Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann über die Solebad-Debatte in Niedernhall und warum Bürgermeister Achim Beck viel Mut bewiesen hat
Keine Frage. Es wäre auch günstiger gegangen. 30.000 Euro für eine PR- und Mitmachkampagne mit anschließender Auswertung – das ist viel Geld. Man hätte auch über das Niedernhaller Mitteilungsblatt Informationen und Fragebögen verbreiten können und Mitarbeiter des städtischen Rathauses hätten Plakate kleben können – ohne ein teures Beratungsbüro, das alles organisiert.
Im Bezug auf die Auswertung zeichnet sich schon jetzt eine große Mehrheit ab, die das Solebad keinesfalls aufgeben will – natürlich darf man dabei nicht vergessen, dass sich in der Regel eher diejenigen bei Mitmachaktionen beteiligen und sich zu Wort melden, die sich für das Solebad einsetzen. Denjenigen, denen es egal ist, werden sich schon allein aus Desinteresse weniger häufig beteiligen.
Was Achim Beck mit der wirklich sehr originell gestalteten Kampagne gelungen ist, ist für Aufmerksamkeit zu sorgen – und zwar weit über den Tellerrand von Niedernhall hinaus. Und das war auch beabsichtigt. Offen und deutlich kritisiert er das Regierungspräsidium Stuttgart am vergangenen Donnerstag bei der Auftaktveranstaltung mit seiner bisherigen Absage, das Gesundheitsbad finanziell zu unterstützen. Das ist mutig und ein wichtiger Schritt in einem Land, in dem man entweder ganz arm oder ganz reich sein muss, um Geld vom Staat zu bekommen. So ist es auch mit den Städten und Kommunen. Kurstädte und Metropolen bekommen hohe staatliche Zuwendungen. Finanzschwache Kommunen ebenso. Und die Städte und Gemeinden dazwischen?
Fast sarkastisch merkt Beck – völlig zu Recht – an: Ohne die finanzielle Unterstützung bei der Sanierung oder dem Neubau werden wir zur finanzschwachen Kommune. Dann hätten wir wieder Anspruch auf Hilfen.“ Es ist ein Fehler im System. Und es trifft Städte und Kommunen im ländlichen Raum, die dadurch immer mehr ausbluten und kämpfen müssen für Zuschüsse jedweder Art. Achim Beck hat einen ersten Schritt getan und Stuttgarts Verteilungsprinzip kritisiert. Weitere Bürgermeister, lokale Politiker und Entscheidungsträger müssen folgen.
Beck zieht blank: So schaut die Zukunft des Solebades Niedernhall aus
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Gleich zu Beginn der Auftaktveranstaltung zur Zukunft des Solebades in Niedernhall am Donnerstag, den 07. Dezember 2017, in der Stadthalle Niedernhall entschuldigt sich Matthias Burgbacher. Sein Beraterbüro Plan:kooperativ hat die Plakate mit provokativen Überschriften wie: Niedernhall bleibt. Das Solebad auch?“, entworfen und überall in Niedernhall verteilen lassen. Diese PR-Kampagne sollte in erster Linie Aufmerksamkeit erregen, so Burgbacher. „Aber nicht jeder habe das so verstanden, so kritische Stimmen aus dem Publikum.
