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Und alles dreht sich nur um eins…

In Rekordgeschwindigkeit war der Freitag des diesjährigen Würth Open Airs 2023 ausverkauft. Der Grund: Die Fantastischen 4 und Clueso hatten sich angekündigt.

Vor allem Fanta 4 bewiesen an diesem Abend, dass an dem Sprichwort, je älter, desto besser, scheinbar wirklich etwas dran ist.

Hier seht ihr eine erste Bildergalerie:




Ungewöhnliches Eintrittskarten-System am Kocherfreibad Künzelsau

Seit Beginn der Badesaison 2023 erwartet die Besucher:innen des Kocherfreibades kein Personal mehr zum Abkassieren des Eintritts am Eingang, sondern ein blaue Geldkassette, daneben ein DIN-A4-Blatt mit den Eintrittspreisen. Diese Form der Kasse nehmen allerdings diverse Badegäste zum Anlass, so berichten es GSCHWÄTZ-Leser, einfach so das Freibad aufzusuchen, ohne zu bezahlen. Das Ärgerliche: Andere Besucher:innen haben bereits zu Beginn der Badesaison eine Dauerkarte bei der Stadtverwaltung Künzelsau gekauft und schauen nun zu, wie manche Menschen ohne zu Bezahlen das Kocherfreibad nutzen, unter anderem teilweise mit Bierflaschen und Shisha ausgestattete Jugendliche. „Die allgemeine Situation ist eine Katastrophe“, findet eine Dauerkarten-Besitzerin. Diese berichtet:

„Die allgemeine Situation ist eine Katastrophe“

Als das Theater im Fluss gespielt habe und das Freibad wegen schlechtem Wetter eigentlich geschlossen gewesen sei, seien trotzdem viele Badegäste hineingegangen, weil es ja offen war. Kontrolle Fehlanzeige.

Es werde daher kein spezielles Kassenpersonal mehr geben.

Elke Sturm erklärte auf GSCHWÄTZ-Nachfrage: „Der Einwurf des Eintrittsgeldes ist nur eine Zwischenlösung. In den nächsten Tagen geht ein Webshop online, bei dem Eintrittskarten gekauft werden können. Das hat leider wegen technischer Probleme nicht rechtzeitig zum Saisonstart geklappt. Sobald der Webshop online ist, werden wir das veröffentlichen. Saisonkarten sind im Bürgerbüro im Rathaus während der Öffnungszeiten erhältlich.“ Es werde daher kein spezielles Kassenpersonal mehr geben.

Stichprobenartige Kontrollen

Sie verweist auch darauf, dass die Karten immer wieder stichprobenartig kontrolliert werden. Es ist also mit Kontrollen zu rechnen.“

Stadt such neuen Pächter für Kocherfreibad

Für den Biergarten neben dem Kocherfreibad sucht die Stadtverwaltung derzeit einen neuen Pächter. Dieser habe aber aktuell noch ganz normal geöffnet. Wir haben bei der Stadt nachgefragt, ob die Gerüchte stimmen, das ein Gastronom von Ingelfingen Interesse bekundet hat, aber die Stadtverwaltung das Pachtverhältnis unter die Auflage gestellt habe, dass es künftig Bedienungen im Biergarten geben soll. Des Weiteren soll der Biergartenbetreiber auch die Ticket für das Freibad verkaufen.  Die Stadverwaltung ging in ihrer Presseantwort darauf nicht näher ein. Elke Sturm verwies lediglich darauf, dass die Ausschreibung für eine Neuverpachtung läuft. „Der Gemeinderat berät in seiner Juli-Sitzung 2023 über einen neuen Pächter. Deshalb ist zurzeit nicht mehr dazu zu sagen.“

Öffnungszeiten

eine Freibadgängerin beschwerte sich gegenüber GSCHWÄTZ, dass es derzeit relativ undurchsichtig sei, wann das Freibad geöffnet habe und wann das Hallenbad. Nur durch eine Hotline würde das derzeit mitgeteilt werden. Elke Sturm erklärt: „Das Freibad ist ganz normal geöffnet (ab 25 Grad, kein Dauerregen); wenn das Freibad nicht geöffnet hat, ist das Hallenbad geöffnet. Gleichzeitig können die Bäder aufgrund von fehlendem Personal den Betrieb leider nicht gewährleisten. Welches Bad geöffnet hat, wird tagesaktuell per Aushang an den beiden Bädern und per Telefonansage unter Telefonnummer 07940 547618, bekanntgegeben.

