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„Wir nehmen keine neuen Patient:innen auf“

Die GSCHWÄTZ social media Kanäle liefen heiß, als wir am Montag, den 26. Juni 2023, den Bericht von der Kreistagssitzung in der Stadthalle in Ingelfingen veröffentlichten. Dabei verwies Landrat Dr. Matthias Neth mit Hinblick auf das Ärztehaus und das neue medizinische Versorgungszentrum auf eine gute medizinische Versorgung in Künzelsau. Die dafür hinzugezogene Beratungsfirma PricewaterhouseCoopers (PwC) kam zu demselben Ergebnis. Nicht so diverse Bürger:innen.

Realitätsfremd

Laut Reiner Böttcher ist diese Analyse „realitätsfremd“. „Hier knirscht und rumort es an ganz vielen Stellen“, heißt es unter anderem von einer Einwohner:in diesbezüglich gegenüber GSCHWÄTZ, die nicht mit Namen genannt werden möchte.

Auch die Analyse von PwC halte sie für „Steuerverschwendung“. Tatsächlich hat ein Kreisrat in der laufende Sitzung nach den Kosten hierfür gefragt, allerdings keine konkrete Antwort erhalten.

Ärzte fallen wegen Krankheit selbst aus oder gehen in Rente

Bürger:innen berichten unter anderem von dem Frauenarzt Dr. Tischler, der durch Krankheit bereits seit Anfang des Jahres nicht mehr praktiziere. Zudem sei es ungewiss, ob er überhaupt wieder zurückkomme in die Praxis. Derzeit werden nur Notfälle und Schwangerschaften behandelt. Hierfür käme ein Arzt aus dem Öhringer Krankenhaus.  „Mir kann keiner erzählen, dass die Frauen hier gut versorgt sind“, sagt eine Betroffene. Auf der Suche nach einem neuen Frauenarzt habe sie stets dieselbe Antwort erhalten: „Wir nehmen keine neuen Patientinnen auf.“

Fahrten bis nach Heilbronn

Bei HNO-Ärzten, Internist, Augenarzt, Orthopäde, Hautarzt, Physiotherapie und Radiologie schaue es ähnlich aus, ergänzt GSCHWÄTZ-Leserin Tatjana Fuchs die Liste. Eine Leserin betont, wie schwierig es sei, einen Kinderpsychologen zu bekommen. Für Fachärzte müsse man von Künzelsau bis nach Heilbronn fahren, sind die Erfahrungen von Michaela Fischer-Foidl. Sarina Knobloch teilt diese Erfahrungen: „Wenn es nicht so traurig wäre, müsste man ja glatt lachen. Wenn ich mit meinen Kind bis nach Öhringen fahren muss zum Chirurgen, weil der eine voll bis unter der Decke ist, man wenn Wochenende ist bis nach Kirchberg fahren muss zum Notdienst, ist das toll abgedeckt? Was machen Leute die kein Auto mehr fahren können? Die nicht gut mobil sind? Was machen diese Menschen? Hier ist es eine reinste Katastrophe überhaupt Arzttermine zu bekommen, weil alle Ärzte überfüllt sind. Von Medikamenten wollen wir erstmal gar nicht anfangen.“
Derzeitige Wartezeit zehn Monate

Bei der schon seit Jahren am Limit fahrenden Kinderarztpraxis in Künzelsau beträgt die derzeitige Wartezeit für Vorsorgeuntersuchungen zehn Monate. Das sei kein Vorwurf an die Praxen, betonen Bürgerinnen immer wieder, sondern an der hiesigen Politik, die Gesundheitsvorsorge auf dem Land nur noch mit Wirtschaftlichkeit bewertet und dementsprechend unterstützt oder eben nicht. Dabei sei Gesundheitspolitik eine soziale Aufgabe.

Entspricht nicht der Realität

Unser Leser Stephan Klein meint dazu: „Hier werden Meinungen vorgesetzt, die der Realität nicht entsprechen. Jeder, der krank ist und einen Facharzt benötigt, weiß das. Meine Lebensgefährtin hatte Brustkrebs und kann ein Lied davon singen.“ Und kommt zu dem Ergebnis: „Kein Wunder das keiner mehr die Altparteien wählt.“

Barbara Pierro kommt zu dem Ergebnis: „Klar für den Landrat sieht es gut aus, für das normale Fußvolk, (ohne privater Krankenversicherung) eben nicht.

