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Pfedelbacher wehren sich erneut gegen Flüchtlingsheim

Servus TV war zu Besuch in Pfedelbach, weil sich Anwohner:innen besorgt zeigen über rund 100 Flüchtlinge und Asylbewerber:innen, überwiegend Männer, die bald in ein neues Flüchtlingsheim einziehen sollen. Besonders brisant: Die Unterkunft diente bislang als Unterkunft für Senior:innen.

Unterschriftenaktion

Im Sommer sollen die neuen Einwohner:innen einziehen. Viele Pfedelbacher:innen sind darüber alles andere als erfreut. Rund 1.500 von rund 9.000 Einwohner:innen haben bislang ein Bürgerbegehren unterzeichnet gegen die geplante Asylbewerberunterkunft mitten Im Ort. Pfedelbach tritt damit in die Fußstapfen von Lörrach und Greifswald, die sich ebenfalls auf dieselbe Weise gegen eine derartige Unterkunft gewehrt haben.

„Ich habe überhaupt nichts gegen Ausländer“

Manuela Fauser und ihr Mann wohnen direkt neben der geplanten Asylbewerberunterkunft. Manuela Fauser betont gleich zu Beginn des Filmbeitrages: „Ich habe überhaupt nichts gegen Ausländer. Ich war selbst 20 Jahre mit einem Türken zusammen.“ Aber sie habe Bedenken „mit der Masse“ und den vielen vor allem jungen Männern.

„Das war herzergreifend“

Der Verteilungsschlüssel des Landes Baden-Württemberg hierzu ist aber eindeutig: Pfedelbach soll mindestens 111 Flüchtlinge, wenn nicht sogar 160 aufnehmen.

Bislang haben Senioren im Löwengraben gewohnt. Diese mussten ihr Domizil im Herbst 2022 nun verlassen. Nachbar Manfred Fauser hat dafür kein Verständnis: „Ich begreife das nicht. Die alten Leute wurden auseinandergerissen nach jahrelanger Freundschaft. Das war herzergreifend.“ In dem Pflegeheim wohnten bis dato 73 Menschen. Nun sollen hier deutlich mehr Flüchtlinge untergebracht werden.

„Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist einfach nicht mehr da“

Bürgermeister Thorsten Kunkel kann die Bedenken der Bürger:innen nachvollziehen: „Es sind viele junge Männer, die hier untergebracht werden sollen. Da sind Bedenken da, dass hier nachts Party gemacht wird. 110 Leute in diesem engen Umfeld“, da sei die Sorge da, dass sich auch das Ortsbild verändere. „Die Akzeptanz in der Bevölkerung ist einfach nicht mehr da, weil man einen unbegrenzten Zustrom feststellen kann. Es entsteht nicht wirklich der Eindruck, dass der Bund die Lage noch im Griff hat. Die Politik in Berlin duckt sich weg und wir auf der kommunalen Ebene kriegen’s auf die Mütze.“

Wenn aus Angst Hass entsteht

Gefährlich werde es, wenn aus Angst Hass entsteht. 2016 sollten schon einmal Flüchtlinge in Pfedelbach untergebracht werden. Damals legten Brandstifter Feuer in der hierfür vorgesehen Unterkunft. Ein Brandanschlag, bei dem das Gebäude gänzlich ausbrannte. Seit dem Wiederaufbau wohnen hier 40 Flüchtlinge. Wer das Feuer gelegt hat, das konnte die Polizei bis heute nicht ermitteln.

Link zum Video:

9. März – Guten Abend Deutschland – ServusTV




Frau klagt gegen Biontec

Ein Zivilprozess gegen den Impfhersteller Biontech wegen eines angeblichen Impfschadens ist verschoben worden. Die Verhandlung sollte am 15. März 2023 vor dem Frankfurter Landgericht statfinden. Nunn soll der Prozess am 28. April starten.

Eine Frau aus Rhein-Pfalz-Kreis wegen eines angeblichen Impfschadens durch den Corona-Impfstoff der Firma BioNTech. Beklagter ist der Mainzer Hersteller des Impfstoffs.

Nach Angaben einer Sprecherin des Gerichts in Frankenthal gibt die Klägerin aus der Vorderpfalz an, nach der zweiten Impfung mit dem Corona-Impfstoff von Biontech eine Embolie erlitten zu haben. Da die Ursache für diese Embolie nicht ermittelt werden konnte, mache die Klägerin die Impfung dafür verantwortlich.

