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Muss Erdogan bald seine Prinzregentensuite räumen?

Hoppla, was ist denn da passiert? War das Absicht oder ein Versehen, fragt man sich automatisch bei dem Wahlergebnis am Sonntag, den 14. Mai 2023, in der Türkei.

Eigentlich hat die ganze Welt vermutlich dem alten als neuen Präsidenten gerechnet, wie das so oft ist in herrschaftlich geführten Ländern, aber, oh Schock, der bisherige Amtsinhaber Recep Tayyip Erdogan erreichte nicht die absolute Mehrheit und muss nun am 28. Mai 2023 in die Stichwahl mit dem Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu gehen.

Nach Angaben der Wahlbehörde entfielen auf Erdogan 49,50 Prozent der Stimmen, Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu kam auf 44,90 Prozent.

Bei den parallel stattfindenden Parlamentswahlen konnte Erdogans Regierungsallianz laut Anadolu ihre Mehrheit verteidigen.

Wahlberechtigt waren mehr als 64 Millionen Menschen, die Wahlbeteiligung lag bei knapp 89 Prozent.

Nun geht es in die Stichwahl in zwei Wochen.

Schon direkt nach der Wahl sprechen Experten, die in der Türkei vor Ort die Wahl verfolgt haben, in deutschen Medien wie dem ZDF von einem Wahlbetrug, von einem unfairen Wahlkampf und ungleichen Mitteln. Aber das ist wenig überraschend, wenn nicht sogar die Regel, will man einen König vom Thron stoßen. In der Regel hat es die amtierende Regierung und dazugehörige Regent leichter. Umso mehr überrascht denn auch dieses hauchdünne Ergebnis und weckt Hoffnungen auf einen Wechsel und Wandel in der Türkei. Wer hätte das gedacht? Gehört Erdogan doch fast schon zur Stafette. DEr neue Mann ist ein Mann, auch kein junger mehr, aber er verspricht eine liberalere Politik, mehr Herz, mehr Miteinander mit dem Volk und dem Parlament.

Wie sagt ein Sprichwort so schön: Gib dem Menschen Macht und du sieht, was er für einen Charakter hat. Nun denn.




18-Jähriger stirbt nach schwerem Verkehrsunfall

Zu einem schweren Verkehrsunfall ist es am Montag, den 15. Mai auf der B19 im Hohenlohekreis zwischen Dörzbach und Hohebach gekommen. Ein 18-Jähriger erlitt so schwere Verletzungen, dass er zunächst mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen wurde.

Kurze Zeit darauf erlag der junge Mann seinen Verletzungen, wie die Polizei am Abend mitteilte.

Der 18-Jährige war nach Angaben der Polizei gegen 17 Uhr in Fahrtrichtung Dörzbach unterwegs. Aus bislang ungeklärter Ursache sei er nach links von der Straße abgekommen, sagte ein Polizist vor Ort.

Der Audi A6 des Mannes stieß auf einen Baum, in der Folge überschlug sich das Fahrzeug mehrfach und landete neben der hier verlaufenden Jagst.

Der 18-Jährige wurde im Auto eingeklemmt und von den Einsatzkräften der Feuerwehr darauf befreit. Laut der Polizei war kein anderes Fahrzeug am Unfall beteiligt.




Großer Pferdetag heute in Öhringen

Am Sonntag, den 14. Mai 2023, findet anlässlich des diesjährigen 200. Geburtstages des Öhringer Pferdemarkts der Große Pferdetag auf dem Gelände des RFV Öhringen statt. Ausgerichtet wird er vom Fränkischen Pferdezuchtverein Öhringen, unterstützt durch das Kultur- und Veranstaltungsamt der Stadt Öhringen. Ein abwechslungsreiches Schauprogramm mit vielen Highlights rund ums Pferd erwartet die Besucher. Ein besonderer Programmpunkt ist die Vorführung der Polizeireiterstaffel Mannheim. Als weiteren Höhepunkt zeigt die Voltigier Gruppe des Reitvereins Bretzfeld ihr akrobatisches Können.

