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„Wartezeiten lassen sich nicht vermeiden“

Eine Analyse der hiesigen Krankenhäuser

 

Carola M. (Name von der Red. geändert) wartet seit fünf Tagen, dass das Telefon klingelt. Es war keine gute Woche für die Mittdreißigerin aus dem Kochertal. Sie hat eine transplantierte Lunge, die seit einiger Zeit Probleme macht. Carola hat Atembeschwerden, ist zu Hause an ein Sauerstoffgerät angeschlossen. Carola braucht eine Bluttransfusion, doch das Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim, in dem diese Bluttransfusion vorgenommen werden soll, ist voll belegt. Die Ärzte haben ihr versprochen, anzurufen, sobald sie sie aufnehmen können. Zwei Tage, nachdem wir Carola zu Hause besucht haben, teilt sie uns per SMS mit, dass sie endlich aufgenommen werden konnte, doch seien ihre Werte inzwischen „so schlecht gewesen, dass zwei Bluttransfusionen von Nöten waren.“ Das war im Januar 2017. Ein Ingelgelfinger wartet im Februar 1,5 Stunden auf einen Krankenwagen, nachdem seine Freundin einen epileptischen Anfall hatte. Es sind viele Geschichten, die uns seit Monaten von Bürgern berichtet werden, wonach Patienten im Bett liegend im Flur warten müssen, bis ein Zimmer frei wird oder stundenlang in der Notfallambulanz. Wir wollten wissen: Sind das Einzelfälle oder steuern wir auf ein Versorgungsproblem zu?

Wir fragen bei der Hohenlohe Krankenhaus gGmbH (HK), beim Caritas in Bad Mergentheim und beim Diak in Schwäbisch Hall nach. In allen Krankenhäusern sind die Patientenzahlen im stationären Bereich in den vergangenen fünf Jahren leicht gestiegen, aber signifikant im ambulanten Bereich. Über 50.000 Menschen wurden 2015 ambulant allein im Caritas behandelt.

Kann es zu Versorgungsengpässen kommen? Manuela Giesel vom Diak in Schwäbisch Hall betont: „Die akute Notfallversorgung von Patienten ist immer sichergestellt.“ Eine Sprecherin der HK teilte hierzu schriftlich mit: „Die Klinikambulanzen in Öhringen sind mit zirka 14.700 Patienten pro Jahr gut ausgelastet. Wartezeiten lassen sich nicht immer vermeiden, vor allem wenn Patienten gleichzeitig zu behandeln sind.“ Bundesweit sei ein starker Trend erkennbar: „Patienten gehen aus den unterschiedlichsten und eher privaten Gründen häufiger in Kliniken zur ambulanten Behandlung. In nur wenigen Fällen ist tatsächlich eine stationäre Versorgung erforderlich.“ Ute Emig-Lange vom Caritas bestätigt, dass „ambulante Notallzentren“ sehr belastet seien. Wie schaut es bei den stationären Versorgung aus?

Die Gesamtauslastung bei der stationären Versorgung lag in Künzelsau Anfang Februar bei 73 Prozent, in Öhringen bei 83 Prozent. Dies entspricht dem bundesweiten Durchschnitt. Im Jahresschnitt 2016 allerdings waren 72 Prozent der Betten in Öhringen belegt, aber nur 48 Prozent der Betten in Künzelsau. Die Bürgerinitiative (BI) führt dies unter anderem auf falsche Darstellungen des Künzelsauer Krankenhausstandortes in der Öffentlichkeit zurück. Geschäftsführer Jürgen Schopf habe in der Landesschau im SWR Fernsehen etwa von einer „veralteten OP-Technik“ gesprochen. Deshalb hat die BI selbst einen Flyer erstellt mit den Leistungen des Krankenhauses. Darauf steht, was in Künzelsau behandelt wird: Notfall- und Erstversorgung, Unfallchirurgie, Innere Medizin, Schlaganfallstation, Herz- und Kreislauferkrankungen, Dialyse (im Ärztehaus). Zu den Zahlen: Während der Umsatz trotz steigenender Patientenzahlen bei der HK stagniert, ist der Umsatz des Diak in den vergangenen Jahren leicht gestiegen, das Caritas-Krankenhaus hat gar einen Umsatzzuwachs von satten 15 Prozent zu verzeichnen.

Wie schaut es beim Gewinn aus? Das Caritas ist das einzige der drei Betreiber, das von „positiven Jahresergebnissen“ in den vergangenen Jahren spricht. Die HK erwirtschaftete bis 2011 Gewinne, ab 2012 gab es jährliche Defizite (2015: 1,7 Millionen Euro). Dass Krankenhäuser unterm Strich rote Zahlen schreiben, ist bundesweit allerdings kein Einzelfall, sondern mittlerweile fast die Regel. Das Krankenhaus Stuttgart „erwirtschaftete“ 2015 beispielsweise ein 27-Millionen Defizit.