Karl Lauterbach betont in diesem TikTok-Video nochmal, dass sehr viele Krankenhäuser in den nächsten Jahren Insolvenz anmelden werden:




Durch Ehemann ausgelöster Polizeieinsatz: Säugling wird beim Stillen der Mutter entrissen

Entreißt man einer Mutter einen Säugling mit einem Großangebot an Polizisten, will dieser Vorgang gut überlegt, wohl durchdacht und sicher begründet sein. Im Fall von Margarethe Katz steht dieser Polizeieingriff in Königshain, der im Oktober 2022 erfolgte (wir berichteten), auf immer wackligeren Füßen, wie unsere Recherchen ergaben. Ein vehementer Vater löste wohl eine Kettenreaktion aus, die einer vermeintlichen Kindeswohlgefährdung entgegenwirken sollte, jedoch letztendlich eine Kindeswohlgefährdung aller Wahrscheinlichkeit nach erst auslöste.

Sie scheint aus der Schublade, in der sie der Kindsvater gesteckt hat, nicht mehr herauszukommen

Beginnen wir jedoch nochmal kurz von vorne. Margarethe Katz hat sich im Januar 2022 von ihrem Partner aus einer toxischen Beziehung gelöst. Das gemeinsame Mädchen sollte zunächst im Nestmodell und dann im Wechselmodell wochenweise mal von dem einen, mal von dem anderen Erziehungsberechtigen großgezogen werden. Der Expartner hält sich nach kurzer Zeit nicht mehr daran, erzählt sowohl der Schule als auch dem Jugendamt, Margarethe Katz sei psychisch labil, er erziehe die Tochter alleine. Hier beginnt die unglaubliche Geschichte der Margarethe Katz, die ein Jurastudium abgeschlossen hat, Anfang 30 ist und eigentlich nur ein neues Leben beginnen wollte: Trotz mehrerer Gutachten, die belegen, dass sie geistig völlig gesund ist, verliert sie im April 2022 Teile des Sorgerecht um ihre Tochter. Sie scheint, so wirken zumindest die Gerichtsdokumente aus Augsburg, aus der Schublade, in der sie der Kindsvater (KV) zu Beginn an gesteckt hat, nicht mehr herauszukommen.

Der Kindsvater beansprucht auch das Sorgerecht für den Sohn, als dieser noch nicht einmal geboren war

Die Tochter lebt nun seit Ende Dezember 2022 beim Vater, der Kontakt zur Mutter ist abgebrochen. Kurz vor der Trennung wird Margarethe Katz schwanger von ihrem Exmann. Sie sagt es ihm. Seine Reaktion: Er setzt Bedingungen, unter denen Margarethe den gemeinsamen Sohn behalten dürfe, äußert aber zugleich bereits in der Schwangerschaft gegenüber jedermann schon immer bestehende Zweifel an der geistigen Gesundheit seiner Frau hat und dass er um Leib und Leben von seiner Frau und seinem Jungen bange. Auch in diesem Fall scheint allein die, so Margarethes Eindruck, „Vehemenz“ ihres Expartners auszureichen, jeden Beteiligten an den Gerichtsverfahren auch ohne Beweise davon zu überzeugen, dass er die Wahrheit sagt. Ihre Beweise wie Gegengutachten scheinen hingegen wirkungslos zu verpuffen.

Noch-Ehemann zeigt sie wegen Kindesentführung an

Die Richterin spricht dem Kindsvater rund zwei Wochen nach der Geburt das Sorgerecht zu. Das Kind sei dem Vater zu übergeben, weil die Mutter ihm dieses vorenthalte und er sich „ernsthafte Sorgen“ mache. Für Margarethe Katz als Juristin ein unglaublicher Vorgang, der sich wie ein Albtraum anfühlt. Als ihr Sohn geboren wurde, sucht sie daher zunächst Schutz bei Carola Wilcke in Görlitz, bis alles rechtlich geklärt ist. Wilcke ist Gründerin der Löwenmamas, der Selbsthilfegruppe des Müttervereins MIA Deutschland. Margarethes Noch-Ehemann derweil zeigt sie wegen Kindesentführung an.  Beim Gericht und Jugendamt fürchtet er abermals um Leib und Leben bezüglich seiner Frau und seinem Kind. Diese glauben ihm abermals. Die Richterin erlässt einen so genannten Herausgabebeschluss, als Reaktion auf die Beschwere der Kindsmutter auf den Beschluss zum Sorgerechtsbezug. Das bedeutet: Der Säugling sei unverzüglich dem Kindsvater aus der Wohnung in Augsburg auszuhändigen. Dies aber war noch nicht der Höhepunkt in diesem grotesk anmutenden Theaterstück. Eine derartige Übergabe eines Säuglings, der seiner bislang einzigen Bezugsperson von jetzt auf nachher entzogen werden soll, bedarf höchstes Fingerspitzengefühl, um kein Trauma auszulösen, das weiß jeder Hobbypsychologe.

