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„Meine liebe Frau und ich kommen von ganz unten“

 

Bei dem Festakt zum 80. Geburtstag von Carmen Würth und der Einweihung des Carmen Würth Forums am gestrigen Dienstag, den 18. Juli 2017, im Carmen Würth Forum in Gaisbach, hielt Reinhold Würth eine humorvoll-emotionale Rede. Er erinnert darin auch an die Anfänge: „Meine liebe Frau und ich kommen von ganz unten. Wir haben gelernt, was es heißt zu sparen. Wenn ich den Berg heruntergefahren bin, habe ich den Motor ausgeschaltet, um zehn oder 20 Pfennig zu sparen“, erinnert sich der heute 82-Jährige Multimilliardär.

Viele Lacher von den anwesenden über 1.400 geladenen Gästen (darunter Winfried Kretschmann, Erwin Teufel, Verpackungskünstler Christo, aber auch hiesige Unternehmer und Bürgermeister mit Ehegatten) hatte Würth auf seiner Seite, als er von seinen bislang 68 Betriebsjahren erzählte, in welchen er in „unterschiedlichen Positionen für das Unternehmen tätig“ war. „Das waren keine 68 Jahre nach Gewerkschaftstarifvertrag“, fügte er schmunzelnd hinzu. Die Firma sei wie ein Kind für ihn. Von zwei auf nunmehr 72.000 Mitarbeiter sei die Zahl angewachsen. Ein wichtiger Grundsatz, den er schon sehr früh gelernt habe, sei:“Wachstum ohne Gewinn ist tödlich“. Auch ein Würth wisse, wie es ist, das Konto überzogen zu haben.

Das Carmen-Würth-Forum soll zum einen dienen für größere Mitarbeitertreffen, wenn Angestellte von im wahrsten Sinne aller Herren Länder anreisen, um sich den Betrieb anzuschauen und gemeinsam zwei Tage zu feiern („da wird es dann sehr schnell lustig“, bemerkte Würth mit einem Augenzwinkern). Zum anderen möchte er das Forum der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen. Damit beginnen sie auch sogleich. Am Wochenende ist das Würth Open Air, unter anderem mit Sting und Cro. Sting ist bereits ausverkauft.

Eine ausführliche Berichterstattung zum gestrigen Festakt folgt in Kürze.




„Die Bauarbeiter haben geschafft wie die Brunnenputzer“

// Eröffnung des Carmen Würth Forums mit lokaler und nationaler Prominenz

Es sind über 30 Grad im Schatten, als Carmen Würth in einem weißen Dirndl auf die Bühne geht und sich bedankt. Ihr Mann Reinhold schaut von unten zu. „Es wird Zeit, euch danke zu sagen für den Geist, den ihr mittragt zu den Gästen“, sagte Carmen Würth zu dem Würth Chor, in dem Menschen mit und ohne Behinderung singen und der gerade seinen großen Auftritt auf der kleinen Bühne hatte.

Die Unternehmergattin sah an dem Festakt zu ihrem 80. Geburtstag und gleichzeitigen Einweihung des Carmen Würth Forums bei weitem nicht aus wie 80. Man könnte sie ohne Weiteres 20 Jahre jünger schätzen. Sie nimmt Glückwünsche entgegen, strahlt, hat ein so bescheidenes Auftreten, das fast vergessen lässt, dass ihr Mann in den vergangenen Jahrzehnten einen Weltkonzern errichtet hat – stets mit ihr an seiner Seite. Er sorgte für die wirtschaftliche Rentabilität, ihr lag und liegt das Soziale am Herzen.

Was wünscht sich eine Frau, die schon alles zu haben scheint an so einem Tag? Tochter Bettina Würth verrät es den anwesenden Gästen: „Dass in 80 Jahren noch so viel Energie in dem Haus [Anm. d. Redaktion: dem Carmen Würth Forum] steckt wie am Tag der Eröffnung.“

Die Vorzeichen stehen gut, dass dieser Wunsch in Erfüllung geht. Denn wenn Reinhold Würth etwas plant, dann plant er auch für die Zukunft und bis ins kleinste Detail. Die ersten Veranstaltungen sind bereits gebucht.

