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„Betty sagt schade“

// Biomüll-Kontrolle mit Rainer Mugler

// Video-Interview mit Bio-Kontrolleur

von Nadja Fischer

Mit einem kleinen Trolley, auf dem sich ein Karton befindet, läuft Rainer Mugler ganz in orange gekleidet durch die Straßen. Rainer Mugler klappt den Deckel der Biomülltonne auf, um einen Blick hineinwerfen zu können. Sofort steigt ein beißender Geruch die Nase hoch und es kommen ihm kleine Fliegen entgegen. Aus Reflex macht man einen kleinen Schritt zurück, nur einen kleinen, denn man muss noch erkennen können, was sich in der Biotonne befindet.

Wir begleiteten Rainer Mugler von der Abfallwirtschaft Hohenlohekreis am Freitag, den 27. April 2018, bei der Kontrolle der Biotonnen. Treffpunkt war um 9.30 Uhr in Schöntal-Bieringen an der Ecke Gartenstraße/Rosenweg. Wir wollten wissen: Was machen die Hohenloher bei der Befüllung der Biotonne namens Betty falsch?

Die meisten Hohenloher haben das Grundprinzip verstanden: keine Plastikfolie in die Betty. Nach einem kurzen, geschulten Blick in die Tonne fasst der 53-jährige in den Karton, der sich auf dem Trolley befindet, und zieht zwei Zettel heraus. Auf dem einem ist zu lesen „Betty sagt schade“ und auf dem anderen „Betty sagt Dankeschön“. Die Bürger sollen wissen, so Mugler, ob sie alles richtig gemacht haben. Neben dem zutreffenden Zettel hinterlässt Mugler auch ein Bündel Papier-Biomülltüten. In den Biomülltonnen, die wir gemeinsam kontrollierten, war der Müll in Zeitungspapier gehüllt. Das ist völlig in Ordnung. „Wichtig ist, dass keine normalen Plastikmülltüten benutzt werden, um die Haushaltsreste zu verpacken“, erklärt Mugler. Er erzählt fassungslos vom schlimmsten Fall, den er bei einer Kontrolle gesehen hat: „Die Tonne war von oben bis unten voll mit Plastik. Diese Sachen, die gehen nicht. Entweder schiebe ich die Tonne auf die Seite ober aber wenn ich es raus tun kann, tue ich es raus und lege es auf die Seite.“

Der Weg kreuzt sich mit dem des Müllfahrzeuges. Die gerade kontrollierte Tonne wird geleert. Der Besitzer der Tonne kommt nach der Leerung direkt nach draußen, um sie aufzuräumen. „War alles in Ordnung“, fragt er. Mugler antwortet, dass alles bestens war. „Es gibt sehr gute Gebiete. Zweiflingen war sehr gut, Mulfingen war nicht schlecht. Aber es gibt auch Gebiete, da kann es vorkommen, dass es bei jedem fünften oder sechsten Haushalt etwas zu bemängeln gibt. Es kommt dann vor, dass einzelne Straßen und Gebiete nicht gut sind. In dem Moment wo Anonymität auftaucht, wird es schwierig“, erklärt Mugler, ohne nächer darauf einzugehen, welche Gemeinden schlechter bei der Mülltrennug sind.

// Was ist erlaubt und was nicht) //

Ganz wichtig ist, dass kein Katzenstreu, kein Hundekot oder verstorbene Haustiere in der Betty landen. Obst und Gemüse ist oft in Folie verpackt. Wenn das Obst oder Gemüse vergammelt ist, muss man erst die Folie entfernen bevor es in die Betty gelangt. Auch Batterien, Steine oder Glas müssen richtig entsorgt werden und dürfen nicht in der Biotonne zu finden sein. Selbst bei Blumensträußen muss man die Bänder entfernen. Denn nur ohne Störstoffe kann hochwertiger Kompost und Erde entstehen. Mugler: „Ich denke, es rentiert, sich zu sortieren. Wir haben 60 Prozent Biomaterial, welches wir nutzen können um vernünftige Dinge herzustellen wie Strom. Aber dazu brauchen wir eine sehr gute Qualität. Der kleine Punkt: Achtsamkeit. Aber wir schaffen das.“ Denn aus dem Biomüll kann Gas gewonnen werden, was wiederum zur Erzeugung von Strom genutzt werden kann.

 

Rainer Mugler im Gespräch:

 

// Fotos und Video: GSCHWÄTZ




„Es wurden Fehler gemacht“

// Video-Interview mit Hans-Jürgen Saknus in Künzelsau und im Hotel-Restaurant Nicklass in Ingelfingen.

So rund ging es innerhalb der SPD schon lange nicht mehr – betrachtet man die vergangenen Monate, in der es die SPD in einer Achterbahnfahrt in die Regierung geschafft hat. Wir wollten vom stellvertretenden SPD-Kreisverbandsvorsitzenden des Hohenlohekreises, Hans-Jürgen Saknus, wissen: Wie sehr hat es wirklich innerhalb der Partei gekracht, über Fehler bei der Integration im Ländle, die fragwürdige Bildungs- und Gesundheitspolitik der Landesregierung. Weitere Themen: Warum Trump seiner Meinung nach ein Trampel ist, Jennifer Aniston besser als Angelina Jolie und warum Stefan Neumann Thilo Michler schlägt.

