Joachim Kaltmaier, Mitglied der Geschäftsführung, spricht gleich zu Beginn seiner Rede von einem „sehr erfreulichen Konzernabschluss“ bei der diesjährigen Bilanzpressekonferenz, die in digitaler Form am Donnerstag, den 04. Mai 2023, abgehalten wurde. Ein Zahlenrekord jagte dabei den nächsten. „Die Familie Würth trägt einen wichtigen Anteil am Erfolg des Unternehmens“, betont Robert Friedmann, Sprecher der Konzernführung der Würth-Gruppe.
Nach 15 Jahren Abschied
Nach 15 Jahren verlässt Joachim Kaltmaier das Unternehmen. Er dankt der Familie Würth für das Vertrauen, „das Sie mir die vergangenen 15 Jahre geschenkt haben.“ Sein Dank richtet er auch an alle Mitarbeitenden der Würth-Gruppe.
Rekord über Rekord
Würth-Gruppe mit zweistelligem Umsatzplus erneut auf Rekordkurs + + + automatisierte Logistikprozesse sichern weiteres Unternehmenswachstum + + +
> Umsatz wächst auf 19,9 Milliarden Euro
> Betriebsergebnis steigt auf 1,6 Milliarden Euro
> Hohes Eigenkapital schafft Stabilität in herausfordernden Zeiten
> über 53 Millionen Aufträge verließen das Haus
> über 4 Millionen Kunden weltweit
> Monat März 2023: Rekord im Umsatz und Betriebsergebnis
> Rund 3.000 Mitarbeitende sollen in diesem Jahr eingestellt werden
> Investitionen von 800 Millionen Euro für 2023 geplant
Die Bilanzpressekonferenz von Würth am Donnerstag, den 04. Mai 2023, war geprägt von Erfolgsnachrichten. So verzeichnete die Die Würth-Gruppe, laut eigenen Angaben Weltmarktführer in der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von Montage- und Befestigungsmaterial, im Geschäftsjahr 2022 trotz des anhaltenden Ukrainekrieges erneut ein zweistelliges Umsatzwachstum. Der Umsatz liegt mit 19,9 Milliarden Euro deutlich über dem Vorjahr (2021: 17,1 Milliarden Euro). Das entspricht einem Plus von 16,8 Prozent, währungsbereinigt sind es 15,1 Prozent. Die Nettoverschuldung betrug 2022 987 Millionen. In diesem Jahr rechnet Würth lediglich mit einem Umsatzwachstum im „mittleren einstelligen Bereich“. Die Konjunktur verändere sich, die Nachfragesituation nehme ab, auch dadurch, dass die Kunden selbst ihre Lager wieder kleiner machen und weniger auf Bestand halten, erklärt Robert Friedmann. Zudem gäbe es geringere Baubeauftragungen im privaten Bereich.
Erfolgsrezept trotz weltweiter Krisen
Warum es trotz der bisherigen Rekordzahlen „nur“ für ein Rating on A+ reichte, erklärte Kaltmaier damit, dass man, um ein besseres Rating zu erzielen, die Investitionen deutlich zurückfahren und weniger Waren auf Bestand halten müsse, aber das war in den vergangenen Jahren angesichts der weltweiten Krisen das Erfolgsrezept. Hier arbeitet die Konzernführung sehr eng mit der Beratungsagentur Standard & Poors zusammen.
Betriebsergebnis: 1,6 Milliarden Euro
Prozent. Mit 1,6 Milliarden Euro erzielt der Konzern auch beim Betriebsergebnis eine neue Rekordmarke (2021: 1,3 Milliarden Euro). „Wir haben in den vergangenen beiden Jahren ein Umsatzplus von über 5,5 Milliarden Euro
erwirtschaftet. Das ist in unserer über 75-jährigen Unternehmensgeschichte eine beachtliche Leistung
– bedenkt man die Vielzahl an Unabwägbarkeiten, die uns seit Beginn der Corona-Pandemie 2020
und jetzt mit dem Krieg in der Ukraine einiges abverlangen. Gerade in diesen schwierigen Zeiten
schätzen unsere Kunden unsere zuverlässige Lieferfähigkeit und Serviceführerschaft“, resümiert
Robert Friedmann, Sprecher der Konzernführung der Würth-Gruppe. Der Konzern konnte weiterhin trotz Lieferketten-Engpässe souverän ihre Kunden beliefern, dadurch dass sie noch mehr Waren auf Lager legten, so Kaltmaier. So wurden im Jahr 2022 72 Prozent mehr Waren auf Lager gelegt als noch 2020.
