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Lieferengpässe bei Medikamenten auch im Hohenlohekreis bei wichtigen Medikamenten

Protest gegen den „Sparwahn“

Die Branche protestiert damit gegen den „Sparwahn“ in der Gesundheitspolitik. Für die Versorgung mit Medikamenten bleiben lediglich die Notfallapotheken geöffnet.

Einer Umfrage der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) zufolge beteiligten sich landesweit etwa 85 Prozent aller Apotheken an der Protestaktion. Rund 1200 Apotheken blieben für die Notfallversorgung geöffnet.

In Berlin zog ein „Protestmarsch“ vom Potsdamer Platz zum Bundeswirtschaftsministerium. Weitere Demonstrationen gab es unter anderem in Düsseldorf, Münster, Wiesbaden und Augsburg.

Zu viel Bürokratie im Alltag

Die ABDA kritisiert die wachsenden Anforderungen und Belastungen für die Belegschaft von Apotheken, etwa durch Lieferengpässe von Medikamenten oder durch ein zu hohes Maß an Bürokratie im Arbeitsalltag. Die Lieferprobleme hätten die Arbeit für Apotheken „noch komplizierter gemacht und kosten Kraft und Zeit“, heißt es von der ABDA.

Lieferengpässe auch im Hohenlohekreis

Die Lieferengpässe sind auch im Hohenlohekreis zu beobachten. Hier klagen unter anderem Einwohner:innen, dass es nicht immer das korrekte Antibiotikum zur Verfügung stände und daher auf andere Mittel ausgewichen werden müsse. So könne es vorkommen, dass Kinder etwa Antibiotikum für Erwachsene bekommen.

Lieferprobleme

In dem Zusammenhang kritisiert die Vereinigung die aus ihrer Sicht mangelhafte Gesundheitspolitik der Bundesregierung. Der Entwurf des sogenannten Lieferengpass-Gesetzes tauge weder dafür, „die Versorgung der Patientinnen und Patienten zu verbessern, noch dazu, die Lage der Apotheken als erste, wohnortnahe Anlaufstelle in der Arzneimittelversorgung zu unterstützen“. Und das, obwohl die Ampel-Parteien genau diese Zusagen in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten hätten.

Existenzgefährdend

Dem gestiegenen Aufwand für die Mitarbeiter:innen und Mitarbeiter in Apotheken stellt die ABDA eine fehlende „finanzielle Anerkennung für diese Mehrarbeit“ gegenüber.

Die Branche verlangt, die fixe Pauschale von 8,35 Euro pro rezeptpflichtigem Medikament für Beratung auf zwölf Euro anzuheben. Dieser Festbetrag sei seit zehn Jahren nicht mehr angepasst worden, trotz steigender Kosten, heißt es von der ABDA weiter. Damit seien Apotheken „von der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung abgekoppelt“, was „nicht mehr nur ungerecht, sondern existenzgefährdend“ sei.

Neben der Anhebung der fixen Pauschale auf zwölf Euro solle eine zusätzliche Pauschale eingeführt werden, um das Versorgungsangebot durch die Apotheken bundesweit absichern zu können. Die ABDA kritisiert, dass andere Gesundheitseinrichtungen wie Arztpraxen oder Kliniken im Gegensatz zu Apotheken Extra-Zahlungen erhalten hätten, um eine gesicherte Versorgung zu gewährleisten.

Lauterbach sieht keine Spielräume

Doch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte der Forderung nach mehr Geld eine Absage erteilt. Zwar äußerte er Verständnis, aber fehlende zusätzliche Haushaltsmittel und steigende Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung ließen derzeit keine Spielräume für einen solchen Schritt.

Auch beim Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) stößt die Forderung nach einer höheren Vergütung auf Widerstand. Das Honorar für Mitarbeiter:innen in Apotheken steige unaufhörlich, da Apotheken zusätzlich zur Pauschale für jedes Medikament drei Prozent vom Einkaufspreis erhielten. „Mit jeder Preissteigerung, mit jedem neuen, teureren Medikament steigt auch das Honorar des Apothekers“, sagte GKV-Sprecher Florian Lanz. Würde der Festbetrag wie gefordert auf zwölf Euro pro ausgegebener Medikamentenpackung erhöht, wären das Mehreinnahmen von 2,2 Milliarden Euro für die Apotheken – ohne dass für Patient:innen irgendetwas besser würde.

