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„Es scheint fast so, als ob wir noch immer im Mittelalter verhaftet wären, in welchem es nur darum geht, die Hexe brennen zu sehen“ – Christina Block und das Prinzip „Monster-Mutter“

Christina Block – Warum Mütter medial und gerichtlich in Deutschland nicht selten den Kürzeren ziehen: Ihr Exmann behält nach der Trennung die Kinder in Dänemark, obwohl sie das alleinige Sorge- und Aufenthaltsbestimmungsrecht hat. Niemand greift ein. Irgendwann entscheidet das Gericht in Hamburg, dass die Kinder nun eben in Dänemark verwurzelt seien. Eine verzweifelte Mutter sucht nach Wegen, um wieder Kontakt zu ihren inzwischen völlig entfremdeten Kindern aufzubauen.

Eine kleine Lehrkunde in Psychologie und Patriarchat

Doch medial wird die Unternehmerin überwiegend nur als Täterin dargestellt. Kein Verständnis für das Mutter-Sein, kein Verständnis für die Entfremdung, keine Empathie. Wenn die vierfache Mutter im Gerichtssaal weint, verdreht die deutsche Öffentlichkeit scheinbar genervt die Augen, denn Emotionen im Gerichtssaal zu zeigen, das wird oft noch als Schwäche gewertet. Es geht hier eben nicht nur um eine vermeintliche Entführung, die einfach zu erzählen ist, weil es doch klar ist, wer hier die Teufelin und wer der good daddy ist. Es geht hier um noch so viel mehr, um den Entzug der Mutter von heute auf morgen über Jahre, um Manipulation, Machtmissbrauch und Kindeswohlgefährdung, die eigentlich keine Gefährdung mehr ist, sondern Missbrauch in seiner reinsten Form – die gezielte Isolation von Kindern von einem Teil der Familie in einem anderen Land und eine massive Manipulation der Vergangenheit gegen einen Elternteil, der vermeintlich „böse“ ist und der völlige Kontaktabbruch das scheinbar adäquate Mittel. Isolation und Abschottung. Warum aber will das die mediale Außenwelt nicht auch diese Seite sehen und näher beleuchten? Die Antwort ist ganz einfach. Eine kleine Lehrkunde in Psychologie und Patriarchat.

Zu Beginn dieses Artikels möchten wir betonen, dass wir generell jede Form von Gewalt an Kindern ablehnen,  jede Form von Missbrauch und Kindeswohlgefährdung – emotionaler und körperlicher Natur. 

Der derzeit vor dem Hamburger Gericht verhandelte Fall von Christina Block, einer prominenten Mutter, die ihre Kinder „entführt“ haben soll, wird medial deutschlandweit verfolgt. Fast täglich kommen neue Presseberichte direkt aus dem Gerichtssaal. Das Medieninteresse ist groß. Die BILD schreibt ebenso darüber wie die Süddeutsche Zeitung, aber auch diverse Online-Medien. Eine Mutter soll ihre eigenen Kinder entführt haben. Ein Skandal. Und eine Story, die leicht eingängig ist und sich gut vermarkten lässt. Das Problem dabei ist nur: Hier findet eine Verkehrung der Umstände um 180 Grad statt und niemanden scheint das zu interessieren.

Was ist passiert?

2014 trennt sich die Millionen schwere Steakhouse-Erbin Christina Block von ihrem damaligen Ehemann Stephen Hensel. Die Scheidung folgte vier Jahre später Nachdem Hensel erst wie Block weiterhin in Hamburg gewohnt hatte, zog er 2019 mit seiner neuen Familie ins dänische Gråsten. Als die älteste 15-jährige Tochter im Sommer 2021 beschloss, zu ihrem Vater zu ziehen, eskalierte der Streit. Beim Hamburger Jugendamt erhob Hensel Vorwürfe gegenüber Block. Er sprach von „Klapsen auf den Hinterkopf“. Seine Ex-Frau bestritt diese Anschuldigungen.

Als Hensel seine beiden jüngsten Kinder im August wie üblich für ein Besuchswochenende abgeholt hatte, kehrten sie danach nicht zu ihrer Mutter zurück. Hensel schrieb Block stattdessen eine E-Mail, in der er ankündigte, das Jugendamt zu kontaktieren. Die jüngste Tochter habe „Angst vor deinem Verhalten“, und das Verhalten gegenüber dem Sohn sei „kindeswohlgefährdend“.

Wenn Behauptungen des Vaters ausreichen, die Kinder jahrelang vor der Mutter komplett zu verstecken

Das Amtsgericht Hamburg sprach ihm im September 2021 vorläufig das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht für seine beiden Kinder zu. Die Mutter legte Beschwerde ein, doch vor Gericht erneuerten die Kinder die Vorwürfe. Beide beteuerten, nicht zurück zu ihrer Mutter zu wollen. Im Oktober 2021 entschied das Gericht jedoch, dass Hensel die Kinder an die Mutter „herauszugeben“ hat. Das Aufenthaltsbestimmungsrecht wurde vorläufig der Mutter übertragen. Später sollte in einem Hauptverfahren geklärt werden, wo die Kinder leben sollen.

Hensel kam der Aufforderung des Gerichts aber nicht nach. Es folgten zahlreiche Verfahren in Dänemark, doch der Hamburger Beschluss wurde nicht vollstreckt. Block zeigte ihren Ex-Mann dann wegen Kindesentziehung an. Das Amtsgericht lehnte zunächst die Eröffnung eines Hauptverfahrens ab, jetzt muss das Landgericht darüber entscheiden. Im November 2022 soll Block eine Sicherheitsfirma angeheuert haben, die bei der „Rückführung der Kinder“ helfen sollten, wie der Spiegel vom damaligen Geschäftsführer erfuhr. Der Plan scheiterte jedoch.

Zahlreiche Traumata

Nun gibt es aktuell einen medienwirksamen Gerichtsprozess, in welchem Block vor Gericht steht, ob sie in der Silvesternacht 2023/2024 einen weiteren Rückholversuch unternommen hat beziehungsweise diesen beauftragt hat. Nach Angaben der dänischen Polizei griffen Unbekannte Hensel in Süddänemark an und nahmen den zehnjährigen Jungen und das 13-jährige Mädchen in zwei Autos mit. Block ist unter anderem wegen Kindeswohlgefährdung angeklagt.

