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The summer I turned zurück zur wahren Liebe

The summer I turned pretty (TSITP) – Eine Teenie-Serie auf Amazon Prime zieht Millionen von Millenials weltweit in den Bann. Am vergangenen Mittwoch endete die dritte und letzte Staffel mit einem großen Finale. Nun soll es auch noch einen Film dazu geben.

Trio infernale

Warum aber fiebern Millionen Menschen in den 30er und 40ern einem Teenie-Trio mit, bei welchem es eigentlich nur um eine Frage geht: Wer wird am Ende das Herz der Hauptdarstellerin Belly gewinnen? Conrad oder Jeremiah? (Conrad hat „gewonnen“, das ist seit vergangenen Mittwoch bekannt).

Wir kennen diese Dreier-Liebes-Konstellation bereits aus zahlreichen Serien  und Filmen wie etwa The Vampire Diaries, Twilight oder auch, lange, lange ist es her, Filmen wie „Sabrina“ aus den 1960er Jahren mit Audrey Hepburn (1954). Sabrina, gespielt von Audrey Hepburn, steht zwischen den Brüdern Linus und David – also ähnlich wie die Brüder Conrad und Jeremiah.

Versteckte „Easter eggs“ in den einzelnen Episoden

Die Autorin Jenny Han hat  bei TSITP zahlreiche bekannt Elemente aus eben diesen bekannten Vorgänger-Filmen und Serien eingebaut – das Plakat zur aktuellen Staffel sieht etwa dem damaligen Poster von „Sabrina“ erstaunlich ähnlich. Das ist beabsichtigt von Jenny Han, die sich jedes Mal freut, wenn die Fans ihre so genannten „Easter Eggs“ auch in den einzelnen Episoden entdecken.

Taylor Swift als leitende Musik-Inszenierung im Hintergrund

Damit sind nicht nur filmische Allegorationen gemeint, sondern auch vorausschauende Elemente, Wegweiser, die Signale senden, welcher Mann es am Ende sein wird, etwa den steigenden Herzschlag im Hintergrund, der immer dann erklingt, wenn wieder eine intime Nähe zwischen Belly Conrad entsteht. Oder die Taylor Swift Songs, inhaltlich passend zur jeweiligen Szene gewählt. Taylor Swift, die erfolgreich wurde, in dem sie so authentisch über die Liebe, Liebeskummer und darüber, wie man von anderen Menschen behandelt werden möchte, in so lyrisch-treffenden Worten singt, wie kaum eine andere Sängerin.

Jedes Details, jedes Bild an der Wand, ist bewusst gewählt und hat einen symbolischen Aussage-Charakter

Die Serie ist eine Liebes-Komposition an alle Fans, jedes Detail sitzt. Jedes Bild an den Wänden in den schmucken Häusern und Wohnungen hat eine bewusste Bedeutung. Man spürt wie sehr Jenny Han und der Cast diese Serie zum Besten generieren wollten. Bis zum Schluss gab es ein großes Verwirrspiel, wer am Ende mit Belly ein Happy End in Paris hat. Hierzu wurden sogar Filmszenen im vergangenen Jahr gefaked, die Fans im Internet verbreiteten. Man sieht darin Belly und Jeremiah mit einem Filmteam in Paris bei den Dreharbeiten, nur in der Serie kommt Jeremiah nicht nach Paris, nur Conrad. Eine bewusste Inszenierung, um eine falsche Fährte zu legen – oder aber vielleicht schon die Dreharbeiten für den Film, der noch released wird? Der gesamte Cast hält sich bedeckt.

Der Glaube an die einzig wahre, große Liebe

Das Finale aber war dadurch nicht vorhersehbar, was das Ganze umso interessanter machte. Aber warum zieht diese Serie nicht nur Teens vor die Streamingplattform Amazon Prime, sondern auch 20er, 30er und 40er? Wir erinnern uns an die erfolgreichsten Serien der 90er – etwa Dawson’s Creek – ebenfalls mit einem derzeit unglaublichen Serien-Comeback der Hauptdarsteller Joey und Pacey, gespielt von Katie Holmes und Joshua Jackson, die das erste Mal seit damals wieder gemeinsam vor der Kamera stehen und derzeit HAPPY HOURS drehen, ebenfalls eien Streaming-Serie. Die Fans können ihr Glück kaum fassen, da die Joey-Pacey-Liebes-Geschichte der beiden aus Dawsons Creek von vor über 20 Jahren damit gefühlt weitergesponnen wird. Was für ein Revival.

Ewige Verbundenheit

Diese Serien erinnern uns daher an das, worum es eigentlich immer bei allem geht. Um die Liebe. Um den Wunsch nach Seelenverwandtschaft in einer Welt, die sich immer mehr aufzulösen scheint. Um echte Menschen und echte Gefühle, um bedingungslose Loyalität und ewige Verbundenheit. Um den Glauben an die einzig wahre, große Liebe, die niemals endet und an welche wir einst in unserer Kindheit auch wirklich geglaubt haben.

 




„überfahren“ oder „angefahren“? Große Unterschiede beim Strafmaß

Klar ist: Der 18-Jährige hatte einen Streit mit einem 12-Jährigen. Wenig später, gegen 20.30 Uhr ist der 12-Jährige tot. Es ist  Donnerstag, den 15. September 2025, 20.30 Uhr. Feuerwehr. Rettungskräfte und Polizei sind sofort zur Stelle. Der Unfallort ist Ein Parkplatz zwischen Edeka und Rossmann in Niedernhall.