Wie schaut die Zukunft aus? Da das ambulante Versorgungszentrum stetig an Bedeutung gewonnen hat, plant das Caritas nun eine eigene Abteilung mit Chefarzt daraus zu machen. Durch den Neubau in Öhringen und Schwäbisch Hall soll es dort bald mehr Betten geben. Das Diak erhält für seinen Neubau Zuschüsse vom Land Baden-Württemberg. Öhringen soll ebenfalls Zuschüsse erhalten, aber nur wenn der Krankenhaus-Standort Künzelsau schließt. Dann wäre das Kochertal der große Verlierer. Denn die Wege nach Schwäbisch Hall auf der B19 und nach Öhringen auf der A6 sind bereits jetzt schon ständig überlastet.

 




Waldkindergarten für Künzelsau

// Öffentliche Sitzung des Gemeinderats heute 18 Uhr
Weitere Themen:
// Servicepoint für ältere Menschen im Alten Rathaus
// Was tun beim nächsten Hochwasser?

Heute um 18 Uhr ist eine öffentliche Sitzung des Gemeinderats ab 18 Uhr im großen Saal im Rathaus. Die Programmpunkte:

// Bürgerfragestunde

// Einrichtung eines Waldkindergartens am Standort Ballenwasen – Baubeschluss

// Ideenwettbewerb: Neue Nutzung Altes Rathaus

// Was tun beim nächsten Hochwasser? Starkregenrisikomanagement der Stadt Künzelsau

// Neubau eines Kleinspielfeldes im Prübling – Zustimmung zu außerplanmäßigen Ausgaben

// Annahme von Spenden

// Anfragen des Gemeinderates
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Hintergrund Waldkindergarten:

Am 11. April 2017 hat der Gemeinderat einstimmig der Einrichtung eines Waldkindergartens am Standort Ballenwasen (Wald zwischen Gaisbach und Taläcker) zugestimmt. Die Verwaltung schlägt vor, den Betrieb des Waldkindergartens „Die kleinen Molche“ zum 1. März 2018 aufzunehmen.Die Kosten für die Umgestaltung und Ausstattung der Waldarbeiter- beziehungsweise Schutzhütte belaufen sich laut der Stadt Künzelsau auf zirka 95.000 Euro. Die Finanzierung sei über den Haushalt möglich.

Die Schutzhütte bietet Platz für max. 1,5 Gruppen. Die Verwaltung der Stadt Künzelsau schlägt vor, vorerst mit einer Kindergartengruppe zu starten. Das wären maximal 20 Kinder. Es werden Kinder ab drei Jahren aufgenommen. Betreuung täglich von 8 bis 14.00 Uhr. Es sollen 2,5 Mitarbeiter hierfür eingestellt werden. Der Kindergarten soll ab
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Hintergrund Ideenwettbewerb Altes Rathaus:

Das Ministerium für Soziales und Integration schreibt derzeit einen Ideenwettbewerb „Quartier 2020“ aus. Mit dem Programm sollen Quartiersentwicklungsprozesse angestoßen und besonders gelungene Konzeptideen honoriert werden. Das Preisgeld beträgt maximal 100.000 Euro pro Bewerbung (Verwendunn). Projekte sollen Anfang 2018 begonnen werden. Die Themen „Pflege und Unterstützung im Alter“ und „Bürgerschaftliches Engagement und Bürgerbeteiligung“ sollen dabei zwingend enthalten sein.

Die Stadtverwaltung Künzelsau möchte sich an diesem Ideenwettbewerb mit folgender Projektidee beteiligen:

Das alte Rathaus ist Wahrzeichen von Künzelsau und Mittelpunkt der Innenstadt. Im Zuge der Sanierung soll diese zentrale Bedeutung mit der Einrichtung von Bürgerräumen gestärkt werden. Der Projektantrag knüpft daran und an das aktuelle Spendenprojekt an und soll die Frage klären, wie die Bürgerräume im alten Rathaus gestaltet und genutzt werden sollen, damit diese für die (ältere) Bevölkerung, für die Vereine und Einrichtungen ein Gewinn sind.

Folgende Fragestellungen sollen u.a. in den Prozess mit einbezogen werden:

Wie wird das alte Rathaus zum gelebten Mittelpunkt aller in Künzelsau?
Wie können die Bürgerräume im alten Rathaus gestaltet werden, damit diese auch für die ältere Bevölkerung ein Gewinn sind?
Welche Ausstattung muss vorhanden sein?
Welche Angebote sind sinnvoll und möglich?

