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Lehrgang Motorsäge in Altkrautheim

Anbei veröffentlichen wir eine Pressemitteilung des Landratsamtes:

Das Forstamt des Hohenlohekreises bietet im September 2017 drei Grundlehrgänge für den Umgang mit der Motorsäge an. Die jeweils zweitägigen Lehrgänge finden am 18./19. September, 20./21. September und 25./26. September im Walddistrikt Keller, Gemarkung Altkrautheim statt.

Die Ausbildungsinhalte erfolgen nach den Standards der Unfallversicherungsträger. Das angebotene Modul A “Grundlagen der Motorsägenarbeit“ umfasst 16 Unterrichtseinheiten mit dem praktischen Schwerpunkt der Bearbeitung von liegendem Holz. Die Lehrgänge beinhalten Grundlagen zu Motorsäge und Werkzeug sowie den Bereich Arbeitsschutz und Unfallverhütung, Arbeitsvorbereitung und Arbeitstechniken, Wartung und Pflege der Motorsäge und der Holzerntewerkzeuge. Im praktischen Teil wird das Schärfen der Sägekette, das Schneiden am liegenden Holz, das Fällen von Schwachholz, die Aufarbeitung von Brennholz und der Einsatz von Hilfswerkzeugen erlernt.
Neu ist die Durchführung einer Erfolgskontrolle sowohl im theoretischen, als auch im praktischen Teil. Eine erfolgreiche Teilnahme ist Voraussetzung für die Ausstellung einer Bescheinigung.

Am Lehrgang teilnehmen können alle Privatwaldbesitzer, Brennholzaufarbeiter, Mitglieder der Feuerwehren sowie Mitarbeiter von Bauhöfen. Die Teilnehmer müssen mindestens 18 Jahre alt sein und müssen eine persönliche Schutzausrüstung mitbringen.

Der Vordruck für die Anmeldung kann beim Forstamt unter Tel. 07940 18/567, per Fax 07940 18-574 oder per E-Mail: Christina.Schmid@hohenlohekreis.de angefordert werden. Er ist ebenfalls auf der Homepage des Landratsamts Hohenlohekreis, www.hohenlohekreis.de unter Aktuelles sowie unter Landratsamt/Ämter und Organisation/Forstamt/Forstamt aktuell, abrufbar. Eine Anmeldung bis 6. Juli 2017 ist erforderlich. Die Belegung der Lehrgänge erfolgt in der Reihenfolge der Anmeldungen. Der Lehrgang kostet je Teilnehmer 180,00 €.




Termine, Termine, Termine

Michael Schellmann seit 1. Juli neuer Kreiskämmerer
// Nachfolgerin Sabine Klotz neue Leiterin Kämmereiamt

Anbei der veröffentlichen wir eine Pressemitteilung des Landratsamts Hohenlohekreis:
Seit 1. Juli 2017 ist Michael Schellmann Dezernent für Finanzen und Service und Sabine Klotz Leiterin des Kämmereiamtes im Landratsamt Hohenlohekreis.

Michael Schellmann wurde Mitte März 2017 vom Kreistag zum Kreiskämmerer und Leiter des Dezernats für Finanzen und Service gewählt. Er tritt die Nachfolge von Helmut Kercher an, der in den Ruhestand geht. „Sie sind jetzt der neue Herr über die Finanzen im Landratsamt Hohenlohekreis. Ich wünsche Ihnen einen guten Start in Ihr neues Amt“, so Landrat Dr. Matthias Neth.

Michael Schellmann hat 1993 sein Studium zum Diplom-Verwaltungswirt (FH) abgeschlossen und 1994 seine Karriere im Hohenlohekreis begonnen. Im Laufe seiner Dienstzeit beim Landratsamt Hohenlohekreis war er in verschiedenen Aufgabengebieten tätig. Im Jahr 2001 wechselte er ins Sachgebiet Haushalts-, Kassen- und Rechnungswesen beim Kämmereiamt und hat im September 2012 die Leitung des Fachdienstes Allgemeine Finanzwirtschaft übernommen. Im Mai 2016 wurde ihm in Nachfolge von Hariolf Rettenmaier die Leitung des Kämmereiamtes übertragen.

Mit dem Wechsel von Michael Schellmann an die Spitze des Dezernats für Finanzen und Service wird auch seine bisherige Stelle als Leiter des Kämmereiamtes frei und mit Sabine Klotz neu besetzt. Sabine Klotz schloss ihr Studium zur Diplom-Verwaltungswirtin (FH) im September 2006 ab und ist seit Mai 2009 im Kämmereiamt tätig. Im April 2016 übernahm sie die Leitung des Fachdiensts allgemeine Finanzwirtschaft.