Der Bürgermeister indes will nicht in eine Ecke gedrängt werden. Sanierung, Neubau, Schließung – alles sei offen beim Solebad Niedernhall, betont Achim Beck. Aber ein paar Sachen sind ihm wichtig:
Bürgerbeteiligung
Deshalb gab es am vergangenen Donnerstag eine Auftaktveranstaltung für alle interessierten Bürger mit der Kernfrage: Ob und wenn ja, wie es weitergehen soll mit dem defizitären und sanierungsbedürftigen Solebad. Fast alle Stühle waren belegt. Beck wollte im Vorfeld schon bei möglichst vielen Menschen Gehör finden und dass sich in Niedernhall und darüber hinaus Menschen über das Solebad unterhalten, Meinungen austauschen, diskutieren um eine bestmögliche Lösung. Daher hat die Stadt Niedernhall das Beratungsbüro Plan:kooperativ unter anderem beauftragt, Plakate entwerfen lassen mit provokativen Überschriften wie: Niedernhall bleibt. Das Solebad auch? Bei einigen Bürgern kam diese Zuspitzung nicht so gut an. Sein Ziel hat Beck aber erreicht: Das Solebad ist derzeit in vieler Munde. Plan:kooperativ layoutet aber nicht nur Plakate, sondern wickelt den gesamten Bürgerbeteiligungsprozess zum Thema Solebad ab. Schon bei der Neuausrichtung des Kelterareals hat Beck die Dienste von Plan:kooperativ in Anspruch genommen. Nach der Auftaktveranstaltung wollen die Berater Fragebögen an die Bürger und Besucher des Solebades verteilen, Anfang Januar soll eine Aktionswoche folgen, in der alle Bürger und Interessierten eingeladen sind, das Solebad einmal anders zu erleben: Mit Wein oder als After-Work-Erlebnis oder als Familienbad. Am Ende wertet Plan:kooperativ die Ergebnisse aus und präsentiert sie den 15 Köpfen im Gemeinderat. Manch ein Bürger hat bei der gestrigen Veranstaltung allerdings die Kosten der PR-Kampagne kritisiert. Diese belaufen sich auf immerhin 30.000 Euro, die für Beck angesichts der eventuell anstehenden Neubaukosten von rund 8 Millionen allerdings nicht wirklich ins Gewicht fallen.
Beck fordert Zuschüsse
Was ihn richtig „frustriert“ habe, sagt Achim Beck an der Auftaktveranstaltung zur Solebad-Debatte, sei dass es zumindest bislang keine Aussicht auf Landeszuschüsse für das Solebad gebe. Beck fordert für das Gesundheitsbad Zuschüsse vom Land für die Sanierung beziehungsweise den Neubau ein. Das Regierungspräsidium erteilte ihm bislang eine Absage. Für diese Zuschüsse zieht Beck blank, sprich, er legt klar und deutlich offen, welche Ausgaben Niedernhall in den kommenden zehn Jahren zu stemmen hat, unter anderem die Sanierung des Bildungszentrums und die Grundschule, die mit insgesamt 9,3 Millionen ins Gewicht fallen, wobei es hierfür aber insgesamt 2,3 Millionen Fördermittel gibt. Auch der Hochwasserschutz kostet über 5,6 Millionen Euro, kann aber mit 70 Prozent mit Fördergeldern bezahlt werden. Hinzukommen die Sanierung und der Ausbau der Kläranlage mit 3 Millionen Euro und ein Straßenbauprogramm von zwei Millionen. Ob es für solche Fälle wie dem Solebad keine Rücklagen gibt?, fragt ein Besucher. 5 Millionen seien an Rücklagen vorhanden, allerdings müssen in den nächsten Jahren auch noch andere Dinge bezahlt werden, wie etwa ein neues Feuerwehrfahrzeug, so der Bürgermeister. Bislang begründete das Regierungspräsidium seine Absage damit, dass Niedernhall weder Kurort noch finanzschwach sei und auch bei den Förderprogrammen zur Erhaltung des Ländlichen Raumes (ELR) nicht berücksichtig werden könne, da, so Beck, „die Bäder, die der Erholung oder der Gesundheitsförderung dienen, nicht gefördert werden.“ Sein Fazit: „Die Gesundheit der Menschen im ländlichen Raum wird nicht unterstützt.“
Mütter, die sich bei der Auftaktveranstaltung zu Wort gemeldet haben, und auch Beck plädieren dafür, das Solebad – sollte es zu einem Neubau kommen – für die nur einen Steinwurf entfernte Grundschule und das Bildungszentrum und damit für einen Schwimmunterricht für die Schüler zu öffnen. Das Solewasser sei laut einem ortsansässigen Arzt unbedenklich für Kinder, so Beck auf Nachfrage eines Zuhörers, allerdings sollten die Kinder nur 20 Minuten darin baden und dann pausieren. Durch die Öffnung für einen Schulschwimmunterricht tue sich vielleicht auch nochmal die Chance auf einen Fördertopf des Landes auf. Der Bürgermeister betont:
„Ohne Zuschüsse, Zuwendungen oder Mittel von Dritten wird die Finanzierung für mich undenkbar“
Sympathisiert mit Neubau-Variante mit Öffnung für Familien an bestimmten Tagen
Bei einer Sanierung des Altbaus sieht Achim Beck die Gefahr eines „Fasses ohne Boden“. Besser zu kalkulieren seien die Kosten, wenn man einen Neubau mache und diesen an bestimmten Tagen, etwa am Wochenende, für Familien mit Kindern öffne, um eine breitere Masse anzusprechen. Eine Sanierung bedeute auch, dass das Solebad für etwa zwei Jahre geschlossen bleiben würde, so Beck. Er befürchtet, dass sich Kunden dann in andere Bäder nach Bad Mergentheim oder Schwäbisch Hall umorientieren. Was würde bei einem Neubau mit dem alten Gebäude passieren? Da die Stadt sich seit längerem überlegt, neben dem Solebad Wohnmobilstellplätze für Touristen zu platzieren, hatte ein Zuhörer vorgeschlagen, die alten Räume zu einer Art Bistro für die Camper umzuwandeln.