Auffällig ist, wie unterschiedlich hier die Behörden, die Polizei, die Staatsanwaltschaft und die Gerichte in ähnlich gelagerten Situationen handeln. Als die gemeinsamen Kinder von Hensel einbehalten werden nach einem Wochenendaufenthalt in Dänemark, geschieht nichts. Als die Kinder nach Jahren für zwei Tage bei Christina Block in Hamburg sind, werden sie von zahlreichen Polizisten kurze Zeit später wieder zurück nach Dänemark gebracht. Sprechen wir hier von Justizversagen oder mysogenem Verhalten? Werden Väter hier mehr unterstützt als Mütter? Oder steht die vermeintlich gewaltsame Entführung der Kinder in der Silvesternacht über allem? Tragen hier nicht zumindest beide Eltern Schuld an den zahlreichen Traumata der Kinder?

Kontaktabbruch, Abwendung, ein Leben in völlige Isolation – soll das normal sein?

Die Kinder verlieren in den Jahren in Dänemark völlig den Kontakt zu ihrer Heimat, ihren Freunden, ihrer Familie. Auch das ist eine massive Form von Kindeswohlgefährdung, auch wenn die Kinder diesen schleichenden Prozess und die massive Manipulation zur Schaffung eines Feindbildes, die Mutter, nicht als solches bewusst wahrnehmen.

Christina Block sieht eben nicht, wie ihr Exmann, alle zwei Wochen ihre Kinder, was das mindeste an Kontakt wäre. Doch auch hier scheint sie gerichtlich keinerlei Rückendeckung zu bekommen, wohingegen Väter oft einen sofortigen sehr starken gerichtlichen Rückhalt bekommen, wenn sie ihre Kinder keinen regelmäßigen Umgang nach einer Trennung haben. Der deutschlandweit aktive Netzwerk Väternotruf scheint hier stark vernetzt in alle Gerichte zu sein, wie deren Homepage zeigt, auf welcher alle möglichen Richter in den einzelnen Gerichten namentlich genannt werden.

Entfremdung von einem Elternteil – noch immer können viele Außenstehende nicht glauben, dass so etwas möglich ist und auch von manchen Elternteilen bewusst und leider sehr erfolgreich praktiziert wird nach einer Trennung, so gibt es zahlreiche Betroffene in Deutschland

Die Kinder entfremden sich immer mehr von allem und leben in ihrer eigenen Welt in Dänemark. Sie bekommen Angst vor der Mutter, möchten nicht mehr zurück, sie auch gar nicht mehr besuchen. Werden sie näher gefragt, was o schlimm an ihrer Mutter ist, sprechen sie selbst etwa davon dass sie streng sei, was die Hausaufgaben betreffe. Also nichts wirklich gravierendes, aber natürlich nervig, wenn man die Wahl hat zwischen einem Elternteil, der in dieser Hinsicht vielleiht etwas lockerer ist, als der andere Elternteil. Insbesondere Jugendliche im Teenageralter bevorzugen hier oftmals den eher „lockeren“ Elternteil. aber auch die Vergangenheit kann man in den Köpfen von Kindern – aber auch Erwachsenen ändern. Wenn Eltern etwa auch ihren erwachsenen Kindern immer wieder davon erzählen, wie viel sie mit ihnen in ihrer Kindheit gespielt haben – nehmen die Kinder das oftmals als gegeben war, weil sie sich gar nicht mehr daran erinnern können und/oder auch erst einmal blindes Urvertrauen in die Geschichten der Eltern haben.

Psychologisch nennt man das „false memory“

Psychologisch nennt man das „false memory“. Man kann false memory eindeutig belegen beziehungsweise widerlegen. Doch leider fehlt es häufig in dementsprechenden Familienrechtsverfahren an psychologischen Expert:innen. False memory macht sich vor allem dadurch bemerkbar, dass pauschale Dinge gesagt werden, ohne näher ins Detail zu gehen. Es handelt sich dabei um falsche Erinnerungen, die Menschen subtil immer wieder gesagt bekommen, bis sie sie als ihre eigenen Erinnerungen verinnerlicht haben. Detailwissen dazu gibt es nicht, weil es sich um künstlich produzierte Erinnerungen handelt.  Bei Christina Block, ohne dass wir die Familie kennen, ist auffällig, dass es zu äußerst vagen, allgemeinen Äußerungen und Andeutungen kommt, dass die Kinder Angst hätten, ihre Mutter würde sie schlagen. Der Vater hat einmal wohl gesagt, dass es „Klapse auf den Hinterkopf“ gegeben habe. Konkrete, detailliert Schilderungen von bestimmten Situationen von Übergriffen bleiben aus. Ob der Vater jemals Gewalt angewendet wird, wird gar nicht erst gefragt. Block selbst bestreitet die Gewaltanwendung. Ob dadurch eine völlige Isolation der Kindern von der alten Heimat, Familie und Freunden gerechtfertigt ist, darf zumindest  bezweifelt werden.

Wie man falsche Erinnerungen erkennen kann

Wenn Kinder traumatische Dinge erleben, bleiben sie oft ihr Leben lang mit allen Details im Gedächtnis und können immer wieder gleichermaßen im Detail reproduziert werden, sogar mit dem Wortlaut der beteiligten Personen zur damaligen Zeit. Werden Sachen erfunden, fehlt es an Detailgenauigkeit und es werden schwammige Formulierungen verwendet.

Wenn Kinder auf einmal anscheinend eine unerklärliche Angst vor einem anderen Elternteil entwickeln, in einer Zeit, in welcher sie nur mit dem anderen Elternteil regelrecht abgeschottet leben, ist das – gelinde gesagt – zumindest auffällig. Wenn man als Elternteil seinen Teenager-Kindern einen Alarmknopf um den Hals hängt, wie es Stephan Hensel getan hat, ist das in erster Linie verstörend für die Kinder und sie denken: „Mein Elternteil macht das zu meinem Schutz. Die Alternative wäre ja auch schlimm. Die Alternative wäre: Mein Elternteil macht das, weil psychische krank ist und und uns von unserer Mutter entfremden möchte.“ In der Regel nehmen betroffene Kinder lieber die „Wahrheit“ an, dass der Elternteil gefährlich und/oder krank ist, bei welchem sie nicht leben und nicht bei welchem sie leben.

Niemand hinterfragt das teilweise skurrile Verhalten des Vaters

Aber auch hier: Dieses absurde Vaterverhalten mit dem Alarmknopf um den Hals von Teenagern wird medial und auch gerichtlich nicht hinterfragt, auch nicht das seiner neuen Frau Astrid, die die Kinder angeblich immer aufgefordert hat, sich immer direkt zu duschen und umzuziehen, sobald sie aus Hamburg von ihrer Mutter nach Dänemark an den Wochenenden zu Besuch kamen. Das Verhalten der Mutter wird hingegen bis in Tagebucheinträge hinein zerpflückt.

