Rathausgeflüster: Öhringens Bürgermeister Thilo Michler hält Informationen zurück
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Es gibt sie noch. Die wirklichen Vaterlandstäter, die nicht blindlings
tätig sind, sondern wohlüberlegt sind und bestimmt.
Öhringens Bürgermeister Thilo Michler ist so einer, einer wie
keiner, der überlegt sehr genau und wie ä Füchsle so schlau:
Soll ich‘s machen oder lieber bleiben lassen? Ist es gefährlich
für die Stadt, den Staat oder das Vaterland? Dann lass ich‘s bleiben allesamt.
Wir wollten von ihm Informationen haben, einfach so, aber da
hat er nicht mitgespielt, uns den Riegel vorgeschoben und uns
klar vor Augen geführt: Hier ist die Grenze nun erreicht,
das, was ihr wissen wollt‘, geht zu weit.
Da erst wurde uns bewusst, wie sehr wir uns haben über den
Tellerrand gebeugt, wollten Informationen haben, die keinen
etwas angehen, deshalb wurden wir so kritisch beäugt.
Diese Informationen sind sozialer Natur. Es sind Informationen,
die die Masse betreffen in Öhringen nur. Vielleicht auch welche
anderswo, aber das können wir jetzt nicht mehr testen im Westen.
Das ist leider so.
Wir hatten die Stadt Öhringen nämlich gefragt, ob sie uns – Achtung,
jetzt kommt‘s – ihren Veranstaltungskalender schicken
könnten, dann könnten wir die besten Sachen verwenden und
ankündigen in unserem Magazin und auch online senden.
Ungläubigkeit war die Antwort schlechthin. Wer sind sie? Was
wollen Sie damit bezwecken? Welche Pläne haben sie mit dieser
Stadt? Wir müssen uns beraten, um eine Entscheidung zu fällen,
wie wir mit ihrer Anfrage umgehen, vielleicht müssen wir hierzu
noch ein Beratungsgremium aufstellen.
Nein, da könnte ja jeder kommen. So etwas geht nicht so einfach,
Werbung für ihre Sachen machen sie nie kostenfrei, da zahlen sie
lieber `ne Menge, sie haben doch schließlich noch so viele Steuergelder
frei.
Also gut, nun haben wir es verstanden. Das nächste Mal fragen
wir nicht nett und lieblich: Dürfen wir ihre Veranstaltungen kostenfrei
bei uns ankündigen? Da lautet unser straffer Ton: 1.000
Euro kostet die Veröffentlichung. Wer nicht will, der hat schon.
Dann kommt die Antwort bestimmt fluchs anbei: Aber natürlich
machen wir den Weg hierfür frei. Teure Werbung für unsere Veranstaltungen
ist uns schließlich nicht einerlei.
AfD-Landtagsabgeordneter Anton Baron über Achim Beck, Angelina Jolie und die AfD
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Für wen würden Sie sich entscheiden? Künzelsaus‘ Bürgermeister Stefan Neumann oder Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck? Für Angelina Jolie oder Jennifer Aniston? Für Angela Merkel oder Martin Schulz? Für Donald Trump oder Wladimir Putin? Bei unserem Video-Interview mit dem jungen AfD-Landtagsabgeordneten Anton Baron hatte dieser die Qual der Wahl. Wir sprachen mit ihm aber auch über lokale Baustellen: Warum er denkt, dass das Solebad Niedernhall gute Überlebenschancen hat und „auch das Hohenloher Krankenhaus in Künzelsau nicht hätte geschlossen werden müssen“. Er berichtet uns, wie schwer es seine Partei im Stuttgarter Landtag hat. Wir wollten aber auch von ihm wissen: Warum ist er in die AfD eingetreten und wie nahe steht die Partei der NPD?
Das Interview wurde in Niedernhall am Freitag, den 16. MÄrz 2018, in Niedernhall am Solebad und im Rössle in Niedernhall gedreht. Die Drehbedingungen waren suboptimal. Es stürmte und regnete. Anton Baron präsentierte sich trotz der widrigen Bedingungen bestens gelaunt.
Interview: Dr. Sandra Hartmann: Kamera und Schnitt: Dr. Felix Kribus
// Anton Baron //
Anton Baron wurde am 03. November 1987 in der ehemaligen Sowjetunion, im heutigen Kasachstan, geboren. Seit er vier ist, lebt er in Deutschland. Baron ist seit 2014 Mitglied der AfD und wurde 2016 von den Hohenlohern in den Stuttgarter Landtag gewählt. Der studierte Wirtschaftsingenieur arbeitete bis dahin bei einem Künzelsauer Unternehmen als Produktmanager. Baron ist parlamentarischer Geschäftsführer der AfD-Fraktion und ein Vertrauter von Jörg Meuthen. Seine Wahlheimat ist Niedernhall. Von dort pendelt er nach Stuttgart.
// Der nächste Interviewpartner //
Beim nächsten Videointerview geht es nach Künzelsau. Dort sprechen wir mit dem stellvertretenden Vorsitzenden des SPD-Kreisverbandes Hohenlohe, Hans-Jürgen Saknus über die zähen Groko-Verhandlungen, was wir von der neuen Bundesregierung erwarten können, wie es im Inneren der SPD derzeit ausschaut.
// Das Interview mit Anton Baron lesen Sie in unserer neuen Printausgabe, ab 01. April 2018, überall im Einzelhandel.
„Mein Mann hat die Küche als sein Ressort“ – Was sagen die Bürger zum Frühjahrsputz?