200 Jahre Pferdemarkt: Großer Pferdetag: Sonntag, 14. Mai ab 14 Uhr auf dem Gelände des RFV Öhringen in Cappel, Hornbergstraße 2. Parkplätze direkt am Gelände. Anfahrt auch über den ÖPNV mit der S4 möglich, Haltestelle Öhringen-Cappel, dann Fußweg ca. 7 Minuten.

 

 




Arbeitest du noch oder verdienst du schon?

Der WSI Gleichstellungsreport von 2022 zeigt leider immer noch große Lücken beim Thema Gleichberechtigung auf. So erhalten Frauen im Vergleich zu Männern im Durchschnitt nur halb so viel Rente als Männer und verdienen in vergleichbaren Positionen wiederum nicht selten rund 20 Prozent weniger.

Bei den Schul- und Studienabschlüssen steht das vermeintlich schwächere Geschlecht allerdings besser da als Männer.

Ein Ausbau der Kinderbetreuung trägt ebenso dazu bei, dass Frauen höhere Berufschancen haben als auch die durch die Coronakrise beförderten flexiblen Arbeitszeitmodelle, etwa durch 70-prozentige Erwerbstätigkeit und / oder durch mobiles Arbeiten, sprich, home office.

Die WSI-Forscher:inn Forscherin Yvonne Lott, die die Studie gemeinsam mit Dietmar Hobler, Svenja Pfahl und Eugen Unrau vom Berliner SowiTra-Institut verfasst hat, empfiehlt darüber hinaus, soziale Berufe deutlich attraktiver zu machen, unter anderem durch einen höheren Lohn, sowie einen Ausbaue der so genannten Frauenquote in größeren Unternehmen.




Größerer Unfall auf der A6

Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der A6 bei Öhringen ist am Mittwoch, den 10. Mai 2023, um kurz nach 09 Uhr ein Mann schwer verletzt worden. Der 62-jährige Fahrer eines Suzuki Jimny fuhr in Fahrtrichtung Heilbronn aus bislang ungeklärter Ursache auf einen Lkw auf.

In der Folge geriet das Auto nach Angaben der Polizei ins Schleudern und überschlug sich mehrfach. Der Mann wurde in seinem Fahrzeug eingeklemmt. Einsatzkräfte der Öhringer Feuerwehr befreiten ihn daraus. Der Fahrer wurde mit schweren Verletzungen von einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht.

Ein Rettungshubschrauber war ebenfalls am Unfallort, flog aber leer zurück. Der Lkw-Fahrer blieb unverletzt. Der Unfall ereignete scich in Fahrtrichtung Heilbronn kurz nach der Anschlussstelle Öhringen. Durch den Unfall kam es zu einem längeren Stau. An dem Suzuki entstand ein Totalschaden.




„Halten immer noch die Mächtigen die Machtfäden in der Hand und lächeln süffisant und herabschauend auf den „dummen Pöbel“ herunter?“

