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So schnell winkt man eine Gehaltserhöhung von 55 Prozent durch

Kein Geld für öffentliche Verkehrsmittel. Kein Geld für Krankenhäuser. Kein Geld für Bildung. Das Gesetz zur Änderung des Abgeordnetengesetzes vom 08. Februar 2017 zeigt aber: Geld ist da.

Marco Piljic von der Pressestelle des Landtags von Baden-Württemberg erläutert auf Anfrage vom GSCHWÄTZ die Änderung des Abgeordnetengesetzes.

Jeder der 143 Landtagsabgeordneten von Baden-Württemberg hat pro Monat ein bestimmtes Budget für die Beschäftigung von Mitarbeitern zur Verfügung. Seit dem 01. Mai 2017 sind es anstatt 5.517,62 Euro nun 10.646,84 Euro pro Monat (pro Landtagsabgeordneter). Hinzu kommt: „Jeder Abgeordnete erhält eine monatliche Kostenpauschale in Höhe von 2.169 Euro für allgemeine Kosten, insbesondere für die Betreuung des Wahlkreises, Bürokosten und Porto sowie für sonstige Auslagen, die sich aus der Stellung des Abgeordneten ergeben, und für Mehraufwendungen am Sitz des Landtags.“

Hochgerechnet: „Die Erhöhung der allgemeinen Kostenpauschale zum 1. Mai 2017 verursacht monatliche Mehrkosten in Höhe von rund 92.500 Euro (Jahr: 1.110.000 Euro)“, so Marco Piljic. „Im Oktober 2017 wurden Zahlungen für die Mitarbeiter der Landtagsabgeordneten in Höhe von insgesamt 1.109.000 Euro (1.339.000 Euro einschl. Arbeitgeberanteile Sozialversicherung) geleistet. Dies entspricht einer Steigerungsrate in Höhe von 55,1 Prozent (54,8 Prozent mit Sozialabgaben). Diese Zahlen können sich natürlich von Monat zu Monat ändern, je nachdem, ob neue Mitarbeiter hinzukommen oder andere gehen.“

Die Landtagsabgeordneten der AfD stimmten gegen das Gesetz (siehe Video).

// Foto: Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg

// Video: Youtube.com




Rewe überlegt Supermarkt in Künzelsaus Innenstadt

Bekommt Künzelsaus Innenstadt bald wieder einen Supermarkt? Die Handelskette REWE bestätigte nun auf GSCHWÄTZ-Nachfrage, dass „Künzelsau ein interessanter Standort für uns ist“, so Susanne Amann, Pressesprecherin der Region Südwest. Weiter heißt es: „Wir sind auch an dem Mustanggelände (Anm. der Redaktion: in der Lindenstraße, gegenüber von Metzger Reisen und hinter Zoo Schierle) interessiert, da wir hier Potenzial für einen Supermarkt mit Nahversorgerfunktion sehen.“ Konkreter wollte Susanne Amann aber nicht werden, da  „noch nichts spruchreif“ sei, „sodass wir Ihnen keine weiteren Auskünfte geben können“. Ein Kauf des Geländes stehe aber nicht zur Disposition. Viele Künzelsauer werden sich noch an den HL-Markt erinnern, der kleine Supermarkt direkt in Künzelsaus Innenstadt, nur ein paar Meter hinter der Eisdiele am alten Rathaus entfernt. Dieser wurde 2006 trotz Bürgerprotesten geschlossen – und gehörte REWE.

