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Zum Sterben zu früh: Erstes Treffen der Projektgruppe Krankenhaus Künzelsau

Dabei wurde nicht, wie von den Bürgern des Kocher- und Jagsttals sowie der Bürgerinitiative erhofft, über ein Konzept zur Erhaltung des stationären Krankenhauses in Künzelsau gesprochen. Im Gegenteil: Landrat Neth schwor seine Getreuen darauf ein: Künzelsau muss geschlossen werden, damit Öhringen überlebt. Gegenstimmen? Keine.

Hintergrund: Das Landratsamt möchte in jedem Fall die Gelder für den Krankenhausstrukturfonds vom Land für Öhringen bekommen. Diese Gelder fließen aber nur, wenn Künzelsau als stationäres Krankenhaus geschlossen wird. Umgekehrt kann das Öhringer Krankenhaus aber ebenfalls nur überleben, wenn es Mittel aus dem Strukturfonds bekommt (siehe Pressemitteilung: „Der Erhalt und Ausbau des Öhringer Krankenhauses ist nur mit Mitteln aus dem Krankenhausstrukturfond möglich.“).

Die Bürgerinitiative (BI) war bei dem ersten Treffen der Projektgruppe nicht involviert. Gegenüber GSCHWÄTZ hat Bürgermeister Stefan Neumann den Ausschluss der Bürgerinitiative dahingehend begründet, dass „viele sensible Daten ausgetauscht werden, auch im Hinblick mit möglichen Partnern“. Dabei hätte das Wissen des BI-Sprechers Dr. Andreas Eckle, der 1986 als Chefarzt in Künzelsau eingestellt wurde und 25 Jahre für das Hohenlohe Krankenhaus gearbeitet hat, sicher gut getan, um noch einmal den Standort Künzelsau und dessen Möglichkeiten unter die Lupe zu nehmen. Aber das scheint nicht gewollt.

Wann genau die Bürgerinitiative in den Entscheidungsprozess mit einbezogen wird, ist unklar. Die Bürger dürfen laut Pressemitteilung bei „einer Veranstaltung“ „im Frühjahr“  ihre „Anregungen“ einbringen. Zur Sommerpause soll die Entscheidung fallen. Aber alles hört sich danach an, als ob schon alles GSCHWÄTZt ist. Vom Land vorgegeben, vom Landrat und den Kreisräten umgesetzt. Bürgernähe und Transparenz, Einbeziehung der Öffentlichkeit, um mit den Worten von Landrat Neth zu sprechen, sieht anders aus.

Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Kreisräte gegen den Strukturfonds entscheiden. Ansonsten muss ein Krankenhaus sterben. Und genau diese Krankenhäuser werden wir in spätestens zehn Jahren aufgrund der demografischen Entwicklung dringender als je zuvor brauchen.

Fotos: Alle aktuellen Kreisräte aus dem Kocher- und Jagsttal (21 von 39 Kreisräten sind im Kocher- und Jagsttal ansässig). Quelle: www.hohenlohekreis.de

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Inhalt der offiziellen Pressemitteilung der Stadt Künzelsau und des Landratsamtes Hohenlohekreis vom 16.02.2017:

„Deutschlandweit befindet sich die Krankenhauslandschaft im Umbruch, was unter anderem auch zu einer stärkeren Zentrenbildung bei allen Kliniken führt. Auch für den Hohenlohekreis ist die gesamthafte Betrachtung der Gesundheitsversorgung von großer Bedeutung, um ein zukunftsfähiges Angebot im Kreis zu erhalten.
Landrat Dr. Matthias Neth betont: „Der Kreistag steht zu seiner Verantwortung für die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung im Hohenlohekreis. Im Herbst vergangenen Jahres hat er daher mehrheitlich beschlossen, dass der akutstationäre Betrieb der Hohenloher Krankenhaus gGmbH am Standort Öhringen konzentriert wird. Der Standort Künzelsau soll dabei zu einem Medizin-Zentrum werden.“ Im Rahmen dieses neuen medizinischen Konzepts wurde daher beim Sozialministerium ein Antrag auf Investitionsförderung gestellt.
Für den Standort Künzelsau wurde jetzt gemeinsam von Landrat Dr. Matthias Neth und dem Bürgermeister der Stadt Künzelsau, Stefan Neumann, die Entwicklung eines eigenen Konzeptes gestartet. Dabei ging die Initiative von Bürgermeister Neumann in der letzten Sitzung des Kreistages aus.
Unter Berücksichtigung der Vorgaben des Krankenhausstrukturfonds (KHSFV) sollen verschiedene Interessenvertreter einbezogen werden. Es ist geplant, dass das Konzept bis spätestens zur Mitte des Jahres vorliegt, um in die Beratungen des Kreistags einfließen zu können.
„Ganz klar ist“, so Bürgermeister Neumann, „dass wir die niedergelassenen Ärzte und die Bürgerinitiative mit einbinden.“
Landrat Dr. Matthias Neth unterstreicht: „Mir ist es besonders wichtig, dass an beiden Standorten eine nachhaltige, qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung erhalten bleibt. Dies können wir aber nur durch Strukturveränderungen erreichen.“
Der Stadt Künzelsau ist es immens wichtig, dass insbesondere die Notfallversorgung und ambulante Operationen am Standort Künzelsau sichergestellt werden können – eingebunden in ein tragfähiges Gesamtkonzept in Künzelsau. Der Erhalt und Ausbau des Öhringer Krankenhauses ist nur mit Mitteln aus dem Krankenhausstrukturfond möglich. Es ist auch sinnvoll, diese einzusetzen. „Jetzt müssen wir schnell und präzise klären und mit einem Konzept definieren, was am Standort Künzelsau unter den genannten Vorzeichen in Zukunft realistisch möglich ist“, so Bürgermeister Stefan Neumann. „Unverzichtbar sind aus meiner Sicht die Notfallversorgung und die Möglichkeit von Fachärzten ambulant zu operieren – beispielsweise in Form einer Praxisklinik. Es geht darum, das Bestmögliche für Künzelsau in
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einem sinnigen Gesamtkonzept zu erreichen. Davon hängt die Entwicklung der Stadt Künzelsau und der gesamten Region ab und beeinflusst die wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig.“
Dazu wurde eine Projektgruppe unter der Leitung des Landrats und des Bürgermeisters ins Leben gerufen. Ziel der Projektgruppe ist, den Prozess praxisnah, realisierbar und zukunftsfähig zu gestalten. An dieser Projektgruppe nehmen Vertreter der Fraktionen des Kreistags des Hohenlohekreises und des Gemeinderats Künzelsau sowie der Geschäftsführer der Hohenloher Krankenhaus gGmbH teil. Zusätzlich wird ein Fachunternehmen die Projektgruppe mit seiner Expertise unterstützen.
Information, Transparenz und das Miteinbeziehen der Bevölkerung sind dabei ebenfalls ein wichtiges Anliegen. Die Bürgerinnen und Bürger erhalten die Möglichkeit unter Berücksichtigung der Vorgaben des KHSFV im Rahmen einer Veranstaltung im Frühjahr 2017 Anregungen zum Konzept für das Hohenloher Krankenhaus, insbesondere für Künzelsau, einzubringen.
Die Bevölkerung wird über die Ergebnisse, Impulse und Ideen und das erarbeitete Standortkonzept der Hohenloher Krankenhaus gGmbH voraussichtlich noch vor der Sommerpause informiert werden.“




MAKE the Kocher- & Jagsttal GREAT AGAIN

Anhand eines ausgeklügelten 10-Punkte-Plans stellt unsere Chefredakteurin Dr. Sandra Hartmann in dem folgenden Video unseren 10-Punkte-Plan zur Welteroberung vor:

Kocher- und Jagsttal first! (selbstverständlich kopiert von Donald Trump)
ACHTUNG: Satire!