In der Regel, so das betreffende Gericht in Augsburg auf GSCHWÄTZ Nachfrage, wäre ein Gerichtsvollzieher dafür zuständig, das Kind zu holen. Idealerweise wäre zumindest der Vater bei der Übergabe dabei, so ein Psychologe. Nichts von alldem geschah.

Der Kindsvater will seinen kleinen Sohn von der Polizei holen lassen, kann sich aber selbst nicht um das Kind kümmern.

Stattdessen, so belegen es dementsprechende Unterlagen und Protokolle nach Recherchen der Hohenloher Medien, hat der KV mit Nachdruck die Polizei aufgefordert, das Kind von der Mutter zu holen. Der KV hingegen ging, so zeigen Polizeiprotokolle, zunächst am 05. Oktober 2023 zur Wache in Augsburg und forderte die Polizei „unter Androhung seines Rechtsanwaltes auf, sein Kind von der Mutter zu holen. Darüber hinaus betonte er, dass er selbst nicht in der Lage sei, sich um das Kind zu kümmern. Daher müsse es dann an Dritte übergeben werden.“ Als die Mutter von ihrer Fahndung über den WhatsApp Aufruf des Kindsvaters erfuhr, stellte sie sich sogar bei der Polizei in Erlangen vor, dass sie und ihr Kind bester Gesundheit waren. Der erste Polizist, bei dem der Vater das genannte Vorgehen forderte, ging nicht auf diese Forderung ein, sondern besprach sich mit dem Jugendamt und kam zu dem Schluss, dass das nicht die primäre Aufgabe der Polizei sei, dass man lediglich dabei helfen könne, die Mutter ausfindig zu machen. Gesagt, getan. Die Polizei macht die Mutter schließlich bei Carola Wilcke ausfindig. Wieder forderte der KV, dieses Mal bei einem anderen Polizisten und unter Zuhilfenahme von seiner Anwaltskanzlei, mit einem Polizeieinsatz seinen frisch geborenen Sohn von der Mutter zu trennen. Dieses Mal gab es einen Polizisten, der diesen Polizeieinsatz dann tatsächlich Ende Oktober 2022 auslöste. Es bestand zu diesem Zeitpunkt keine Gefahr für Leib und Leben – weder für die Kindsmutter, noch für den Säugling.

Höchste Traumatisierung eines Säuglings

Es gab lediglich einen Vater, der anscheinend so überzeugend bei allen Ämtern und Behörden auftrat, dass dadurch am Ende ein Säugling seiner Mutter beim Stillen entrissen und fremden Personen übergeben wurde. Damit verlor der Säugling binnen Sekunden die einzige Bezugsperson, die er hatte. Der Vater war bei dem Polizeieinsatz nicht dabei, geschweige denn, dass der Säuglings ihn gekannt hätte. Allein dieser Vorgang stellt eine höchste Traumatisierung eines Säuglings dar und beweist, dass es dem Kindsvater eben nicht um das Wohl seines Kindes ging beziehungsweise dass er vielleicht auch kein Gespür dafür hat, was ein Baby braucht. Es ist erschreckend, dass eine einzelne Person aufgrund von kruden Behauptungen eine solche Kettenreaktion auslösen kann in einem Rechtsstaat in Deutschland und dass nicht mal zu diesem Zeitpunkt erkannt wurde, dass hier eine akute Kindeswohlgefährdung des Vaters unter Zuhilfenahme des Staates stattfand. Die Anzeige wegen Kindsentführung, die der KV zusätzlich noch gegen die Kindsmutter gestellt hat, wurde mittlerweile fallengelassen.

Margarethe Katz hat seit geraumer Zeit ihre beiden Kinder nicht mehr gesehen. Beide leben nach Sorgerechtsbeschlüssen beim Vater. Aber Margarethe Katz kämpft weiter für und um ihre Kinder. Anfang Juli 2023 gibt es den nächsten Gerichtstermin. Dabei geht es um ihre Tochter. Und sie kämpft für ein Rechtssystem in Deutschland, dass so etwas, wie ihr widerfahren ist, nicht noch einmal mehr passieren kann.

Zurück zu den LÖW:INNEN.

 

 

 




Vollbremsung für die Kochertalbahn

Antrag über den Start weiterer Planungsschritte zur Kochertal- und Hohenlohebahn wird von der Tagesordnung genommen.

Auf der Tagesordnung der Kreistagssitzung vom 26. Juni 2023 in der Stadthalle in Ingelfingen sollte beschlossen werden, dass sich der Kreis mit rund 1.5 Millionen Euro an den Kosten für die „Standardisierte Bewertung“ der Kochertalbahn und der Hohenlohebahn beteiligt. Das Thema wurde im Kreistag schon mehrmals besprochen, es war klar, dass nach der positiven Machbarkeitsstudie der beiden Strecken jetzt Geld für erste Planungsmassnahmen in die Hand zu nehmen ist, wenn man das Projekt fortführen will.