Angefahren oder überfahren, das ist die große Frage

In der Pressemitteilung der Polizei und der Staatsanwaltschaft steht später in der Überschrift, dass der 12-Jährige überfahren wurde, im Text selbst steht „angefahren“. Das ist ein beachtlicher Unterschied, weil „angefahren“ auch schlicht ein Versehen und kein Vorsatz des Fahrers darstellen kann. Vielleicht ist sogar der 12-Jährige mit seinem Fahrrad auf das Auto gefahren, daraufhin hingefallen und überrollt worden.

Heftige Bilder am Unfallort

In Niedernhall und der Region selbst kursieren die wildesten Theorien darüber, wie der Junge zu Tode kam. Ersthelfer berichten von heftigen Bildern am Unfallort, von einem komplett überfahrenen und unter dem Auto noch mitgeschleiften Jungen, dessen Gesicht danach kaum wiederzuerkennen gewesen sei. Er habe wohl unter dem Auto des 18-Jährigen geborgen werden müssen.

„Die Ermittlungen zum Unfallhergang dauern noch an!

Auf GSCHWÄTZ-Nachfrage bezüglich den widersprüchlichen Aussagen in der offiziellen Pressemitteilung zum Unfallvorgang antworten die Staatsanwaltschaft und die Polizei auffallend einsilbig: „Die Ermittlungen zum konkreten Unfallhergang dauern noch an“, heißt es etwa von Seiten der Staatsanwaltschaft Heilbronn.  Ersthelfer sprechen dagegen von heftigsten Bildern am Unfallort und von einer klaren Sachlage, nämlich, dass der Junge eindeutig überfahren worden sei. Dies wird nun ein Gericht klären müssen.

Vorsatz oder fahrlässig?

Beim Strafmaß ist es ein großer Unterschied, ob der Fahrer den jungen aus Versehen angefahren hat oder ob er ihn absichtlich überfahren und noch mitgeschleift hat. War es Vorsatz oder fahrlässig? Das Urteil schwankt daher zwischen fahrlässiger Körperverletzung mit Todesfolge bis hin zu Mord aus Heimtücke (bei von hinten überfahren etwa) – gibt es eine Gelstrafe oder 15 Jahre Gefängnis? Aufgrund des Alter des Fahrers könnte man noch das Jugendstrafrecht greifen lassen oder aber das Erwachsenenstrafrecht. Auch das macht einen großen Unterschied.

Jugendstrafrecht oder Erwachsenenstrafrecht

Würde der Fahrer etwa verurteilt werden auf Basis des Jugendstrafrechts mit dem Urteil fahrlässige Körperverletzung mit Todesfolge (das wohl mildeste aller Urteile). könnte er mit einer Geldstrafe oder mit 2 Jahren Freiheitsstrafe rechnen. Sollte der eher unwahrscheinliche Fall eintreten, dass er wegen Mordes als Erwachsener angeklagt hat, müsste er eine lebenslange Freiheitsstrafe befürchten, wobei in Deutschland Verurteilte im Durchschnitt 18 Jahre im Gefängnis verbringen, bevor sie für eine vorzeitige Entlassung in Betracht gezogen werden.

Am häufigsten werden Täter in Deutschland wegen Totschlags verurteilt

In den seltensten Fällen und nur bei extrem schweren Verbrechen werden Menschen allerdings aufgrund von Mord aus Heimtücke verurteilt, da dies auch oft schwer zu beweisen ist. Am häufigsten werden Täter wegen Totschlages verurteilt. Dabei drohen Strafen nicht unter fünf Jahren.

 




Opfer-Bashing nach Drama in Niedernhall

Opfer-Bashing nach dem Drama in #Niedernhall? Vor einer Woche wurde ein 12-Jähriger auf einem Supermarktplatz in dem kleinen hohenlohischen Kocherstädtchen totgefahren.

Kritische Stimmen hinter den Kulissen und auch in öffentlichen Kommentaren gegenüber den Eltern des Opfers mehren sich

Ein 18-Jähriger muss sich deswegen derzeit verantworten. Nun mehren sich Stimmen, die Kritik an dem Opfer und seiner Familie üben. Warum war der Junge um 20.30 Uhr noch unterwegs? Wo waren seine Eltern zu diese Zeit? Wo aber bleiben die Fragen an den vermeintlichen Täter? Falls der Junge nicht „nur“ versehentlich angefahren, sondern vorsätzlich überfahren wurde, müsste doch eines klar sein. Die Hintergründe bezüglich beider Elternhäuser hat eine untergeordnete Rolle zu spielen.

Solche Taten dürfen nicht zu unserem Alltag werden

Die zentrale Aussage muss sein: Ein Mensch darf niemals einen anderen Menschen vorsätzlich verletzen. Hier haben diese Verletzungen bis zum Tod geführt. Solche Taten dürfen nicht zu unserem Alltag werden.

Ein Kommentar von GSCHWÄTZ-Herausgeberin Dr. Sandra Hartmann. #GSCHWÄTZ #Kommentar #drsandrahartmann #Polizei #Unfall #edeka #Gericht




„Fix und fertig, aber auch unheimlich stolz und glücklich“

Yvonne aus Neuenstein lief zum ersten Mal den ebm-Papst-Marathon am vergangenen Wochenende in Niedernhall.