Sie empfiehlt den Badegästen: „Saisonkarten kaufen im Bürgerbüro kaufen oder demnächst online.“ Generell gelte: „Die Wasserqualität ist ausgezeichnet. Das Team des Kocherfreibades freut sich über viele Besucher:innen.

Mehr Infos finden Sie hier: https://kuenzelsau.de/,Lde/saisonstart+kocherfreibad+2023+_02_06_2023_

Video: Ein Besuch im Kocherfreibad 2022




Lasst die Spiele beginnen

Groß und Klein feiern am Samstag, dem 17. Juni 2023 von 11:30 bis 16:30 Uhr bei strahlendem Sonnenschein gemeinsam das 12. Weltkinderfest auf dem Campus des Bildungszentrums Niedernhall. Das Fest wurde vom Kreisjugendring Hohenlohe, der Stadt Niedernhall und über 30 weiteren Vereinen und Organisationen auf die Beine gestellt. Bürgermeister Achim Beck begrüßt die Gäste und wünscht allen Kindern und natürlich den junggebliebenen Erwachsenen eine schöne Zeit. Claudia Müller, die Landrat Dr. Matthias Neth vertritt, hofft auf ein Fest, bei dem Hürden überwunden werden. „Egal, ob es sprachliche Barrieren sind, unterschiedliche Herkunft, Religionen oder Menschen mit Handicap, Jung und Alt, hier begegnet man sich untereinander auf Augenhöhe.“

Spiel und Spaß

Die ehrenamtlichen Helfer:Innen bieten den Gästen Spiel und Spaß, aber auch vielfältige Verpflegung von Schaschlik und Currywurst über Döner bis hin zu Muffins und Waffeln, auch an türkischem Kaffee mangelt es nicht.

Schwungtuch, Bastelstände, Kistenklettern

Der Asphalt zwischen den Gebäuden heizt sich unter der Sonneneinstrahlung rasch auf, Schattenplätze werden rar, doch kühle Getränke schaffen Abhilfe. Am frühen Nachmittag bringen Wolken eine ersehnte Sonnenpause. Auf der Wiese hinter der Mensa des BZN können die Kinder auf Zahlen oder mit Ringen werfen, auf Kisten klettern oder mit einem bunten Schwungtuch spielen. Es gibt auch eine Menge Bastelstände, wo Armbänder gebastelt, Taschen bemalt oder Tattoos aufgeklebt werden. Wem das nicht genug Action ist, der kann einmal Probesitzen im Polizeiauto, mal die Liege im Rettungswagen testen oder mit dem THW-Fahrzeug hupen.

Unterschiedliche Herkunft

„Es bedeutet viel, dass sich hier Gruppen mit verschiedener Herkunft treffen. Verschiedenste Organisationen können sich zeigen, die Leute untereinander vernetzen. Und Verantwortung zeigen“, so die Polizisten Gerhard Wolpert und Lena Taute.

Gemeinsam für ein ZUSAMMEN

Flavia da Silva Matzrik ist seit den Anfängen vor 14 Jahren dabei: „Da hatten wir nur 2000€“, erzählt sie, aber mit einer Menge Arbeit und Herzblut sei aus den Anfängen ein gut besuchtes Weltkinderfest enstanden.

„Am Anfang war es nur in Künzelsau. Aber es ist ja ein Weltkinderfest. Also hat es begonnen, sich zu öffnen. Für andere Gemeinden und Ideen, ein wechselndes Angebot, für ein Zusammen“, ergänzt Iris Schotow, Geschäftsleitung des Kreisjugendring Hohenlohe.