– – – Kommende Veranstaltungen – – –
Heute feiern die Mitarbeiter mit Gonzo’N’Friends auf dem neuen Areal, bei dem Würth Open Air am Wochenende treten Cro und Sting auf. Am 03. September gibt das Concertino Ensemble ein Konzert im Forum, im November 2018 tritt Bauchredner Sascha Grammel auf in dem von dem Stararchitekten Sir David Chipperfield entworfenen Bau.

– – – Warum das Forum jetzt erst gebaut wurde – – –

Das Carmen-Würth-Forum schmiegt sich so harmonisch in die Gaisbacher Landschaft, als ob es schon immer da gestanden hätte. Es ist alles andere als protzig, sondern, so Robert Friedmann, Sprecher der Konzernführung der Würth-Gruppe, von „wohltuender Eleganz und Würde“. Star-Architekt Chipperfield sagte auf Englisch zu Carmen: „Ich bin sehr stolz, Dein Geburtsgsgeschenk entworfen zu haben. Du kannst es nicht umtauschen.“ Er lobte den weltweiten Erfolg des Unternehmens Würth und die soziale Verantwortung, die die Familie Würth übernehme. Das Carmen Würth Forum solle nicht nur ein Platz zum Arbeiten sein, sondern „ein Ort der Gemeinschaft, an dem man sich trifft, miteinander spricht und Musik hört.“

Das Forum sollte schon vor einigen Jahren gebaut werden, aber dann sei, so Bettina Würth, die Wirtschaftskrise dazwischengekommen. Nun wurde quasi der Turbo eingelegt und in weniger als zwei Jahren wurde das Gebäude für knapp 60 Millionen errichtet. „Die Bauarbeiter haben alle geschafft wie die Brunnenputzer“, lobte Robert Friedmann, Sprecher der Würth-Gruppe.

– – – Prominenz vor Ort – – –

Unter den anwesenden geladenen rund 1.400 Gästen befanden sich unter anderem Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der frühere Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg Erwin Teufel, Verpackungskünstler Christo, der Bundestagsabgeordnete Christian von Stetten, Landrat Dr. Matthias Neth, der ehemalige Landrat Helmut M. Jahn, Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann, Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck und Unternehmerin Kerstin Berner-Göbel.

– – – Planung bis ins kleinste Detail – – –

Der Festakt, der um 15.30 Uhr mit Führungen durch das Forum startete, war bis ins kleinste Detail geplant. Jeder der Anwesenden erhielt am Eingang ein Namensschild und eine Platzkarte. Im Eingangsbereich waren Pavillions mit Essen und Getränken errichtet. Das Panorama Catering sorgte für die Bewirtung. Ein Security Service war anwesend. Um 17 Uhr war der Große Saal des Forums fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Es spielte das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, München unter der Leitung von Manfred Honeck, das laut Reinhold Würth, „zu den zehn besten Symphonieorchestern der Welt zählt“. Bettina Würth begrüßte gemeinsam mit Friedmann und Norbert Heckmann, Sprecher der Geschäftsleitung, die Gäste. Danach folgten die Reden von Stararchitekt David Chipperfield, Winfried Kretschmann und Reinhold Würth (wir berichteten).

In einem gesonderten Beitrag nehmen wir Euch mit in das Innere des Carmen Würth Forums




Lions spenden zwölf Notebooks

Anbei veröffentlichen wir eine Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis:

Mit großer Freude nahmen Ursula Mühleck, Dezernentin für Familie, Bildung und Gesundheit beim Landratsamt Hohenlohekreis und Jugendamtsleiter Josef Grochla zwölf neue Laptops vom Lions-Vorstand Johannes Graf von Zeppelin und seinen Clubkollegen Dr. Manfred Römer und Horst Bertsch entgegen. Bereits zum neunten Mal unterstützt der Lions Club Hohenlohe-Künzelsau durch diese Spende Jugendliche aus Hohenlohe auf dem Weg der Schul- und Berufsausbildung.