Konkret soll zudem die Idee mit aufgenommen werden, im alten Rathaus einen „Service Point“ einzurichten, der gezielt Beratung auch für ältere Personen oder Angehörige bietet.

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Hintergrund Hochwasser:

Nach dem Hochwasser am 29./30. Mai 2016 wurde in der Gemeinderatssitzung am 5. Juli 2016 festgelegt, ein Konzept zum Thema „Starkregenrisikomanagement“ für das gesamte Künzelsauer Stadtgebiet durch ein geeignetes Ingenieurbüro erarbeiten zu lassen.

Das Ingenieurbüro soll eine Gefährdungs- und Risikoanalyse in Bezug auf lokal begrenzte Regenereignisse mit großer Niederschlagsmenge und hoher Intensität durchführen.

Nach Fertigstellung des Starkregenmanagementplans werden konkret Vorschläge zur Vermeidung von Schäden bei Starkregenereignissen erarbeitet, die wiederum bauliche Maßnahmen im Bereich Regenrückhaltung/Hochwasserschutz nach sich ziehen können. Der Stadt Künzelsau wird dann ein Handlungskonzept vorliegen, das Schritt für Schritt baulich umgesetzt werden kann.

Das Büro Drees & Sommer Infra Consult und Entwicklungsmanagement GmbH aus Stuttgart wurde beauftragt, die Ausschreibung für die Auswahl eines geeigneten Ingenieurbüros vorzubereiten. Folgende Ingenieurbüros wurden im Ausschreibungsverfahren berücksichtigt:

Ing.-Büro Winkler und Partner, Stuttgart,
Ing.-Büro Heberle, Rottenburg a. Neckar
BIT Ingenieure, Heilbronn

Im Rathaus der Stadt Künzelsau wurden zwei Angebote abgegeben:

// BIT Ingenieure, Heilbronn  94.129,00 €
// Ing.-Büro Heberle, Rottenburg a. N.297.169,83 €

Das Ingenieurbüro Winkler und Partner aufgrund der hohen Auslastung Ihres Büros abgesagt.




Änderungen für Macher von Veranstaltungen

// Genehmigung von Veranstaltungen auf öffentlichen Verkehrsflächen
// Änderungen im Hohenlohekreis ab 1. Juli 2017

An dieser Stelle veröffentlichen wir eine Pressemitteilung des Hohenlohekreises:

Die Genehmigung von Veranstaltungen, die auf öffentlichen Straßen stattfinden, wird aufgrund einer Änderung der Straßenverkehrsordnung neu gestaltet. Die neue Regelung findet im Hohenlohekreis ab 1. Juli 2017 Anwendung.
Die Genehmigung ist weiterhin beim Straßenverkehrsamt des Hohenlohekreises beziehungsweise für die Verwaltungsgemeinschaft Öhringen/Pfedelbach/Zweiflingen bei der Stadtverwaltung Öhringen zu beantragen.

In der Vergangenheit erhielt der Veranstalter bei der Durchführung einer Veranstaltung auf öffentlichen Verkehrsflächen sowohl die Erlaubnis als auch die Vorgaben, wie die Beschilderung durchzuführen ist.
In Zukunft bekommt der Veranstalter nur noch die Erlaubnis, die Veranstaltung auf öffentlichen Verkehrsflächen abzuhalten. Die verkehrsrechtliche Anordnung bezüglich der Beschilderung richtet sich je nach Straße an die Gemeinde oder an das Straßenbauamt des Hohenlohekreises.

Die entstehenden Kosten für die Beschilderungsmaßnahmen auf einer Kreis-, Landes- oder Bundesstraße im Zuständigkeitsbereich des Landratsamts Hohenlohekreis sind dem Straßenbauamt durch den Veranstalter zu ersetzen. In einigen Gemeinden und Städten werden die Beschilderungsmaßnahmen auf Kreis-, Landes- oder Bundesstraße durch diese, angelehnt an die bisherige Praxis ohne Kostenersatz gegenüber dem Straßenbauamt, vorgenommen. Die Kosten für die Beschilderung auf Gemeindestraßen richten sich nach den Regelungen der jeweiligen Städte und Gemeinden.

Weitere Informationen zur Genehmigung von Veranstaltungen auf öffentlichen Straßen gibt es beim Straßenverkehrsamt des Hohenlohekreises, Klaus Gasafi, Tel. 07940 18210 und Heike Schmidt, Tel. 07940 18226.