Bildunterschrift:

Landrat Dr. Matthias Neth (Mitte) wünscht Michael Schellmann (links) und Sabine Klotz (rechts) im Beisein von Mark Dürr, Personalratsvorsitzender (hinten links), und Ralf Gutöhrlein, Personalamt (hinten rechts), einen guten Start und alles Gute für die bevorstehenden Aufgaben. Foto: Landratsamt Hohenlohekreis

Planetenwegwanderung vom Taubertal nach Weikersheim
// mit Experimenten
// Anmeldung ab sofort

Anbei veröffentlichen wir eine Pressemitteilung der Stadt Künzelsau:

Im städtischen Rahmenprogramm zur Weltraumausstellung im Rathaus gibt es am Freitag, 4. August 2017, wieder eine Exkursion, die Raumfahrt und Sterne zum Gegenstand hat. Es geht zur Sternwarte in Weikersheim, wobei dieses Mal einige Strecken zu Fuß zurückgelegt werden müssen.

Gestartet wird im Taubertal, am ältesten Planetenwanderweg Europas. Auf der Wanderung erfahren die Exkursionsteilnehmer mehr über die Planeten und erhalten eine Vorstellung von Entfernungs- und Größenverhältnissen im Sonnensystem. Die Wander-Mission geht bis zur Sternwarte Weikersheim am Karlsberg.

Zwischendurch werden mit ein paar Experimenten Phänomene der Astronomie verdeutlicht. Eine Essenspause ist mit eingeplant. Feste Kleidung und die Verpflegung sollte jeder Teilnehmer selbst mitbringen. Bei klarem Himmel besteht im Anschluss an die Planetenwegwanderung die Möglichkeit, einen Blick auf den Erdmond zu werfen.

Abfahrt und Treffpunkt zur Exkursion nach Weikersheim ist am Freitag, den 4. August, 17 Uhr, auf dem Wertwiesenparkplatz. Mit der Rückkehr ist nach 21 Uhr zu rechnen. Die Fahrt mit dem Bus kostet 20 Euro und ist vor Ort zu bezahlen.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt – daher bittet die Stadtverwaltung um Anmeldung beim

Stefan Kraut, Telefon 07940 129 117, E-Mail stefan.kraut@kuenzelsau.de.

Zu dem Foto:
Auf großes Interesse stieß die Fahrt zum Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrum nach Lampoldshausen, wo Vakuum-Experimente gemacht wurden.

Tag der offenen Tür an der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft Kupferzell am kommenden Sonntag
// Ausserdem: Erlebnistag auf dem Versuchsfeld ür GetreideAm Sonntag, den 9. Juli 2017, findet an der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft Kupferzell, Schlossstraße 1, der diesjährige Tag der offenen Tür statt. Von 11 bis 17 Uhr können sich Besucher über die Bildungsangebote in den beiden Fachbereichen Hauswirtschaft und Landwirtschaft informieren, etwa durch Einblicken in das Unterrichtsgeschehen sowie durch Auskünfte von Schülern und Lehrern.// Erlebnistag auf dem Versuchsfeld für Getreide in KupferzellDas Landwirtschaftsamt des Hohenlohekreises lädt Familien und interessierte Verbraucher nahezu parallel, von 12 bis 17 Uhr zu einem Erlebnistag auf dem Zentralen Versuchsfeld in Kupferzell-Schafhof ein.

Bei stündlichen Führungen durch das Versuchsfeld werden die wichtigsten angebauten Getreidearten sowie deren Bedeutung in der Ernährung vorgestellt. Getreide vom Acker bis zum Teller wird erlebbar gemacht. Es besteht die Möglichkeit, selbst Getreide zu mahlen, Haferflocken zu quetschen, gemälztes Getreide zu verkosten und bei einem Getreidequiz mitzumachen. Darüber hinaus vermitteln Mitarbeiter des Landratsamts Hohenlohekreis Wissenswertes rund um das Thema Getreide sowie die ökologische Vielfalt in der Landwirtschaft.
Der Weg zum Versuchsfeld ist ab der Ortsdurchfahrt Kupferzell-Belzhag ausgeschildert.

