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Diskussion um Niedernhalls Solebad

Sanierung, Neubau oder Schließung – das sind die drei Varianten, die es gibt für das Solebad Niedernhall, so Bürgermeister Achim Beck. alle Optionen seien noch offen. Mit einer Plakataktion in dem Salz- und Solestädtchen sollte das Thema Eingang in die Köpfe der Bürger finden. Überschriften wie: „Wird aus Niedernhall Niedern?“ ließen diverse Bürger spekulieren, ob das Aus des Solebades bereits beschlossene Sache sei. Dies sei definitiv nicht der Fall, so Beck. Geht man auf die hierfür eigens eingerichtete Internetseite http://www.niedern.de erklärt der Bürgermeister in einem offenen Brief:

„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Niedernhall und der Region,

was die angeblich geplante Umbenennung der Stadt Niedernhall angeht, hat sich buchstäblich eine Ente eingeschlichen. Natürlich denken wir nicht daran, den Namen unserer Stadt zu ändern! Die Aktion, von der Sie vielleicht aus der Presse oder von Plakaten erfahren haben, war eine von der Stadt Niedernhall unterstützte Aktion der Kreativagentur PLAN:KOOPERATIV, die von der Stadt zur Durchführung eines Bürger*innenbeteiligungsprozesses zur Zukunft des Solebades in Niedernhall beauftragt wurde.

PLAN:KOOPERATIV hat auch schon den Beteiligungsprozess zum Kelterareal erfolgreich durchgeführt. Ähnlich wie bei der Plakataktion damals, ging es auch dieses Mal darum, Ihren Blick auf den Gegenstand des Beteiligungsprozesses zu lenken. Als Bürgermeister hoffe ich natürlich sehr, dass Sie alle Verständnis für diese Aktion zeigen und sich nicht „veräppelt“ fühlen.
Unser Solebad ist sehr wichtig für unsere Stadt, denn es ist ein wichtiger Faktor, um uns in der Tourismusregion Hohenlohe zu positionieren. Gleichzeitig besteht ein großer Sanierungsbedarf, der mit relativ hohen Kosten verbunden ist.
Bevor wir diese Sanierung aber beauftragen, möchten wir wissen, wie Sie – die Bürgerinnen und Bürger Niedernhalls und der Region – über das Solebad denken.

Der angekündigte Termin für die Informationsveranstaltung am 07.12. um 19:00 Uhr in der Stadthalle Niedernhall bleibt bestehen. Allerdings geht es dort natürlich nicht um die Umbenennung Niedernhalls, sondern um den Beteiligungsprozess zum Solebad.

Herr Winter vom Büro Fritz Planung, welches die Konzeptstudie zur Sanierung des Solebades erstellt hat, wird über den Sanierungsbedarf des Bades, die unterschiedlichen Alternativen sowie die damit verbundenen Kosten informieren.
Herr Burgbacher von PLAN:KOOPERATIV wird über die unterschiedlichen Phasen des Beteiligungsprojektes sprechen.
Im Anschluss an diese Inputs werden Sie die Möglichkeit haben, mit uns und miteinander ins Gespräch zu kommen und erste Meinungen zur Zukunft des Solebads auszutauschen.“


Folgende Pressemitteilung, die lediglich Aufmerksamkeit erregen wollte, aber keinen Wahrheitsgehalt beanspruchte, sorgte zunächst für Irritationen:

Stadt Niedernhall beantragt Umbenennung in Stadt Niedern

Bürgermeister Achim Beck möchte offiziell bei den zuständigen Landesbehörden von Baden-Württemberg die Umbenennung der Stadt Niedernhall in Stadt Niedern beantragen.