Auf folgende Links klicken, um die Rede von Achim Beck im Video zu sehen:
„Die Gesundheit der Menschen im ländlichen Raum wird nicht unterstützt.“
(Bürgermeister Achim Beck kritisiert die Absage des Regierungspräsidiums für eine finanzielle Förderung des Solebades)
„Ich kann Ihnen heute nicht garantieren, wie es dann letztendlich auch mit dem Freibad aussieht“
(Bürgermeister Achim Beck im Bezug auf eine mögliche Schließung des Solebades)
// Bürgerstimmen
„Stirbt das Solebad, stirbt das Freibad.“
„Ihre PR-Aktion hat viel Diskussion ausgelöst.“
„Ohne Touristen stirbt Niedernhall.“
„Die schütteln den Kopf, wie wir hier mit dem Geld umgehen.“
„Wir geben 30.000 Euro dafür aus, dass wir betteln wollen.“
„Wir brauchen keine Zuschüsse. Wir schaffen das so.“
„Die PR-Kampagne war nicht gerade glücklich. Vor allem älteren Bürgern war nicht ganz klar, dass es nur eine PR-Aktion war.“
„Es wäre jammerschade, wenn wir auf das Solebad verzichten müssten.“
„Wir könnten das Solebad umbennen in Gesundheitstempel.“
„Ich gehe mit meiner Frau seit 60 Jahren ins Solebad und bin seitdem gesund.“
„Wir als Gemeinderäte empfinden die Beteiligungsaktion als gute Sache und ich wünsche mir, dass jeder mitmacht.“
„Eventuell wären Firmen oder Privatpersonen bereit, uns zu unterstützen.“
„Ä altes Ding saniere, do hasch ä Glump. Beim Neubau hasch was Gscheits.“
„Wir könnten die Gewerbesteuer erhöhen, um das Solebad zu finanzieren.“
„Eine Interaktion zwischen dem Solebad und der Schule fehlt. In der Nachbargemeinde wird schwimmen integriert in den Schulbetrieb.“
„Die Schwimmfähigkeit der Kinder zu fördern, wäre wichtig.“
„Es gibt keine objektbezogenen Rücklagen.“
(Achim Beck auf die Frage, ob denn keine Rücklagen gebildet wurden)
„Die Veranstaltung war sehr informativ, auch die Schaubilder waren gut. Wer sich informiert, kann auch mitentscheiden.“ (Helga und Dieter Maisenhölder aus Niedernhall)
Das Solebad feiert im Mai 2018 30-jähriges Bestehen.
Als das Solebad vor 30 Jahren aufgemacht wurde, rechnete man mit 100 Besuchern durchschnittlich am Tag. Es ist besser gelaufen als prognostiert: 226 Badegäste hatte das Solebad in den vergangenen 30 Jahren im Durchschnitt. Allerdings sind die Zahlen in den vergangenen Jahren rückläufig. Waren es zu den Hochzeiten um das Jahr 2002 300 Besucher täglich, sind es heute nur noch 180. Das Solebad schreibt im Durschnitt jedes Jahr 300.000 Euro Verlust.
Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck legt die Zahlen des Solebades offen.