Im Namen des Landkreises dankte Ursula Mühleck dem Lions Club Hohenlohe-Künzelsau für die großzügige Spende. Die Laptops erhalten ausgesuchte Jugendliche, die sich keinen PC leisten können, jedoch aufgrund ihrer schulischen Leistungen und ihres Ehrgeizes auffallen.

Foto: Landratsamt Hohenlohekreis




Christian Berner zu Besuch auf dem Stadtfest in Künzelsau

// 6.000-Euro-Spende für Ehrenamtsbörse
// Ehrenamtliche gesuchtZum Auftakt des Stadtfestes am Freitag, den 14. Juli 2017, war ein seltener Gast zu Besuch in Künzelsau: Christian Berner, Chef der in Garnberg und Köln ansässigen Firma Berner.Berner überreichte beim Fassanstich an Bürgermeister Stefan Neumann einen Scheck über 6.000 Euro für die neue Ehrenamtsbörse. Die Ehrenamtsbörse ist eine Online-Plattform, mit der, so die Stadt Künzelsau in einer Pressemitteilung, „Künzelsauer Vereine und Institutionen, die Helfer suchen, und Künzelsauer, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, zusammengebracht werden“ sollen. Neumann: „Die Ehrenamtsbörse soll Künzelsauer, die sich engagieren möchten, motivieren und dabei helfen, die richtige Tätigkeit zu finden. Ob im sozialen Bereich, Kultur, Sport oder Rettungswesen – es gibt viele verschiedene Einsatzbereiche.“Der Link zur Ehrenamtsbörse: www.kuenzelsau.de/ehrenamtsboerse
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AKTIVierer gesucht

Die Stadt Künzelsau sucht ehrenamtliche AKTIVler, die die Ehrenamtsbörse betreuen. Die Idee sei, so die Stadt Künzelsau, „ein Team aus fünf bis zehn AKTIVierern zu finden – idealerweise aus unterschiedlichen Teilorten und Altersgruppen sowie mit verschiedenen Interessen (Soziales, Kultur, Sport, Rettungswesen, etc.).“ Diese beraten und unterstützen zum einen Personen, die sich ehrenamtlich engagieren möchten, zum anderen beraten sie Personen mit Hilfs- und Unterstützungsbedarf und vermitteln zu entsprechenden Einrichtungen. Interessierte können sich bis 17. September 2017 bei der Stadtverwaltung Künzelsau melden. Im Herbst findet eine Schulung statt.
Weitere Informationen bei Rafaela van Dorp, E-Mail rafaela.vandorp@kuenzelsau.de, Telefon 07940 129 102.

Foto (von links): Bürgermeister Stefan Neumann, Pia (Ehefrau von Christian Berner) und Christian Berner. Stadtverwaltung Künzelsau




Es geht um Liebe, Sex und die ganz große Show

// GSCHWÄTZ durfte exklusive Videoaufnahmen von dem Musical Backbeat in Jagsthausen machen
von Nadja Fischer

Wie haben die berühmtesten Pilzköpfe der Welt ihre Karriere begonnen? Wer darauf eine Antwort haben möchte, der sollte das Musical Backbeat anschauen, das in diesem Jahr im Rahmen der Burgfestspiele Jagsthausen aufgeführt wird. Die Anfänge der Beatles werden vom professionellen Schauspielern aufgeführt. Es handelt von der Zeit als Stuart, Paul, John, George und Pete in Hamburg ihr Glück als Musiker versuchen bis zu ihrem Durchbruch. Falls man sich jetzt als Beatle-Laie fragt: Fünf Namen? Aber es waren doch immer nur vier Beatles? Diese Frage wird während des Musicals aufgeklärt und man findet seine Antwort.

Es geht richtig zur Sache in dem Musical – im wahrsten Sinne. Und die Jungs sieht man auch mal in einem anderen Fokus – und nicht immer schön brav mit Zahnpastalächeln und einem Liebeslied auf den Lippen, frei nach dem Motto: Wer will schon Liebe, wenn er Sex haben kann?

Die Schauspieler haben Spaß an dem Musical und das macht sich während des kompletten Stücks bemerkbar. Sie sind voller Engagement, Herzblut und Leidenschaft dabei. Sie können mit ihrem musikalischen Talent mitreißen. Kein Fuß auf der Tribüne wird da stillhalten können.

Noch ein Tipp: Falls es doch mal regnen sollte, empfielt es sich, ein Regencape mitzunehmen.„Bei ein bisschen Sommerregen, ist es ein ganz anderes Erlebnis und solange es nur ein leichter Sommerregen ist, wird auch gespielt“, sagt Ann-Kathrin Halter von den Burgfestspielen.

Tickets gibt es ab 34 Euro auf http://burgfestspiele-jagsthausen.de.
Die letzte Vorstellung von „Backbeat – die Beatles in Hamburg“ von Lain Soffley und Stephen Jeffreys ist am 25. August 2017.

 

 

 

 

Die Kunst, einen asozialen Pöbler zu spielen

Der Schauspieler Marwin Funck spielt im aktuellen Backbeat-Musical in Jagsthausen nicht nur den Ringo Starr, sondern auch einen, wie er selbst sagt, „asozialen Pöbler“. Das Schwierige an dieser Rolle: Er ist zunächst Teil des Publikums und pöbelt herum. Dann könne es schon mal passieren, dass ihn manche Zuschauer rausbefördern möchten, weil sie ihn nicht als Schauspieler erkennen.

Eigentlich wohnt der 22-Jährige in Hamburg. Bezogen auf die G-20-Ausschreitungen ist er froh, dass er momentan im ruhigen Jagsttal schauspielert. In unserem Kurzinterview, geführt von unserer Autorin Nadja Fischer, erzählt uns der Burgfestspiele-Schauspieler, was er besonders schön an unserer Gegend hier findet.

 




Kreistag tagt am kommenden Montag

// Prüfung Jahresabschluss 2016 der Hohenlohe Krankenhaus gGmbH
// Neugestaltung des öffentlichen Nahverkehrs
// Jahresabschluss 2016 der Abfallwirtschaft

Anbei veröffentlichen wir eine Pressemitteilung des Landratsamtes:

Der Kreistag des Hohenlohekreises tagt am kommenden Montag um 14 Uhr im Bürgerzentrum Langenbachtal, Kelterstraße 28, 74679 Weißbach. Die Sitzung hat folgende
öffentliche Tagesordnung:

1. Hohenloher Krankenhaus gGmbH: Vorbereitung des Beschlusses der Gesellschafterversammlung
a) Prüfung des Jahresabschlusses 2016 der Hohenloher Krankenhaus gGmbH und der Hohenloher Seniorenbetreuung gGmbH
b) Feststellung des Jahresabschlusses 2016 der Hohenloher Krankenhaus gGmbH
c) Feststellung des Jahresabschlusses 2016 der Hohenloher Seniorenbetreuung gGmbH
d) Entlastung des Aufsichtsrates zum Jahresabschluss 2016
e) Bestellung der Abschlussprüfer 2017 für die Hohenloher Krankenhaus gGmbH und die Hohenloher Seniorenbetreuung gGmbH
2. Regionale Gesundheitsholding Heilbronn-Franken GmbH (RGHF) Vorbereitung des Beschlusses der Gesellschafterversammlung
a) Jahresabschluss und Jahresabschlussprüfung 2016 der Regionalen Gesundheitsholding Heilbronn-Franken GmbH (RGHF)
b) Entlastung des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2016
c) Wahl des Abschlussprüfers 2017
3. Psychosoziale Beratungs- und ambulante Behandlungsstelle für Suchtgefährdete und Suchtkranke im Hohenlohekreis (PSB)
a) Erhöhung des Stellenanteils in der Substitutionsbegleitung von derzeit 0,6 auf 1,0 ab 1. September 2017
b) Abschluss einer neuen Vereinbarung zum 1. Januar 2018
4. Förderung zum Radwegausbau zwischen Öhringen und Unterohrn
5. Neugestaltung des ÖPNV im Hohenlohekreis Eckpunkte des betrieblichen Konzepts und des Nahverkehrsplanes
6. Aufhebung der Satzung über die Erhebung der Jagdsteuer
7. Beteiligungsrichtlinie des Hohenlohekreises
8. Haushaltszwischenbericht 2017
9. Jahresabschluss 2016 und Rechenschaftsbericht
10. Arbeitsinitiative Hohenlohekreis gGmbH
a) Jahresabschluss 2016 – Feststellung und Ermächtigung
b) Zuschuss des Hohenlohekreises für das Jahr 2016
c) Änderung / Anpassung des Gesellschaftsvertrags der Arbeitsinitiative Hohenlohekreis gGmbH
d) Änderung/Anpassung des Gesellschaftsvertrages der Tochterfirma MH Mobil Hohenlohe GmbH
11. Jahresabschluss 2016 des Nahverkehr Hohenlohekreis
12. Jahresabschluss 2016 der Abfallwirtschaft Hohenlohekreis
13. Verschiedenes