Auch im Ausland erfolgreich
Nach wie vor ist Deutschland mit einem Umsatzanteil von 39,4 Prozent der wichtigste Einzelmarkt
der Würth-Gruppe. Die deutschen Gesellschaften erzielten ein Umsatzplus von 13,1 Prozent. Die
Stabilität der einzelnen Geschäftsmodelle und die sehr hohe Produktverfügbarkeit sind Gründe für
die positive Entwicklung. Besonders erfolgreich schnitten der Elektrogroßhandel (+24,8 Prozent)
sowie die Würth Elektronik Gruppe (+22,0 Prozent) ab. Die Division Holz erzielte mit 21,4 Prozent
das größte Wachstum unter den Divisionen der Würth-Linie, gefolgt von der Industrie mit 20,9
Prozent. Die Adolf Würth GmbH & Co. KG, Keimzelle und größte Einzelgesellschaft des Konzerns,
steigerte ihren Umsatz inklusive konzerninterner Umsätze um 10,5 Prozent. Auch die Gesellschaften
außerhalb Deutschlands verbuchten mit einem Umsatzplus von 19,4 Prozent ein erfolgreiches
Geschäftsjahr. Leistungsträger sind Amerika, Süd- und Osteuropa.
Digitaler Handel boomt
E-Business: Kunden setzen weiterhin auf digitale Warenbeschaffung
Neben den weltweit über 43.000 Mitarbeitenden im Vertrieb und den mehr als 2.500
Niederlassungen zählt der Bereich E-Business zu den strategischen Wachstumsfeldern der WürthGruppe. Während der Corona-Pandemie wurde die Warenbeschaffung über digitale Kanäle für
unsere Kunden fester Bestandteil ihrer Bestellroutine. Dieser Trend spiegelt sich im Umsatz wider: Das
E-Business erzielte konzernweit einen Umsatz von 4,1 Milliarden Euro. Der Umsatzanteil lag auf
einem neuen Höchstwert von 20,7 Prozent.
Roboter in der Logistik: Würth setzt zunehmend auf Automatisierung
Das kontinuierliche Wachstum der Würth-Gruppe setzt voraus, dass die Prozessstrukturen
mitwachsen. Strategie des Konzerns ist es daher, das ganze Potential an Digitalisierung und
Automatisierung vollumfänglich auszuschöpfen, um auch gesellschaftlichen Herausforderungen wie
dem demografischen Wandel und dem Fachkräftemangel zu begegnen. „Unsere Roboter in der
Logistik erhöhen einerseits die Produktivität. Andererseits entlasten sie unsere Mitarbeitenden bei
körperlich anstrengenden Tätigkeiten. Über automatisierte Prozesse können wir unsere Kunden
schnell und zuverlässig beliefern. Sie schätzen die Qualität unserer Produkte, dasselbe erwarten sie
zurecht von der Verfügbarkeit der bestellten Ware“, sagt Friedmann. „Wir sprechen heute von Lieferzeiten in Stunden gemessen“, sagt Reinhold Würth. Und erinnert sich dabei auch zurück an die Zeit, als er selbst am Anfang noch die Waren nach Niedernhall ausgeliefert hat. Auch wenn Reinhold Würth immer mehr auf Robotertechnik setzt, betont er: „Der Mensch ist das Zentrum des Unternehmens.“ 1,3 Milliarden Euro hat das Unternehmen 2022 in die Robotertechnik investiert, unter anderem in die 450 Lager. Unter anderem gibt es automatisierte Verpackungsmaschinen und Palettierroboter mit Vakuumgreifern, die wie bei einem Tetris-Spiel die Paletten sinnvoll beladen.
Die zunehmende Automatisierung soll aber nicht dazu führen, dass die Zahl der Mitarbeitenden reduziert wird. Auch bei Würth herrsche Fachkräftemangel und jede/r Mitarbeitende werde gebraucht, um dem schneller werdenden logistischen Märkten (sprich: heute bestellt, Stunden später geliefert) gerecht zu werden.
75 Prozent soll automatisiert werden
Wichtige Bausteine für die stetige Versorgungssicherheit und damit Entlastung unserer Kunden auch
in herausfordernden Zeiten waren einerseits die Anmietung von zusätzlichen Palettenplätzen, allein
bei der Adolf Würth GmbH & Co. KG waren es über 60.000. Andererseits setzte Würth auf den
Aufbau von Personal und erhöhte seinen Warenbestandswert innerhalb der letzten beiden Jahre um
über 70 Prozent – und das in Zeiten, in denen viele andere Unternehmen abgebaut haben.
Friedmann betont: „Das Familienunternehmen hat dabei einen ganz entscheidenden Part: Es gibt den
nötigen Handlungs- sowie Entscheidungsfreiraum und damit Stabilität für solche Entscheidungen.“
Würth schafft weltweites Wissens- und Realisierungsnetzwerk in der Logistik
Experten aus unterschiedlichen Ländern der Würth-Gruppe bilden ein sogenanntes „Inno.LogGremium“ (Innovationen in der Logistik) und tauschen sich regelmäßig über neue Technologien sowie
standardisierte Automatisierungslösungen im Bereich der Logistik aus. Ziel ist es, diese allen Würth
Gesellschaften verfügbar zu machen. „Der Vorteil ist, dass nicht jede unserer über 400
Gesellschaften Lösungen für Logistikthemen finden muss. Das Gremium evaluiert favorisierte
Technologien und teilt diese mit allen Würth Gesellschaften. Das spart Zeit sowie Kosten und schafft
wertvolle Synergien“, erklärt Friedmann.