Es haben uns einige, auch kritische, Zuschriften und Mitteilungen erreicht bezüglich der Bürgermeisterwahl in Krautheim am Sonntag, den 07. Mai 2023. Anbei veröffentlichen wir an dieser Stelle einen Leserbrief von Lena Pflüger aus Krautheim, leicht gekürzt von unserer Redaktion:
„Die Gedanken sind frei…
„Grade klare Menschen wär‘ n ein schönes Ziel. Leute ohne Rückgrat hab’ n wir schon zu viel.“ (Bettina Wegner, Lied: Kinder/Sind so kleine Hände, 1976)
Ich möchte sehr gerne meine Stimme erheben, auch auf die Gefahr hin, dass ich mich täusche, dass hier ein Shitstorm oder ähnliches folgt…[…] An dieser Stelle ist es mir wichtig ein paar kritische und hoffentlich zum Nachdenken anregende Worte loszuwerden…
Was war los am Abend der Vorstellung der 4 BügermeisterkandidatInnen am 3. Mai 2023 in dem idyllischen Jagsttalstädtchen Krautheim im Eugen-Seitz-Bürgerhaus?
Kann das mit rechten Dingen zugegangen sein, was sich an diesem Abend zugetragen hat?
In was für einer Welt leben wir hier? (Das frage ich mich leider sehr oft…). Hat sich eigentlich seit dem Mittelalter etwas verändert? Leben wir immer noch in einer Ständegesellschaft? Halten immer noch die Mächtigen die Machtfäden in der Hand und lächeln süffisant und herabschauend auf den „dummen Pöbel“ herunter und meinen wir merken nicht, dass das ein abgekarrtes Spiel sein muss? […]
Ich habe Journalismus nicht studiert, von Gesprächsführung und Fairness bin ich aber der Überzeugung etwas zu verstehen…
Ist die Presse, also in diesem Fall die MitarbeiterInnen der Heilbronner Stimme, wirklich unbefangen, unvoreingenommen, unabhängig und frei? Das wage ich doch sehr zu bezweifeln. So eine komische Klatsch- und Trampelaktion gleich zu Beginn einer angeblich fairen Wahlkampfveranstaltung finde ich (und auch viele andere) nicht ok. Könnte es sein, dass die Klatschenden und Trampelnden „eingekauft“ waren und bewusst manipuliert/ das Publikum gelenkt haben? […]
Was hat die Frage, die ein Bürgermeisterkandidat beantworten sollte, nämlich, welchen Prominenten man mit auf die Krautheimer Burg nehmen würde, mit der Wahl zu tun? Ist es wirklich wichtig, wer das Wahlplakat erstellt hat? Was sollten diese teilweise irritierenden, verunsichernden, verwirrenden und irreführenden Fragen, die sich nur manche Kandidaten stellen mussten?
Warum hat nicht jeder Kandidat bzw. jede Kandidatin 5 bis 10 Minuten freie Redezeit bekommen? Warum waren die Fragen nicht fair und gleich?
Jeder und jede darf natürlich denken und wählen, wie er oder sie will. Hier nun meine persönliche Meinung:
Ist es nicht von Vorteil, einen Bürgermeister aus Krautheim zu haben, der bereits von den Sorgen und Nöten der Krautheimer Bevölkerung weiß und selbst von vielen Problemlagen betroffen ist (Zustand der Straßen und Wege, Infrastruktur, Verkehrssicherheit, Kinderbetreuung, Angebote für Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren, Alltag und noch vieles mehr)? Sprich: der hier bereits lebt und nicht erst jetzt, nach der Wahl hierher zieht?
Und noch etwas: Für mich persönlich ist es sehr wichtig, dass der „neue“ Kopf von Krautheim, nicht nur denken kann, sondern auch „ein gutes Herz“ hat. Die Grundhaltung und Grundeinstellung zur Menschheit bzw. zum Leben insgesamt erachte ich als grundlegend.
Will der oder die neue BürgermeisterIn sich für Krautheim und die Bevölkerung einsetzen? Welche Interessen stehen wirklich hinter der Kandidatur? Und das mal am Rande: Klar ist es wichtig einen Schulabschluss und eine Berufsausbildung zu haben.
Aber das allein macht Intelligenz nicht aus. Leben wir immer noch in einer Welt, in der ein Taxifahrer weniger wert ist als Jemand mit Doktortitel? Davon habe ich mich persönlich schon längst verabschiedet. Überspitzt gesagt, kann jemand mit Abitur und Doktortitel strohdumm sein und jemand ohne Ausbildung der cleverste Mensch. Wann hört dieses Denken in Kategorien/ Schubladen endlich auf?
Jeder und jede hat es verdient, eine Chance zu bekommen und sein/ ihr Können unter Beweis zu stellen.



Krautheim hat gewählt und das Ergebnis überrascht nicht

Die Bürgerschaft und der Gemeinderat gratulieren dem neuen Krautheimer Bürgermeister Andreas Insam.

Das Ergebnis der Bürgermeisterwahl:

68,62 Prozent aller Stimmen (1.474) entfielen auf Andreas Insam. 57,91 Prozent der Bürger:innen machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Marcel Koppe erhielt 339 Stimmen, Kristin Walter 318 und Markus Schmitt 12.