Künzelsau: Ideen für frei werdenden Platz neben Rathaus gesucht

Die Abrissbirne schwebt schon fast über dem Landratsamt. Die Pläne eines Neubaus nehmen Gestalt an. Auf der großen freien Fläche direkt neben dem Kaufland, die derzeit als Parkplatz genutzt wird, soll es hinkommen und Platz für ca. 450 Mitarbeiter des Landratsamts bieten.

Kosten soll der reine Neubau rund 54 Millionen Euro, zuzüglich Grunderwerb und abzüglich zirka 4,75 Millionen Erlös durch den Verkauf des maroden Gebäudes. Die Kosten sind immens, „aber  immer noch weniger, als das alte Gebäude zu renovieren und zu sanieren“, betont Landrat Dr. Matthias Neth in einem Gespräch mit der GSCHWÄTZ-Redaktion.

In dem jetzigen Gebäude wurde an Ostern 2016 Asbest gefunden. „Wir hatten noch Glück“, so Neth. „Wäre der Asbest bereits in der Luft gemessen worden, hätten wir in dem Gebäude nicht mehr arbeiten können. Es hätte sofort geräumt werden müssen.“
Das alte Gebäude soll abgerissen werden. „Es bietet für die Stadt Künzelsau viel Potenzial, um den Platz für die Stadt sinnvoll zu nutzen“, so Neth.

LESER-AUFRUF: Das alte Gebäude soll abgerissen werden: Habt ihr Ideen, wie man diesen dann frei werdenden Platz neben dem Rathaus nutzen könnte? Vielleicht auch in Verbindung mit der never ending story des PEKA-Areals? Kleine Erholungsinseln mit Park und Wasser oder doch lieber Wohnungen? Schreibt uns, liebe Leser. Wir veröffentlichen in unserem monatlichen Magazin die besten Vorschläge.

Fotos: Das neue Landratsamt soll direkt neben dem Kaufland auf dem jetzigen Parkplatz gebaut werden. Das alte Landratsamt-Gebäude soll abgerissen werden.




Krankenhaus Künzelsau – Entscheidung am Montag

Am Montag, den 23. Januar 2017, 15.30 Uhr, in der Stadthalle in Neuenstein, entscheidet der Kreistag über das weitere Vorgehen, was das Krankenhaus Künzelsau betrifft.

Es ist eine öffentliche Sitzung, die Bevölkerung ist herzlich eingeladen.

Worum geht es genau? Die Kreisräte nehmen entweder das Eckpunkte-Papier an, das von der SLK-Gesundheitsholding auf dem Tisch liegt. In dem Eckpunkte-Papier soll es in Künzelsau kein stationäres Krankenhaus mehr geben, sondern ein ambulantes Versorungszentrum. Damit würde das Ende des Krankenhauses eingeleitet werden. „Bis der Neubau steht, würde das Krankenhaus aber weiterlaufen“, so Landrat Dr. Matthias Neth in einem Gespräch mit der GSCHWÄTZ-Redaktion. Das könne noch Jahre dauern.

Zweite Möglichkeit: Die Kreisräte lehnen das Eckpunkte-Papier ab und stellen einen Antrag zur Loslösung von dem großen Bruder Heilbronn. Und dann? Ein neuer großer Bruder? Das Diak Schwäbisch Hall oder doch Reinhold Würth als neuer Rettungsanker? Landrath Neth hält sich bedeckt, er betont aber: „Wir unterliegen nunmal vollständig dem Wettberb. Deshalb fragen wir: Was ist die sinnvollste Lösung? Darüber werden wir offen mit der Bevölkerung sprechen.“