Der Fall soll am 28. März vor der Zivilkammer des Landgerichts Frankenthal verhandelt werden. Demnach ist angeordnet worden, dass die Klägerin persönlich vor Gericht erscheinen muss. Wahrscheinlich werde das Gericht versuchen, eine gütliche Einigung, sprich einen Vergleich, zwischen der Klägerin und dem Hersteller des Corona-Impfstoffs herbeizuführen.

Wie sehr die Klägerin aus dem Rhein-Pfalz-Kreis angibt, gesundheitlich beeinträchtigt zu sein, darüber macht das Gericht noch keine Angaben. Die Frau fordert jedenfalls sowohl Schadenersatz als auch Schmerzensgeld vom beklagten Impfstoff-Hersteller in Mainz.

Vor dem Landgericht Frankfurt beginnt am 15. März der erste Schadenersatz-Prozess gegen Biontech, berichtete die Tageszeitung „Welt am Sonntag“. Dort klagt eine Frau, weil sie nach der Impfung einen Herzschaden erlitten habe.




Schüsse in Forchtenberg-Sindringen

In der Nacht auf Mittwoch, den 08. März 2023, feuerte ein 41-Jähriger zweimal eine Schreckschusspistole in Forchtenberg-Sindringen ab. Dies teilte die Polizei am Mittwoch mit.

Ein Zeuge meldete gegen 02.30 Uhr, dass er von seiner Wohnung in der Römerstraße aus mehrere Schüsse und laute Musik hörte. Bei einer Überprüfung durch die Polizei konnte der 41-jährige Verursacher angetroffen werden.

Er stand augenscheinlich unter erheblichem Alkoholeinfluss und teilte mit, dass er zuvor zwei Schüsse aus seiner Schreckschusswaffe abgegeben hatte.

Die Waffe wurde daraufhin sichergestellt. Der Mann muss nun mit einer Anzeige rechnen.




Kaffee-Ausstellung in der Wilhelma Stuttgart

Im tropischen Nutzpflanzenschauhaus der Wilhelma können die Besucher*innen ganzjährig vielfältige exotische Pflanzen bestaunen, ohne deren Produkte unser Speiseplan um einiges ärmer wäre: Leckere Früchte wie Ananas, Papayas oder Guaven, exotische Gewürze wie Zimt, Vanille oder Kardamom und süße Köstlichkeiten wie Kokos oder Schokolade. Zusätzlich steht in den nächsten Wochen im Maurischen Landhaus eine Pflanze im Mittelpunkt, aus deren Früchte eines der beliebtesten Genussmittel gewonnen wird: der Kaffee.

Dominanz großer Konzerne

Was bei uns aus der Kaffeemaschine läuft, wird zu 99 Prozent aus Arabica-Kaffee oder Robusta-Kaffee hergestellt und weltweit in vielen Sorten in den tropischen Regionen Afrikas, Asiens und Südamerikas angebaut. Die unterschiedlichen Varietäten wurden durch Züchtungen gewonnen und sind oft an die regionalen Verhältnisse angepasst. Die Kaffeepflanze braucht ein ausgeglichenes Klima ohne große Temperaturextreme, große Hitze verträgt sie ebenso wenig wie Temperaturen unter 18 Grad. In den tropischen Gewächshäusern der Wilhelma werden hierfür mit moderner Klimatechnik optimale Bedingungen geschaffen.

Erhalt und Schutz seltener Kulturpfanzen auch bei Kaffee

Wie bei vielen landwirtschaftlichen Produkten dominieren große Konzerne mit einigen Hochleistungssorten den internationalen Kaffeemarkt. Daneben gibt es aber eine Vielzahl kleinbäuerlicher Betriebe, die ihre eigenen, oft raren Varietäten anpflanzen. Da die Wilhelma auch den Erhalt und den Schutz seltener Kulturpflanzen als ihre Aufgabe begreift, reifte vor einigen Jahren die Idee, diese Kaffeebauern um Proben ihres Saatguts zu bitten, um eine Erhaltungssammlung seltener Kaffeepflanzen aufzubauen. Die Resonanz war groß: Inzwischen beinhaltet die Sammlung rund 120 Kaffee-Sorten, die in speziell temperierten Gewächshäusern stehen, in denen sie vor Schädlingen und Krankheiten geschützt sind. Auch die Kaffeebauern profitieren davon: Falls durch Naturkatastrophen oder Krankheiten ihre Pflanzen verloren gehen, können sie auf die Reservepopulationen der Wilhelma zurückgreifen.