Als Begründung nannte er das mangelnde Interesse der Bürgerinnen und Bürger des Hohenlohekreises am Niedernhaller Solebad und die damit verbundene, drohende Schließung des selbigen:

„Wie jedes Kind hier schon in der Grundschule lernt, steht die Silbe ‚hall‘ in unserem Stadtnamen für Salz. Neben dem Weinbau war Salz eine der wichtigsten Einnahmequellen für unsere Kommune. Nachdem die Salzgewinnung 1830 eingestellt wurde, brachte das erhebliche Einbußen für Niederhall mit sich, aber immerhin erinnert bis heute unser Solebad an die Tradition als Salzstadt“ so Bürgermeister Beck.

Nun aber droht dem Solebad das Ende, und damit die letzte Verbindung zur alten Tradition der Salzgewinnung zu verschwinden.

„Unser Solebad müsste in den nächsten Jahren mit 6 Mio. € dringend saniert oder für 8 Mio. € neu gebaut werden“, führt Bürgermeister Beck aus. „Der Gemeinderat und ich sprechen uns zwar klar dafür aus, wenn ich aber sehe, dass nur rund 7% der Gäste des Solebades aus Niedernhall kommen, scheint es einfach zu wenig Interesse am Solebad zu geben.“

Nachdem die Kelter bereits längst Ihren Betrieb eingestellt hat, wäre von der ursprünglichen „Salz- Wein- und Bäderstadt Niedernhall“ nicht mehr viel übrig. „Da wäre eine Umbenennung in Stadt Niedern doch nur konsequent“, meint Bürgermeister Beck: „Für mich fühlt sich das sonst nach Etikettenschwindel an.“

Bürgermeister Beck lässt gleichzeitig prüfen, ob die Stadt dann auch das 1356 auf Grund der Salzgewinnung erhaltene Stadtrecht verlieren würde. Wird aus der Stadt Niedernhall also bald die Gemeinde Niedern?

 Am kommenden Donnerstag, den 07. Dezember 2017, 19 Uhr, lädt er alle Bürger in die Stadthalle ein, um über die Zukunft des Solebades zu diskutieren. GSCHWÄTZ wird auch vor Ort sein.
Folgende Punkte stehen auf der Tagesordnung:
// Begrüßung und Einführung
// Grußwort von Bürgermeister Achim Beck
// Sanierungs- und Neubaukonzeptvorstellung durch Büro Fritz Planung GmbH
// Finanzierbarkeit Solebad Niedernhall – Bürgermeister Achim Beck
// Fragen und Diskussion



Öhringen: Flüchtlings-Experiment abgebrochen

Wie viel Integration ist nötig?, fragen wir in unserer Dezemberausgabe. Und haben uns auf ein Experiment eingelassen: Mit einer Burka bekleidet haben wir uns  in die Öhringer Innenstadt begeben, um zu sehen, was passiert. Was dann geschehen ist,  hat all unsere Befürchtungen übertroffen.

+ Faktencheck Flüchtlinge auf dem Land: Alle Zahlen, wie viele Flüchtlinge in den Hohenlohekreis gekommen, wie viele in Lohn und Brot sind und wieviel Geld jährlich in die Flüchtlingshilfe fließt sowie Meinungen von Bürgern: Wie funktioniert Integration?

Weitere Themen:

// Wie geht es weiter mit dem Krankenhaus Hohenlohe? Gab und gibt es Kommunikationsprobleme? Klinikchef Jürgen Schopf stellte sich unseren kritischen Fragen im Interview

// Wir stellen den lokalen Verein miteinander vor, der Kinder in der Region unterstützt

// Notfallrettung wackelt immer mehr: DRK warnt vor einer düsteren Zukunft. 2018 Zuspitzung der Lage

// Er war kein Heiliger. Martin Luthers Herrenjahre

u.v.m.