Überraschend nimmt jedoch Landrat Dr. Matthias Neth den Punkt von der Tagesordnung. Ein Kreisrat hatte wegen der angeblich zu späten Bereitstellung der Vorlage angedroht, bei Abstimmung den Rechtsweg vor dem Verwaltungsgericht gehen zu wollen, um die Rechtmäßigkeit des Beschlusses festzustellen.

Neth sieht sich und die Verwaltung im Recht, trotzdem räumt er ein: “Ein Verfahren vor dem Verwaltungsgericht kann lange dauern“ Während des Verfahrens wären die Aktivitäten zur Kochertalbahn lahmgelegt, schlimmer noch: Bei einer Verzögerung könnten Fördertöpfe, die angezapft werden sollen, zwischenzeitlich bereits ausgeschöpft sein. Die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts müßte dann völlig neu beurteilt werden.

Aus diesem Grund wurde das Thema nicht behandelt. Einmütigkeit scheint es nicht zu geben, viele Fragen zu diesem Themenkomplex seien an ihn herangetragen worden, berichtet Neth:“Es gibt viele offene Fragen, wir müssen nun politisch entscheiden, ob wir diese Fragen beantworten sollen“.

Neth nennt den Namen des Kreisrats nicht, der -so Neth- sein gutes Recht wahrnimmt. Er betont, dass er keine politischen Ziele mit seiner Ankündigung verfolgt, wie etwa eine Verzögerungs- und letztendlich Verhinderungstaktik bei diesem Thema, sondern „das Streben nach Rechtsschutz und Rechtssicherheit ist legitim“. Er erkennt an, dass der betreffende Kreisrat offen und früh kommuniziert habe. Die Verwaltung habe aber die Aufgabe, unnötige Verzögerungen zu vermeiden, daher werde jetzt eine Sondersitzung vor der Sommerpause wegen der Kochertalbahn einberufen. Die Unterlagen sind bereits zugestellt, es kann dann nicht nicht mehr zu einer ähnlichen Situation kommen.

Eine Aussprache zu diesem Thema sollte es nicht geben, trotzdem meldet sich Weissbachs Bürgermeister Rainer Züfle zu Wort und gibt sich als „der betreffende Kreisrat“ zu erkennen. Er habe eine andere Rechtsauffassung als Landrat und als die Verwaltung, es gehe immerhin um einen Beschlußantrag über rund 1,6 Millionen. „Ich habe daher von meinem Recht Gebrauch gemacht“, sagt er „und ich stehe dazu mit meinem Namen.

Als sich Christian von Stetten, bekanntlich ein Förderer und Befürworter der Kochertalbahn, mit „Ich möchte dem Kollegen sagen, was ich davon halte“ zu Wort meldet, entgegnet Züfle in recht harscher Weise, dass es keine Aussprache in der Sache gebe. Landrat Neth bricht das aufkommende Streitgespräch ab – und verweist auf die Sondersitzung. Eine angespannte Stimmung bleibt.

Hintergrund: Derzeit würde es für die Kochertalbahn rund 90 Prozent Fördermittel von Bund und Ländern geben. Die Weichen stehen hier auf Grün. Aber es gibt noch andere Wettbewerber. Die Befürchtung steht im Raum, wenn man jetzt nicht Nägel mit Köpfen macht, bekommen die Zuschläge andere Kreise. Daher hofft der Kreistag nun bei der Sondersitzung in die nächsten planerischen Schritte einsteigen zu können.

Text: Matthias Lauterer

Rainer Züfle in der Kreistagssitzung in Ingelfingen am 26. Juni 2023. Foto: GSCHWÄTZ

Christian von Stetten in der Kreistagssitzung in Ingelfingen am 26. Juni 2023. Foto: GSCHWÄTZ




„Das Angebot kann sich sehen lassen“

Gleich der erste Tagesordnungspunkt der Kreistagssitzung in der Stadthalle in Ingelfingen am Montag, den 26. Juni 2023, hatte es in sich. Es ging um die Gesundheitspolitik und insbesondere um das sei Jahren sehr emotionale Thema: Krankenhäuser – die langersehnte Fertigstellung des Neubaus in Öhringen und das fehlende Krankenhaus in Künzelsau und die Frage: Was gibt es derzeit noch an ärztlicher Versorgung in Künzelsau? Konnte die BBT-Gruppe die Versprechungen wahr machen und eine ordentliche ambulante Gesundheitsversorgung in der Kreisstadt etablieren, quasi als Notersatz für die vorzeitige Schließung des Krankenhauses – so wie es damals versprochen wurde?