Kleinbäuerliche Betriebe fördern

Die Internationale Erhaltungssammlung für Kaffee-Varietäten, wie sie offiziell heißt, befindet sich hinter den Kulissen und ist normalerweise nicht für die Besucher:innen zugänglich. Erstmals wird aktuell eine Auswahl von 40 Pflanzen verschiedener Varietäten im Maurischen Landhaus ausgestellt. „Wir wollen unseren Besucher:innen zeigen, welche Rolle die Wilhelma auch beim Erhalt seltener Kultursorten spielt und wie vielfältig und farbenfroh sich die unterschiedlichen Kaffeekirschen besonders im Februar und März präsentieren“, erläutert Gärtnerin Fenja Baumgärtner, die sich um die Erhaltungssammlung kümmert. Darüber hinaus werden einige besondere Pflanzen aus der Sammlung im Detail vorgestellt und die verschiedenen Stadien der Kaffeeherstellung präsentiert.

Foto: Wilhelma/Inga Dauter


Was bislang nicht jedem bewusst und bekannt ist, dass die Wilhelma mittlerweile weit mehr als ein Zoo ist, in dem die Besucher:innen exotische Tiere sehen können. Mehrere hunderttausend Euro fließen jährlich in diverse Artenschutzprojekte weltweit.
Artenschutzprojekte vor Ort und weltweit
So zahlt jede/r Besucher:in, der das möchte, am Eingang einen so genannten Artenschutz-Euro. Dieser Euro fließt zu 100 Prozent in völlig unterschiedliche Projekte, etwa in Wildkräuterwiesen für Schmetterlinge und Wildbienen. Gemeinsam mit dem BUND-Kreisverband Stuttgart haben wir auf ausgewählten Wiesen in der Stadt bunte Oasen für Schmetterlinge geschaffen. Das Angebot an Blüten und Nahrungspflanzen für die Raupen gilt es zu steigern,  damit die Schmetterlinge sich hier das ganze Jahr über wohl fühlen und  entwickeln können. Dazu wird beispielsweise der Einsatz von Jauche und Dünger eingestellt, das Mulchen durch Mähen ersetzt, der Mahd-Rhythmus an die Bedürfnisse der Tagfalter angepasst – etwa statt zwölf nur noch zweimal im Jahr geschnitten – und die Vielfalt an Wiesenblumen und Wildkräutern durch zusätzliche Aussaaten erhöht. Das Projekt wurde von der Fachjury der UN-Dekade für biologische Vielfalt ausgezeichnet.

Schutz der Meeresschildkröte

In Kenia fördert die Wilhelma seit 2017 die Aktionsgemeinschaft Artenschutz bei ihrem Engagement für die Meeresschildkröten. Dank der Einführung des Artenschutz-Euro im Jahr 2019 ist eine jährliche Unterstützung in Höhe von 10.000 Euro möglich. Bislang (Stand Juli 2022) konnten knapp 45.000 Euro für den Schutz der bedrohten Meeresbewohner bereitgestellt werden. Das ermöglicht der kenianischen NGO Bahari Hai, die im Ungwana-Bay-Gebiet arbeitet, Niststrände und die Gelege von insgesamt fünf verschiedenen Meeresschildkrötenarten zu sichern.

Nashorn-Kampagne

Bereits seit 2005, mit dem Start der EAZA-Nashorn-Kampagne, unterstützt die Wilhelma den Nashornschutz in Indonesien mit bis dahin 75.000 €. Zwischen 2019 und 2022 wurden zusätzlich 100.000 € investiert, um als Strategischer Partner der International Rhino Foundation (IRF) Teil der Sumatran Rhino Rescue Alliance zu werden. Dieser gemeinsame Rettungsversuch von IUCN, WFF, National Geographic und der IRF soll die Art des Sumatranashorns, von dem weniger als 80 Tiere übrig sind, vor dem endgültigen Aussterben bewahren. Unsere Unterstützung floss dabei in den Ausbau einer Zucht- und Forschungsstation im Way Kambas Nationalpark auf Sumatra, in der im Frühjahr 2022 ein Nashornkalb geboren wurde.

Auswilderungsprojekte

Vor in Stuttgart engagiert sich die Wilhelma, um die Populationen von bedrohten Tierarten zu erhöhen, wie etwa die der Säbelanthilope.

2016 startete im Tschad ein Auswilderungsprojekt, das die Oryx in ihre ursprüngliche Heimat zurückbringen soll. In dem Naturschutzgebiet Ouadi Rimé-Ouadi Achim wurden Tiere aus nordamerikanischen und europäischen Zoos in die Wildbahn entlassen, um frei von Jagd und Verfolgung eine stabile Population aufzubauen.