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Adventsdeko: Ideen aus Dörrenzimmern

Für manche ein Graus, für andere pure Leidenschaft. Diejenigen, welche sich am Dienstagabend, den 28. November 2017, in der Kreativwerkstatt bei Christiane Bürkert in Ingelfingen-Dörrenzimmern zum gemeinsamen Adventskranzbasteln getroffen haben, gehören sicherlich zur letzteren Kategorie. Steffi Schwenda nimmt sich zielstrebig vier rote Kerzen. „Für mich müssen die Kerzen auf meinem Adventskranz einfach rot sein“, sagt sie. Und rund. Wobei der Adventskranz nicht unbedingt aus Stroh sein muss, sondern gerne auch aus dicken Ästen und Rundhölzern bestehen darf. Christa Schmieg möchte in diesem Jahr auf einen klassischen Kranz verzichten und dekoriert eine längliche Glasschale in weiß und silber. Sie war im vergangenen Jahr bereits zum gemeinsamen weihnachtlichen Basteln bei Christiane Bürkert. Entspannt ist die Stimmung. Jeder kennt jeden. Und gemeinsam macht das Dekorieren eben doch mehr Spaß. Gerne hätte Heide Strecker für ihren adventlichen Holzteller rote Kerzen genommen, aber die waren schneller vergriffen, als sie gucken konnte. Dann eben grün. Schaut auch schön aus.




Schule Krautheim: Täter ermittelt

Anbei veröffentlichen wir eine gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft sowie des Polizeipräsidiums Heilbronn: In der Nacht vom 21. November 2017 auf den 22. November 2017 kam es in Krautheim zu einem Brand der dortigen Grund- und Werkrealschule. Durch das Feuer entstand ein Gesamtschaden von zirka 450.000 Euro. Die freiwillige Feuerwehr Krautheim war mit 26 Einsatzkräften vor Ort. Laut Auskunft der Stadtverwaltung Krautheim kann in dem Gebäude für zwei bis drei Wochen kein Schulbetrieb stattfinden. Dieser wurde in umliegende Schulen verlagert. Aufgrund eines Zeugenhinweises konnten drei tatverdächtige Jugendliche im Alter von 17 bis 18 Jahren ermittelt werden. Nach momentanem Ermittlungsstand ist von einer grob fahrlässigen Begehungsweise auszugehen.

 




Krautheim: Schüler sind fassungslos über Brand

Wie konnte das geschehen?, fragen sich derzeit viele Schüler und Lehrer der Grund- und Hauptschule in Krautheim. Ein Brand in der Nacht von Dienstag, den 21. November 2017, auf Mittwoch, den 22. November 2017, vor der Schule hat auch das Schulgebäude selbst wie auch die Innenräume schwer in Mitleidenschaft genommen. Auslöser sollen Plastikbänke gewesen sein, die vor dem Schulgebäude in Brand gesetzt wurden. Ob Brandbeschleuniger im Spiel gewesen sind, ist noch unklar. Wer der oder die Täter sind, ebenso. Die Feuerwehr brachte den Brand laut eigenen Aussagen gegenüber dem SWR schnell unter Kontrolle.

Die Schüler der Krautheimer Grund- und Hauptschule sind fassungslos. Als sie am Mittwochmorgen wie gewohnt zur Schule gingen, durften sie ihre Klassenzimmer nicht mehr betreten. Eine Neuntklässlerin berichtete am gestrigen Mittwoch gegenüber GSCHWÄTZ: „Als ich heute morgen aufgestanden bin, habe ich erfahren, dass meine Schule gestern Abend gebrannt hat. Wir haben uns alle in der Turnhalle getroffen. Dann hat die Rektorin gesagt, was los ist und das wir nicht mehr in das Gebäude dürfen. Wir wurden dann aufgeteilt in verschiedene Räume, in die Sporthalle, in die Realschule und so weiter.“ Bis 10 Uhr hatten sie an diesem Mittwoch Unterricht, dann durften die Schüler nach Hause. Erst nächste Woche geht der Unterricht für die neunte Klasse, die in wenigen Monaten Abschlussprüfungen haben, weiter. Glücklich wegen der unterrichtsfreien Woche ist keiner von ihnen. Bürgermeister Andreas Köhler vermutet Brandstiftung. Wieso, weshalb, warum, darüber diskutieren die Schüler derzeit in ihren sozialen Netzwerken.