Wer war schon mal im Solebad?, fragte Matthias Burgbacher bei der Auftaktveranstaltung. 7 Prozent der Besucher sind Niedernhaller, der Rest Auswärtige. Die überwiegende Zahl der Besucher ist älter als 60.
2. Wie sanierungsbedürftig ist das Solebad?
Sehr, so Gerold Winter vom Büro Fritz Planung GmbH aus Aalen. Der Ingenieur hat mit seinem Team das Solebad in Niedernhall auf Herz und Nieren abgeklopft. Dabei sind nicht gerade appetitliche Fotos entstanden (siehe Video). Vielleicht könne man noch drei oder vier Jahre so weitermachen, aber dann kämen immer größere Reparaturen. Das Salz der Sole habe sich überall abgelagert und reingefressen. Das Becken ist undicht, der Estrich durchnässt. Dies schädigt mittelfristig die Bauteile. Hinzu kommen extrem hohe Wärmeverluste an den Fenstern und Dächern. Auch statische Risse gebe es. Eine Sanierung würde über 6,5 Millionen kosten, schätzt Winter bei der gestrigen Auftaktveranstaltung in der Niedernhaller Stadthalle. Ein Neubau rund 8 Millionen – je nachdem, welche Wünsche das neue Bad erfüllen soll.
3. Sanierung in unterschiedlicher Form
Es gibt auch die Möglichkeit einer Sanierung plus Umbau/Ausbau. „Sanierung und Optimierung des Bestandes“, heißt die Variante 1 des Planungsbüros Fritz. Hier sollen neben der Sanierung noch Ruhe- und Aufenthaltsflächen geschaffen werden sowie ein Personalraum. Zusätzliche Kosten: 800.000 Euro. Käme noch ein Gastronomiebereich hinzu, läge man bei rund 1 Million Euro. Mit Nichtschwimmerbereich kostet das Ganze rund 3,5 Millionen – zusätzlich zu den 6,5 Millionen Sanierungskosten.
4. Wie sicher sind die Neubaukosten / Sanierungskosten?
Gerold winter von Fritz Planung hat auf diese Publikumsfrage auf die rund 180 Bäder verwiesen, die sein Büro bislang gebaut/umgebaut hat. Die Kosten seien gut kalkuliert, aber 15 Prozent kann die Prognose letzten Endes davon abweichen. Bei 8 Millionen wären das 1,2 Millionen Euro.
Burka auf dem Land – Geht oder geht nicht?
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Unser Autor Dr. Felix Kribus hat sich wieder ins Getümmel gestürzt und war dieses Mal in Ingelfingen und Künzelsau unterwegs, um die Bürger zu unserem Brennpunktthema des Monats Dezember zu befragen: Flüchtlinge auf dem Land. Konkret ging es um das von Österreich eingeführte Burka-Verbot seit dem 01. Oktober 2017. Wir wollten wissen: Ist dieses Verbot sinnvoll oder nicht? Im Video sehen Sie die Antworten. Was ist Ihre Meinung zu diesem Thema? Schreiben Sie uns. Wir freuen uns, von Ihnen zu lesen.
Diskussion um Niedernhalls Solebad
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Sanierung, Neubau oder Schließung – das sind die drei Varianten, die es gibt für das Solebad Niedernhall, so Bürgermeister Achim Beck. alle Optionen seien noch offen. Mit einer Plakataktion in dem Salz- und Solestädtchen sollte das Thema Eingang in die Köpfe der Bürger finden. Überschriften wie: „Wird aus Niedernhall Niedern?“ ließen diverse Bürger spekulieren, ob das Aus des Solebades bereits beschlossene Sache sei. Dies sei definitiv nicht der Fall, so Beck. Geht man auf die hierfür eigens eingerichtete Internetseite http://www.niedern.de erklärt der Bürgermeister in einem offenen Brief:
„Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Niedernhall und der Region,
was die angeblich geplante Umbenennung der Stadt Niedernhall angeht, hat sich buchstäblich eine Ente eingeschlichen. Natürlich denken wir nicht daran, den Namen unserer Stadt zu ändern! Die Aktion, von der Sie vielleicht aus der Presse oder von Plakaten erfahren haben, war eine von der Stadt Niedernhall unterstützte Aktion der Kreativagentur PLAN:KOOPERATIV, die von der Stadt zur Durchführung eines Bürger*innenbeteiligungsprozesses zur Zukunft des Solebades in Niedernhall beauftragt wurde.
