1

30 Jahre Gonzo live – der Künzelsauer Musiker im Exklusiv-Interview

30 Jahre Bühnenjubiläum, 20 Jahre eigene Band. Ein guter Grund für uns, dem erfolgreichen Musiker Gonzo aus Künzelsau einen Besuch abzustatten. Josip Gonzo Krolo öffnet seine privaten Pforten und gewährt unserer Autorin Nadja Fischer exklusive Einblicke. Einen Rundgang durch seine Wohnung seht ihr im folgenden Video:

 

„Kochertal ist heimkommen“, sagt Gonzo, als wir ihn fragen, was für ihn Heimat bedeutet. Offen zeigt sich der Sänger und Musiker, als wir für ein Interview an seine Tür klopfen. Dahinter verbergen sich unter anderem goldene Schallplatten, eine Comic-Sammlung und jede Menge Stars-Wars-Artikel. „Ich verhüte mit Star Wars“, sagt der Künstler mit einem Augenzwinkern. Gonzo singt nicht nur mit seiner Band (rund 200 Auftritte im In- und Ausland pro Jahr), sondern ist auch gleichzeitig der Manager und Organisator der Auftritte.

Begonnen hat seine Karriere in der damals noch existierenden Kneipe La Quetsch in Künzelsau, als er nach ein paar Jacky Cola die Songs, die liefen, mitgesungen hat und gleich zwei Visitenkarten zugesteckt bekam. Er wurde unter anderem Sänger bei der Band Curly Sue. 1997 gründete Gonzo seine eigene Band namens Gonzo’N’Friends.

Am 04. Januar 2018 ist der Vater einer Tochter 47 Jahre geworden. „Mit dem Rücken an der Wand funktioniere ich am besten“, sagt Gonzo, als wir ihn auf seine Stärken und Schwächen ansprechen. Reden könne er gut, aber eine gewisse „Grundfaulheit“ stecke in ihm drin. Einen Hang zu Deko habe er, deswegen hätte er sich auch vorstellen können, Innenarchtitektur zu studieren, wenn das mit der Musikkarriere nicht geklappt hätte.

Mit seinem Kater Mutzel, den er aus dem Tierheim Hohenlohe geholt hat, bewohnt er eine schicke Wohnung mit einem parkähnlichen Garten in einer Villa in Weißbach. Neben den Schallplatten an den Wänden seines Wohnzimmers hängt auch ein Kreuz. Gonzo kommt aus seiner sehr katholischen Familie, sagt er. Aber das Kreuz erinnert ihn vor allem an eines: an seine Familie, seine Eltern.

 

// Das Interview //

 

„Bis zu diesem denkwürdigen Jacky Cola im La Quetsch“

von Nadja Fischer. Das Interview wurde veröffentlicht in unserem gedruckten Magazin im Januar 2018.

 

Unsere Journalistin Nadja Fischer war bei Sänger Gonzo zu Hause in seiner Wohnung in Weißbach und trank mit ihm eine Tasse Kaffee. Sie plauderten über Musik, Star Wars und Pelzwecker.

GSCHWÄTZ: „Wir covern nicht, wir interpretieren…“ – wie darf man sich das vorstellen?
GONZO: Wir covern, bringen aber Individuelles mit ein. Wir machen von Haus aus eigene Versionen und brauchen das wie die Luft zum Atmen. Wir haben auch keine feste Setliste, sondern wählen unsere Songs nach Emotion aus. Ich sehe mich auch nicht als perfekten Sänger, hatte auch nie Gesangsunterricht. Technisch kann man alles lernen, aber die Emotionen nicht.

 

GSCHWÄTZ: Hast du dich schon mal an eigenen Songs versucht?
GONZO: Ja. 2019 wird es ein Album geben. Ich denke auch, dass es deutsches Material sein wird. Das ist einfach die Sprache, mit der wir uns am wohlsten fühlen. Da sind wir auch bekannt dafür. Es wird sozusagen Hängemattenrock, entspannter Pop-Rock. Unserem Alter entsprechend. (lacht). Ich denke ja für nächstes Jahr über eine Band-Umtaufung nach: Die netten älteren Herrn.