Hospiz in Künzelsau

„Wir brauchen eine ehrliche Bestandsaufnahme“, sagt Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth bezüglich der Gesundheitsversorgung in und rund um Künzelsau gleich zu Beginn. Es werde nicht gesehen, was bereits alles gut laufe. Darum habe der Hohenlohekreises nun (mal wieder) PriceWaterhouseCoopers (PwC) beauftragt, die am Ende ihrer Analyse ebenso feststellten: Es gab bereits vor 2019 ein breites ambulantes Versorgungsangebot in Künzelsau.“ Nun gäbe es neben dem Ärztehaus Medikün mit den eigenständig arbeitenden Arztpraxen noch die psychiatrische Tagesklinik im ehemalgien Klinikgebäude sowie ein medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) und ab 2025 – ein Hospiz mit acht Plätzen Das sei mehr als manch ein andere ambulante Versorgung in anderen Städten. Sprich: Die Einwohner:innen in und rund um Künzelsau können zufrieden sein.

Das MVZ soll Kassensitze in Künzelsau nicht abwandern lassen

Das MVZ habe den Vorteil, dass man Kassensitze, die eventuell bei der Schließung von Arztpraxen abwandern könnten, in Künzelsau halten könne. In einem MVZ arbeiten Ärzte nicht mehr in eigenständigen Praxen, sondern sind Angestellte der BBT-Gruppe. Dadurch ergäben sich ganz neue Möglichkeiten, so Neth, etwa die Möglichkeit der Teilzeitarbeit bei Ärzten und bezahlter Urlaub.

Stadt Künzelsau kauft Krankenhausareal

Das ehemalige Krankenhausareal werde nach intensiven, sehr guten Gesprächen mit der Stadt, betont Neth immer wieder, nun an die Stadt Künzelsau übergehen – zu welchem Kaufpreis, dazu wollte sich der Landrat bislang nicht äußern.

Abriss ungewiss

Was die Stadt dann damit mache, ob es das ehemalige Krankenhausgebäude abreißen lässt oder darin das neue Hospiz beherbergt, diese Möglichkeiten lies der Landrat der Stadt offen, betonte aber, dass alle Mietverträge trotz Eigentümerwechsels erst einmal weiterhin Bestand hätten, etwa die Mietverträge mit den bestehenden Arztpraxen im Ärztehaus wie auch die Flüchtlingsunterbringung des Hohenlohekreises sowie die psychiatrische Tagesklinik. Bei letztem waren sich sowohl der Hohenlohekreis als auch die Stadt Künzelsau einig, dass man diese in jedem Fall in Künzelsau halten wolle.

 




Und alles dreht sich nur um eins…

In Rekordgeschwindigkeit war der Freitag des diesjährigen Würth Open Airs 2023 ausverkauft. Der Grund: Die Fantastischen 4 und Clueso hatten sich angekündigt.

Vor allem Fanta 4 bewiesen an diesem Abend, dass an dem Sprichwort, je älter, desto besser, scheinbar wirklich etwas dran ist.

Hier seht ihr eine erste Bildergalerie:




Ungewöhnliches Eintrittskarten-System am Kocherfreibad Künzelsau

Seit Beginn der Badesaison 2023 erwartet die Besucher:innen des Kocherfreibades kein Personal mehr zum Abkassieren des Eintritts am Eingang, sondern ein blaue Geldkassette, daneben ein DIN-A4-Blatt mit den Eintrittspreisen. Diese Form der Kasse nehmen allerdings diverse Badegäste zum Anlass, so berichten es GSCHWÄTZ-Leser, einfach so das Freibad aufzusuchen, ohne zu bezahlen. Das Ärgerliche: Andere Besucher:innen haben bereits zu Beginn der Badesaison eine Dauerkarte bei der Stadtverwaltung Künzelsau gekauft und schauen nun zu, wie manche Menschen ohne zu Bezahlen das Kocherfreibad nutzen, unter anderem teilweise mit Bierflaschen und Shisha ausgestattete Jugendliche. „Die allgemeine Situation ist eine Katastrophe“, findet eine Dauerkarten-Besitzerin. Diese berichtet:

„Die allgemeine Situation ist eine Katastrophe“

Als das Theater im Fluss gespielt habe und das Freibad wegen schlechtem Wetter eigentlich geschlossen gewesen sei, seien trotzdem viele Badegäste hineingegangen, weil es ja offen war. Kontrolle Fehlanzeige.

Es werde daher kein spezielles Kassenpersonal mehr geben.

Elke Sturm erklärte auf GSCHWÄTZ-Nachfrage: „Der Einwurf des Eintrittsgeldes ist nur eine Zwischenlösung. In den nächsten Tagen geht ein Webshop online, bei dem Eintrittskarten gekauft werden können. Das hat leider wegen technischer Probleme nicht rechtzeitig zum Saisonstart geklappt. Sobald der Webshop online ist, werden wir das veröffentlichen. Saisonkarten sind im Bürgerbüro im Rathaus während der Öffnungszeiten erhältlich.“ Es werde daher kein spezielles Kassenpersonal mehr geben.

Stichprobenartige Kontrollen

Sie verweist auch darauf, dass die Karten immer wieder stichprobenartig kontrolliert werden. Es ist also mit Kontrollen zu rechnen.“

Stadt such neuen Pächter für Kocherfreibad

Für den Biergarten neben dem Kocherfreibad sucht die Stadtverwaltung derzeit einen neuen Pächter. Dieser habe aber aktuell noch ganz normal geöffnet. Wir haben bei der Stadt nachgefragt, ob die Gerüchte stimmen, das ein Gastronom von Ingelfingen Interesse bekundet hat, aber die Stadtverwaltung das Pachtverhältnis unter die Auflage gestellt habe, dass es künftig Bedienungen im Biergarten geben soll. Des Weiteren soll der Biergartenbetreiber auch die Ticket für das Freibad verkaufen.  Die Stadverwaltung ging in ihrer Presseantwort darauf nicht näher ein. Elke Sturm verwies lediglich darauf, dass die Ausschreibung für eine Neuverpachtung läuft. „Der Gemeinderat berät in seiner Juli-Sitzung 2023 über einen neuen Pächter. Deshalb ist zurzeit nicht mehr dazu zu sagen.“

Öffnungszeiten

eine Freibadgängerin beschwerte sich gegenüber GSCHWÄTZ, dass es derzeit relativ undurchsichtig sei, wann das Freibad geöffnet habe und wann das Hallenbad. Nur durch eine Hotline würde das derzeit mitgeteilt werden. Elke Sturm erklärt: „Das Freibad ist ganz normal geöffnet (ab 25 Grad, kein Dauerregen); wenn das Freibad nicht geöffnet hat, ist das Hallenbad geöffnet. Gleichzeitig können die Bäder aufgrund von fehlendem Personal den Betrieb leider nicht gewährleisten. Welches Bad geöffnet hat, wird tagesaktuell per Aushang an den beiden Bädern und per Telefonansage unter Telefonnummer 07940 547618, bekanntgegeben.

Sie empfiehlt den Badegästen: „Saisonkarten kaufen im Bürgerbüro kaufen oder demnächst online.“ Generell gelte: „Die Wasserqualität ist ausgezeichnet. Das Team des Kocherfreibades freut sich über viele Besucher:innen.

Mehr Infos finden Sie hier: https://kuenzelsau.de/,Lde/saisonstart+kocherfreibad+2023+_02_06_2023_

Video: Ein Besuch im Kocherfreibad 2022




Lasst die Spiele beginnen

Groß und Klein feiern am Samstag, dem 17. Juni 2023 von 11:30 bis 16:30 Uhr bei strahlendem Sonnenschein gemeinsam das 12. Weltkinderfest auf dem Campus des Bildungszentrums Niedernhall. Das Fest wurde vom Kreisjugendring Hohenlohe, der Stadt Niedernhall und über 30 weiteren Vereinen und Organisationen auf die Beine gestellt. Bürgermeister Achim Beck begrüßt die Gäste und wünscht allen Kindern und natürlich den junggebliebenen Erwachsenen eine schöne Zeit. Claudia Müller, die Landrat Dr. Matthias Neth vertritt, hofft auf ein Fest, bei dem Hürden überwunden werden. „Egal, ob es sprachliche Barrieren sind, unterschiedliche Herkunft, Religionen oder Menschen mit Handicap, Jung und Alt, hier begegnet man sich untereinander auf Augenhöhe.“

Spiel und Spaß

Die ehrenamtlichen Helfer:Innen bieten den Gästen Spiel und Spaß, aber auch vielfältige Verpflegung von Schaschlik und Currywurst über Döner bis hin zu Muffins und Waffeln, auch an türkischem Kaffee mangelt es nicht.

Schwungtuch, Bastelstände, Kistenklettern

Der Asphalt zwischen den Gebäuden heizt sich unter der Sonneneinstrahlung rasch auf, Schattenplätze werden rar, doch kühle Getränke schaffen Abhilfe. Am frühen Nachmittag bringen Wolken eine ersehnte Sonnenpause. Auf der Wiese hinter der Mensa des BZN können die Kinder auf Zahlen oder mit Ringen werfen, auf Kisten klettern oder mit einem bunten Schwungtuch spielen. Es gibt auch eine Menge Bastelstände, wo Armbänder gebastelt, Taschen bemalt oder Tattoos aufgeklebt werden. Wem das nicht genug Action ist, der kann einmal Probesitzen im Polizeiauto, mal die Liege im Rettungswagen testen oder mit dem THW-Fahrzeug hupen.