PLAN:KOOPERATIV hat auch schon den Beteiligungsprozess zum Kelterareal erfolgreich durchgeführt. Ähnlich wie bei der Plakataktion damals, ging es auch dieses Mal darum, Ihren Blick auf den Gegenstand des Beteiligungsprozesses zu lenken. Als Bürgermeister hoffe ich natürlich sehr, dass Sie alle Verständnis für diese Aktion zeigen und sich nicht „veräppelt“ fühlen.
Unser Solebad ist sehr wichtig für unsere Stadt, denn es ist ein wichtiger Faktor, um uns in der Tourismusregion Hohenlohe zu positionieren. Gleichzeitig besteht ein großer Sanierungsbedarf, der mit relativ hohen Kosten verbunden ist.
Bevor wir diese Sanierung aber beauftragen, möchten wir wissen, wie Sie – die Bürgerinnen und Bürger Niedernhalls und der Region – über das Solebad denken.
Der angekündigte Termin für die Informationsveranstaltung am 07.12. um 19:00 Uhr in der Stadthalle Niedernhall bleibt bestehen. Allerdings geht es dort natürlich nicht um die Umbenennung Niedernhalls, sondern um den Beteiligungsprozess zum Solebad.
Herr Winter vom Büro Fritz Planung, welches die Konzeptstudie zur Sanierung des Solebades erstellt hat, wird über den Sanierungsbedarf des Bades, die unterschiedlichen Alternativen sowie die damit verbundenen Kosten informieren.
Herr Burgbacher von PLAN:KOOPERATIV wird über die unterschiedlichen Phasen des Beteiligungsprojektes sprechen.
Im Anschluss an diese Inputs werden Sie die Möglichkeit haben, mit uns und miteinander ins Gespräch zu kommen und erste Meinungen zur Zukunft des Solebads auszutauschen.“
Folgende Pressemitteilung, die lediglich Aufmerksamkeit erregen wollte, aber keinen Wahrheitsgehalt beanspruchte, sorgte zunächst für Irritationen:
Stadt Niedernhall beantragt Umbenennung in Stadt Niedern
Bürgermeister Achim Beck möchte offiziell bei den zuständigen Landesbehörden von Baden-Württemberg die Umbenennung der Stadt Niedernhall in Stadt Niedern beantragen.
Als Begründung nannte er das mangelnde Interesse der Bürgerinnen und Bürger des Hohenlohekreises am Niedernhaller Solebad und die damit verbundene, drohende Schließung des selbigen:
„Wie jedes Kind hier schon in der Grundschule lernt, steht die Silbe ‚hall‘ in unserem Stadtnamen für Salz. Neben dem Weinbau war Salz eine der wichtigsten Einnahmequellen für unsere Kommune. Nachdem die Salzgewinnung 1830 eingestellt wurde, brachte das erhebliche Einbußen für Niederhall mit sich, aber immerhin erinnert bis heute unser Solebad an die Tradition als Salzstadt“ so Bürgermeister Beck.
Nun aber droht dem Solebad das Ende, und damit die letzte Verbindung zur alten Tradition der Salzgewinnung zu verschwinden.
„Unser Solebad müsste in den nächsten Jahren mit 6 Mio. € dringend saniert oder für 8 Mio. € neu gebaut werden“, führt Bürgermeister Beck aus. „Der Gemeinderat und ich sprechen uns zwar klar dafür aus, wenn ich aber sehe, dass nur rund 7% der Gäste des Solebades aus Niedernhall kommen, scheint es einfach zu wenig Interesse am Solebad zu geben.“
Nachdem die Kelter bereits längst Ihren Betrieb eingestellt hat, wäre von der ursprünglichen „Salz- Wein- und Bäderstadt Niedernhall“ nicht mehr viel übrig. „Da wäre eine Umbenennung in Stadt Niedern doch nur konsequent“, meint Bürgermeister Beck: „Für mich fühlt sich das sonst nach Etikettenschwindel an.“
Bürgermeister Beck lässt gleichzeitig prüfen, ob die Stadt dann auch das 1356 auf Grund der Salzgewinnung erhaltene Stadtrecht verlieren würde. Wird aus der Stadt Niedernhall also bald die Gemeinde Niedern?