8. Harley Run mit großem Rahmenprogramm

8. Hohenloher Harley Run am 28. & 29. Juli in Künzelsau
// mit Open-Air-Musikauftritten & Airbrush, Schmuck und mehr
// Eintritt frei
// Spenden gehen an einen guten ZweckAnbei veröffentlichen wir eine Pressemitteilung der Stadt Künzelsau:In wenigen Wochen ist es soweit und die Motoren der amerikanischen Kultmarke Harley Davidson werden wieder in Künzelsau gestartet. Im vergangenen Jahr haben über 500 Fahrer daran teilgenommen. Das Programm auf den Wertwiesen am Biergarten am Kocher bietet für die ganze Familie etwas:
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Das Programm:Am Freitag, 28. Juli 2017, steigt eine Warm-Up-Party mit bekannten Musikern aus der Region. Bereits um 19.30 Uhr spielt „Razzmattazz“, danach folgt die  Band „Velvet Soul Street“ abgelöst.Am Samstag, den 29. Juli 2017, ab 11 Uhr, werden die Teilnehmer auf dem Eventgelände auf den Künzelsauer Wertwiesen erwartet und von dem Duo „Stage“ musikalisch begrüßt. Ab 13 Uhr stellen sich die Harley-
Fahrer zum 8. Hohenloher Harley Run auf. Die Zuschauer könnenn hier vielfältige Motorräder bestaunen.
Um 14 Uhr ist der Start des Harley Run. Es geht durchs
Hohenloher Land mit einer Streckenlänge von circa 80 Kilometer. Ein Zwischenstopp ist dieses Jahr in Öhringen in der neuen Location Filiae eingeplant, wo für die am Run teilnehmenden Biker für Speis und Trank gesorgt ist.Nach der Rückkehr ab 17 Uhr spielt die Band „Solid Spruce“. Gegen 20 Uhr folgt die Band „7 more
days.
Für das leibliche Wohl sorgen Pimpl´s Biergarten, Barbeque Crew, Langos Wagner und Lou´s Maultäschle.

Der Harley Run ist mittlerweile eine Veranstaltung für die ganze
Familie. Der Eintritt ist frei.

Wer übernachten möchte, kann den
Campingplatz direkt am Kocher benutzen oder nutzt eine der
Übernachtungsmöglichkeiten in den Hotels und Pensionen.
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Durch die großzügigen Spenden und einer Umsatzabgabe der
Caterer in Höhe von dreißig Prozent kann dieses Event am Biergarten in Künzelsau ohne Eintritt angeboten werden. Der Erlös geht direkt an
den Verein Christliche Humanitäre Hilfe Gambia e.V. von Ingo Roth. Ingo auf: www.gambiahilfe-hohenlohe.com. 2016 wurde ein Rekordspendenbetrag von 16.000 Euro übergeben.

Mit mehr Ausstellern, neben Würzburg Village, der
Firma Kreiselmeyer aus Feuchtwangen, Künstler wie Wild Jack
Kustoms, Airbrush von Göbel-Art, einem Tattoo Stand, dem
Zweiradmuseum Neckarsulm, Schmuck von Rockstyle – Markus
Wenger, Biker-Fee und viele mehr, wollen die Organisatoren die Veranstaltung für die Teilnehmer und Besucher noch interessanter machen.

Weitere Informationen:
www.hohenlohe-harley-run.com

Fotos: Stadtverwaltung Künzelsau




Überragende Vorstellung ohne Requisiten

 

 

 

// Theater im Fluss am Kocherfreibad in Künzelsau: Angst essen Seele auf
// aktuelles Thema: Flüchtling Ali spielt die Hauptrolle, den Gastarbeiter Ali
// schwere Thematik mit Witz und unter Einbeziehung des Kocher- und Jagsttals gespielt

Videos und Text: Nadja Fischer

45 Minuten vor der Aufführung laufe ich in Richtung Bühne und sichere mir einen Platz ganz außen, damit ich mich alleine auf das Stück konzentrieren kann und damit mir niemand in meine imaginäre Wohlfühlblase zu nahekommt. Etwas verwundert über die Tatsache, dass die ‚Liege-Badetuch-Reservierung’ hier zu einer ‚Jacken-Sitzwürfel-Reservierung’ umfunktioniert wurde. 19:50 Uhr. Meine imaginäre Wohlfühlblase ist geplatzt. Eine ausverkaufte Vorstellung. Mein Platz direkt an der Treppe ist zu einem Platz mittendrin geworden. Wo man sich hinsetzten und die Bühne sehen kann wird sich hingesetzt. ‚If it fits, i sits’. Über mich selbst erstaunt, finde ich die Situation nicht schlimm. Man wird direkt in Gespräche verwickelt. Die Stimmung ist super. Etwas Verwunderung raunt aber durch die Zuschauer. Eine Bühne und sie ist leer. Keine Requisiten. Nichts. Sehr spartanisch, denke ich mir.