Stellungnahme des Landrats zu unserem Feuerwehr-Artikel

Das Landratsamt möchte gerne Stellung nehmen zu unserem Artikel „Demonstration Feuerwehr Künzelsau zum Erhalt des Künzelsauer Krankenhauses“ vom 02. Januar 2017. Wir veröffentlichen nun die Darstellung des Landratsamtes, die sich auf folgenden Absatz in unserem Artikel bezieht:

Absatz: „Die Antwort des Landratsamtes kam postwendend, nur rund eine Woche später: Die Feuerwehr solle das künftig unterlassen, die Feuerwehr wolle schließlich noch weiterhin Gelder vom Landratsamt bekommen – auch hinsichtlich einer neuen Atemschutzwerkstatt. Offensichtlich betrachtet es das Landratsamt und damit auch der Landrat als Affront, wenn sich die hiesige Feuerwehr offiziell für ihr Krankenhaus vor Ort einsetzt.“

Stellungnahme von Landrat Dr. Matthias Neth am 13.01.2017:

Diese Aussagen sind nicht Meinung des Landratsamtes und des Landrats.
Von Seiten der Hausspitze des Landratsamts Hohenlohekreis wurden keine solchen Aussagen getätigt. Insbesondere wurde von keinem offiziellen Repräsentanten des Landratsamtes gesagt, dass „die Feuerwehr das künftig unterlassen solle“ oder „die Feuerwehr wolle schließlich noch weiterhin Gelder vom Landratsamt bekommen – auch hinsichtlich einer neuen Atemschutzwerkstatt“.

Die Förderung der Wiederherstellung und Erweiterung der Atemschutzwerkstatt in Künzelsau richtet sich nach dem Bedarf und wurde in der letzten Kreistagssitzung am 12.12.2016 beschlossen. In der Bürgermeisterdienstversammlung am 30.11.2016 hatte man sich darauf verständigt, den Punkt auf die Tagesordnung der Kreistagssitzung zu nehmen.“

Anm. der GSCHWÄTZ-Redaktion: Die Demonstration der Feuerwehr war am 07. Dezember 2016 – unmittelbar vor der Kreistagssitzung, in der das weitere Vorgehen in Bezug auf der Atemschutzwerkstatt beschlossen wurde, die beim Hochwasser zerstört wurde. Uns liegen nach wie vor Quellen-Aussagen vor, dass diese besagten Sätze so gefallen sind. Die Hausspitze des Landratsamtes möchte  sich nun offiziell von diesen Sätzen distanzieren.

Was ist eine Atemschutzwerkstatt? In der Atemschutzwerkstatt werden die Atemschutzgeräte nach einem Einsatz gereinigt, desinfiziert, geprüft, gewartet und bei Bedarf repariert. Die Feuerwehrler bekommen für diese Arbeit eine Entlohnung.




Maulkorb für Künzelsau

Am Freitag, 23. Dezember 2016, war in der Hohenloher Zeitung eine größere Berichterstattung zum Thema Hohenloher Krankenhaus zu lesen, unter anderem ein Kommentar von Iris Baars-Werner auf Seite 1.

Sie lesen nun einen Gegen-Kommentar von Dr. Sandra Hartmann.