Am kommenden Donnerstag, den 07. Dezember 2017, 19 Uhr, lädt er alle Bürger in die Stadthalle ein, um über die Zukunft des Solebades zu diskutieren. GSCHWÄTZ wird auch vor Ort sein.
Folgende Punkte stehen auf der Tagesordnung:
// Begrüßung und Einführung
// Grußwort von Bürgermeister Achim Beck
// Sanierungs- und Neubaukonzeptvorstellung durch Büro Fritz Planung GmbH
Wie viel Integration ist nötig?, fragen wir in unserer Dezemberausgabe. Und haben uns auf ein Experiment eingelassen: Mit einer Burka bekleidet haben wir uns in die Öhringer Innenstadt begeben, um zu sehen, was passiert. Was dann geschehen ist, hat all unsere Befürchtungen übertroffen.
+ Faktencheck Flüchtlinge auf dem Land: Alle Zahlen, wie viele Flüchtlinge in den Hohenlohekreis gekommen, wie viele in Lohn und Brot sind und wieviel Geld jährlich in die Flüchtlingshilfe fließt sowie Meinungen von Bürgern: Wie funktioniert Integration?
Weitere Themen:
// Wie geht es weiter mit dem Krankenhaus Hohenlohe? Gab und gibt es Kommunikationsprobleme? Klinikchef Jürgen Schopf stellte sich unseren kritischen Fragen im Interview
// Wir stellen den lokalen Verein miteinander vor, der Kinder in der Region unterstützt
// Notfallrettung wackelt immer mehr: DRK warnt vor einer düsteren Zukunft. 2018 Zuspitzung der Lage
// Er war kein Heiliger. Martin Luthers Herrenjahre
u.v.m.
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Adventsdeko: Ideen aus Dörrenzimmern
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Für manche ein Graus, für andere pure Leidenschaft. Diejenigen, welche sich am Dienstagabend, den 28. November 2017, in der Kreativwerkstatt bei Christiane Bürkert in Ingelfingen-Dörrenzimmern zum gemeinsamen Adventskranzbasteln getroffen haben, gehören sicherlich zur letzteren Kategorie. Steffi Schwenda nimmt sich zielstrebig vier rote Kerzen. „Für mich müssen die Kerzen auf meinem Adventskranz einfach rot sein“, sagt sie. Und rund. Wobei der Adventskranz nicht unbedingt aus Stroh sein muss, sondern gerne auch aus dicken Ästen und Rundhölzern bestehen darf. Christa Schmieg möchte in diesem Jahr auf einen klassischen Kranz verzichten und dekoriert eine längliche Glasschale in weiß und silber. Sie war im vergangenen Jahr bereits zum gemeinsamen weihnachtlichen Basteln bei Christiane Bürkert. Entspannt ist die Stimmung. Jeder kennt jeden. Und gemeinsam macht das Dekorieren eben doch mehr Spaß. Gerne hätte Heide Strecker für ihren adventlichen Holzteller rote Kerzen genommen, aber die waren schneller vergriffen, als sie gucken konnte. Dann eben grün. Schaut auch schön aus.
Schule Krautheim: Täter ermittelt
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Anbei veröffentlichen wir eine gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft sowie des Polizeipräsidiums Heilbronn: In der Nacht vom 21. November 2017 auf den 22. November 2017 kam es in Krautheim zu einem Brand der dortigen Grund- und Werkrealschule. Durch das Feuer entstand ein Gesamtschaden von zirka 450.000 Euro. Die freiwillige Feuerwehr Krautheim war mit 26 Einsatzkräften vor Ort. Laut Auskunft der Stadtverwaltung Krautheim kann in dem Gebäude für zwei bis drei Wochen kein Schulbetrieb stattfinden. Dieser wurde in umliegende Schulen verlagert. Aufgrund eines Zeugenhinweises konnten drei tatverdächtige Jugendliche im Alter von 17 bis 18 Jahren ermittelt werden. Nach momentanem Ermittlungsstand ist von einer grob fahrlässigen Begehungsweise auszugehen.