Der Schulhausbrand schlägt aber nicht nur regional hohe Wellen. Auch die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtete darüber, unter anderem ist

der Brand dadurch zum Thema auf der t-online-Nachrichtenseite geworden:

http://www.t-online.de/nachrichten/id_82751436/hohenlohekreis-brand-in-schulgebaeude-ursache-noch-unklar.html

Fotos // privat

 




Putsch in Zimbabwe: Wie steht es um das dortige Kindergartenprojekt von Christa Zeller aus Ingelfingen?

„Liebe Zimbabwe Freunde,von vielen bekomme ich besorgte Mails – Was ist denn in Zimbabwe los? Hat das Auswirkungen auf das Projekt?“ So beginnt Christa Zellers E-Mail, die sie unlängst an Unterstützer ihres sozialen Projekts in Zimbabwe verschickt hat. Ein Putsch des Militärs hat den Präsidenten Robert Mugabe ins Wanken gebracht, aber er ist bislang noch nicht auf Rücktrittsforderungen des Militärs eingegangen. Christa Zeller aus Ingelfingen verfolgt vermutlich angespannter als kaum ein anderer Ingelfinger Bürger die Geschehennisse in Afrika, denn viel Herzblut hat sie in den Kontinent beziehungsweise in ein Herzensprojekt gesteckt. Mit Spendengeldern steht sie kurz vor der Eröffnung eines Kindergartens, der auch sozial benachteiligten Kindern dort einen Raum zur Entfaltung bieten möchte. Nun das politische Erdbeben.  „Welche Auswirkungen dies auf unser Projekt haben wird, kann man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Mutare, die Stadt in der der Kindergarten eingerichtet wird, ist über 200 Kilometer von Harare entfernt und dort spürt man im Moment noch nichts. Ich habe gleich am nächsten Tag eine Skype Kontakt gehabt. Unsere Projektpartner vor Ort meinen nicht, dass es größere Auswirkungen haben wird. Hoffen wir das Beste.“

Der Kindergarten soll am  15. Januar 2018 eröffnet werden. „Die Kinder stehen schon Schlange. Es ist ein langer Weg, aber wir freuen uns alle auf die Eröffnung. Ich selbst werde im Frühjahr wieder nach Zimbabwe fliegen um dann vor Ort das Projekt begleiten zu können.“

Seit über 30 Jahren engagiert sich die gelernte Erzieherin und jetzige Betriebswirtin in der Hochschulkommunikation der Hochschule Heilbronn in Zimbabwe. Angefangen hat alles 1985. Als ihr Mann Roland Zeller als Lehrer in Deutschland keine Anstellung fand (zu dieser Zeit wurden keine Lehrer eingestellt) bewirbt sich Familie Zeller für das Projekt „Lehrer für Zimbabwe“ zwischen Deutschland und dem damals noch jungen Staat Zimbabwe. Die Verbindung zu Zimbabwe haben sie trotz späterer Rückkehr nach Deutschland nie verloren.

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PATENSCHAFTEN GESUCHT

Es werden noch dringend Paten für die Kindergartenkinder in Zimbabwe gesucht. 30 Euro kostet der reine Kindergartenbeitrag. 40 Euro zusätzlich für Frühstück, Mittagessen und Transport und Schuluniform. Diese ist laut Christa Zeller in Zimbabwe verpflichtend. Das Einzugsgebiet ist groß und oft können laut Christa Zeller die Eltern auch den Bus nicht bezahlen.