Die Bevölkerung ist zur Sitzung eingeladen.

Fotos // Kreistagssitzung am 01. Juni 2017 in der Mehrzweckhalle in Waldenburg. GSCHWÄTZ




Kinderflohmarkt in Künzelsau




Entscheidungsträger geben Verantwortungszepter an Ärzte ab

// Ein Kommentar zum Krankenhaus Künzelsau von Dr. Sandra Hartmann

Der Bürgerdialog wurde endlich in Angriff genommen, eine Umfrage des Landratsamtes läuft: Was will der Bürger in dem geplanten Medizinzentrum haben. Bitter nur, dass dies alles nach der eigentlichen Entscheidung kommt. Das Krankenhaus Künzelsau wird geschlossen. Noch bitterer: Es gibt bislang noch keinen Plan für Künzelsau. Mehrfach betont Jürgen Schopf, Geschäftsführer der Hohenlohe Krankenhaus gGmbH, am Bürgerdialog in der Stadthalle: Wir könen jeztzt jetzt für euch, liebe Künzelsauer, nichts mehr tun: „Wir können jetzt nur noch mitorganiseren“. Mitorganisieren. Mehr nicht. Denn: Der Kreistag hat die stationäre Versorgung gestrichen. Und für die ambulante Versorgung seien die niedergelassenen Ärzte zuständig. Die Ärzte reiben sich bei solchen Worten verwundert die Augen, waren es nicht viele von ihnen, die in den vergangenen Monaten die Entscheidungsträger mehrfach darauf hingewiesen haben, dass ein Krankenhaus für eine Grund- und Regelversorgung dringend nötig sei. Die Entscheidungsträger sagen: Wir sind jetzt nicht mehr für euch zuständig. Die Ärzte müssen es nun richten. Das wäre fast so, wie wenn jemand eine Vase zerschlägt und der Scherbenhaufen jemand anderes zusammenkehren muss. Jürgen Schopfs Worte mögen juristisch korrekt sein, moralisch sind sie es nicht.

 




Auch Öhringen wackelt

// Alles zum Krankenhaus-Neubau in in der großen Kreisstadt
// Bürgerdialogs über die Zukunft der Gesundheitsversorgung – 2. Teil

Beim Bürgerdialog am vergangenen Montag, den 03. Juli 2017, in der Stadthalle in Künzelsau, organisiert vom Landratsamt Hohenlohekreis, kritisierten Bürger auch den bevorstehenden Neubau in Öhringen scharf. Rund 100 Millionen soll der Bau kosten, so Jürgen Schopf, Geschäftsführer der Hohenlohe Krankenhaus gGmbH. Er versicherte: Teurer wirds bestimmt nicht und erntete dafür einige Lacher aus dem Publikum. Rund 50 Millionen zahlt davon das Land Baden-Württemberg aus Mitteln des Krankenhausstrukturfonds. Aber wie soll man die 50 Millionen Differenz, die sich daraus ergebe, finanzieren?, fragten mehrere Bürger skeptisch. „Das wird ein 50-Millionen-Grab in unmittelbarer Reichweite zu Heilbronn“, prophezeite ein Besucher.

„Wie bringen Sie genügend Patienten nach Öhringen?“, fragte ein weiterer Bürger. Schopfs Antwort: „Wir haben dann ein großes zentrales Haus in Öhringen. Das wird eine große Attraktivitär haben. Wir können künftig an einem Standort alles anbieten.