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Veronika, der Lenz ist da. Seit gut einer Woche herrscht Frühling, auch wenn das die Temperaturen noch nicht so hergeben. Winter ade – und nach alter Tradition kann er jetzt kommen – der Frühjahrsputz. Den alten Mief auskehren und alles neu macht nicht erst der Mai. Putzen kann man auch schon im April. Wie halten es die Hohenloher mit der guten alten Tradition des Frühjahrsputzes? Das war die Frage, die GSCHWÄTZ-Reporter Dr. Felix Kribus diesmal gestellt und überraschenderweise erfahren hat, dass putzen – zumindest im Frühjahr – nicht mehr nur Frauensache ist.
„Ich finde alte Traditionen immer gut. Das ist eine prima Sache. Einmal im Jahr richtig durchfahren, das ist schon nicht schlecht. In der Regel macht meine Frau das Haus. Wir haben einen Wintergarten, wo obendrauf Glasfläche ist, da ich gehe ich dann mit der Leiter hoch, einmal im Frühjahr. Bei uns wird das schon noch gelebt“
// Martin Loos, Eberstal
„Davon halte ich eigentlich nix. Entweder man hat keine Zeit oder man kann eigentlich das ganze Jahr putzen. Man muss es nicht zu einer bestimmten Jahreszeit festlegen und sagen, jetzt muss Frühjahrsputz gemacht werden. Wenn, dann putzt man natürlich die Fenster, wenn es dann heller wird und die Sonne scheint und die Vorhänge waschen, aber das muss jetzt nicht im Frühjahr sein.“
// Tanja Braun-Dierolf, Gaisbach
„Frühjahrsputz finde ich auf jeden Fall super wegen der Wetterverhältnisse. Irgendwann sind die Fenster und die Rolläden dreckig, und dann muss halt ein Frühjahrsputz sein oder was das Auto betrifft, genauso. Wir haben uns das aufgeteilt: Meine Frau putzt mehr das Innere der Wohnung und ich putze mehr das Äußere. Meine Frau ist sehr zufrieden, wie ich putze, und deswegen spannt sie mich auch immer dementsprechend ein.“
// Isidoro Naera, Künzelsau
„Alles wird gesaugt und rausgewischt und Fenster werden geputzt. Und richtig gelüftet. Meine Frau und ich machen das zusammen. Ich fürchte mich vor nichts. Ich putze Fenster, ich schrubbe den Boden. Mir macht das nix aus.“
// Wilfried Stier, Kupferzell
„Ich halte viel von der alten Tradition. Wie man es früher gemacht hat, ist es immer am besten gewesen. Dass man nicht so scharfe Putzmittel gehabt hat mit natürlichen Sachen, Neutralreiniger und so. Meine fünfzehn Fenster will ich demnächst in Angriff nehmen.“
// Susanne Ilzhöfer, Mangoldsall
„Ich halte eher weniger von der Frühjahrsputztradition, weil ich das ganze Jahr stetig am Ball bleibe. Ich schau, dass ich da wöchentlich rumkomme mit meinem Haushalt: Fenster, Böden, was eben so anliegt. Einmal im Monat ist ein größerer Putz angesagt. Mein Mann hat die Küche als sein Ressort.“
// Sabine Münch, Morsbach
„Ich halte sehr viel vom Frühjahrsputz. Das macht Spaß, wenn die Sonne scheint. Alles strahlt und dann tut man gründlich durchputzen. Und dann duftet das wieder nach Frühling, das ist sehr schön. Dafür brauche ich eine Woche.“
// Kiriaki Grigoriadu, Künzelsau
//Foto und Video: Dr. Felix Kribus
Neth // „Wir werden Künzelsau finanziell unterstützen“
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„Kann ein Kreistag so mit Steuergeldern umgehen?“, fragt der Sprecher der Bürgerinitiative des Hohenloher Krankenhauses (BI), Dr. Andreas Eckle, gleich zu Beginn der Pressekonferenz der BI am Donnerstag, den 29. März 2018, in Künzelsau. Das ist die zentrale Frage, die für die BI bleibt, nachdem die BBT-Gruppe die Mehrheitsanteile der HK übernehmen wird (wir berichteten) und der Standort Künzelsau in diesem Zuge 2022 geschlossen werden soll. Eckle: „Ich möchte, dass es öffentlich gemacht wird, was passiert ist. Wir möchten Aufklärung, wer dafür verantwortlich ist und wir möchten wissen, ob die, die entschieden haben, ordentlich informiert waren.“
Denn die große Frage, die immernoch unbeantwortet im Raum stünde, laute: „Wie kann es sein, dass vor einigen Jahren noch Millionen in den Standort Künzelsau investiert wurde (Anmerkung der Redaktion: vor sieben Jahren wurde das Ärztehaus für rund zehn Millionen gebaut, über vier Millionen kostete die Sanierung des Krankenhauses in Künzelsau, wir berichteten in unserer Februarausgabe 2017) und nun dieser Standort geschlossen wird?“, fragt er und vermutet Managementfehler, die zu dem anhaltenden Defizit seit 2012 führten: „Wir unterstellen, dass die HK nicht richtig geführt wurde und ob das nicht sogar gewollt war.“ Die Kreisräte wiederum verweisen auf Veränderungen in der Krankenhauslandschaft in den vergangenen Jahren.
Karlheinz Börkel, CDU-Fraktionsvorsitzender und Kreistagsmitglied, hat bereits vor einiger Zeit, in einem Gespräch mit der Redaktion GSCHWÄTZ, auf Veränderungen in der Krankenhauslandschaft hingewiesen, durch die es immer schwerer werde für kleinere Häuser zu überleben. Stichwort: Fallpauschalen/DRGs und Mindestmengen. :http://www.g-drg.de/Aktuelles/Abrechnungsbestimmungen_und_DRG-Fallpauschalen-Katalog_2018
Landrat Dr. Matthias Neth verweist darauf, dass der Bau des Ärztehauses unabhängig vom Krankenhaus eine sinnvolle Investition für die Sicherstellung einer ambulanten Versorgung war. Das privat geführte Ärztehaus oder auch MVZ (medizinisches Versorgungszentrum) in Forchtenberg könne für Künzelsau Vorbildcharakter haben.