Frau Baars-Werner sieht in Ihrem Kommentar quasi kopfschüttelnd von ihrem Heilbronner Redaktionsbüro auf die Hohenloher Geschehnisse herunter. Ihr ist völlig unverständlich, wie Bundestagsabgeordnete wie von Stetten und Annette Sawade den Künzelsauer Bürgern noch Hoffnung machen können auf ein Fortbestehen der Künzelsauer Klinik und fordert endlich klare Worte. Aber wie sagt man so schön: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Es gab schon viele Schildbürgerstreiche, an deren Ende der hoffnungslos erscheinende David den Sieg über den übermächtig erscheinenden Goliath davontrug.
Wäre es nicht viel trauriger für Künzelsau und seine Bürger, wenn Politiker wie von Stetten und Sawade einfach wegschauen oder schweigen würden zu den Woche um Woche demonstrierenden Menschen oder wären die Worte besser: „Nehmt es hin. So ist es halt.“
Ist es nicht richtig in einer Demokratie als Bürger und Politiker sich bis zuletzt einzusetzen für eine Sache, die einem wichtig ist und alle Möglichkeiten auszuloten und eben nicht  alles sofort zu akzeptieren, was von oben herunter beschlossen wurde? Vielleicht bringt  das alles nichts (auch wenn Reinhold Würth nun eine mögliche Spende angekündigt hat, um das Krankenhaus zu unterstützen, eine sehr noble Geste und eben nicht selbstverständlich, was man nie vergessen darf),  vielleicht war alles umsonst. Mag sein. Aber wenigstens müssen sich die Künzelsauer nie den Vorwurf anhören, nichts getan zu haben oder sich das Maul haben verbieten lassen. Das ist Sache der Künzelsauer nicht. Damit müssen auch ein Landrat und der Geschäftsführer der SLK-Kliniken leben.

Foto // Demonstration gegen die Schließung des Künzelsauer Krankenhauses am 11. Januar 2017. Foto: Nadja Fischer/GSCHWÄTZ




Adventskalender – schnell & originell

Mit einem Kind kann man es ja noch machen. Mit zweien wird es schon teurer,  mit dreien hat man ein Platzproblem. Die Adventskalender-Problematik kennt sicher jede Mami. Man ist schon pleite, da ist Weihnachten noch 20 Adventskalender-Päckchen weit weg. Und wohin überhaupt mit den überdimensionierten Kordeln, Schachteln, Päckchen, Wandteppichen?

Siegrid Kotlartz von Ingelfingen-Dörrenzimmern hat für Ihre drei Kinder einen Adventskalender der etwas anderen Art gebastelt:  einen Heißluftballon. Jeden Morgen durfte einer von ihnen, entweder Simone, Christiane oder Julian, den Heißluftballon von der Decke im Treppenhaus herunterlassen und da war dann immer für jeden eine kleine Überraschung drin. Der Vorteil: platzsparend, originell und vor allem: sozial. Denn so lernen Kinder, zu teilen. Wer darf den Ballon mit der Kordel herunterlassen? Gibt es ein Geschenk für alle oder für jeden eine Kleinigkeit? Schließlich steht die Adventszeit nicht für Überfluss, sondern für Gemeinschaft und Dankbarkeit für unseren Wohlstand und das Erinnern an alle diejenigen, die dieses Glück nicht haben. Die inzwischen erwachsenen Kinder Simone und Christiane setzen übrigens die Tradition ihrer Mutter fort und haben einen Heißluftballon als Adventskalender für ihre Kinder gebastelt (auf dem Foto ist der Heißluftballon-Adventskalender von Christianes Kindern zu sehen: Josie, Nele und Leni (von links)).

Bastelanleitung:

Man nehme einen aufgeblasenen Luftballon, beklebe ihn mit Zeitungspapierfetzen (etwa mit Kleister aus Mehl und Wasser), mehrere Lagen, anonsten ist der Ballon hinterher instabil, und lasse die Kugel über Nacht richtig austrocknen. Wir haben unseren Ballon dann mit Acrylfarbe angemalt, da diese schön deckend ist (ACHTUNG: nicht wasserlöslich). Der Adventskalender von Christiane Kotlartz (siehe Foto) wurde mit bunter Wolle beklebt. Mit einer Paketschnur ein kleines Körbchen zum Befüllen dranhängen (einfach zwei kleine Löcher in den Ballon mit einem spitzen Gegenstand bohren), fertig.

Wie hängt man den Ballon auf? Man bohrt ein kleines Loch durch den Ballon und steckt eine dicke Kordel oder Pakwtschnur durch. Im Inneren des Ballons verknotet man diese Schnur, damit sie nicht herausrutscht. An dieser Kordel kann man den Ballon aufhängen. Man kann auch einen Kleiderbügel in den Ballon stecken und oben rausgucken lassen.