 




Niedernhall: Polizist vom Dienst freigestellt

Der Polizist, der Geld aus einem Tresor im Polizeirevier Niedernhall entwendet haben soll (GSCHWÄTZ berichtete), ist vom Dienst freigestellt worden. Dies teilte die Staatsanwaltschaft Heilbronn auf GSCHWÄTZ-Nachfrage mit. Die Ermittlungen seien nahezu abgeschlossen. Ende November 2017 sei mit einer Entscheidung zu rechnen. Die möglichen weiteren Konsequenzen für den betroffenen Polizisten seien erst nach Vorliegen dieser Entscheidung absehbar, so die Staatsanwaltschaft. (Foto: hohenlohekreis.de)

 

 




Schüler und Lehrer überfordert

Laut einem aktuellen Bericht in der Deutschen Handwerks Zeitung von Barbara Oberst (Ausgabe 21 / 03. November 2017) haben sich Grundschüler in Baden-Württemberg seit 2011 massiv in Deutsch und Mathematik verschlechtert. Der Artikel stützt sich dabei auf eine Studie des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB-Bildungstrend 2016). Danach belegten Viertklässler in Baden-Württemberg beispielsweise 2011 noch den fünften Platz  im Vergleich zu den anderen Bundesländern, was ihre Lesekompetenz betrifft. Nun sind sie laut dem Artikel auf den viertletzten Platz abgerutscht. Die baden-württembergische Kultusministerin Susanne Eisenmann gab laut dem Artikel zunächst den Lehrern die Schuld und verwies auf Bayern. Dort würden weniger Lehrer mehr Schüler unterrichten. Trotzdem seien die Ergebnisse besser. Michael Gomolzig, Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg und Grundschulrektor, entgegnete: „Die Grundschule wurde hier lange Zeit vernachlässigt.“ Er verweist auf Lehrermangel und Sparmaßnahmen. Im Schuljahr 2015/2016 seien noch Inklusionsklassen mit  Kindern mit sonderpädagogischem Förderbedarf hinzugekommen. Pro Klasse sollten laut Gomolzig hierfür zwei Lehrer abgestellt werden. Aber wegen des Lehrermangels und der Sparmaßnahmen kämen Sonderschullehrer lediglich stundenweise in die Klassen. Auch die praktische Umsetzung Gemeinschaftsschule sieht er kritisch:  Laut den Vorgaben des Kultusministeriums sollten Kinder sollten selbst bestimmen, was sie wann lernen wollen. Das überfordere die Kinder, so Gomolzig. Die Kultusministerin kündigte nun Reformen an: mehr Mathe, mehr Deutsch und klare Strukturen.

Auch im Hohenlohekreis macht sich der deutschlandweite Lehrermangel bemerkbar. Diverse Schulen klagen über zu wenig Lehrkräfte. Als Gründe nennen Lehrer, wenn sie befragt werden, dass der Beruf an sich an Attraktivität verloren hat. Zahlen belegen, dass die Ausbildungsgänge tatsächlich in den vergangenen Jahren immer kleiner geworden sind. Dadurch haben Lehrer die Qual der Wahl. Fast jede Schule sucht Lehrer und nicht selten zieht es Lehrer eher nach Stuttgart als aufs Land, um zu unterrichten. Den vollständigen Artikel über die Studie lesen Sie auf: https://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/schueler-und-lehrer-ueberfordert/150/16266/360499

 




Dörzbacher Pferdemarkt

Das Wetter war zwar etwas durchwachsen am vergangenen Samstag, den 04. November 2017, aber das tat der Stimmung beim diesjährigen Dörzbacher Pferdemarkt keinen Abbruch. Sowohl der Umzug als auch der Herbstmarkt waren gut besucht. Elke Brand war für unsere Redaktion vor Ort und hielt die besten Momente mit ihrer Kamera fest.