Mehr Informationen über Christa Zeller und ihr Kindergartenprojekt unter www.bongai-shamwari.org

Aktuelle Informationen zur politischen Lage in Zimbabwe gibt es auf www.kasa.de/ 




Schüler jobben am 05. Dezember 2017 für einen guten Zweck

Für die Aktion „Mitmachen Ehrensache“ suchen wieder viele Jugendliche im Hohenlohekreis sowie im ganzen Land einen Arbeitgeber für einen Tag, informiert das Landratamt des Hohenlohekreises in einer aktuellen Pressemitteilung. Wie funktioniert Mitmachen Ehrensache? Am Dienstag, den 5. Dezember 2017, arbeiten die Schüler in einem Betrieb, einem Geschäft, einer Behörde oder Ähnlichem, verzichten aber auf ihren Lohn und spenden das Geld an einen guten Zweck. Die Aktion „Mitmachen Ehrensache“ findet laut dem Landratsamt bereits seit 2004 statt. Im letzten Jahr erarbeiteten im Hohenlohekreis 365 Schüler ab der 7. Klasse in mehr als 2000 Stunden rund 10.400 Euro.

Wie bereits in den vergangenen Jahren unterstützt der Rotary-Club die Aktion, unter anderem durch die Veröffentlichung von Arbeitsplatzangeboten. Auch das Landratsamt Hohenlohekreis beteiligt sich mit elf Arbeitsplätzen. Viele Jugendliche suchen aber auch direkt den Kontakt zu einem Arbeitgeber. Eine aktuelle Jobliste mit Arbeitgebern sowie den Vordruck der Arbeitsvereinbarung gibt es online unter https://mitmachen-ehrensache.de/aktionsbueros/hohenlohekreis/. Wer Arbeitsplätze anzubieten hat, kann sich gerne hier anmelden. Jobs für diesen Tag zu vergeben haben unter anderem Hornschuch in Weissbach, Würth Elektronik und Eberle Spritzgießtechnik in Niedernhall, das Landratsamt in Künzelsau, Bürkert in Ingelfingen, Kriwan in Forchtenberg, Schaffitzel und die Buchhandlung Rau in Öhringen.

Auch in diesem Jahr geht der Erlös an gemeinnützige soziale Projekte. Im letzten Jahr wurde das erarbeitete Geld an fünf soziale Projekte gespendet: die Versorgung mit Wasserfiltern von Familien in Bangladesch, die Errichtung von Schulgebäuden für Kinder in Indien, die Errichtung eines Integrationscafés in der Realschule Öhringen, die Hilfe einer Kinder- und Jugendgruppe in Kolumbien sowie die Unterstützung von Projekten der Jugendarbeit im Hohenlohekreis. Weitere Informationen können per E-Mail angefordert werden: jugendreferat@hohenlohekreis.de oder 07940 18/432. Träger von Mitmachen Ehrensache ist die Jugendstiftung Baden-Württemberg und die Stuttgarter Jugendhaus gGmbH.

 

Fotos // Wuerth.com, Mitmachen Ehrensache, Buerkert.de, Eberle Spritzgusstechnik, GSCHWÄTZ

 




Die jungen Wilden sind zurück

// Jamaika ist gescheitert, jetzt geht es in der Politik endlich wieder um Inhalte

