang mit 30 bis 40 Paketen, wenn es gut läuft“, erinnert sich Stefanie. Im ersten Jahr waren es gleich 3.000. Man bedenke dabei: Der Gründungsmonat war dabei nicht Januar, sondern November 2020. Zwei Jahre später sind sie bereits bei rund 8.000 verkauften Boxen. Tendenz steigend.

Angefangen haben sie in Mamas Gästezimmer

Dann die Frage: „Wo machen wir das eigentlich?“ Bei Stefanies Mama im Gästezimmer packten sie die ersten Kisten. „Dieser Raum wurde dann schnell erweitert auf ihre ganze Wohnung“, erinnert sich Sarah lachend. Seid September 2022 findet man die Frauen einem angemieteten Raum zentral gelegen in der Innenstadt von Öhringen, in der Karlsvorstadt 49. Kunden können hier problemlos und kostenfrei parken und die Frauen sowie ihre mittlerweile 13 Packhelfer:innen, die auf Abruf arbeiten, haben genug Platz, um alles im wahrsten Sinne „einzutüten“. An Weihnachten haben sie das meiste Geschäft.

Am Anfang war die CD

Anfangs hatten sie drei verschiedene Boxen im Programm: eine mit einer CD von regionalen Liedermachern, die zweite mit CD und einem Essensgutschein für ein Restaurant in Öhringen, das dritte mit drei regionalen Produkten, etwa einem Stollen, Marmelade und Honig. Rund 200 ganz unterschiedliche regionale, teilweise sehr kreative Produkte haben sie mittlerweile im Sortiment, unter anderem selbst gemachte Nudeln aus Orendelsall, Schokoladengewürzsalz, „Lückenfüller-Müsliriegel, „Brain“-Müsli ohne Zuckerzusatz, BubenLohe-Kichererbsen, Hohenloher Chips. Was derzeit eher nicht mehr so angesagt ist: Alkohol und Fleischprodukte. Auch hier spürt man einen Wandel im Zeitgeist zu einem gesünderen, bewussteren Konsum.

„Es freut uns, wenn wir mit unserer Localboxx den lokalen Selbst- und Direktvermarktern helfen und jemandem mitteilen können: Wir haben heute 1.000 von deinen Marmeladengläsern verkauft“, erzählt Sarah mit leuchtenden Augen.

Mittlerweile ein Vollzeitjob für beide

So gut sie sich verstehen, so unterschiedlich sind die Frauen. Dadurch herrschte von Beginn automatisch eine klare Aufgabenteilung, bei der jede sich mit ihren Stärken einbrachte: Die 50-jährige Diplombetriebswirtin Stefanie ist zuständig für die Verwaltung, Buchhaltung, Logistik sowie für die Verpackung, Grafik & Design. Die lustigen „Werbe-Packvideos“ gestaltet inzwischen eine Agentur für sie. Das einprägsame Logo hat Stefanie selbst entworfen. Localboxx ist mittlerweile zu einem Vollzeitjob für beide Frauen geworden. Stefanie hat ihr Arbeitsverhältnis zu ihrem früheren Arbeitgeber daher gekündigt, während Sarah nur noch einmal wöchentlich in der Musikschule tätig ist. Sarah wiederum ist zuständig für die Produkte, die in die Box kommen, für die Kundenakquise, das Marketing sowie die Mitarbeiter:innen.

„Vom Einkauf übers Verpacken bis zum Versenden, wir können alles für unsere Kunden machen“, betonen die Unternehmer:innen.

In diesem Jahr möchten sie auch den Online-Bestellbereich auf ihrer Internetseite www.localboxx.de und den Privatkundenbereich weiter ausbauen. Unterjährig möchten sie noch mehr anbieten für Anlässe wie Jubilarien, Geburtstage, Hochzeiten und Geburten. Sie sind dankbar für die Hohenloher Firmen und Unternehmer, von denen sie von Anfang an so gut unterstützt wurden durch zahlreiche Bestellungen und freuen sich auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit in diesem Bereich. Mittlerweile haben sie sich selbst zu einer GmbH umfirmiert.