Andreas Insam war bislang Kämmerer bei der Stadt Öhringen. Öhringens Oberbürgermeister Thilo Michler wie auch Krautheims abgedankter Bürgermeister Andreas Köhler befanden sich unter den Gratulanten am Sonntagabend, den 07. Mai 2023, im Eugen-Seitz-Bürgerhaus in Krautheim.

Damit dürften Öhringen und Krautheim automatisch ein Stückchen näher zusammenrücken.

Ergebnis der Bürgermeisterwahlen in Krautheim am 07. Mai 2023. Quelle: Screenshot www.krautheim.de




Der Countdown läuft, für manche steht der Sieger bereits fest

Das HZ-Walhforum vergangene Woche im Eugen-Seitz-Haus in Krautheim, bei der sich alle vier Bürgermeisterkandidat:innen präsentierten, sorgte hinter den Kulissen für reichlich Gesprächsstoff. Denn: Bei manchen Besucher:innen erweckte es den Eindruck einer ungleich gewichteten Wahlkampagne.

Quereinsteiger haben es generell schwer bei Bürgermeisterwahlen im Hohenlohekreis. Besonders, wenn sie gegen einen amtierenden Bürgermeister antreten. So gut wie aussichtslos ist da das Unterfangen, noch dazu, wenn man keine Verwaltungsvorerfahrung im Rathaus vorzeigen kann. Denn das gehört erstaunlicherweise für viele Bürger:innen zu einem „Must-have“, will man Bürgermeister:in werden.

Dabei bringen Quereinsteiger viel mehr mit: andere Blickweisen, Unvoreingenommenheit, mitunter unternehmerisches Denken. In dieses Amt kann man hineinwachsen, auch ganz ohne Verwaltungslaufbahn. Frischer Wind täte auch dem Hohenlohekreis an dieser Stelle sicher gut.

In Ingelfingen gelang es dem Unternehmer Klaus Schmitt vor einem Jahr fast, Bürgermeister Michael Bauer vom Thron zu stoßen. Man sieht also: Auch bei den Bürger:innen findet allmählich ein Umdenken statt, auch hier spüren immer mehr den Wunsch nach Veränderung. Genug positive Beispiele gibt es in Deutschland ebenfalls für Quereinsteiger. Dass jemand aufgrund seines Quereinstiges überfordert mit dem Amt gewesen wäre, hört man dagegen eher selten bis gar nicht.

In Krautheim gibt es vier Kandidaten. Wenn gleich zu Beginn unterschieden wird in einem Wahlkampf zwischen denjenigen, die Verwaltungsvorerfahrung haben und denjenigen, die diese Vorerfahrung nicht mitbringen, ist das immer ein schlechtes Zeichen. Tritt dann die lokale Promigarde auch noch an für den Kandidaten mit der vermeintlich größten Verwaltungserfahrung, ist klar, wohin der Weg führen soll: Alte Muster sollen beibehalten werden, der Tradition sei man schließlich verpflichtet.

So steht einem „Weiter so“, wie es unter Andreas Köhler gelebt wurde, kaum mehr etwas im Wege.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann

Die vier Kandidat:innen für Krautheim – hier nochmal im Überblick mit den Links zu den jeweiligen Seiten:

Marcel Koppe, Unteroffizier

Kristin Walter, arbeitet der derzeit in der Verwaltung im Rathaus Krautheim

Markus Schmitt, gelernter Maschinenbaumeister, derzeit selbstständig

und

Andreas Insam. Verwaltungsfachmann, derzeit Amtsleiter der Stadtkämmerei Öhringen

 

 




Eine Rekordzahl jagt die nächste

Joachim Kaltmaier, Mitglied der Geschäftsführung, spricht gleich zu Beginn seiner Rede von einem „sehr erfreulichen Konzernabschluss“ bei der diesjährigen Bilanzpressekonferenz, die in digitaler Form am Donnerstag, den 04. Mai 2023, abgehalten wurde. Ein Zahlenrekord jagte dabei den nächsten. „Die Familie Würth trägt einen wichtigen Anteil am Erfolg des Unternehmens“, betont Robert Friedmann, Sprecher der Konzernführung der Würth-Gruppe.

Nach 15 Jahren Abschied

Nach 15 Jahren verlässt Joachim Kaltmaier das Unternehmen. Er dankt der Familie Würth für das Vertrauen, „das Sie mir die vergangenen 15 Jahre geschenkt haben.“ Sein Dank richtet er auch an alle Mitarbeitenden der Würth-Gruppe.

Rekord über Rekord

Würth-Gruppe mit zweistelligem Umsatzplus erneut auf Rekordkurs + + + automatisierte Logistikprozesse sichern weiteres Unternehmenswachstum + + +

> Umsatz wächst auf 19,9 Milliarden Euro
> Betriebsergebnis steigt auf 1,6 Milliarden Euro
> Hohes Eigenkapital schafft Stabilität in herausfordernden Zeiten

> über 53 Millionen Aufträge verließen das Haus

> über 4 Millionen Kunden weltweit

> Monat März 2023: Rekord im Umsatz und Betriebsergebnis

> Rund 3.000 Mitarbeitende sollen in diesem Jahr eingestellt werden

> Investitionen von 800 Millionen Euro für 2023 geplant

Die Bilanzpressekonferenz von Würth am Donnerstag, den 04. Mai 2023, war geprägt von Erfolgsnachrichten. So verzeichnete die Die Würth-Gruppe, laut eigenen Angaben Weltmarktführer in der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von Montage- und Befestigungsmaterial, im Geschäftsjahr 2022 trotz des anhaltenden Ukrainekrieges erneut ein zweistelliges Umsatzwachstum. Der Umsatz liegt mit 19,9 Milliarden Euro deutlich über dem Vorjahr (2021: 17,1 Milliarden Euro). Das entspricht einem Plus von 16,8 Prozent, währungsbereinigt sind es 15,1 Prozent. Die Nettoverschuldung betrug 2022 987 Millionen. In diesem Jahr rechnet Würth lediglich mit einem Umsatzwachstum im „mittleren einstelligen Bereich“. Die Konjunktur verändere sich, die Nachfragesituation nehme ab, auch dadurch, dass die Kunden selbst ihre Lager wieder kleiner machen und weniger auf Bestand halten, erklärt Robert Friedmann. Zudem gäbe es geringere Baubeauftragungen im privaten Bereich.

Erfolgsrezept trotz weltweiter Krisen

Warum es trotz der bisherigen Rekordzahlen „nur“ für ein Rating on A+ reichte, erklärte Kaltmaier damit, dass man, um ein besseres Rating zu erzielen, die Investitionen deutlich zurückfahren und weniger Waren auf Bestand halten müsse, aber das war in den vergangenen Jahren angesichts der weltweiten Krisen das Erfolgsrezept. Hier arbeitet die Konzernführung sehr eng mit der Beratungsagentur Standard & Poors zusammen.

Betriebsergebnis: 1,6 Milliarden Euro

Prozent. Mit 1,6 Milliarden Euro erzielt der Konzern auch beim Betriebsergebnis eine neue Rekordmarke (2021: 1,3 Milliarden Euro). „Wir haben in den vergangenen beiden Jahren ein Umsatzplus von über 5,5 Milliarden Euro
erwirtschaftet. Das ist in unserer über 75-jährigen Unternehmensgeschichte eine beachtliche Leistung
– bedenkt man die Vielzahl an Unabwägbarkeiten, die uns seit Beginn der Corona-Pandemie 2020
und jetzt mit dem Krieg in der Ukraine einiges abverlangen. Gerade in diesen schwierigen Zeiten
schätzen unsere Kunden unsere zuverlässige Lieferfähigkeit und Serviceführerschaft“, resümiert
Robert Friedmann, Sprecher der Konzernführung der Würth-Gruppe. Der Konzern konnte weiterhin trotz Lieferketten-Engpässe souverän ihre Kunden beliefern, dadurch dass sie noch mehr Waren auf Lager legten, so Kaltmaier. So wurden im Jahr 2022 72 Prozent mehr Waren auf Lager gelegt als noch 2020.

Auch im Ausland erfolgreich

Nach wie vor ist Deutschland mit einem Umsatzanteil von 39,4 Prozent der wichtigste Einzelmarkt
der Würth-Gruppe. Die deutschen Gesellschaften erzielten ein Umsatzplus von 13,1 Prozent. Die
Stabilität der einzelnen Geschäftsmodelle und die sehr hohe Produktverfügbarkeit sind Gründe für
die positive Entwicklung. Besonders erfolgreich schnitten der Elektrogroßhandel (+24,8 Prozent)
sowie die Würth Elektronik Gruppe (+22,0 Prozent) ab. Die Division Holz erzielte mit 21,4 Prozent
das größte Wachstum unter den Divisionen der Würth-Linie, gefolgt von der Industrie mit 20,9
Prozent. Die Adolf Würth GmbH & Co. KG, Keimzelle und größte Einzelgesellschaft des Konzerns,
steigerte ihren Umsatz inklusive konzerninterner Umsätze um 10,5 Prozent. Auch die Gesellschaften
außerhalb Deutschlands verbuchten mit einem Umsatzplus von 19,4 Prozent ein erfolgreiches
Geschäftsjahr. Leistungsträger sind Amerika, Süd- und Osteuropa.

Digitaler Handel boomt

E-Business: Kunden setzen weiterhin auf digitale Warenbeschaffung
Neben den weltweit über 43.000 Mitarbeitenden im Vertrieb und den mehr als 2.500
Niederlassungen zählt der Bereich E-Business zu den strategischen Wachstumsfeldern der WürthGruppe. Während der Corona-Pandemie wurde die Warenbeschaffung über digitale Kanäle für
unsere Kunden fester Bestandteil ihrer Bestellroutine. Dieser Trend spiegelt sich im Umsatz wider: Das
E-Business erzielte konzernweit einen Umsatz von 4,1 Milliarden Euro. Der Umsatzanteil lag auf
einem neuen Höchstwert von 20,7 Prozent.

Roboter in der Logistik: Würth setzt zunehmend auf Automatisierung

Das kontinuierliche Wachstum der Würth-Gruppe setzt voraus, dass die Prozessstrukturen
mitwachsen. Strategie des Konzerns ist es daher, das ganze Potential an Digitalisierung und
Automatisierung vollumfänglich auszuschöpfen, um auch gesellschaftlichen Herausforderungen wie
dem demografischen Wandel und dem Fachkräftemangel zu begegnen. „Unsere Roboter in der
Logistik erhöhen einerseits die Produktivität. Andererseits entlasten sie unsere Mitarbeitenden bei
körperlich anstrengenden Tätigkeiten. Über automatisierte Prozesse können wir unsere Kunden
schnell und zuverlässig beliefern. Sie schätzen die Qualität unserer Produkte, dasselbe erwarten sie
zurecht von der Verfügbarkeit der bestellten Ware“, sagt Friedmann. „Wir sprechen heute von Lieferzeiten in Stunden gemessen“, sagt Reinhold Würth. Und erinnert sich dabei auch zurück an die Zeit, als er selbst am Anfang noch die Waren nach Niedernhall ausgeliefert hat. Auch wenn Reinhold Würth immer mehr auf Robotertechnik setzt, betont er: „Der Mensch ist das Zentrum des Unternehmens.“ 1,3 Milliarden Euro hat das Unternehmen 2022 in die Robotertechnik investiert, unter anderem in die 450 Lager. Unter anderem gibt es automatisierte Verpackungsmaschinen und Palettierroboter mit Vakuumgreifern, die wie bei einem Tetris-Spiel die Paletten sinnvoll beladen.

Die zunehmende Automatisierung soll aber nicht dazu führen, dass die Zahl der Mitarbeitenden reduziert wird. Auch bei Würth herrsche Fachkräftemangel und jede/r Mitarbeitende werde gebraucht, um dem schneller werdenden logistischen Märkten (sprich: heute bestellt, Stunden später geliefert) gerecht zu werden.

75 Prozent soll automatisiert werden

Wichtige Bausteine für die stetige Versorgungssicherheit und damit Entlastung unserer Kunden auch
in herausfordernden Zeiten waren einerseits die Anmietung von zusätzlichen Palettenplätzen, allein
bei der Adolf Würth GmbH & Co. KG waren es über 60.000. Andererseits setzte Würth auf den
Aufbau von Personal und erhöhte seinen Warenbestandswert innerhalb der letzten beiden Jahre um
über 70 Prozent – und das in Zeiten, in denen viele andere Unternehmen abgebaut haben.
Friedmann betont: „Das Familienunternehmen hat dabei einen ganz entscheidenden Part: Es gibt den
nötigen Handlungs- sowie Entscheidungsfreiraum und damit Stabilität für solche Entscheidungen.“
Würth schafft weltweites Wissens- und Realisierungsnetzwerk in der Logistik
Experten aus unterschiedlichen Ländern der Würth-Gruppe bilden ein sogenanntes „Inno.LogGremium“ (Innovationen in der Logistik) und tauschen sich regelmäßig über neue Technologien sowie
standardisierte Automatisierungslösungen im Bereich der Logistik aus. Ziel ist es, diese allen Würth
Gesellschaften verfügbar zu machen. „Der Vorteil ist, dass nicht jede unserer über 400
Gesellschaften Lösungen für Logistikthemen finden muss. Das Gremium evaluiert favorisierte
Technologien und teilt diese mit allen Würth Gesellschaften. Das spart Zeit sowie Kosten und schafft
wertvolle Synergien“, erklärt Friedmann.

Die Würth-Gruppe hat sich zur strategischen Weiterentwicklung der Logistik als Ziel gesetzt, in den
umsatzstärksten Gesellschaften bis zum Jahr 2030 einen Automatisierungsgrad von 75 Prozent zu
erreichen. Friedmann unterstreicht: „Dabei geht es nicht darum, den Menschen zu ersetzen. Im
Gegenteil: Wir halten an unseren knapp 12.000 Logistik-Mitarbeitenden fest und bauen Personal
auf. Vielmehr geht es uns um ein perfektes Ineinandergreifen von Mitarbeitenden, Robotern,
Arbeitsplatzgesundheit und Unternehmenswachstum, um die Zukunft der Würth-Gruppe zu sichern.“

Über 2.000 neue Mitarbeiter:innen

Die Würth-Gruppe hat im Geschäftsjahr 2022 insgesamt 2.454 neue Beschäftigte hinzugewonnen.
Im Konzern arbeiten 85.637 Personen, davon 43.297 im Vertrieb. In Deutschland beschäftigt das
Unternehmen 26.113 Mitarbeitende.

Das Eigenkapital des Konzerns erhöhte sich im vergangenen Geschäftsjahr um 16,0 Prozent auf 7,9
Milliarden Euro. Mit diesem Plus von 1,1 Milliarden Euro konnte die Eigenkapitalquote auf 46,0
Prozent gesteigert werden (2021: 45,2 Prozent). Die gute Eigenkapitalausstattung ist seit Jahren
Basis einer konstant hohen finanziellen Stabilität, was gerade in schwierigen Zeiten Vertrauen schafft.
Die Ratingagentur S&P Global bestätigte 2022 das Rating der Würth-Gruppe mit A/outlook stable.

Ökologischer und sozialer Fußbabdruck

Neben dem Geschäftsbericht veröffentlicht die Würth-Gruppe dieses Jahr erstmals einen
Nachhaltigkeitsbericht. Unter dem Titel „Go“ legt das Unternehmen seine ökologischen und sozialen
Kennzahlen transparent dar. Der Bericht ist online unter www.wuerth.com abrufbar.