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann

Heute Nacht wurden die Koalitionsverhandlungen zwischen CDU, CSU, FDP und Grünen für gescheitert erklärt. Christian Lindner hat im Namen seiner Partei, der FDP, einen Schlussstrich gezogen. Eine Einigung sei nicht möglich. Eine Jamaikakoalition ist damit gescheitert. Lindner und die FDP haben etwas getan, was heute nur noch selten vorkommt: Sie haben ihre Grundsätze nicht aufgegeben, um an die Macht zu kommen. Auch wenn Reinhard Bütikofer von den Grünen heute morgen auf SWR 1 recht saft- und kraftlos und enttäuscht nach vier Verhandlungswochen wirkte und argumentierte, dass die Grünen als einzige Mitte-links-Partei nicht noch weiter auf die anderen Parteien habe zugehen können hinsichtlich dem Klimaschutz. Auch die Grünen haben eben noch ihre Prinzipien. Und das ist auch gut so. Genau so sollte Politik, sollten Politiker sein. Die Sache steht im Vordergrund, die Prinzipien, die ich vertrete. Natürlich gehört Kompromissbereitschaft in der Politik wie auch in allen anderen Lebensbereichen dazu, aber ohne dabei sich selbst und seine Werte aufzugeben. Die Wähler werden die Machtzurückweisung der FDP honorieren. Noch in der Elefantenrunde nach der Wahl hat SPD-Frontmann Martin Schulz getönt, dass auch die größten Gräben zwischen den Jamaika-Parteien bei den Koalitionsverhandlungen geschlossen werden, nur um das Zepter der Macht in den Händen zu halten. Nun hat ihn Lindner eines besseren belehrt. Und Merkel? Die Bundeskanzlerin in der Warteschleife hat vergangene Woche noch verlauten lassen, es läge nur noch an der CSU, der FDP und den Grünen, um zu einer Einigung zu gelangen – also an allen anderen, nur nicht an ihrer Partei, der CDU. Das ist natürlich auch eine Art, Politik zu machen.

Foto // Christian Lindner auf Twitter




Jetzt wird’s persönlich

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann zur Berichterstattung der Hohenloher Zeitung über Dr. Andreas Eckle (BI) und Dr. Andor Toth

Eine „Hasskampagne“ sei von der Bürgerinitiative zum Erhalt des Hohenloher Krankenhauses (BI) gegen Dr. Andor Toth gefahren worden, so sagt es Uwe Heer, Chefredakteur der Heilbronner Stimme und Hohenloher Zeitung, in seinem 360-Grad-Video von vergangener Woche, während er eigentlich gerade dabei war, die Vorzüge des Sole- und Saunaparadieses Rappsodie in Bad Rappenau vorzustellen. So ein Verhalten sei „menschenverachtend“ und „unterste Schublade“. Dann stellte er weiter die Vorzüge der Therme vor. Was ist passiert?

Für alle, die das Thema Hohenloher Krankenhaus (HK) längst ad acta gelegt haben: Andor Toth war der ehemalige Geschäftsführer der HK, Vorgänger des jetzigen Geschäftsführers Jürgen Schopf. Der Aufsichtsrat der HK hat sich von ihm nach einer kurzen Amtszeit als Geschäftsführer getrennt und Jürgen Schopf zum 01. Februar 2017 zum neuen Geschäftsführer bestellt. Danach bewarb sich Andor Toth bei dem Zollernalb-Klinikum in Balingen als Geschäftsführer.  Laut diversen Aussagen von hiesigen Kreisräten während einer Kreistagssitzung im Juni 2017, nun von der Hohenloher Zeitung noch einmal recherchiert und von dem Landrat in Balingen bestätigt, gab es wohl Anrufe von Seiten der BI beim Balinger Klinikum mit Verweis auf das wenig rühmliche Abschneiden Toths während seiner Zeit in Künzelsau und Öhringen. Dies soll nun der Grund gewesen sein, warum Toth den dortigen Posten nicht bekommen habe.

Dr. Andreas Eckle soll laut der HZ der böse Bube gewesen sein, der hinter den Anrufen gesteckt kat. Eckle hat gegenüber der HZ schon vor einiger Zeit gesagt, dass er nicht dort angerufen hat. Trotzdem wird sein Name wieder aufs Tableau gebracht und auch seine Frau findet Erwähnung. In einem Kommentar schreibt Uwe Heer: „Dass er [Eckle] seine Gegner vernichten will, das ist schäbig. Seine Frau wird übrigens neue Vorsitzende des Sportkreises Hohenlohe. Dort legt man Wert auf Fair Play. Sie sollte ihrem Mann darin Nachhilfe geben.“

Als Chefredakteur einer unabhängigen Zeitung macht  Heer mit seinen brachialen Sätzen genau das, was er Eckle vorwirft: Er diffamiert eine Person persönlich, hat jedoch keine Beweise, dass Eckle dort angerufen hat. Auch vor Gericht gilt: Wenn es keine Beweise gibt, im Zweifel für den Angeklagten. Fair Play, oder?