 

GSCHWÄTZ: Was ist dein persönlicher Lieblingssong?

GONZO: Es gibt viele, aber der Song, der mich wirklich berührt, ist Comfortably Numb von Pink Floyd. Wie gesagt, es gibt so viele. Aber Pink Floyd hat mich schon mein ganzes Leben begleitet.

 

GSCHWÄTZ: Josip Gonzo Krolo ist dein vollständiger Name. Woher kommst du?
GONZO: Meine Wurzeln liegen in Kroatien. Ich bin in Künzelsau geboren, aber meine Eltern kommen aus Kroatien. Mein Vater war Flüchtling. Er hätte zur Armee müssen und man wusste nicht, ob man da lebend wieder nach Hause kommt. Also ist er geflüchtet und in Künzelsau gelandet. Witzigerweise hat er auch hier meine Mutter kennengelernt, die in Kroatien nur 26 Kilometer von ihm entfernt gelebt hat. Eigentlich bin ich ein Flüchtlingskind.

 

GSCHWÄTZ: Wie kamst du zur Musik?
GONZO: Das war Zufall. Ich war eigentlich voll der Nerd und habe mich nur mit Computern beschäftigt. Zwar habe ich immer gerne gesungen, hatte aber nie wirklich Ambitionen, dass ich Sänger werden will. Bis zum denkwürdigen Jacky Cola im La Quetsch in Künzelsau vor knapp 30 Jahren. Als mich mein Bruder abgefüllt hat und dann lief Hotel California im Radio und ich habe mitgesungen. Ich war lauter wie die Anlage. Wusste davon aber nichts mehr, hab‘ ja nichts vertragen, weil es mein erster Alkohol war. Dann hatte ich aber am nächsten Tag von zwei Leuten eine Visitenkarte in der Hosentasche.

 

GSCHWÄTZ: Bist du hauptberuflich Sänger?
GONZO: Ja. Wir haben ungefähr 200 Auftritte pro Jahr und das weltweit. Namibia, Hong Kong, Schweiz oder Österreich. Aber wir freuen uns über jeden Auftritt auf dem Land. Also diese Großstadtgeschichten… die Menschen auf dem Land sind viel dankbarer. Mittlerweile haben wir mehr nichtöffentliche Auftritte als öffentliche Auftritte.

 

GSCHWÄTZ: Manche Sänger trinken Tee, andere einen Whisky. Zu welcher Kategorie gehörst du?
GONZO: Ich nehme keine Drogen und bin seit zehn Jahren Nichtraucher. Mittlerweile trinke ich gerne Rotwein, Gin Tonic mit Gurke und natürlich Kaffee. Als alleinerziehender Vater lebt man den Rock `n Roll nun mal anders. Wenn ich nach den Auftritten nach Hause fahre, läuft im Auto immer ein Hörspiel von den Drei Fragezeichen.

 

GSCHWÄTZ: Wie kann man sich deinen Alltag vorstellen? Jeden Tag ausschlafen?
GONZO: Nein, schön wär‘s. Meine drei
Pelzwecker sorgen dafür, dass ich zeitig aufstehe. Ich bin Katzenpapa. Ich habe einen Ein-Mann-Betrieb mit zwei Jobs. Ich bin Künstler und Manager zugleich. Mein Büro ist zu Hause. Ich muss E-Mails schreiben und beantworten, Telefonate führen, Anfragen bearbeiten und kleine Events gestalten. Ich hatte auch seit 20 Jahren keinen Urlaub mehr. Aber mein Garten ist Urlaub genug für mich.

 

GSCHWÄTZ: Welche Hobbys hast du?
GONZO: Ich bin ein Serienjunkie. Breaking Bad, The Big Bang Theory und Game of Thrones. Alles gesehen. Ein Star-Wars-Fan bin ich auch. Jeder schenkt mir immer etwas, das mit Star Wars zu tun hat. Playstation vier zocken. Ich koche gerne und stehe auf Weihnachtskitsch.

