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The Addams Family in Jagsthausen

Die 70. Spielzeit der Burgfestspiele Jagsthausen im kommenden Jahr eröffnet das Musical-Comedy Stück „The Addams Family“ am Mittwoch, den 05. Juni 2019. Der Vorverkauf für die Spielzeit 2019 hat begonnen.

Neben dem Erfolgsmusicals „Hair“, dem Traditionsstück „Götz von Berlichingen“, dem schwäbischen Humorformat „Laible und Frisch – Urlaubsreif“, dem Klassiker „Cyrano de Bergerac“ und einem Gastspiel des Kabarettisten Mathias Richling mit seinem neuen Programm „Richling und 2084“ dürfen natürlich auch in der Jubiläumsspielzeit die Stücke für die jungen Zuschauer nicht fehlen.

Für Kinder ab 5 Jahren kommt „Das kleine Gespenst“ in den Burghof und für die ganz Kleinen ab 3 Jahren „Zum Glück gibt’s Freunde“ im Gewölbe der Götzenburg.

Karten gibt es ab sofort über die Internetseite Burgfestspiele Jagsthausen, per Mail burgfestspiele@jagsthausen.de, per Fax 07943 912440, per Telefon 07943 912345 oder persönlich im TicketCenter in Jagsthausen.

 

 




Hohenlohe: Manuela Dewald neue Behindertenbeauftragte

Manuela Dewald ist seit 1. November 2018 neue Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen (kommunale Behindertenbeauftragte). Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises vom 08. November 2018 hervor.

Behindertenbeauftragte kümmern sich laut dem Landratsamt um die Umsetzung des Landesgleichstellungsgesetzes vom Dezember 2014.  Sie steht den Menschen mit Behinderung sowie ihren Angehörigen und Vertretern als auch Vereinen,  Verbänden und Selbsthilfegruppen als Ansprechpartnerin für Beratung und Information zur Verfügung.  Außerdem berät sie bei kommunalen Planungen sowie bei Belangen, bei denen Menschen mit Behinderung betroffen sind. Die Stelle ist dem Dezernat für Familie, Bildung und Gesundheit zugeordnet. „Ich freue mich sehr, dass die Stelle nun wieder besetzt ist und wir mit Manuela Dewald eine erfahrene Verwaltungsmitarbeiterin für die Aufgabe gewinnen konnten“, erklärt Landrat Dr. Matthias Neth. Als erste Amtshandlung besuchte Manuela Dewald zusammen mit Dr. Neth und Sozialdezernentin Ursula Mühleck den Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK e.V.) in Krautheim.

Manuela Dewald hat seit 1. Januar 2016 als Sachbearbeiterin für den Bereich Asylbewerberleistung im Amt für Ordnung und Zuwanderung im Landratsamt Hohenlohekreis gearbeitet. Zuvor war sie bei der Stadt Heilbronn tätig.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises vom 08. November 2018

Foto: Landratsamt Hohenlohekreis

 




Werkstatttag für Familienforscher

Das Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein lädt am 17. November 2018, 10 bis 17 Uhr, zum Werkstatttag für Familienforscher. Es handelt sich hierbei weder um Frontalunterricht noch um ein Seminar mit handverlesenen Beispieltexten, sondern es geht um die praktische Arbeit an der eigenen Genealogie (Familien-/Ahnenhistorie). Der Werkstatt-Tag bietet Familienforschern Raum und Zeit zum gemeinsamen Recherchieren. Den Teilnehmern stehen die Dokumente des Hohenlohe-Zentralarchivs Neuensteins und zahlreiche Kirchenbücher zur Verfügung. Bei Bedarf können Hilfe und Rat der Archiv-Profis in Anspruch genommen werden.

Gebühr: 25 Euro. Anmeldung beim Landesarchiv Baden-Württemberg; Hohenlohe-Zentralarchiv Neuenstein; Schloss; 74632 Neuenstein. Telefon: 07942/94780 0.

E-Mail: hzaneuenstein@la-bw.de




Kindertag Popcorn

Am Samstag, den 10. November 2018, veranstalten der Christliche Verein junger Menschen, das evangelische Jugendwerk Bezirk Künzelsau, die evangelische Kirchengemeinde, die katholische Kirchengemeinde sowie die Süddeutsche Gemeinschaft Künzelsau den Kindertag Popcorn. Die Veranstaltung ist im evangelischen Johannesgemeindehaus Künzelsau, Austraße 6, und richtet sich an alle Kinder von der ersten bis zur sechsten Klasse. Es gibt Kinderkino mit Schlunz, Lieder, eine biblische Geschichte, Spiele und Popcorn. Mehr Informationen: www.cvjm-kuen.de




Mulfingen: Verkehrsunfall mit drei schwer Verletzten

Aufgrund eines riskanten Überholmanövers kam es am Dienstag, den 06. November 2018, gegen 7.30 Uhr, zu einem Verkehrsunfall mit drei schwer verletzten Personen. Ein 50-jähriger Fahrer eines weißen BMWs fuhr auf der L 1022 von Hermuthausen kommend in Fahrtrichtung Jagstberg. In Höhe Hohenrot wollte der 50-Jährige einen VW-Polo überholen und scherte daher aus. Hierbei übersah er einen ordnungsgemäß entgegenkommenden Mercedes, so dass es zum Frontalzusammenstoß kam. Beide Fahrzeuge kamen jeweils in Fahrtrichtung rechts von der Fahrbahn ab und überschlugen sich mehrmals. Der 50-Jährige Fahrer des BMWs und sein 15-Jähriger Mitfahrer wurden beide im Fahrzeug eingeklemmt und mussten durch die freiwillige Feuerwehr Künzelsau und Mulfingen, die insgesamt mit sieben Fahrzeugen und 45 Einsatzkräften vor Ort waren, aus dem Fahrzeug geborgen werden. Die beiden und der 51-jährige Fahrer des Mercedes zogen sich schwere Verletzungen durch den Unfall zu und kamen mit dem Rettungshubschrauber und dem Rettungsdienst in ein Krankenhaus. Beide Fahrzeuge waren nicht mehr fahrbereit und mussten abgeschleppt werden. Während der Bergungsarbeiten war die Strecke bis 10 Uhr voll gesperrt. An den Pkws entstand ein Sachschaden in Höhe von insgesamt 60.000 Euro. Laut Zeugenaussagen überholte der Fahrer des BMWs zuvor noch weitere Pkws riskant. Die Polizei sucht daher Zeugen oder sogar Geschädigte, die Hinweise geben können. Diese werden unter der Telefonnummer 09341 60040 an das Verkehrskommisariat Tauberbischofsheim erbeten.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn

Foto: GSCHWÄTZ

 




Erstes Dinner Krimi in Niedernhall

Die Theatergruppe Niedernhall veranstaltet ihren ersten Dinner Krimi im Gasthaus Rose in Niedernhall – ein krimineller Abend mit drei Gängen erwartet die Gäste. Aufgeführt wird: „Schlechtes Timing“. Es geht um ein Klassentreffen, einen Mord und einen verschwundenen Lehrer. Die Aufführungen sind am Freitag, den 23. November 2018, Sonntag, den 25. November 2018 sowie am Sonntag, den 02. Dezember 2018, jeweils um 19 Uhr. Reservierung erforderlich. Karten für 49 Euro gibt es ab 05. November 2018 bei der Drogerie Mäder in Niedernhall. Telefon: 07940/28 94. Folgendes Menü erwartet die Teilnehmer: Vorspeise: Hohenloher Brotsalat mit Cocktailtomaten. Hauptgang: Geräucherte Forelle mit Bratkartoffeln oder Filetspitzen vom Schwein mit Kräuterknöpfle oder Kräuterknöpfle mit Gemüsecurry. Dessert: Grüne Vanilleüberraschung.

Mehr Informationen: www.theatergruppe-niedernhall.de

 

Dinner Krimi Niedernhall 2018
Foto: Theatergruppe Niedernhall

Dinner Krimi Niedernhall 2018
Foto: Theatergruppe Niedernhall




Der Künzelsauer DRK Kleiderladen

Für bedürftige Menschen ist der Kleiderladen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in der Comburgstraße in Künzelsau eine Anlaufstelle, gute und günstige Kleidung zu bekommen. Nur: Wieviel kostet sie und wer hat Anspruch darauf?

Nadja Fischer hat sich mit Ulrich Hald, dem Leiter der sozialen Dienste des Deutsches Rotes Kreuz Kreisverband Hohenlohe e.V. und Bernd Thierer, dem Geschäftsführer des DRK Kreisverbandes Hohenlohe, im Kleiderladen getroffen.

GSCHWÄTZ: Wie funktioniert ihr Preiskonzept?

HALD: Es ist unser Ziel, Menschen mit geringem Einkommen gute gebrauchte Markenbekleidung anzubieten. Die Einkommensverhältnisse unserer Zielgruppe spiegeln sich daher in der Preisgestaltung wieder. Selbstverständlich für unsere Kleiderläden ist, Bekleidung an zahlungsunfähige Personen, wie zum Beispiel Bewohnerinnen des Frauenhauses in Künzelsau, Obdach- oder Wohnungslose gratis anzubieten. Auch entspricht es den Grundsätzen des DRK, Betroffenen von besonderen Schadensereignissen, wie bei einem Hausbrand oder Hochwasser, das Warensortiment nach Bedarf unbürokratisch und auch kostenfrei in größeren Mengen zur Verfügung zu stellen. Unsere Mitarbeiter legen anhand der Qualität und Güte der Ware sowie des vom DRK erstellten Preisspiegels den Verkaufspreis fest. Zum Beispiel Kinderkleidung für 20 Cent bis fünf Euro oder Hemden und Blusen für drei bis sechs Euro.

Auch Markenware ist im DRK-Kleiderladen immer zu finden.
Foto: GSCHWÄTZ

„Mindestens 20 ehrenamtliche Mitarbeiter pro Kleiderladen“

 

GSCHWÄTZ: Sind die Mitarbeiter im Kleidungsladen Angestellte oder Ehrenamtliche?

HALD: Der wichtigste Faktor für einen erfolgreichen Kleiderladen sind motivierte Mitarbeiter. Unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter finden im Kleiderladen eine attraktive und abwechslungsreiche Beschäftigung. Sie umfasst zum Beispiel das Sortieren, den Verkauf und das Dekorieren des Ladens. Interessenten für die Mitarbeit im Kleiderladen werden häufig über Mund-zu-Mund-Propaganda sowie über die Dienste und Einrichtungen des DRK-Kreisverbandes erreicht. Ergänzend werden aber auch Aushänge, Flyer und Zeitungsannoncen eingesetzt, um ehrenamtlich Mitarbeitende zu gewinnen. Unter dem Gesichtspunkt der Kontinuität hat es sich bewährt, neben ehrenamtlichem Personal auch hauptamtliche Kräfte als Ladenverantwortliche zu beschäftigen. Wir beschäftigen derzeit in den Kleiderläden Künzelsau, Öhringen und im Integrationszentrum in Gaisbach 27 ehrenamtliche Helferinnen sowie sechs Personen mit geringfügiger Anstellung. Es ist von Vorteil, wenn Mitarbeitende unterschiedlichen Alters, Geschlechts sowie unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen im Kleiderladen zusammenarbeiten. Die unterschiedlichen Perspektiven wirken positiv auf die gesamte Arbeit im Kleiderladen, und es kann ein breiteres Kundenspektrum angesprochen werden. Zur Gewährleistung eines reibungslosen Ablaufs bei ganztägiger Öffnung an allen Werktagen wären mindestens 20 ehrenamtliche Mitarbeiter pro Kleiderladen nötig. Da wir diese Anzahl derzeit leider nicht erreichen, haben unsere Kleiderläden nur begrenzte Öffnungszeiten.

Das Lager im DRK-Laden. Saisonware wird im Lager sortiert und gelagert.
Foto: GSCHWÄTZ

„Derzeit nutzen zirka 270 Personen im Hohenlohekreis den Einkauf mit der DRK-Einkaufskarte.“

 

GSCHWÄTZ: Kann hier jeder einkaufen?

HALD: Unsere Kleiderläden stehen jedem offen. Alle Kunden verdienen eine gleichermaßen freundliche, wertschätzende und respektvolle Behandlung. Konzeptionell sind die Kleiderläden in besonderer Weise für die Bedürfnisse von sozial benachteiligten Menschen ausgerichtet. Die Öffnung für alle führt zu der gewünschten Kundenvielfalt und vereinfacht den Zugang für Menschen in Armut. Da wir mit den Kleiderläden eine attraktive Einkaufmöglichkeit für benachteiligte Menschen schaffen wollen, erhalten diese Personen auf Nachweis entsprechender Unterlagen eine DRK-Einkaufskarte für die Kleiderläden mit 50 Prozent Ermäßigung auf den ausgewiesenen Verkaufspreis. Derzeit nutzen zirka 270 Personen im Hohenlohekreis den Einkauf mit der DRK-Einkaufskarte.

 

GSCHWÄTZ: Sind Sie derzeit auf der Suche nach Kleiderspenden?

Hald: Bringspenden von Privatpersonen decken in der Regel weitestgehend den Bedarf.

Schuhe und Taschen im DRK-Kleiderladen.
Foto: GSCHWÄTZ

Was wird derzeit gesucht?

 

Kleidung und Schuhe für Männer, insbesondere, so das DRK, „für die jungen und sportlichen Flüchtlinge“. Darüber hinaus generell guterhaltene Kleidung, Schuhe, Wäsche, Accessoires sowie Taschen, Rucksäcke und Koffer. Keine Verwendung hat der Kleiderladen für Möbel, Elektrogeräte, Spielsachen und Matratzen.

 

Öffnungszeiten

 

Dienstags, mittwochs, donnerstags, freitags von 9 bis 12 Uhr. Dienstags und donnerstags zusätzlich von 15 bis 18 Uhr. Adresse: Comburgstraße 8; 74653 Künzelsau




Zwei Jahre GSCHWÄTZ

Am 01. November 2016 ging das erste GSCHWÄTZ-Magazin über die Hohenloher Ladentische. Der Aufmacher: „Aussteiger und Aufsteiger. Hohenloher, die die Welt erobern“. Damals 16 Seiten stark, hat sich unser Magazin auf 32 Seiten vergrößert. 2019 wollen wir auf 40 Seiten anwachsen – denn zu berichten gibt es viel in unserem schaurig-schönen Ländle.

Nicht nur im Printbereich, auch online sind wir rasant gewachsen. Seit rund einem Jahr sind wir bei Facebook aktiv. Hier erreichen wir monatlich teilweise über 40.000 Menschen. Auch unsere Internetseite, die erst ein Jahr jung ist, kann einiges an Wachstum vorweisen. Monatlich lesen dort teils über 22.000 Menschen unsere Berichte. Was uns besonders freut: Nach ersten Google-Analytics-Auswertungen lesen Männer und Frauen gleichermaßen unsere Artikel. Wir haben online ein sehr junges Publikum, die meisten sind zwischen 20 und 40 Jahren.

Während unsere Printleser unsere Ausgaben gerne archivieren, um komplexe Sachverhalte und Entwicklungen gegebenfalls nachlesen zu können, möchten unsere Online-Nutzer gerne schnell über Neuigkeiten aus dem Ländle informiert werden. Wir danken Ihnen allen für Ihr Interesse an unserer lokalen Hintergrundberichterstattung aus dem Hohenlohekreis. Wir bleiben auch weiter nah dran am Geschehen und verfolgen kritisch, was sich in der nächsten Zeit tut im Gesundheitswesen, in der Bildung, in der lokalen Wirtschaft, Politik, bei der Rente und der Pflege.

Ihr GSCHWÄTZ-Redaktionsteam




Die Uhr der Schande

Nach unserer Berichterstattung über den Pflegeskandal im Altenheim Krautheim hat uns eine tragische Geschichte aus Rheinland-Pfalz erreicht. Anbei veröffentlichen wir diese Geschichte, geschrieben von Stefan Heyde, die sich laut Heyde 2011 ereignet hat. Heyde und ein Kollege der Protestaktion „Pflegekräfte in Not“ haben den Brief sowie die dazugehörige kaputte Uhr (Foto links) im Juni 2018 im Bundesgesundheitsministerium (BG) abgegeben – adressiert an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.  Das BG weist auf GSCHWÄTZ-Nachfrage darauf hin, dass der für die Pflegeversicherung zuständige Unterabteilungsleiter der Abteilung vier, Herr Dr. Martin Schölkopf, als Vertreter des Ministers mit Herrn Heyde gesprochen und das Schreiben in Empfang genommen habe.

„Flächendeckender Tarifvertrag“

Auf die Pflegeproblematik allgemein angesprochen, verweist Doris Berve-Schucht vom BG darauf, dass es das Ziel des BG sei, „in der Altenpflege einen flächendeckenden Tarifvertrag zu erreichen. In der Krankenpflege wird hingegen bereits weitgehend nach Tarif bezahlt.“ [Anm. d. Red.: Die Mitarbeiter am Krankenhausstandort Künzelsau wurden jahrelang untertariflich bezahlt]. Das Ministerium verwies jedoch darauf, dass „das konkrete Aushandeln von Löhnen und Lohnerhöhungen in den Händen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer beziehungsweise der Tarifparteien liegt.“ Im Fall Altenheim Krautheim wären somit die BBT-Gruppe und der Hohenlohekreis als Eigner in der Pflicht, die Mitarbeiter nicht mehr länger untertariflich zu entlohnen.

28. Juni 2018 – der Brief

„Sehr geehrter Herr Spahn,

diese Uhr, welche sie in Ihren Händen halten, gehörte einem Bewohner aus einem Seniorenzentrum in Rheinland-Pfalz. Diese Uhr habe ich von der Ehefrau des Bewohners nach seinem Tod erhalten und die Geschichte hinter dieser zerbrochenen Uhr hat mich sehr traurig und nachdenklich gestimmt. Sie war ein Teil, der dazu beigetragen hat, mich so intensiv mit dem Pflegenotstand zu beschäftigen und gegen diesen anzukämpfen.

Es handelte sich um einen Mann von 76 Jahren. Er war noch sehr fit und eigenständig, obwohl ihn seine Grunderkrankung, Morbus Parkinson, immer mehr einschränkte und er dadurch auf Hilfe angewiesen war. Die Ehefrau hatte ihren Mann sehr lange, fast zehn Jahre, daheim mit Unterstützung eines ambulanten Dienstes versorgt. Am Ende reichte ihre Kraft jedoch nicht mehr aus und sie musste ihn schweren Herzens in ein Pflegeheim geben. Dort gewöhnte er sich schnell ein und verlor niemals den Humor und hatte Verständnis für die anderen Bewohner, aber auch für die Situation der Pflegekräfte vor Ort. Wenn es möglich war, half er mit und versuchte, diese zu entlasten. An diesem Tag jedoch sollte sich alles verändern.

Der Bewohner wollte kurz vor Mitternacht auf die Toilette gehen und meldete sich per Ruf bei der zuständigen Pflegekraft, um deren Unterstützung zu bekommen, da der Weg für ihn alleine zu gefährlich und er zu unsicher auf den Beinen aufgrund seiner Erkrankung war. Die Pflegekraft war in dieser Nacht jedoch mit der Situation im Wohnbereich überfordert, betrat das Zimmer und bat den Bewohner, um ein wenig Geduld. In „fünf Minuten“ wollte sie wieder da sein.

Er verlor das Gleichgewicht und stürzte.