Unterstützung erhält die Apothekenbranche hingegen von der FDP. Lars Lindemann, Gesundheitspolitiker der Partei, forderte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa: „Wenn der finanzielle Spielraum nicht viel zulässt, dann müssen wir die Rahmenbedingungen ändern.“ Was für ihn bedeute: Weniger Bürokratie, maximale Flexibilität und Planungssicherheit für Apotheken. Ein pauschales Nein bringe keine Lösung, warnte Lindemann und betonte: „Geschlossene Apothekentüren dürfen nicht zum Alltag werden.“

Lindemanns Parteikollegin Christine Aschenberg-Dugnus betonte, der Bundesregierung sei durchaus bewusst, „dass Apotheken derzeit durch erhöhte Abschläge und Arzneimittellieferengpässe zusätzlich belastet sind“. Sie sieht allerdings im von der Apothekenbranche kritisierten Gesetzentwurf gegen Lieferengpässe eine Maßnahme, die „an der Wurzel“ des Problems ansetze.

Auch der gesundheitspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Tino Sorge, äußerte im Gespräch mit dem rbb Verständnis für den Protest. „Wir müssen verstehen, dass diese Geiz-ist-Geil-Mentalität im Gesundheitswesen nicht funktioniert“, betonte er.

Die Zahl der Apotheken geht in Deutschland immer weiter zurück: Laut dpa gab es Ende März bundesweit noch knapp 18.000 Standorte – die niedrigste Anzahl seit mehr als 40 Jahren. Allein im ersten Quartal dieses Jahres wurden landesweit lediglich 17 Apotheken neu eröffnet, 146 seien hingegen in diesem Zeitraum geschlossen worden.

Auch die Zahl an Beschäftigten in Apotheken ging demnach im vergangenen Jahr leicht auf etwa 159.300 zurück. Der Gesamtumsatz der Apotheken stieg 2022 auf knapp 64,9 Milliarden Euro. Der Betriebsgewinn vor Steuern einer durchschnittlichen Apotheke sank demnach auf 162.890 Euro.

 




22-Jähriger überschätzte sich bei einem Wheelie

Vermutlich weil er die Kontrolle über sein Fahrzeug verlor, stürzte ein 22-Jähriger am Dienstagabend, den 13. Juni 2023, in der Mörikestraße in Ingelfingen und verletzte sich schwer.

Der junge Mountainbikefahrer führte gegen 22.25 Uhr einen so genannten Wheelie durch, als er vermutlich durch das Fahrmanöver abkam und gegen einen Verteilerkasten stieß, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.

Bei dem Sturz verletzte sich der Mann und wurde in ein Krankenhaus gebracht.




Durch Weinberge, Wälder und vorbei an Gewässer

Der Tourismusverbund Hohenloher Perlen lädt dazu ein, durch das Gebiet seiner Mitgliedskommunen Bretzfeld, Öhringen, Pfedelbach und Zweiflingen eine abwechslungsreiche Radtour zu unternehmen.

Der neue „Hohenloher Perlen Radweg“ schlängelt sich auf 41 km vorbei an Feldern, Streuobstwiesen, Weinbergen, Wäldern sowie Gewässern und ist damit Naturvergnügen pur. Die Rundtour passiert zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie den Zweiflinger Limes Blick oder den Öhringer Hofgarten. Diverse gastronomische Betriebe entlang der
Strecke laden zu einer Pause ein. Da die Hohenloher Topografie die eine oder andere Steigung bereithält, ist der Radweg eher für sportliche Radfahrende oder Pedelec-Fahrende geeignet. Aber auch flache Passagen an den Gewässern Brettach und Ohrn sind dabei. Familien können vor allem im Bereich Bretzfeld und Öhringen Spielplätze und Rastmöglichkeiten
in ihren Radausflug einbauen. Die gelben Wegweiser mit Hohenloher Perlen-Logo bzw. die standardisierten Zwischenwegweiser kennzeichnen den Weg. Beide Richtungen können ab sofort befahren werden. Am 28. Juni kann
man den neuen Radweg bei einer Eröffnungsfahrt kennenlernen. Ein Flyer fasst die wichtigsten Informationen übersichtlich zusammen.

Er ist elektronisch auf der Webseite des Tourismusverbundes abrufbar und in den Rathäusern erhältlich. Auskünfte zu diesem und weiteren Radwegen bei den Hohenloher Perlen sind abrufbar unter www.hohenloher-perlen.de

Die Rathaus-Chefs sowie die Koordinatorin der Hohenloher Perlen Linda Matschl freuen sich über die Eröffnung des neuen Radweges.




NATO probt in Baden-Württembergs Himmel den Ernstfall

Bis zu 10.000 Soldat:innen sowie 250 Flugzeuge aus 25 Nationen werden ab nächster Woche über Deutschland den Luftkampf üben. Auch Baden-Württemberg wird davon betroffen sein. Bei der Übung „Air Defender 23“ der Luftstreitkräfte soll vom 12. bis zum 23. Juni 2023 laut Bundeswehr unter deutscher Leitung mit mehr als 250 Flugzeugen das sogenannte Artikel-5-Beistandsszenario der NATO nachempfunden werden. Der Fall also, dass ein oder mehrere NATO-Partner angegriffen werden und die anderen Bündnispartner Beistand leisten.

Wenn ein NATO-Partner angegriffen wird und die anderen Bündnispartner Beistand leisten

Es ist die größte Luftwaffen-Übung seit Bestehen der NATO: In der Bundespressekonferenz in Berlin gaben darüber am Mittwoch, den 07. Juni 2023, der Luftwaffeninspekteur der deutschen Luftwaffe Ingo Gerhartz und die US-Botschafterin Amy Gutmann gemeinsam Auskunft. „Ich wäre überrascht, wenn irgendein Anführer dieser Welt nicht merken würde, was dies an Geist und Stärke dieser Allianz demonstriert – das schließt Herrn Putin mit ein“, so Gutmann.

Soll Putin beeindrucken

Abschreckung aber keine Aggression soll von der Übung ausgehen, so Gerhartz. Das Luftmanöver richte sich nicht gegen Russland, die Idee sei bereits im Jahr 2018 – also vor Beginn des russichen Angriffskrieges in der Ukraine – entstanden.

„Aber zugegebenermaßen in der jetzigen Lage zu zeigen, wir sind in der Lage dieses Bündnis, dieses Land zu verteidigen, das ist ein ganz wichtiges Signal.“

25 Nationen wollen ab kommenden Montag ein Szenario durchspielen und zwar unter deutscher Führung. Diese Führungsrolle sei das, was die Partner in Europa und den USA von Deutschland sehen wollen, so Luftwaffeninspekteur Gerhartz.

Bundeswehr: Übung für Bevölkerung ungefährlich

Nach Angaben der Bundeswehr wird die Übung für die Zivilbevölkerung ungefährlich sein. Alle Szenarien, wie beispielsweise der Luftkampf, würden zwar real geflogen. Allerdings hätten die Systeme der Luftstreitkräfte die Möglichkeit, einen Luftkampf digital zu simulieren, wozu beispielsweise auch der Abschuss von Lenkflugkörpern zähle. Davon werde während der gesamten Übung Gebrauch gemacht.

Ein Teil der Übung findet laut Bundeswehr in einem Korridor statt, der quer durch Baden-Württemberg von Lechfeld in Bayern kommend bis ins südliche Saarland reicht. Der Korridor sei 37 Kilometer breit und führe nördlich an Stuttgart vorbei. Genauere Angaben machte die Bundeswehr nicht.

Da die Mindestflughöhe dort aber 3.350 Meter betrage, sei nur mit leicht erhöhtem Fluglärmaufkommen zu rechnen. Überschallflüge seien lediglich über der See vorgesehen, so dass in Baden-Württemberg nicht mit Überschallknallen zu rechnen ist. Flugplätze im Land werden demnach durch die Übungsteilnehmer nicht genutzt.

Die Übung findet nach Angaben der Bundeswehr über Baden-Württemberg vom 12. bis zum 22. Juni werktags zwischen 13 und 17 Uhr statt. Nachts und am Wochenende soll es dort demnach keine militärischen Flüge geben.

Laut Bundeswehr sind nur geringe Auswirkungen des Manövers auf den Flugverkehr zu erwarten. „Das wird sich maximal im Minutenbereich bewegen“, versicherte der Inspekteur der Deutschen Luftwaffe, Ingo Gerhartz, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Berlin. Auch der Direktor der US-Nationalgarde, Michael Loh, rechnet nicht mit größeren Störungen des zivilen Flugverkehrs. „Wir erwarten minimale Unterbrechungen“.

Die Fluglotsengewerkschaft GdF hatte zuvor eine andere Prognose aufgestellt. „Die Militärübung „Air Defender“ wird natürlich massive Auswirkungen auf den Ablauf der zivilen Luftfahrt haben“, hatte ihr Vorsitzender Matthias Maas gesagt. Er verwies damals auf ein von der europäischen Flugsicherungsorganisation Eurocontrol errechnetes Szenario, das bis zu 50.000 Verspätungsminuten je Manövertag ausweist.

Laut Deutscher Flugsicherung (DFS) ist dieses Szenario mittlerweile überholt. „Diese hundert Flüge tauchen in den letzten Simulationen nicht mehr auf“, sagte ein Sprecher. Die Gewerkschaft verwies außerdem auf zahlreiche zu erwartende Folgeprobleme, wenn Flugzeuge wegen des Nachtflugverbots ihre Ziele nicht erreichen und dann am nächsten Tag nicht pünktlich zur Verfügung stehen würden. Dem DFS-Sprecher zufolge ergaben die aktuellen Berechnungen aber auch hier keine zu erwartenden Annullierungen. Es sei jedoch nicht auszuschließen, dass in der Praxis am Ende doch Streichungen nötig werden könnten.

Nach Angaben des Flughafens Stuttgart dürfen Passagierflugzeuge, die wegen übungsbedingter Verspätungen nicht mehr vor dem regulären Betriebsende um 23 Uhr starten beziehungsweise um 23:30 Uhr landen können, dies bis 2 Uhr tun. Die Regelung gelte aber nur im Übungszeitraum und auch nur für planmäßige Flüge von und nach Stuttgart. Für Ausweichflüge von anderen Flughäfen gelte die Regelung dagegen nicht.

Auch an den Flughäfen Friedrichshafen und Karlsruhe/Baden-Baden könnten nach Angaben der Betreiber Ausnahmen von der Nachtflugbeschränkung notwendig werden.

Flugreisende sollten sich nach Angaben der Flughäfen vor Antritt der Reise über den aktuellen Status ihres Fluges informieren und auf Mitteilungen der Airline beziehungsweise des Reiseveranstalters achten.

Nach Angaben Bundeswehr ist die Übung unter anderem notwendig, um die Kooperation der teilnehmenden Nationen zu optimieren und auszuweiten. Zudem wolle man Stärke im Bündnis zeigen.

Aus Baden-Württemberg machen laut Bundeswehr auch Soldat:innen vom Hubschrauberregiment 64 Laupheim (Kreis Biberach) mit. Außerdem ist der Standort Laupheim mit vier Hubschraubern des Typs 145M für Spezialkräfte und zwei schweren Transporthubschraubern in das Manöver eingebunden. Während der Großübung werden die sechs Laupheimer Hubschrauber am Fliegerhorst Lechfeld in Bayern stationiert. Für das Laupheimer Hubschraubergeschwader geht es bei der Übung zum Beispiel um die Rettung von Soldaten hinter feindlichen Linien.




Arm wie die Kirchenmäuse? Was die Hohenloher Bundestagsabgeordneten nebenbei verdienen

Seit dem 01. Juli 2022 erhalten Bundestagsabgeordnete im Monat 10.323,29 Euro brutto als – so sagt es das Abgeordnetengesetz – eine „angemessene, ihre Unabhängigkeit sichernde Entschädigung“. Dazu kommen weitere Zahlungen: Eine Kostenpauschale, die unter anderem die Kosten für ein Wahlkreisbüro decken soll, oder die Amtsausstattung, die auch die freie Nutzung der Bahn, von Inlandsflügen oder Dienstfahrzeugen beinhaltet.

im Durchschnitt verdienen Arbeitnehmer in Deutschland rund 4.000 Euro brutto

Ob diese Diäten viel zu hoch oder unangemessen niedrig sind, darüber wird immer wieder gestritten. Tatsache ist, dass dies ein weit überdurchschnittliches Einkommen ist. Das durchschnittliche Bruttoeinkommen eines voll beschäftigten Arbeitnehmers lag laut DeSTATIS im Jahr 2022 bei 4.105 Euro monatlich, die Diäten sind also rund zweieinhalbmal so hoch. Andererseits könnte manch ein Abgeordneter in einer Führungsposition der Wirtschaft deutlich höhere Einkünfte erzielen.

Nebeneinkünfte

Trotzdem haben viele Abgeordnete neben ihren Diäten weitere Einkünfte. Das ist rechtens, sofern das Bundestagsmandat „im Mittelpunkt der Tätigkeit“ steht. Es mag sogar wünschenswert sein, dass ein Abgeordneter auch noch Kontakt zur „realen Welt“ hält. Diese zusätzlichen Einkünfte sind, sofern sie monatlich mehr als 1.000 Euro oder jährlich 3.000 Euro betragen, gegenüber der Bundestagsverwaltung offenzulegen und werden veröffentlicht.

Nebenbei noch als Rechtsanwalt tätig

Einige Einkünfte ergeben sich aus unternehmerischer Tätigkeit, die die Abgeordneten auch während ihres Mandats weiter nachgehen. Vielleicht das prominenteste Beispiel dafür ist Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP). Er ist neben seinem Bundestagsmandat weiterhin als Rechtsanwalt tätig und übernimmt mit seiner Kanzlei auch publikumswirksame Mandate, unter anderem vertritt er er einen Angeklagten in einem Cum-Ex-Prozess. Für diese anwaltliche Tätigkeit meldet er Einnahmen von über 100.000 Euro seit Beginn der Legislaturperiode.

Interessenskonflikte vorprogrammiert

Andere Abgeordnete erzielen Einnahmen, die möglicherweise mit der Unabhängigkeit des Abgeordneten, die die Diäten gewährleisten sollen, in Konflikt stehen. So nennt Lars Linnemann (CDU) Einnahmen von 2.400 Euro monatlich von einem Lebensversicherungskonzern, in dessen Aufsichtsrat er sitzt. Gleichzeitig ist Linnemann Mitglied des Gesundheitsauschusses, daher wird ihm ein Interessenskonflikt vorgeworfen.

Bis hin zum Skandal

Manchmal sind die Nebeneinnahmen derart skandalös, dass ein Abgeordneter sein Mandat niederlegt. Das war im Jahr 2021 der Fall, als der Mannheimer CDU-Abgeordnete Nikolas Löbel sein Mandat niederlegte: Er hatte von seinem Bundestags-Mail-Account Verträge für Lieferung von COVID-Masken vermittelt und dafür Provisionen entgegengenommen. Der Skandal lag nicht in der Entgegennahme von Provisionen, sondern dass er sein Mandat und seine wirtschaftliche Tätigkeit verquickt hatte.

Der Spitzenreiter verdient „nebenbei“ 3.5 Millionen Euro

Ob beim aktuellen Nebeneinkünfte-Spitzenreiter, Sebastian Brehm (CSU), der fast 3,5 Millionen Euro in der aktuellen Legislaturperiode meldet, das Abgeordnetenmandat noch „im Mittelpunkt der Tätigkeit“ steht, darf man anzweifeln: Über 300 Klienten will er als Steuerberater in dieser Zeit betreut haben.

„Ich werde keine Nebentätigkeit annehmen“

Dagegen nehmen sich die Summen, die die vier Abgeordneten des Wahlkreises 268 Hohenlohe-Schwäbisch Hall angeben, geradezu wie ein Nasenwasser aus:

„Ich selber werde keine Nebentätigkeit, während ich meine Entschädigung als Bundestagsabgeordneter erhalte, annehmen“.

Valentin Abel (FDP) meldet keinerlei Nebeneinkünfte, auch die Liste seiner Nebentätigkeiten ist kurz: er ist Mitglied des Eisenbahninfrastrukturbeirates der Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen

Einer hält sein Versprechen

Seit Mitte Oktober 2022 ist Harald Ebner (Grüne) stellvertretendes Mitglied des Kuratoriums des Fonds zur Finanzierung der kerntechnischen Entsorgung (KENFO) und war bis 31.10.2022 ehrenamtlich Mitglied des Fachbeirates der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), Gülzow.

Einnahmen in Höhe von rund 9.500 Euro erzielte er als Mitglied des Kuratoriums der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (BDU).

Kevin Leiser (SPD) bestätigt das, was er im September 2022 im GSCHWÄTZ-Interview angekündigt hat: „Ich selber werde keine Nebentätigkeit während ich meine Entschädigung als Bundestagsabgeordneter erhalte, annehmen“. An Tätigkeiten außerhalb des Bundestagsmandats meldet er die Mitgliedschaft im Gemeinderat von Blaufelden (bis 30.6.2022) und das Mandat als Kreisrat im Kreis Schwäbisch-Hall.

Honorarkonsul der Malediven

Die Liste der meldepflichtigen Nebentätigkeiten von Christian von Stetten (CDU) ist länger: Er ist Mitglied des Kreistags des Hohenlohekreises sowie des Gemeinderats von Künzelsau, wo er auch 1. stellvertretender Bürgermeister ist.
Dazu gibt er ehrenamtliche Tätigkeiten als Honorargeneralkonsul der Republik der Malediven sowie im Vorstand von vier Stiftungen, als Präsidiumsmitglied des Wirtschaftsrats der CDU e.V., als Vorsitzender des Vereins zur Förderung der Arbeit des Parlamentskreises Mittelstand e.V., Vorstand des parlamentarischen Beirats der Initiative Teamsport Deutschland und als Vorstandsmitglied oder Vorsitzender bei sechs gemeinnützigen Vereinen an.

Wirtschaftlich tätig ist er im Beirat der KRIWAN Industrie-Elektronik GmbH, wofür er 20.000 Euro erhalten hat, sowie in der Schloss Stetten Holding AG. Im Zusammenhang mit Schloss Stetten benennt er auch mehrere Beteiligungen an Unternehmen.

Vermutlich für den Weltraumflug von Alexander Gerst

Zusätzlich erhielt von Stetten von der Europäischen Raumfahrtagentur „Spenden und sonstige Zuwendungen für die politische Tätigkeit“: Die ESA erstattete Flugkosten in Höhe von 12.139,06 Euro.

 

 

 

 

 

 

 

 




Sommer in the house und Sister Act in der Stadt

Die diesjährigen Freilichtspiele in Schwäbisch Hall sind eröffnet. Wieder erwartet die Zuschauer:innen eine atemberaubende Kulisse direkt auf der großen Treppe an der Kirche in der Innenstadt.

Unter anderem steht wieder auf dem Spielplan: das erfolgreiche Musical Sister Act nach dem gleichnamigen TV-Kultklassiker. Premiere ist am 22. Juni 2023. Und darum geht es in dem Musical:

Sister Act

Nachtclubsängerin und Nonne – viel weiter können zwei Berufe wohl kaum auseinanderklaffen. Deloris Van Cartier verwandelt sich gezwungenermaßen in Schwester Mary Clarence: Als Zeugin eines Mordes wird die wenig religiöse Musikerin von einem befreundeten Polizisten ausgerechnet in einem katholischen Kloster versteckt. Dort bringt sie die Mutter Oberin auf die Palme und den Nonnenchor so in Schwung, dass der Papst höchstpersönlich aufmerksam wird. Aufmerksam werden allerdings auch die Gangster, die auf der Suche nach Deloris sind ….

SISTER ACT mit Whoopi Goldberg in der Hauptrolle ist ein Kultfilm, das gleichnamige Musical schloss mühelos an den Kinoerfolg an. Dass die Handlung nun in Philadelphia statt in San Francisco und Reno spielt, hat musikalische Gründe: Der namhafte Komponist Alan Menken schrieb neue Songs im Stil von Disco, Gospel und „Philly Sound“, die SISTER ACT mit einem attraktiven Retro-Touch versehen.

Die Klingelbeutelspenden gehen an: Hilfe für Urkraine: Spendenkonto für Zamość der Stadt Schwäbisch Hall. Mehr Informationen lesen Sie hier.

Maria Stuart

Am 20. Juli 2023 startet Maria Stuart, das wohl bekannteste Trauerspiel von Friedrich Schiller. Worum geht es in dem Stück?

Zwei große Frauen im politischen Entscheidungskampf. Königin Elisabeth wird genötigt, den Tod ihrer Nichte Maria, der entmachteten Königin von Schottland, anzuordnen. Auf dem Schafott wird sie hingerichtet. Maria hatte Schuld auf sich geladen als untreue Ehefrau und Anstifterin zum Gattenmord, nun wird sie für ein Verbrechen, das sie nicht beging, mit dem Tode bestraft. Ein politisches Unrecht, das wiederum den tragischen Anlass für die innere Läuterung Marias bietet. Während sie an Größe gewinnt, erscheint Elisabeth zunehmend überfordert: Eine Regentin, die vor ihrer Verantwortung flieht, zaudert und verbittert zurückbleibt, als Gefangene ihres Amtes. Schillers klassisches Endspiel zeigt seine Kunst, abstrakte Begriffe wie Freiheit, Verantwortung und Würde in lebendige Figuren zu verwandeln, die auf historischem Boden agieren und uns Heutigen eine Möglichkeit zu politischem, grundsätzlichen Denken bieten.