Der Neubau soll sich direkt neben dem Altbau befinden.
Aber wenn auch hier die Patienten ausbleiben etwa die Schlaganfalleinheit die benötigten 250 Fälle pro Jahr nicht vorweisen kann, „wird Öhringen nicht zertifiziert, sondern zugemacht“, sagte Landrat Dr. Matthias Neth mit überraschend deutlichen Worten. Aber er fügte auch hinzu: „Die Einhäusigkeit kann funktionieren.“ Öhringen werde alleinstehend in der Lage sein, seine Kosten zu tragen.

Fotos: Krankenhaus Öhringen und Geschäftsführer Jürgen Schopf. Hohenlohe Krankenhaus gGmbH; Krankenhaus Künzelsau, Bürger bei der Kreistagsentscheidung in Krautheim am 09. Juni 2017




„Kruscht kauf mer‘ net“ – Alois Gscheidle in Niedernhall

Am vergangenen Mittwoch, den 02. August 2017, trat der Kabarettist und Comedian Alois Gscheidle (im wahren Leben Marcus Neuweiler) im Rahmen der Niedernhaller Kulturwoche in Niedernhall auf. Unsere Journalistin Isabell Kähny hat sich den Schöntaler Kabarettisten geschnappt und interviewt. Dabei kam heraus, was Alois Gscheidle in Niedernhall besonders gefällt: die Innenstadt. Und er schlägt vor: Warum sperrt man sie nicht für den Verkehr und macht eine Fußgängerzone draus? Ja, warum eigentlich nicht, Herr Bürgermeister Beck?

Und was macht für Alois Gscheidle einen echten Schwaben aus? „Ein echter Schwabe ist klug, clever, hat schon alles erlebt oder meint zumindest, schon alles erlebt zu haben, ist schaffig, sparig. Aber wenn er Geld ausgibt, dann a für was Gscheits. Also: Kruscht kauf‘ mer net.“

Wo gangr mr no – Die Sache mit der Urlaubsplanung
// Auszüge aus dem Auftritt Alois Gscheidles

„Mei Weib hat nicht grad die Figur einer Sanduhr – eher die Figur eines Eierbechers“, bemerkt Alois Gscheidle bei seinem Auftritt. Daher wil der echte Schwobe eher weniger mit seiner Frau wellnessen gehen. Seine Tochter Soja-Annabelle zieht es an den Strand. Aber „da koscht‘ ja die Liege und de Sonneschirm extra“. Sohn Kai Rüdiger will kraxle. „Aber egal, wo de nougehsch, au im Urlaub bisch nie alloi. Denn es gibt ein Volksstamm, die immer scho vor oim da is: die Holländer.“

Von einem Volksstamm weiß Gscheidle auch viel zu berichten: Von Frauen. Alois Gscheidle weiß: Wenn sei Frau im Ikea verschwindet, hat er eine Stunde Freiheit. Vorher findet die do eh net raus. Denn „der Orientierungssinn von Frauen is oifach net so ausgeprägt“. Und de Anhänger musch dort nou a immer mitnehme. „Mit einem Mini isch es bei Ikea nämlich net getan.“

„Hasch Du auch de Fernseher ausgschteckt?“, frogt des Weib von Alois Gscheidle in der Check-In-Schlange am Flughafen, bevor es in den lang ersehnten Urlaub geht. „Hasch du a die Fenschter zugmacht?“ Auf alle Fragen antwortet unser Herr Gscheidle mit einem genervten: Ja. Hasch du a die Rolläde runterglasse?“ – „Jaaaa.“ – „Ja, bisch du bescheuert? Dann weiß doch jeder, dass mir im Urlaub sind!“. Und dann kommt der schlimmste Satz für jeden Mann: „I glaub, mir ham was vergesse.“

Bei dem Bühnenprogramm rund um den Urlaub wird sich jeder Zuschauer bei dem ein oder anderen Satz wiedererkennen, denn sind wir nicht alle ä bissle Schwabe?

Mehr Informationen über Alois Gscheidle auf: www.alois-gscheidle.de