Bester Weihnachtsmarkt

Wir von der Redaktion haben sie in diesem Jahr die Weihnachtsmärkte im Kocher- und Jagsttal auf Herz und Nieren getestet. Unsere Kriterien:

// Auswahl von Essen & Trinken
// Qualität von Essen & Trinken
// Freundlichkeit der Buden-Betreiber (häufig ja auch Ehrenamtliche)
// darüber hinausgehendes Waren-Angebot (z.B. Kunsthandwerk)
// Stimmung

Wir waren auf folgenden Märkten: Dörzbach, Niedernhall, Forchtenberg, Künzelsau, Schöntal und Waldenburg.

Das Ergebnis:

Die goldene Weihnachtsmarkt-Krone erhält 2016 der Waldenburger Weihnachtsmarkt. Begründung:
Stimmung trotz manchem Nieselregen bei Besuchern bestens; eine kleine kleine feine Bühne mit Bühnenprogramm, passend zum Rahmen; überall, selbst in den abgelegeneren Ecken des Marktes weihnachtliche Musik,
das Getränke-Angebot und die Qualität war bei allen Weihnachtsmärkten ähnlich. Aber das Essen war bemerkenswert gut in Waldenburg – angefangen bei den Crepes (bis dato wussen wir nicht, dass es solche Unterschiede bei Crepes geben kann) bis hin zur ausgefalleneren, aber geschmacklich sehr guten Wild-Bratwurst. Alle Budenbetreiber waren bester Laune, auch bei späterer Stunde und teils nasskaltem Wetter. Die Wohl-Atmosphäre war sehr hoch – für uns war der Weihnachtsmarkt in Waldenburg in diesem Jahr der beste Weihnachtsmarkt im Kocher- und Jagsttal. (red)

Sind Sie anderer Meinung? Dann schreiben Sie uns:

info@gschwaetz.de 




Kirchliche Angebote für Bedürftige in Ihrer Gemeinde vor Ort

Wir haben bei den evangelischen und katholischen Kirchengemeinden  im Kocher- und Jagsttal gefragt, ob und wenn ja, welche Angebote sie für ärmere Bürger in Ihrer Gemeinde haben.

Das sind die Ergebnisse (Stand: 30.11.2016):

In der Kreisstadt Künzelsau gibt es am meisten Angebote der Kirchen für Bedürftige. Der Obdachlose, den wir in unserer Weihnachtsausgabe von GSCHWÄTZ interviewt haben (ab 01.12.2016 überall im Kocher- und Jagsttal zu kaufen), hat im Aufnahmehaus Erlacher Höhe in der Hindenburgstraße in Künzelsau Unterschlupf gefunden. In kleinen Wohngruppen versorgen sich die Bewohner dort selbst, mehrmals pro Woche gibt es warmes Essen und sie werden im Rahmen individueller Hilfeplanung durch die Sozialarbeiter der Beratungsstelle betreut. Die Wohnzeit im Aufnahmehaus ist zunächst auf drei Monate begrenzt, kann im Einzelfall jedoch verlängert werden. Innerhalb dieser Zeit werden die Hilfebedürftigen bei der Arbeits- bzw. Wohnungssuche unterstützt und gegebenenfalls in weiterführende Eingliederungsmaßnahmen vermittelt. In der Erlacher Höhe finden vorwiegend psychisch oder suchtkranke Menschen Obdach, die nicht in der Lage sind zu arbeiten. Der Dachverband ist das Diakonische Werk.

Die Künzelsauer Tafel (in dem Gebäude zwischen dem Kino Prestige und dem Wertwiesen-Parkplatz) bietet sehr günstig Grundnahrungsmittel wie Brot, Gemüse, Milch und Obst an. Öffnungszeiten: Montag 15 – 16.30 Uhr; Mittwoch 10.30 – 12 Uhr; Freitag 10.30 bis 12 Uhr.  Träger ist der Kreisdiakonieverband Hohenlohekreis.