Nur rund drei Monate einmal wöchentlich trainiert – mit einem unglaublichen Ergebnis

Seit Mai trainierte die 39–Jährige einmal wöchentlich. 10 Kilometer am Stück lief sie bis dato nur zweimal. An dem Event selbst lief sie ihn in einer neuen Rekordzeit für sie. Anstatt 1:16 kam die dreifache Mutter nach nur 59 Minuten ans Ziel.

Fast 1.000 Läufer beim 10-Kilometer-Feld

Am meisten beflügelten sie die Zuschauenden am Rand der Strecke. Sie wurde beachtliche 17. in ihrer Altersklasse. Insgesamt liefen fast 1.000 Menschen den 10-Kilometer-Lauf an diesem Tag – es war damit das größte Starterfeld an der Sportveranstaltung. Daneben gab es natürlich auch noch ein Starterfeld für den Halbmarathon und den 42-Km-Lauf.

„Fix und fertig, aber auch unheimlich stolz“

„Fix und fertig“ war Yvonne nach eigenen Angaben nach dem Lauf, aber auch „unheimlich stolz und glücklich“. Überschattet wurde das Großereignis von dem Tod eines Zwölfjährigen zwei Tage zuvor.

Vor jedem Lauf wurde daher eine Schweigeminute in Gedenken an den Jungen eingelegt. Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck sagte, die Stadt sei mit der Familie im Austausch.




Nach Drama in Niedernhall: Mutter des überfahrenen Jungen (†12) meldet sich zu Wort

Niedernhall – Nachdem ein 18-Jähriger einen Zwölfjährigen mit seinem Auto auf einem Parkplatz in Niedernhall (Baden-Württemberg) am Donnerstagabend angefahren hatte und dieser tödlich verunglückt war, meldeten sich nun seine Eltern zu Wort.

Das verstorbene Kind war das einzige von Vanessa und ihrem Ehemann.

„Niemand auf dieser Welt kann unseren Schmerz fühlen“, sagte sie gegenüber BILD.

Die Eltern saßen auf dem Parkplatz, direkt gegenüber einem Blumenmeer, an der Stelle, an der ihr Sohn getötet worden war. Aus einem Bluetooth-Lautsprecher erklang leise melancholische Musik.

Fremde und Freunde der Familie legten Blumen und Kerzen an der Unglücksstelle nieder und versuchten, die trauernden Eltern zu unterstützen.

Vanessa erinnerte sich: Ihr Sohn war gegen 20.20 Uhr mit seinem besten Freund zum Supermarkt gefahren – die beiden kannten sich seit dem Kindergarten und waren immer zusammen unterwegs gewesen.

So soll sich der tragische Vorfall in Niedernhall abgespielt haben

Die Tragödie ereignete sich auf diesem Parkplatz bei einem Supermarkt.© Montage: Marius Bulling/dpa, Marius Bulling/dpa

Auf dem Parkplatz gerieten die beiden Kinder in Streit mit dem 18-Jährigen und dessen 16-jährigem Freund.

Als die Jungen mit einem Fahrrad und einem Tretroller davonfahren wollten, setzten sich die Älteren in das Auto des Volljährigen.

Sie sollen die Kinder verfolgt haben und fuhren schließlich den Zwölfjährigen an – er stürzte und verstarb noch an der Unglücksstelle an seinen schweren Verletzungen.

Bisher ist unklar, ob sich Opfer und Täter kannten. Der 18-Jährige konnte am Freitag festgenommen werden und befindet sich aktuell in Untersuchungshaft – gegen ihn wird nun wegen Totschlags ermittelt.

Am Wochenende fand der traditionelle Marathon in der baden-württembergischen Gemeinde statt – allerdings unter veränderten Bedingungen.

Für das verstorbene Kind wurde eine Schweigeminute abgehalten, zum Start des Laufes erklang keine Musik, und die Fahnen wurden als Zeichen der Trauer auf halbmast gesetzt.




18-Jähriger überfährt 12-Jährigen – Kind stirbt noch an der Unfallstelle

Am Donnerstag, den 11.9.2025, wurde in Niedernhall ein 18-Jähriger festgenommen, nachdem er zuvor einen 12-Jährigen mit seinem Auto überfahren haben soll.

Gegen 20:20 Uhr waren der Heranwachsende und dessen Begleiter auf dem Parkplatz eines Supermarktes in der Criesbacher Straße aus bisher ungeklärten Gründen mit zwei Kindern in verbalen Streit geraten. Als sich die beiden 12 und 13 Jahre alten Jungen auf einem Fahrrad und einem Tretroller von der Örtlichkeit entfernten, sollen sich der 18-Jährige und sein 16-jähriger Begleiter in den Audi des Älteren gesetzt, den Kindern gefolgt und den 12-Jährigen auf seinem Fahrrad angefahren haben.

Das Kind stürzte daraufhin und wurde so schwer verletzt, dass es unmittelbar auf dem Parkplatz verstarb. Sein 13-jähriger Begleiter blieb unverletzt. Der Audi-Fahrer wurde noch vor Ort vorläufig festgenommen und wird im Laufe des Tages einem Haftrichter vorgeführt. Das Kriminalkommissariat Künzelsau hat die Ermittlungen aufgenommen.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Heilbronn, Außenstelle Schwäbisch Hall und des Polizeipräsidiums Heilbronn




Schockierende Aufnahmen von Überwachungskamera – Mann ersticht 23-Jährige in Straßenbahn und niemand unternimmt etwas

Die 23-jährige Ukrainerin Iryna Zarutska starb nach einer Messerattacke. Ihr gewaltsamer Tod wird in den USA nun zum Politikum. US-Präsident Trump macht den Fall zur Chefsache. Unterdessen meldet sich die Familie der Getöteten zu Wort. Der Aufschrei bei anderen öffentlichen Morden ist dagegen weitaus höher gewesen wie bei Iryna Zarutska. Warum schweigt die Welt? Hier geht es direkt zum Artikel und dem Video.

