„Auslöser kann jeder Funke sein“
Vor wenigen Tagen ereignete sich der bislang größte Flächengroßband auf einer landwirtschaftlichen Fläche im Hohenlohekreis. Betroffen war eine Fläche bei Künzelsau-Steinbach. Das Feld stand in einem Flammenmeer (wir berichteten). Mehrere Löschfahrzeuge mussten anrücken. Feuerwehrler kämpften gemeinsam mit Landwirten vor Ort gegen das Feuer an. Mit Erfolg. Laut der Polizei ist der Grund bislang noch ich gefunden. Vermutlich aber hat sich das abgeernette Feld unter dem Fahrzeug durch die Hitze und Trockenheit entflammt.
GSCHWÄTZ hat daher beim Geschäftsführer des Bauernverbandes Schwäbisch Hall-Hohenlohe, Helmut Bleher, nachgefragt, ob derartige Brände nun Alltag werden könnten:
GSCHWÄTZ: Nehmen derartige Bbrände im Zuge der anhaltenden Trockenheit und Dürre zu?
Bleher: Aktuell sehen wir aufgrund der hohen Trockenheit in Verbindung mit der reifen Ernte tatsächlich eine erhöhte Flächenbrandsituation.
GSCHWÄTZ: „Entflammen“ Äcker allein wegen der Trockenheit oder benötigt es hierfür kleine Auslöser wie etwa eine Zigarettenkippe?
Bleher: Auslöser kann jeder Funke sein. In einigen Fällen etwa mechanische Auslöser an Geräten, heiß gelaufene Lager, ein Funkenschlag Metall auf Stein, heiß gelaufene Motoren und ähnliches …
GSCHWÄTZ: Werden in Folge der Hitzesommer Ackerbrände häufiger werden?
Bleher: Wir haben insofern eine Ausnahmesituation, dass die Erntereife mit extremer Trockenheit und Hitze zusammenfällt. Ob sich in den nächsten Jahren tendenziell diese Situation verändert, ist nicht vorhersehbar.
GSCHWÄTZ: Wie kann man dem Vorbeugen?
Bleher: Am besten kann man dadurch vorbeugen, dass man auf die Gefahrenrisiken achtet. Das machen die Bauern auch. Insbesondere die großen Fahrzeuggespanne und Erntemaschinen sind mit Feuerlöschsystemen ausgerüstet, so dass schnell reagiert werden kann.
GSCHWÄTZ: Teilweise haben die Landwirte viel früher als üblich ihre Felder abgeerntet. Warum?
Bleher: Aufgrund der Wettersituation haben wir dieses Jahr eine sehr frühe Ernte. Das kann nächstes Jahr anders sein.
GSCHWÄTZ: Teilweise grenzen landwirtschaftliche Flächen direkt an Wohngebieten. Ist hier künftig von einer erhöhten Flammengefahr auszugehen?
Bleher: Ich sehe keine erhöhe Gefahr für Wohngebiete. Die allermeisten Felder haben ja genug Abstand. Wichtig ist, auf das Gefahrenpotenzial zu achten.
GSCHWÄTZ: Angesichts der voraussichtlich wesentlich schlechteren Ernteergebnisse in diesem Jahr – werden die Lebensmittelpreise, insbesondere auch die Fleischpreise, wieder ansteigen?
Bleher: Die Lebensmittelpreise hängen zum allergrößten Teil von den globalen Märkten ab. Eine Verknappung auf dem Weltmarkt führt zu höheren Preisen, ein höheres Angebot senkt diese. Letzteres ist vor allem aktuell bei den Fleischpreisen zu beobachten. Die Tierbestände sind weltweit aufgrund der hohen Energiepreise gesunken, deshalb sind die Fleischpreise gestiegen. Im Bereich Schweinefleisch in Deutschland ist die Situation besonders verstärkt worden, weil politisch nur in Deutschland Sondervorschriften erlassen worden sind, die dazu führen, dass Landwirte massiv aussteigen, weil durch diese eine kostendeckende Arbeit nicht mehr möglich ist.