Vereine präsentieren sich

Auch Katharina König gefällt die Organisation. „Es ist genau die richtige Mischung für große Kleine und kleine Große. Außerdem ist es hier nicht zu groß, die Gäste verteilen sich.“

„Und für die Vereine ist es eine gute Möglichkeit, sich zu präsentieren“, findet Caroline Delaroue, die Vorsitzende des Kinderschutzbundes Hohenlohekreis, der Kinder in finanziell schwierigen Situationen mit Nachhilfe oder Ferienprogrammen unterstützt. Denn eines haben sie alle gemeinsam: Sie wollen, dass die Kinder einen Grund zum Lächeln haben.

Die Spiele sind kostenfrei

Jedenfalls hat Daly, die mit ihren Töchtern Alma und Nele da ist, das Weltkinderfest als perfektes Wochenendausflugsziel für sich entdeckt. „Hier ist es schön für die Kinder. Man kann viel spielen und selbst machen.“ Sie findet es auch gut, dass man nicht für alles bezahlen muss. „Das ist gut für alle, vor allem, wenn man gerade in keiner idealen finanziellen Situation ist.“

Auch Sedrat, die mit ihren Eltern Emran und Karima und ihren Geschwistern Jahla, Saha und Aliresa von Künzelsau nach Niedernhall gekommen ist, gefallen die Angebote und das Miteinander. „Hier kann man so viel mit den anderen Kindern machen. Und deutsch sprechen“, erzählt sie und lächelt.

Kann schon sein, dass ich nur ein Träumer bin

Eine Menge Hände haben dabei geholfen, das Fest auf die Beine zu stellen. Über 30 Vereine, die sich nun untereinander vernetzt haben und weitere Vereine mit einbeziehen wollen. „So ein Fest kann man nur veranstalten, wenn es viele Helfer:Innen gibt. Ein Verein kann nur bestehen, wenn es viele Mitglieder gibt. Wir brauchen uns gegenseitig. Nicht nur jetzt, sondern auch in der Zukunft. Und dafür ist das Weltkinderfest da. Weil es nur gemeinsam geht“, so Alexander Strienz vom Vorsitz des Kreisjugendrings Hohenlohe.

Das Fest wird gemeinsam auf der Bühne beendet. Erst führen die Jazztanzgruppe „The Unlimted“ und die Rope Skipping Gruppe „Die blauen Blitze“ vom TSV Niedernhall ihre Choreographien auf, dann singen alle gemeinsam das Lied „Menschenkinder“ von Adel Tawil, in dem es heißt:

Kann schon sein

Dass ich nur ein Träumer bin

Doch ich stell‘ mir vor

Wir kriegen das zusammen hin

Und wer mag, darf dazu auf die Bühne kommen.

Text, Bilder & Video: Anna-Lena Eißler

 

 

 

 




„Es geht darum, ihm und seiner Familie mehr Zeit zu schenken“

Derzeit sieht man sie in vielen Geschäften in Künzelsau liegen: Blaue Flyer, die einen jungen Mann zeigen, Elefterios Mavridis, genannt „Lefti“, geboren am 24. Juni 1993. Seine Familie bittet in diesen Flyern um Spenden. Es handelt sich um den Sohn der Betreiber des Tennisstüble in Künzelsau. Er kämpft seit einem Jahr mit einem Hirntumor.

Sehr aggressiver Hirntumor

Dr. Sandra Hartmann hat mit Alex Göbel vom Verein Lächelwerk über Lefti gesprochen. Der Verein unterstützt die Spendenaktion.

De Hirntumor, den Lefti hat, sei sehr aggressiv und breite sich schnell aus. Er sei eigentlich bereits, nachdem die Ärzte nichts mehr für ihn haben tun können, aus dem Krankenhaus „zum Sterben“ nach Hause entlassen worden. Dann begannen seine Familie und Freunde zu recherchieren, ob es nicht noch weitere Behandlungsmöglichkeiten gebe und stießen auf eine Privatklinik im Schwarzwald. Es gehe dabei nicht darum, dass er gesund wird, betont Alex Göbel i Videointerview, sondern darum, ihm und seiner Familie mehr Zeit zu schenken. Lebenszeit.