Künzelsau: Gewalt im Elternhaus

Laut einer aktuellen Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn vom 08. November 2017 war eine 17-Jährige gegen 21.45 Uhr ohne Schuhe aus dem elterlichen Wohnhaus in Künzelsau geflohen, nachdem sie offenbar von ihrem Vater geschlagen worden war. Sie klingelte an einem Haus in der Heinrich-Schüle-Straße und bat dort eine Zeugin um Hilfe. Eine Anwohnerin verständigte daraufhin die Polizei. Beim Eintreffen einer Streife befanden sich die 44-jährige Mutter der Jugendlichen sowie ihr 15-jähriger Bruder vor dem Haus der Zeugin. Die Polizeibeamten nahmen die 17-Jährige in Obhut und erläuterten das Vorhaben den Angehörigen. Beim Verlassen des Wohnhauses versuchten Mutter und Bruder gemeinsam zu der 17-Jährigen zu gelangen, hierzu schlugen und traten sie um sich. Eine weitere Streife war zwischenzeitlich eingetroffen und unterstützte ihre Kollegen. Gemeinsam gelang es den Polizisten, die beiden Angreifer auf dem Boden zu fixieren und ihnen Handschließen anzulegen. Bei den tätlichen Angriffen wurden drei Beamte verletzt. Gegen die Familienmitglieder wurde ein Strafverfahren wegen Körperverletzung sowie gefährlicher Körperverletzung eingeleitet. Die Jugendliche wurde in einer Inobhutnahmestelle untergebracht.




Kein Geld für Nahverkehr

Immer wieder  forderten Bürger eine Erweiterung der Busfahrpläne und eine bessere Anpassung an Schulzeiten, um die Schüler optimal zu befördern. Teilweise fahren etwa keine Busse, wenn Schüler Unterrichtsschluss haben. Am morgigen Montag, den 06. November 2017, tagt der Kreistag um 14 Uhr in der Dreschhalle in Hollenbach. In der öffentlichen Sitzung soll es unter anderem um den Nahverkehr Hohenlohekreis (NVH) gehen. Wünsche der Bürger und Gemeinden fanden Eingang in die 140 Seiten starke Sitzungsvorlage. Aber um es vorweg zu nehmen, steht bereits auf Seite eins: „Nicht berücksichtigt werden konnten im Nahverkehrsplan betriebliche Anregungen, da der Nahverkehrsplan ein Rahmenplan ist. Detaillierte Anregungen zu einzelnen Linien oder konkrete Fahrten können erst im Betriebsablauf geprüft und umgesetzt werden. (…) Die Anregungen, die eine Ausweitung des Angebots und Erhöhung der Fahrtenzahl einzelner Linien zum Inhalt hatten, konnten im Nahverkehrsplan nicht berücksichtigt we den, da die finanziellen Rahmenbedingungen durch den Kreistag festgelegt sind.“ Sprich: Mehr Geld soll (voerst) nicht in den Nahverkehr investiert werden, weniger aber aucht nicht. Die Gesamtkosten des NVH belaufen sich laut der Sitzungsvorlage auf 17 Millionen Euro, wobei fünf Millionen vom Landkreis als Aufgabenträger übernommen werden. Warum ist die Sitzungsvorlage dann 140 Seiten stark, wenn sich im Grunde nicht viel ändern wird?

Grundlage der Sitzungsvorlage ist eine Analyse der PTV Transport Consult GmbH mit Sitz in Karlsruhe, die vom Landkreis Hohenlohekreis in Auftrag gegeben wurde. Die Kosten für diese Analyse sind GSCHWÄTZ nicht bekannt. Die Analyse zeigt unter andem den Ist-Zustand des NVH auf. Danach sind

// Künzelsau und Öhringen die Dreh- und Angelpunkte beim NVH

// 80 Prozent der Bürger, die befördert werden, sind Schüler

// sehr gut ausgelastete Linien sind 7, 11, 13, 18 und 28
// Barrierefreiheit für Menschen mit körperlicher Einschränkung wird weiter forciert, da sie auch rechtlich rechtlich zwingend vorgeschrieben  ist
// eine weitere Reduzierung empfiehlt PTV nicht, da das Angebot bereits 2010/11 stark reduziert wurde. Dies betraf vor allem Linien unter der woche zwischen den Hauptverkehrszeiten sowie eine starke Ausdünnung der Fahrten an Samstagen und Sonntagen und einer Einrichtung einer Betriebsruhe zwischen 09 und 11 Uhr

 

// Die Analyse zeigt dagegen deutlich, dass das Abend- und Wochenendangebot sehr gering ist und überwiegend auf den wichtigen Achsen stattfindet.