Wie im Himmel

Dieses Musical basierend auf einem schwedischen Film ist wohl der Geheimtipp bei den diesjährigen Freilichtspielen. Die Premiere ist am 16. Juni 2023. Darum geht es in dem Musical:

Daniel Daréus, international gefeierter Dirigent, bricht nach einem lebensbedrohlichen Herzanfall seine erfolgreiche Karriere ab. Die erzwungene Pause will er nutzen, um sich über den Sinn seines Lebens klar zu werden. Er kehrt in das Dorf seiner Kindheit zurück, in dem er mit seiner musikalischen Begabung einst überaus brutal behandelt wurde, übernimmt dort (erst widerstrebend) die Leitung des Kirchenchores und formt durch seine charismatische, aber äußerst unkonventionelle Art aus dem Chor eine Gruppe von Menschen, die im eigenen Klang Erfüllung findet. Langjährig Unselbständig wandelt sich zu Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit, überkommene Abhängigkeiten werden infrage gestellt. Daniel findet über die Arbeit mit dem Laienchor wieder zurück zu der Bedeutung, die die Musik einst für ihn hatte und: findet seine große Liebe. Und der Chor findet seine Erfüllung im eigenen, magischen Klang.

Der Sommernachtstraum

Last but not least führen die Darsteller:innen in diesem Jahr auch den Sommernachtstraum auf. Das Theater im Fluss in Künzelsau hat sich diese Komödie von William Shakespeare in diesem Jahr ebenso zu eigen gemacht und feierte am Mittwoch, den 07. Juni 2023, damit Premiere. In Schwäbisch Hall ist die Premiere dafür am 23. Juni 2023. Der Inhalt:

Herzog Theseus will Hippolyta heiraten. Zu den Feierlichkeiten wird eine Truppe von begabten Handwerkern engagiert, die im Wald bei Athen das tragikomische Theaterstück „Pyramus und Thisbe“ einstudieren will. Demetrius soll Hermia heiraten, die flieht mit Lysander in ebendiesen Wald, verfolgt von Demetrius und der sitzen gelassen Helena. Der eifersüchtige Elfenkönig Oberon straft seine Feenkönigin Titania mit entsetzlicher Liebesverwirrung: Dienerkobold Puck träufelt ihr und gleich noch den Athener jungen Männern den Saft der Zauberblume ins geschlossene Lid. Erwacht verlieben sie sich rasend ins zuerst Gesehene: Titania in den Esel Zettel und Lysander und Demetrius wild in Helena. Die Liebes- und Wirklichkeitsirrungen finden in einer Komödie der panischen Verzauberung statt, die komischer, abgründiger und lustvoll poetischer nicht sein könnte. Eine der genialsten Komödien der Weltliteratur, in der sich Romantik und Realismus, die Menschen- und die Geisterwelt zu einem wunderbaren Ganzen verbinden.

Zweitältesten Freilichtspiele Deutschlands

Schon gewusst? Die Freilichtspiele Schwäbisch Hall sind die zweitältesten Freilichtspiele Deutschlands und finden seit 1925 in Schwäbisch Hall auf den 54 Stufen der 1511 vollendeten Freitreppe der Stadtkirche St. Michael statt.

Hier geht’s zum Programm und Ticketkauf: https://www.freilichtspiele-hall.de/




Gezüchtet und gehalten, um gegessen zu werden

Das digitale Kampagnennetzwerk Avaaz mit weltweit laut eigenen Angaben 70 Millionen Mitglieder, ruft zu einer Unterschriftenaktion gegen die weltweit erste, kommerziell betriebene Oktopusfarm in Spanien auf.

Der Grund: „Dort würde jedes Jahr eine Million dieser hochintelligenten Geschöpfe in winzige Becken gepfercht und anschließend qualvoll durch Einfrieren bei lebendigem Leib getötet werden, um den Lebensmittelmarkt zu versorgen.
Das ist industriell organisierte Folter“, heißt es in der Petition.