Die Wilhelma ist mit ihrer kleinen Antilopenherde Teil des EEP und konnte sich schon mehrfach über Nachwuchs bei dieser stark bedrohten Art freuen.

Von der Wilhelma in die freie Wildbahn

Von der Wilhelma in die Wildbahn – diesen Weg gingen schon Steinböcke, Gänsegeier, Moorenten und Seeadler im Rahmen von Auswilderungs- bzw. Wiederansiedlungsprojekten. Dem Rückgang der Bestände in der Natur entgegenzuwirken, ist ein aktiver Beitrag zum Artenschutz. Jedoch können nur dann Tiere aus Zoobeständen in ihrer Heimat wieder ausgewildert werden, wenn der neue Lebensraum genügend Nahrung und Schutz vor etwa Wilderei bietet. Dazu müssen Naturreservate oder Schutzzonen eingerichtet werden, in denen die Tiere eine sichere Heimat finden.

Gänsegeier. Foto: Wilhelma

Damit diese Reservate entstehen und vor allem auch erhalten werden können, fördert die Wilhelma zahlreiche Projekte rund um den Globus. So konnte der Zoologisch-Botanische Garten beispielswiese umgerechnet 115.000 US-Dollar für den Kauf von Regenwaldflächen im mittelamerikanischen Belize beisteuern. Auf Borneo wird die Renaturierung des ehemaligen Holzeinschlaggebietes am Lamandau-River-Gebiet ermöglicht. Aus Setzlingen entsteht in wenigen Jahren ein junger Wald, der den dort heimischen Orang-Utans Nahrung und Obdach bieten wird. Spenden fließen auch nach Südafrika, wo der Verein VulPro verletzte Geier aufnimmt und wieder auswildert.

Die Wilhelma hat ganzjährig geöffnet. Weitere Informationen, Öffnungszeiten und Preise: http://www.wilhelma.de




Kostspieliger Krieg und die Vernachlässigung von Klimawandel und Hunger auf der ganzen Welt

Kostspielige Hochrüstung, eine auf lange Dauer angelegte Konfrontation mit Russland sowie die Vernachlässigung von Klimawandel, Hunger und anderen globalen Herausforderungen – diese „Zeitenwende“ bieten Politik und Medien fast unisono als angeblich alternativlose Antwort auf Putin-Russlands völkerrechtswidrigen Krieg gegen die Ukraine an.

Eine europäische Friedensordnung kann es nur mit Russland geben

Was wären die Chancen und notwendigen Schritte für eine militärarme, ökologische sowie sozial und global gerechte Zeitenwende und für eine europäische Friedensordnung, die es nur mit Russland geben kann? Der Referent, Andreas Zumach, ist Journalist und war lange Jahre als UNO-Korrespondent in Genf tätig.

Er referiert über dieses Thema am Donnerstag, den 09. März 2022, bei der VHS in Künzelsau im Gewölbekeller des Hermann-Lenz-Hauses, Kirchplatz 9. Vortrag mit anschließender Diskussion. 19 bis 20.30 Uhr. Kosten: 8 Euro.

Eine Kooperation mit der VHS Künzelsau und dem evangelischen Bildungswerk Hohenlohe.

Mehr Informationen:

https://www.vhs-kuen.de/programm/kurs/Trotz-Ukrainekrieg-oekologische-militaerarme-sozial-und-global-gerechte-Wende/23110210#:~:text=Kostspielige%20Hochr%C3%BCstung%2C%20eine,Kosten




Bundesweit bislang einmaliges Urteil: Klimakleber kommen erstmals wegen Nötigung hinter Gitter

Am Montag, den 06. März 2023, verurteilt das Amtsgericht Heilbronn erstmals Klimakleber der so genannten „Letzten Generation“ nicht nur zu Geld-, sondern auch zu kurzen zwei bis dreimonatigen Haftstrafen. Der Grund: Nötigung der anderen Verkehrsteilnehmer:innen.

Urologe verpasst Notfallpatient

So hatte etwa ein Urologe als Zeuge ausgesagt, dass er wegen der Klimablockade lange im Stau habe stehen müssen und deswegen einen Notfall nicht annehmen können und diverse andere seiner Patienten ebenfalls nicht habe behandeln können.

Er mache das nicht für sich und es gehe auch nicht um ihn

Nur wenige Stunden nach dem Urteil blockieren drei der fünf Aktivisten wieder die Neckarsulmer Straße in Heilbronn. Ein Aktivist, der zuvor bereits verurteilt war, muss nun mit einer höheren Strafe rechnen. Das mache ihm aber nichts, sagte er. Er mache das nicht für sich und es gehe auch nicht um ihn.