Kontakt und weitere Informationen zu Localboxx

Localboxx GmbH

KArlsvorstadt 59

74013 Öhringen

Tel.: 07941/645 49 00

Mail: info@localboxx.de

Kosten einer Box

Die Boxen gib es in zwei verschiedenen Größen. Die Medium-Boxen fängt an bei zirka 20 Euro.

 

 




Landratsamt sucht ehrenamtliche Familienpaten in Öhringen und Umgebung

Unterstützung für Familien mit kleinen Kindern

Ehrenamtliche Familienpaten in Öhringen und Umgebung gesucht

„Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen“, sagt schon ein bekanntes Sprichwort. Was aber heißt das für Familien, wenn keine Großeltern, Geschwister, Verwandte oder Freunde in der Nähe sind, die ab und zu einige Betreuungsaufgaben übernehmen und helfen, schwierige Situationen zu meistern – wenn also familiäre und gewachsene Netzwerke nicht vorhanden sind?

Orientierung an den Bedürfnissen der jeweiligen Familie

Familien in dieser Situation zu begleiten und zu unterstützen ist das Ziel einer Familienpatenschaft, die sehr individuell vereinbart wird. Sie orientiert sich einerseits an den Bedürfnissen der Familien und andererseits an den Möglichkeiten und Wünschen der Familienpaten. Ehrenamtliche Familienpaten schenken Kindern Zeit und Aufmerksamkeit. Zu den möglichen Aufgaben gehören Vorlesen, Spaziergänge und Besuche auf dem Spielplatz oder gemeinsames Spielen und Basteln.

Die künftigen Familienpaten werden intensiv und umfassend auf Ihre Aufgabe in der Familie vorbereitet. Während der Patenschaft werden sie professionell begleitet und erhalten Hilfe beim Organisieren und Gestalten der Patenschaft. Das Hilfeangebot „Ehrenamtliche Familienpaten“ ist ein niederschwelliges Angebot im Bereich der „Frühen Hilfen“ des Hohenlohekreises.

Wer sich für eine Tätigkeit als Familienpatin oder -pate interessiert, kann sich gerne unverbindlich informieren:

Landratsamt Hohenlohekreis

Stuttgarter Str. 5, 74653 Künzelsau

Esther Herdtweck

Tel: 07940/18-1439

Esther.Herdtweck@Hohenlohekreis.de




„Kunst trifft Klima“: Rundgang durch Kunstausstellung

Für den Neujahrsempfang der Stadtverwaltung Künzelsau am 13. Januar 2023 hat Klaus Hub rund 80 seiner Gemälde zum Thema Klimawandel im Rathaus ausgestellt. In seinen Gemälden und Objekten nähert er sich den Themenfeldern Natur, Naturschutz und natürliche Ressourcen auf unterschiedliche Art und Weise. Bis Ende Januar sind die Gemälde noch im Rathausfoyer zu sehen. Am Freitag, 20. Januar bietet Klaus Hub um 16 Uhr dort einen kostenlosen Rundgang durch die Ausstellung an. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Ein Hohenloher Urgewächs

Klaus Hub wurde 1964 in Künzelsau geboren, ist in Morsbach aufgewachsen und hat hier eine Familie gegründet. Aufgewachsen in einer intakten Natur, beschäftigt sich Klaus Hub seit Jahren mit dem Klimawandel. Mit seinen Bildern möchte er zum Nachdenken anregen und ein Bewusstsein für den Umgang mit unserer Umwelt schaffen.

Quelle: Stadtverwaltung Künzelsau

Foto Carmen Schniepp, Foto Linke GmbH.




Mindestens 22.000 Euro für vier Übernachtungen?