Outrage Ensues Over Murder of Ukrainian Refugee Iryna Zarutska – YouTube

Die Bilder der Überwachungskamera sind erschütternd.

Der grausame Tod von Iryna Zarutska macht nicht nur in den USA Schlagzeilen. Der Hashtag „Say her name“ kursiert in den sozialen Medien – „sagt ihren Namen“, erinnert an Iryna, so lautet der Appell, da viele große Medien dem grausamen Mord bislang kaum Beachtung schenken. Tausendfach kursieren die Bilder der Überwachungskamera, die den heimtückischen Anschlag vom späten Abend des 22. August 2025 in Charlotte (North Carolina) zeigen. Auch private Bilder der Ukrainerin, die vor dem Krieg in ihrer Heimat geflohen war und sich in den USA in Sicherheit wähnte, werden in den sozialen Netzwerken viel geteilt.

Längst ist der tödliche Übergriff in einem Zug der Linie „Lynx Blue Line“ zu einem Politikum geworden. Denn der Tatverdächtige, ein Schwarzer namens Decarlos Brown Jr., war offenbar psychisch krank und mehrfach vorbestraft. Eine Gemengelage, die die Republikaner rund um Donald Trump zur Grundsatzdebatte anstachelte.

Trump geißelt „Wiederholungstäter“ und fordert Todesstrafe

Der US-Präsident äußerte sich dabei höchstselbst zu dem Mord. In einem Video, das im Oval Office aufgenommen wurde, zeigte er Bilder von Opfer und Angreifer und verurteilte die Attacke aufs Schärfste: „Wir können nicht zulassen, dass gewalttätige Wiederholungstäter weiterhin Zerstörung und Tod verbreiten“, sagte der Republikaner unter anderem. „Wir müssen genauso brutal sein wie sie. Das ist das Einzige, was sie verstehen.“

In einer Nachricht auf Truth Social forderte Trump am Mittwoch die Todesstrafe für den Angreifer. Es dürfe keine andere Option geben.

Auch andere Akteure der MAGA-Bewegung sprangen ihm bei. Prominente Wortführer – darunter Vizepräsident J.D. Vance, Regierungssprecherin Karoline Leavitt, Tech-Unternehmer Elon Musk und zahlreiche Influencer wie etwa Charlie Kirk – haben sich mittlerweile geäußert.

Hätte „hinter Gitter sein müssen“

Auch FBI-Chef Kash Patel schaltete sich ein, und versprach Ermittlungen auf Bundesebene – warum und mit welcher Stoßrichtung genau, verriet er nicht.

In US-Medien wird deshalb bereits spekuliert, ob dem Täter nun womöglich die Todesstrafe drohe. Die Sprecherin des Weißen Hauses ging bei einer ihrer Pressekonferenzen auf den Fall ein. Das Verbrechen an der jungen Frau, die gerade auf dem Heimweg von ihrer Arbeit in einer Pizzeria war, sei „komplett vermeidbar“ gewesen, sagte Leavitt. Der mutmaßliche Angreifer sei mehrfach vorbestraft gewesen und hätte „hinter Gittern sein müssen“.

Die Regierungssprecherin kommentierte ihre eigene Ansprache anschließend auf X noch mit den Worten: „Iryna Zarutska sollte noch am Leben sein. Aber Demokraten, liberale Richter und schwache Staatsanwälte verfolgen lieber eine woke, sanfte Agenda gegen Kriminalität, als Gewalttäter einzusperren.“

Karolin Leavitt zeigte bei ihrer Pressekonferenz auch Fotos von Opfer und mutmaßlichem Täter EB / AFP)
Karolin Leavitt zeigte bei ihrer Pressekonferenz auch Fotos von Opfer und Täter.Quelle: AFP/SAUL LOEB

Der Autor und Kommentator Dinesh S‘ Souza wiederum hatte schon kurz nach der Tat behauptet: „Wenn der Killer ein Weißer gewesen wäre, würde darüber berichtet werden. Natürlich würde es überall Schlagzeilen machen, wenn ein Weißer einen Schwarzen getötet hätte.“

Manche Kritiker behaupten, wäre sie schwarz und nicht weiß gewesen, wäre darüber mehr berichtet worden

Einige Internetusern wiesen denn auch darauf hin, dass die „New York Times“ erst vergleichsweise spät und dann auch eher kritisch in die Berichterstattung eingestiegen war. In ihrem Artikel machte die Zeitung weniger den Mordfall selbst als vielmehr seine Instrumentalisierung zum Thema: „Ein grausamer Mord in North Carolina entfacht einen Feuersturm auf der rechten Seite“, lautet die Überschrift der „NYT“.

„Genau so muss man auf Kriminelle reagieren“

US-Vizepräsident Vance wiederum attackierte politische Gegner. Er schrieb auf X: „Die große Lüge der Demokraten über Gewaltkriminalität lautet, sie sei ‚systemisch‘ und daher trage niemand wirklich die Verantwortung. (…) Die Realität ist, dass die überwiegende Mehrheit der Gewaltverbrechen von einer sehr kleinen Gruppe von Menschen begangen wird, und wir sollten sie ins Gefängnis werfen.“

Weidel: „Genau so werden wir es als AfD tun“

In Deutschland bekommt der Tod der jungen Frau in den sozialen Netzwerken ebenfalls Aufmerksamkeit. Auch die AfD schaltete sich ein. Parteichefin Alice Weidel teilte die Botschaft von Donald Trump auf der Plattform X und zog eine Parallele zu Deutschland: „Genau so muss man auf Kriminelle reagieren, wie es Donald Trump tut. Genau so werden wir es als AfD tun und unser schönes Land von migrantischen Kriminellen befreien. Die Deutschen haben Recht und Gesetz verdient. Mit uns werden sie es bekommen. (…)“. Dass Decarlos Brown Jr. kein Migrant, sondern gebürtiger US-Amerikaner ist, fällt dabei unter den Tisch.

Iryna Zarutskka auf einem Privatbild
Iryna Zarutska auf einem Privatbild. Quelle: via REUTERS/IRYNA ZARUTSKA VIA INSTAGRAM

Inmitten der lauten Debatte gerät die Trauer der Familie von Iryna Zarutska beinahe in den Hintergrund. Die Angehörigen gaben laut US-Medien nun bekannt, dass ihre Tochter nicht in der Ukraine, sondern in den USA beerdigt werden soll. Die junge Frau habe das Land geliebt, hieß es zur Begründung.

Das Model hat die USA geliebt

Im Internet kursieren derweil neue Videobilder der heimtückischen Attacke. Sie entfachen eine weitere Debatte über Themen wie Verantwortung und Zivilcourage. Denn die Bilder zeigen auch, dass die 23-Jährige von allen Augenzeugen im Stich gelassen wurde.

Keine Zivilcourage sichtbar

Mehrere Menschen, die in unmittelbarer Nähe des späteren Opfers saßen, blieben einfach sitzen. Andere verließen nach der Attacke und dem Abgang des Angreifers zügig ihre Sitzplätze. Niemand aber wandte sich an die auf ihrem Sitz gebliebene Frau. Eine Verletzung ist auf den Videoaufnahmen nicht sichtbar. Erst als Zarutska vom Sitz rutschte und Blut über den Boden floss, versuchte ihr ein Mann zu helfen.

Wegen Mordes angeklagt.

Der 34-Jährige soll der vor ihm sitzenden Frau den Ermittlungen zufolge mit einem Klappmesser dreimal in den Nacken und die Hände gestochen haben, die Verletzungen waren binnen Minuten tödlich. Der Tatverdächtige wurde kurz nach dem Messerangriff gefasst und wegen Mordes angeklagt.




Niedernhall: Jugendlicher bedroht 14-Jährige mit Luftdruckpistole, schießt im Bus und darf nach polizeilicher Befragung nach Hause

In Niedernhall (Hohenlohekreis) ist es am Samstagnachmittag zu einem größeren Polizeieinsatz gekommen. Ein 16-Jähriger soll zunächst an einer Bushaltestelle ein 14 Jahre altes Mädchen mit einer schwarzen Pistole bedroht haben. Auch während der anschließenden Busfahrt hielt er die Waffe nach Polizeiangaben erneut vor ihr Gesicht und sorgte damit für Aufregung unter den Fahrgästen.

Beim Aussteigen soll der Jugendliche schließlich drei Mal in den Innenraum des Busses geschossen haben. Das teilte die Polizei am Montag mit. Verletzt wurde niemand.

14-Jährige mit Luftdruckpistole bedroht: Polizei stellt Waffe sicher

Kurz nach dem Vorfall fand die Polizei den Jugendlichen in Niedernhall. Der 16-Jährige wurde nach seiner vorläufigen Festnahme von der Polizei befragt, die Waffe wurde sichergestellt, und anschließend durfte er wieder nach Hause. Gegen ihn wird nun wegen Bedrohung, versuchter gefährlicher Körperverletzung und eines Verstoßes gegen das Waffengesetz ermittelt.

Ähnlicher Vorfall in Neckarsulm: Mann schießt auf Fußgänger

In Neckarsulm-Amorbach (Kreis Heilbronn) hat sich am Sonntagnachmittag ein ähnlicher Vorfall ereignet: Ein Mann soll laut Polizei vom Balkon aus mit einer Schreckschusswaffe auf Passanten geschossen haben.

Die Polizei rückte an und stellte fest, dass es keine scharfe Waffe war. Bei der Durchsuchung der Wohnung wurden weitere Schreckschusswaffen gefunden. Der 60-Jährige mutmaßliche Schütze soll zudem betrunken gewesen sein. Die Ermittlungen dauern an.

Bad Mergentheim: Zeugen beobachten Schüsse

In der Nacht zum Sonntag sollen laut Polizei auch in Bad Mergentheim (Main-Tauber-Kreis) Schüsse gefallen sein. Gegen 23 Uhr meldeten Zeugen, dass ein Mann in der Innenstadt in der Türkengasse mit einer Pistole geschossen habe. Mehrere Polizeistreifen rückten sofort aus, konnten den Schützen jedoch nicht mehr antreffen. Verletzt wurde niemand. Die Polizei sucht nun nach weiteren Zeugen.