Daher hat PTV ein Konzept entwickelt, das eine Aufwertung des NVH ohne Angebotskürzungen vorsieht. Stattdessen soll durch einen Rufbus das Angebot erweitert werden. Dieser Rufbus, der an Abendfahrten und Wochenenden auf Abruf fahren soll, kostet jedoch bei einer Abrufquote von 100 Prozent 1,3 Millionenen jährlich. Beschränkt man das Angebot nur aufs Wochenende würde es 0,5 Millionen Euro pro Jahr kosten. In der Sitzungsvorlage heißt es daher: „Auch wenn derzeit keine Umsetzung vorgesehen ist, kann auf die Strategie zurück-

gegriffen werden.“ Immerhin der Wunsch vieler Bürger, landkreisübergrifend mit Bussen unterwegs sein zu können, wurde in Angriff genommen. Zwischen Künzelsau und Bad Mergentheim wurde seit Februar 2016 schrittweise jeweils eine Regiobuslinie des Landes Baden-Württemberg auf Basis des bestehenden Angebotes eingerichtet (Linie 7
und 19).

Die Sitzungsvorlage soll so morgen von den Kreisräten beschlossen werden.




Frech und frei – Ein Jahr GSCHWÄTZ

Schon über ein Jahr ist es her, als die erste Ausgabe vom Gschwätz das erste Mal in den Druck ging.

Unsere erste Ausgabe erschien im November 2016. Titelthema war: Aussteiger und Aufsteiger aus dem Kocher- und Jagsttal. Darin haben mir Marc B. und seine Familie aus Ingelfingen begleitet, wie sie mit einem selbstgebauten Wohnmobil in die Mongolei gereist sind. Außerdem haben wir Kevin Conrads Weg vom TSV Hohebach in die Bundesliga nachgezeichnet. Seitdem hat sich viel getan.

Kritischer Lokaljournalismus. Das macht uns aus. Einige sind nicht erfreut, dass wir kein Blatt vor den Mund nehmen. Andere schätzen genau das. 08/15 Geschichten kann man überall lesen. Uns interessiert jedoch, was sich hinter den Kulissen des Hohenloher Ländle abspielt.

Unsere erste Printausgabe hatte 16 Seiten. Mittlerweile sind es 24 Seiten und die nächste Ausgabe wird mit 28 Seiten in den Druck gehen. Nach einem Jahr hat das Gschwätz bereits eine neue, schnellere und stilvoll designte Homepage. Unsere Abonnenten reichen von München bis nach Berlin. Unsere Vertriebsstellen haben sich vom Kocher und Jagsttal auf Öhringen ausgeweitert. Deshalb heißt das Magazin nun auch „GSCHWÄTZ. Neues aus Hohenlohe“ und nicht mehr „GSCHWÄTZ. Neues aus dem Kocher- und Jagsttal“.

Wir bleiben uns treu und versprechen weiterhin kritischen und exklusiven Lokaljournalismus auf höchstem Niveau sowie interessante Geschichten aus dem Hohenloher Ländle.

Aber was wäre ein Magazin ohne seine Leser? Auf diesem Wege: Vielen Dank für das Lob, die Kritik, das Interesse und die Lesefreudigkeit. Der Dank geht selbstverständlich auch an unsere Vertriebspartner, ohne die unser Erfolg nicht möglich gewesen wäre.




Halloween- und Lebkuchennudeln von hier

von Nadine Cwik

Im Sommer 2017 war es soweit: Die Familie Specht weihte ihre Nudelmanufaktur in Orendelsall im Rahmen eines Tages der offenen Tür offiziell ein. Andrea Specht hielt dabei eine Rede (Video siehe unten) und berichtete von den Nudelanfängen.