 

GSCHWÄTZ: Was bedeutet für dich Heimat?
GONZO: Tja, Heimat bedeutet für mich… Ich bin ja geboren in Künzelsau und fühle mich als Hohenloher und Kochertäler. Eigentlich hätte ich schon oft hier wegziehen müssen, rein logostisch. Heimat bedeutet für mich: sich wohlfühlen, zu wissen, man kommt jetzt ein bisschen runter und hat Zeit für sich. Es ist einfach ein schönes Gefühl.

 

GSCHWÄTZ: Was sind deine drei Schwächen?
GONZO: Meine drei Schwächen…oha… ich rede viel. Ich bin ein bisschen faul. Man schiebt gerne Sachen vor sich her. Ich esse gerne. Was keine Schwäche ist, weil essen ist geil.

 

GSCHWÄTZ: Und was sind deine drei Stärken?
GONZO: Meine drei Schwächen (lacht). Irgendwas muss ich richtigmachen, gesangsmäßig, sonst wäre ich jetzt nicht seit 30 Jahren dabei. Ich kann Menschen unterhalten. Ich kann recht gut kochen, ist eine Leidenschaft. Ansonsten… was kann ich noch gut? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Oh, ich mag Deko. Ich liebe es, mich schön einzurichten. Ihr könnt gerne nochmal an Weihnachten vorbeikommen, da eskaliert es im Garten. Ja, ich bin ein kleiner Deko-Freak. Ich habe auch mal mit dem Gedanken gespielt, dass ich Innenarchitektur studiere. Das hat mich immer gereizt, aber ich bin dann doch irgendwie an der Musik hängengeblieben.

 

GSCHWÄTZ: Auf deiner privaten Facebook -Seite hast du 7.500 Abonnenten. Die Leitung der Facebook Gruppe „Du weißt, dass du aus Künzelsau und Umgebung bist, wenn…“ hast du aber abgegeben. Wieso?
GONZO: Als die Hochwasserkatastrophe in Künzelsau war, hatten wir einige Benefizkonzerte. Das gesammelte Geld haben wir der Stadt Künzelsau gespendet. Einige meinten aber, auf offener Straße meine Tochter angehen zu müssen und haben behauptet, dass ihr Vater das Geld eingesteckt hätte. Dabei gab es eine offizielle Veranstaltung mit Übergabe des Geldes. So etwas kann ich nicht tolerieren. Wenn man ein Problem hat, sollte man mich direkt ansprechen. Aber nicht meine Tochter – Familie geht mir über alles. Deshalb habe ich die Leitung abgegeben.

 

Gonzo, wir danken dir für das Gespräch.

 

Zur Person
Josip Gonzo Krolo ist am 04. Januar 1971 in Künzelsau geboren. Er war Sänger bei den Bands Shin Kicker und Curly Sue. Seit 1997, also seit nunmehr 20 Jahren, gibt es seine Band Gonzo`N`Friends. Der Musiker, der 2018 sein 30-jähriges Bühnenjubiläum feiert, ist Single und hat eine Tochter, die gerade als Au-Pair in New York ist.
Gonzo hatte sich auch schon an der Dating-App Tinder versucht, jedoch keinen passenden Deckel gefunden. Sein Verhütungsmittel: die Star-Wars-Fan-Artikel in seiner Wohnung, die wohl jede Frau in die Flucht schlagen sollen.

 




Steuerhinterziehung? Interne Prüfung beim DRK Hohenlohe

Es knirscht hörbar in den Mühlen des Deutschen Roten Kreuzes Kreisverband Hohenlohe (DRK). Es sind nicht nur die massiven Personalengpässe im Rettungsdienst, die das DRK beschäftigt (wir berichteten).

Im Mittelpunkt der derzeitigen internen Untersuchungen: Die Kleidercontainer des DRK. Genauer gesagt: die nicht abgeführten Steuern in diesem Rahmen.