Aufsehenerregende Aktionen

Die Letzte Generation hat es sich zum Ziel gemacht, mit teilweise aufsehenerregenden, strittigen Aktionen auf den Klimawandel aufmerksam zu machen und möchte, dass die Politik schneller Maßnahmen ergreift, um etwa den CO2-Anstieg zu reduzieren, damit der Temperaturanstieg, der dadurch eintritt, abgemildert werden kann.

Klimaaktivisten sehen sich als Verfassungsschützer

Die „Letzte Generation“ nannte das Heilbronner Urteil einen „Dammbruch“ und bezeichnete ihre Unterstützer als „Verfassungsschützer“. Das Grundgesetz verpflichte zum Lebensschutz, die Bundesregierung befeuere aber die Klimakatastrophe, „die unser aller Leben zerstören wird“, sagte der 36 Jahre alte Rüdiger Einholz, der zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt wurde. Sein Mitstreiter Daniel Eckert muss drei Monate hinter Gitter. Beide gingen unmittelbar nach dem Urteil abermals auf eine Straße in Heilbronn, um den Verkehr zu blockieren.

Ohne Bewährung

Weitere fünf Unterstützer der „Letzten Generation“ kamen mit einer Geldstrafe davon. Das Amtsgericht Heilbronn nutzte die im vergangenen Jahr geschaffene Möglichkeit des beschleunigten Verfahrens im Strafprozess. Dabei handelt es sich um ein baden-württembergisches Modellprojekt. Im Januar 2023 wurde dieses beschleunigte Verfahren erstmals angewendet, um Gerichtsverfahren zu beschleunigen und zeitnahe Urteile auszusprechen. Das Amtsgericht Heilbronn hatte einen 30 Jahre alten Mann in einem schnellen Verfahren zu neun Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. Er hatte an Silvester randaliert und Polizisten angegriffen. Innenminister Thomas Strobl (CDU) hatte das schnelle Handeln der Justiz begrüßt. „Baden-Württemberg ist nicht Berlin“, teilte der CDU-Politiker am Sonntag mit. „Bei uns läuft es anders, an Silvester und im Umgang damit. Bei uns gilt: Silvesterradau – im neuen Jahr Bau.“

 




Einbruch in Wohnhaus




Fit for fun

Wer die emotionale Atmosphäre bei den Zieleinläufen des ebm-papst Marathons schon einmal als Zuschauer vom Streckenrand beobachtet hat, der kennt das Gefühl: Das würde man auch gerne erleben

Zehn Kilometer oder sogar den Halbmarathon mit 21 Kilometern am Stück zu laufen ist für Laufanfänger eine echte Herausforderung. Die Lösung: Mitmachen bei der Laufgruppe 0-10-21, die ab Mai wieder in Niedernhall und Mulfingen trainiert.

Über 100 „Trainees“

In den vergangenen Jahren war die Aktion ein voller Erfolg. Über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer trainierten seitdem rund vier Monate lang gemeinsam unter der Leitung von Ralf Stehle, Referent für Betriebliches Gesundheitsmanagement bei ebm-papst, und seinem erfahrenen Trainerteam.

Anmeldung erforderlich

Für die diesjährige Wettbewerbsvorbereitung können sich ab dem 1. März 2023 wieder interessierte Hobbyläufer und Sportneulinge anmelden, die Lust haben, beim 10-Kilometer-Lauf oder Halbmarathon des ebm-papst Marathons am 10. September 2023 an den Start zu gehen. Doch nur wer schnell ist, kann dabei sein: Die Teilnehmeranzahl ist begrenzt!

Mit Trainingsplan

Trainiert wird ab Mitte Mai jeweils dienstags um 18:30 Uhr in Niedernhall oder mittwochs um 17 Uhr in Mulfingen. In beiden Gruppen gibt es schnellere und langsamere Laufteams, damit für jeden das passende Tempo dabei ist. Belastung und Laufdistanz werden nach und nach gesteigert. Jeder Teilnehmer erhält einen persönlichen Trainingsplan, der ihn auch bei den Trainingseinheiten zu Hause unterstützt.

Die Anmeldung ist per Mail unter Angabe des vollständigen Namens, der Mailadresse, der sportlichen Vorerfahrung, der T-Shirt-Größe und des bevorzugten Trainingsortes (Niedernhall oder Mulfingen) über trainingscamp@ebmpapst-marathon.de möglich. Eine sportmedizinische Untersuchung im Vorfeld der Teilnahme wird empfohlen. Anmeldeschluss ist Freitag, der 17. März 2022.

ebm-papst-Marathon

Der 26. ebm-papst Marathon findet am 9. und 10. September 2023 in Niedernhall statt. Neben den Laufdisziplinen 10-Kilometer, Halbmarathon, Marathon, Duo-Marathon, Inline-Skating, Handbiking. Nordic Walking und den Kinderläufen wird ein umfangreiches Rahmenprogramm für die ganze Familie geboten. Der Start-Ziel-Bereich, die Festwiese und das Veranstaltungszelt werden wieder das Zentrum zahlreicher Aktionen für Sportler oder Besucher sein und auch die Laufmesse ist einen Besuch wert.  Für das leibliche Wohl sorgen Vereine aus der Region. Auch in diesem Jahr wird zusätzlich zum Live-Event der virtuelle Lauf per App auf der persönlichen Lieblingsstrecke möglich sein. Anmeldungen und weitere Informationen sind online unter www.ebmpapst-marathon.de möglich.

ebm-papst

Die ebm-papst Gruppe, Familienunternehmen mit Hauptsitz in Mulfingen, Baden-Württemberg, ist weltweit führender Hersteller von Ventilatoren und Antrieben. Seit der Gründung 1963 setzt der Technologieführer mit seinen Kernkompetenzen Motortechnik, Elektronik, Digitalisierung und Aerodynamik internationale Marktstandards. Mit über 20.000 Produkten bietet ebm-papst passgenaue, energieeffiziente und intelligente Lösungen für praktisch jede Anforderung in der Luft- und Antriebstechnik.

Im Geschäftsjahr 2021/22 erzielte der Hidden Champion einen Umsatz von 2,288 Milliarden Euro und beschäftigt knapp 15.000 Mitarbeitende an 29 Produktionsstätten (u. a. in Deutschland, China und den USA) sowie 51 Vertriebsstandorten weltweit. Den Benchmark bei Ventilatoren- und Antriebslösungen setzt ebm-papst in nahezu allen Branchen wie z. B. in der Lüftungs-, Klima- und Kältetechnik, Heiztechnik, Automotive, Informationstechnologie, Maschinenbau und Haushaltsgeräte, Intralogistik sowie Medizintechnik.

 




Bedenkliches Nutzungsverhalten:Zocker spielen mehr als vier Stunden täglich

Am Mittwoch, den 15. März 2023, 19 Uhr lädt der Förderverein der Georg-Fahrbach-Schule e.V. alle Interessierten zu einem Medienkompetenz-Infoabend mit dem Thema: „Grauzonen im Netz“ in die Mensa der Georg-Fahrbach-Schule ein.

Die neuen Medien bestimmen immer mehr unseren Alltag, aber vor allem die Welt der Kinder und Jugendlichen. Von jedem Ort kann man kommunizieren. Leider hat diese digitale Welt auch Schattenseiten, die von Cybermobbing über jugendgefährdende Inhalte bis hin zur Onlinesucht reichen können. Auch wenn unsere Kinder heutzutage mit den Medien als sogenannte „digital natives“ aufwachsen, haben sie doch Nachholbedarf im sinnvollen und kritischen Umgang mit Handy, Internet und Co.

In seinen Vortrag gibt der Medienpädagogische Berater des Kreismedienzentrums Hohenlohe, Alexander Kranich, Einblicke in diese Welt von WhatsApp, YouTube und Fortnite.

Dieser Vortrag ist für Sie kostenfrei, über eine kleine Spende am Ausgang würde sich der Förderverein der Georg-Fahrbach-Schule jedoch sehr freuen.

Diverse Studien zum Thema Spielsucht bei Kindern/Jugendlichen

Die Gesundheitskasse DAK hat in den vergangenen Jahren eine Reihe von Studien in Auftrag gegeben zum Thema Kinder / Jugendliche und Spielsucht. Dabei stellten sie fest, dass die Medien- und Spielsucht bei Kindern ist während der Corona-Pandemie stark angestiegen ist. Bei mehr als 4 Prozent der Zehn- bis 17-Jährigen in Deutschland liege ein sogenanntes „pathologisches“ (also krankhaftes) Nutzungsverhalten von Smartphone und Computer vor, ergab eine Studie des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) im Auftrag der Krankenkasse DAK.

Rund eine halbe Million Kinder / Jugendliche sind laut Studien der DAK so genannte „Risiko-Gamer“. Das heißt, es liegt ein krankhaftes Nutzungsverhalten vor. Das sind über 15 Prozent in diese Altersklasse.

Corona als absoluter Verstärker von Gaming

Im Bereich Computerspiele hat sich die Zahl der Betroffenen mit Suchtverhalten von rund 144.000 im Jahr 2019 auf 219.000 im Jahr 2021 um 52 Prozent erhöht. Bei der Nutzung von Social-Media-Plattformen wie Tiktok, Snapchat, WhatsApp oder Instagram wuchs die Zahl von 171.000 auf 246.000. Das ist ein Anstieg um 42 Prozent binnen zwei Jahren.

Zocker spielen mehr als vier Stunden täglich

Pathologische Spieler und Social-Media-Nutzer zocken oder chatten der Studie zufolge vier oder mehr Stunden am Tag. Eine krankhafte oder pathologische Nutzung sehen die Experten dann als gegeben, wenn bei den Betroffenen ein Kontrollverlust, eine „Priorisierung gegenüber anderen Aktivitäten“ und eine Fortsetzung der Nutzung trotz negativer Konsequenzen zu beobachten ist.

Schulische Ziele geraten in den Hintergrund

Studienleiter Rainer Thomasius vom DZSKJ des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) warnte vor den Folgen durch die Vernachlässigung von Aktivitäten, Familie, Freunden und einen verschobenen Tag-Nacht-Rhythmus. „Da persönliche, familiäre und schulische Ziele in den Hintergrund treten, werden alterstypische Entwicklungsaufgaben nicht angemessen gelöst. Ein Stillstand in der psychosozialen Reifung ist die Folge.“

Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Thomas Fischbach, befürchtet, dass sich diese Fehlentwicklung beim Nutzungsverhalten auch nach Ende der Pandemie nicht einfach vollständig rückabwickeln lasse.

 

 

 

 




Mehr C02-Emissionen als vor der Coronapandemie

Um die globale Erwärmung der Erde mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent auf zumindest 1,5 Grad zu begrenzen, bedarf es laut der Wissenschaft einen massiven Rückgang der CO2-Emissionen bis 2050. Das steht im so genannten Pariser Abkommen. Nach der Coronapandemie hat der CO2-Ausstoß jedoch wieder erheblich zugenommen, so dass bereits in neun Jahren die Menge an CO2 produziert wird, die eigentlich bis 2050 vorgesehen ist. Das geht aus einem Bericht zum Global Carbon Budget hervor.

Das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel trug zu diesem Bericht mittels Daten von Messungen bei, die Segelyachten und Handelsschiffe in Kooperation mit GEOMAR-Forschenden rund um den Globus gesammelt haben.

Im Jahr 2022 erreichen die Emissionen von fossilem Kohlendioxid (CO2) weltweit 36,6 Milliarden Tonnen und werden somit leicht höher liegen als vor der Corona-Pandemie. Zusammen mit Landnutzungsemissionen von 3,9 Milliarden Tonnen belaufen sich die Gesamtemissionen auf 40,6 Milliarden Tonnen und damit leicht unter den bislang höchsten Werten von 2019 (40,9 Milliarden Tonnen). Dies zeigt der neue Bericht des Global Carbon Projects. Er wurde veröffentlicht, während sich Staats- und Regierungschefs im November 2022 auf der Weltklimakonferenz COP27 in Ägypten treffen, um über die Klimakrise zu diskutierten.

Die weiterhin hohen Emissionen stehen im Widerspruch zu dem Rückgang, der nötig wäre, um die im Übereinkommen von Paris vereinbarten Grenzen globaler Erwärmung einzuhalten. Um die globale Erwärmung mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent auf 1,5°C zu begrenzen, dürfen insgesamt nur noch 380 Milliarden Tonnen CO2 emittiert werden. Ausgehend von den Emissionswerten des Jahres 2022 wird diese Menge bereits in neun Jahren erreicht sein.

Das GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel trug zum diesjährigen Bericht Daten bei, die Segelyachten und Handelsschiffe in Kooperation mit GEOMAR-Forschenden rund um den Globus gesammelt haben. So flossen etwa CO2-Messungen ein, die während der „Ocean Race“-Regatta und verschiedenen IMOCA-Rennen stattfanden. Bereits seit 2005 liefern die Kieler Forschenden an Bord eines Handelsschiffs im Nordatlantik gewonnene Daten für den Surface Ocean Carbon Dioxide Atlas (SOCAT). Seit 2014 sind diese Daten auch Teil des Global Carbon Project. Die Messanlagen auf dem Handelsschiff sind eine offizielle Station der europäischen Infrastruktur des Integrated Carbon Observation System (ICOS) und laufen derzeit im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) Projekts C-SCOPE.

„Wir sind stolz, Informationen zu dieser international wichtigen Publikation beizutragen, die Entscheidungsträgern eine wissenschaftlich fundierte Basis bietet“, betont Dr. Toste Tanhua, Meereschemiker am GEOMAR und Co-Autor des Global Carbon Budget 2022. „Die Datengrundlage kann nur dank langjähriger Kooperationen entstehen. Wir hoffen, unsere Methoden für die Messungen zukünftig noch weiter auszubauen und weitere ‚Ships of Opportunity‘ zu gewinnen, um Veränderungen im Ozean noch detaillierter zu beobachten. Dies ist wichtig, um Auswirkungen des Klimawandels auf den Ozean und dessen Funktion im Klimasystem abschätzen zu können.“

Der aktuelle Bericht zeigt, dass sich das langfristige Wachstum der fossilen Emissionen abgeschwächt hat. 24 Länder mit wachsenden Volkswirtschaften haben ihre fossilen CO2-Emissionen sogar gesenkt. Doch dies reicht nicht, um die Grenzen des Pariser Abkommens einzuhalten. Um bis zum Jahr 2050 netto null CO2-Emissionen zu erreichen, müssten die gesamten von Menschen verursachten CO2-Emissionen um durchschnittlich 1,4 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr gesenkt werden, vergleichbar mit dem beobachteten Rückgang der Emissionen im Jahr 2020 infolge der COVID-19-Pandemie – was das Ausmaß der erforderlichen Maßnahmen verdeutlicht.

Die prognostizierte Zunahme der fossilen CO2-Emissionen im Jahr 2022 ist vor allem auf den höheren Ölverbrauch durch den wieder gestiegenen Flugverkehr zurückzuführen. Dabei sind regionale Unterschiede deutlich spürbar. So werden die Emissionen im Jahr 2022 im Vergleich zu 2021 in China um etwa 0,9 Prozent und in der Europäischen Union um 0,8 Prozent sinken. In anderen Regionen werden sie hingegen zunehmen: in den Vereinigten Staaten um 1,5 Prozent, in Indien um 6 Prozent und in der übrigen Welt um 1,7 Prozent. Dies spiegelt die derzeitigen geopolitischen Krisen und die Pandemielage wider: Der Rückgang der Emissionen in China ist auf die Auswirkungen coronabedingter Lockdowns zurückzuführen. In der EU hingegen ist der Rückgang vor allem durch die Einschnitte in der Gasversorgung zu erklären – die Emissionen liegen 2022 etwa 10 Prozent niedriger als im Vorjahr. Teils wird dies aber durch einen Anstieg der Emissionen aus Kohle (um 6,7 Prozent) und Öl (um 0,9 Prozent) wettgemacht.

Der Bericht zum Global Carbon Budget erfasst auch den Verbleib der menschengemachten CO2-Emissionen in den natürlichen Senken. Für 2022 schätzen die Wissenschaftler:innen die CO2-Aufnahme des Ozeans auf 10,5 Milliarden Tonnen, die auf dem Land auf 12,4 Milliarden Tonnen. Die verbleibende knappe Hälfte der Gesamtemissionen lässt die atmosphärische CO2-Konzentration weiter steigen, auf 51 Prozent über ihrem vorindustriellen Niveau.

Hintergrund: Global Carbon Budget

Der Bericht zum Global Carbon Budget wird gemeinsam von mehr als 100 Wissenschaftler*innen aufgrund von Daten globaler Messnetzwerke, Satellitendaten, statistischen Erhebungen und Modellrechnungen erstellt. Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind Wissenschaftler*innen des Alfred-Wegener-Instituts (Bremerhaven), der Ludwig-Maximilians-Universität (München), des Max-Planck-Instituts für Meteorologie (Hamburg), des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie (Jena), des Karlsruhe Institut für Technologie, des GEOMAR Helmholtz-Zentrums für Ozeanforschung Kiel, des Leibniz-Instituts für Ostseeforschung (Warnemünde), des International Institute for Applied Systems Analysis (Laxenburg), der ETH Zürich und der Universität Bern beteiligt. Das Global Carbon Budget 2022 ist die 17. Ausgabe des jährlich erscheinenden Berichts, der durch unabhängige Expert:innen begutachtet wird.

Publikation:

Friedlingstein et al. (2022) Global Carbon Budget 2022. Earth System Science Data, doi: https://doi.org/10.5194/essd-14-4811-2022

Pressemitteilung der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU)

Pressemitteilung des Global Carbon Project (englisch)