Ein Mitglieder der BI erklärt: „Die Entscheidung für Künzelsau ist gefallen, aber wir wollen, dass es nicht in Vergessenheit gerät, dass das Künzelsauer Krankenhaus viele Jahre gut dagestanden hat und jeder hier sein Bestes gegeben hat.“
// Landrat Neth: „Wir werden Künzelsau finanziell unterstützen“ //
Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth betonte auf GSCHWÄTZ-Nachfrage, dass die BBT-Gruppe „fünf tolle Konzepte“ für Künzelsau habe und er „optimistisch“ in die Zukunft gehe. Warum wurden die Konzepte nicht an der Kreistagssitzung in Pfedelbach am 21. März 2018 (wir berichteten) vorgestellt? Neth verweist darauf, dass es sehr unterschiedliche Konzepte seien und man erst mit den externen Akteuren bezüglich einer möglichen Umsetzung sprechen müsse. Wird der Hohenlohekreis die Umsetzung eines der Konzepte in Künzelsau auch finanziell mittragen? Neth: „Wir haben keine rechtliche Verantwortung, aber eine politische und moralische. Wir werden daher auch finanziell Künzelsau bei der Umsetzung unterstützen.“ Er bedaure selbst, dass „wir nun nochmal eine Durststrecke haben“, bis es an die Umsetzung für Künzelsau gehe.
// BI meldet neuen Investor //
Kurz vor Ende des Markterkundungsverfahrens hat sich Eckle nochmals an Neth gewandt, da er einen neuen Interessenten für das HK gefunden habe. Ein am 05. März datiertes Schreiben mit dem Titel „Hohenloher Krankenhaus – Überlegungen zum Strukturkonzept“ hat Eckle per E-Mail an Landrat Neth geschickt. Darin der Verweis auf drei potenzielle Interessenten für das HK – mit Interesse an beiden Standorten, Künzelsau wie auch Öhringen. Das Angebot der Beteiligungsgesellschaft: „Möglichkeit A) „Rückkauf aller Planbetten zum Ausbau und Neuausrichtung als Plankrankenhaus. Möglichkeit B) Klinik als wissenschaftliche Forschungseinrichtung zur Entwicklung neuer Therapieverfahren. Angedachtes Kapitalvolumen zum Gebäudeerwerb, zum Planbettenrückkauf, zur Weiterentwicklung, Ausstattung und Personalentwicklung: 150 Millionen Euro.“ Der Inhalt umfasst eine halbe DIN-A4-Seite. Wer der Interessent sei, wollte Eckle nicht verraten.
Landrat Neth antwortet in einem Schreiben vom 14. März 2018, dass sich Interessenten an Oberender und Partner wenden können, die das Markterkundungsverfahren betreuen und verweist auf den 21. März 2018, an dem der Kreistag in einer öffentlichen Sitzung das Markterkundungsverfahren beendet.
Eckle findet es bedauerlich, dass Neth die Chance nicht genutzt habe, sich vor Beendigung des Markterkundungsverfahrens mit dem Vertreter der Investitionsfirma zu unterhalten. Neth wiederum verweist darauf, dass BBT zu dieser Zeit bereits ein über 500-seitiges Konzept vorgelegt habe. „Jeder hatte die Möglichkeit, sich ordnungsgemäß zu bewerben.“
Der BBT-Gruppe steht Eckle positiv gegenüber und bescheinigt ihr ein ordentliches Management. Das sei ersichtlich, da jedes ihrer Häuser, auch die kleineren in der Gruppe, schwarze Zahlen schreiben würden. Für Eckle bedeutet das: „Man sieht also: Auch kleinere Häuser können schwarze Zahlen schreiben, wenn man das Krankenhaus richtig führt. Das war auch in Künzelsau möglich.“ BBT sieht in Öhringen für die Zukunft als Grundversorgerkrankenhaus. Zugleich will die Gruppe Schwerpunkte setzen in den Bereichen Kardiologie, Onkologie und Geriatrie. Das sei aber keine neue Idee, so Eckle.
Im Zuge des Baus des Ärztehauses und der Sanierung des Krankenhauses Künzelsau habe man damals ebenfalls Schwerpunkte gesetzt, in Künzelsau im Bereich Kardiologie und Schlaganfalleinheit und in Öhringen im Bereich Geburtshilfe als Familienkrankenhaus.
Künzelsaus‘ Bürgermeister, Stefan Neumann, sieht Eckle bei den Entwicklungen in den vergangenen Jahren in einer glücklosen Rolle: „Es zeigt sich, dass er keinen Einfluss auf das Ganze nehmen kann.“
// Zur Person Dr. Andreas Eckle //
Dr. Andreas Eckle war 25 Jahre Chefarzt am HK und 13 ärztlicher Direktor.
Schaufelt sich der Hohenlohekreis ein Millionengrab?
// Die BBT-Gruppe erhält den Zuschlag für das Hoheloher Krankenhaus. Allein der Krankenhausneubau und das neue Landratsamt kosten über 100 Millionen – Wer zahlt die Zeche?
// So verschmutzen wir die Jagst – Es gab schon mal bessere Zeiten für unsere Gewässer.
// Was ist noch natürlich? Ehemaliger Mühlenbeck-Chef über überzüchtetes Getreide und Gentechnik.
// Letzte Station: Frauenhaus. Er schlug sie brutal und zog das Messer vor den Kindern. Magdalenas Lebensgeschichte und wie der Verein Frauen helfen Frauen funktioniert.