Bild 1: Akademie für Landbau und Hauswirtschaft

Bild 2: Ernte auf dem Zentralen Versuchsfeld in Kupferzell. Landratsamt Hohenlohekreis




„Ich weiß nicht, was das für ein Demokratieverständnis ist“

// Die besten Zitate vom Bürgerdialog vergangenen Montag in der Stadthalle Künzelsau zur zukünftigen Gesundheitsversorgung im Hohenlohekreis

„Der Landrat und die Kreisräte haben sich mit ihrer Entscheidung unsterblich gemacht.“
@ Helmut Hermann, (87), Künzelsau

„Ich weiß nicht, was das für ein Demokratieverständnis in diesem Gremium [Anm. d. Red.: Kreistag] ist.“
@ Wortmeldung eines Bürgers beim Bürgerdialog

„Wir haben über Jahre auf einen Teil unseres Gehalts verzichtet und jetzt sind wir die doppelt Gelackmeierten“
@ Mitarbeiterin des Krankenhauses Künzelsau

„Wie soll der Öhringer Neubau abbezahlt werden – zusammen mit dem Neubau des Landratsamtes?“
@ Anton Baron, Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg (AfD)

„Es ist ein perverses System. Es werden Entscheidungen in Bund und Land getroffen, die wir vollziehen müssen.“
@ Landrat Dr. Matthias Neth

„Wenn Künzelsau geschlossen wird, müssen über 11.900 Menschen länger als 30 Minuten ins nächste Krankenhaus fahren. Das widerspricht einer Grund- und Regelversorgung.“
@ Hans-Jürgen Saknus, Sprecher der BI (SPD)

„Zeit ist Hirn – gerade bei einem Schlaganfall“
@ Dr. Jürgen Lany reagiert auf die Ausführungen von Karl Heer, dass sich die Fahrwege für Rettungswagen verlängern, sobald ein Krankenhaus wegfällt.

„Erfährt man auch in Zukunft erst alles, wenn es entschieden wurde?“
@ Martin Probst, Gemeinderat in Künzelsau (SPD), hinsichtlich des Lenkungsausschusses des Kreistags, der auf der Suche nach einem neuen Partner für die Hohenlohe Krankenhaus gGmbH laut Dr. Matthias Neth streng geheim tagen werde

„Das ist höchster Vertraulichkeit unterworfen“
@ Antwort Landrat Dr. Matthias Neth auf die Frage von Martin Probst

Fotos: GSCHWÄTZ; SPD; AfD




700 Jahre Amrichshausen – Ein Dorf gibt Vollgas

von Isabell Kähny

// Aus Amelungshausen wurde Amrichshausen: 700 Jahre Zeitgeschichte gebührend gefeiert

Stolz schauten am vergangenen Pfingstwochenende nicht nur die Einwohner auf die letzten sieben Jahrhunderte zurück. Es kamen viele Besucher aus den Nachbargemeinden sowie ehemalige Amrichshäuser oder Personen, die Verwandtschaft im Künzelsauer Teilort haben: unter anderem aus München, aus Hamm, aus Untertürkheim oder aus Zürich. Immer wieder fielen sich Männer und Frauen verschiedener Generationen in die Arme. Jutta Ruck schwärmte: „Mir hat das Wiedersehen mit ehemaligen Amrichshäusern am besten gefallen.“ Los ging es bereits am Samstagnachmittag mit einer Busrundfahrt zu markanten Punkten rund um Amrichshausen. Beim Festakt am Abend war die Halle bis auf den letzten Platz gefüllt. Ortsvorsteher Gerhard Rudolph sagte in seiner Begrüßung, dass 700 Jahre für die Weltgeschichte eine kurze Zeit, aber für die Bürger von Amrichshausen etwas ganz Besonderes seien. Dieser ganz besondere Charme war auch in der Halle zu spüren, denn die Anwesenden lauschten gespannt den Grußworten der Ehrengäste. Stefan Neumann, Bürgermeister von Künzelsau, gratulierte herzlich und überreichte einen Scheck in Höhe von 1.400 Euro ( zwei mal 700 Euro), ehe er „viel Spaß beim Feiern“ wünschte.

Landrat Dr. Matthias Neth stellte den Zusammenhalt und das sehr gut funktionierende Dorfleben in den Fokus seiner Laudatio. „Amrichshausen hat eine gute Zukunft“, sagte er voraus. Stadtarchivar Stefan Kraut erläuterte die 700-jährige Geschichte, bevor  Christian Freiherr von Stetten zusammenfasste: „In Amrichshausen lohnt es sich zu leben.“ Abgerundet wurde der gelungene Abend mit einem lustigen Sketch, in dem der neue Künzelsauer Bürgermeister Neumann den beschaulichen Ort Amrichshausen kennen und lieben lernte. Diana Rudolph aus Kemmeten amüsierte sich prächtig: „Den Sketch fand ich prima – genau so, wie es halt in Amrichshausen ist.“