Aufruf, bei dem man seine Unterschrift ganz einfach mit einem Klick abgeben kann, wenn man gegen eine derartige Oktopusfarm ist.

Die Pläne für diese gigantische Oktopus-Folterkammer wurden den lokalen Behörden in Spanien vorgelegt.

Kraken sind ausgesprochen kluge Tiere. Sie können Werkzeuge benutzen, komplexe Probleme lösen und sogar Schmerz, Genuss, Freude und Angst empfinden.

Tintenfische wurden bisher noch nie kommerziell gezüchtet und laut Expertinnen und Experten ist dies auch nicht möglich, ohne diesen Tieren, die zu den erstaunlichsten Lebewesen der Erde gehören, unsägliches Leid zuzufügen.

Das hat ein spanisches Unternehmen jedoch nicht davon abgehalten, auf den Kanarischen Inseln eine Anlage zu planen, die einer gigantischen Oktopus-Folterkammer gleichkommt. Doch es gibt Hoffnung: Großbritannien hat Kraken und andere aquatische Arten bereits als fühlende Wesen anerkannt und die EU prüft nun eine ähnliche Gesetzgebung.




Alkoholisierte 22-Jährige verliert Kontrolle über ihr Auto

Rund 10.000 Euro Sachschaden verursachte eine 22-jährige Audi-Fahrerin am Sonntagabend, den 04. Juni 2023, auf der Landesstraße 1045 zwischen Ernsbach und Forchtenberg.

Die junge Frau war lau der Polizei gegen 19.30 Uhr mit ihrem Audi auf der L1045 in Richtung Forchtenberg unterwegs. Vermutlich wegen ihrer Alkoholiserung kam sie zunächst nach rechts von der Fahrbahn ab, übersteuerte das Fahrzeug und landete schließlich im Straßengraben.

Bei dem Unfall überschlug sich das Fahrzeug und kam auf dem Dach zum Stehen.

Die 22-Jährige wurde bei dem Unfall leicht verletzt.

Die eingetroffenen Beamten des Polizeireviers Künzelsau nahmen in der Atemluft der Frau Alkoholgeruch wahr. Ein Alkoholtest bestätigte den Verdacht und zeigte einen Wert von knapp 0,8 Promille an. Die junge Frau musste die Beamten in ein Krankenhaus begleiten, um eine Blutprobe abzugeben. Sie muss nun mit einer Anzeige und dem Entzug der Fahrerlaubnis rechnen.




Und dann hat es Boom gemacht

Bei Sanierungsarbeiten im Rahmen eines Arbeitseinsatzes ist ein 34-Jähriger in Schwäbisch Hall-Gelbingen mit einem Bohrhammer auf eine Patrone gestoßen und schwer verletzt worden.

Wie die Polizei am Dienstag, den 06. Juni 2023, mitteilte, war der Mann am Montagabend beim Bohren in einem Wohnhaus auf eine in der Wand einbetonierte Patrone gestoßen, die dadurch explodierte. Einsatzkräfte brachten den Mann in ein Krankenhaus.

Um herauszufinden, ob vom Wohngebäude weitere Gefahr ausgeht, sind am Dienstagvormittag Spezialisten des LKA angerückt. Ein Entschärfer-Team hat den Beton untersucht und gibt vorläufig Entwarnung: Es gab keine Hinweise auf weitere Munition in den Wänden.

Die Polizei geht aktuell davon aus, dass die Patrone versehentlich beim Hausbau 1949 in den feuchten Beton gelangt ist und verbaut wurde. Damals in der Nachkriegszeit wurde zum Wiederaufbau in der Not auch auf provisorische Baumaterialien zurückgegriffen. Erst jetzt, bei den Renovierungsarbeiten, kam das gefährliche Überbleibsel dann wieder zutage.




37-Jährige verletzt sich mit E-Roller schwer

Schwere Verletzungen zog sich eine 37-Jährige am frühen Montagmorgen in der Emil-Nolde-Straße in Künzelsau zu. Dies teilte die Polizei mit.

Die Frau fuhr mit einem E-Scooter gegen 06 Uhr in Richtung der Taläckerstraße. Aus bislang unbekannter Ursache kam die Frau mit ihrem E-Roller zu Fall und wurde aufgrund ihrer Verletzungen in ein Krankenhaus gebracht.