Unterschiedliche Herkunft

„Es bedeutet viel, dass sich hier Gruppen mit verschiedener Herkunft treffen. Verschiedenste Organisationen können sich zeigen, die Leute untereinander vernetzen. Und Verantwortung zeigen“, so die Polizisten Gerhard Wolpert und Lena Taute.

Gemeinsam für ein ZUSAMMEN

Flavia da Silva Matzrik ist seit den Anfängen vor 14 Jahren dabei: „Da hatten wir nur 2000€“, erzählt sie, aber mit einer Menge Arbeit und Herzblut sei aus den Anfängen ein gut besuchtes Weltkinderfest enstanden.

„Am Anfang war es nur in Künzelsau. Aber es ist ja ein Weltkinderfest. Also hat es begonnen, sich zu öffnen. Für andere Gemeinden und Ideen, ein wechselndes Angebot, für ein Zusammen“, ergänzt Iris Schotow, Geschäftsleitung des Kreisjugendring Hohenlohe.

Vereine präsentieren sich

Auch Katharina König gefällt die Organisation. „Es ist genau die richtige Mischung für große Kleine und kleine Große. Außerdem ist es hier nicht zu groß, die Gäste verteilen sich.“

„Und für die Vereine ist es eine gute Möglichkeit, sich zu präsentieren“, findet Caroline Delaroue, die Vorsitzende des Kinderschutzbundes Hohenlohekreis, der Kinder in finanziell schwierigen Situationen mit Nachhilfe oder Ferienprogrammen unterstützt. Denn eines haben sie alle gemeinsam: Sie wollen, dass die Kinder einen Grund zum Lächeln haben.

Die Spiele sind kostenfrei

Jedenfalls hat Daly, die mit ihren Töchtern Alma und Nele da ist, das Weltkinderfest als perfektes Wochenendausflugsziel für sich entdeckt. „Hier ist es schön für die Kinder. Man kann viel spielen und selbst machen.“ Sie findet es auch gut, dass man nicht für alles bezahlen muss. „Das ist gut für alle, vor allem, wenn man gerade in keiner idealen finanziellen Situation ist.“

Auch Sedrat, die mit ihren Eltern Emran und Karima und ihren Geschwistern Jahla, Saha und Aliresa von Künzelsau nach Niedernhall gekommen ist, gefallen die Angebote und das Miteinander. „Hier kann man so viel mit den anderen Kindern machen. Und deutsch sprechen“, erzählt sie und lächelt.

Kann schon sein, dass ich nur ein Träumer bin

Eine Menge Hände haben dabei geholfen, das Fest auf die Beine zu stellen. Über 30 Vereine, die sich nun untereinander vernetzt haben und weitere Vereine mit einbeziehen wollen. „So ein Fest kann man nur veranstalten, wenn es viele Helfer:Innen gibt. Ein Verein kann nur bestehen, wenn es viele Mitglieder gibt. Wir brauchen uns gegenseitig. Nicht nur jetzt, sondern auch in der Zukunft. Und dafür ist das Weltkinderfest da. Weil es nur gemeinsam geht“, so Alexander Strienz vom Vorsitz des Kreisjugendrings Hohenlohe.

Das Fest wird gemeinsam auf der Bühne beendet. Erst führen die Jazztanzgruppe „The Unlimted“ und die Rope Skipping Gruppe „Die blauen Blitze“ vom TSV Niedernhall ihre Choreographien auf, dann singen alle gemeinsam das Lied „Menschenkinder“ von Adel Tawil, in dem es heißt:

Kann schon sein

Dass ich nur ein Träumer bin

Doch ich stell‘ mir vor

Wir kriegen das zusammen hin

Und wer mag, darf dazu auf die Bühne kommen.

Text, Bilder & Video: Anna-Lena Eißler

 

 

 

 




„Es geht darum, ihm und seiner Familie mehr Zeit zu schenken“

Derzeit sieht man sie in vielen Geschäften in Künzelsau liegen: Blaue Flyer, die einen jungen Mann zeigen, Elefterios Mavridis, genannt „Lefti“, geboren am 24. Juni 1993. Seine Familie bittet in diesen Flyern um Spenden. Es handelt sich um den Sohn der Betreiber des Tennisstüble in Künzelsau. Er kämpft seit einem Jahr mit einem Hirntumor.

Sehr aggressiver Hirntumor

Dr. Sandra Hartmann hat mit Alex Göbel vom Verein Lächelwerk über Lefti gesprochen. Der Verein unterstützt die Spendenaktion.