 

GSCHWÄTZ: Sie sind ja schon lange in der Politik tätig. Warum haben Sie sich für die SPD entschieden?

Saknus: Als ich Konfirmand war, hat mir unser Pfarrer gesagt, dass er SPD wählt. Das hat mich stutzig gemacht, weil ich gedacht habe, der müsste doch CDU wählen, wegen dem christlich im Namen. Aber er erklärte mir, dass es auch um Solidarität geht. Das hat sich in der kirchlichen Jugendarbeit fortgesetzt. Hier sind sehr viele mit der SPD verbandelt.

 

GSCHWÄTZ: Die SPD hat sich ja in den vergangenen Monaten bei den zähen Regierungsverhandlungen nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Wo ist eigentlich Martin Schulz abgeblieben?

Saknus: Es sind Fehler gemacht worden und die Fehler hat er auch eingestanden. Er hat zu vehement eine Nein-Politik verfolgt. Er tritt nicht in die Regierung ein. Die SPD geht sofort in die Opposition – was ja auch gut ankam, denn man war auch regierungsmüde. Aber wenn der Bundespräsident sagt, ihr müsst in Koalitionsgespräche gehen und man sich im politischen Wettbewerb aufstellt, dann kann man sich nicht verweigern.

 

GSCHWÄTZ: Also hat sich Ihrer Meinung die richtige Seite durchgesetzt – die alte Garde, die gedrängt hat, in die Regierung zu gehen, gegen die Jusos, die für eine starke Opposition geworben haben?

Saknus: Ich habe absoluten Respekt vor dem Juso-Vorsitzenden Kevin Kühnert. Er hat das toll gemacht und hat auch viele von den älteren mitgenommen, die gesagt haben: So können wir nicht weitermachen. Ein Weiter-so kann es auch für mich nicht geben, auch nicht in einer Neuauflage einer Großen Koalition – wobei beide Parteien so viel Punkte verloren haben, dass man nicht mehr von einer Großen Koalition sprechen kann.

 

GSCHWÄTZ: Eigentlich ist die SPD keine Volkspartei mehr, oder?

Saknus: Das ist die Problematik. Wir müssen uns als SPD wirklich überlegen, für wen wir stehen und für welche Ziele wir eintreten. Wir brauchen wieder eine Vision für die Zukunft und nicht das Klein-Klein im politischen Betrieb.

 

GSCHWÄTZ: Wie kann diese Vision aussehen?

Saknus: Die SPD muss deutlich Position beziehen, dass wir wieder eine Umverteilung von oben nach unten brauchen. Wir müssen einstehen für Geringverdiener, für die, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, für Familien, für Alleinerziehende. Viele leben am Existenzminimum. Diese Dinge gilt es zu ändern. Der Mindestlohn war ein erster Schritt.

 

// Haben wir ein Integrationsproblem? //

 

GSCHWÄTZ: Vor kurzem hat ein junger Asylbewerber die Scheiben des Jobcenters in Künzelsau eingeschlagen. Haben wir ein Integrationsproblem?

Saknus: Der junge Mann hat sicher ein Problem gehabt, sonst hätte er die Scheiben nicht eingeschlagen. Das ist nicht zu rechtfertigen oder kleinzureden. Aber ich vermute großen Frust dahinter. Asylverfahren dauern bei uns einfach viel zu lange, bis da die entsprechenden Entscheidungen getroffen sind. Wir sind hier ebenso unterbesetzt wie im Bereich Justiz, bei der Polizei und bei der Bundespolizei. Hinzu kommt, dass die jungen Menschen oft aus Ländern kommen, die diese Menschen nicht problemlos wieder zurücknehmen. Verhandeln Sie mal mit Libyen.

 

// Unterbesetzt bei der Polizei und in der Justiz //

 

GSCHWÄTZ: Wie schwer ist es für Neuankömmlinge, Arbeit zu finden?

Saknus: Arbeit zu finden ist nicht schwer, wenn der entsprechende Rechtsstatus geklärt ist. Wir haben aktuell in Öhringen 154 Menschen, die einen Rechtsstatus als Flüchtling oder Asylant haben. Sie haben eine Arbeitserlaubnis. Wir konnten hier auch schon gute Erfolge vorweisen. Über ein Drittel von ihnen hat Arbeit gefunden beziehungsweise ist in einer Ausbildung. Ein Drittel befindet sich in Schulungsmaßnahmen. Und der Rest teilt sich auf. Ich habe nur einen Menschen, der in einer Maßnahme beim Jobcenter ist.
Wie lange dauert es, bis entschieden wird, ob ein Flüchtling bleiben darf?
Saknus: Das Bundesamt für Migration (BAMF) möchte, dass innerhalb eines halben Jahres die Entscheidung darüber fällt – am besten noch schneller. Aber wir haben Asylbewerber, die sind schon über drei Jahre hier und wissen nicht, wie es mit ihnen weitergeht. Ich kann nachvollziehen, wenn diese Menschen Frust schieben. 18 Prozent aller Fälle bundesweit sind unbearbeitet und damit völlig offen in ihrem Ausgang.