Lebenszeit

Vor wenigen Monaten unterstützte der Verein Lächelwerk bereits Marcel und seine Familie mit einer Spendenaktion. Der Jugendliche leidete an einem schweren Herzfehler. Kurz vor Antritt seiner Therapie in den USA starb er jedoch.

Warm werden solche Behandlungsmaßnahmen nicht von den Krankenkassen übernommen? Göbel möchte kein Krankenkassenkritiker sein. Diese „leisen sehr gute Arbeit, so weit es ihnen möglich ist“. Aber diverse speziellere Therapien umfassen eben einfach nicht den Leistungskatalog.

Therapie

Im Fall Lefti hat die immunglobuline Therapie bereits begonnen. Damit soll das Wachstum des Tumors gestoppt werden und kleiner werden. Erste sichtbare Erfolge haben sich bereits eingestellt, berichtet die Familie auf der Seite von Lächelwerk. So könne der 29-Jährige mittlerweile nach sieben Wochen intensiver Therapie wieder erste Worte sprechen,Er sitzt aufrecht, er trinkt selbstständig, er kann Dinge selbst halten. Mithilfe eines Rollstuhls kann er frische Luft atmen. Er lächelt, wenn er die Sonnenstrahlen mit seiner Frau und seinen Kindern genießt.

Bislang sind rund 160.000 Euro im Rahmen der Spendenaktion zusammengekommen. Davon sind bereits 120.000 Euro an die Klinik gegangen. Wöchentlich fließt vom Verein Lächelwerk Geld an die Klinik. Ziel ist es, dass Lefti irgendwann nach Hause entlassen werden kann und ihn dann zu Hause weiterbehandelt. Göbel rechnet daher mit weiteren Kosten von mindestens 40.000 bis 60.000 Euro.

Spendenlink: 👉 per Überweisung: Lächelwerk e.V. Sparkasse Mitten im Sauerland DE 93 4645 1012 0100 0749 21 Verwendungszweck: Lefti 👉 per PayPal: info@laechelwerk.de (Verwendungszweck: Lefti) Weitere Informationen: www.lächelwerk.de

Weitere Informationen über Leftis aktuellen Gesundheitszustand: https://www.facebook.com/krebsprojekt/?locale=de_DE

 




Mit Messer und Baseballschläger

Eine mit einem Messer attackierte Frau hat sich in Rot am See (Kreis Schwäbisch Hall) so zur Wehr gesetzt, dass der vermutliche Angreifer selbst den Notruf wählte.

Der 29-Jährige hatte seine 38 Jahre alte Nachbarin in einem Mehrfamilienhaus mit einem Messer angegriffen und in seine Wohnung gezerrt, wie die Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilte.

In der Wohnung soll es dann erneut zur Attacke mit dem Messer sowie mit einem Baseballschläger gekommen sein.

Wie genau sich die Frau wehrte und warum es zu dem Angriff am Mittwoch, den 14. Juni 2023, kam, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Die Frau wurde in ein Krankenhaus gebracht und musste notoperiert werden. Der Mann wurde festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft.




Mit Küchenmesser bewaffnet

Für allerlei Mutmaßungen in Kupferzell hat laut der Polizei ei Vorfall gesorgt, der sich am Sonntagabend, den 11. Juni 2023, in in einre Unterkunft für geflüchtete Männer ereignet hat. In WhatsApp-Gruppen kursierten Nachrichten, in denen von einer Messerstecherei die Rede war.

Bei einem Streit gegen 18 Uhr, in welchem ein 26-Jähriger, eine 27-Jähriger und ein 31-Jähriger verwickelt waren, wurden drei Personen verletzt.

In dessen Verlauf soll sich der Jüngste mit einem Küchenmesser bewaffnet und die anderen bedroht haben. Dem 27-Jährigen gelang es, dem Angreifer das Messer abzunehmen, wobei er sich eine Schnittverletzung zuzog. Bei der folgenden Rangelei wurden auch die anderen beiden Männer verletzt. Der stark alkoholisierte 26-Jährige wurde von der Polizei festgenommen.