Vor 23 Jahren, 1994, hat alles angefangen. In den 1980er-Jahren kam Andrea Specht durch die Heirat mit Rainer Specht auf den Hof seiner Familie. Die Hühner waren bereits da und mit Ihnen die Junghennen, deren Eier noch zu klein für den herkömmlichen Verkauf sind. Ein bekanntes Thema in der Landwirtschaft. Die Junghennen kommen in einem Alter von knapp 20 Wochen auf den Hof und legen in den ersten drei bis fünf Wochen sehr kleine Eier. Doch wohin mit diesen nur sehr schwer verkäuflichen, aber hochwertigen und goldgelben Eiern? Die Idee, daraus Nudeln herzustellen war schnell geboren und die notwendigen Informationen eingeholt. Dabei spielte der Zufall Andrea Specht in die Karten: Ein Haller Nudelhersteller wollte sich vergrößern und sie kaufte die alten Maschinen auf. Zudem war der für die Herstellung gewählte Raum im Keller des Wohnhauses bereits gefliest und konnte somit schnell auf die geforderten Hygienestandards gebracht worden.

Nun begann die Zeit des Experimentierens. Von Anfang an stand dabei fest, dass für die Herstellung der eigenen Nudeln einzig qualitativ hochwertige Zutaten Verwendung finden sollten. Schlussendlich entschied sie sich für einen italienischen Hartweizengrieß, der Jahre später durch einen Dinkelgrieß ergänzt werden sollte und mit den hauseigenen Eiern den fertigen Nudelteig ergibt. Grieß nimmt je Kilogramm rund sieben Eier auf und genauso viele kommen von den eigenen Hühnern in die Nudeln vom Specht. Dadurch erhalten sie ihren Biss.

Doch wer von heute auf morgen Nudeln herstellt, muss sich auch Gedanken über den Vertrieb machen. Auch hier half der Zufall der Familie Specht: Es war die Zeit der aufkommenden Hofläden und Bauernmärkte. So wurde ein eigener kleiner Hofladen eingerichtet, andere Hofläden als Vertriebspartner gewonnen und viel Zeit und Energie in den Besuch von Bauernmärkten investiert. Ein großer Schritt war dann die Zweiflinger Leistungsschau, bei der es erstmalig ein Schaukochen gab. Anschließend wollte jeder die Nudeln vom Specht und die Kochvorführungen sind bis heute fester Bestandteil im Leben von Andrea Specht und ihrem Mann Rainer. Auf der Landesgartenschau waren sie mehrmals in der SWR-Küche, beim Weindorf bei „Kochen mit Promis“ und auch bei der Zweiflinger Woche sind sie regelmäßig zu Gast. „Du musst heute auf vielen Kanälen präsent sein“, so Andrea Specht, die damit den unterschiedlichsten Zielgruppen gerecht wird und dafür auch Social Media einsetzt.
Der Erfolg gibt ihr Recht. Auch am Tag der offenen Tür zur Einweihung der neuen Nudelmanufaktur wird dies deutlich, zu dem zahlreiche Menschen gekommen sind. Doch warum kaufen die Kunden die Nudeln vom Specht so fleißig? Weil sie „einfach toll“, „extra lecker“ oder „Weltklasse“ sind, sagen Besucher an dem Eröffnungstag.

Die Entscheidung für den Neubau der Nudelmanufaktur fiel den Spechts jedoch schwer. „Dafür müssen wir jede Menge Nudeln verkaufen“, schmunzelt Andrea Specht heute. Doch die Alternativen waren mäßig und hätten die Überlegungen lediglich vertagt. „Und schließlich wollen wir ja gesund und nachhaltig wachsen“, erzählt sie weiter, „denn genau dafür stehen unsere Produkte: aus der Region für die Region“. Wichtiger Faktor bei allem Tun ist im Hause Specht neben dem Glauben die Transparenz. „Die Leute dürfen mich alles fragen und ich beantworte auch alles.“ So ist es auch kein Geheimnis, dass sie aufgrund der Arbeitsplatzschaffung für den 800 Quadratmeter großen Neubau von der „Entwicklung ländlicher Raum“ (kurz ELR) eine Förderung in Höhe von zehn Prozent erhalten hat. Die alte Produktionsstätte umfasste lediglich 150 Quadratmeter. Heute beschäftigen Spechts drei Teilzeitkräfte und fünf Mini-Jobber.