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Laufen Wölfe auch im Hohenlohekreis herum?
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In der Facebook Gruppe: Du weißt, dass du aus Künzelsau und Umgebung bist, wenn … sprach man in den vergangen Wochen von der Sichtung eines Wolfes zwischen Künsbach und Morsbach. GSCHWÄTZ wollte es genau wissen. Deshalb haben wir beim Landratsamt angefragt, ob es tatsächlich Wölfe im Hohenlohekreis gibt. Lisa-Marie Dörr vom Landratsamt des Hohenlohekreises hat uns auf unsere GSCHWÄTZ Nachfrage geantwortet.
GSCHWÄTZ: In der Facebook Gruppe: Du weißt, dass du aus Künzelsau und Umgebung bist, wenn … steht, dass scheinbar ein Wolf gesichtet wurde. Stimmt das?
Dörr: Im Hohenlohekreis gibt es bisher keine bestätigten Hinweise, dass sich im Kreisgebiet ein Wolf aufhält beziehungsweise gelegentlich durchzieht. In den Sozialen Medien wurde von der Sichtung eines wolfähnlichen Tieres zwischen Künsbach und Morsbach berichtet. Aufgrund fehlender Nachweise wie zum Beispiel Pfotenabdruck, Losung, Haare konnte die Echtheit der Sichtung nicht überprüft werden.
GSCHWÄTZ: Inwieweit ist der Wolf allgemein schon verbreitet? In welchen Gebieten kann er gefunden werden?
Dörr: Der Wolf ist in den Nachbarländern wie der Schweiz und in Frankreich verbreitet. Von dort aus wandern seit geraumer Zeit immer wieder einzelne männliche Jungtiere ab. Sie verlassen ihr Rudel, um ein Weibchen zu suchen. Dabei legen die jungen Rüden beträchtliche Strecken zurück und sind das ein oder andere Mal auch durch Baden-Württemberg gezogen. Dies ist für die Tiere gefahrenträchtig, da die Wölfe oft Bahnlinien und Autobahnen überqueren müssen und endet nicht selten mit dem Tod.
GSCHWÄTZ: Wie verhält man sich wenn man einem Wolf begegnet?
Dörr: Wölfe sind in der Regel scheu und meiden den Kontakt zu Menschen. Bei einer Sichtung wäre es hilfreich für den Nachweis ein Foto oder Video zu machen und an den Wildtierbeauftragten des Hohenlohekreises Johannes Jakob, johannes.jakob@hohenlohekreis.de zu melden.
// Foto: Nabu
Biss unter die Haut
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// Body Suspension erfreut sich wachsender Beliebtheit in der Tattoo- und Piercingszene
// Text von Dr. Sandra Hartmann
„Alles was du vorher gedacht hast, ist weg und du bist einfach im Hier und Jetzt“, erklärt Markus Pohl. Er nimmt keine Pillen, um sich in einen derartigen Zustand versetzen zu lassen, sondern er hat das erste Mal Body Suspension ausprobiert: Er ließ sich an seiner eigenen Haut aufhängen.
Markus Pohl aus Öhringen verkauft eigentlich Gemüse auf dem Wochenmarkt, sieht aber nicht aus, wie man sich einen Gemüsehändler vorstellen würde. Der 48-Jährige hat zwei große Tunnel in den Ohrläppchen, diverse Piercings und Tattoos. „Wenn man auf Tattoo- und Piercingseiten surft, dann sieht man diese Body Suspensions“, erklärt er. Ihn haben die glücklichen Gesichter fasziniert, die er dabei gesehen hat auf youtube. An die vier Jahre hat es gedauert, bis er selbst diesen Schritt gewagt hat, Body Suspension zu machen. Seine Frau war offen dafür: „Sie meinte: Du kannst machen, was du willst. Ich guck‘ mir das gerne an. Danach hat sie gesagt: Das will ich auch“, erinnert sich der Vater von zwei Jungen und lacht.
Im vergangenen Jahr war es soweit. An einem Hof in Schwäbisch Hall hat er sich mit Sabine Twedelera getroffen. Die Holländerin macht weltweit Body Suspensions. Zuerst wurden Markus zwei dicke Haken in die Haut am Rücken gesetzt. „Das ist wie Blut abnehmen, wie ein Nadelstich, nur etwas dicker“, erklärt Markus. Einer dieser Haken hat ein alter Bekannter von ihm gesetzt, Andre Nalin. Der 34-Jährige war bis vor seinem Umzug nach Berlin sein Piercer in Schwäbisch Hall. Über Andre hat Markus wiederum Sabine kennengelernt.
„Wichtig ist, dass die ausführenden Künstler sich mit der Anatomie der Haut auskennen, zum Beispiel, wie tief die Haken unter der Haut sitzen müssen“, erklärt Andre. „Wir lernen voneinander: Viele, die Body Suspension anbieten, kommen aus dem Kletterbereich und wissen ganz genau, wie sie auch die Knoten der Seile machen müssen.“
An einem Baum wird Markus über einen Flaschenzug an Seilen, die durch die Haken gelegt werden, und damit praktisch an seiner eigenen Haut hochgezogen. Er schwingt sich ein, erst vorsichtig, dann immer geschmeidiger, vor und zurück. Er befindet sich zirka drei oder vier Meter über der Erde. Und strahlt.
Auch Andre lässt sich an diesem Tag mit Haken versehen und schwingt. Es ist das dritte Mal für ihn: „Für mich persönlich war das eine positive Grenzerfahrung. Zu was kann man seinen Geist und Körper bringen? Für mich kostete es extreme Überwindung, einfach loszuschwingen, obwohl man durch den Adrenalinausstoß keine Schmerzen spürt.“
Aber dann sei es fast eine meditative Erfahrung, obwohl er eigentlich kein spiritueller Mensch sei. „Alles andere aussenherum wird auf lautlos gestellt“, versucht Andre die Gefühle, die man bei Body Suspension hat, zu erklären, um im nächsten Atemzug lachend hinzuzufügen: „Aber es ist schwer, das jemanden zu erklären, der das noch nie gemacht hat. Das ist wie mit Sex. Das kann man auch schwer erklären.“
Markus Pohl berichtet von einer „wahnsinnigen Endorphin- und Adrenalinausschüttung“. Er habe gedacht, es seien starke Schmerzen, aber „du gehst nur über einen kleinen Punkt drüber“.
Je länger man hängt, umso mehr weitet sich auch die Haut. Nach 30 oder 40 Minuten hat man wie eine Art Engelsflügel auf dem Rücken, beschreibt Markus sein Aussehen nach der Suspension. Aber nach ein oder zwei Tagen sei die Haut wieder komplett zugewachsen.
Ärzte sehen das etwas kritischer. Hierzu Professor Dr. Peter Elsner, Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) sowie Direktor der Klinik für Hautkrankheiten am Universitätsklinikum in Jena: „Das Einbringen von Haken in die Haut im Rahmen einer „Suspension“ stellt in gleicher Weise eine Verletzung der Hautkontinuität dar wie bei einem Piercing. Durch mögliche weitere mechanisch bedingte Einrisse könnte eine zusätzliche Traumatisierung erfolgen.“ Häufig (zehn bis 20 Prozent) seien lokale Infektionen. Über Fälle von Übertragung der Hepatitis-Viren B, C, D und G sowie von HIV wurde berichtet. Weitere Berichte liegen vor über Tetanus- und Tuberkuloseinfektionen.“
Für Markus Pohl wird es nicht das letzte Mal gewesen sein, dass er Body Suspension macht. 30 verschiedene Positionen seien möglich, manche Menschen möchten die Haken in den Hintern gesetzt bekommen, andere in die Brust. „Manche springen auch von einer Brücke und machen quasi Bungee Jumping und Body Suspension gleichzeitig. Das sei jedoch nichts für ihn.
Termine Body Suspension: Body Suspensions (übersetzt: Körperfederung) werden oft an Tattoo Conventions angeboten. Wegen des steigenden Interesses in der Region ist laut Andre Nalin im Sommer auch eine zweitägige Body Suspension in der Nähe von Schwäbisch Hall geplant. Wer sich Body Suspension gerne vorher schon mal anschauen möchte, findet bei youtube diverse Videos dazu.
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// Fotos: Privat
Hohenloher Krankenhaus // Vierstündiger Abstimmungsmarathon über Mehrheitsanteile
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Nach vier Stunden Kreistagssitzung am 21. März 2018 in Pfedelbach ist es amtlich: Die BBT-Gruppe kauft die Mehrheitsanteile (51 Prozent) der Hohenlohe Krankenhaus gGmbH (HK). Alle Mitglieder des Kreistages haben dafür gestimmt. Vier Kreistagsmitglieder waren nicht anwesend (Christian von Stetten, Joachim Schaaf, Gudrun Struve, Professor Dr. Christoph A. Karle). Über 100 Bürger waren gekommen, um den Abstimmungsprozess zu verfolgen. Es gab zahlreiche Wortmeldungen, Fragen an die BBT-Gruppe seitens der Kreisräte, aber auch Lob an den Landrat für sein Vorgehen. Nach vier Stunden wurde zügig abgestimmt. Alle Hände gingen nach oben und gaben der BBT-Gruppe den Zuschlag.
Der Kaufpreis werde nicht verraten, so Landrat Dr. Matthias Neth auf GSCHWÄTZ-Nachfrage, auch die BBT-Gruppe wollte sich dazu nicht konkret äussern. Um die 800.000 Euro soll die Vorgängergesellschaft, die regionale Gesundheitsholdung Heilbronn-Franken (RGH) noch bekommen. Wieviel der Landkreis erh#lt, ist nicht bekannt. Allerdings betonte die BBT-Gruppe, dass dieses Geld nicht in den Landkreis allgemein fließe. Das Geld bleibe stattdessen im HK beziehungsweise in dem neuen Verbund, um dort, also in der Gesundheitsversorgung, auch direkt genutzt werden zu können.
// Rund die Häflte der Hohenloher geht in Krankenhäuser ausserhalb des Hohenlohekreises //
Die BBT-Gruppe präsentierte sich bei der Kreistagssitzung als neuer Partner, dem es wichtig sei, die lokale Gesundheitsversorgung vor Ort zu stärken. Mit einem qualitativ hochwertigen Angebot sollen wieder mehr Patienten in die HK gehen. Derzeit würden rund die Hälfte der Hohenloher in andere Krankenhäuser ausserhalb des Kreises gehen. Der Standort Öhringen soll ein solider Grund- und Basisversorger werden mit vier Schwerpunkten: Onkologie (Krebserkrankungen), Kardiologie (Herz-Kreislauf-Erkrankungen), Orthopädie und Altersmedizin.
Die Angleichung der Löhne und die Gehälter an den öffentlichen Dienst sei angestrebt, so die BBT-Gruppe. Eine Versicherung hierfür konnten die BBT-Vertreter hierfür allerdings nicht aussprechen. Betriebsbedingte Kündigungen gebe es bis 2021 nicht. Thomas Rudoph, Geschäftsführer von Oberender und Partner, die das Markterkundungsverfahren betreut haben, lobte das „maximal zielorientierte Arbeiten des Steuerungskreises“. Projektleiter Maximilian Mai betonte: „Jeder konnte seine Interessensbekundung abgeben.“ Der Lenkungsausschusses habe sich bewährt, stimmte auch Künzelsaus‘ Bürgermeister Stefan Neumann zu, der mit in dem Gremium saß, um in sieben Sitzungen über die Frage zu entscheiden, wer Mehrheitseigner der HK wird.
Für den Standort Künzelsau gibt es bislang keine konkreten Pläne. Kreistagsmitglied Michael Bauer (CDU) weiß, dass „wir in dieser Verhandlungsposition keine Forderungen stellen können.“ Aber nach Beschäftigung mit dem 500-Seiten-Vertrag komme er zum dem Schluss: „Es ist kein gutes Angebot. Schulnote: ausreichend.“ Weiter führte er aus: „Die einzige Alternative wäre gewesen, es allein zu versuchen, aber dazu hätte es Mut bedarft. Ich persönlich hätte mir diesen Mut gewünscht, denn das finanzielle Risiko tragen nun wir.“
Er bedauerte, dass es für den Standort Künzelsau nur „vage Absichtsvermutungen“ gebe. Landrat Dr. Matthias Neth betonte indes, wie auch diverse andere Kreistagmitglieder, dass es die richtige Entscheidung gewesen sei, diesen Krankenhausstandort zu schließen und im Gegenzug die knapp 50 Millionen Fördermittel für den Neubau zu bekommen. Denn: Von anfangs 25 Interessenten sei letzten Endes nur einer übriggeblieben, der ein Angebot für die HK abgegeben habe. Alle Interessenten, einschließlich der BBT-Gruppe hätten betont, dass für sie der Standort Künzelsau nicht interessant gewesen sei. Es gab jedoch auch Interessenten, die abgesprungen sind, weil sie „die Zukunftsaussichten des Standortes Öhringen als negativ bewertet“ haben, so heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes hierzu.
// Die Zukunft der Gesundheitsversorgung im Hohenlohekreis //
Matthias Warmuth, Geschäftsführer der BBT-Gruppe betonte, dass die Medizin in Zukunft ambulanter werde. Die Einführung der Fallpauschalen von der Bundespolitik machen es kleineren Krankenhäusern schwerer, zu überleben. Daher sei ein solcher Verbund, wie nun zwischen der HK und BBT geschlossen werden, sinnvoll. Und „die, die übrigbleiben nach dieser Marktbereinigung müssen sich in der ländlichen Gesundheitsversorgung stärker engagieren, in Zusammenarbeit mit den Ärzten vor Ort.“ Auch für die (zukünftigen) Mitarbeiter sei ein solcher Verbund attraktiver, da sie etwa die Möglichkeit hätten, sich hausintern weiterzubilden. Warmuth betonte zudem die Gemeinnützigkeit ihrer BBT-Gruppe. Will heißen: „Wir haben keine Gewinnabführungsabsichten.“ Allerdings betonte er auch, dass jedes Haus für sich schwarze Zahlen schreiben müsse.
Eine schlanke Personalstruktur, kurze Entscheidungswege und eine starke Gesellschafterversammlung, die auch aus Kreistagsmitgliedern bestehe, soll es laut Thomas Weber, kaufmännischer Direktor der BBt-Gruppe, geben. Und: Entscheidungen auf Gesellschafterversammlungen müssen einstimmig getroffen werden, so stehe es im über 500 Seiten starken Vertragswerk. Eine Trennungsklausel (was geschieht im Falle einer Trennung?) gebe es hingegen nicht. Geschäftsführer Warmuth betonte jedoch, dass die BBT-Gruppe „kein Geld mitnehmen werde“, falls es soweit kommen sollte.
Landrat Dr. Matthias Neth betonte, dass es neben dem Krankenhaus nun noch zahlreiche andere Baustellen gebe, die es gelte, anzugehen, unter anderem den Pflegenotstand, die Weiterentwicklung des Rettungsdienstes, den Kampf gegen den Ärztemangel sowie die Aufrechterhaltung der Notfallversorgung, denn auch in diesem Bereich solle laut politischen Vorgaben gespart werden. Er sehe mittlerweile auch diverse Themenfelder, „wo die kommunale Ebene immer mehr unter Druck kommt“.
// Wer zahlt was?//
Der Hohenlohekreis zahlt den geplanten Neubau in Öhringen, der bis 2022 stehen soll. Zudem trägt der Kreis die bislang aufgehäuften „Altlasten“ in Form der Verluste der vergangenen Jahre. Auch die Umsetzung und Finanzierung eines neuen Gesundheitskonzepts für Künzelsau liegt in kommunaler Hand. Allerdings will die BBT-Gruppe innerhalb der nächsten fünf Monate dem Kreistag vier oder fünf mögliche Konzepte hierzu vorstellen. Künzelsaus‘ Bürgermeister Stefan Neumann betonte, dass die Umsetzung dieses Zukunftskonzeptes nicht alleine die Stadt Künzelsau tragen könne, sondern hier angewiesen sei auf Unterstützung des Landkreises.