Krautheim: Schüler sind fassungslos über Brand
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Wie konnte das geschehen?, fragen sich derzeit viele Schüler und Lehrer der Grund- und Hauptschule in Krautheim. Ein Brand in der Nacht von Dienstag, den 21. November 2017, auf Mittwoch, den 22. November 2017, vor der Schule hat auch das Schulgebäude selbst wie auch die Innenräume schwer in Mitleidenschaft genommen. Auslöser sollen Plastikbänke gewesen sein, die vor dem Schulgebäude in Brand gesetzt wurden. Ob Brandbeschleuniger im Spiel gewesen sind, ist noch unklar. Wer der oder die Täter sind, ebenso. Die Feuerwehr brachte den Brand laut eigenen Aussagen gegenüber dem SWR schnell unter Kontrolle.
Die Schüler der Krautheimer Grund- und Hauptschule sind fassungslos. Als sie am Mittwochmorgen wie gewohnt zur Schule gingen, durften sie ihre Klassenzimmer nicht mehr betreten. Eine Neuntklässlerin berichtete am gestrigen Mittwoch gegenüber GSCHWÄTZ: „Als ich heute morgen aufgestanden bin, habe ich erfahren, dass meine Schule gestern Abend gebrannt hat. Wir haben uns alle in der Turnhalle getroffen. Dann hat die Rektorin gesagt, was los ist und das wir nicht mehr in das Gebäude dürfen. Wir wurden dann aufgeteilt in verschiedene Räume, in die Sporthalle, in die Realschule und so weiter.“ Bis 10 Uhr hatten sie an diesem Mittwoch Unterricht, dann durften die Schüler nach Hause. Erst nächste Woche geht der Unterricht für die neunte Klasse, die in wenigen Monaten Abschlussprüfungen haben, weiter. Glücklich wegen der unterrichtsfreien Woche ist keiner von ihnen. Bürgermeister Andreas Köhler vermutet Brandstiftung. Wieso, weshalb, warum, darüber diskutieren die Schüler derzeit in ihren sozialen Netzwerken.
Der Schulhausbrand schlägt aber nicht nur regional hohe Wellen. Auch die Deutsche Presseagentur (dpa) berichtete darüber, unter anderem ist
der Brand dadurch zum Thema auf der t-online-Nachrichtenseite geworden:
Putsch in Zimbabwe: Wie steht es um das dortige Kindergartenprojekt von Christa Zeller aus Ingelfingen?
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„Liebe Zimbabwe Freunde,von vielen bekomme ich besorgte Mails – Was ist denn in Zimbabwe los? Hat das Auswirkungen auf das Projekt?“ So beginnt Christa Zellers E-Mail, die sie unlängst an Unterstützer ihres sozialen Projekts in Zimbabwe verschickt hat. Ein Putsch des Militärs hat den Präsidenten Robert Mugabe ins Wanken gebracht, aber er ist bislang noch nicht auf Rücktrittsforderungen des Militärs eingegangen. Christa Zeller aus Ingelfingen verfolgt vermutlich angespannter als kaum ein anderer Ingelfinger Bürger die Geschehennisse in Afrika, denn viel Herzblut hat sie in den Kontinent beziehungsweise in ein Herzensprojekt gesteckt. Mit Spendengeldern steht sie kurz vor der Eröffnung eines Kindergartens, der auch sozial benachteiligten Kindern dort einen Raum zur Entfaltung bieten möchte. Nun das politische Erdbeben. „Welche Auswirkungen dies auf unser Projekt haben wird, kann man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Mutare, die Stadt in der der Kindergarten eingerichtet wird, ist über 200 Kilometer von Harare entfernt und dort spürt man im Moment noch nichts. Ich habe gleich am nächsten Tag eine Skype Kontakt gehabt. Unsere Projektpartner vor Ort meinen nicht, dass es größere Auswirkungen haben wird. Hoffen wir das Beste.“
Der Kindergarten soll am 15. Januar 2018 eröffnet werden. „Die Kinder stehen schon Schlange. Es ist ein langer Weg, aber wir freuen uns alle auf die Eröffnung. Ich selbst werde im Frühjahr wieder nach Zimbabwe fliegen um dann vor Ort das Projekt begleiten zu können.“
Seit über 30 Jahren engagiert sich die gelernte Erzieherin und jetzige Betriebswirtin in der Hochschulkommunikation der Hochschule Heilbronn in Zimbabwe. Angefangen hat alles 1985. Als ihr Mann Roland Zeller als Lehrer in Deutschland keine Anstellung fand (zu dieser Zeit wurden keine Lehrer eingestellt) bewirbt sich Familie Zeller für das Projekt „Lehrer für Zimbabwe“ zwischen Deutschland und dem damals noch jungen Staat Zimbabwe. Die Verbindung zu Zimbabwe haben sie trotz späterer Rückkehr nach Deutschland nie verloren.