Der Regisseur Franz Bäck erklärt: „Keine Requisiten schafft Schnelligkeit und Tempo. Man muss den Fluss der Erzählung durch das Umbauen nicht unterbrechen.“ Somit wird alles auf die Sprache und das schauspielerische Talent des Ensembles gesetzt, welches aus Laienschauspielern besteht. „Die richtige Betonung ist sehr wichtig. Da übt man schon mal 15 Minuten an einem simplen Satz wie ‚Hol mir mal ein Bier’ um ihn perfekt hinzubekommen“ sagt Ulrich Lauterbach, der den Krämer spielt. Das besondere an der diesjährigen Aufführung: Der Flüchtling Ali Ghamar Helalat spielt Ali im Stück. Einen Gastarbeiter. Ali Ghamar Helalat spricht und versteht die Deutsche Sprache noch nicht gut. „Man musste Ali erklären, was für eine Bedeutung seine gesprochenen Worte im Stück haben, damit er sie auch spielen kann“, so Franz Bäck.

Alle Schauspieler haben eine überragend gute Leistung erbracht. Sie haben mit so vielen Emotionen und der perfekten Sprache eine unvergessliche Inszenierung gezeigt. Sie haben das Publikum miteinbezogen. Immer mal wieder etwas aus dem Kocher- und Jagsttal eingebracht, was im Publikum für etliche Lacher, sorgte trotz der ernsten und schweren Thematik des Stückes. Eine Inszenierung voller Charme und schauspielerischem Talent. Absolut sehenswert.

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Ich habe nachgefragt bei den Zuschauern nachgefragt: Wie fanden Sie das Stück?

„Sehr gut. Zumal es sehr Beeindruckend ist, dass es Laien sind.“ Heide Schulz und Hanne Birk

„Super. Charaktere sind wirklich gut. Auch wenn man dieses Jahr nicht von Bühne zu Bühne laufen kann, ist es auch so gut. Das Thema ist sehr treffend“ Corina und Ralf Hub

„Sehr gut gespielt. Aktuelles Thema. Auch die Schauspieler sind lobenswert.“ Anonym

„Ganz großes Lob. Es ist zwar sehr spartanisch. Kein einziges Möbelstück als Requisite. Aber die Sprache ist dafür sehr präzise. Sehr beeindruckend.“ Heide Ruopp

PS: Jacke oder Pullover mitnehmen. Sobald die Sonne untergeht wird es frisch. Für Empfindliche: vielleicht auch ein Sitzkissen einpacken.
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Die nächste Vorstellung ist am Mittwoch, den 14. Juni, 20 Uhr. Weitere Vorstellungen: 16., 17., 23., 24., 29., 30. Juni 2017, jeweils 20 Uhr. 01., 05., 07., 08. Juli 2017, ebenfalls jeweils 20 Uhr. Karten bei Presse Turber, Tabak Brückbauer oder auf: https://www.theater-im-fluss.com/site/kartenverkauf.php

Das Video links und in der Mitte zeigen Ausschnitte aus der Aufführung am 10. Juni 2017. Video ganz rechts: Blick hinter die Kulissen und kurzes Gespräch mit den Darstellern in der Maske – kurz vor ihrem Auftritt am 10. Juni 2017.
Videos untere Reihe: Weitere Ausschnitte aus dem Stück, u.a. Polonaise mit den Zuschauern

 

 




Landratsamt am Freitag geschlossen & 30 Jahre Glockenfest

Landratsamt Hohenlohekreis am 14. Juli 2017 geschlossen

Wegen eines Betriebsausflugs bleiben am Freitag, 14. Juli 2017, sämtliche Dienststellen des Landratsamts Hohenlohekreis in Künzelsau und Öhringen einschließlich der Abfallwirtschaft Hohenlohekreis und der Deponie Stäffelesrain in Beltersrot ganztägig geschlossen.
Das Kundencenter des Nahverkehrs Hohenlohekreis in Künzelsau und das MOBIZ Öhringen sind an diesem Tag ebenfalls geschlossen.




Aus für Krankenhaus Künzelsau – Kreisräte attackieren Neumann scharf

// Mit Mühe erkämpfen sich Bürgermeister Platz in Beratungsgremium, wie es nun weitergeht
// Prof. Dr. Karle: „Das Allerletzte“, einzelne Personen anzugreifen
Text und Fotos von Sabine Lennert

Bei der Kreistagssitzung in Krautheim am 09. Juni 2017 fiel die Entscheidung über die Zukunft des Hohenloher Krankenhauses. Mit deutlicher Mehrheit stimmten die Kreisräte dem Krankenhausstrukturfonds zu, was das Aus für das Krankenhaus in Künzelsau bedeutet.

