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Annaweech im Sonnenhof

Im Rahmen des 50-jähriges Jubiläum des Sonnenhofes tritt am Mittwoch, den 17. Oktober 2018, ab 19.40 Uhr, die Hohenloher Mundart-Band Annaweech mit ihrem aktuellen Programm in der Arche im Sonnenhof auf.

Im Vorverkauf kosten die Karten 12 Euro und sind bei der Buchhandlung Osiander in Schwäbisch Hall und im Sonnenhof.




Jetzt Dorfhelfer werden und Familien in Notsituationen unterstützen

Die Akademie für Landbau und Hauswirtschaft in Kupferzell bietet einen berufsbegleitenden Kurs zum staatlich geprüften Dorfhelfer an. Für den ab November 2018 geplanten Kurs sind noch Plätze frei. Der Lehrgang wird einmal monatlich als einwöchiger Unterrichtsblock durchgeführt. Insgesamt erstreckt sich das Bildungsangebot auf 20 Wochen in zwei Jahren. Eine erfolgreich abgelegte Prüfung führt zur Berufsbezeichnung als staatlich geprüfter und anerkannter Dorfhelfer.

Was machen Dorfhelfer?

Wenn eine Familie in eine Notsituation gerät, da beispielsweise die Mutter aus irgendeinem Grund ausfällt, treten sie auf den Plan: Dorfhelfer betreuen in einem solchen Fall unter anderem die Kinder, stellen sich flexibel auf einen fremden Haushalt ein und organisieren diesen. Um dem wachsenden Bedarf an Einsatzkräften in privaten Notsituationen gerecht zu werden, bietet die Akademie Kupferzell berufsbegleitende Kurse an.

Welche Vorerfahrungen sind von Vorteil?

Von Vorteil sind mehrjährige Erfahrungen im eigenen Haushalt. Optimalerweise sind Interessenten bereits von Beruf Hauswirtschafter. Dann sind Sie genau richtig in der Vorbereitungsklasse „Dorfhelfer/-in“, die am Schulstandort der Akademie Kupferzell angeboten wird. Das Kursangebot richtet sich an Familienfrauen oder -männer, die berufsbegleitend einen qualifizierten Berufsabschluss anstreben.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises vom 12. Oktober 2018

Foto: adobe stock

 

Weitere Auskünfte erteilt Gabriele Großkinsky, Fachbereichsleiterin an der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft in Kupferzell, unter der Telefonnummer  07944 9173-11 oder per E-Mail unter gabriele.grosskinsky@akademie-kupferzell.de.

 

 

Das bisschen Haushalt…ist ein weit verbreitetes Vorurteil. Auch den Haushalt führen will gelernt sein. Foto: adobe stock

 

 

 

 

 

 

 




Heilbronn: Mann bringt Partnerin und dann sich selbst um

Wie die Ermittlungen im Fall der am Mittwochnachmittag, den 10. Oktober, in einem Mehrfamilienhaus in Heilbronn entdeckten Leichen inzwischen ergaben, handelt es sich bei der Tat um einen so genannten erweiterten Suizid. Staatsanwaltschaft und Polizei gehen derzeit davon aus, dass ein 47-Jähriger seine gleichaltrige Lebensgefährtin vermutlich in der Nacht zum Mittwoch erwürgt hat. Anschließend verübte er mithilfe von Rasierklingen Suizid. Der Grund der Tat scheint die von der Frau angedachte Trennung zu sein. Beide Personen haben die polnische Staatsangehörigkeit. Hinweise für eine Beteiligung weiterer Personen ergaben sich bislang nicht.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Heilbronn und des Polizeipräsidiums Heilbronn

Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

 

 




Erster Advent am Schloß in Künzelsau

Am Mittwoch, den 5. Dezember 2018, 19 Uhr, wird der Künzelsauer „Advent am Schloß“ von Bürgermeister Stefan Neumann auf dem Schloßplatz beim Hotel-Restaurant Anne-Sophie eröffnet. An fünf Tagen, bis in das zweite Adventswochenende hinein, wird die Vorweihnachtszeit gefeiert.

In den vergangenen drei Jahren wurde in Künzelsau die Waldweihnacht vom ersten bis zum zweiten Adventswochenende gefeiert. Das Veranstaltungskonzept, unter der Woche zum After-Work mit Glühwein undweihnachtlichen Speisen einzuladen, kam laut der Stadtverwaltung gut an. Für dieses Jahr hat die Stadtverwaltung Künzelsau das bisherige Konzept überarbeitet und das Ergebnis sind ein Ortswechsel auf den Schloßplatz und den Innenhof des Schloßgymnasiums, eine Verkürzung der Marktzeit und ein deutlicher Ausbau des Kunsthandwerkermarktes am Wochenende mit zahlreichen Kunsthandwerkern.

Ausbau des Kunsthandwerkermarktes und After-Work

Gemeinsam mit den Standbetreibern ist es gelungen, das Konzept weiter auszubauen und in verschiedenen Bereichen zu erneuern. Am zweiten Adventswochenende wird es einen großen Kunsthandwerkermarkt geben, der auf dem Vorhof des Schloßgymnasiums seinen Platz findet. Dieser findet am Samstag, 8. Dezember 2018, und Sonntag, 9. Dezember 2018, jeweils von 11 Uhr statt. Es haben sich laut der Stadt zahlreiche Kunsthandwerker mit unterschiedlichen Angeboten an selbstgemachten, kreativen und weihnachtlichen Produkten angemeldet. An den drei Tagen unter der Woche wird täglich ab 16 Uhr im After Work-Charakter auf dem Schloßplatz gefeiert. „Die Standbetreiber sind erneut aufgefordert, ihrem Ideenreichtum freien Lauf zu lassen und kreative Weihnachtsgetränke und -speisen anzubieten“, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt. „Die Rückmeldungen lassen erkennen, dass sich die Besucher auf jede Menge weihnachtliche Köstlichkeiten freuen dürfen.“

Täglich wechselndes Bühnenprogramm

Täglich gibt es ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm, gestaltet unter anderem von Kindergärten, Chören und Bands.
Ergänzend dazu werden am zweiten Adventswochenende Aktionen für die Kleinen angeboten. auch die Künzelsauer Einzelhändler sind wieder dabei: Die Werbegemeinschaft veranstaltet am Freitag, den 7. Dezember 2018, ihr traditionelles Christmas-Shopping in der Innenstadt. An diesem Tag haben teilnehmende Geschäfte bis 21 Uhr geöffnet.

Öffnungszeiten:

Mittwoch, 5. Dezember2018, und Donnerstag, 6. Dezember 2018: 16 Uhr bis 21 Uhr

Freitag, 7. Dezember: 16 Uhr bis 22 Uhr

Samstag, 8. Dezember: 11 Uhr bis 22 Uhr

Sonntag, 9. Dezember: 11 Uhr bis 21 Uhr

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau




Falsche Polizistin sorgt in Schöntal, Niedernhall, Dörzbach und Öhringen für Verwirrung

Anrufe einer angeblichen Polizeibeamtin wurden der richtigen Polizei aus Schöntal, Niedernhall, Dörzbach und Öhringen gemeldet. Von Dienstagnachmittag, den 09. Oktober 2018, bis Mittwochmittag, den 10. Oktober 2018, gingen dort Anrufe einer Frau ein, die sich als Polizeibeamtin der Polizei Hohenlohe ausgab. Angeblich seien Einbrecher festgenommen worden, bei denen ein Notizbüchlein mit der Adresse der angerufenen Person aufgefunden wurde. Die Frau versuchte, Informationen über Wertsachen und Geldbeträge zu erlangen. Zu einem schädigenden Ereignis kam es nicht. Um sich vor der Betrugsmasche „falscher Polizeibeamten“ zu schützen, weisen das LKA Baden-Württemberg und das Polizeipräsidium Heilbronn auf folgende Dinge hin:

1. Die Polizei ruft niemals unter dem Polizeinotruf 110 an.

2. Nicht unter Druck setzen lassen

3. Einfach auflegen

4. keine Herausgabe von persönlichen Daten, Bargeld, Schmuck oder Wertgegenstände. Mit Fremden nicht über persönliche und finanzielle Verhältnisse sprechen

5. 110 wählen und Polizei verständigen. Achtung: Nicht die Rückruftaste betätigen, da man ansonsten wieder bei den Tätern landet.

Mehr Informationen: www.polizei-beratung.de




Heilbronn: Durch Arbeitgeberin zwei Leichen gefunden

// neue Erkenntnisse

Nachdem am Mittwochnachmittag, den 10. Oktober 2018, in Heilbronn zwei Leichen gefunden wurden, haben die Staatsanwaltschaft und die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen. Die beiden Toten wurden gefunden, nachdem die Arbeitgeberin eines 47-Jährigen ihren Mitarbeiter als vermisst gemeldet hatte. Die Polizei beauftragte die Berufsfeuerwehr Heilbronn, die Tür zur Wohnung des Mannes zu öffnen, da auf das Klingeln niemand öffnete. In der Wohnung lagen die beiden Leichen. Nach den ersten Ermittlungen wird davon ausgegangen, dass es sich um den 47-Jährigen und seine gleichaltrige Lebensgefährtin und Mitbewohnerin handelt. Die Todesumstände werden derzeit noch untersucht. Die genauen Todesursachen sollen durch eine Obduktion geklärt werden.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Heilbronn und des Polizeipräsidiums Heilbronn vom 11.12.2018

Foto: GSCHWÄTZ/Archiv




Marionetten-Festival in Hohebuch

Der Verein KunstForum Marionette unter der Leitung von Marlene Gmelin und Detlef Schmelz aus Ingelfingen-Hermuthausen veranstaltet zum sechsten Mal das PendelMarionettenFestival
in Waldenburg-Hohebuch. Von Freitag, den 02. November 2018, ab 15 Uhr, bis Sonntag, den 04. November 2018, führen verschiedene Marionettentheater unterschiedliche Stücke auf. Gmelin und Schmelz präsentieren mit ihren selbst gemachten Marionetten unter anderem das Stück „Peter und der Wolf“. Das Marionettentheater Zauberfaden von Christel Albrecht und Ursula Doll aus Lautenbach spielt das Kinderstück „Die mutigen Freunde“ (ab vier Jahre). Los geht es am Freitag um 15 Uhr mit einer Taschenlampenführung im Gewölbekeller in Hohebuch, in dem allerlei
seltsame Wesen leben.

Kartenreservierungen unter www.pendelmarionetten.de
Es wird kein Eintritt verlangt. Aber nach den Vorstellungen bitten, so die Veranstalter, „notleidende Marionetten um milde Gaben. Es gibt eine Wechselstube, in der freundliche Klappmaulfiguren größere Scheine in Kleingeld wechseln.“

6. Pendel MarionettenFestival in Waldenburg-Hohebuch.
Flyer: KunstForm Marionette e.V.

Programm des 6. Pendel Marionetten Festival.
Flyer: KunstForm Marionette e.V.

Programm des 6. Pendel Marionetten Festival.
Flyer: KunstForm Marionette e.V.

Programm des 6. Pendel Marionetten Festival.
Flyer: KunstForm Marionette e.V.




Spiel mit mir

Wenn Computerfans aufeinander treffen – Zu Besuch auf einer LAN-Party in Forchtenberg

Es ist der Mensch nicht gern allein. Neben Tupperpartys für Frauen gibt’s heute LAN-Partys. Das heißt: Vorwiegend junge und auch jung gebliebene Männer schleppen ihren PC in eine größere Halle, verbinden ihn mit anderen Rechnern und spielen miteinander zum Beispiel Trackmania: ein Computerspiel, in dem man einen Rennwagen in rasender Geschwindigkeit über die virtuelle Piste jagt. Was den Teilnehmern wichtig ist: nicht alleine zuhause vorm PC sitzen. Im beschaulichen Forchtenberg fand vom 05. bis 07. Oktober 2018 zum vierten Mal in Folge statt. Der Kulturclub Fokus hatte zur LAN-Party geladen und etwa 60 Spielfreudige haben sich zwei Tage und zwei Nächte um die Ohren geschlagen. Gute Auffassungsgabe und kurze Reaktionszeit sind bei den Spielern gefragt. Darüber hinaus hat Videoreporter Dr. Felix Kribus versucht, ihr Spielerherz zu ergründen und ihnen gleichzeitig auf die Finger beziehungsweise auf die Tastatur und die Maus zu schauen.

4. Kultur-LAN-Party in der alten Turnhalle in Forchtenberg. Foto: GSCHWÄTZ

LAN-Party

LAN steht laut dem KulturLAN-Veranstalter, Sebastian Zürn, für ,local area network‘: „Das heißt, man baut in einem Raum oder einer Halle in Netzwerk auf. Jeder Gast bringt seinen eigenen Computer von zu Hause mit und dann wird miteinander gespielt.“

Sebastian Zürn, Veranstalter von KulturLAN, erklärt, was eigentlich LAN bedeutet. Foto: GSCHWÄTZ

Gespielt werden Rennspiele ebenso wie Fussballspiele oder Rollenspiele. Foto: GSCHWÄTZ

4. Kultur-LAN-Party in der alten Turnhalle in Forchtenberg. Foto: GSCHWÄTZ

Waseem Agha, Veranstalter der KulturLAN, ist zufrieden. Foto: GSCHWÄTZ

Christian aus Backnang lobt die gute Atmosphäre bei der KulturLAN. Foto: GSCHWÄTZ




Die kleinste Bücherei im Jagsttal

Geht man lieber in den Buchladen und kauft sich ein Buch oder geht man in die Bücherei und leiht es sich? Liest man überhaupt noch?

Wenn man ein Buch lesen möchte, kauft man sich eines. Klassisch im Buchladen oder online mit der Option eines E-Books. Aber die Tatsache, dass man sich ein Buch in einer Bücherei leihen kann, scheinen einige zu vergessen oder zu verdrängen. Gut, in vielen Büchereien muss man Anträge ausfüllen, einen Jahresbeitrag zahlen und hat auch noch eine Karte mehr im Portemonnaie, weil man einen Büchereiausweis braucht. Schafft man es nicht innerhalb der Leihfrist das Buch fertig zu lesen oder vergisst es gar abzugeben, gibt es Strafzahlungen.

Anstatt eines Computers gibt es in der Bibliothek Zettelkästen.
Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

Nicht in Hohebach. Im Kirchturm in Hohebach befindet sich eine kleine Bücherei. Auf charmante Weise scheint dort die Zeit stillzustehen. Der Eingang befindet sich auf der Rückseite der Kirche beim Kirchturm. Jeden Samstag von 13.30 Uhr bis 14.30 Uhr steht die schwere Türe zum Kirchturm offen und somit weiß man, dass Frau Elisabeth Häfele da ist und die Bücherei geöffnet hat. Man geht über die Wendeltreppe ein Stockwerk nach oben und tritt in einen Raum voller Bücher. Um es genau zu nehmen, in einen Raum mit 2.701 Büchern.

Auch regionale Autoren kann man in der Bücherei finden

Die 93-jährige Elisabeth Häfele hat zwar nicht jedes Buch gelesen, aber sie findet für jeden das passende Buch. Von Joanne K. Rowling, Ken Follett, Charlotte Link bis hin zu Karl May, Astrid Lindgren, Cornelia Funke und J. R. R. Tolkien sind fast alle  bekannten Autoren vertreten.

Auch regionale Autoren wie Gertrud Zelinsky und Ulrike Schweikert kann man finden. Elisabeth Häfele ergänzt: „Da dies eine kirchliche Bücherei ist, gibt es hier natürlich auch kirchliche Bücher.“

Die Auswahl ist bunt gemischt und reicht von Bestsellern bis hin zu Nischenthemen.
Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

Einige Schüler kommen, wenn sie Lektüre für Referate benötigen und nutzen die kirchliche Literatur. Kinder besuchen die Bibliothek und durchstöbern die Kinderbuch-Ecke. Jedoch bei weitem nicht mehr so viele wie früher. „Viele haben das Interesse an Büchern verloren“, stellt Elisabeth Häfele fest.

Einen Computer oder Anmeldeformulare sucht man hier vergebens. In Hohebach funktioniert das Prinzip mit dem Zettelkasten noch gut. Die 92-jährige erklärt: „Wenn man sich ein Buch ausleiht, wird der Name und die Anschrift notiert. Wenn man mit lesen fertig ist, bringt man das Buch zurück.“ In der Bücherei in Hohebach gibt es keine Leihfrist oder Mahngebühren und es funktioniert.

Man muss sich nicht unbedingt ein Buch leihen, auch das Stöbern kann Spaß machen. Und siehe da. Für jeden Geschmack scheint etwas dabei zu sein.

Erschienen in unserem Print-Magazin Ausgabe 16 / Februar 2018

 




Besuch in einer Joghurtmanufaktur in Marlach

Es ist ein warmer Frühlingstag, als ich auf dem Hof von Familie Reuther in Marlach ankomme. Ich sehe mich erst einmal etwas um, werde dabei neugierig aus großen Augen beobachtet und mit einem lauten „Muuuhhh“ begrüßt. Die vierbeinigen Kolleginnen liefern die Grundlage für das Milchhandwerk Marlach. Aus der Rohmilch vom Hof ihres Bruders Bernd Reuther macht Karin Reuther-Gruschka Joghurt in zahlreichen Sorten, die ausschließlich über den Hofladen und regional vertrieben werden.

 

Über 20 Joghurtsorten

Von der Idee bis zum ersten Becher Joghurt vergingen gut fünf Jahre. Die Idee selbst keimte in Karin Reuther-Gruschka auf, als ihr Bruder 2009 den neuen Aussiedlerhof am Ginsbacher Weg in Marlach baute. Unter Freunden und Bekannten wurde sie wegen ihres Traumes oft belächelt, nicht zuletzt da sie und ihr Mann beide aus der Textilbranche stammen. Doch sie ließ sich nicht abbringen und arbeitete kontinuierlich an der Realisierung ihrer kleinen Hofmolkerei. Neben dem Bau erfolgten zahlreiche Aus- und Weiterbildungen in Molkereifachschulen in Kempten, Wangen und Triesdorf, bis sie schließlich im November 2014 den Betrieb im neuen Gebäude aufnehmen konnte. Nach inzwischen rund zweieinhalb Jahren bietet sie unter dem Namen „mhm… milch. handwerk. marlach.“ bereits über 20 Joghurtsorten an. Zudem gibt es in dem kleinen Selbstbedienungsladen Molkedrinks, Blütenhonig von Marlacher Bienen und frische Rohmilch, die sich die Kunden aus dem Milchautomaten zapfen.

Der Joghurt trägt die Namen von Kühen.
Foto: GSCHWÄTZ/Cwik

Vollzeit im Milchhandwerk und pro Woche mehrere hundert Liter Joghurt herstellen.

Nachdem Frau Reuther-Gruschka die Hofmolkerei anfangs nebenberuflich betrieb, musste sie ihren ursprünglichen Job aufgrund der schnell steigenden Nachfrage bald darauf auf 50 Prozent reduzieren. Mittlerweile arbeitet sie Vollzeit im Milchhandwerk und stellt zweimal pro Woche jeweils rund 300 Liter Joghurt aus frischer Rohmilch her. Diese Rohmilch wird direkt vom Hof ihres Bruders in den Pasteur gepumpt, in dem sie etwa 20 Minuten lang auf 85 Grad erhitzt und damit pasteurisiert wird. Im Anschluss kühlt der Pasteur die Milch auf 42 Grad ab und sie fügt die Joghurtkulturen hinzu. Bei dieser Temperatur ruht die Milch dann über Nacht für etwa neun bis zehn Stunden und es entsteht Joghurt. Da Frau Reuther-Gruschka ihren Joghurt gerne etwas säuerlicher mag, achtet sie am Morgen darauf, dass der ph-Wert dementsprechend maximal 4,5 erreicht.

Herstellung des Joghurts ohne Zusatz von Zucker.
Foto: privat

Die Reuthers stellen nach eigener Angabe Produkte mit Charakter her.

Den Joghurt gibt es in zwei verschiedenen Grundvarianten: der normalen, etwas flüssigeren und der abgetropften, die in der Konsistenz etwas an Quark erinnert. Für die abgetropfte Variante wird vom fertigen Joghurt ein Teil abgeschöpft und auf ein dünnes Vlies gegeben. So tropft die Molke aus dem Joghurt und das fertige Produkt erhält eine festere Konsistenz. Aus der Molke werden im Anschluss Molkedrinks hergestellt. Der abgetropfte Joghurt wird auf einem Fruchtspiegel in einen Becher abgefüllt und der normale Joghurt als Naturjoghurt oder vermischt mit einer Fruchtzubereitung als Fruchtjoghurt abgefüllt. Die Reuthers stellen nach eigener Angabe Produkte mit Charakter her. Daher tragen die Joghurts die Namen der Kühe und heißen beispielsweise Violetta (Vanille), Hanna (Himbeere), Edda (Erdbeere) oder Maja (Pfirsich-Maracuja).

 

„Unsere Kunden ist Regionalität wichtiger als bio.“

Bis auf die Fruchtzubereitungen kommen alle Zutaten beim Milchhandwerk aus der Region und das Futter für die Milchkühe ist frei von Gentechnik. Auf die Nachfrage, ob bio ein Thema wäre, sagt Frau Reuther-Gruschka: „Unsere Kunden ist Regionalität wichtiger als bio.“ Doch was unterscheidet den Joghurt der Hofmolkerei vom industriell hergestellten Joghurt? In der industriellen Produktion wird der Milch zuerst Fett entzogen und anschließend im gewünschten Maß wieder zugeführt. Die Milch wird neben dem Pasteurisieren homogenisiert. Das bedeutet vereinfacht dargestellt, dass die Fettmoleküle unter großem Druck in winzig kleine Partikel zerteilt werden. Dadurch setzt sich in der Milch beziehungsweise im späteren Joghurt keine Rahmschicht am oberen Rand ab. Auf den Zusatz von Milchpulver, Zucker oder Verdickungsmitteln wird darüber hinaus verzichtet. Zucker ist lediglich in den Fruchtzubereitungen enthalten. Für Ungeduldige liegen im Hofladen Löffel bereit. Die Kunden legen den entsprechenden Betrag in die Kasse. Das funktioniert super. „Joghurtesser sind ehrliche Menschen“, sagt Sven Gruschka lachend.

Text: Nadine Cwik

Erschienen in unserem Print-Magazin Ausgabe 09 / Juli 2017