 

// Hohenlohes Gesundheitspolitik: „Man darf die Augen nicht vor der Realität verschließen“ //

 

GSCHWÄTZ: Die BBT-Gruppe hat die Mehrheitsanteile des Hohenloher Krankenhauses (HK) bekommen. War die Entscheidung des Kreistages richtig?

Saknus: Wenn ich es richtig sehe, war es die einzige Entscheidung, die möglich war, denn es gab nur einen Anbieter. Ich finde es gut, dass es ein Träger ist, der gemeinnützig aufgestellt ist und dass sie nach Tarif zahlen wollen. Das ist auch eine unserer Forderungen. Und sie haben viel Erfahrung im Seniorenbetreuungsbereich.

 

GSCHWÄTZ: Kann es passieren, dass es dem Neubau in Öhringen wie Künzelsau ergeht und geschlossen wird, wenn er es nicht in die schwarzen Zahlen schafft?

Saknus: Durch die Schließung des Künzelsauer Standortes wird es ja künftig weniger Betten geben. Da ist man an einer kritischen Grenze, ein Krankenhaus zu führen.Man wird sehen, ob sich das Krankenhaus am Markt beweisen wird. Man darf die Augen nicht vor der Realität verschließen und muss hier schon genau hinschauen.

 

GSCHWÄTZ: Was bleibt in Künzelsau übrig von der Gesundheitsversorgung?

Saknus: Wenn ich Strukturveränderungen mache und kleine Krankenhäuser schließe – unsere Landesregierung praktiziert das ja – muss sie auch bereit sein, in neue Modelle zu investieren, etwa in ein medizinisches Versorgungszentrum, das ambulante wie auch teilstationäre Lösungen anbietet.

 

GSCHWÄTZ: Ihr Herzensanliegen auf bundespolitischer Ebene war ja eine Bürgerversicherung – eine Versicherung sowohl für private als auch gesetzlich Versicherte. Kommt die Versicherung nun?

Saknus: Das ist ein längerer Prozess. Aber wir brauchen einen Topf, denn wir können es uns nicht leisten, zwei parallele Systeme zu fahren. Wir sind das einzige Land in Europa, dass das noch so macht.

 

// Lehrermangel im Ländle //

 

GSCHWÄTZ: Immer mehr Schulen auch bei uns im Ländle verzeichnen einen Lehrermangel. Ist der Beruf zu unattraktiv geworden?

Saknus: Nein. Wir haben vielmehr ein Problem mit der Landesregierung, die nicht klar sagt, ob sie Lehrerplätze abbauen oder neue Lehrer einstellen möchte. Wir haben zu wenig Studienplätze und gleichzeitig viele Lehrer, die in Ruhestand gehen.

 

GSCHWÄTZ: Baden-Württemberg war ja mal Musterländle, was Pisa-Tests betrifft. Mittlerweile sind wir auf die vorletzten Plätze abgerutscht. Woran liegt das?

Saknus: Wir haben einen Reformstau. Vor allem die Gemeinschaftsschulen, die es seit ein paar Jahren in Baden-Württemberg gibt, werden nicht richtig unterstützt.

 

GSCHWÄTZ: Manche Schulleiter hier bei uns haben genug von den vielen Reformen in den vergangenen Jahren.
Saknus: Mit Reformen meine ich nicht, dass von oben etwas herunterverordnet wird, sondern im Gegenteil: dass die Schulen wieder mehr Freiheiten bekommen. Schulleiter bräuchten Unterstützung, es müsste mehr Sozialarbeiter an Schulen geben, aber das ist alles wieder zusammengestrichen worden.

 

Im Hotel-Restaurant Nicklass in Ingelfingen haben wir Herrn Saknus jeweils zwei Bilder vorgelegt, zwischen denen er sich entscheiden sollte.

 

GSCHWÄTZ: Fußball: VfB Stuttgart oder FC Bayern München?
Saknus: Bayern München ist ein toller Verein beziehungsweise eine tolle Mannschaft mit tollen Erfolgen, aber das Herz schlägt ganz klar im Schwabenland für den VfB. Aber ich muss gestehen, ich bin auch ein Franken-Fan. Ich bin gern beim FC Nürnberg.

GSCHWÄTZ: Haben Sie Fußball gespielt?
Saknus: Ja, in der Jugend habe ich viel gespielt und ich war auch 13 Jahre lang beim SSV Gaisbach
Jugendtrainer.