Als hätte der Himmel schon geahnt, wie die Sitzung des Kreisrats verlaufen würde, zogen sich kurz vor deren Beginn dunkle Wolken zusammen. Trotz Wind und pünktlich einsetzendem Regen hatten sich viele Menschen mit Plakaten vor dem Eugen-Seitz-Bürgerhaus in Krautheim versammelt, um für den Erhalt des Krankenhauses zu demonstrieren. Der Sitzungssaal war dann auch mit über 100 Bürgern voll besetzt.

Im Sitzungssaal bat Landrat Dr. Matthias Neth bei der Eröffnung der Sitzung dann zuerst darum, die Banner und Plakate abzunehmen. Gastgeber Andreas Köhler (CDU) begrüßte die Anwesenden zu dieser „historischen und weichenstellenden Entscheidung für den Hohenlohekreis“ und ließ gleich zu Beginn keinen Zweifel am Ausgang der Sitzung: „Kreisräte sind keine Ja-Sager und müssen auch schmerzhafte Entscheidungen treffen“. Neth unterbrach daraufhin die Eingangsworte und rief die Buhrufer in den Reihen der Öffentlichkeit zur Ordnung.

Nach dem Motto „Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem“ wurden auch heute keine wirklich neuen Argumente präsentiert. Aus strukturellen, fachlichen, personellen und finanziellen Gründen sei es unwirtschaftlich, das Krankenhaus in Künzelsau weiterhin zu betreiben. Das habe nichts mit Missmanagement zu tun, wie oft behauptet würde. Das Krankenhaus habe bisher nur aufgrund hoher Zuschüsse und Gehaltsverzicht von Seiten des Personals, das unter Tarif bezahlt würde, möglich gewesen. Für eine Vollprivatisierung müssten Bieter überzeugende Argumente vorlegen, die Suche würde mindestens sechs Monate in Anspruch nehmen. Der Zeitplan des Landes lasse aber keinen weiteren Aufschub zu – die Entscheidung müsse heute fallen. Zudem habe der Rettungsdienst sogar schriftlich bestätigt, dass eine Fahrt zum nächstgelegenen Krankenhaus maximal 30 Minuten dauern würde, auch wenn es in Künzelsau kein Krankenhaus mehr gäbe.

Nach dem gescheiterten Versuch, ein Großkrankenhaus an der Landkreisgrenze in Untermünkheim zu errichten, sieht Neth in dem Förderangebot eine „zweite Chance, die wir nicht verstreichen lassen sollten“.
Jürgen Schopf, Geschäftsführer der Hohenloher Krankenhauses gGmbH, legte nochmals die Zusammensetzung der Fördergelder dar. Da es sich um eine Festbetragsförderung handle, könne der Förderbetrag nicht reduziert werden, auch wenn jetzt noch Kosten eingespart würden. Sparpotenzial sei an verschiedenen Stellen identifiziert worden und werde auch genutzt. Die veranschlagten 99,6 Millionen Euro würden für den Neubau in Öhringen ausreichen.
Bei den anschließenden Wortmeldungen war man sich größtenteils einig. Die Schließung eines Krankenhauses gehe immer an die Nieren, zwei Standorte in einer Entfernung von nur 16 km Luftlinie seien nicht finanzierbar, die aktive Mitgestaltung der Zukunft sei bei einem privaten Investor nicht möglich.

Einzig Stefan Neumann gab das Versagen des Kreisrats in zwei Punkten zu. Zum einen sei es nicht möglich gewesen, ein zukunftsfähiges Konzept für beide Standorte zu erstellen. So gebe es nun für einen Teil des Kreises ein Krankenhaus, für den anderen Teil nur einen Fingerzeig. Zum anderen wies er auf das Versagen im Umgang mit den Bürgern hin, die man nicht mitgenommen habe. An den daraus resultierenden Fronten hätten alle Anteil. Neumann erntete dafür Applaus von den Zuhörern.

Auch Christian von Stetten (CDU) und Prof. Dr. Karle (FWV) äußerten sich kritisch und kündigten an, den Antrag nicht in allen Punkten zu unterstützen. „Ich bin der BI gegenüber immer neutral geblieben, aber vieles, was dort gesagt wurde, war so falsch nicht“, so Karle. Ein Gutachten sei Theorie, die Hohenloher aber Praktiker. So habe man praktisch nichts versucht, sondern theoretisch abgelehnt.
Thomas Dubowy (FWV) sah durch die zunehmende Spezialisierung personelle Schwierigkeiten bei der Besetzung aller nötigen Arztstellen. Der Wegfall des Krankenhauses in Künzelsau ziehe aber keinen Fachärztemangel nach sich, denn es sei auch heute mit Krankenhaus schon schwierig, neue Fachärzte zu finden, die sich auf dem Land niederlassen. Einen hohen Stellenwert haben für ihn auch die Senioreneinrichtungen, die ebenfalls zur Hohenloher Krankenhaus gGmbH gehören.