Die Würth-Gruppe hat sich zur strategischen Weiterentwicklung der Logistik als Ziel gesetzt, in den
umsatzstärksten Gesellschaften bis zum Jahr 2030 einen Automatisierungsgrad von 75 Prozent zu
erreichen. Friedmann unterstreicht: „Dabei geht es nicht darum, den Menschen zu ersetzen. Im
Gegenteil: Wir halten an unseren knapp 12.000 Logistik-Mitarbeitenden fest und bauen Personal
auf. Vielmehr geht es uns um ein perfektes Ineinandergreifen von Mitarbeitenden, Robotern,
Arbeitsplatzgesundheit und Unternehmenswachstum, um die Zukunft der Würth-Gruppe zu sichern.“
Über 2.000 neue Mitarbeiter:innen
Die Würth-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2022 insgesamt 2.454 neue Beschäftigte hinzugewonnen.
Im Konzern arbeiten 85.637 Personen, davon 43.297 im Vertrieb. In Deutschland beschäftigt das
Unternehmen 26.113 Mitarbeitende.
Das Eigenkapital des Konzerns erhöhte sich im vergangenen Geschäftsjahr um 16,0 Prozent auf 7,9
Milliarden Euro. Mit diesem Plus von 1,1 Milliarden Euro konnte die Eigenkapitalquote auf 46,0
Prozent gesteigert werden (2021: 45,2 Prozent). Die gute Eigenkapitalausstattung ist seit Jahren
Basis einer konstant hohen finanziellen Stabilität, was gerade in schwierigen Zeiten Vertrauen schafft.
Die Ratingagentur S&P Global bestätigte 2022 das Rating der Würth-Gruppe mit A/outlook stable.
Ökologischer und sozialer Fußbabdruck
Neben dem Geschäftsbericht veröffentlicht die Würth-Gruppe dieses Jahr erstmals einen
Nachhaltigkeitsbericht. Unter dem Titel „Go“ legt das Unternehmen seine ökologischen und sozialen
Kennzahlen transparent dar. Der Bericht ist online unter www.wuerth.com abrufbar.
Gedämpfter Optimismus für 2023
Nach wie vor wirken sich der Ukrainekrieg, gestörte Lieferketten und die hohe Inflation negativ auf
die deutsche Wirtschaft aus. Laut dem ifo-Institut hat sich zwar die Stimmung in den Unternehmen
verbessert, dennoch fehle es der Konjunktur an Dynamik.
Das Handelsblatt Research Institute (HRI) geht davon aus, dass sich die Auswirkungen der Zinswende
der Europäischen Zentralbank ab Sommer zeigen werden. Viele Branchen würden davon berührt,
so auch der für die Würth-Gruppe wichtige Bereich Bau. Das HRI rechnet nach 2022 auch dieses
Jahr mit einem weiteren Rückgang der Investitionen um etwa fünf Prozent.
In den ersten drei Monaten des Jahres 2023 erwirtschaftete die Würth-Gruppe ein Umsatzplus von
9,3 Prozent, währungsbereinigt sind es 9,5 Prozent. Nachdem im Vorjahr das Wachstum noch auf
einer breiten Basis stand, sowohl in regionaler Hinsicht als auch bezogen auf die Geschäftseinheiten,
zeigen sich im laufenden Jahr unterschiedliche Entwicklungen: Die Würth-Gruppe in Deutschland
wächst in den ersten drei Monaten mit 12,8 Prozent. Auch Süd- und Osteuropa wachsen zweistellig
im Umsatz. In diesen drei Regionen schlagen sich die starken Wachstumsraten im Elektrogroßhandel
nieder, der wiederum vom Boom im Bereich regenerativer Energien profitiert. Dieser
Geschäftsbereich kann nach drei Monaten ein Umsatzwachstum von rund 23 Prozent aufweisen.
Die Zahl der Mitarbeitenden stieg seit Ende Dezember 2022 um 951 Kolleg:innen.
Friedmann sagt: „Trotz der vielen wirtschaftlichen und politischen Unabwägbarkeiten blicken wir
vorsichtig optimistisch auf das Jahr 2023. Wir rechnen mit einem mittleren einstelligen prozentualen
Umsatzwachstum sowie einem Ergebnis auf Vorjahresniveau.“
Würth: Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer in der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von Montage- und Befestigungsmaterial.
Darüber hinaus sind Handels- und Produktionsunternehmen, die sogenannten Allied Companies, in angrenzenden Geschäftsfeldern
aktiv, wie etwa im Elektrogroßhandel, in den Bereichen Elektronik sowie Finanzdienstleistungen. In 80 Ländern beschäftigt der
Konzern weltweit mehr als 85.000 Mitarbeitende in über 400 Gesellschaften mit über 2.500 Niederlassungen. Der Konzern erzielte
im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz von 19,9 Milliarden Euro. Mit 7.600 Mitarbeitenden ist die Adolf Würth GmbH & Co. KG in
Künzelsau größtes Einzelunternehmen der Würth-Gruppe.
Quelle: Würth