Am Sonntag gab es einen riesigen Besucheransturm – kein Wunder, war doch einiges geboten: Schleppertreff mit Ausstellung alter landwirtschaftlicher Geräte, ökumenischer Festgottesdienst in der Kirche Mariä Geburt sowie Kirchenführungen. Im Mittelpunkt aber stand der Rundweg unter dem Motto „Amrichshausen – früher und heute“. An verschiedenen Stationen wurde über das Ort verteilt alte Handwerkskunst präsentiert: Korbflechter, Drexler, Jäger und mehr. Tina Max aus Ohrenbach fand den Moststand von Paul Kaiser sehr interessant. „Ich hatte vorher noch nie so eine alte Presse gehen. Und der Apfelsaft war auch lecker.“ Pferde, Hasen und Co in der Ortsmitte faszinierten vor allem das junge Publikum. „Die Kids waren total begeistert“, so Julia Morschel. Auch das gesellige Miteinander kam während der beiden Tage nicht zu kurz. „Es war eine tolle Stimmung“, meinte Katrin Knorr aus Schnaihof und Manuala Knittel-Völkner aus Ohrenbach fügte hinzu: „Einfach ein rundum gelungenes Fest!“ Bis in die frühen Morgenstunden wurde in der Scheunenbar gefeiert und auf die nächsten 700 Jahre angestoßen.

 

 




Mund halten

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann

„Ja, wo sind sie denn, die Bürger?“, fragt SPD-Fraktionsvorsitzende Irmgard Kircher-Wieland, bevor die öffentliche Kreistagssitzung beginnt und zeigt mit dem Finger auf leere Stuhlreihen. Tatsächlich sind an dem vergangenen Donnerstagnachmittag, den 01. Juni 2017, nicht viele Bürger, vielleicht 30 in die Mehrzweckhalle nach Waldenburg gekommen, um zu hören, was die Kreisräte zur Zukunft der beiden Krankenhaus-Standorte Öhringen und Künzelsau zu sagen haben. Aber manche Bürger haben zu dieser Zeit vielleicht auch anderes zu tun: arbeiten zum Beispiel.

Kreistagssitzungen würden generell sicherlich mehr besucht werden, wenn sie abends und (siehe manche nicht mobilen Rentner) mit Nahverkehrsmitteln einfacher zu erreichen wären.
Warum habe man denn nicht eine offizielle Bürgerinformationsveranstaltung gemacht, die im Februar vom Landratsamt angekündigt und versprochen wurde? der Niedernhaller Christian König (SPD) winkt ab: Wir haben schon `zig öffentliche Kreistagssitzungen über dieses Thema gehabt, da kann jeder Bürger gern kommen.“ Aber das ist doch etwas völlig anderes als eine Bürgerinformationsveranstaltung?, hake ich nach. Das finde er nicht, so König. Ach nein?

Betrachten wir doch mal die Fakten: Die Bürger sitzen an den öffentlichen Kreistagssitzungen in den hinteren Reihen und lauschen den Vorträgen und Wortmeldungen der Kreisräte. Die Bürger, auch die Pressevertreter, dürfen keine Fragen stellen, geschweige denn, Wortmeldungen vorbringen. Filmen sei laut Landrat Dr. Matthias Neth auch nicht erlaubt. Bei der Bürgerinformationsveranstaltung wiederum, die angekündigt wurde, wollte man die Bürger bei dem Prozess mit ins Boot nehmen und einen offenen Austausch und Dialog suchen. Bürger dürften dabei auch eigene Vorschläge einbringen. Und jetzt: Alles Pustekuchen. Wer braucht das schon? Wir machen das Ding alleine.

Der Kurs war klar: Künzelsaus Krankenhaus werde geschlossen. Der Grund: Das Geldsäckchen, vom Sozialministerium Stuttgart gefüllt mit 51,5 Millionen Euro, das scheinbar über der ganzen Sitzung an der Decke zu hängen schien. Immer wieder verwiesen Kreistagsmitglieder auf dieses Geld, das man in jedem Fall nehmen müsse. Kein Wort davon, dass der Neubau vermutlich mehr als das Doppelte kosten wird. Kann der Öhringer Krankenhausneubau diese Verschuldung in der Zukunft überhaupt wieder hereinwirtschaften? Die Kreisräte sind guter Dinge, offizielle Zahlen hierzu gibt es aber bislang nicht. Dafür wurde der Standort Künzelsau eingehend von der Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers (PwC) ob seiner wirtschaftlichen Zukunftstauglichkeit geprüft. Und so ganz durchgefallen ist der Standort –Überraschung – nicht. Sehr gut ausgestattet, sei er. Mit einem breiten Angebot. Es wäre durchaus möglich, den Standort weiter zu betreiben – in kleinerem Umfang als bisher, aber immerhin. Vorstellbar wären 30 stationäre und 30 Reha-Betten.

Auch Künzelsau Bürgermeister Stefan Neumann hätte gerne diese Umsetzung gehabt für seine Stadt. Aber da gibt es dieses Säckchen, das von der Decke baumelt.Und fast alle Kreisräte schauen wie hypnotisiert auf dieses Säckchen.

Da kann man doch die Frage stellen: Warum lässt man den Standort Künzelsau überhaupt so aufwändig und – vermutlich sehr teuer – prüfen, wenn das Ergebnis schon vorher klar ist: Die Mehrheit der Kreisräte will das Säckchen, das gibt es aber nur, wenn der Krankenhausstandort Künzelsau geschlossen wird. Ergo wird Künzelsau so oder so geschlossen. Wesentlich sinnvoller wäre es daher gewesen, zu prüfen, wie wirtschaftlich zukunftsfit Öhringen ist. Denn in diesen Standort soll nun hauptsächlich der Inhalt des Säckchens fließen. Jetzt – vor den Millionen-Neubau wäre der richtige Zeitpunkt hierfür und nicht wieder erst Jahre später.




Juni-Ausgabe

Das große Sterben –  unsere Juni-Ausgabe ab sofort überall im Kocher- und Jagsttal erhältlich

// Abonnenten erhalten unser GSCHWÄTZ direkt in ihren Briefkasten

Themen unter anderem:

// Der große Krankenhausreport: Was passiert, wenn Künzelsau geschlossen wird? Bekommen wir dann ein Versorgungsproblem? Zahlen, Daten und Fakten nicht nur vom Hohenlohe Krankenhaus, sondern auch von´m Diak in Schwäbisch Hall und dem Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim

// Das große Fische-Sterben: Erst die Jagst, dann der Sindelbach. Fischwasserpächter erwägen Klage gegen Verunreinigung (Foto links unten: E-Befischung Ende Mai in der Jagst. privat))

// Das große Brot backen ohne Mehl: Mühlenbeck aus Sindeldorf richtet sich vollkommen neu aus (Foto unten Mitte: Mühlenbeck-Chef Hofmann. GSCHWÄTZ/Isabell Kähny)

// 60 Jahre Berner-Festakt. Aber wo waren die Mitarbeiter? (Karikatur unten rechts/Natalis Lorenz für GSCHWÄTZ)




„Es gibt eben nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen“

// Schließung Künzelsau ist so gut wie besiegelt
// Neumann appelliert an Kreisräte
// Neth: „Ein Krankenhaus muss sich betriebswirtschaftlich rechnen“

„Ich darf alle Protagonisten in einer Mäßigung im Ton bitten“, mit diesen Worten läutete Landrat Dr. Matthias Neth die gestrige Kreistagssitzung in der Mehrzweckhalle in Waldenburg ein. Es gab an der Sitzung mehr als nur Formalitäten zu klären.

Das Hauptthema aber war: Die anstehende Entscheidung, die der Kreistag nächste Woche am Freitag, den 9. Juni 2017, in Krautheim bei seiner nächsten Sitzung trifft. In der gestrigen Sitzung nun wurde aufgezeigt, warum die Kreisräte nächste Woche den Krankenhausstrukturfonds höchstwahrscheinlich annehmen und damit zugleich den Krankenhausstandort Künzelsau schließen werden.

Neth betonte, Ziel sei, auch für Künzelsau „eine gute Versorgungsqualität“ sicherzustellen. Die vom Landratsamt Hohenlohekreis und der Stadt Künzelsau beauftragte Beratungsfirma PricewaterhouseCoopers (PwC) hat  verschiedene Szenarien für den Standort Künzelsau ausgerechnet, welche Lösung für den Hohenlohekreis – unter rein  wirtschaftlichen Prämissen – die beste wäre. Fabian Schülke von PwC: Künzelsau hat ein „umfassendes, sehr breit gefächertes Angebot“. Aber: „Der Betrieb ist alles andere als wirtschaftlich.“ PwC hat daher mehrere Szenarien, wann Künzelsau wieder wirtschaftlich wäre und kommt zu dem Schluss: Szenario A würde bedeuten, das alles so bleibt wie es ist, wäre aber nicht wirtschaftlich,. Das von PwC und auch von Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann präferierte Szenario B beinhaltet noch 30 Planbetten und 30 Reha-Betten wird,so Schülke, vom Sozialministerium Baden-Württemberg abgelehnt.

Unterm Strich bleiben, so PwC, nur Szenarien übrig ohne stationäre Betten – unter Beachtung dessen, dass die Gelder des Krankenhausstrukturfonds von Stuttgart nur ausbezahlt werden, wenn der stationäre Standort Künzelsau geschlossen werde.

Einige Kreisräte wie Ute Oettinger Griese (FDP) haben genau dieses Argument auch betont: Man dürfe die [vom Sozialministerium]  angebotenen 51,5 Millionen Euro nicht in den Wind schlagen, ansonsten „stehen wir mit heruntergelassenen Hosen da“. Erika Bauer (Grüne) sieht das ähnlich: „Nur weil es für Künzelsau nicht den gewünschten Weg gibt, solle man auf über 50 Millionen Euro verzichten?“ Das ist für sie nicht vertretbar, da man die „besmtögliche Lösung für den Landkreis“ suchen müsse.
Kupferzells Bürgermeister Joachim Schaaf sagte im Bezug auf die reine Fokussierung auf Wirtschaftlichkeit: „Selten sind Krankenhäuser mit schwarzen Zahlen zu führen.“ Landrath Neth erwiderte darauf: „Unsere Vorgehensweise war immer: Ein Krankenhaus muss sich betriebswirtschaftlich rechnen.“

Eines der beiden möglichen Szenarien beinhaltet eine geriatrische Tages-/Rehaklinik für Künzelsau [Anm. d. Red.: Geriatrie bedeutet so viel wie Altersmedizin]. Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neuman stellte fest: „De facto haben wir  damit überhaupt keine Perspektive für Künzelsau.“ Es seien nur „vage Ideen“ im Raum. Er appellierte daher an die Kreisräte, den Krankenhausstrukturfonds nicht anzunehmen. Landrat Nett: „Ich verstehe, dass Sie das Thema kommentieren möchten. Aber die Kreisräte dürfen immer noch selbst entscheiden.“

Irmgard Kircher-Wieland (SPD) lag am Ende der Kreistagssitzung noch etwas am Herzen: „Die Beschuldigungen der Bürgerinitiative [Anm. d. Red.: zum Erhalt der beiden Krankenhausstandorte in Künzelsau und Öhringen] sind härter geworden. Wir Kreisräte müssen viel ertragen.“ Aber was man nicht tolerieren dürfe: „Dass die berufliche Existenz von Dr. Andor Toth [ehemaliger Geschäftsführer der Hohenlohe Krankenhaus]  in einem anderen Landkreis massiv beschädigt worden ist. Das ist nicht tolerierbar.“ Neth stimmte zu: „Das ist für mich niederträchtig.Wo ist der Zusammenhalt im Hohenlohekreis geblieben?, fragte er.
Thomas Föhl (FWV) bedankte sich bei Landrat Dr. Matthias Neth am Ende der Sitzung unter anderem dafür, dass er „immer ein Ansprechpartner für die Bürger“ gewesen sei und dass „Sie als Landrat so unglaublich viel Zeit investieren bei diesem Thema, um den Bürgern eine ordentliche Gesundheitsversorgung zu gewährleisten.“

Stefan Neumann betonte an dieser Stelle: „Es gibt Konflikte im Kreis, die wir momentan austragen. Aber es gibt eben nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen. Wir reden viel zu viel übereinander [Anm. der Kreisräte: Kreisräte und BI]. Aber darüber geht die Sache verloren. Wir müssen mehr auf die Sorgen, Ängste und Nöte der Bürger hören, zum Beispiel in Form von Bürgerdialogen, damit wir die Bevölkerung bei derartigen Themen auch mitnehmen.“

Landrath Neth erwiderte: „Wir können nur die Dinge kommunizieren, die wir auch halten können.“
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// Der weitere Ablauf:
Nächste Woche trifft der Kreistag die endgültige Entscheidung. Höchstwahrscheinlich werden die Kreisräte mit überwältigender Mehrheit die Gelder aus dem Krankenhausstrukturfonds und den stationären Standort Künzelsau schließen.
Der Kreisrat richtet einen Lenkungsausschuss unter Vorsitz von Landrat Dr. Matthias Neth unter Ausschluss der Öffentlichkeit ein. Die daran Beteiligten sind zur Verschwiegenheit verpflichtet) zum weiteren Vorgehen ein.
Bieter, auch private, wie Neth betonte, können ihre Angebote für die Mehrheitsanteile der Hohenlohe Krankenhaus gGmbH bis Ende Juli abgeben. Die private Ameos-Gruppe, die an beiden Standorten Interesse bekundet hat, wird aber von einigen Kreisräten als kein geeigneter Partner gesehen. Bis Ende des Jahres soll entschieden werden, wer den Zuschlag bekommt. Letzten Endes müsse aber kein Angebot angenommen werden, wenn keines richtig passe.
Ab 2019 sollen die Räume in Künzelsau zu einer geriatrischen Tagesklinik umgebaut werden. Die ersten stationären Betten würden nach Öhringen kommen. Bis 2022 soll die Schließung des stationären Krankenhausstandortes Künzelsau abgeschlossen sein.
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// Bild: Grafik, die wir in unserer aktuellen gedruckten Juni-Ausgabe von GSCHWÄTZ veröffentlicht haben. Auf der gestrigen Kreistagssitzung haben uns Kreisräte auf Fehler angesprochen, die uns bei dieser Grafik unterlaufen sind. Daher veröffentlichen wir an dieser Stelle die Grafik nochmals möglichst fehlerfrei und entschuldigen uns hierfür. Wir haben zudem das Datum für die Entscheidung aktualisiert, da die Entscheidung den Krankenhausstandort Künzelsau betreffend vom 01. Auf den 09. Juni 2017 vertagt wurde.




Entscheidung Krankenhaus am 09. Juni 2017 in Krautheim

An dieser Stelle veröffentlichen wir eine Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises:

Die nächste Sitzung des Kreistags des Hohenlohekreises ist am Freitag, den 9. Juni 2017 um 14:00 Uhr im Eugen-Seitz-Bürgerhaus, Götzstraße 49, 74238 Krautheim. Die Sitzung hat folgende

ÖFFENTLICHE TAGESORDNUNG:

1. Hohenloher Krankenhaus gGmbH

a) Zukünftige strukturelle Veränderungen und Förderung nach
der Krankenhausstrukturfonds-Verordnung (KHSFV)

[Anm. d. Red. GSCHWÄTZ: Annahme oder Ablehnung des Krankenhausstrukturfonds. Die Annahme ist gekoppelt mit einer Schließung des Krankenhausstandortes Künzelsau]

b) Änderung Feststellungsbescheid des Regierungspräsidiums Stuttgart
vom 28.12.2010
c) Ablauf Markterkundungsverfahren und Einrichtung Lenkungsausschuss

2. Verschiedenes

Die Bevölkerung ist zur Sitzung herzlich eingeladen.

Foto: GSCHWÄTZ




Dr. Eckle: „Diese Art der Vorbereitung ist dilettantisch“

// „Landrat und Kreisräte sind nicht unsere Herrscher“
// Landrat Neth: Riesenpotenzial bei „Menschen, die länger gesund alt werden“

Bei der 31. Demo zum Erhalt der beiden Krankenhausstandorte Künzelsau und Öhringen sprach Dr. Andreas Eckle, Sprecher der Bürgerinitiative (BI), am 31. Mai 2017 vor rund 300 Demonstranten von einer „dilettantischen Vorbereitung“.

Er spielte damit auf den geplanten Krankenhausneubau in der Kastellstraße in Öhringen an und verwies darauf, dass sich unter der Erdoberfläche des geplanten Neubaus ein altes Kastell befinde. „Wenn man da ein bischen gräbt, hat man über Nacht das Landesdenkmalamt da. Diese Art der Vorbereitung ist dilettantisch. Reinhold Würth wäre das nicht passiert“, sagte Eckle augenzwinkernd. Nicht nur bei der Planung des Neubaus in Öhringen und bei der Nichtplanung des Künzelsauer Standorts geht Eckle mit den Kreisräten hart ins Gericht, sondern auch mit ihrem Amtsverständnis.

Eckle: „Wir sind in einer Demokratie. Der Landrat und der Kreisrat sind nicht unsere Herrscher, sondern von uns beauftragt. Wir erwarten, dass sie ihre Aufgaben erledigen und sich uns stellen.“

Eckle zitierte unter anderem auch Dr. Matthias Neths Aussage, die in unserer neuen Juni-Ausgabe von GSCHWÄTZ zu finden ist und die Neth bei enerm Treffen mit dem Sozialverband Vdk-Ortsverband Künzelsau  Ende April geäußert hat: Riesenpotenzial sehe Neth „bei den Menschen, die länger gesund alt werden“. Diese Ressource werde heute noch nicht genutzt. Weiter sagte er: „Die Entwicklungsachse des Kreises liegt entlang der A6. Öhringen wird die Einwohnerzahlk von 25.000 überschreiten, während Künzelsau bei 15.000 Einwohnern stagnieren und massiv älter werden wird.“

// Mehr dazu und was es für die Einwohner des Kochertals bedeutet, wenn der Krankenhausstandort Künzelsau schließt, lesen Sie in unserer neuen Ausgabe von GSCHWÄTZ. Ab sofort im Einzelhandel.




Entscheidung Krankenhaus Künzelsau am 01. Juni 2017

// Land Baden-Württemberg hat Gelder für Neubau in Öhringen bewilligt
// Bürgerinitiative richtet Appell an die Kreisräte
// angekündigte Veranstaltung, um Bürger mit ins Boot zu holen, bislang nicht erfolgt
// Auftritt von Gravity-Frontsänger Buddy bei nächster Mittwochsdemo

Am Donnerstag, den 01. Juni 2917, entscheiden die Kreisräte in einer ausserordentlichen Sitzung über die Annahme des Krankenhausstrukturfonds.