Die Kirchengemeinden in Schöntal und Ingelfingen unterstützen ebenfalls die Künzelsauer Tafel. Pfarrerin Sabine Focken vom evangelischen Pfarramt Schöntal: „Wir fördern, wo wir nur können, die Künzelsauer Tafel.“ In Ingelfingen in der katholischen Kirche können die Bürger Lebensmittel für die Tafel in Künzelsau abgeben.

Von den anderen Gemeinden im Kocher- und Jagsttal haben wir noch keine Rückmeldung auf unsere Anfrage bekommen. Vielleicht liegt das auch daran, dass es keine speziellen Angebote gibt. Vielleicht ist die Nachfrage zu gering – wie in Dörzbach. Pfarrer Markus Speer von der evangelischen Kirche erklärt: „Wir hatten einmal im Monat bis zum letzten Jahr, einen Vertreter der Diakonischen Bezirksstelle bei uns im Gemeindehaus zur Beratung, doch dies wurde aufgrund mangelnden Besuchs wieder eingestellt.“
Indirekt können Bürger auch von der Bürgerstiftung Dörzbach unterstützt werden. Alljährlich schüttet die Stiftung, deren Vorsitzender Bürgermeister Andy Kümmerle ist,  Gelder aus, die einem guten Zweck zu Gute kommen.  2016 gingen unter anderem rund 350 Euro an die evangelische Kirchengemeinde Dörzbach. Auch in Weißbach ist die Nachfrage gering. Pfarrer Philipp Rottach von der evangelischen Kirchengemeinde: „Wir verweisen Menschen in einer größeren finanziellen Notsituation an die diakonische Bezirksstelle weiter. Allerdings wurde das in den letzten 4 Jahren erst einmal angefragt.“

Einen ganz bemerkenswerter Verein gibt es in Kupferzell. Der gemeinnützige Verein „Füreinander da sein“ unterstützt nicht nur Tafelläden mit selbst zusammengestellten Paketen (etwa gepackt mit Weihnachtssachen), sie helfen auch Schülern, die ins Schullandheim gehen möchten, das Geld aber fehlt. Die Ehrenamtlichen begleiten auch ältere Bürgen bei Behördengängen oder fahren die Menschen zum Arzt. Kontakt: Klaus Kempf (Vorsitzender), Kupferzell. Tel.: 07944/2801. (red)

Es gibt darüber hinaus sehr viele aktive Ehrenamtliche in Asylkreisen, etwa in Kupferzell, Krautheim, Ingelfingen und Künzelsau.
Die Menschen, die zu uns kommen, werden sehr gut aufgenommen, betreut,  viele Kocher- und Jagsttäler spenden auch Kleidung für Flüchtlinge. (red)




Ganz unten als Obdachlose in Künzelsau – ein Selbstversuch

Wir haben einen Obdachlosen, der sich derzeit in Künzelsau in der Erlacher Höhe aufhält, interviewt und hätten nicht gedacht, dass der Weg in die Obdachlosigkeit so einfach sein kann.

Das kann mir doch nicht passieren

Unsere Autorin Nadine Cwik hat daraufhin selbst als Obdachlose verkleidet in Künzelsau erste Erfahrungen gesammelt als Bettlerin. Wie haben die Künzelsauer reagiert? Das Ergebnis steht in unserer Weihnachtsausgabe Dezember 2016. Falls Sie diese Ausgabe verpasst haben, kein Problem. Einfach bei uns anfordern, wir schicken Sie Ihnen gerne zu. Tel.: 07940/93 555 7 oder eine E-Mail schicken an: info@gschwaetz.de

 

Ein kleiner Kommentar von der alten Oma von drobbe de Höh‘ zu dem desinteressierten Verhalten mancher Rathaus-Chefs zum Thema Armut sehen Sie hier: