1

Saustall beim Amtsgericht

Am Freitag und Samstag, den 02. November und 03. November 2018, und am Samstag, den 10. November 2018, führt der Neienstoaner Theaterverein Schlussapplaus e.V. in der Stadthalle Neuenstein einen Drei-Akter auf. Das Stück heißt „Saustall beim Amtsgericht“ und ist eine Gerichts-Komödie von Jochen Wiltschko.

Flyer der Theateraufführung Saustall beim Amtsgericht.
Foto: Neienstoaner Theaterverein Schlussapplaus e.V.

Karten gibt es bei Meckert Schreibwaren in Neuenstein, per Mail an info@schlussapplaus.de oder per Telefon unter 07942 / 940925 ab 19 Uhr.

Eintrittspreis: 12 Euro




Putzfrau überrascht Einbrecher im Schlossgymnasium

Während eines Einbruchs in die Turnhalle des Schlossgymnasiums in Künzelsau wurde der derzeit noch unbekannte Täter von einer eintreffenden Reinigungskraft gestört und flüchtete. Auf bislang unbekannte Art und Weise verschaffte sich ein circa 55 Jahre alter Mann, circa 160 Zentimeter groß, bekleidet mit schwarz-grauer Wollmütze und einer dunklen Jacke, am Montagabend, den 22. Oktober 2018, gegen 23.15 Uhr, Zutritt zur Turnhalle.

Im Inneren schlug der Mann mit einem mitgebrachten Geißfuß die Scheibe zur Cafeteria ein und betrat diese. Nachdem die Reinigungsdame eintraf flüchtete der Tatverdächtige durch eine Tür nach draußen. Der entstandene Sachschaden wird auf 1.000 Euro geschätzt. Entwendet wurde vermutlich nichts.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Zeugen gesucht: Unfall mit Traktor und Kind

In Pfedelbach-Windischenbach ereignete sich am Sonntag, den 21. Oktober 2018, gegen 15 Uhr, an der Kreuzung Meisenstraße/ Bachstraße / Hoffeldstraße ein Unfall mit einem 8-jährigen Fahrradfahrer und einem 60-jährigen Traktorlenker.

Nach ersten Ermittlungen stand der Traktor mit Anhänger im Bereich der genannten Kreuzung um auf den Durchgangsverkehr zu achten. Der 8-jährige Junge fuhr von rechts seitlich an das Traktorgespann heran und kollidierte mit dem stehenden Anhänger. Der Junge kam zu Fall und erleidet schwere innere Verletzungen. Der 8-jährige wurde mit einem Rettungshubschrauber in ein Klinikum geflogen. Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurde ein Gutachter zur weiteren Klärung eingeschaltet. Die Ermittlungen in dieser Sache dauern an.

Zeugen werden gebeten sich beim Polizeirevier Öhringen unter 07941/9300 zu melden.

Quelle: Pressemitteilung Polizeipräsidium Heilbronn




Öl-Engpass: Auch Gaisbacher Tankstelle ging der Sprit aus

Am Freitag, den 19. Oktober 2018, konnte man an der AVIA Tankstelle in Gaisbach nur noch Super Plus tanken. Alle anderen Sprit-Sorten waren leer. An den Zapfsäulen hing ein Zettel „Sehr geehrte Kunden, aufgrund der aktuellen Versorgungslage (Niedrigwasser auf den Flüssen) sind wir aktuell mit einigen Sorten leer gelaufen! Wir danken für ihr Verständnis. Ihr AVIA-Team“

GSCHWÄTZ hat bei Ralf Röser, dem Stationsleiter der Gaisbacher AVIA Tankstelle, nachgefragt, wie die aktuelle Lage ist. Röser: „Heute Nacht kam wieder eine Lieferung. Wir haben von Tessol AVIA ein Schreiben bekommen, dass momentan ein Versorgungsengpass herrscht. Denn aufgrund der Niedrigstände der Flüsse können die Tanker weniger laden oder überhaupt nicht fahren.“

Versorgungsengpass an der Tankstelle.
Foto: privat

Die Gaisbacher AVIA Tankstelle hatte vorübergehend nicht mehr alle Sprit-Sorten.
Foto: GSCHWÄTZ

Viele Sprit-Sorten waren leer.
Foto: GSCHWÄTZ

Wie sieht es bei den anderen Tankstellen in Hohenlohe aus?

Die BAGeno Tankstelle in Ingelfingen war am Montag Abend, den 22. Oktober 2018, gesperrt. Dies war aber einem technischen Fehler zuzuschreiben, so Frau Schulz von der BAGeno Tankstelle in Ingelfingen.

GSCHWÄTZ fragt weiter nach und rief Ursula Heyer, die Pächterin der ARAL Tankstelle in der Mergentheimer Str. 2/1 in Künzelsau an. Sie erklärte uns gegenüber: „Auch uns kann es passieren, dass der Sprit leer geht. Ein Zähler meldet automatisch, dass wir beliefert werden müssen. Wir können nicht eigenständig Sprit bestellen, somit ist es nie die Schuld des Pächters wenn der Sprit leer geht.“ Heißt: Wenn dem Lieferanten ARAL der Sprit ausgehen sollte, kann auch nichts geliefert werden.

Josef Grünberger, Marketing-Leiter der Deutschen AVIA Mineralöl GmbH, antwortete auf GSCHWÄTZ-Nachfrage wie es bei den anderen AVIA-Tankstellen im Hohenlohekreis aussieht.

Er erklärt, dass die Situation am Kraftstoffmarkt hinsichtlich der Verfügbarkeit von Kraftstoffen für die Betreiber von Tankstellennetzen herausfordernd sei. Jedoch soll sich diese Marktsituation regional und in Einzelfällen auch auf die Anlieferung von Kraftstoffen auswirken. „Im Fall der AVIA-Tankstelle Künzelsau-Gaisbach führte dies dazu, dass bestimmte Kraftstoffprodukte jüngst mehrfach kurzzeitig nicht verfügbar waren. Dieser Umstand konnte nach unserem Kenntnisstand zügig abgestellt werden und trifft auch aktuell nicht zu. Darüberhinausgehende Engpässe lassen unsere Planungen derzeit weder für den Standort Künzelsau-Gaisbach noch für Künzelsau, Kupferzell und Niedernhall erkennen, können durch unsere Mitgliedsfirma aufgrund anhaltend logistischer Herausforderungen in der Region aber auch nicht ausgeschlossen werden.“

Öl-Engpass deutschlandweit

Die Tankstelle in Gaisbach ist nicht die einzige Tankstelle, die nicht mehr beliefert werden konnte. Deutschland laufen Tankstellen trocken. Aber nicht nur Öl kommt nicht mehr bei uns an, sondern auch andere Güter wie Lebensmittel wie Kleidung, weil die Schiffe nicht mehr voll beladen werden können, meldete Radio Regenbogen am Sonntag, den 21. Oktober 2018.




Krautheimer Herbstmesse

Von Freitag, den 19. Oktober 2018, bis Montag, den 22 Oktober 2018 findet in Krautheim das 71. Jagsttaler Volksfest statt. Die Herbstmesse mit Vergnügungspark, Krämermarkt und Bierzelt hat auch dieses Jahr wieder einen Gebrauchtbüchermarkt.

Der Bieranstich am Freitag ist um 19.45 Uhr. Ab 20 Uhr spielt die Kapelle Zefix.

Am  Samstag beginnt um 12 Uhr der Gebrauchtbüchermarkt, um 13 Uhr öffnet der Krämermarkt und ab 20 Uhr sorgt die Band Ganoven im Zelt für Musik.

Der Krämermarkt öffnet am Sonntag bereits um 10 Uhr und ab 11 Uhr beginnt der Volksfest- und Festzeltbetrieb. Die Blaskapelle Gommersdorf und die Stadtkapelle Krautheim sorgen für Unterhaltung.

Am Montag unterhält die Winzerkapelle Klepsau die Festzeltgäste.

Krautheimer Herbstmesse von Freitag, den 19. Oktober, bis Montag 22. Oktober 2018.
Foto: Mitteilungsblatt Krautheim




Künzelsau: Parkscheinautomaten künftig ohne Wechselgeld

Die neuen Parkscheinautomaten in Künzelsau können kein Wechselgeld mehr herausgeben. Der Gemeinderat von Künzelsau hat in seiner letzten Sitzung am 10. Oktober 2018 beschlossen, neue Parkscheinautomaten anzuschaffen. Grund hierfür sind einige Parkscheinautomaten im Stadtgebiet, die bereits ausgefallen seien und für die noch vorhandenen können teilweise schon keine Ersatzteile mehr beschafft werden, so die Stadtverwaltung Künzelsau.

Deshalb wurde im Haushaltsplan 2018 für neue Parkscheinautomaten ein Haushaltsansatz von 110.000 Euro vorgesehen. Der Gemeinderat hat mit fünf Gegenstimmen und einer Enthaltung beschlossen, Parkscheinautomaten ohne Wechselgeldfunktion anzuschaffen. Ausschlaggebend waren Argumente wie geringere Bauhofkosten, da der Personalaufwand für das tägliche Auffüllen des Wechselgeldes entfällt, geringere Reparaturanfälligkeit, günstigere Anschaffungskosten und die steigende Nutzung des Handyparkens.

Quelle: Pressemitteilung der Stadt Künzelsau vom 18. Oktober 2018

 




Alles für die Nudel

Es hat etwas Beruhigendes, wie die frischen Nudeln aus der Nudelmaschine purzeln. Einem Impuls folgend greift man unmittelbar zu und probiert die goldgelben, noch teigfeuchten Nudeln. In Salzwasser gekocht und mit Soße schmecken sie definitiv besser. So mögen die Hohenloher die Nudeln vom Specht und kamen in den vergangen Jahren in Scharen. Ergebnis: eine größere Produktionsstätte musste her. Die neue Nudelmanufaktur wurde am Tag der offenen Tür am 10. Juni 2017 offiziell eingeweiht.

 

Wohin mit den nur sehr schwer verkäuflichen, aber hochwertigen und goldgelben Eiern?

 

Vor 23 Jahren, 1994, hat alles angefangen. In den 1980er-Jahren kam Andrea Specht durch die Heirat mit Rainer Specht auf den Hof seiner Familie. Die Hühner waren bereits da und mit Ihnen die Junghennen, deren Eier noch zu klein für den herkömmlichen Verkauf sind. Ein bekanntes Thema in der Landwirtschaft. Die Junghennen kommen in einem Alter von knapp 20 Wochen auf den Hof und legen in den ersten drei bis fünf Wochen sehr kleine Eier. Doch wohin mit diesen nur sehr schwer verkäuflichen, aber hochwertigen und goldgelben Eiern? Die Idee, daraus Nudeln herzustellen war schnell geboren und die notwendigen Informationen eingeholt. Dabei spielte der Zufall Andrea Specht in die Karten: Ein Haller Nudelhersteller wollte sich vergrößern und sie kaufte die alten Maschinen auf. Zudem war der für die Herstellung gewählte Raum im Keller des Wohnhauses bereits gefliest und konnte somit schnell auf die geforderten Hygienestandards gebracht worden.

An einem Produktionstag schlägt die Maschine rund 7.000 Eier auf.
Foto: GSCHWÄTZ/CWIK

Nun begann die Zeit des Experimentierens. Von Anfang an stand dabei fest, dass für die Herstellung der eigenen Nudeln einzig qualitativ hochwertige Zutaten Verwendung finden sollten. Schlussendlich entschied sie sich für einen italienischen Hartweizengrieß, der Jahre später durch einen Dinkelgrieß ergänzt werden sollte und mit den hauseigenen Eiern den fertigen Nudelteig ergibt. Grieß nimmt je Kilogramm rund sieben Eier auf und genauso viele kommen von den eigenen Hühnern in die Nudeln vom Specht. Dadurch erhalten sie ihren Biss.

 

Es war die Zeit der aufkommenden Hofläden und Bauernmärkte.

 

Doch wer von heute auf morgen Nudeln herstellt, muss sich auch Gedanken über den Vertrieb machen. Auch hier half der Zufall der Familie Specht: Es war die Zeit der aufkommenden Hofläden und Bauernmärkte. So wurde ein eigener kleiner Hofladen eingerichtet, andere Hofläden als Vertriebspartner gewonnen und viel Zeit und Energie in den Besuch von Bauernmärkten investiert. Ein großer Schritt war dann die Zweiflinger Leistungsschau, bei der es erstmalig ein Schaukochen gab. Anschließend wollte jeder die Nudeln vom Specht und die Kochvorführungen sind bis heute fester Bestandteil im Leben von Andrea Specht und ihrem Mann Rainer. Auf der Landesgartenschau waren sie mehrmals in der SWR-Küche, beim Weindorf bei „Kochen mit Promis“ und auch bei der Zweiflinger Woche sind sie regelmäßig zu Gast. „Du musst heute auf vielen Kanälen präsent sein“, so Andrea Specht, die damit den unterschiedlichsten Zielgruppen gerecht wird und dafür auch Social Media einsetzt.

Der Erfolg gibt ihr Recht. Auch am Tag der offenen Tür zur Einweihung der neuen Nudelmanufaktur wird dies deutlich, zu dem zahlreiche Menschen gekommen sind. Doch warum kaufen die Kunden die Nudeln vom Specht so fleißig? Weil sie „einfach toll“, „extra lecker“ oder „Weltklasse“ sind, sagen Besucher an dem Eröffnungstag.

Zwischen 100 und 120 Kilo Nudeln entstehen in einer Stunde.
Foto: GSCHWÄTZ/Cwik

 

„Dafür stehen unsere Produkte: aus der Region für die Region“

 

Die Entscheidung für den Neubau der Nudelmanufaktur fiel den Spechts jedoch schwer. „Dafür müssen wir jede Menge Nudeln verkaufen“, schmunzelt Andrea Specht heute. Doch die Alternativen waren mäßig und hätten die Überlegungen lediglich vertagt. „Und schließlich wollen wir ja gesund und nachhaltig wachsen“, erzählt sie weiter, „denn genau dafür stehen unsere Produkte: aus der Region für die Region“. Und dafür steht auch der Neubau nach Kfw-55-Standard, der seine Energie aus Solar und Hackschnitzeln aus den eigenen Wäldern zieht.

Wichtiger Faktor bei allem Tun ist im Hause Specht neben dem Glauben die Transparenz. „Die Leute dürfen mich alles fragen und ich beantworte auch alles.“ So ist es auch kein Geheimnis, dass sie aufgrund der Arbeitsplatzschaffung für den 800 Quadratmeter großen Neubau von der „Entwicklung ländlicher Raum“ (kurz ELR) eine Förderung in Höhe von zehn Prozent erhalten hat. Die alte Produktionsstätte umfasste lediglich 150 Quadratmeter. Heute beschäftigen Spechts drei Teilzeitkräfte und fünf Mini-Jobber.

 

Wochenproduktion von rund 1.200 Kilogramm Nudeln

 

Verpackt werden die Nudeln in der neuen Nudelmanufaktur nun ebenfalls automatisch. Die Verpackungsmaschine schafft beispielsweise 100 Kilogramm Spirelli in der Stunde. Bei einer derzeitigen Wochenproduktionsmenge von rund 1.200 Kilogramm Nudeln eine deutliche Erleichterung zu der bisherigen Handabfüllung.

Originelle Sorten produzieren die Spechts. Eine Maschine verpackt die Nudeln nun auch vollautomatisch.
Foto: GSCHWÄTZ/CWIK

Rund 90 Sorten Nudeln werden im Hause Specht hergestellt. Die Renner sind dabei neben den Klassikern Spaghetti (auch in der Dinkel-Variante), Rigatoni und breite Nudeln auch die Saisonlieblinge mit Bärlauch, Kürbis, Asia-Curls, Zitronen-Riesling-, oder passend zur Jahreszeit Hallloween- und Lebkuchennudeln.

Die Spechts beliefern mit ihren Nudeln diverse Einkaufsmärkte, unter anderem den BAGeno Raiffeisenmarkt in Ingelfingen.

 

Das kleine 1×1 der Nudel-Herstellung

 

In die Nudeln vom Specht kommen auf ein Kilogramm Grieß sieben Eier. Genau so viel, wie der Grieß aufnehmen kann. An einem Produktionstag kommen so 7.000 Eier zusammen, die von einer Maschine aufgeschlagen und sorgfältig von der Eierschale getrennt werden. Der zeitliche Aufwand, inklusive der anschließenden Reinigung, beläuft sich alleine für diesen Arbeitsschritt auf etwa vier Stunden.

Verknetet mit dem Grieß ergeben die Eier den fertigen Nudelteig, der optisch an grobe Streusel auf einem Obstkuchen erinnert. Diesen presst die Nudelmaschine in die gewünschte Form. Abhängig von der jeweiligen Sorte entstehen so zwischen 100 und 120 Kilogramm Nudeln in der Stunde.

Die Nudeln werden bei 45 Grad Celsius im Rüttelvortrockner über rüttelnde Bleche bewegt, belüftet und damit vorgetrocknet. Dieser Produktionsschritt verhindert das spätere Zusammenkleben einzelner Nudeln in den Trockenschrkänken. Abhängig von der Sorte und der Füllmenge im Trockenschrank werden die Nudeln bei 42 bis 45 Grad 20 bis 26 Stunden getrocknet. Die Berechnung, wann welche Nudelsorte fertig ist, erfolgt über eine moderne Computersteuerung. Insgesamt können maximal 400 Kilogramm Nudeln gleichzeitig getrocknet werden. In der alten Produktionsstätte waren es lediglich 250 Kilogramm.

 

Text und Fotos: Nadine Cwik

Erschienen in unserem Print-Magazin Ausgabe 12 / Oktober 2017.




Elisabeth S. flüchtete ans Kocherufer – 33 Zeugen geladen, 9 Verhandlungstage angesetzt

33 Zeugen sind bei der Verhandlung geladen, die sich um den Tod des Siebenjährigen aus Künzelsau im Frühjahr diesen Jahres dreht. Hauptverdächtige ist diePflege-Oma des Jungen, Elisabeth S. aus Künzelsau. Ihr wird zur Last gelegt, den Jungen erwürgt zu haben. „Der Angeklagten liegt zur Last, sie habe in Künzelsau am 27. April 2018, abends nach 19:44 Uhr, den 2010 geborenen Geschädigten erwürgt. Bei der Tathandlung habe sie seinen Tod billigend in Kauf genommen. Die Leiche des Kindes habe sie in einer Badewanne voller Wasser abgelegt. Nach der Tat habe sie sich im Bereich des Kocherufers bis zum Abend des Folgetages verborgen gehalten. Bei der Rückkehr in ihre Wohnung um 21:30 Uhr am 28. April 2018 wurde die Angeklagte festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft“, heißt es in der Klageschrift. Prozessauftakt ist am Dienstag, den 27. November 2018. Darüberhinaus sind acht weitere Verhandlungstermine, bis 30. Januar 2018,  angesetzt. Die Kammer des Landgerichtes Heilbronn hat die Angeklagte, ihre Verteidigerin, die Nebenkläger, deren anwaltlichen Vertreter, 33 Zeugen und drei Sachverständige geladen.

Friedhof in Künzelsau. Bei der Trauerfeier für den Jungen war die Polizei vor Ort. Foto: GSCHWÄTZ




Prozess gegen Elisabeth S. im November

Elisabeth S. muss sich laut einer aktuellen Meldung der Südwestpresse am 27. November 2018 wegen Totschlags vor Gericht verantworten.

Das Landgericht Heilbronn erhob im September 2018 Anklage gegen die heute 70-jährige Elisabeth S., die im Mordfall des Siebenjährigen, der in Künzelsau erdrosselt wurde, die Hauptbeschuldigte ist.

GSCHWÄTZ hatte damals bei der Staatsanwaltschaft in Schwäbisch Hall nachgefragt:

„Daraus ergibt sich, dass die Staatsanwaltschaft im Falle der inhaftieren Beschuldigten einen hinreichenden Tatverdacht bejaht, für den Tod des Kindes verantwortlich zu sein. Die endgültige Entscheidung muss selbstverständlich dem Ergebnis der Hauptverhandlung vorbehalten bleiben“, so Peter Bracharz von der Staatsanwaltschaft Schwäbisch Hall.




Es heißt: Er kann sich nicht benehmen

Als Genie bekannt ist der deutschstämmige Physiker Albert Einstein mit einem IQ zwischen 160 bis 180. Absolute Spitze ist das Ergebnis aber nicht. Nach der Intelligenzforscherin Catherine Cox Miles ist der Literat Johann Wolfgang von Goethe mit einem IQ von 210 die intelligenteste Persönlichkeit aller Zeiten. Knapp dahinter rangiert auf Platz zwei der Erfinder, Philosoph und Mathematiker Gottfried Wilhelm von Leibniz mit einem IQ von 205.