De Hirntumor, den Lefti hat, sei sehr aggressiv und breite sich schnell aus. Er sei eigentlich bereits, nachdem die Ärzte nichts mehr für ihn haben tun können, aus dem Krankenhaus „zum Sterben“ nach Hause entlassen worden. Dann begannen seine Familie und Freunde zu recherchieren, ob es nicht noch weitere Behandlungsmöglichkeiten gebe und stießen auf eine Privatklinik im Schwarzwald. Es gehe dabei nicht darum, dass er gesund wird, betont Alex Göbel i Videointerview, sondern darum, ihm und seiner Familie mehr Zeit zu schenken. Lebenszeit.

Lebenszeit

Vor wenigen Monaten unterstützte der Verein Lächelwerk bereits Marcel und seine Familie mit einer Spendenaktion. Der Jugendliche leidete an einem schweren Herzfehler. Kurz vor Antritt seiner Therapie in den USA starb er jedoch.

Warm werden solche Behandlungsmaßnahmen nicht von den Krankenkassen übernommen? Göbel möchte kein Krankenkassenkritiker sein. Diese „leisen sehr gute Arbeit, so weit es ihnen möglich ist“. Aber diverse speziellere Therapien umfassen eben einfach nicht den Leistungskatalog.

Therapie

Im Fall Lefti hat die immunglobuline Therapie bereits begonnen. Damit soll das Wachstum des Tumors gestoppt werden und kleiner werden. Erste sichtbare Erfolge haben sich bereits eingestellt, berichtet die Familie auf der Seite von Lächelwerk. So könne der 29-Jährige mittlerweile nach sieben Wochen intensiver Therapie wieder erste Worte sprechen,Er sitzt aufrecht, er trinkt selbstständig, er kann Dinge selbst halten. Mithilfe eines Rollstuhls kann er frische Luft atmen. Er lächelt, wenn er die Sonnenstrahlen mit seiner Frau und seinen Kindern genießt.

Bislang sind rund 160.000 Euro im Rahmen der Spendenaktion zusammengekommen. Davon sind bereits 120.000 Euro an die Klinik gegangen. Wöchentlich fließt vom Verein Lächelwerk Geld an die Klinik. Ziel ist es, dass Lefti irgendwann nach Hause entlassen werden kann und ihn dann zu Hause weiterbehandelt. Göbel rechnet daher mit weiteren Kosten von mindestens 40.000 bis 60.000 Euro.

Spendenlink: 👉 per Überweisung: Lächelwerk e.V. Sparkasse Mitten im Sauerland DE 93 4645 1012 0100 0749 21 Verwendungszweck: Lefti 👉 per PayPal: info@laechelwerk.de (Verwendungszweck: Lefti) Weitere Informationen: www.lächelwerk.de

Weitere Informationen über Leftis aktuellen Gesundheitszustand: https://www.facebook.com/krebsprojekt/?locale=de_DE

 




Mit Messer und Baseballschläger

Eine mit einem Messer attackierte Frau hat sich in Rot am See (Kreis Schwäbisch Hall) so zur Wehr gesetzt, dass der vermutliche Angreifer selbst den Notruf wählte.

Der 29-Jährige hatte seine 38 Jahre alte Nachbarin in einem Mehrfamilienhaus mit einem Messer angegriffen und in seine Wohnung gezerrt, wie die Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilte.

In der Wohnung soll es dann erneut zur Attacke mit dem Messer sowie mit einem Baseballschläger gekommen sein.

Wie genau sich die Frau wehrte und warum es zu dem Angriff am Mittwoch, den 14. Juni 2023, kam, wurde zunächst nicht mitgeteilt.

Die Frau wurde in ein Krankenhaus gebracht und musste notoperiert werden. Der Mann wurde festgenommen und sitzt seither in Untersuchungshaft.




Mit Küchenmesser bewaffnet

Für allerlei Mutmaßungen in Kupferzell hat laut der Polizei ei Vorfall gesorgt, der sich am Sonntagabend, den 11. Juni 2023, in in einre Unterkunft für geflüchtete Männer ereignet hat. In WhatsApp-Gruppen kursierten Nachrichten, in denen von einer Messerstecherei die Rede war.

Bei einem Streit gegen 18 Uhr, in welchem ein 26-Jähriger, eine 27-Jähriger und ein 31-Jähriger verwickelt waren, wurden drei Personen verletzt.

In dessen Verlauf soll sich der Jüngste mit einem Küchenmesser bewaffnet und die anderen bedroht haben. Dem 27-Jährigen gelang es, dem Angreifer das Messer abzunehmen, wobei er sich eine Schnittverletzung zuzog. Bei der folgenden Rangelei wurden auch die anderen beiden Männer verletzt. Der stark alkoholisierte 26-Jährige wurde von der Polizei festgenommen.

Alle Beteiligten mussten nach der Auseinandersetzung in Krankenhäusern behandelt werden. Der Angreifer wurde anschließend in eine Psychiatrie eingewiesen.