Welchen Schaden eine Luftdruckpistole anrichten kann

Eine Luftdruckpistole kann durch das Geschoss selbst schwere Verletzungen wie tiefe Stichwunden oder sogar Knochenbrüche verursachen, insbesondere wenn die Mündungsenergie hoch ist, was je nach Kaliber und Modell gefährlich sein kann. Neben physischen Verletzungen können auch Gehörschäden durch den Schussknall auftreten, sowie langfristige Schäden durch Bleivergiftung, wenn die Diabolos aus Blei sind und nicht richtig gehandhabt werden. 

Physikalische Verletzungen
  • Stich- und Schnittwunden:

    Geschosse können tiefe Wunden verursachen, die medizinische Versorgung erfordern. 

  • Knochenbrüche:

    Bei höherer Mündungsenergie kann ein Geschoss schwere Verletzungen wie Knochenbrüche verursachen. 

  • Prellungen und Quetschungen:

    Auch weniger starke Schüsse können Prellungen und Gewebeverletzungen verursachen. 

Gehörschäden 
  • KnalltraumaDer laute Schussknall einer Luftpistole kann zu einem Knalltrauma und Gehörverlust führen, insbesondere bei häufiger oder ungeschützter Anwendung.

Darüber hinaus steht außer Frage, dass allein die Bedrohung mit einer derartigen Waffe zu schweren emotionalen Traumata für die Opfer führen kann.




Merz: „Gefährdung des Friedens in ganz Europa“

Kampfjets haben über Polen mehrere mutmaßlich aus Russland stammende Drohnen abgeschossen. Was ist über den Vorfall bekannt und was bedeutet er für die NATO? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Mit wachsender Unruhe hat Polen in den vergangenen Wochen beobachtet, dass immer wieder Drohnen aus dem Osten in seinen Luftraum eingedrungen waren. Nun hat die polnische Luftwaffe durchgegriffen: Während eines russischen Angriffs auf die Ukraine wurden mehrere unbemannte Flugobjekte abgeschossen.

Merz sieht „Gefährdung des Friedens in ganz Europa“

Merz (CDU) sieht den Frieden in Europa gefährdet. Er teile die Einschätzung des polnischen Regierungschefs Donald Tusk, „dass dies eine ernsthafte Gefährdung des Friedens in ganz Europa ist“, sagte Merz am Mittwochabend in Berlin. Es teile auch Tusks Einschätzung, dass „die russische Darstellung, dies sei ein Zufall oder ein Versehen gewesen, nicht glaubhaft ist“, betonte Merz. Innerhalb der Nato und der EU müssten nun die Konsequenzen des Vorfalls besprochen werden.

Merz sprach von einer „neuen Qualität von Angriffen, die wir aus Russland sehen“. Die Nato-Luftabwehr habe zwar funktioniert, aber nicht so gut, wie sie hätte funktionieren müssen. „Das wird Diskussionen in der Nato auslösen. Das wird Diskussionen natürlich auch in der Europäischen Union auslösen.“

Deutschland und die Nato blieben entschlossen, „die Verteidigungsbereitschaft und die Verteidigungsfähigkeit des europäischen Teils der Nato signifikant zu erhöhen“.

Tusk: Verbündete bieten Hilfe bei Luftverteidigung an

Polen hat nach Angaben von Ministerpräsident Donald Tusk von den europäischen Verbündeten konkrete Hilfsangebote zur Luftverteidigung erhalten. Tusk schrieb auf dem Portal X, er habe mit Bundeskanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, dem britischen Premier Keir Starmer, Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni sowie Nato-Generalsekretär Mark Rutte gesprochen.

Was genau ist passiert?

In der Nacht auf Mittwoch hat – inmitten einer russischen Angriffswelle auf die Ukraine – eine größere Zahl von Drohnen den polnischen Luftraum verletzt. Das Oberkommando der Armee sprach von „mehr als einem Dutzend“. Aus der NATO heißt es, in Polen seien mehr als zehn Objekte vom Radar erfasst worden. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius geht von einem gezielten Flug der Drohnen aus. Es gehe um 19 Drohnen vom Typ Shahed oder baugleiche, die teilweise von Belarus aus gestartet worden seien.

Nach Angaben von Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz haben daraufhin aufgestiegene Kampfjets ihre Waffen gegen die feindlichen Objekte eingesetzt. Von der Armee hieß es, mehrere Drohnen seien zerstört worden. Nach Angaben des polnischen Innenministeriums wurden bisher sieben Drohnen und Trümmerteile einer Rakete sichergestellt. Bei der Abwehr der Drohnen hat nach Angaben der NATO auch die Flugabwehr der Allianz unterstützt.

Einige Flughäfen waren vorübergehend geschlossen, darunter auch der internationale Flughafen in Warschau sowie die Airports in Lublin und Rzeszow im Osten des Landes.

Warum hat dieser Vorgang eine neue Dimension?

Bisher hat Polen bei russischen Luftangriffen gegen die Ukraine regelmäßig eigene Kampfjets und die in Polen stationierten Maschinen der NATO-Partner aufsteigen lassen. Das diente aber nur der Überwachung. Seit ein paar Tagen wurde zusätzlich die Flugabwehr in Bereitschaft versetzt.

Neu an dem Vorfall jetzt ist, dass tatsächlich Flugobjekte im Luftraum über Polen abgeschossen wurden.

Ist bekannt, woher die Drohnen kamen?

Das ist noch nicht abschließend geklärt. Nach Angaben der polnischen Regierung stammen die Drohnen aus Russland. Der russische Geschäftsträger in Warschau, Andrej Ordasch, hat in einer ersten Stellungnahme aber eine Verantwortung seines Landes bestritten.