Alle Beteiligten mussten nach der Auseinandersetzung in Krankenhäusern behandelt werden. Der Angreifer wurde anschließend in eine Psychiatrie eingewiesen.




Lieferengpässe bei Medikamenten auch im Hohenlohekreis bei wichtigen Medikamenten

Protest gegen den „Sparwahn“

Die Branche protestiert damit gegen den „Sparwahn“ in der Gesundheitspolitik. Für die Versorgung mit Medikamenten bleiben lediglich die Notfallapotheken geöffnet.

Einer Umfrage der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) zufolge beteiligten sich landesweit etwa 85 Prozent aller Apotheken an der Protestaktion. Rund 1200 Apotheken blieben für die Notfallversorgung geöffnet.

In Berlin zog ein „Protestmarsch“ vom Potsdamer Platz zum Bundeswirtschaftsministerium. Weitere Demonstrationen gab es unter anderem in Düsseldorf, Münster, Wiesbaden und Augsburg.

Zu viel Bürokratie im Alltag

Die ABDA kritisiert die wachsenden Anforderungen und Belastungen für die Belegschaft von Apotheken, etwa durch Lieferengpässe von Medikamenten oder durch ein zu hohes Maß an Bürokratie im Arbeitsalltag. Die Lieferprobleme hätten die Arbeit für Apotheken „noch komplizierter gemacht und kosten Kraft und Zeit“, heißt es von der ABDA.

Lieferengpässe auch im Hohenlohekreis

Die Lieferengpässe sind auch im Hohenlohekreis zu beobachten. Hier klagen unter anderem Einwohner:innen, dass es nicht immer das korrekte Antibiotikum zur Verfügung stände und daher auf andere Mittel ausgewichen werden müsse. So könne es vorkommen, dass Kinder etwa Antibiotikum für Erwachsene bekommen.

Lieferprobleme

In dem Zusammenhang kritisiert die Vereinigung die aus ihrer Sicht mangelhafte Gesundheitspolitik der Bundesregierung. Der Entwurf des sogenannten Lieferengpass-Gesetzes tauge weder dafür, „die Versorgung der Patientinnen und Patienten zu verbessern, noch dazu, die Lage der Apotheken als erste, wohnortnahe Anlaufstelle in der Arzneimittelversorgung zu unterstützen“. Und das, obwohl die Ampel-Parteien genau diese Zusagen in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten hätten.

Existenzgefährdend

Dem gestiegenen Aufwand für die Mitarbeiter:innen und Mitarbeiter in Apotheken stellt die ABDA eine fehlende „finanzielle Anerkennung für diese Mehrarbeit“ gegenüber.

Die Branche verlangt, die fixe Pauschale von 8,35 Euro pro rezeptpflichtigem Medikament für Beratung auf zwölf Euro anzuheben. Dieser Festbetrag sei seit zehn Jahren nicht mehr angepasst worden, trotz steigender Kosten, heißt es von der ABDA weiter. Damit seien Apotheken „von der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung abgekoppelt“, was „nicht mehr nur ungerecht, sondern existenzgefährdend“ sei.

Neben der Anhebung der fixen Pauschale auf zwölf Euro solle eine zusätzliche Pauschale eingeführt werden, um das Versorgungsangebot durch die Apotheken bundesweit absichern zu können. Die ABDA kritisiert, dass andere Gesundheitseinrichtungen wie Arztpraxen oder Kliniken im Gegensatz zu Apotheken Extra-Zahlungen erhalten hätten, um eine gesicherte Versorgung zu gewährleisten.

Lauterbach sieht keine Spielräume

Doch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte der Forderung nach mehr Geld eine Absage erteilt. Zwar äußerte er Verständnis, aber fehlende zusätzliche Haushaltsmittel und steigende Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung ließen derzeit keine Spielräume für einen solchen Schritt.