Es werden noch dringend Paten für die Kindergartenkinder in Zimbabwe gesucht. 30 Euro kostet der reine Kindergartenbeitrag. 40 Euro zusätzlich für Frühstück, Mittagessen und Transport und Schuluniform. Diese ist laut Christa Zeller in Zimbabwe verpflichtend. Das Einzugsgebiet ist groß und oft können laut Christa Zeller die Eltern auch den Bus nicht bezahlen.
Mehr Informationen über Christa Zeller und ihr Kindergartenprojekt unter www.bongai-shamwari.org
Aktuelle Informationen zur politischen Lage in Zimbabwe gibt es auf www.kasa.de/
Schüler jobben am 05. Dezember 2017 für einen guten Zweck
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Für die Aktion „Mitmachen Ehrensache“ suchen wieder viele Jugendliche im Hohenlohekreis sowie im ganzen Land einen Arbeitgeber für einen Tag, informiert das Landratamt des Hohenlohekreises in einer aktuellen Pressemitteilung. Wie funktioniert Mitmachen Ehrensache? Am Dienstag, den 5. Dezember 2017, arbeiten die Schüler in einem Betrieb, einem Geschäft, einer Behörde oder Ähnlichem, verzichten aber auf ihren Lohn und spenden das Geld an einen guten Zweck. Die Aktion „Mitmachen Ehrensache“ findet laut dem Landratsamt bereits seit 2004 statt. Im letzten Jahr erarbeiteten im Hohenlohekreis 365 Schüler ab der 7. Klasse in mehr als 2000 Stunden rund 10.400 Euro.
Wie bereits in den vergangenen Jahren unterstützt der Rotary-Club die Aktion, unter anderem durch die Veröffentlichung von Arbeitsplatzangeboten. Auch das Landratsamt Hohenlohekreis beteiligt sich mit elf Arbeitsplätzen. Viele Jugendliche suchen aber auch direkt den Kontakt zu einem Arbeitgeber. Eine aktuelle Jobliste mit Arbeitgebern sowie den Vordruck der Arbeitsvereinbarung gibt es online unter https://mitmachen-ehrensache.de/aktionsbueros/hohenlohekreis/. Wer Arbeitsplätze anzubieten hat, kann sich gerne hier anmelden. Jobs für diesen Tag zu vergeben haben unter anderem Hornschuch in Weissbach, Würth Elektronik und Eberle Spritzgießtechnik in Niedernhall, das Landratsamt in Künzelsau, Bürkert in Ingelfingen, Kriwan in Forchtenberg, Schaffitzel und die Buchhandlung Rau in Öhringen.
Auch in diesem Jahr geht der Erlös an gemeinnützige soziale Projekte. Im letzten Jahr wurde das erarbeitete Geld an fünf soziale Projekte gespendet: die Versorgung mit Wasserfiltern von Familien in Bangladesch, die Errichtung von Schulgebäuden für Kinder in Indien, die Errichtung eines Integrationscafés in der Realschule Öhringen, die Hilfe einer Kinder- und Jugendgruppe in Kolumbien sowie die Unterstützung von Projekten der Jugendarbeit im Hohenlohekreis. Weitere Informationen können per E-Mail angefordert werden: jugendreferat@hohenlohekreis.de oder 07940 18/432. Träger von Mitmachen Ehrensache ist die Jugendstiftung Baden-Württemberg und die Stuttgarter Jugendhaus gGmbH.