// Die Bürgerinitiative nimmt Stellung: „Hoch spezalisiertes Krankenhaus vernichtet“ //
„Die Bürgerinitiative wird die weiteren Schritte sehr genau verfolgen und entsprechend agieren“, heißt es in einer Stellungnahme von Seiten der Bürgerinitiative (BI). Problematisch sehen sie, dass „die Kosten aus der bisherigen Aufstellung des Hohenloher Krankenhaueses zu 100 Prozent beim Kreis“ bleiben. „Dazu gehören Belastungen aus den Vorjahren, Kosten für den Weiterbetrieb in Künzelsau, Kosten für die Schließung des Standortes Künzelsau und Kosten für die Nachnutzung des Standortes Künzelsau.“ Fast schon „kreativ scheint das Voranpreschen von [Künzelsaus‘; Anmerkung der Redaktion) Bürgermeister Neumann. Man muss den Bürgern einfach Begriffe um die Ohren werfen, die sich gut anhören, aber nicht weiter ausgeführt werden – so wie die neueste Erfindung von Hr. Neumann – ein Gesundheitscampus.“ Seit Monaten verspreche Landrat Dr. Matthias Neth, konkrete Konzept für den Standort Künzelsau vorzulegen. Bislang sei jedoch nichts dahingehend geschehen, kritisiert die BI. So kommt die Initiative zu dem Schluss:
„Eines hat Landrat Dr. Neth aber ganz sicher geschafft – das Mittelzentrum Künzelsau weiter zu schwächen und ein kleines aber hoch spezialisiertes Krankenhaus mit Intensivstation, Dialyseanbindung, Kardio MRT, lokaler Schlaganfalleinheit und Fachabteilungen wie Allgemein- und Unfallchirurgie mit stationärer Schmerztherapie durch die Anästhesie, Innerer Medizin, Geriatrie und nicht zuletzt die Belegabteilungen HNO, Gynäkologie und Urologie zu vernichten.“
// Zitate //
Landrat Dr. Matthias Neth: „Der Kreistag ist seinen Aufgaben mustergültig nachgekommen, auch wenn der Druck für manche unerträglich geworden ist.“
Thomas Föhl, Kreistagsmitglied und Fraktionsvorsitzender der FWV: „Ein Landrat kann nichts dafür, dass sich das Gesundheitssystem so verändert hat.“
Thomas Dubowy, Arzt aus Krautheim (FWV): „Ich möchte auch der Bevölkerung gegenüber ehrlich sein. Bezüglich der Notfallversorgung herrschen viele Ängste. Natürlich wünscht sich jeder eine solche Versorgung vor Ort. Aber ich sage Ihnen: Das brauchen sie gar nicht. Das brauchen sie in einer Nähe von 20 Kilometern. Das ist absolut ausreichend.“
Matthias Warmuth, Geschäftsfüher der BBT-Gruppe: „Wir streben eine langfristige Partnerschaft an.“
Thomas Weber, kaufmännischer Direktor der BBT-Gruppe: „Die Aufrechterhaltung der 24-Stunden-Notfallversorgung kann man lösen, aber sie wird Geld kosten.“
Karlheinz Börkel, Kreistagsmitglied und Bürgermeister von Schöntal a.D. (CDU): „Wir haben nun einen besseren Partner gefunden.“
Ute Oettinger-Griese, Kreistagsmitglied und Unternehmerin (FDP): „Wir haben sehr schlechte Erfahrungen mit unserem alten Partner gemacht und werden daher sehr genau darauf achten, dass das funktioniert.“
Martin Tuffentsammer, Kreistagsmitglied und Bürgermeister von Forchtenberg a.D. (CDU): „Wenn der Landrat nicht so gekämpft hätte, hätten wir diesen Zuschuss nicht bekommen.“ Er könne sich für Künzelsau beispielsweise ein medizinisches Versorgungszentrum wie in Forchtenberg vorstellen.
Mitarbeiterin des Krankenhauses Künzelsau, die anonym bleiben möchte: „Wie soll das funktionieren, wenn Künzelsau geschlossen wird? Wir haben derzeit wieder so viele Patienten. Wo sollen die künftig alle hingehen?“
Video // Exotische Luxustiere – „Ich kann mit ihnen spielen wie mit einem Hund“
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// Treu, intelligent, neugierig und verspielt- der Papagei. Ein Haustier das mit einer Lebenserwartung von 100 Jahren einen Menschen überlebt. Ein Papageienliebhaber hat uns seine Luxustiere gezeigt.
Von Kindesbeinen an interessierte sich Daniel Rütter* für Papageien. Seinen ersten Wellensittich bekam er als Siebenjähriger. Der Vater spendierte ihm eine Voliere, sprich einen großen Käfig, dazu. Dann begann der Filius mit der Zucht. „Interessiert hat mich alles, was mit Großsittichen zu tun hatte“, so Daniel. Mit 14 Jahren war Schluss mit dem Hobby, denn dann waren Partymachen und Ausgehen angesagt. „Tiere brauchen Verantwortung und wenn ich aus dem Partyalter raus bin, dann möchte ich richtige Papageien“, hatte er sich schon damals vorgenommen. Vor 30 Jahren aber – in Daniels Jugend – waren Papageien fast unbezahlbar. Damals musste ein Liebhaber mindestens 5.000 Mark für einen Papageien hinblättern, da sie Wildfänge waren und keine Nachtzuchten aus Deutschland, so wie heute üblich.
Als Erwachsener hat Daniel Rütter seinen Traum wahrgemacht: In einem kleinen Holzblockhäuschen im Hohenlohekreis beherbergt er nun sieben Papageien.
Besonders gefällt Daniel das Erscheinungsbild, die satten, kombinierten Farben, von rot nach Regenbogen, von indigoblau nach orange – und die langen Federn. „Außerdem sind die Tiere sehr anhänglich und intelligent. Ich lagere die Nüsse in einem Kasten. Da haben die drei Mal beim Öffnen zugeguckt, und haben den dann aufgemacht, wie sie es wollten. Außerdem können Papageien gewisse Summen zählen, wenn man das mit ihnen trainiert.“
*Name von der Redaktion geändert. Wir bitten um Verständnis, dass der Papageienbesitzer anonym bleiben möchte.
// Den ganzen Artikel lesen Sie in der aktuellen gedruckten März-Ausgabe von GSCHWÄTZ – in allen bekannten Verkaufsstellen zu kaufen.