Doch fangen wir von vorne an. Das DRK und so auch der Kreisverband Hohenlohe hat überall im Ländle Kleidercontainer. Die Bürger können hier gebrauchte Kleidung
hineinwerfen, die sie nicht mehr brauchen.
Den Rest – die Leerung und die Weiterverwertung beziehungsweise den Verkauf – erledigt im Fall der Hohenloher eine Fremdfirma, die Firma FWS. Die Kleidercontainer wurden damit praktisch outgescourct. Der DRK erhält lediglich Geld für den Inhalt der Container, also für die Spenden.

Das ist zunächst nichts Unübliches und auch nichts Verwerfliches, denn mit dem durch die Kleiderspenden erwirtschafteten Gewinn werden wiederum andere Dinge wie Essen auf Rädern und Krankentransporte finanziert. So steht es zumindest auf den DRK-Kleidercontainern.

Ähnlich verhält es sich bei anderen Sozialverbänden. Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) hat in Baden-Württemberg die Altkleidersammmlung über die Kleidercontainer ebenfalls an eine Partnerfirma übertragen, die sich baden-württembergweit um die Leerung der Container kümmert. „Diese Partnerfirma kümmert sich auch um die Weiterverwertung, den Weiterverkauf oder die Entsorgung der gesammelten Kleidungsstücke. Saubere und zeitlos moderne Kleidung wird in Second-Hand-Geschäften verkauft, geht nach Osteuropa oder Afrika. Nicht brauchbare oder stark verschmutzte Kleidung wird recycelt oder umweltgerecht entsorgt“, so Simone Baumgartner vom ASB auf GSCHWÄTZ-Nachfrage. „Mit dem Erlös finanziert der Landesverband beziehungsweise die regionalen Gliederungen soziale sowie ehrenamtliche Projekte wie den ASB Wünschewagen (von dem es in Baden-Württemberg mittlerweile zwei gibt), Erste-Hilfe-Kurse, Schulsanitätsdienste, Projekte in der Altenhilfe und vieles mehr.“ Auch die Malteser machen von dem Prinzip des Weiterverkaufs der Spenden Gebrauch.

„Die Malteser verwerten einen kleinen Teil der gesammelten Kleiderspenden selbst und geben gut erhaltene Kleidungsstücke in Kleiderkammern oder im Rahmen von „Wohlfühlmorgen für Obdachlose“ nahezu kostenlos an Bedürftige ab. Der überwiegende Teil der gesammelten Kleiderspenden geht gegen Bezahlung an kommerzielle Verwerter. Sie sortieren und verkaufen sie zum Beispiel in Afrika und Osteuropa“, so Petra Ipp-Zavazal, Leiterin Kommunikation der Region Baden-Württemberg/Diözese Rottenburg-Stuttgart der Malteser Hilfsdienste gegenüber GSCHWÄTZ.

Man muss bem DRK Hohenlohe ebenfalls unterscheiden, ob man seine gebrauchte Kleidung in die Container wirft, in der Kleiderkammer in der Geschäftsstelle in Gaisbach oder in einer der DRK-Kleiderläden in Künzelsau oder Öhringen abgibt. Die Kleidung in den Kleiderkammern und den Läden gehen zu 100 Prozent an Bedürftige in der Region, die dort für ein geringes Entgelt (80 Cent / ein Euro pro Stück) Kleidung kaufen können.
Kommen wir wieder zurück zu den Kleidercontainern. Der DRK Hohenlohe weicht in einem Punkt von anderen Sozialverbänden ab: Versteuert wurden die Gewinne, die durch den Weiterverkauf erzielt wurden, offenbar nicht. Seit es einen Wechsel in der Geschäftsführung gegeben hat, prüft nun das DRK intern, inwieweit sie hätten in diesem Punkt Steuern ans Finanzamt zahlen müssen.

Malteser und ASB versteuern die Spenden einheitlich mit 19 Prozent. In den vergangenen Jahren nahm der Landesverband des ASB durch die Kleiderspenden aus den Kleidercontainern über 100.000 Euro jährlich ein. Das sind bei 100.000 Euro immerhin 19.000 Euro Steuern an das Finanzamt. Andere DRK-Verbände in Baden-Württemberg versteuern die Spenden beim Weiterverkauf ebenfalls mit 19 Prozent. Was bedeutet das nun für den DRK Hohenlohe?
Es drohen Steuernachzahlungen im fünfstelligen Bereich. Strafzahlungen könnten hinzukommen.