Fest steht bislang nur, dass die Drohnen zu einem Zeitpunkt in den polnischen Luftraum eingedrungen sind, als Russland massive Luftschläge gegen die Ukraine ausgeführt hat. Das EU- und NATO-Land Polen hat eine mehr als 500 Kilometer lange Grenze mit der Ukraine.

Eine russische Drohne wird im Dorf Wohyn im Osten Polens zu einem Lkw getragen.

Polen schießt russische Drohnen über eigenem Staatsgebiet ab

Wie oft sind Drohnen und andere Flugobjekte über Polen abgestürzt?

In den vergangenen Wochen hat es mehrere Vorfälle gegeben, bei denen feindliche Flugobjekte in den polnischen Luftraum eingedrungen waren. Erst am Montag wurden Trümmer einer Drohne in einem Maisfeld bei dem Dorf Polatycze in der Nähe der Grenze zu Belarus gefunden. Die Drohne habe keine Sprengladung an Bord gehabt und sei kyrillisch beschriftet gewesen, hieß es von der Staatsanwaltschaft. Es sei noch zu früh, um zu sagen, ob es sich um eine Militärdrohne oder ein von Schmugglern eingesetztes Fluggerät gehandelt habe. Verletzt wurde niemand.

Schon im August war eine Drohne in ein Feld nahe der polnischen Ortschaft Osiny gefallen und dort explodiert. Das Verteidigungsministerium sprach damals von einer russischen Militärdrohne und warf Moskau Provokation vor.

Der schwerwiegendste Vorfall ereignete sich im November 2022: Damals schlug im ostpolnischen Dorf Przewodow eine Rakete ein, zwei Männer wurden getötet. Soweit bisher bekannt, war es eine verirrte ukrainische Flugabwehrrakete.

Polizisten in Przewodow
Polizisten in Przewodow

Das Oberkommando der polnischen Armee spricht davon, dass es sich diesmal wegen der großen Zahl der Drohnen um einen nie dagewesenen Vorfall handelt. „Das ist ein Akt der Aggression, der eine reale Bedrohung für die Sicherheit der Bevölkerung dargestellt hat“, hieß es in einer Mitteilung.

Nach den Vorfällen der vergangenen Wochen dürfte es Polen aber auch darum gegangen sein, ein klares Zeichen zu setzen. So hatte Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz bereits am Dienstag gesagt, der Abschuss von Drohnen sei „gerechtfertigt“, die konkrete Entscheidung darüber müsse aber die Armee treffen.

Polen ist zusätzlich alarmiert, weil am Freitag im benachbarten Belarus das russisch-belarusische Militärmanöver Sapad starten soll. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, geht von rund 13.000 übenden Soldaten in Belarus und weiteren 30.000 auf russischem Gebiet aus. Nach Angaben aus Minsk soll das Manöver allerdings gegenüber den ursprünglichen Planungen verkleinert und von der Westgrenze ins Landesinnere verlegt werden – um die Spannungen mit dem Westen zu verringern. Polen will trotzdem seine Grenze zu Belarus schließen – aus Angst vor Provokationen.

Ein Stand von Rheinmetall auf der Fachmesse DSEI in London.
Rüstungswettlauf im Bereich Drohnen

Welches Konfliktpotenzial droht?

Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine im Februar 2022 haben Polen und die baltischen NATO-Mitglieder Angst, in den Konflikt hineingezogen zu werden. Bei den jetzigen ersten Luftraumverletzungen mit Drohnen an der Ostflanke blieb unklar, ob es sich um technische Störungen handelte. Auch Flugverteidigungssysteme können die unbemannten Systeme vom Kurs abbringen.

Europäische NATO-Militärs sagen seit geraumer Zeit, Russland wolle die Reaktion der NATO testen und Zweifel am Handlungswillen sähen. Das Bündnis hat zum Schutz des Luftraums in Polen derzeit niederländische F-35-Tarnkappenjets sowie aus Deutschland Eurofighter und „Patriot“-Flugverteidigungssysteme im Einsatz.

Ein ukrainischer Soldat steuert eine Drohne.

Hat Polen die NATO um Unterstützung gebeten?

Ja. Das Land hat ein Verfahren nach Artikel 4 des NATO-Vertrags beantragt. Er sieht Beratungen vor, wenn sich ein NATO-Staat von außen gefährdet sieht. Konkret heißt es darin: „Die Parteien werden einander konsultieren, wenn nach Auffassung einer von ihnen die Unversehrtheit des Gebiets, die politische Unabhängigkeit oder die Sicherheit einer der Parteien bedroht ist.“

Artikel 4 des NATO-Vertrags

Nach der Verletzung seines Luftraums durch russische Drohnen hat Polen bei der NATO Konsultationen gemäß Artikel 4 des Nordatlantikvertrags beantragt. Gemäß Artikel 4 kann jeder Mitgliedsstaat im Fall einer Bedrohung seiner „territorialen Integrität, politischen Unabhängigkeit oder Sicherheit“ die Einberufung einer Sitzung des Nordatlantikrates in Brüssel verlangen. Auf der Sitzung des NATO-Rats muss das Thema besprochen werden – das kann zu gemeinsamen Beschlüssen oder Maßnahmen führen, muss aber nicht.

