„Das Kochertal wird der große Verlierer sein“
// GSCHWäTZ-Chefredakteurin spricht bei der Mittwochsdemo über neueste Recherche-Ergebnisse hinsichtlich des Krankenhauses
// Wo bleibt die von Landratsamt und Stadt Künzelsau versprochene Bürgerinformationsveranstaltung?
Immer mehr Bürger berichten von Wartezeiten bis zu sechs Stunden in den Notfallambulanzen, von Rettungswägen, die erst nach 1,5 Stunden eintreffen. Handelt es sich hierbei um Einzelfälle oder haben wir bereits jetzt ein Versorgungsproblem?- Und: wie würde es ausschauen, wenn ein Krankenhaus wegfällt?
Die GSCHWÄTZ-Chefredakteurin hat die Zahlen und Daten der hiesigen Krankenhäuser ausgewertet und hat die Presseabteilungen des Caritas-Krankenhauses in Bad Mergentheim, des Diak in Schwäbsich Hall und des Hohenlohe Krankenhauses hierzu befragt. Das Fazit: In den vergangenen fünf Jahren wächst der Versorgungsbedarf kontinuierlich im stationären und siginifkant im ambulanten Bereich. Im Krankenhaus Öhringen könne es in der Notfallambulanz laut einer Sprecherin durchaus zu Wartezeiten kommen. Diese werden, so Hartmann, nicht geringer, wenn ein Krankenhaus geschlossen werde – zumal die Patientenzahlen allein durch eine alternde Gesellschaft auch und vor allem auf dem Land ohnehin immer weiter ansteigen werden.
Hier sind auch die Krankenhaus-Neubauten in Schwäbisch Hall und Öhringen keine Alternative für die Kochertäler, da die B19 Richtung Schwäbisch Hall und die A6 nach Öhringen ständig überlastet seien und man häufig länger als 30 Minuten zu einem der Krankenhäuser brauche.
Ein weiteres Problem: Auch die hausärztliche Versorgung ist ab 2020 nicht mehr sichergestellt, da viele Ärzte in Rente gehen und Nachfolger nicht so einfach zu bekommen sind. Während der Landes-Demografie-Beauftragte Thaddäus Kunzmann (CDU) bei einem Besuch beim VdK-Sozialverband in Künzelsau Ende April betont, dass für eine gute Daseinsvorsorge im ländlichen Raum „Geld in die Hand genommen“ werden müsse, äusserte sich Landrat Dr. Matthias Neth bei diesem Treffen laut einer Pressemitteilung des VdK dahingehend, dass er großes Potenzial sehe bei „Menschen, die länger gesund alt werden“. Werden die Bürger im ländlichen Raum damit immer mehr auf sich allein gestellt?
Man habe die Hoffnung gehabt, so Sandra Hartmann, dass eventuell die Anzahl der Rettungswägen erhöht werde, wenn ein Krankenhaus geschlossen werde. Derlei Pläne gebe es jedoch nicht, so Landrat Dr. Neth in einem persönlichen Gespräch vor einigen Monaten. Der Kreis-Geschäftsführer des Deutschen Roten Kreuzes allerdings sieht durchaus Erhöhungsbedarf, sollte ein Krankenhaus geschlossen werden, da man dann längere Fahrtwege habe. Das Problem sei jedoch, dass es bereits jetzt schwierig sei, Personal zu bekommen.
FAZIT: Es steht eine Schließung im Raum, ohne dass Lösungen angeboten werden, wie diese Schließung sinnvoll kompensiert werden kann. Bedauernswert findet es die Journalistin an dieser Stelle, dass die von Landratsamt und Stadt Künzelsau im Februar angekündigte Bürgerinformationsveranstaltung, um mit den Bürgern über die Zukunft des Künzelsauer KRankenhauses offen zu sprechen, bis heute nicht stattgefunden hat.
Nächste Woche, am 01. Juni 2017, um 14 Uhr, entscheiden die Kreisräte einer öffentlichen Sitzung in Waldenburg über die Zukunft des Künzelsauer Krankenhaus-Standortes.
Alle Einzelheiten hierzu in der neuen Juni-Ausgabe. Ab Anfang nächster Woche überall im Einzelhandel.