Auch beim Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) stößt die Forderung nach einer höheren Vergütung auf Widerstand. Das Honorar für Mitarbeiter:innen in Apotheken steige unaufhörlich, da Apotheken zusätzlich zur Pauschale für jedes Medikament drei Prozent vom Einkaufspreis erhielten. „Mit jeder Preissteigerung, mit jedem neuen, teureren Medikament steigt auch das Honorar des Apothekers“, sagte GKV-Sprecher Florian Lanz. Würde der Festbetrag wie gefordert auf zwölf Euro pro ausgegebener Medikamentenpackung erhöht, wären das Mehreinnahmen von 2,2 Milliarden Euro für die Apotheken – ohne dass für Patient:innen irgendetwas besser würde.

Unterstützung erhält die Apothekenbranche hingegen von der FDP. Lars Lindemann, Gesundheitspolitiker der Partei, forderte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: „Wenn der finanzielle Spielraum nicht viel zulässt, dann müssen wir die Rahmenbedingungen ändern.“ Was für ihn bedeute: Weniger Bürokratie, maximale Flexibilität und Planungssicherheit für Apotheken. Ein pauschales Nein bringe keine Lösung, warnte Lindemann und betonte: „Geschlossene Apothekentüren dürfen nicht zum Alltag werden.“

Lindemanns Parteikollegin Christine Aschenberg-Dugnus betonte, der Bundesregierung sei durchaus bewusst, „dass Apotheken derzeit durch erhöhte Abschläge und Arzneimittellieferengpässe zusätzlich belastet sind“. Sie sieht allerdings im von der Apothekenbranche kritisierten Gesetzentwurf gegen Lieferengpässe eine Maßnahme, die „an der Wurzel“ des Problems ansetze.

Auch der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Tino Sorge, äußerte im Gespräch mit dem rbb Verständnis für den Protest. „Wir müssen verstehen, dass diese Geiz-ist-Geil-Mentalität im Gesundheitswesen nicht funktioniert“, betonte er.

Die Zahl der Apotheken geht in Deutschland immer weiter zurück: Laut dpa gab es Ende März bundesweit noch knapp 18.000 Standorte – die niedrigste Anzahl seit mehr als 40 Jahren. Allein im ersten Quartal dieses Jahres wurden landesweit lediglich 17 Apotheken neu eröffnet, 146 seien hingegen in diesem Zeitraum geschlossen worden.

Auch die Zahl an Beschäftigten in Apotheken ging demnach im vergangenen Jahr leicht auf etwa 159.300 zurück. Der Gesamtumsatz der Apotheken stieg 2022 auf knapp 64,9 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn vor Steuern einer durchschnittlichen Apotheke sank demnach auf 162.890 Euro.

 




22-Jähriger überschätzte sich bei einem Wheelie

Vermutlich weil er die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor, stürzte ein 22-Jähriger am Dienstagabend, den 13. Juni 2023, in der Mörikestraße in Ingelfingen und verletzte sich schwer.

Der junge Mountainbikefahrer führte gegen 22.25 Uhr einen so genannten Wheelie durch, als er vermutlich durch das Fahrmanöver abkam und gegen einen Verteilerkasten stieß, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.

Bei dem Sturz verletzte sich der Mann und wurde in ein Krankenhaus gebracht.




Durch Weinberge, Wälder und vorbei an Gewässer

Der Tourismusverbund Hohenloher Perlen lädt dazu ein, durch das Gebiet seiner Mitgliedskommunen Bretzfeld, Öhringen, Pfedelbach und Zweiflingen eine abwechslungsreiche Radtour zu unternehmen.

Der neue „Hohenloher Perlen Radweg“ schlängelt sich auf 41 km vorbei an Feldern, Streuobstwiesen, Weinbergen, Wäldern sowie Gewässern und ist damit Naturvergnügen pur. Die Rundtour passiert zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie den Zweiflinger Limes Blick oder den Öhringer Hofgarten. Diverse gastronomische Betriebe entlang der
Strecke laden zu einer Pause ein. Da die Hohenloher Topografie die eine oder andere Steigung bereithält, ist der Radweg eher für sportliche Radfahrende oder Pedelec-Fahrende geeignet. Aber auch flache Passagen an den Gewässern Brettach und Ohrn sind dabei. Familien können vor allem im Bereich Bretzfeld und Öhringen Spielplätze und Rastmöglichkeiten
in ihren Radausflug einbauen. Die gelben Wegweiser mit Hohenloher Perlen-Logo bzw. die standardisierten Zwischenwegweiser kennzeichnen den Weg. Beide Richtungen können ab sofort befahren werden. Am 28. Juni kann
man den neuen Radweg bei einer Eröffnungsfahrt kennenlernen. Ein Flyer fasst die wichtigsten Informationen übersichtlich zusammen.

Er ist elektronisch auf der Webseite des Tourismusverbundes abrufbar und in den Rathäusern erhältlich. Auskünfte zu diesem und weiteren Radwegen bei den Hohenloher Perlen sind abrufbar unter www.hohenloher-perlen.de

Die Rathaus-Chefs sowie die Koordinatorin der Hohenloher Perlen Linda Matschl freuen sich über die Eröffnung des neuen Radweges.




NATO probt in Baden-Württembergs Himmel den Ernstfall

Bis zu 10.000 Soldat:innen sowie 250 Flugzeuge aus 25 Nationen werden ab nächster Woche über Deutschland den Luftkampf üben. Auch Baden-Württemberg wird davon betroffen sein. Bei der Übung „Air Defender 23“ der Luftstreitkräfte soll vom 12. bis zum 23. Juni 2023 laut Bundeswehr unter deutscher Leitung mit mehr als 250 Flugzeugen das sogenannte Artikel-5-Beistandsszenario der NATO nachempfunden werden. Der Fall also, dass ein oder mehrere NATO-Partner angegriffen werden und die anderen Bündnispartner Beistand leisten.

Wenn ein NATO-Partner angegriffen wird und die anderen Bündnispartner Beistand leisten

Es ist die größte Luftwaffen-Übung seit Bestehen der NATO: In der Bundespressekonferenz in Berlin gaben darüber am Mittwoch, den 07. Juni 2023, der Luftwaffeninspekteur der deutschen Luftwaffe Ingo Gerhartz und die US-Botschafterin Amy Gutmann gemeinsam Auskunft. „Ich wäre überrascht, wenn irgendein Anführer dieser Welt nicht merken würde, was dies an Geist und Stärke dieser Allianz demonstriert – das schließt Herrn Putin mit ein“, so Gutmann.

Soll Putin beeindrucken

Abschreckung aber keine Aggression soll von der Übung ausgehen, so Gerhartz. Das Luftmanöver richte sich nicht gegen Russland, die Idee sei bereits im Jahr 2018 – also vor Beginn des russichen Angriffskrieges in der Ukraine – entstanden.

„Aber zugegebenermaßen in der jetzigen Lage zu zeigen, wir sind in der Lage dieses Bündnis, dieses Land zu verteidigen, das ist ein ganz wichtiges Signal.“

25 Nationen wollen ab kommenden Montag ein Szenario durchspielen und zwar unter deutscher Führung. Diese Führungsrolle sei das, was die Partner in Europa und den USA von Deutschland sehen wollen, so Luftwaffeninspekteur Gerhartz.

Bundeswehr: Übung für Bevölkerung ungefährlich

Nach Angaben der Bundeswehr wird die Übung für die Zivilbevölkerung ungefährlich sein. Alle Szenarien, wie beispielsweise der Luftkampf, würden zwar real geflogen. Allerdings hätten die Systeme der Luftstreitkräfte die Möglichkeit, einen Luftkampf digital zu simulieren, wozu beispielsweise auch der Abschuss von Lenkflugkörpern zähle. Davon werde während der gesamten Übung Gebrauch gemacht.

Ein Teil der Übung findet laut Bundeswehr in einem Korridor statt, der quer durch Baden-Württemberg von Lechfeld in Bayern kommend bis ins südliche Saarland reicht. Der Korridor sei 37 Kilometer breit und führe nördlich an Stuttgart vorbei. Genauere Angaben machte die Bundeswehr nicht.