Über vier Punkte stimmten die Kreisräte in dieser Sitzung ab. Punkt 1: Festhalten an den am 30. September 2016 und 23. Januar 2017 getroffenen Beschlüssen: 28 Kreisräte stimmten dafür. Drei Gegenstimmen kamen von Stefan Neumann, Christian von Stetten und Prof. Dr. Christoph Karle. Dem Antrag, die Fürdermittel anzunehmen, stimmten 29 Kreisräte zu, Gegenstimmen kamen von Stefan Neumann und Prof. Dr. Christoph Karle. Der Neubau in Öhringen wurde mit 30 Stimmen angenommen, nur Stefan Neumann stimmte dagegen. Dem Bettenabbau der Hohenlohe Krankenhaus gGmbH von 283 auf 205 Betten stimmten alle Kreisräte bis auf Stefan Neumann, Christian von Stetten und Prof. Dr. Christoph Karle zu.

Danach wurde über das Markterkundungsverfahren gesprochen und abgestimmt. Stefan Neumann hatte den Antrag gestellt, in das beratende Gremium auch die Bürgermeister von Künzelsau und Öhringen aufzunehmen. Dies führte zu heftigen Diskussionen, in denen Neumann von verschiedenen Seiten vorgeworfen wurde, man könne sich nicht auf seine Vertraulichkeit verlassen. Für von Stetten dagegen war es unverständlich, warum Neumann nicht in das beratende Gremium aufgenommen werden solle, wo für Öhringen schon ganz genau feststünde, was passieren wird, nicht jedoch für Künzelsau. Professor Karle bezeichnete es als „das Allerletzte“, einzelne Personen anzugreifen, das sei nicht das richtige Verhalten für einen Kreisrat. „Seid ihr noch zu retten? Wenn das so weitergeht, melde ich mich an meinem Zweitwohnsitz an!“

Nach einer kurzen Sitzungsunterbrechung empfahl Neth, dem Antrag von Neumann zuzustimmen, da es politisch gesehen sinnvoll sei, die Bürgermeister in das Gremium aufzunehmen. Gerhard Feiler (FDP) beantragte „für Ruhe und Gelassenheit“ eine geheime Abstimmung zu diesem Thema. In der folgenden Abstimmung stimmten die anwesenden Kreisräte einstimmig dem Ablauf des Markterkundungsverfahrens zu. Die geheime Abstimmung wurde mit 28 zu 3 Stimmen abgelehnt und es sprachen sich 24 Kreisräte für die Aufnahme von Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann und Öhringens Bürgermeister Thilo Michler in das Gremium aus. Lediglich drei Räte waren dagegen, vier enthielten sich.

Unter dem Tagesordnungspunkt Verschiedenes dankte Torsten Kunkel (CDU) Landrat Neth und mahnte „Ein Landrat ist ein Mensch, der Gefühle hat, die er nicht abends mit der Jacke ausziehen kann“. Er bat deshalb die Anwesenden um Mäßigung für die Zukunft.

Abschließend bat Landrat Neth, die demokratisch getroffene Entscheidung zu akzeptieren, auch wenn die Sitzung für die Öffentlichkeit schwierig, für manche sogar eine Zumutung gewesen sei. Die Verantwortung würde von allen Kreisräten ernst genommen, dies sei keine leichtfertige Entscheidung sondern mit Sorge um alle Hohenloher getroffen.




Die Populisten-Pistole kommt

 

Die Bürgerinitiative (HK) zum Erhalt des Künzelsauer Krankenhausstandortes hat ein zweites Kasperle-Theater- Video veröffentlicht. In der zweiten Folge der Satire muss Landrat Dr. Matthias Neth zum Rapport bei dem baden-württembergischen Gesundheitsminister Manfred Lucha antreten. Lucha zückt eine Populisten-Pistole. Diese  sei das Allheilmittel gegen alle Kritiker, sprich: Wer Kritik äussere – in dem Fall die Bürger – solle man einfach als Populisten betiteln und schon herrsche Ruhe.