Ein Ticket für das weltweit einzigartige, von einem Milliardär initiierten Weltwirtschaftsforums in Davos kostete die Wirtschaftsteilnehmer:innen in diesem Jahr mittlerweile rund 250.000 Euro. Teilweise haben Milliardäre daher ihren Besuch in diesem Jahr abgesagt. Die Preise lagen vor Corona noch bei rund 70.000 Euro. Politiker:inen und Presse haben auf Einladung freien Eintritt. Hier liegt bereits das Problem: Es ist ein Treffen eines kleinen Kreises der Mächtigen und Reichen, der über den grundsätzlichen weltweiten Wirtschaftskurs berät. Die Stimmen des Großteils der Welt sind hier nicht vertreten. Es handelt sich dabei aber lediglich um Diskussionen, Workshops, Vier-Augen-Gespräche. Es wird hier nichts entschieden. Man kann jedoch herauslesen, wohin es für die führenden Wirtschaftsnationen gehen soll.

Es ging wie immer um eines: Wachstum

In einer Diskussionsrunde mit Wirtschaftsminister Robert Habeck ging es immer wieder um „more trade, more investments, more green trade, more green investments“. Interessant, dass Robert Habeck sich hier für grüne Projekt einsetzte, hatte die grün regierte Bundesregierung doch erst am vergangenen Wochenende gemeinsam mit der Polizei und dem Energieriesen RWE das kleine Dorf Lützerath räumen lassen für ein neues Braunkohlewerk, das definitiv alles andere als „grün“ ist (wir berichteten).

Weniger Gas-Abhängigkeit von Russland. Auch stand schnell der Schuldige für alle derzeitigen Krisen fest: Russland und die vorangegangene Bundesregierung. Man wolle zudem nicht wirtschaftlich in Europa abgehängt werden von China und den Vereinigten Staaten. Es geht wie immer um eines: Wachstum. Obwohl der Klimawandel deutlich aufgezeigt hat, dass man langsam am Ende des globalen Wachstums angekommen ist. Habeck bewies hier feinstes Deutsch-Englisch:

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck diskutiert beim Weltwirtschaftsforum in Davos – YouTube

Klimaaktivistinnen Luisa Neubauer und Greta Thunberg vor Ort

Der amerikanische Präsident Joe Biden wird in diesem Jahr nicht teilnehmen, dafür die Klimaaktivistinnen Luisa Neubauer und Greta Thunberg, die sich dafür einsetzen, dass die führenden Nationen mehr für den Klimaschutz tun. Hier treffen sich WWF-Manager, Coca-Cola-Manager, Goldman-Sachsmanager, um sich mit führende Politiker:innen über den weiteren Wirtschaftskurs auszutauschen und natürlich – um darauf Einfluss zu nehmen.

Fünf Tage lang, noch bis Freitag, den 20. Januar 2023, tagen die Reichten und Mächtigen aus der Wirtschaft und der politischen Elite noch, um sich auszutauschen über Wirtschaftskrisen wie die derzeit drohende Rezension, Wirtschaftswachstum, den Klimawandel, Corona und auch die soziale Ungleichheit, die es in immer mehr Ländern gibt.

Mehr Empathiefähigkeit entwickeln

Um sich einzufühlen in das Leben von ärmeren Menschen oder in Menschen, die extreme Situationen durchstehen mussten, wie etwas ukrainische Flüchtlinge (nur unweit des Davoser Treffens in teuren Hotels befinden sich auch Flüchtlingsunterkünfte), gibt es in Davos auch Workshops, um zu erleben, wie es ist, mit Essensrationen umgehen zu müssen, Gefangenschaft, Flucht & Folterandrohungen. Die Reichen sollen sich dadurch später besser in diese Menschen einfühlen können. Es klingt schon fast ein wenig zynisch. Brauchen manche Menschen für Empathiefähigkeit erstmal einen Workshop?

Horrende Übernachtungskosten

Der Spiegel hatte unter anderem von horrenden Übernachtungskosten berichtet. Für vier Übernachtungen soll man unter 22.000 Euro nichts finden. Aktuell findet man Übernachtungspreise, die etwas moderater sind und sich bei rund 1.000 Euro pro Nacht für eine Zwei-Sterne-Pension bewegen. Auch wenn die Bundesregierung kein Wort darüber verliert, so ist doch klar, dass dieses Meet-and-Greet in Davos den deutschen Steuerzahler hinsichtlich der Kosten für die deutsche Delegation sich sicher im sechsstelligen Bereich bewegt.