Klar ist in jedem Fall: Es gab bis heute keine wirkliche Erklärung für eine völlige Isolierung der Kinder vor Christina Block. Sie ist sicher keine Monster-Mutter, auch wenn sie gerne so dargestellt wird, weil es die Geschichte eben vereinfacht. Weil man sich nicht vorstellen kann und möchte, dass es Menschen gibt, die Kinder als Machtmittel einsetzen, als Trophäen einbehalten, vollkommen isolieren – nicht weil sie sie lieben, sondern um den anderen Elternteil nach einer Trennung damit zu quälen. Dann ist der Gedankengang bequemer, der Mutter die ganze Schuld in die Schuhe zu schieben und zu sagen, wie furchtbar diese ganz bestimmt zu ihren Kindern war.

Entfremdung hält oft ein Leben lang an – wenn ein Elternteil, der nichts Schlimmes getan hat, aus dem Leben verbannt wird

Entfremdung kennen viele Außenstehende nicht und halten eine Entfremdung der Kinder von einem Elternteil auch häufig daher auch für unrealistisch. Aber es gibt zahlreiche Fälle in Deutschland in Familienrechtsverfahren, in welchen Väter und Mütter berichten, wie sie von ihren Kindern entfremdet werden, isoliert werden, jäufig durch subtile Beeinflussung, so dass mittelfristig ein stark negativ konnotiertes Bild des anderen Elternteils geschaffen wird aufgrund von eigentlich banalen Begebenheiten. Am Ende steht häufig ein völliger Kontaktabbruch mit einem Elternteil und der Familie des Elternteils, der über Jahre, wenn nicht sogar ein Leben lang andauert, bis der manipulative Elternteil, der bewusst entfremdet hat, stirbt.

Was viele Außenstehende auch immer wieder vergessen: Oft neigen Kinder eher zum Täterschutz als zum Opferschutz. Kinder stehen oft solidarisch hinter dem vermeintlich schwächeren Elternteil (oder dem Angst machenden Elternteil) und übernehmen die Rolle des Erwachsenen, um diesen vermeintlich schwächeren zu schützen und zu stützen – wie etwa wenn Kindern nun gegen die eigene Mutter aussagen sollen vor Gericht. Jedes vernünftige Elternteil hätte es ihnen schützend untersagt, um sie nicht in einen Gewissenskonflikt zu bringen. Hier scheint es regelrecht forciert worden zu sein vom Vater. Die Kinder werden massiv instrumentalisiert gegen den anderen Elternteil – und das schon lange vor der „Entführung“. Auch das nennt sich Kindeswohlgefährdung, wenn nicht sogar Kindesmissbrauch. Kinder benötigen zumindest einen Anker-Elternteil und an diesem bleiben sie oftmals mit aller Konsequenz hängen – besonders wenn sie so isoliert leben wie Christina Blocks Kinder – bei ihrem Vater und seiner neuen Frau, die laut Medienberichten anscheinend ebenfalls ihre Kinder isoliert vom Vater. Auch hier wird nicht weiter nachgefragt und nachgeforscht. Auch das scheint normal zu sein.

Neue Anwältin, neues Glück?

Nun hat Christina Block sich eine neue Anwältin geholt. Paula Wlodarek. Auffällig ist der Name von ihr. Denn es gibt auch eine sehr bekannte Psychologin mit demselben Nachnamen. Dr. Eva Wlodarek. Es ist nun reine Spekulation, ob die beiden Frauen miteinander verwandt sind, aber es wäre wohl wichtig, die psychologischen Aspekte in diesem Gerichtsprozess nicht außer acht zu lassen. Auch was die mediale Berichterstattung betrifft, die oft entscheidenden Einfluss auf ein Urteil hat.

Wenn der Spiegel etwa unlängst titelt: „Die „verrückten“ Ideen der Frau Block“ – und damit despektierlich die überwältigenden Gefühle abwertet, die Verzweiflung, die eine Mutter erfasst, wenn die Kinder von heute auf morgen nicht mehr da sind, isoliert leben in einem anderen Land. Es ist oft eine männlich-abgeklärte journalistische Sicht auf sehr emotionale Reaktionen, die noch immer den deutschen Journalismus der so genannten Leitmedien prägt. Wer hier auch als Journalist:in mit Christina Block mitfühlen kann, ist oft selbst „nicht ganz zurechnungsfähig“. So einfach ist das. Eine wirklich detaillierte Aufarbeitung der gerichtlichen Abläufe, neutral dargestellt, findet man hingegen oftmals eher in kleineren Medienpublikationen, wie etwa der Artikel: „Wird Stephan Hensel angeklagt?“

Warum hat man die Kinder nicht befragt, als sie in Deutschland waren?

Christina Block ist die Entführerin ihrer eigenen Kinder. Sie ist die Böse. Er der Gute. Das ist das mediale Narrativ. Das auch Stephan Hensel die gemeinsamen Kinder zunächst in Dänemark einbehalten hat unter fadenscheinigen Gründen, das auch das eigentlich einer Kindesentführung in ein anders Land gleichkommt, darüber wird nicht gesprochen. Die Kinder seien ja freiwillig, aus triftigen Gründen bei ihm geblieben, sagen dann Kritiker. Aber wissen wir das wirklich? Wurden Sie vielleicht nicht doch massiv manipuliert und aufgehetzt gegen die Mutter? Warum hat man die Gelegenheit nicht genutzt, die Kinder zu befragen, als sie nach der besagten Silvesternacht in Deutschland waren? Welch eine Chance und man verpasste sie aus nicht nachvollziehbaren Gründen.

Die Bevölkerung möchte an einen funktionierenden Rechtsstaat glauben

Die Bevölkerung möchte an einen funktionieren Rechtsstaat glauben. Man möchte, dass der Rechtsstaat den verurteilt, der im Unrecht ist. Man möchte eine klare Unterscheidung haben zwischen Gut und Böse. Man möchte keine Grautöne. Und die Öffentlichkeit hat schon entschieden, wer „böse“ ist. In Gerichtsberichten wird immer wieder geäußert, dass die vorsitzende Richterin Christina Block scharf anging. Es scheint, als habe auch sie innerlich schon ihr Urteil gefasst und es gelte nur noch die Beweise für eine hieb- und stichfeste Verurteilung zu liefern.

Welche Traumata die Beteiligten durch das jahrelange Zurückhalten der Kinder in einem damals noch fremden Land für sie und für alle Beteiligten, auch bei Christina block entstanden sind, spielen anscheinend indes keine Rolle. Das darf eigentlich auch nicht sein. Wie oft kommen bei Vergewaltigungen und Femiziden tatmildernde Umstände ins Spiel, wie etwa psychologische Ausnahmezustände und/oder Suchtmittel? Warum wir das bei Frauen wie Christina block mit dieser extremen psychischen Belastungen wie des jahrelangen Kinndesentzugs  nicht diskutiert? Warum gibt es bei Frauen oftmals keine mildernden Umstände? Es scheint fast so, als ob wir noch immer im Mittelalter verhaftet wären, in welchem es nur darum geht, die Hexe brennen zu sehen.




„Da liegt der Typ scho widder. Hat der nix zum schaffe?“ – Kinopremiere eines Films aus Hohenlohe

2 Bäuerinnen wollen das kleine Zeitfenster nutzen und kurz in einem See baden, aber da treibt bereits ein nackter Mann auf dem Wasser und genießt den warmen Sommertag. „Da liegt der Typ scho widder. Hat der nix zum schaffe?“, fragt die eine Bäuerin. Die andere antwortet: „Wahrscheinlich verdient der sei Geld im Schlaf.“

Das Leben auf dem Land wird in Heimatfilmen oft idealisiert

Das Leben auf dem Land – oft in Heimatfilmen dargestellt als reine Idylle, nicht so bei Justine Bauer. In ihrem Coming-of-Age-Kinofilm „Milch ins Feuer“ (offizieller Kinostart: 07. August 2025) aus Hohenlohe spielen junge Bäuerinnen die Hauptrolle – und zwar völlig ungeschönt. die Laiendarstellerinnen sprechen in feinstem Hohenloher Dialekt, werden bei ihrer Arbeit gefilmt, statt einer Geburt eines Kälbchens (wie so oft in Filmen vom Land) sehen die Zuschauenden eine Kastrations eines Alpakas.

Kastration eines Alpakas anstatt die Geburt eines Kälbchens

Der Film ist nicht, wie üblich in Kinos, in 16:9 zu sehen, sondern in 4:3, eine bewusste Leinwandentscheidung der Regisseurin, damit nicht die „schöne Landschaft des Jagsttals“ die Hauptrolle spielt, sondern die Frauen im Film, erklärt Justine Bauer. Sie selbst kommt ebenfalls aus dem Hohenloher Land.

Städter versus „Landeier“

Kirchberg bildete sodenn die Auftakt ihrer großen Kinotour durch Deutschland. mit einem Film im Gepäck, der nicht nur Idylle zeigt, sondern Einblicke gibt in das wahre Land- und Landwirtschaftsleben, aber auch die andere Sicht darstellen möchte – nciht wie so oft die Städter, die auf „Landeier“ herabschauen, sondern auch die Menschen vom Land, die kofschüttetlnd über die Lebensweise der Städter sprechen.

Noch immer vorhandene starke patriarchale Strukturen

Es geht aber auch um noch immer vorhandene stark patriarchale Strukturen, die vielen gar nicht bewusst sind, weil sie dermaßen automatisiert verankert sind auf dem Land, wie etwa, wenn der Sohn nach wie vor völlig selbstverständlich den elterlichen Hof erbt und nicht die Tochter. Justine Bauer erklärt: „Ich möchte von Frauen erzählen, die stark sind im Patriachat. Aber egal, wie stark eine Frau ist, es gibt immer männliche Regeln.“ Das sei aber nicht nur auf dem Land sei: „Was ich auf jeden Fall mit dem Film zeigen möchte, ist, dass es überall auf der Welt solche Ungerechtigkeiten Frauen gegenüber gibt. Es gibt ja viele Dinge, bei denen Frauen benachteiligt werden, das ist nach wie vor ein universelles Problem.“

Trailer des Films: MILCH INS FEUER Trailer German Deutsch (2025)




„Mir fehlen die Worte“

Eine Viertklässlerin wird von einem Mitschüler an einer Grundschule im hohenlohischen Krautheim gewürgt. Die Familie des Mädchens wendet sich hilfesuchend an die Schule. Diese reagiert. Sie fordert den betreffenden Schüler auf, sich bei dem Kind zu entschuldigen. Dem Mädchen wird angeboten, in die Parallelklasse zu wechseln (wir berichteten).

Negative Konsequenzen für das Opfer

GSCHWÄTZ-Herausgeberin Dr. Sandra Hartmann sieht das Durchspielen derartiger Optionen kritisch. „Dem Mädchen wird damit im Prinzip eine Flucht vor einem gewaltbereiten Mitschüler angeboten. Das sind negative Konsequenzen für das Opfer. Damit wird das Kind eigentlich nochmal Opfer.“

Videokommentar von Dr. Sandra Hartmann: „What?“ – Viertklässlerin wird Opfer von Gewalt – Was dann folgt, sorgt für Stirnrunzeln

Täter müsste gezwungen werden, sich zurückzuziehen, nicht Opfer

Zusätzlich sieht die Journalistin die Gefahr, dass die Gewaltbereitschaft damit nicht aufhört, sondern dass die Chance hoch ist, dass der gewaltbereite Schüler sich dann einfach andere Opfer sucht. Ein Ende der Gewalt sei damit nicht in Sicht. „Es sollte doch eigentlich immer so sein, dass die Person, von der Gewalt ausgeht, die Konsequenzen bekommt und nicht Betroffene. Aber auch bei Partnerschaftsgewalt wird häufig mit dem Opfer darüber gesprochen, welche Möglichkeiten des  Rückzuges / Auszuges es gäbe, anstatt mit dem Täter diese Dinge zu besprechen. und, wen nötig, auch zu erzwingen.

Angemessene Maßnahmen

„Wir schauen nach Gewaltakten – sei es Mobbing, Vergewaltigung oder Femizid – leider nach wie vor zu sehr auf die von Gewalt Betroffenen – wie haben sie sich verhalten? Haben Sie provoziert? Hatten sie die falsche Kleidung an? Waren Sie zur falschen Zeit am falschen Ort? Das eigentliche Problem sind doch nicht die Opfer, sondern die Täter“, findet Hartmann. Auf sie müsse das Scheinwerferlicht gerichtet und über angemessene, abschreckende Maßnahmen gesprochen werden.




Ritueller, sexueller Missbrauch an Kindern: „Es ist einfacher zu sagen, das gibt es bei uns nicht“

Ein halbes Jahr tourte Liz Wieskerstrauch quer durch Deutschland und präsentierte in ausgewählten Kinos ihren neuen Dokumentarfilm BLINDER FLECK. Die vorletzte Station, bevor der Film in Österreich und der Schweiz vorgestellt wird, war nun in Weingarten. GSCHWÄTZ-Herausgeberin Dr. Sandra Hartmann moderierte durch den Abend.

Rituelle, sexuelle Gewalt an Kindern in Deutschland – Betroffene sprechen von Folter

Nichts für schwache Nerven

Diese Doku ist nichts für schwache Nerven. Die preisgekrönte Regisseurin interviewt darin Betroffene, die in ihrer Kindheit schwere rituelle, sexuelle Gewalt erfahren haben. Auch ein Buch hat Wieskerstrauch darüber geschrieben. Neben Betroffenen kommen auch zahlreiche Sachverständige und Psycholog:innen zu Wort.

Von den eigenen Eltern ausgeliefert

Nicht selten wurden Betroffene von ihre eigenen Eltern diesen Missbrauchsritualen ausgeliefert. Diese sind oft ebenfalls seit Jahrzehnten, wenn nicht sogar ihr Leben lang diesem System ausgeliefert. Manche von ihnen bleiben Zeit ihres Lebens Opfer, andere  werden irgendwann selbst zum Täter, um von der eigenen Ohnmachtserfahrung hauszukommen und in eine Machtposition zu gelangen.

Elektroschocks, Waterboarding und Vergewaltigungen vor zahlendem Publikum

Es geht um Elektroschocks im Intimbereich, um Waterboarding, um schwersten sexuellen Missbrauch, um Vergewaltigungen vor zahlendem Publikum, um ein Pädo-Netzwerk in Deutschland, das vermutlich größer ist als viele denken – und eine Gelddruckmaschine.

Betroffene spalten nicht selten aufgrund dieser Traumata ihre Persönlichkeit auf, um überleben zu können

Oft entwickeln Betroffene, deren ICH in der frühesten Kindheit noch nicht gänzlich ausgeprägt ist und denen schwerste Traumata immer und immer wieder von ihren engsten Vertrauenspersonen zugefügt wurden, eine dissoziative Persönlichkeitsstörung, früher als multiple Persönlichkeit bekannt. Das bedeutet, der Körper spaltet gewisse Persönlichkeitsanteile ab, etwa die, die sich noch genau an diese grausamen, kaum erträglichen Szenarien erinnern können. Das ist ein Schutzmechanismus, um weiterleben und im Alltag funktionieren zu können.

Ein großes Pädo-Netzwerk, das eine Gelddruckmaschine ist

Die Betroffenen haben es alle irgendwie aus diesem System herausgeschafft und sogar den Mut, darüber öffentlich zu sprechen. Ob sie keine Angst haben vor dem Täternetzwerk, fragt Dr. Sandra Hartmann Liz Wieskerstrauch nach dem Film. „Öffentlichkeit und Bekanntheit kann auch schützen vor diesem Täternetzwerk“, gibt Liz Wieskerstrauch zu bedenken. Warum es kaum Verurteilungen gibt in diesem Bereich, möchte ein Zuschauer wissen. Oft werde den Betroffenen nicht geglaubt, da die Geschichten derart unglaublich sind, dass sie viele gar nicht wahr haben möchten und dann lieber die Betroffenen als „verrückt“ abstempeln – zumal wenn diese an der dissoziativen Persönlichkeitsstörung leiden – eine Traumafolgestörung von eben diesem schwersten Missbrauch, aber eben auch ein Problem, wenn es um die Glaubwürdigkeit der Opfer geht.

Unglaublich: Tochter wird zum Täter umplatziert

Ein tragischer Fall wird ebenfalls in der Doku aufgegriffen. Ein junges Mädchen berichtet der Polizei in Deutschland von dem Missbrauch, den sie immer wieder erfährt, wenn sie am Wochenende bei ihre Papa ist. Sie berichtet von Männern in schwarzen Kutten. Ihr wird nicht geglaubt und wird umplatziert zu ihrem Vater, dem Täter, da der Mutter vorgeworfen wird, der Tochter derart abstruse Geschichten gegen den Vater eingeredet zu haben. Mutter und Tochter waren geschockt, hatten sie sich doch Hilfe versprochen. Die Mutter betont in der Doku: „Wenn ich wirklich den Vater hätte schlecht machen wollen, hätte ich doch nicht derartige Dinge erzählt, die sich zunächst auch für mich absolut unglaublich angehört haben.“

 




Familie kritisiert Schulleitung nach Mobbing-Vorwurf an Krautheimer Grundschule

Eine Viertklässlerin wurde nach eigenen Angaben von einem Mitschüler an der Grundschule in Krautheim gewürgt. Er hat sie derart heftig und lange in den Schwitzkasten genommen, dass sie keine Luft mehr bekam und ihre Freundinnen, die Zeuginnen dieser Szene wurden, Angst um sie hatten, dass sie ersticke. Die Eltern des Mädchens kritisieren nun die Schulleitung scharf bezüglich ihres Verhaltens nach dem Vorfall.

Jede:r vierte Schüler:in von Mobbing betroffen

Mobbing ist unter Kindern und Jugendlichen ein verbreitetes Phänomen – das zeigt nicht nur die PISA-Studie, sondern auch eine Umfrage der DAK aus dem Jahr 2024. Nach dieser sind 24 Prozent der befragten Schulkinder mindestens einmal im Monat von Mobbing betroffen. Angesichts dieser Zahlen überrascht es nicht, dass sich viele Kinder in Deutschland an ihrer Schule nicht wohlfühlen.

Mobbing hat viele Gesichter

Mobbing an Schulen hat viele Gesichter. Besonders häufig sind verbale und psychische Formen, es kommt aber auch zu physischer Gewalt. Eine Umfrage unter Lehrenden zur Gewaltbereitschaft unter Kindern und Jugendlichen aus dem Jahr 2022 zeigt ebenfalls, dass das Klima an Schulen teilweise als rau und gewaltbetont wahrgenommen wird. Anlass für Mobbing können zum Beispiel der Körper oder die Herkunft des Opfers sein. Damit ist Mobbing eine Form der Diskriminierung. Wichtig ist zu betonen, dass das Opfer in der Regel keine Schuld an seiner Situation trägt.

Täter-Opfer-Umkehr?

Die Familie des betroffenen Mädchens hatte sich nach dem Vorfall hilfesuchend an die Grundschule in Krautheim gewandt. Nach Angaben der Familie hat sich der Junge zwar entschuldigen müssen, aber ihrer Tochter sei als „Lösung“ wiederum vorgeschlagen worden, nicht an der bevorstehenden Schulübernachtung teilzunehmen sowie in die Parallelklasse zu wechseln. Der Familie des Mädchens ist nicht bekannt, dass dem Jungen, der sie gewürgt hatte, ähnliche „Lösungsvorschläge“ präsentiert worden seien.

Die Grundschule selbst wollte den Vorfall weder dementieren noch bestätigen

Dies sei für die Familie so enttäuschend gewesen,  das sie überlegt haben, ihre Tochter nun nach der vierten Klasse in der Gemeinschaftsschule in Mulfingen anzumelden. Auch Freundinnen des Mädchens würden auf diese Schule nach der vierten Klasse wechseln. Die Schule in Mulfingen nahm jedoch das Mädchen nicht auf. Laut Angaben der Eltern könne das daran liegen, dass derzeit schon sehr wenige Kinder die Grundschule in Krautheim besuchen und man Angst habe, dass die Schule schließen müsse, wenn noch mehr Kinder weggehen würden.

Die Grundschule indes wollte den Vorfall gegenüber GSCHWÄTZ weder bestätigen noch dementieren. In einer Antwort auf eine GSCHWÄTZ-Presseanfrage bezüglich des Mobbing-Vorfalles und der Grundschulzahlen verweist Rektor Zürn lediglich auf Folgendes:

„Vielen Dank für Ihre Anfrage. Grundsätzlich beantworten wir keine Presseanfragen zu Vorfällen zwischen Schülern und Schülerinnen in der Schule.“

Auch auf die Presseanfrage zu der Spekulation über eine drohende Schulschlie0ung bei zu geringen Schülerzahlen äußerte sich Herr Zürn nicht. Auf Nachfrage, wie denn die Schule generell hinsichtlich des Themas Mobbing aufgestellt ist, antwortet Rektor Zürn ausführlicher:

„Im sozial Curriculum der GWRS Krautheim ist Prävention, insbesondere Mobbing, sehr wichtig und wird sehr ernst genommen. Daher möchte ich Ihnen beispielhaft die Maßnahmen( Unterstützungssysteme/Projekte) unsere Schule nennen:

  • Streitschlichter
  • Mobbingintervention durch die Klassenlehrer: Mobbing was ist das? (Erläuterung: Schikanieren von Personen (körperliche/psychische Gewalt über einen längeren Zeitraum ))
  • Stärkung der Klassengemeinschaft (Projekttage externer Partner/ mit Schulsozialarbeit), sodass es nicht zu Mobbingvorfällen kommt.
  • Projekte zum Thema Cybermobbing gemeinsam mit dem Kreismedienzentrum
  • Polizei: Präventionsveranstaltung zum Thema Gewalt
  • Interaktives Jugendtheater Q- Rage: Stücke: „Total vernetzt und alles klar?“/ „Grenzbereiche“

Theaterstück: „Trau dich“ – BzGa

  • Schulsozialarbeiterin:
    • Gesprächsangebote
    • Konfliktberatung mit Schülerinnen und Schüler im Einzelgespräch
    • Gruppengespräch mit den Konfliktparteien
    • Mobbinginterventionsprojekte in den Klassen
    • Einzelgespräche zum Thema Mobbing
  • Externer Anbieter zum Thema Gewaltprävention: Projekt „Selbstbehauptungstraining gemeinsam stark“ (jährlich)
    • Inhalte:
      • Selbstbehauptung
      • Mobbing
      • Bedrohung – Wie löse ich diese Probleme und wie gehe ich damit um?“

Das betroffene Mädchen kommt im September nun in die fünfte Klasse der weiterführenden Schule in Krautheim und hofft, dass sich so ein Vorfall nicht noch einmal wiederholt.

 




Wow – was für eine Show

Am diesjährigen Stadtfest in Künzelsau präsentierten 120 Schüler:innen aus 5 Schulen einen Flashmob auf das Lied THE GREATEST SHOW. GSCHWÄTZ war der Organisator hinter dem Flashmob. Jedoch dankte GSCHWÄTZ-Herausgeberin Dr. Sandra Hartmann allen Beteiligten für ihre Mitwirkung, denn „das war eine beachtliche Gemeinschaftsleistung“.

GAMECHANGER-Kids begeistern die Zuschauer:innen

Die teilnehmenden Schulen waren das Ganerben-Gymnasium in Künzelsau, das Schlossgymnasium in Künzelsau, die Freie Schule Anne-Sophie, die Georg-Wagner-Realschule in Künzelsau und die Georg-Fahrbach-Schule in Ingelfingen sowie die Dancing Stars aus Ingelfingen. Choreografin des Tanzes war Isabelle Hartmann (11) von der Freien Schule Anne-Sophie.

Jako als Sponsor und die Stadtverwaltung Künzelsau, die diese Schüler-Aktion von Beginn an unterstützten, gebührt ebenfalls Dank. GAMECHANGER stand auf dem Rücken der T-Shirts, welche die Schüler:innen tragen. Dieses Wort hat auch eine symbolische Bedeutung, wie Dr. Sandra Hartmann nach dem Flashmob verriet:

„Setzt euch ein gegen Mobbing und für diejenigen, die nicht so mutig sind wie ihr“

„Ihr alle seid GAMECHANGER in eurem Leben, jeder von euch kann ein Spiel drehen – nicht nur auf dem Sportplatz, sondern auch im wahren Leben. Deshalb: Setzt euch ein gegen Mobbing, gebt anderen eine Stimme, die nicht so mutig sind wie ihr, setzt euch ein für Klimaschutz, für Dinge, die euch wichtig sind. Ihr könnt alles ändern. Denn ihr seid die Zukunft.“

Das Video gibt es auf dem INSTA-Kanal von gschwaetz zu sehen: @gschwatz.chatter:

(1) Instagram

Das Making of hierzu gibt es auf dem TikTok-Kanal gschwaetz.dasmagazin

#flashmob #künzelsau #drsandrahartmann #gamechanger #gamechangerfestival #tanz #stadtfest #hohenlohe #hohenlohekreis




„Ganz im Ernst“: Warum Reinhold Würth keine Mitarbeiter einstellt, die Golf spielen

Beim Handelskonzern Würth geht es aktuell wieder aufwärts und es wird sogar Personal aufgebaut. Einen bestimmten Schlag von Menschen stellt Firmenpatriarch Reinhold Würth aber ungern ein.

Bei Würth geht es derzeit wieder aufwärts

Der Weltmarktführer für Befestigungstechnologie, die Würth-Gruppe mit Stammsitz in Künzelsau (Hohenlohekreis, Baden-Württemberg), scheint die Durststrecke überstanden zu haben und blickt trotz der sehr herausfordernden ersten Jahreshälfte optimistisch in die Zukunft. Wie unsere Redaktion jüngst berichtete, baut der Handelskonzern, der traditionell als „Jobmotor“ der Region gilt, wieder Personal auf. In einem aktuellen Interview mit der Zeit sprach Firmenpatriarch Reinhold Würth unter anderem über die Einstellungspolitik in dem von ihm groß gemachten Konzern.

Wie Reinhold Würth im Gespräch mit der Zeit ausführt, müssen passende Bewerber für Führungspositionen bei Würth neben den fachlichen Kompetenzen Gefühle und Emotionen mitbringen und keine reinen „Führungstechniker“ sein. Zudem nennt der Unternehmer, der einen kleinen Schraubenfachhandel eigenhändig zum heutigen Weltkonzern ausgebaut hat, zwei weitere Kriterien. „Es kommt darauf an, wie viele Stellen der Bewerber oder die Bewerberin im Kontext seines Alters bereits innehatte“, erklärt Würth und führt aus, dass Menschen, die in wenigen Jahren bereits mehrere Jobs innehatten, auch beim Handelskonzern „ein Haar in der Suppe“ finden könnten. „Job-Hopper passen nicht zu uns.“

„Große Vorbehalte“ gegenüber Golfern




Wenn Kinder von Dingen berichten, die so schockierend sind, dass man wünscht, sie wären nicht wahr

Auch wenn viele nach wie vor wegschauen, es gibt sie auch in Deutschland: rituelle, sexuelle Gewalt an Kindern. Der Dokumentarfilm BLINDER FLECK (2025) von der renommierten Regisseurin Liz Wieskerstrauch geht unter die Haut. Betroffene erzählen von ihren schrecklichen Erfahrungen als Kinder – durch Angehörige und Fremde. Viele Betroffene haben aufgrund der furchtbaren Erfahrungen Persönlichkeitsanteile abgespalten („dissoziative Identitätsstörung“ / geteilte Persönlichkeiten). Auch das sieht man im Dokumentarfilm.

Rituelle, sexuelle Gewalt an Kindern – Kinopremiere Doku-Film BLINDER FLECK von Liz Wieskerstrauch

Ein halbes Jahr auf Kinotour quer durch Deutschland, um auf dieses Thema aufmerksam zu machen

Neben Betroffenen kommen auch Expert:innen und Psycholog:innen zu Wort. Ein halbes Jahr war Liz Wieskerstrauch auf Kinotour quer durch Deutschland, um auf das Thema aufmerksam zu machen. GSCHWÄTZ-Herausgeberin Dr. Sandra Hartmann moderierte in Weingarten die Veranstaltung. Es war fast die letzte Station auf ihrer Deutschlandreise, bevor es weitergeht nach Österreich und der Schweiz. Wir dürfen in diesem Video Ausschnitte des Kinofilms zeigen.

Regisseurin beantwortet Fragen zur Entstehung des Filmes

Sie sehen in diesem Video auch Liz Wieskerstrauch, wie sie nach dem Kinofilm Fragen beantwortet rund um das Thema rituelle Gewalt an Kindern.

Wer Interesse hat, zu diesem Thema mehr zu erfahren beziehungsweise Kontakt mit der Regisseurin aufnehmen möchte bezüglich des Dokumentarfilmes, kann sich bei der Redaktion GSCHWÄTZ melden (gschwaetz@gschwaetz.de / WhatsApp: 0172/68 78 474). #lizwieskerstrauch #weingarten #blinderfleck # höllenleben #kinder #trauma #dis #dissoziativeidentitätsstärung #abspaltung #psychologie #gesundheit #kinofilm #film #gschwaetz #drsandrahartmann




Bürgermeister Stefan Neumann: „Baden-Württemberg, Hohenlohe und Künzelsau sind Orte der Vielfalt. Dafür setzen wir uns weiterhin ein“

Nach einem erfolgreichen Stadtfest, bei dem mehrere tausend Menschen drei Tage lang friedlich und ausgelassen gefeiert haben, hisste Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann am 21. Juli 2027 die neuen sommerlichen Fahnen der Stadt. Die Fahnen, gestaltet mit den Motiven „Sommer in Künzelsau“ und „Vielfalt stärkt“, symbolisieren die großartige und bunte Vielfalt unserer Gemeinschaft.
„Auch wenn der Himmel heute noch ein bisschen weint“
„Auch wenn der Himmel heute noch ein bisschen weint – wahrscheinlich, weil das Stadtfest vorbei ist – lassen wir uns unsere Freude und unseren Gemeinschaftssinn nicht nehmen“, so Bürgermeister Stefan Neumann. „Unsere neuen Fahnen sind ein sichtbares Zeichen dafür, dass Vielfalt unsere Stärke ist. Regen, Sonne oder Wolken – bei uns in Künzelsau gilt: Gemeinschaft und Zusammenhalt sind wetterfest!“
„Wie stark wir sind, wenn wir zusammenhalten“
Das Stadtfest hat gezeigt, wie stark wir sind, wenn wir gemeinsam feiern und zusammenhalten. Diese Werte wollen wir leben. Die Fahnen wehen nun bei den vielen weiteren Festlichkeiten im ,Sommer in der Stadt‘ und erinnern daran, dass Vielfalt unsere Gesellschaft bereichert – egal ob bei strahlendem Sonnenschein oder Regen. „Baden-Württemberg, Hohenlohe und Künzelsau sind Orte der Vielfalt und Großartigkeit. Dafür setzen wir uns weiterhin ein – bei jedem Wetter“, so Bürgermeister Neumann. „Die Stadt Künzelsau steht für Zusammenhalt, Toleranz und eine tolle Stadtgemeinschaft – denn nur gemeinsam sind wir stark.“
Auch andere Städte, Gemeinden und Unternehmen setzen derzeit ein Zeichen für Vielfalt und Gemeinschaft. Rewe in Lauffen am Neckar etwa hisst schon seit Wochen die Regenboggenfahne neben der Rewe-Fahne.
Derzeit gibt es in Deutschland große Diskussionen über das jüngste Verbot des Hissens der Regenbogenfahne am Deutschen Bundestag in Berlin, seitdem die CDU an der Regierung ist. Sie wird dafür von vielen Menschen scharf kritisiert und als „rückschrittlich im Denken“ bezeichnet.
Lesen Sie hierzu auch:
Verbot queerer Symbole: Kein Regenbogen am Bundestag | taz.de
Abgeordnete müssen Regenbogenfahne aus Bundestagsbüros entfernen | tagesschau.de



Die schönsten Ausflugsziele für einen unvergesslichen Sommer in Baden-Württemberg

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Wir haben für Euch die TOP Reiseziele für Baden-Württemberg zusammengestellt. Wunderbare Orte, an denen ihr abschalten, entspannen und Neues entdecken könnt.

Baden Württemberg Reisetipps // entdecke die schönsten Orte

  1. Triberger Wasserfälle im Schwarzwald

Als die höchsten Wasserfälle Deutschlands bietet dieses Naturspektakel einen imposanten Anblick für alle Naturliebhaber.

  1. Titisee

Klares Wasser, idyllische Umgebung, umgeben von dichten Wäldern – ein Muss für alle Natur- und Wasserliebhaber

3. Schloss Hohenzollern auf der Schwäbischen Alb

Prächtige Zimmer, eine beeindruckende Aussicht und einen Einblick in die königliche Vergangenheit der Königsfamilie Hohenzollern – Kultur und Geschichte vereint – was will man mehr?

4. Heidelberg

Heidelberg ist eine der schönsten Städte Deutschlands und wohl eines der bekanntesten Touristenziele in Deutschland für Touristen  weltweit. Schmucke Altstadtgassen, gemütliche Cafés, Neckar-Bootstouren und ein Besuch im Schloss sind in jedem Fall immer eine Reise wert.

5. Bodensee

Atemberaubende Schönheit und ein malerisches Ufer. Segeln, Windsurfen und urige Rad- und Wanderwege. Konstanz und Lindau sind nur einen Steinwurf entfernt. Der Bodensee verspricht Entspannung, Abwechslung und aktive Urlaube. Darüber hinaus warten exquisite lokale Weine, die man in einer bezaubernden Naturkulisse trinken kann.

6. Blumeninsel Mainau

Gartenliebhaber und Naturliebhaber werden hier auf ihre Kosten kommen. Mit seinen Exotische Blumen und einem beeindruckenden Panoramablick auf den Bodensee ist die Insel Mainu eine unvergessliche Erfahrung voller Farben, Düfte und natürlicher Schönheit

7. Schlossplatz in Stuttgart

Beeindruckende historische Gebäude wie dem Neuen Schloss, der Stiftskirche und dem Königsbau warten hier auf die Besucher:innen. Der Schlossplatz in Stuttgart ist auch ein idealer Ausgangpunkt, um Stuttgart zu erkunden. Der Schlossgarten ist ebenfalls nur einen Steinwurf entfernt.

8. Luisenpark in Mannheim

Eine grüne Oase, die beeindruckt mit verschiedenen Themengärten, Abenteuerspielplätzen und Bootsfahrten auf dem See.

9. Residenzschloss Ludwigsburg

Hier wartete eines der größten Barockschlösser Deutschlands. Wer Einblick in den Prunk und das PRachtleben vergangenr Zeit haben möchte, ist hier genaz richtig.

Schloss Ludwigsburg ist eines der größten im Original erhaltenen barocken Bauwerke in Europa. Es bietet seinen Besuchern einen beeindruckenden Streifzug durch fürstliche Prunkräume aus zwei Jahrhunderten – vom Barock über das Rokoko bis zum Klassizismus.

10. Naherholungsgebiet Lichtentaler Allee in Baden-Baden

Die Lichtentaler Allee entstand im Jahr 1655, als vor dem historischen Theater eine Eichenallee gepflanzt wurde. Was einst ein von Wiesen und Feldern gesäumter Karrenweg war, ist heute eine der ersten Adressen unter den weltberühmten Flaniermeilen.

Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde die Allee zu einem 3,5 km langen Boulevard vom Hotel „Badischer Hof“ bis zum Zisterzienserkloster in Lichtental. Heute ist sie weltberühmt, poetisch verehrt und überwältigend in ihrer Blüten- und Baumpracht. Mal ländliche Idylle, mal elegante Parade, aber immer ein sich ständig weiterentwickelndes Denkmal der Gartenkunst. Mit üppig blühenden Rhododendren und Azaleen, mit der prächtigen Lindenallee, die vom Kloster zum Hirtenhaus führt, mit Eichen, Tulpenbäumen, Kastanien, Platanen und Erlen.

Ein Spaziergang durch die Lichtentaler Allee ist zu jeder Jahreszeit ein wunderbares Naturschauspiel. Wenn sich im Frühjahr Krokusse, Narzissen und Wildtulpen wie ein bunter Teppich unter den Bäumen ausbreiten und im Frühsommer rote und violette Rhododendren zu blühen beginnen, zeigt sich der „grüne Salon“ Baden-Badens von seiner schönsten Seite.

Oder ist das Farbenspiel des Herbstes, wenn sich die Blätter in allen Schattierungen zwischen Gelb und Dunkelrot verfärben, faszinierender?

Der Winter ist still und geheimnisvoll. Wenn sich der Frost über die Klosterwiese legt und die Rosen in den Patronatsgärten unter den Tannenzweigen überwintern.

Auch die Lichtentaler Allee“ ist von den schönsten Bauwerken der Belle Epoque üppig umrahmt und verzaubert heute als stilvolle Kunst- und Kulturmeile mit den imposanten korinthischen Säulen der historischen Trinkhalle, dem schneeweißen, weltberühmten Kurhaus/Casino, dem neobarocken Theater im Stil der Opéra de Paris, dem Festspielhaus, dem zweitgrößten Konzert- und Opernhaus Europas, und dem über 760 Jahre alten Zisterzienserkloster Lichtenthal. Mit der Eröffnung des „Museum Frieder Burda“ im Oktober 2004 gab der New Yorker Stararchitekt Richard Meier der Allee ihren letzten, wunderschönen Schliff. Ein weiterer Höhepunkt in der langen und einzigartigen Geschichte der Lichtentaler Allee.

Die Lichtentaler Allee ist außerdem das ganze Jahr über Schauplatz zahlreicher hochkarätiger Open-Air-Veranstaltungen, wie zum Beispiel der Philharmonischen Parknacht.

Ob Sie joggen, spazieren gehen, Rad fahren oder einfach nur tief durchatmen, ein Spaziergang durch die berühmte Lichtentaler Allee lässt Herz und Seele aufleben. Lassen Sie sich von der Pracht der alten Bäume, den kunstvollen Brücken über die idyllische Oos, den prächtigen Hotels und den eleganten Villen entlang der Allee verzaubern. Der Charme dieser weltberühmten Flaniermeile hatte genügend Zeit, sich voll zu entfalten.