 

Die IQ-Skala nach oben ist offen, ab 130 gilt man als genial.

 

Wann liegt eine Hochbegabung vor und wie erkennt man sie bei Kindern? Wie wird im Gegensatz dazu Normalität definiert? Für hochbegabte Kinder und ihre Eltern ist das oft schwierig. Die Diagnose ist grundsätzlich schon im Alter von drei Jahren möglich. In der Psychologie gelten Menschen als hochbegabt, wenn ein IQ-Wert über 130 festgestellt wird. Wie kann man Intelligenz überhaupt messen? Dazu entwickelten Wissenschaftler standardisierte Tests. So verfügt eine Zweidrittel-Mehrheit über einen IQ zwischen 85 und 115, nur zwei Prozent haben einen IQ unter 70 und ebenfalls nur zwei Prozent über 130. Dabei liegt der durchschnittliche IQ der Bevölkerung bei 100. Die IQ-Skala nach oben ist offen, ab 130 gilt man als genial. Fest steht: zur Entwicklung von Intelligenz gehören genetische und im Laufe des Lebens erworbene Faktoren.

 

Große Talente führen nicht automatisch zu herausragenden Leistungen

 

Werden besondere Fähigkeiten nicht erkannt und speziell gefördert, kann dies zu großen Problemen für die Betroffenen führen. Umgekehrt führen besondere Talente nicht automatisch zu herausragenden Leistungen oder zu einem glücklichen Leben. Wir werfen einen Blick in den Alltag von zwei Jungen aus dem Kochertal. Ich sprach mit zwei Müttern, die anonym bleiben wollen, über ihre hochbegabten Söhne im Alter von sieben (erste Mutter) und fünf Jahren (zweite Mutter).

 

GSCHWÄTZ: Wie und wann haben Sie erkannt, dass Ihre Söhne hochbegabt sind?

ERSTE MUTTER: Mein Sohn konnte schon mit eineinhalb Jahren ganze Sätze sprechen und auch die Verbformen zwischen Gegenwart und Vergangenheit unterscheiden. Er zeigte ein frühes Interesse an Zahlen, Buchstaben und Symbolen. Ich habe dies als Mutter als normal empfunden, weil ich kaum Vergleichsmöglichkeiten hatte. Ich bemerkte allerdings, dass mein Sohn Kommunikationsprobleme mit Gleichaltrigen hatte. So freute er sich schon als Vierjähriger auf die Schule, doch war er schon nach drei Wochen demotiviert und fiel durch Störungen im Verhalten und durch Träumereien und Arbeitsverweigerung auf. In ruhigen Phasen des Unterrichts parodierte er Mitschüler und die Lehrerin. Den Klassenclown spielte er aber nur, um seinen Mitschülern zu imponieren.

ZWEITE MUTTER: Mein Sohn fiel auf, weil er keinen Spaß an altersgemäßen Spielen hatte. Dadurch fühlt er sich vom sozialen Umfeld isoliert. Er sieht sich selbst sehr kritisch, aber auch andere. Er möchte alles absolut richtig machen. Er diskutiert mit Erwachsenen über Themen, die seine Altersgenossen noch nicht interessieren.

 

GSCHWÄTZ: Was haben Sie getan?

ERSTE MUTTER: Die psychologische Beratungsstelle erklärte dieses Verhalten mit dem Bedürfnis nach sozialer Anerkennung. Dieses Verhalten wirkte aber kontraproduktiv, denn die anderen Kinder interpretierten ihn als Streber, weil er sich in der Schule unterfordert fühlte. Aus der Perspektive des Lehrers wurde er als Störenfried wahrgenommen und ein ADHS-Symptom vermutet. Es hieß einfach: Er kann sich nicht benehmen. Trotzdem wurde er dann von der ersten in die dritte Klasse versetzt. Hier gab es dann aufgrund des Altersunterschieds neue Probleme.

ZWEITE MUTTER: Es ist für uns sehr wichtig, ihm zu erklären, warum er sich anders wahrnimmt und mit Gleichaltrigen so wenig anfangen kann. Deshalb haben wir zu Hause ein Äquivalent geschaffen und viel mit unseren Kindern gemacht, um den ungeheuren Wissensdurst zu befriedigen. So zeigte ihm der Opa schon mit einem Jahr die verschiedenen Leitungen im Keller, was ihn sehr interessierte. Auffällig war, dass er keine Warum-Fragen stellte, sondern sich selbst Antworten überlegte.