GSCHWÄTZ: Jennifer Aniston oder Angelina Jolie?
Saknus: Ich finde beide Frauen total bezaubernd. Aber vom Typ her würde ich eher Jennifer Aniston wählen.

GSCHWÄTZ: Hillary Clinton oder Angela Merkel?
Saknus: Auch wenn Hillary Clinton einer demokratischen Partei angehört, würde ich mich für Angela Merkel entscheiden. Sie ist ja eine Person, die viele SPD-Positionen gerne übernimmt (lacht).

GSCHWÄTZ: Donald Trump oder Wladimir Putin?
Saknus: Ich finde, Donald Trump ist ein Trampel. Er regiert über Twitter. Das geht gar nicht. Alles zweifelt am Bündnis mit den USA. Von daher muss ich mich für Putin entscheiden. Der macht das feiner. Wir müssen auch Lösungen finden mit Russland, mit dem Osten.

GSCHWÄTZ: Öhringens Bürgermeister Thilo Michler oder Künzelsaus‘ Bürgermeister Stefan Neumann?
Saknus: Jetzt bringen Sie mich aber in einen echten Konflikt. Thilo Michler ist mein Chef in Öhringen. Ich wohne aber in Künzelsau und bin dort auch Gemeinderat (überlegt). Da ich Jugendreferent bin, entscheide ich mich für die Jugend und nehme Stefan Neumann. Er ist ein bisschen jünger als Thilo Michler. Aber ich kann mit beiden gut.

 

// Hans-Jürgen Saknus //

Hans-Jürgen Saknus (59) ist stellvertretender SPD-Kreisverbandsvorsitzender des Hohenlohekreises. Der Wahlkünzelsauer wurde am 07. November 1956 geboren, hat nach der Realschule und einer Schreinerlehre Religions- und Gemeindepädagogik studiert, ist verheiratet und hat drei mittlerweile erwachsene Kinder. Saknus arbeitet bei der Stadt Öhringen als Jugendreferent und Integrationsbeauftragter. Während unserer Interviews präsentierte sich Saknus offen, kritisch und als jemand, der sozial Benachteiligten helfen möchte.
Video-Interview in Künzelsau und Ingelfingen Das Video-Interview mit Hans-Jürgen Saknus wurde in Künzelsau und Ingelfingen gedreht.

 

Das Interview führte Dr. Sandra Hartmann; Dreh und Schnitt: Dr. Felix Kribus;




Soll Stefan Neumann nochmal Bürgermeister der Kreisstadt werden?

Video-Umfrage von GSCHWÄTZ-Reporter Dr. Felix Kribus

Die Bürgermeisterwahl in Künzelsau naht. Stefan Neumann geht als Favorit ins Rennen, das am 03. Juni 2018 ausgetragen wird. Problemerprobt setzte sich Neumann fürs Krankenhaus ein, will Künzelsau kinder- und seniorengerechter gestalten. Der Citybus soll expandieren und prosperieren. Beim Krankenhaus, Hochwasser und Peka-Areal gehen die Meinungen über seinen Einsatz allerdings auseinander. Unter ihm lernte Künzelsau sparen und zum Beispiel dürfen Hauseigentümer deshalb jetzt mehr Grundsteuer bezahlen, nachdem die Stadt über 60 Millionen Euro an Gewerbesteuer zurückzahlen musste. Wer sich noch zur Wahl stellt, steht bei Redaktionsschluss noch in den Sternen und so lautet die aktuelle GSCHWÄTZ-Umfrage, die unser Videojournalist Felix Kribus gemacht hat, ob Stefan Neumann wieder zum Bürgermeister gewählt werden soll oder nicht.

„Ich wünsche mir, dass Stefan Neumann nochmals Bürgermeister wird, weil er ein patenter Mensch ist. Er geht auf Leute zu und hat immer ein offenes Ohr. Alles was in den letzten Jahren in Künzelsau angelegt worden ist, ist in Ordnung. Mir gefällt es hier und ich möchte nirgends woanders wohnen wie in Kü’au. Früher habe ich in Niedernhall gewohnt. Niedernhall gefällt mir auch, aber ich bin schon 45 Jahre hier.“
// Hannelore Simeonidis, Künzelsau

„Also ich kenne den Bürgermeister nicht so gut, aber ich möchte gerne einer werden. Ich melde mich.“
// Arthur Schmidt, Künzelsau

„Ich bin dafür, dass Stefan Neumann wiedergewählt wird. Ich bin überrascht, er macht viel für die Kinder, für die Jugendlichen. Für die Kleinkinder sind die Spielplätze wieder hergerichtet worden. Und von dem her finde ich es ganz toll, dass die jungen Leute wieder hergezogen werden. Er hat auch seine schlechten Seiten, aber ich lass‘ mich überraschen, wer sich noch alles aufstellen lässt. Auf jeden Fall ist das Krankenhaus Thema Nummer eins für mich, da hätte er sich mehr reinknien sollen und ein bisschen mehr dahinterstehen sollen. Für uns ist das Krankenhaus wichtig. Was damals auch zum Nachteil war: zum Hochwasser 2016 war er auch nicht ganz so aktiv. Da hätte er mehr vor Ort sein sollen.“
// Daniela Beyer, Künzelsau

„Ich habe mit ihm schon verschiedene Mal in der Bürgersprechstunde gesprochen. Stefan Neumann ist mir sehr sympathisch und deshalb will ich, dass er wiedergewählt wird. Er hat sich eingesetzt dafür, dass das Krankenhaus erhalten bleibt, obwohl es nicht viel oder nichts genützt hat.“
// Walter Ickinger, Künzelsau

„Ich finde Stefan Neumann gut. Er hat seine Sachen bis jetzt gut gemacht, zum Beispiel am alten Peka-Kaufhaus-Areal, da da jetzt wieder etwas Neues hinkommt.“
// Hilde Pfeiffer

„Meiner Meinung nach ‚ja‘, weil er für Künzelsau schon sehr viel getan hat. Es hat sich sehr viel geändert. Das Stadtbild ist moderner geworden, die Fussgängerzone. Es ist nicht schön, dass nichts getan wurde, dass das Krankenhaus bleibt. Wir haben auch sehr viele Altenheime hier und die könnten ein Krankenhaus gebrauchen.“
// Hannelore Schäffer, Künzelsau

 

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FRISCH GEDRUCKT: UNSERE MAI-AUSGABE

// Wissen sie, was sie tun? Der Abriss des asbestbelasteten Landratsamtes ist nicht ungefährlich für die Bevölkerung – Wie teuer wird das Unterfangen wirklich?

// Lehrermangel an den Schulen – Wenn der Unterricht ausfällt und Klassen zusammengelegt werden.

// Schafft es die SPD zurück zur Volkspartei? Der SPD-Politiker Hans-Jürgen Saknus spricht im Interview über Fehler, die gemacht wurden und wofür die Sozis in Zukunft kämpfen müssen

// Was lief gut, was weniger in den vergangenen acht Jahren? Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann im Interview zur Bürgermeisterwahl

// Die Landfrauen haben mehr Mitglieder als die CDU – Wie haben sie das angestellt? Im Fokus: Kocherstetten und Dörrenzimmern

// Teures Leben als Schlossherr // Landtagsabgeordneter Arnulf von Eyb öffnet für uns seine Pforten

 

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Fotos // GSCHWÄTZ; privat; adobe stock




Mit E-Autos und Schichtbussen grüner werden

// Wie sich die Hohenloher ihre Zukunft vorstellen

von Nadja Fischer

Am 20. April 2018 bekamen die Bürger des Hohenlohekreises in der Stadthalle Niedernhall die Möglichkeit, sich im Rahmen einer Bürgerversammlung in die Kreisentwicklung mit einzubringen. Seit Herbst 2016 befasst sich der Hohenlohekreis mit dem demografischen und gesellschaftlichen Wandel und möchte ein Zukunftskonzept erarbeiten, wie man Hohenlohe stark halten kann. „Man überlegt, was man für den ländlichen Raum tun kann, wie man den ländlichen Raum stark halten kann“, so Landrat Dr. Matthias Neth. „Es bringt nichts, wenn wir nur mit politischen Themen agieren und mit Beraterbüros arbeiten. Wir brauchen die, die den Alltag hier gestalten“, so Neth weiter.

Wie gestaltet man Kreisidentität, Mobilität, Bildung, Landschaft, Daseinsvorsorge, Wirtschaft, Gemeinschaft und Wohnen so, dass der Hohenlohekreis weiterhin attraktiv bleibt? In drei jeweils zwanzigminütigen Phasen bekamen die Bürger die Möglichkeit, ihre Meinung zu den einzelnen Handlungsfeldern zu äußern. Anmerkungen, Ideen und Verbesserungsvorschläge wurden angekommen. Das Ergebnis: Mobilität – das eigene Auto ist für die Hohenloher wichtig. Hier wurde auch der Wunsch nach mehr Ladesäulen für Elektroautos geäussert und auch nach Schichtbussen für ganze Gewerbegebiete. Beim Thema Tourismus kam die Frage auf, wie man Familien verstärkt in den Hohenlohekreis bringen kann. Zum Thema Wirtschaft sehen die Hohenloher eine immer größere Gefahr, dass es in Zukunft einen Mangel an Handwerkern gibt. Diesem Trend gelte es, entgegenzuwirken. Bildung – sie sollte bereits in der Grundschule anfangen und auch dort gestärkt werden. Das Ehrenamt bräuchte Unterstützung. Weitere Problemfelder: Wohnen: Oft ist im Ortskern der Denkmalschutz ein Problem, dass behoben werden sollte. Auch eine neue Kommunikationseben für die Wohnungsvermittung sollte geschaffen werden. Landschaft: Der Flächenverbrauch müsse überdacht werden und auch, wie man Landwirtschaft und Tourismus vereinen kann. Daseinsvorsorge: Die Hohenloher machen sich Gedanken über die Gesundheitsvorsorge auf dem Land, Gaststätten sterben aus. Es fehle zudem an Angeboten für Jugendliche.

Bis Ende 2018 soll der Prozess laut dem Landratsamt zur Entwicklung des Konzeptes abgeschlossen sein. Danach soll es bestenfalls an die Umsetzung gehen.

// Fotos: GSCHWÄTZ




Einbahnstraße in Ingelfingen

Die Stadtverwaltung Ingelfingen hat zusätzlich zum bereits beschlossenen Durchfahrtsverbot für den LKW-Verkehr in der Altstadt vorgesehen, eine Einbahnstraße einzuführen. Die Mariannenstraße soll von West nach Ost (Kreuzung Mühlstraße bei der Schlossapotheke / Mariannenstraße Richtung Kochertalsstraße) als Einbahnstraße umgestaltet werden, so eine Voranzeige des Amtsboten der Stadt Ingelfingen vom 20. April 2018.

Künzelsau und auch in Niedernhall haben Einbahnstraßen in ihrem Stadtkern. Vorteil: Der einspurigen Verkehr entlastet die Straße und es kommt zu weniger Verkehrsbehinderungen in der ohnehin schon schmalen Mariannenstraße. Jedoch muss man einen Umweg fahren um an das gewünschte Ziel, welches sich zum Beispiel am Ende der Einbahnstraße befindet, zu kommen. Zukünftig könnten Autofahrer nicht mehr an der Kreuzung zum Nicklass in die Mariannenstraße einbiegen, sondern müssten immer zu erst zur Apotheke fahren, um zum Beispiel zur Raiffeisenbank oder zur Sparkasse zu kommen.

Die Stadtverwaltung Ingelfingen und Herr Dr. Karajan vom planenden Ingenieurbüro möchten im Rahmen eines Informationsabends am Montag, den 14. Mai 2018, ab 18 Uhr im Schwarzen Hof in Ingelfingen, den Bürgern die Einbahnstraßenregelung näher bringen. Anregungen, konstruktive Kritik sowie Fragen sind laut der Stadtverwaltung Ingelfingen erwünscht.

// Fotos: Google Maps, GSCHWÄTZ, Pixabay




Einmal selbst das Zepter in der Hand halten // Video Rumpelstilzchen in Niedernhall & Interview mit Lea Richter

von Isabell Kähny

Rumpelstilzchen: Niedernhaller Kindertheater verzauberte

Das musikalische Märchen Rumpelstilzchen von Doris Kocur verzauberte vergangenes Wochenende sowohl Kinder als auch Erwachsene in der Niedernhaller Stadthalle. Sehr gut war die Theateraufführung der Nachwuchsschauspieler am Sonntag besucht – trotz strahlendem Sonnenschein.

Im Interview verriet die Regie führende Lea Richter, wie es sich anfühlt, als Nachwuchstalent einmal selbst das Zepter in der Hand zu halten.

Mit viel Herzblut brachte der Nachwuchs das märchenhafte Theaterstück auf die Bühne. Konnte die Müllerstochter Marie Stroh zu Gold spinnen? Mit einem zauberhaften Männchen an ihrer Seite gelang ihr dieses Kunststück im Schlaf. Die Folge: Sie heiratete den König. Gemeinsam bekamen sie einen kleinen Prinzen, den Marie Rumpelstilzchen in Zeiten der Angst versprochen hatte. Um das Baby nicht zu verlieren, setzte das Königspaar alles daran, den Namen des Männchens herauszufinden – denn dies war die Bedingung, den Prinzen behalten zu dürfen. Das war Spannung pur in der Stadthalle. Den Kindern gefiel das abwechslungsreiche Theaterstück, bei dem auch einige Schokoladen-Goldstücke ins Publikum flatterten. Und auch die Erwachsenen applaudierten kräftig.

Auf der Bühne die Nachwuchsschauspieler der Theatergruppe Niedernhall e.V.:

Rumpelstilzchen: Nico Poleschner

Marie: Helen Richter

König: Mika Schweigert

Hans: Anna Frieben

Müllerin: Jule Sturm

Soldat 1: Lena Poleschner

Soldat 2: Sarah Kraus

Freundin: Lana Durina

Katze: Ida Mettendorfer

Tanzkinder (Feen): Pia Hörmann, Mila Kraus, Pia Mettendorfer, Lisa-Marie Wurst

Regie: Lea Richter




Von Washington bis Künzelsau

In der aktuellen April-Ausgabe des Magazines Blickpunkt (Medienmagazin des Deutschen Journalisten-Verbandes Baden-Württemberg) sprach Susann Mathis unter anderem mit unserer Chefredakteurin Dr. Sandra Hartmann darüber, worauf es beim Journalismus heute ankommt.

 

Mathis schreibt: „Wenn man an Künzelsau denkt, so man es denn überhaupt tut, denkt man an weltweit operierende Unternehmen, allen voran an die Würth-Gruppe (Umsatz: 12,7 Milliarden Euro). In Künzelsau sitzen auch die Berner SE (Umsatz 1,06 Milliarden Euro), und bekannt ist auch Deutschlands erster Jeans-Hersteller Mustang; aus Künzelsau kommt auch der ESA-Astronaut Alexander Gerst. […] „Für [Künzelsau] gibt es gerade mal eine Tageszeitung, die Hohenloher Zeitung, die zur Heilbronner Stimme gehört. Die Stadt ist damit eines der vielen Ein-Zeitungsgebiete. Das will Hartmann verbessern. […] Der Anspruch lautet: Exklusive journalistische Geschichten rund ums Kocher- und Jagsttal, geschrieben von einer unabhängigen Redaktion, verpflichtet zu kritischem Hintergrund-Journalismus. Sie wollen nicht aufgrund von Pressemitteilungen oder Anlässen berichten, sondern die Themen selber suchen, und sie sind „weder ein Sprachrohr der Deutschen Presseagentur (dpa) noch ein Amtsblatt für die Politik“ […] GSCHWÄTZ möchte auch denjenigen eine Stimme geben, die ansonsten nicht gehört werden. […].“ Von den Bürgern wird das offensichtlich angenommen. Nachdem das Magazin einen kritischen Kommentar über die Schließung des örtlichen Krankenhauses veröffentlicht hat, wenden sich Bürger, aber auch Ärzte und Kreisräte mit ihren Informationen an die Redaktion.“ Hartmann ist überzeugt: „Nur ein kritischer Journalismus, der auch den Bürger zu Wort kommen lässt, der ihn genauso ernst nimmt wie jeden Politiker und nicht von einer „Oben-herab-Lupe“ berichtet, wird seine Glaubwürdigkeit nicht verlieren.“

 

// Angefangen hatte alles vor etwas mehr als einem Jahr mit der Krankenhaus-Debatte //

 

„Angefangen hatte alles mit einem kleinen Hinweis: Das Magazin hatte erfahren, dass die Feuerwehr besorgt darüber war, wie Brandopfer in der Region in Zukunft versorgt werden könnten.“ Die Feuerwehr demonstrierte für den Erhalt und wurde danach angehalten, dies künftig zu unterlassen, so berichteten es Quellen dem Magazin GSCHWÄTZ. „Vom Landrat erhalten sie daraufhin die knappe Ansage, das Verbot entspreche nicht der Wahrheit und sie sollten eine Berichtigung veröffentlichen. […] Was macht ein kleines Magazin ohne Rechtsabteilung in so einem Fall? Sie schreiben sowohl, dass der Landrat in seiner Stellungsnahme das Verbot abstreitet, als auch, dass die Quellen weiterhin zu ihrer Aussage stehen. […]“

Auch die Dezember-Ausgabe 2017 mit dem Titelthema: Armut in der Kreisstadt und in den Städten und Gemeinden im Kocher- und Jagsttal findet Erwähnung. Fazit: „Von gerade mal der Hälfte der Bürgermeister erhalten sie inhaltliche Antworten, die auch das Engagement der Gemeinden widerspiegeln.“

 

// Lokaljournalismus: nichts für Harmoniesüchtige //

 

Manche Fragen bleiben unbeantwortet von örtlichen Entscheidungsträgern. Beispielsweise, so Hartmann, „wollten und wollen wir bis heute wissen, wie teuer das Beratungsunternehmen PricewaterhouseCoopers war“, dass damals den Kreistag des Hohenlohekreises beraten hatte hinsichtlich der Zukunft des Hohenloher Krankenhauses. „Immerhin geht es um Steuergelder. Wir haben bis heute keine Auskunft erhalten.“

Hartmanns Resümee: „Ursprünglich sollte es ein leichtes, freches, buntes Magazin sein, aber mittlerweile, nach nur so kurzer Zeit, sind wir hochpolitisch.“

Das Fazit von Susann Mathis: „[…] Machen wir uns nichts vor: Im Lokaljournalismus wird harte Arbeit geleistet. Man begegnet den immer gleichen Entscheidungsträgern, jeden Tag. Auch seiner Leserschaft kann man nicht aus dem Weg gehen. Beide Aspekte des Lokaljournalismus sind nichts für Harmoniesüchtige.“

 

Fotos // Screenshot des Artikels im Blickpunkt, April 2018.

 

Original-Text // https://www.djv-bawue.de/app/download/10018806094/BP1-2018-web.pdf%3Ft%3D1522319144+&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Video: Annaweech live in Künzelsau // Konzertmitschnitt & Interview

„Warum wir auf Hohenlohisch singen? Weil Englisch zu schwer ist und Hochdeutsch nicht authentisch wäre“, verrät Annaweech-Mitglied Peter Botsch im Interview. Dr. Felix Kribus lauschte den Annaweechlern bei ihrem Konzert in Künzelsau und wollte von Botsch unter anderem wissen, warum sie sich Annaweech genannt haben.

