„Wir nehmen keine neuen Patient:innen auf“
Die GSCHWÄTZ social media Kanäle liefen heiß, als wir am Montag, den 26. Juni 2023, den Bericht von der Kreistagssitzung in der Stadthalle in Ingelfingen veröffentlichten. Dabei verwies Landrat Dr. Matthias Neth mit Hinblick auf das Ärztehaus und das neue medizinische Versorgungszentrum auf eine gute medizinische Versorgung in Künzelsau. Die dafür hinzugezogene Beratungsfirma PricewaterhouseCoopers (PwC) kam zu demselben Ergebnis. Nicht so diverse Bürger:innen.
Realitätsfremd
Laut Reiner Böttcher ist diese Analyse „realitätsfremd“. „Hier knirscht und rumort es an ganz vielen Stellen“, heißt es unter anderem von einer Einwohner:in diesbezüglich gegenüber GSCHWÄTZ, die nicht mit Namen genannt werden möchte.
Auch die Analyse von PwC halte sie für „Steuerverschwendung“. Tatsächlich hat ein Kreisrat in der laufende Sitzung nach den Kosten hierfür gefragt, allerdings keine konkrete Antwort erhalten.
Ärzte fallen wegen Krankheit selbst aus oder gehen in Rente
Bürger:innen berichten unter anderem von dem Frauenarzt Dr. Tischler, der durch Krankheit bereits seit Anfang des Jahres nicht mehr praktiziere. Zudem sei es ungewiss, ob er überhaupt wieder zurückkomme in die Praxis. Derzeit werden nur Notfälle und Schwangerschaften behandelt. Hierfür käme ein Arzt aus dem Öhringer Krankenhaus. „Mir kann keiner erzählen, dass die Frauen hier gut versorgt sind“, sagt eine Betroffene. Auf der Suche nach einem neuen Frauenarzt habe sie stets dieselbe Antwort erhalten: „Wir nehmen keine neuen Patientinnen auf.“
Fahrten bis nach Heilbronn
Bei der schon seit Jahren am Limit fahrenden Kinderarztpraxis in Künzelsau beträgt die derzeitige Wartezeit für Vorsorgeuntersuchungen zehn Monate. Das sei kein Vorwurf an die Praxen, betonen Bürgerinnen immer wieder, sondern an der hiesigen Politik, die Gesundheitsvorsorge auf dem Land nur noch mit Wirtschaftlichkeit bewertet und dementsprechend unterstützt oder eben nicht. Dabei sei Gesundheitspolitik eine soziale Aufgabe.
Entspricht nicht der Realität
Unser Leser Stephan Klein meint dazu: „Hier werden Meinungen vorgesetzt, die der Realität nicht entsprechen. Jeder, der krank ist und einen Facharzt benötigt, weiß das. Meine Lebensgefährtin hatte Brustkrebs und kann ein Lied davon singen.“ Und kommt zu dem Ergebnis: „Kein Wunder das keiner mehr die Altparteien wählt.“
Barbara Pierro kommt zu dem Ergebnis: „Klar für den Landrat sieht es gut aus, für das normale Fußvolk, (ohne privater Krankenversicherung) eben nicht.
Karl Lauterbach betont in diesem TikTok-Video nochmal, dass sehr viele Krankenhäuser in den nächsten Jahren Insolvenz anmelden werden:
@haberne OHNE ÜBERTREIBUNG WIRD DAS LAND AN DIE WAND GEFAHREN. #krankenhaustiktok #videotiktokviral #detschland🇩🇪 #nachrichtenausallerwelt #lauterbach #heute #aktuell #ausderregion