Fotos // Youtube, GSCHWÄTZ




Fast jeder zweite bezahlt zu wenig, jeder vierte beschäftigt illegal Ausländer

// Zoll untersucht Gastronomiegewerbe – auch im Hohenlohekreis

Bei einer bundesweit durchgeführten Prüfung im Gastronomiesektor am Donnerstag und Freitag, den 09. und 10. November 2017, waren 51 Beschäftigte des Hauptzollamts Heilbronn eingebunden. Die Prüfobjekte wurden sowohl verdachtsunabhängig als auch risikoorientiert aufgesucht. Hierbei hat der Zoll laut einer aktuellen Pressemitteilung Personenbefragungen der vor Ort angetroffenen Beschäftigten in Restaurants, Schnellimbissen und Gaststättenbetrieben in mehreren Städten und Gemeinden im Großraum Heilbronn, Ludwigsburg, Öhringen sowie dem Main-Tauber-Kraus und Hohenlohe durchgeführt.

„Die konzertierte Maßnahme sollte unter anderem die Einhaltung des gesetzlichen Mindestlohns sicherstellen, Fälle von Scheinselbstständigkeit oder Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt aufdecken“ erklärt Marcel Schröder, Pressesprecher des Hauptzollamts Heilbronn. Daneben ermittelt der Zoll auch Fälle illegaler Ausländerbeschäftigung und Fälle von Leistungsbetrug. Mit dem Hotel- und Gaststättengewerbe wurde ein Segment des Arbeitsmarkts überprüft, das den besonders von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung betroffenen Branchen zuzurechnen ist. Der vom Gesetzgeber verankerte Mindeststundenlohn im Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe beträgt 8,84 Euro.

Neben den Beschäftigten kontrollierte der Zoll in insgesamt 61 Betrieben auch deren Arbeitgeber und hat dabei folgende Feststellungen getroffen:

//  In insgesamt 26 Fällen, also in fast jedem zweiten Betrieb, besteht der Verdacht des Verstoßes gegen das Mindestlohngesetz

// In 25 Fällen besteht der Verdacht der Beitragsvorenthaltung

// In 14 Fällen, also bei fast jedem vierten Betrieb, besteht der Verdacht der illegalen Ausländerbeschäftigung

// In 9 Fällen besteht der Verdacht des Leistungsmissbrauchs

„Leider belegen die festgestellten Verdachtsfälle, dass „fairer Lohn und fairer Wettbewerb“ trotz wirtschaftlich günstiger Zeiten keine Selbstverständlichkeiten sind, die sich auf dem Arbeitsmarkt von alleine einstellen“, begründet Marcel Schröder die Prüfungsmaßnahmen und ergänzt: „Mit dieser Kontrollaktion versucht der Zoll auch, das in der Bevölkerung vorhandene Unrechtsbewusstsein gegenüber der Schwarzarbeit und der illegalen Beschäftigung in allen ihren vielfältigen Ausgestaltungen zu stärken und diesen Beschäftigungsformen somit die gesellschaftliche Akzeptanz zu entziehen“. Seit 1. Januar 2017 gilt der gesetzliche Mindestlohn in Höhe von 8,84 Euro auch für Beschäftigte im Hotel- und Gaststättengewerbe. Der überwiegende Teil der Beschäftigungsverhältnisse in diesem Tätigkeitsfeld besteht aus geringfügig Beschäftigten.

Foto // Putzkäfte gibt es jetzt auch schon ganz günstig, etwa bei Playmobil.