Die beantragten Gelder aus diesem Fonds hat das Ministerium für Soziales in Stuttgart nun bewilligt. In einer offiziellen Pressemitteilung heißt es: „Insgesamt sollen 51,5 Millionen Euro in den Hohenlohekreis fließen.“ Sozialminister Manfred Lucha hierzu am gestrigen Donnerstag: „Der Landkreis Hohenlohe erhält mit dieser Förderung die einmalige Möglichkeit, seine Krankenhausstruktur zukunftsfähig zu machen und seinen Bürgern eine qualitativ hochwertige
und bedarfsgerechte medizinische Versorgung zur Verfügung zu stellen.“ Für das Land Baden-Württemberg sei die Strukturmaßnahme der Hohenloher Krankenhaus gGmbH ein
Vorzeigeprojekt. „Das Fundament für die Zukunft kann nun gelegt und das Antragsverfahren beim Bundesversicherungsamt eingeleitet werden, sobald der Kreistag endlich grünes Licht gibt.“

Landrat Dr. Matthias Neth: „Das Ministerium für Soziales und Integration hat unsere Richtung bestärkt. Mit den Mitteln
von Bund und Land können wir für die Menschen im Hohenlohekreis langfristig eine hochwertige, zukunftsfähige medizinische Versorgung sicherstellen und die damit verbundenen, dringend erforderlichen Umstrukturierungen vornehmen. Davon wird der
gesamte Hohenlohekreis profitieren. Wir werden eine Sondersitzung des Kreistags einberufen, denn letztendlich muss
der Kreistag entscheiden, ob wir diesen Weg jetzt gehen wollen. Klar ist, dass wir für den Standort Künzelsau die bestmögliche Lösung finden müssen. Dafür befinden wir uns gemeinsam mit der Stadt Künzelsau in einem Prozess, der sich mit der möglichen Ausgestaltung in Künzelsau beschäftigt.“

Der Kreisräte entscheiden nun in einer ausserordentlichen Sitzung am 01. Juni 2017, ob sie die Gelder annehmen. Das Geld soll hauptsächlich in einen Krankenhaus-Neubau in Öhringen fließen. Künzelsau als staionärer Krankenhausstandort soll zugemacht und zu einem „Medizinzentrum“ umgebaut werden. Was das genau bedeutet, ist bislang noch unklar.

Die Bürgerinitiative hat in ihrer 29. Mittwochsdemonstration am 17. Mai 2017 an die Kreisräte appelliert. Dr. Andreas Eckle verweist in seiner Rede auf den Neckar-Odenwald-Kreis. Das Krankenhaus habe 2015 einen Fehlbetrag von 6,5 Millionen Euro erwirtschaftet, das Krankenhaus werde dennoch nicht geschlossen. Eckle: „Wie sagte ein Kreisrat dort: Man dürfe sich weder von Ministern noch vom AOK-Landeschef einreden lassen, dass  Wald- und Wiesenkrankenhäuser keine Chance hätten und die Zukunft nur in Größen Zentren läge.“ Auch das Hohenlohe Krankenhaus sei vor nicht allzu langer Zeit profitabel gewesen. Nicht ohne Grund seien vor einigen Jahren Millionen in die Sanierung in den Künzelsauer Standort geflossen. „War der Ausbau, die Sanierung sinnlos? War das Verschwendung öffentlicher Mittel ?  Wieso hat der Kreistag dem zugestimmt? Wieso stimmt der Kreistag der Schließung dieses spezialisierten Standortes zu? Heute so, morgen so!?“. fragt Eckle.

Landrat Dr. Matthias Neth und Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann wollten eigentlich noch die Bürger mit einbeziehen in den Entscheidungsprozess um das örtliche Krankenhaus. In einer gemeinsamen Pressemitteilung vom 16. Februar 2017 hieß es: „Information, Transparenz und das Miteinbeziehen der Bevölkerung sind dabei ebenfalls ein wichtiges Anliegen. Die Bürgerinnen und Bürger erhalten die Möglichkeit unter Berücksichtigung der Vorgaben des KHSFV im Rahmen einer Veranstaltung im Frühjahr 2017 Anregungen zum Konzept für das Hohenloher Krankenhaus, insbesondere für Künzelsau, einzubringen.“ Diese Veranstaltung gab es bislang nicht.

// An der 30. Mittwochsdemo am 24. Mai 2017 wird Gravity-Frontsänger Buddy auf der Mittwochsdemo auftreten. Los geht es um 18.30 Uhr vor dem Eingang des Krankenhauses Künzelsau.