Gedämpfter Optimismus für 2023

Nach wie vor wirken sich der Ukrainekrieg, gestörte Lieferketten und die hohe Inflation negativ auf
die deutsche Wirtschaft aus. Laut dem ifo-Institut hat sich zwar die Stimmung in den Unternehmen
verbessert, dennoch fehle es der Konjunktur an Dynamik.
Das Handelsblatt Research Institute (HRI) geht davon aus, dass sich die Auswirkungen der Zinswende
der Europäischen Zentralbank ab Sommer zeigen werden. Viele Branchen würden davon berührt,
so auch der für die Würth-Gruppe wichtige Bereich Bau. Das HRI rechnet nach 2022 auch dieses
Jahr mit einem weiteren Rückgang der Investitionen um etwa fünf Prozent.
In den ersten drei Monaten des Jahres 2023 erwirtschaftete die Würth-Gruppe ein Umsatzplus von
9,3 Prozent, währungsbereinigt sind es 9,5 Prozent. Nachdem im Vorjahr das Wachstum noch auf
einer breiten Basis stand, sowohl in regionaler Hinsicht als auch bezogen auf die Geschäftseinheiten,
zeigen sich im laufenden Jahr unterschiedliche Entwicklungen: Die Würth-Gruppe in Deutschland
wächst in den ersten drei Monaten mit 12,8 Prozent. Auch Süd- und Osteuropa wachsen zweistellig
im Umsatz. In diesen drei Regionen schlagen sich die starken Wachstumsraten im Elektrogroßhandel
nieder, der wiederum vom Boom im Bereich regenerativer Energien profitiert. Dieser
Geschäftsbereich kann nach drei Monaten ein Umsatzwachstum von rund 23 Prozent aufweisen.
Die Zahl der Mitarbeitenden stieg seit Ende Dezember 2022 um 951 Kolleg:innen.

Friedmann sagt: „Trotz der vielen wirtschaftlichen und politischen Unabwägbarkeiten blicken wir
vorsichtig optimistisch auf das Jahr 2023. Wir rechnen mit einem mittleren einstelligen prozentualen
Umsatzwachstum sowie einem Ergebnis auf Vorjahresniveau.“

Würth: Die Würth-Gruppe ist Weltmarktführer in der Entwicklung, der Herstellung und dem Vertrieb von Montage- und Befestigungsmaterial.
Darüber hinaus sind Handels- und Produktionsunternehmen, die sogenannten Allied Companies, in angrenzenden Geschäftsfeldern
aktiv, wie etwa im Elektrogroßhandel, in den Bereichen Elektronik sowie Finanzdienstleistungen. In 80 Ländern beschäftigt der
Konzern weltweit mehr als 85.000 Mitarbeitende in über 400 Gesellschaften mit über 2.500 Niederlassungen. Der Konzern erzielte
im Geschäftsjahr 2022 einen Umsatz von 19,9 Milliarden Euro. Mit 7.600 Mitarbeitenden ist die Adolf Würth GmbH & Co. KG in
Künzelsau größtes Einzelunternehmen der Würth-Gruppe.

Quelle: Würth




Sexuelle Dienstleistungen gegen Bezahlung

Die Kriminalpolizei Künzelsau ermittelt nach einer Auseinandersetzung zwischen einer jungen Frau und einem Mann am Donnerstagabend, den 27. April 2023, in Weißbach-Crispenhofen.

Beide Beteiligte machen unterschiedliche Angaben, weshalb nun nach einem Zeugen gesucht wird.

Laut der Polizei steht bislang fest, dass die Frau dem Mann gegen Bezahlung sexuelle Dienstleistungen angeboten haben soll. Zum weiteren Ablauf gehen die Schilderungen der beiden Parteien auseinander und es ist nicht ausgeschlossen, dass es zwischen den beiden Kontrahenten zu Straftaten gekommen ist, in deren Folge die Frau aus der Wohnung des Mannes gegen 22 Uhr flüchtete.

An der Ortsdurchgangsstraße soll die junge Frau durch einen Autofahrer mitgenommen worden sein, der die Frau in einer Gaststätte in Weißbach absetzte, von wo aus sie die Polizei verständigte. Der Mann ist ein wichtiger Zeuge im Ermittlungsverfahren und wird gebeten, sich bei der Kriminalpolizei in Künzelsau zu melden. Telefon: 07940/9400.