Wie weit die Nicht-Abführung der Steuer zurückreicht, ist GSCHWÄTZ bislang nicht bekannt. Karl Heer war 36 Jahre DRK-Kreisgeschäftsführer – bis Juli 2017. Danach übernahm Bernd Thierer. Von DRK-Präsident und Landrat Dr. Matthias Neth lag uns bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme zu unserer Anfrage bezüglich den internen Prüfungen vor. Allerdings befand sich Neth eine Woche im Urlaub und hatte im Dezember einen sehr vollen Terminkalender.

// Hintergrund Steuerhinterziehung

„Wenn jemand Steuern zu zahlen hat und diese nicht zahlt, spricht man von Steuerhinterziehung
oder Steuerbetrug“, so die Staatsanwaltschaft auf GSCHWÄTZ-Nachfrage.
Über den konkreten Fall wurde allerdings nicht gesprochen.

 

Fotos // GSCHWÄTZ; ASB; Malteser




Neues Jahr – neues Glück?

Unser Autor Dr. Felix Kribus hat sich auf den Weg gemacht und Hohenloher befragt zum Thema: Neues Jahr – neues Glück? Welche Vorsätze haben Sie sich für das nächste Jahr gefasst? Was sich die Bürger von 2018 versprechen und was sie sich fest vorgenommen haben, hören und sehen Sie in unserem Video.




Frisch gedruckt: Unsere GSCHWÄTZ-Januar-Ausgabe

// Interne Prüfungen beim Deutschen Roten Kreuz (DRK): Was unterscheidet Malteser, ASB und diverse andere Verbände vom DRK Hohenlohe? Sie zahlen Steuern beim Verkauf von Kleiderspenden aus Altkleidercontainern. Derzeit laufen interne Untersuchungen, ob es rechtens ist, dass der DRK Hohenlohe keine Steuern diesbezüglich abführt. Was sagt der Präsident des DRK, Landrat Dr. Matthias Neth, dazu?

// Hetzer oder Held? Dr. Andreas Eckle äussert sich im Interview zu den Vorwürfen gegen seine Person, die von Kreisräten, dem Landrat und der hiesigen Tagespresse gegen ihn erhoben wurden und sagt, warum das Krankenhaus Künzelsau nie hätte geschlossen werden dürfen

// 30 Jahre Gonzo live. Der Musiker aus Künzelsau, der weltweit Auftritte hat, öffnet uns seine Türen zu seinem Palast und hat mit uns über Tinder, Star Wars und das Wichtigste in seinem Leben gesprochen.

Ab heute überall zu kaufen: Unsere frisch gedruckte GSCHWÄTZ-Januar-Ausgabe // Mehr wissen // Wir lieben unser Ländle //




Dr. Krist entlastet BI-Sprecher Andreas Eckle

An der  37. Mittwochsdemo der Bürgerinitiative Pro Krankenhaus Künzelsau (BI) am 20. Dezember 2017 vor dem Krankenhauseingang in Künzelsau gab es einige Menschen, die sich zu Wort gemeldet  und Dr. Andreas Eckle, den Sprecher der BI, verteidigt haben. Vorausgegangen waren in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder Angriffe gegen den BI-Sprecher von Seiten des Kreistags und der hiesigen Tagespresse, der Heilbronner Stimme, die Eckle vorwarfen, eine Hetzkampagne gegen den ehemaligen Krankenhaus-Geschäftsführer Dr. Andor Toth zu betreiben, so dass dieser letzten Endes eine Stelle am Zollernalb-Klinikum nicht bekam. Nachdem Eckle in den vergangenen Wochen dadurch immer mehr unter Druck geraten war, haben sich nun mehrere Bürger wie Ärzte öffentlich geäussert, Eckle verteidigt und entlastet.