Annaweech – das sind fünf Männer im besten Vorruhestandsalter. Die Mundartband aus Hohenlohe. Kein Bayern-Sevilla-Fussballspiel konnte 400 Zuschauer am Mittwoch, den 11. April 2018, abhalten, in der Künzelsauer Stadthalle die fünfköpfige Hohenloher Band Annaweech um Peter Botsch und Frank Winkler zu sehen. Ein Abend voller tiefgründig-oberflächlicher Verse mit Gitarrenklängen, Keyboard und Schlagzeug. Kein Auge blieb trocken beim feucht-fröhlichen Stelldichein dieser lebenserfahrenen Herren.

Lauschen Sie in unserem Video, was die Hohenloher Herren zu singen und zu sagen haben.

 

Foto // Annaweech




Was wird aus Niedernhalls Filetstück? Bürgermeister schweigt über Kaufpreis

Während die Ermittlungen noch laufen, ob alles mit rechten Dingen zugegangen ist beim Kauf des Kerl-Areals, ein Filet-Grundstück nahe der Innenstadt, das sich die Stadt Niedernhall  2015 gesichert hat, spricht der Gemeinderat in der nächsten Sitzung darüber, was damit gemacht werden soll. Die Gerüchteküche brodelt. Manche Niedernhaller spekuliereren, dass die Stadt ihren Wert steigern möchte, in dem sie ein attraktives Wohnumfeld schaffen wolle mit weiteren Einkaufsmöglichkeiten. Wiederum andere tippen darauf, dass das Areal letzten Endes weiterverkauft werde an eine Firma. Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck wiegelt auf GSCHWÄTZ-Nachfrage ab: „Es gibt noch keine konkrete Entscheidung, welche Bebauung für das Kerl-Areal vorgesehen ist. Allerdings hat der Gemeinderat in einer Sitzung im Jahr 2017 entschieden, dass keine Wohnbebauung erfolgt.“ In der kommenden Sitzung am Montag, den 16. April 2018, werde der Gemeinderat über die Erschließung des Areals entscheiden. Der nicht-öffentliche Teil der Sitzung beginnt um 17.30 Uhr, der öffentliche Teil um 19 Uhr.

// Wo genau befindet sich das Kerl-Areal? //

Mit dem so genannten Kerl-Areal ist das Grundstück gemeint, das bis vor kurzem noch der Sägewerks-Firma Kerl Laubhölzer gehört hat. Das Areal grenzt an die Drogerie Rossmann an und erstreckt sich bis zur katholischen Kirche nahe der Kocherbrücke. Es liegt direkt an der Kochertalstraße am Ortseingang von Niedernhall, von Ingelfingen kommend auf der rechten Seite. Auf die Frage, wieviel die Stadt für das Grundstück bezahlt hat, sagt Achim Beck: „Bei den Kosten handelt es sich um eine Grundstücksangelegenheit, die ich vertraulich behandle.“

// Warum ermittelt die Staatsanwaltschaft? //

Der stellvertretende Bürgermeister von Niedernhall, Klaus Richter, wirft dem Gemeinderat und dem Bürgermeister unter anderem vor, Dinge in nichtöffentlichen Sitzungen beschlossen zu haben, die eigentlich in öffentlichen Sitzungen behandelt hätten werden müssen. Konkret geht es um das Kerl-Areal des Betriebes Kerl Laubhölzer in Niedernhall, das die Stadt gekauft hat. Klaus Richter hat gegen Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck sowie gegen den gesamten Gemeinderat geklagt. Achim Beck teilte auf Anfrage in einer Stellungnahme gegenüber GSCHWÄTZ mit: Am 27. November 2017 sei „eine Strafanzeige wegen Verdachts der Untreue im Zusammenhang mit der Sache „Kerl-Areal“ bei der Generalstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Stuttgart gegen mich – Achim Beck – als Bürgermeister eingereicht“ worden. „Dies wurde mir in einem Gespräch am 21. Februar 2018 durch die Kriminalpolizei Künzelsau mitgeteilt.“ Der Gemeinderat sei umgehend per E-Mail über diese Vorwürfe informiert worden. Weiter sagte Beck: „Die Generalstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen in Stuttgart ist jedoch nicht zuständig und hat das Verfahren beziehungsweise die Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft Heilbronn/Schwäbisch Hall weitergegeben. Daher ist die Kriminalpolizei Künzelsau für die Ermittlung in dieser Sache und Vernehmung von mir zuständig. Die Kriminalpolizei Künzelsau stellt die weitere Ermittlung/Vernehmung bis zur Entscheidung über die derzeit beim Verwaltungsgericht Stuttgart laufende Feststellungsklage zurück. Danach wird die Staatsanwaltschaft über die Strafanzeige befinden. Bitte beachten Sie, dass ich je nach Ausgang der Strafanzeige meine persönlichen Konsequenzen aus dem Verfahren ziehen werde. Anfragen zur Strafanzeige werden von mir vor der Vernehmung nicht beantwortet.“