// Uns gibt es auch als Abo jeden Monat direkt bequem in Ihren Briefkasten. Einfach eine E-Mail an uns schicken: info@gschwaetz.de oder postalisch: GSCHWÄTZ – Das Magazin; Schwalbenstr. 5; 74653 Ingelfingen
// Fotos, Video und Text: GSCHWÄTZ/Dr. Felix Kribus
Wackelt auch Öhringen?
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Ein Kommentar von Matthias Lauterer.
Am Mittwoch, den 21. März 2018, (frühzeitige Platzbelegung könnte angeraten sein, denn der Verein Mehr Demokratie e.V. hat sich zu dem Thema Volksantrag angesagt) wird also angeblich über die Zukunft der medizinischen Versorgung des Hohenlohekreises entschieden. Eine wirkliche Entscheidung ist es wohl nicht, denn es gibt nur einen einzigen Anbieter, der noch in der Lostrommel steckt.
Und eine Abstimmung über die Zukunft der medizinischen Versorgung ist es auch nicht: Es ist genaugenommen nur eine Entscheidung über den zukünftigen Betreiber des Krankenhauses. Über das „Drumherum“ wird gar nicht entschieden, dafür bestünden immerhin „Modelle“ oder „Varianten“, die aber noch „zu konkretisieren“ seien und über ein „Konzept“ müsse noch entschieden werden.
Nichtsdestotrotz ist jetzt schon klar, daß es eine riesige Mehrheit geben wird, denn die Entscheidung ist ja ganz offensichtlich „alternativlos“. Wir und der Kandidat müssen uns da keine Sorgen machen: Am Ende wird die BBT als alleiniger Bieter den Zuschlag erhalten – wahrscheinlich zu sehr vorteilhaften Bedingungen, da Landrat Matthias Neth den vorgeblichen Verlustbringer Krankenhaus gewißlich wenigstens für die nächste Zeit erstmal vom Hals haben will.
Und man wird wohl in einer Pressemitteilung noch betonen, wie toll es doch sei, daß man einen „lokal engagierten“ Partner „gewonnen“ habe, mit dem „die Zukunft der Medizinversorgung im Hohenlohekreis gesichert“ ist.
Es bleibt die Frage offen, warum von den vielen Anbietern auf dem „Gesundheitsmarkt“ – eine „eine zweistellige Zahl an Interessenten“ folgte schließlich „der Aufforderung zur Abgabe einer Interessenbekundung“ – überhaupt nur einer übriggeblieben ist – und vor allem, warum ein zweiter Anbieter ganz kurz vor dem Ende des Verfahrens sich überraschend entschlossen hat, doch kein Gebot abzugeben.
Nun, laut Sitzungsvorlage liegen den Absagen vieler Bieter „negative Bewertungen bzgl. der Zukunftsaussichten des Standorts Öhringen“ zugrunde …
Nur gut, daß diese Haupthäuser durch die stündliche Buslinie nach Mergentheim … ach, nein, über den Stundentakt wird ja auch schon wieder nachgedacht …
Und warum erfährt man wieder nichts, was über das eigentliche Krankenhaus hinausgeht? Die Vernetzung der Fachärzte mit den stationären und ambulanten Strukturen, die heutzutage von den beiden Krankenhäusern im Hohenlohekreis in guter Qualität angeboten werden? Die notwendige Verstärkung der Rettungsdienste und Transportdienste? Dazu heißt es nur:
„Dieses Nachnutzungskonzept der BBT-Gruppe für Künzelsau zeigt fünf verschiedene Modelle oder Varianten auf, die von BBT nach Übernahme der Geschäftsanteile an HK innerhalb definierter Fristen noch weiter zu konkretisieren sind. Ein Nachnutzungskonzept für Künzelsau ist einzig kommunal zu finanzieren. Über ein entsprechendes Konzept muss der Kreistag im Laufe des Jahres 2018 entscheiden.“
Ich gehe selbstverständlich zuversichtlich davon aus, daß unser Landrat bereits für ganz kurz nach dem 21.3. eine große Informationsveranstaltung für die Bürger geplant hat, um die fünf Modelle vorzustellen und die Meinung und den konstruktiven Input der Bürger abzuholen.
Leider sind weiterhin nur inhaltsleere Worthülsen im Umlauf – jetzt ist plötzlich nicht mehr das vom Landrat so bezeichnete Medizinische Versorgungs Zentrum MVZ aktuell sondern jetzt bereichert der Künzelsauer Bürgermeister Stefan Neumann seinen Wahlkampf und unseren Wortschatz in einem Statement fürs Gschwaetz durch das wohlklingende Wort Gesundheitscampus (ich sehe gerade: das Wort ist noch so frisch, das steht noch gar nicht auf meinem Bingo-Kärtchen), ohne allerdings zu sagen, was das überhaupt sein soll und wie sich dieser von einem ebenso undefinierten MVZ unterscheiden soll.
Stefan Neumann befindet sich schon im Wahlkampfmodus – aber mit inhaltsleeren Worthülsen ist niemandem gedient und das Thema ist zu wichtig, als daß es durch noch so toll klingende Wortschöpfungen zu erschlagen wäre.
Nein – es müssen endlich Konzepte und Zahlen öffentlich kommuniziert werden und es braucht eine konstruktive Beteiligung der Betroffenen: der Bürger und vor auch von denjenigen, die heute und in Zukunft die medizinische Versorgung der Bürger gewährleisten! Ob ich das dem Bürgermeister oder dem Landrat sage oder an eine Parkuhr predige … wir werden irgendwann überrascht mit einer Versorgung, die „nachhaltig und für die Zukunft tragfähig“ ist.