Wie so vieles andere werden die Nudeln in der neuen Nudelmanufaktur nun ebenfalls automatisch verpackt. Die Verpackungsmaschine schafft beispielsweise 100 Kilogramm Spirelli in der Stunde. Bei einer derzeitigen Wochenproduktionsmenge von rund 1.200 Kilogramm Nudeln eine deutliche Erleichterung zu der bisherigen Handabfüllung.
Rund 90 Sorten Nudeln werden im Hause Specht hergestellt. Die Renner sind dabei neben den Klassikern Spaghetti (auch in der Dinkel-Variante), Rigatoni und breite Nudeln auch die Saisonlieblinge mit Bärlauch, Kürbis, Asia-Curls, Zitronen-Riesling-, oder passend zur Jahreszeit Hallloween- und Lebkuchennudeln.

Die Spechts beliefern mit ihren Nudeln diverse Einkaufsmärkte, unter anderem den BAGeno Raiffeisenmarkt in Ingelfingen.




Bürger in Künzelsau 1 Monat nach der Bundestwahl: „Angela Merkel hat mit Sicherheit nicht alles richtig gemacht“

Von den knapp 170.000 Wählern im Wahlkreis 268 (Schwäbisch Hall – Hohenlohe) haben ihre Erststimme 40,5 Prozent der CDU gegeben. 18,5 Prozent der Stimmen bekam die SPD. Drittstärkste Partei ist die AfD mit 13,5 Prozent noch vor der FDP und den Grünen geworden. Wie die Hohenloher mit dem Wahlergebnis zufrieden sind und warum wohl jeder achte Wähler blau gewählt hat, das haben sie Dr. Felix Kribus vor dem Künzelsauer Rathaus erzählt – eine nicht repräsentative Umfrage.

Manuel Schäfer, Künzelsau, Azubi:

„Es ist echt beschissen ausgegangen, weil es traurig ist, dass ein Land, das die Geschichte so geprägt hat, so viele AfD-Wähler hat und auch Sonstiges ziemlich altmodisch bleibt und nichts Neues von den Leuten gewählt wird. Man sollte sich um die Leute kümmern, die Hilfe brauchen und nicht über Abschiebung oder Mindestgrenzen nachdenken.“

Uwe Haag, Künzelsau:

„Ich bin erstaunt, habe es fast befürchtet mit dem Wahlergebnis. Das Abschneiden der AfD macht mir Sorgen und ich bin gespannt, wie es weitergeht, wie sich die Dinge entwickeln und gestalten werden und wann die Menschen merken, dass man zwar ein Recht hat auf Veränderungen, aber dass das so nicht der richtige Weg ist.“

Klaus Hillenmaier, Ingelfingen:

„Es ist erschreckend, dass die AfD so viele Stimmen von uns Bürgern erhalten hat. Das war sehr viel Protestwahl. Aber es geht auch sehr viel tendenziell mehr in Richtung rechts. Dass die Verhältnisse jetzt so sind, dass es schwieriger wird, eine Regierung zu bilden, vor allem auch dieser Schwester- oder Bruderkrieg von der CDU/CSU finde ich nicht richtig.“

Ingo Rudolph, Künzelsau:

„Ich finde, das Wahlergebnis spiegelt die derzeitige Lage in Deutschland wieder. Ein Teil hat aus Überzeugung gewählt. Aber die meisten haben aus Protest gewählt, weil sie die großen Parteien nicht wählen wollten. Die Linke ist ja bei Protestwählern schon rausgefallen und deshalb auch keine Protestpartei mehr.“

A. C. (möchte anonym bleiben):

„Das war meine Erstwahl. Ich habe mir Videos angeschaut, habe mich mit meinen Freunden ausgetauscht. Jede Partei hat Versprechungen gemacht und man kann sich sicher sein, dass nicht alles so realisierbar ist, aber es hört sich sehr gut an. Ich war sehr enttäuscht, dass in meinem Freundeskreis wirklich junge Leute, um die 20 Jahre, AfD, gewählt haben.