 

GSCHWÄTZ: Ein paar Beispiele dazu?

ZWEITE MUTTER: Es war im Winter, mein Sohn sah den Brunnen im Garten, der abgestellt war, und sagte: wegen Frost! Oder im Herbst: wenn Blätter bunt werden, dann fallen sie ab. Und das schon mit einem Jahr.

 

GSCHWÄTZ: Ist dieses Verhalten schon im Kindergarten aufgefallen?

ZWEITE MUTTER: Unser Sohn entwickelte sich viel schneller als andere, was sich schon sehr früh bemerkbar machte. Hochbegabte Kinder sind in manchen Bereichen gleichaltrigen Kindern weit voraus. Sie verfügen über überdurchschnittliche Fähigkeiten und Interessen, was sich schon sehr früh gezeigt hat, besonders im sprachlichen und logisch-mathematischen Bereich. Der Wissensdurst meines Sohnes zeigte sich schon bald am Interesse für bestimmte Fernsehsendungen wie „Die Sendung mit der Maus“ oder anderen Dokumentationen. Das Gesehene hat er anschließend technisch nachkonstruiert.

 

GSCHWÄTZ: Wie reagiert ihr Umfeld?

ERSTE MUTTER: Wir sind öfters mit Vorurteilen konfrontiert und man unterstellt uns, wir hätten das Kind  „dressiert“ oder würden es zu hoch einschätzen oder wir werden als zu ehrgeizig eingestuft. Dann heißt es auch, wir würden das Kind nicht einfach Kind sein lassen. Deshalb wollen wir anonym bleiben.

 

GSCHWÄTZ: Was ist die größte Schwierigkeit?

ERSTE MUTTER:  Die Problematik ist, dass man etwa hochbegabte Kinder und zum Beispiel Kinder mit ADHS zunächst kaum voneinander unterscheiden kann, da beide Kinder ähnliche Verhaltensauffälligkeiten, etwa in der Schule, an den Tag legen. Lehrer sind immer noch nicht darin geschult, denn zu oft erfolgt eine Konzentration auf Schwächen, noch zu selten auf Stärken. Daraus folgt, dass die Förderung noch größtenteils im privaten Rahmen stattfindet.

 

Wie finde ich heraus, ob mein Kind hochgebabt ist?

 

Um festzustellen, ob eine Hochbegabung vorliegt, gibt es spezielle IQ-Tests. Diese Tests werden etwa in Schwäbisch Hall oder Bad Mergentheim durchgeführt. In der Regel verweist der Kinderarzt an die zuständigen Stellen und Ansprechpartner. Es kann sein, dass eine Hochbegabung nur in  speziellen Bereichen vorliegt. Als erste Anlaufstelle zur Orientierung dienen interessierten Eltern Verbände wie die „Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e. V.“, die viele regionale Vertretungen hat.

 

Anlaufstellen für Hochbegabte

 

Der Umgang mit einem hochbegabten Kind kann anstrengend sein. Einerseits sprechen diese Kinder  häufig wie Erwachsene.  Andererseits haben sie Bedürfnisse wie jedes andere Kind. Es gibt Selbsthilfegruppen für Eltern. Unsere Interviewpartner verweisen unter anderem auch auf Daniela Heiser in Ettlingen, die Eltern sowie Erziehern beratend zur Seite steht (kostenpflichtig). Info: www.konzepte-fuer-begabte.de. Eine weitere Anlaufstelle ist das Tübinger Institut für Hochbegabung. Die Kosten  des dort gemachten IQ-Tests tragen die Eltern selbst (zirka 360 Euro).

Bei Schulproblemen bietet auch die Schulpsychologische Beratungsstelle in Künzelsau Hilfestellung. Tel.: 07940/9307940. Die Hector Kinderakademien bieten Kurse für besonders interessierte Kinder etwa in Naturwissenschaften,  Mathe und Philsophie an – auch in Künzelsau. Anträge hierfür stellen die Klassenlehrer für die hierfür in Frage kommenden Kinder.

Text von Jürgen Bitsching

Erschienen in unserem Print-Magazin Ausgabe 07 / Mai 2017.