Ein sehr moderner kritischer Film über das Treffen der Reichen und Mächtigen, die „angeblich die Welt besser machen möchten“, hat der Standard unlängst produziert: Vor Ort in Davos: Wo Welten aufeinandertreffen – Wirtschaft – derStandard.de › Wirtschaft




„Ich wollte nicht warten, bis der Krieg vorbei ist“ – Wie Mariia Kosa um ihr Studium kämpft

Die 19-jährige Mariia Kosa floh mit ihrer Familie aus der Ukraine. In einem Flüchtlingsheim bei Hamburg fanden sie Schutz. Mariia Kosa studiert in ihrem Heimatland Internationale Logistik und Zoll. Dass das geliebte Studium von jetzt auf gleich auf Eis lag, wollte die junge Frau nicht hinnehmen: „Ich habe alles versucht, um mein Studium in Deutschland fortzusetzen. Ich wollte nicht warten, bis der Krieg vorbei ist.“

Keinen Stillstand zulassen

Mariia Kosa fing an zu recherchieren – deutschlandweit suchte sie nach passenden Hochschulen und Unis, schrieb Hunderte Bewerbungen. Doch positive Rückmeldungen blieben aus. Bis die Hochschule Heilbronn (HHN) ins Spiel kam. Kosa bewarb sich für einen Studienplatz im Bachelor-Studiengang Business Engineering Logistics, kurz BEL. „Professorin Annett Großmann, die an der HHN Logistik lehrt, hatte sich sofort bei mir zurückgemeldet und sie veränderte damit einfach alles.“

„Wir unterstützen frau Kosa, wo wir nur können“

Der Einschreibung folgten Hürden, aber die HHN wollte ihr die Chance geben, sich in Heilbronn ein neues Leben aufzubauen. Unter der Auflage, einen Deutschkurs zu belegen, kann Mariia Kosa ins erste BEL-Semester einsteigen. „Wir unterstützen Frau Kosa, wo wir nur können. Beispielsweise übersetzen wir ihr Vorlesungsskripte ins Englische und helfen, wann immer sie uns braucht. Furchtbar genug, was gerade auf ihren Schultern lastet“, sagt Professorin Großmann mitfühlend. Mariia Kosa sei sehr fleißig und lerne Erfolg versprechend Deutsch, erzählt sie weiter.

Ein Wunsch dominiert

Nebenher arbeitet Mariia Kosa im International Office der HHN, um Geld zu verdienen. Sie wünscht sich, später noch einen Master zu absolvieren, um dann einen Job zu finden, bei dem sie ihr Know-how aus der Ukraine und Deutschland kombinieren kann. „Das Studium, die Arbeit, der Deutschkurs – alles unter einen Hut zu bekommen, ist schon hart. Manchmal habe ich kaum Zeit fürs Mittagessen. Aber ich schaffe das und gebe nicht auf.“

Mit ihrer Zielstrebigkeit und einer riesen Portion Mut erfüllt sich Mariia Kosa den Traum, ihren Werdegang nicht außer Acht zu lassen. Dennoch findet sie ganz klare Worte, wenn sie an ihren „Hauptwunsch“ für die Zukunft denkt: „Der Krieg, der uns so viele Leben kostet, soll bitte aufhören. Das ist der größte Wunsch, den ich habe.“

Hochschule Heilbronn

Mit rund 8.000 Studierenden ist die Hochschule Heilbronn (HHN) eine der größten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften in Baden-Württemberg. Ihr Kompetenz-Schwerpunkt liegt in den Bereichen Technik, Wirtschaft und Informatik. An ihren vier Standorten in Heilbronn, Heilbronn-Sontheim, Künzelsau und Schwäbisch Hall bietet die HHN mehr als 60 zukunftsorientierte Bachelor- und Masterstudiengänge an, darunter auch berufsbegleitende Angebote. Die HHN bietet daneben noch weitere Studienmodelle an und pflegt enge Kooperationen mit Unternehmen aus der Region. Sie ist dadurch in Lehre, Forschung und Praxis sehr gut vernetzt. Das hauseigene Gründungszentrum unterstützt Studierende sowie Forschende zudem beim Lebensziel Unternehmertum.