Für die HK scheint damit das Thema Schließung Krankenhaus Künzelsau damit nicht vom Tisch. Das Landratsamt indes macht derzeit eine Bürgerbefragung. Landrat Dr. Matthias Neth möchte wissen, so die Pressemitteilung, „welche möglichen Angebote ihnen [den Bürgern] im geplanten Medizin- und Gesundheitszentrum [in Künzelsau] besonders wichtig sind und welche weitergehenden Angebote die Befragten als notwendig erachten“.

Spielraum für das, was tatsächlich in diesem neuen Gesundheitszentrum angeboten wird, hat die Politik indes nur wenig, wie Jürgen Schopf, Geschäftsführer der Hohenlohe Krankenhaus gGmbH betont hat, da die ambulante Versorgung Sache der niedergelassenen Ärzte sei.

Den Fragebogen gibt es online unter https://www.surveymonkey.de/r/mgz-kuenzelsau
Noch bis Montag, 17. Juli 2017, können die Bürger den Fragebogen abgeben. Er liegt ebenfalls an der Bürgertheke im Landratsamt Hohenlohekreis, Allee 17, 74653 Künzelsau aus.




„Ein sehr riskanter und ungewisser Weg“

// AfD-Landtagsabgeordneter Anton Baron wendet sich in einem Schreiben an Kreisräte

AfD-Landtagsagbeordneter Anton Baron wendet sich einen Tag vor der Entscheidung über das Krankenhaus Künzelsau mit einem Schreiben am 08. Juni 2017 an den Landrat und die Kreisräte. Baron warnt darin vor den bevorstehenden finanziellen Belastungen: „Darüber hinaus wird diese Entscheidung auch dazu führen, dass der Landkreis voraussichtlich einen riesigen Schuldenberg von über 60 Millionen Euro für den Neubau in Öhringen vor sich hertragen
wird.“

Weiter heißt es: „Das Künzelsauer Krankenhaus wurde nach meinem Kenntnisstand erst durch gravierende betriebswirtschaftliche Fehlentscheidungen des Managements in diese missliche Lage gebracht, nicht umsonst wurde damals der Anbau und die Sanierung aus Eigenkapital
des Krankenhauses finanziert. Ebenso trägt die Bundespolitik in Teilen dafür Verantwortung, dass über 5o Prozent aller Krankenhäuser in Baden-Württemberg inzwischen
rote Zahlen schreiben und unterfinanziert sind.“ (…) „Mit dem Schritt zum Neubau in Öhringen gehen Sie einen sehr riskanten und ungewissen Weg, der nicht nur zum Zusammenbruch der
Gesundheitsversorgung in Künzelsau sondern auch das Krankenhaus in Öhringen in eine prekäre Lage führen kann. Aus Erfahrungen aus anderen Landkreisen hat sich gezeigt,
dass Teile der Kosten vom geschlossenen Krankenhaus auf einen erhöhten Bedarf an Fahrzeugen und Rettungshubschraubern für die Notfallversorgung verschoben wurden.“

„Auch die Besetzung des angedachten Medizinzentrums mit Ärztestellen in Künzelsau ist noch völlig offen, da Künzelsau nach Bundesvorgaben eigentlich eine „Überversorgung“
an Arztstellen hat.“




Bürger „verlieren das Vertrauen in die Demokratie“

 

Krankenschwester Gabriele Diether: „Das Vertrauen in die Demokratie geht verloren“
// emotionale Rede auf der 32. Mittwochsdemo am vergangenen Mittwoch
// heute entscheiden die Kreisräte über das Krankenhaus Künzelsau

Auf der 32. Mittwochsdemo am 07. Juni 2017 sprach Gabriele Diether, Krankenschwester in der Tagesklinik in Künzelsau, die vom Weissenhof in Weinsberg betrieben wird, deutliche Worte gegenüber den Kreisräten, die heute die Entscheidung fällen über den Krankenhausstandort Künzelsau.

Durch den Öhringer Neubau kämen „massive finanzielle Belastungen auf den Hohenlohekreis“ zu, da der Neubau „mindestens das Doppelte koste“, von dem, was an Geld vom Krankenhausstrukturfonds hereinkäme.

„Letzten Endes“, so die Krankenschwester, tragen sie [Anm. d. Red.: die Kreisräte], einen Beitrag dazu bei, dass die Leute die Schnauze voll von Politik haben und dass sie das Vertrauen in die Demokratie verlieren.“

Die Kreisräte entscheiden heute in Krautheim über die Annahme der Gelder aus dem Krankenhausstrukturfonds, was zugleich das Aus für den Krankenhausstandort Künzelsau bedeuten würde.

Die Kreistagssitzung ist um 14 Uhr im Eugen-Seitz-Bürgerhaus, Götzstraße 49, 74238 Krautheim