Da die Mindestflughöhe dort aber 3.350 Meter betrage, sei nur mit leicht erhöhtem Fluglärmaufkommen zu rechnen. Überschallflüge seien lediglich über der See vorgesehen, so dass in Baden-Württemberg nicht mit Überschallknallen zu rechnen ist. Flugplätze im Land werden demnach durch die Übungsteilnehmer nicht genutzt.

Die Übung findet nach Angaben der Bundeswehr über Baden-Württemberg vom 12. bis zum 22. Juni werktags zwischen 13 und 17 Uhr statt. Nachts und am Wochenende soll es dort demnach keine militärischen Flüge geben.

Laut Bundeswehr sind nur geringe Auswirkungen des Manövers auf den Flugverkehr zu erwarten. „Das wird sich maximal im Minutenbereich bewegen“, versicherte der Inspekteur der Deutschen Luftwaffe, Ingo Gerhartz, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Berlin. Auch der Direktor der US-Nationalgarde, Michael Loh, rechnet nicht mit größeren Störungen des zivilen Flugverkehrs. „Wir erwarten minimale Unterbrechungen“.

Die Fluglotsengewerkschaft GdF hatte zuvor eine andere Prognose aufgestellt. „Die Militärübung „Air Defender“ wird natürlich massive Auswirkungen auf den Ablauf der zivilen Luftfahrt haben“, hatte ihr Vorsitzender Matthias Maas gesagt. Er verwies damals auf ein von der europäischen Flugsicherungsorganisation Eurocontrol errechnetes Szenario, das bis zu 50.000 Verspätungsminuten je Manövertag ausweist.

Laut Deutscher Flugsicherung (DFS) ist dieses Szenario mittlerweile überholt. „Diese hundert Flüge tauchen in den letzten Simulationen nicht mehr auf“, sagte ein Sprecher. Die Gewerkschaft verwies außerdem auf zahlreiche zu erwartende Folgeprobleme, wenn Flugzeuge wegen des Nachtflugverbots ihre Ziele nicht erreichen und dann am nächsten Tag nicht pünktlich zur Verfügung stehen würden. Dem DFS-Sprecher zufolge ergaben die aktuellen Berechnungen aber auch hier keine zu erwartenden Annullierungen. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass in der Praxis am Ende doch Streichungen nötig werden könnten.

Nach Angaben des Flughafens Stuttgart dürfen Passagierflugzeuge, die wegen übungsbedingter Verspätungen nicht mehr vor dem regulären Betriebsende um 23 Uhr starten beziehungsweise um 23:30 Uhr landen können, dies bis 2 Uhr tun. Die Regelung gelte aber nur im Übungszeitraum und auch nur für planmäßige Flüge von und nach Stuttgart. Für Ausweichflüge von anderen Flughäfen gelte die Regelung dagegen nicht.

Auch an den Flughäfen Friedrichshafen und Karlsruhe/Baden-Baden könnten nach Angaben der Betreiber Ausnahmen von der Nachtflugbeschränkung notwendig werden.

Flugreisende sollten sich nach Angaben der Flughäfen vor Antritt der Reise über den aktuellen Status ihres Fluges informieren und auf Mitteilungen der Airline beziehungsweise des Reiseveranstalters achten.

Nach Angaben Bundeswehr ist die Übung unter anderem notwendig, um die Kooperation der teilnehmenden Nationen zu optimieren und auszuweiten. Zudem wolle man Stärke im Bündnis zeigen.

Aus Baden-Württemberg machen laut Bundeswehr auch Soldat:innen vom Hubschrauberregiment 64 Laupheim (Kreis Biberach) mit. Außerdem ist der Standort Laupheim mit vier Hubschraubern des Typs 145M für Spezialkräfte und zwei schweren Transporthubschraubern in das Manöver eingebunden. Während der Großübung werden die sechs Laupheimer Hubschrauber am Fliegerhorst Lechfeld in Bayern stationiert. Für das Laupheimer Hubschraubergeschwader geht es bei der Übung zum Beispiel um die Rettung von Soldaten hinter feindlichen Linien.