Quelle: Hochschule Heilbronn

 

 

 




50 Dinge…

50 Dinge, die wir jeder/m Besucher:in des Hohenlohekreises ans Herz legen würden bei einem Besuch:

1 | Besuch Weinfässle von Fritz Müller in Ingelfingen-Criesbach und Spaziergang durch die Weinberge

Kochertaler Genießertour.
Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

2 | Unverpackt-Laden in Simprechtshausen

Neuer Unverpackt-Laden in Simprechtshausen. Foto: GSCHWÄTZ

Öffnungszeiten: Do & Fr 10 – 18 Uhr, Sa 10 – 14 Uhr

3 | Hofladen der Familie Frank in Garnberg (Vollsortiment)

Nudeln und Reis kann man im Hofladen Frank in Garnberg einfach in eigene Glasbehälter abfüllen lassen. Foto: GSCHWÄTZ

4 | Klima- & Kunst-Ausstellung im Rathaus in Künzelsau von Klaus Hub

Auch mit der Flüchtlingsbewegung und der Verantwortung des Westens daran beschäftigt sich Klaus Hub. Foto: GSCHWÄTZ/Ausstellung in der Sparkasse

5 | Im Railhofer See baden

Railhofer See
Foto: GSCHWÄTZ/Kähny

6 | ins kleine, aber feine Prestige-Filmtheater in Künzelsau gehen

Symbolbild Kino. Foto: Pixabay

7 | Auf den Spuren Sophie Scholls Forchtenberg erkunden

Der Hans und Sophie Scholl-Pfad führt durch Forchtenberg auf den Lebensspuren der Geschwister. Foto: GSCHWÄTZ

8 | Würth-Museum Schwäbisch Hall

Kunstobjekt aus der Würthsammlung. Quelle: GSCHWÄTZ

9 | Eis laufen in Bad Mergentheim

Hohenloher Straßen im Winter. Foto: GSCHWÄTZ

10 | Ruine Forchtenberg und Ruine Ingelfingen

Alte Mauern aus dem 13. Jahrhundert – die Ruine Lichteneck in Ingelfingen. Foto: Sylvia Bendel

11 | Besuch der Gaufer Hütte in den Weinbergen Ingelfingens, lecker Essen und traumhaft schöne Aussicht

Kochertaler Genießertour 2018. Foto: GSCHWÄTZ

12 | Frühstück im Milchmädchen, Weißbach

13 | Weihnachtsmarkt in Waldenburg & Niedernhall

Weihnachtsplätzchen dürfen auf dem Weihnachtsmarkt nicht fehlen.
Foto: GSCHWÄTZ

14 | Erlebnispfad Taläcker

Naturerlebnispfad. Symbolfoto. Quelle: unsplash/Garrett Parker

15 | Kletterpark in Weinsberg

16 | Weinprobe im neuen Wein-Feinkostgeschäft in Künzelsau in der Haupstraße der Firma Würth oder Online-Weinprobe beim Weingut Gaufer in Ingelfingen (Weinpakete werden vorab dafür nach Hause geliefert)

17 | Bethehemrundweg am 24.12. durch Hermuthausen

Weihnachten. Symbolfoto. Quelle: adobe stock

18 | Tierheim Waldenburg mit einer Futterspende unterstützen

Foto: GSCHWÄTZ/Archiv/Tierheim Waldenburg

19 | Kloster Schöntal

Symbolfoto. GSCHWÄTZ/Archiv/Klosterapotheke in Kloster Schöntal.