Besonders das kurze Statement von Dr. Matthias Krist lies die zirka 200 anwesenden Demonstranten aufhorchen. Der HNO-Arzt aus Künzelsau wollte eigentlich nichts sagen, wie er betonte. Aber „nachdem ich gesehen habe, wie auf intrigante Weise mit Herrn Eckle in der Öffentlichkeit umgegangen wird, möchte ich eine Aussage machen“. Und das, was er zu sagen hatte, hatte Gewicht: „Ich bin persönlich von verschiedenen Leuten, Ärzten und Nicht-Ärzten, aus dem Zollernalbkreis in meiner Praxis angerufen worden. Diese Leute waren bereits informiert über Herr Toth, inklusive der Prozesse, die er verloren hatte.“ Krist wurde von den Anrufern gefragt, ob das alles stimme, was man von Toth gehört habe. Krist entgegnete: „Ja, das stimmt. Das heißt“, so Krist weiter, „wir sind angerufen worden. Wir haben niemanden angerufen.“

Kreisräte und die hiesige Tagespresse, die Heilbronner Stimme, warfen der BI und Eckle in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder vor, Schuld an der Nicht-Einstellung Toths im Zollernalbkreis zu sein und unter anderem im Zollernalbkreis angerufen und Stimmung gegen Toth gemacht zu haben. Dr. Andor Toth war bis Anfang des Jahres 2017 Geschäftsführer der Hohenloher Krankenhauses gGmbH (HK), bevor der Kreisrat beschlossen hat, einen anderen Geschäftsführer hierzu einzustellen. Kritiker werfen Toth Missmanagement vor.

Auch einige Bürger haben sich zu Wort gemeldet, unter anderem Robert Beck. Er kritisierte die Abwertung der Demonstranten in der regionalen Tagespresse: „Hier demonstrieren nur normale Bürger. Für uns ist die Schließung des Krankenhauses Künzelsau ein Verbrechen am Bürger und der Gesundheitsversorgung vor Ort im ländlichen Raum.“

Auch der AfD-Landtagsabgeordnete Anton Baron war vor Ort an der Demo ebenso wie der stellvertretende SPD-Kreisvorsitzende Hans-Jürgen Saknus und der Hohenlohe-unzensiert-Blogger Matthias Lauterer. Man wolle das Bieterverfahren, das demnächst abgeschlossen sein müsste, abwarten und verfolgen, wer nun der neue Mehrheitseigener der HK werde, so die BI zum weiteren Vorgehen. Interesse bekundet hatten unter anderem das Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim sowie das Diak in Schwäbisch Hall. Der private Investor Ameos war interessiert an beiden Standorten, sowohl an Künzelsau als auch an Öhringen.

 




Es klopft bei Wanja in der Nacht

Hier erzählt das Marionettentheater Pendel, Marlene Gmelin und Detflef Schmelz, in Ingelfingen-Hermuthausen mit ihren selbst gebauten Marionetten eine bezaubernde Wintergeschichte, in der es darum geht, wie in schweren Zeiten Freund und Feind zusammenrücken. Wir durften im Theater vor Ort bei der Aufführung „Es klopft bei Wanja in der Nacht“ filmen. Die nächsten Termine des Theaters sind:

// Samstag, den 30. Dezember 2017, 15 Uhr, „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzchen“, 60 Minuten, für Erwachsene und Kinder ab fünf Jahren

// Freitag, den 06. Januar 2018, 15 Uhr, „Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzchen“, 60 Minuten, für Erwachsene und Kinder ab fünf Jahren

// Samstag, den 27. Januar 2018, 15 Uhr, Wintergeschichten, 40 Minuten, für Kinder ab drei Jahren

// Sonntag, den 28. Januar 2018, 15 Uhr, Geschichten ohne Worte, 50 Minuten, für Erwachsene und Kinder ab fünf Jahren

// Freitag, den 30. März 2018, 15 Uhr, „Peter und der Wolf“, 50 Minuten, für Erwachsene und Kinder ab fünf Jahren