Der Bewohner wartete und wartete, aber die Pflegekraft kam nicht wieder.  Um die Pflegekraft zu entlasten, machte er sich selbst auf den Weg zur Toilette, denn das hatte schon etliche Male vorher geklappt. Er lief schwankend zum Bad in seinem Zimmer und suchte nach dem Lichtschalter. Er verlor das Gleichgewicht und stürzte. Mühevoll versuchte er, sich während des Sturzes irgendwo festzuhalten und schrammte dabei mit seinem Kopf vorbei, knallte auf das Waschbecken und fiel zu Boden. Er verlor das Bewusstsein.

Die Pflegekraft schaffte es erst um 0:15 Uhr, das Zimmer des Bewohners aufzusuchen und wollte ihn, wie geplant, zur Toilette begleiten. Als sie das Zimmer betrat, fand sie den Bewohner im Bad in einer großen Blutlache mit klaffender Platzwunde und ohne Puls vor. Die Pflegekraft fing sofort mit der Reanimation an, rief den Notarzt und kämpfte um das Leben des Bewohners. Als der Rettungsdienst eintraf, hatte der Bewohner einen sehr flachen Puls. Der Rettungsdienst nahm den Bewohner sofort mit, um ihn ins nächstgelegene Krankenhaus zu bringen. Der Bewohner verstarb gegen 03:00 Uhr an einer schweren Hirnblutung. Er starb, weil er die Pflegekraft, welche in der Nacht mit einem Kollegen zu zweit für über 110 Bewohner zuständig war, entlasten wollte. Diese Uhr hat mich viele Jahre begleitet und wurde für mich zu einem Symbol, sie wurde für mich zur „Uhr der Schande“. Nun ist es an der Zeit, diese Uhr weiterzugeben,  um vielleicht auch Sie zum Nachdenken zu bringen.

Diese Uhr wurde beim Sturz zerstört und blieb genau zu diesem Zeitpunkt mit zersplittertem Glas stehen. Die Uhrzeit zeigt 23:58 Uhr. Die Situation in den Pflegeberufen ist nicht mehr „fünf vor Zwölf“ oder „zwei Minuten vor Zwölf“, es ist schon weit danach.

Es wird Zeit, dass Sie handeln, fernab jedes Parteibuches zum Wohle der Bürger, welche einen Lebensabend in Würde und mit der bestmöglichen Versorgung verdient haben. Diese Uhr ist ein Sinnbild, wie schnell jeder von uns ein Teil dieses kranken Gesundheitssystems werden kann.“

Die Uhr der Schande.
Foto: privat




Halloween in der GSCHWÄTZ-Redaktion

In der Nacht vom 31. Oktober auf den 01. November 2018 sind die Friedhofsbewohner wieder auf Betriebsausflug. Untote, Zombies, Hexen, Geister und Vampire treiben ihr Unwesen. Auch von uns haben die gruseligen Gestalten Besitz ergriffen.

Die Redaktion des Grauens.
Foto: GSCHWÄTZ

Redakteurin Nadja Fischer wurde als erstes zu einer Untoten verwandelt. Danach verwandelte sie unsere Bürokatze Flocke – in einen Besen. Mit diesem Besen flog Hexenmeistern Dr. Sandra Hartmann zum Hexenkonvent nach Öhringen, während die Untote Nadja Fischer mit Vampir Kristina Dorn und Zombie Elke Brand nach Künzelsau flog, um Angst und Schrecken zu verbreiten.

Kristina Dorn – der Vampir.
Foto: GSCHWÄTZ

Elke Brand – der Zombie.
Foto: GSCHWÄTZ

 

Dr. Sandra Hartmann – die Hexe.
Foto: GSCHWÄTZ

KLEINE INFO: In Hohenlohe gehen besonders in den kleineren Ortschaften in der Halloween-Nacht wieder viele Kinder von Haus zu Haus, um in gruseligen Kostümen nach Süßigkeiten zu fragen. Dieser Brauch geht auf die alten Kelten zurück. Sie feierten damals Samhain, eine Art Totenfest. Samhain bedeutet so viel wie Ende des Sommers und wurde dementsprechend zum Winteranfang des keltischen Kalenders gefeiert.

Am 31. Oktober bleibt der Friedhof wegen Betriebsausflug geschlossen.
Foto: GSCHWÄTZ/Archiv