20 | Theater in Hermuthausen (im März 2023 geht es wieder los)

21 | Localboxx in Öhringen einen Besuch abstatten und etwas lokales kaufen und verschenken

22 | Kochertaler Genießertour

Kochertaler Genießertour 2018. Foto: GSCHWÄTZ

23 | Irgendwo ein Bäumchen pflanzen

Quelle: adobe stock

24 | Theater: Besuch der Burgfestspiele in Jagsthausen vor einer beeindruckenden Kulisse

Burgfestspiele Jagsthausen. Foto: BFS

25 | Besuch einer kulturellen Veranstaltung im Carmen-Würth-Forum

Carmen-Würth-Forum in Gaisbach. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

26 | Freilandmuseum Wackershofen

Mit diesen Utensilien wurde früher gekocht. Links: Ein Waffeleisen. Foto: GSCHWÄTZ

27 | Mustang-Jeans-Museum Künzelsau

Mustang Outlet in Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

28 | Freibad in Langenburg mit beheiztem Becken und viiiiel Platz auf den Liegewiesen

29 | Besuch des Waldfriedhofs bei Schloss Stetten

Auf dem Waldfriedhof Schöntal können Urnen 60 Jahre im Boden bleiben. Foto: Bauernverband Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems e.V.

30 | Yoga-Kurs im Gesundheitszentrum in Schloss Stetten

Yoga. Foto: adobe stock

31 | Kurpark & Minigolf in Ingelfingen

Dr. Sandra Hartmann im Videointerview mit Bürgermeisterkandidat Klaus Schmitt im Kurpark in Ingelfingen. Screenshot: GSCHWÄTZ

32 | Besuch des Pfedelbacher Schlosses

33 | Bowling in Schwäbisch Hall

34 | Tripsdrill – der wohl am liebevollsten gestaltete Freizeitpark Deutschlands

35 | Natur-Erlebnis-Pfad in Künzelsau

Eine Mitmachstation.

36 | Besuch eines der zahlreichen Maislabyrinthe, unter anderem in Garnberg

Aussichtsturm im Maislabyrinth beim Erlebnisbauernhof Renz 2019. Foto: GSCHWÄTZ

37 | Spende an die Tafelläden in der Region, unter anderem in Öhringen und Künzelsau

Tafelladen in Künzelsau – vor der Öffnung. Foto: privat

38 | Naturkundemuseum in Stuttgart

39 | Haus der Illusionen in Stuttgart

40 | Besuch in der Galerie Reichert in Kupferzell

Frau Dietz vom Badischen Backheisle (links im Bild), Herr Reichert sowie Frau Weis-Heigold. Foto: GSCHWÄTZ

41 | Fasching in Assamstadt

Fasching
Foto: Unsplash/rawpixel

42 | Konzert der Stadtkapelle Ingelfingen (Kirchenkonzert am 26. März 2023)

Die Stadtkapelle spielt am Alten Rathaus. Foto: GSCHWÄTZ

43 | LEMIA-Fasching in Krautheim

Foto: GSCHWÄTZ/Fasching Lemia/Archiv

44 | Dörzbach: Besuch der Kapelle Sankt Wendel

45 | Hohebach: Baden in der Jagst

Jagst in Gommersdorf. Foto: GSCHWÄTZ

46 | Besuch der von Carmen Würth initiierten Bibliothek Frau Holle in Künzelsau

Carmen Würth auf dem Moitarbeiterfest 2022. Foto: WÜRTH / Andi Schmid

47 | Selbst hergestellter Honig kaufen in Dörrenzimmern bei Familie Küffner oder in Altdorf bei Familie Maderner

Selbst gemachter Honig.
Foto: privat

48 | Besuch der Wallfahrtskirche Neusaß

49 | Besuch des Marionettentheaters Pendel in Hermuthausen

Detlef Schmelz und Marlene Gmelin vom Marionettentheater Pendel in Hermuthausen

Detlef Schmelz und Marlene Gmelin vom Marionettentheater Pendel in Hermuthausen.
Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

50 | Wanderwege durch die Wälder Forchtenbergs