// Montag, den 02. April 2018, 15 Uhr, „Peter und der Wolf“, 50 Minuten, für Erwachsene und Kinder ab fünf Jahren

http://www.pendelmarionetten.de




Nikolaus goes Motorrad

Text Peggy Schmidt; Fotos Uwe Rothenberger

Bereits zum zweiten Mal fand in Künzelsau der „Christmas rides for kids“ statt. Am 16. Dezember 2017 trafen sich
gegen elf Uhr Uhr knapp ein Dutzend als Nikolaus und Engel verkleidete Motorradfahrer am Mc Donalds
in Künzelsau und drehten mit ihren weihnachtlich geschmückten Bikes ein paar Runden durch die Stadt.
Warum? Alles für einen guten Zweck. Denn die Fahrt endete am alten Rathaus in Künzelsau wo fleißig
Bratwürste, Glühwein „Heißer Hirsch“, Punsch, Waffeln und Cup Cakes bis zum Nachmittag verkauft
wurden. Die kompletten Einnahmen und Spenden werden ans Diakonie Krankenhaus nach Schwäbisch Hall
gespendet, nämlich für die „Klinik Clowns“. Die Clowns sorgen dafür, dass Kinder, die einige Tage und
Wochen stationär aufgenommen werden eine tolle und lustige Abwechslung erleben können. So klappt es
dann auch viel besser mit dem gesund werden. „Umso mehr freut es uns das wir im Januar 2018 einen
Scheck in Höhe von 1200 Euro überreichen können“, sagt Joachim Schmitt von den „Christmas rides for kids“.

Finden Sie diese Aktion auch toll? Dann unterstützen Sie den „Christmas rides for kids“ auch im nächsten
Jahr, der Termin steht schon fest. Am 15. Dezember 2018 werden erneut Weihnachtsmänner und Engel auf ihren
heißen Öfen durch Künzelsau knattern, um auch im darauf folgenden Jahr wieder Kinderherzen in
Krankenhäusern, beim Anblick der lustigen „Klinik Clowns“, höher schlagen zu lassen.

Ein ganz besonderer Dank geht an die diesjährigen Sponsoren: Bäckerei Kühner aus Künzelsau, Firma G&M aus Bönnigheim,
Firma Rath aus Langenburg, Ambulanter Pflegedienst Gabriele Bessel aus Herrentierbach, Mett-
Messtechnik aus Niedernhall, Tui ReiseCenter aus Künzelsau, Acht Grad plus GmbH aus
Vokertshausen, dem Duo Stage, die uns musikalisch mit tollen Songs den Tag bereichert haben und dem
Fotografen Uwe Rothenberger aus Künzelsau und an die vielen freiwilligen Helfer.
Mehr Info unter www.hohenlohe-harley-run.com

 

 

 

 




25 Jahre Weihnachtsmarkt Waldenburg

Zum nunmehr 25. Weihnachtsmarkt lädt die Stadt Waldenburg am 16. und 17. Dezember 2017. Gestern abend gab es eine feurige Vorstellung von Fairy Elements. In diesem Rahmen ließ Waldenburgs Bürgermeister Markus Knobel am gestrigen Samstagabend die 25 Jahre im wahrsten Sinne in Flammen aufgehen.

An laut der Stadt über 50 Marktständchen können die Besucher noch bis heute abend Sockenwärmer trinken, Bommelmützen einkaufen oder Kunsthandwerk betrachten. Heute abend gibt es laut der Stadt ebenfalls eine Feuershow mit Fackeljonglagen und Feuerspucken.




Experiment: Mit Burka durch Öhringen

Wir wollten mit unserem Experiment herausfinden: Wie gestaltet sich der Alltag mit einer Burka auf dem Land. GSCHWÄTZ-Redakteurin läuft mit Vollverschleierung durch die Kleinstadt Öhringen.

Folgende Sprüche bekam Nadja Fischer dabei unter anderem zu hören:

„Wenn so etwas frei herumlaufen würde, würde ich das nicht akzeptieren.“

„Das arme Mädchen.“

„Das habe ich in Öhringen noch nie gesehen. Aber sie ist auch bloß ein Mensch.“

„Jetzt guck dir des amole ou.“

„Ich finde das unmöglich.“

„Die sollen heimgehen.“

„Schau an. Ein Smartphone hat sie.“

„Darum haben wir AfD gewählt.“

„Vorsicht, schau mal was da kommt.“

„Schämst du dich nicht?“

„Man muss die hässlich sein.“

Da uns eine Passantin bedrängte, haben wir uns dazu entschlossenen das Experiment vorzeitig abzubrechen.  Alle Daten und Fakten zu der Flüchtlingssituation im Hohenlohekreis finden Sie in unserer aktuellen GSCHWÄTZ-Ausgabe die es noch bis Ende Dezember an allen unseren Vertriebsstellen zu kaufen gibt.

 




Zoll Heilbronn beschlagnahmte 2016 fast eine halbe Million Schmuggelzigaretten

Im Zuge einer Kontrolle des Hauptzollamtes Heilbronn auf der Autobahn 6 in Hohenlohe stellten vergangene Woche Beschäftigte der Kontrolleinheit Verkehrswege 145 illegal eingeführte Kleinverkaufspackungen unterschiedlicher Tabaksorten sicher. Anbei veröffentlichen wir eine aktuelle Pressemitteilung des Hauptzollamtes Heilbronn:

Auf Befragen nach mitgeführten verbrauchsteuerpflichtigen Waren gab der Lenker eines bulgarischen Lastkraftwagens zunächst nur eine geringe Menge Tabak an. Bei der Kontrolle der Fahrerkabine fand der Zoll immer größere Mengen an Feinschnitt, versteckt in diversen Fächern und Schubladen. Am Ende der Kontrolle hatten sich auf diese Weise 45 Dosen á 190 Gramm sowie weitere 100 Päckchen á 50 Gramm Feinschnitttabak angesammelt. Der vorschriftswidrig eingeführte Tabak war mit luxemburgischen Tabaksteuerzeichen versehen und angeblich für seine Kollegen bestimmt. Laut Frachtpapieren hatte der Fahrer des Gespanns Großbritannien als Fahrtziel.

Der Zoll leitete vor Ort ein Steuerstrafverfahren gegen den Fahrer wegen des gewerblichen Verbringens verbrauchsteuerpflichtiger Waren ein und stellte den Tabak sicher. Seine Fahrt, ohne die sichergestellten 13,55 kg Feinschnitt, durfte der Schmuggler erst fortsetzen, nachdem er die fällige Tabaksteuer in Höhe von mehr als 1.000 Euro entrichtet hatte.

„Die Kontrolleinheiten Verkehrswege des Zolls sind bundesweit präsent und tragen dem Umstand offener Grenzen Rechnung“, so David Martin Einsatzleiter vor Ort. „Ihre Aufgaben sind die Bekämpfung des Schmuggels von verbrauchsteuerpflichtigen Waren und der Geldwäsche, sowie die Überwachung des grenzüberschreitenden Warenverkehrs, einschließlich der sogenannten Verbote und Beschränkungen. Zum Schutz der Bevölkerung ziehen sie dabei Arzneimittel, Produktfälschungen, Rauschgift oder Waffen aus dem Verkehr“.

// Wieviel Tabak ist erlaubt?

Grundsätzlich können Privatpersonen bei Reisen innerhalb der Europäischen Union für ihren persönlichen Bedarf Waren abgabenfrei mitbringen, ohne diese beim Zoll anmelden zu müssen. Bei Tabak unterstellen die Zollbehörden der Mitgliedstaaten eine Richtmenge von einem Kilogramm, bis zu der eine Verwendung zu privaten Zwecken nicht angezweifelt wird. Bei Mengen wie im vorliegenden Fall ist jedoch von gewerblichem Handeln auszugehen. Die Kontrolleinheit Verkehrswege des Hauptzollamts Heilbronn hat im Kalenderjahr 2016 mehr als 7.500 Personen kontrolliert und fast eine halbe Million Schmuggelzigaretten aus dem Markt genommen. Ferner beschlagnahmte sie unter anderem 19 Waffen, darunter Spring- und Butterflymesser und Schlagringe.

Foto // Vergangene Woche bechlagnahmte das Zoll in einem Lkw auf der A6 13,5 Kilo Tabak. Foto: Zoll Heilbronn