Der Artikel wurde seit Gründung des Bündnisses 1949 sieben Mal in Anspruch genommen – zuletzt am 24. Februar 2022, dem Tag des russischen Überfalls auf die Ukraine.

Der mögliche Anwendungsbereich von Artikel 4 ist weniger klar als das in Artikel 5 des Bündnisvertrags fixierte Beistandsversprechen für den Fall eines „bewaffneten Angriffs“ auf ein oder mehrere NATO-Länder.

Der Artikel wurde seit Gründung des Bündnisses 1949 siebenmal in Anspruch genommen – zuletzt am 24. Februar 2022, dem Tag des russischen Überfalls auf die Ukraine. Beantragt wurde das damals von Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Tschechien und der Slowakei.

Dass Polen nach Artikel 5 um militärische Unterstützung der Allianz bittet, gilt vorerst als sehr unwahrscheinlich – auch weil das ein erhebliches Eskalationsrisiko bergen würde. Artikel 5 des NATO-Vertrags regelt die Beistandsverpflichtung in der Allianz und besagt, dass ein bewaffneter Angriff gegen einen oder mehrere Alliierte als ein Angriff gegen alle angesehen wird.

Artikel 5 des NATO-Vertrags

Der sogenannte NATO-Bündnisfall nach einem Angriff auf ein Mitglied der Militärallianz wird in Artikel 5 geregelt. Er lautet:
„Die Parteien vereinbaren, dass ein bewaffneter Angriff gegen eine oder mehrere von ihnen in Europa oder Nordamerika als ein Angriff gegen sie alle angesehen wird; sie vereinbaren daher, dass im Falle eines solchen bewaffneten Angriffs jede von ihnen in Ausübung des in Artikel 51 der Satzung der Vereinten Nationen anerkannten Rechts der individuellen oder kollektiven Selbstverteidigung der Partei oder den Parteien, die angegriffen werden, Beistand leistet, indem jede von ihnen unverzüglich für sich und im Zusammenwirken mit den anderen Parteien die Maßnahmen, einschließlich der Anwendung von Waffengewalt, trifft, die sie für erforderlich erachtet, um die Sicherheit des nordatlantischen Gebiets wiederherzustellen und zu erhalten.

Von jedem bewaffneten Angriff und allen daraufhin getroffenen Gegenmaßnahmen ist unverzüglich dem Sicherheitsrat Mitteilung zu machen. Die Maßnahmen sind einzustellen, sobald der Sicherheitsrat diejenigen Schritte unternommen hat, die notwendig sind, um den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit wiederherzustellen und zu erhalten.“

Welche internationalen Reaktionen gab es?

Führende westliche Politiker haben den Vorfall verurteilt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron bezeichnete die Drohnen in dem polnischen Luftraum als „schlicht inakzeptabel“. Der britische Premier Keir Starmer sprach von einer „ungeheuerlichen und beispiellosen Verletzung“ des Luftraums von Polen und der NATO.

Bundesverteidigungsminister Pistorius wertete den Vorfall als gezielte Provokation gegen die gesamte NATO. „Die wiederholten Luftraumverletzungen, aber diese in besonderer Weise durch russische Drohnen, sind inakzeptabel und sind eine gezielte Provokation, nicht nur gegenüber Polen“, sagte er. Es sei das erste Mal, dass eine derart große Anzahl von Drohnen zeitgleich in den NATO-Luftraum eingedrungen sei. „Das hat nach Einschätzung aller Experten eine neue Qualität.“ Die Antwort des Bündnisses werde klar sein, aber auch sehr besonnen.

Der britische Verteidigungsminister John Healey stellte eine Verstärkung der NATO-Luftverteidigung über Polen in Aussicht. Er habe die britischen Streitkräfte angewiesen, entsprechende Optionen zu prüfen, sagte er.

Ungarn, Tschechien und die Slowakei sprachen Polen ihre Solidarität aus, ebenso die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, EU-Ratspräsident António Costa und NATO-Generalsekretär Mark Rutte. Letzterer nannte Russlands Verhalten „absolut rücksichtslos“.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj forderte eine starke Reaktion und warnte vor einem „äußerst gefährlichen Präzedenzfall für Europa“.




Fühlt sich „unpässlich“

Der verurteilte Rechtsextremist Sven Liebich, der sich inzwischen zur Frau erklärt hat und Svenja nennt, ist abgetaucht und nicht zu seinem Haftantritt erschienen. Anstatt im Frauengefängnis seine Gefängnisstrafe anzutreten, setzt er sich einem Bericht zufolge ab.

Der Rechtsextremist Liebich, der sich zur Frau erklärt hat und jetzt Svenja heißt, hat seine Haftstrafe im Frauengefängnis Chemnitz nicht angetreten, nach ihm wird nun gefahndet. „Frau Liebich war bis heute um 18 Uhr zum Haftantritt geladen“, sagte Oberstaatsanwalt Dennis Cernota am späten. Er habe sich allerdings nicht gestellt. Gegen Liebich ergehe nun ein Vollstreckungshaftbefehl. Zu Details der Fahndungsmaßnahmen wollte Cernota „aus operativtaktischen Gründen“ keine Angaben machen.

Liebich war im Juli 2023 wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Freiheitsstrafe von insgesamt 18 Monaten ohne Bewährung verurteilt worden – damals noch als Sven Liebich. Über die Plattform X hatte Liebich angekündigt, die Haft am Freitagabend um 22 Uhr anzutreten. Vorher wollte er für Interviews bereitstehen.

Liebich jetzt Marla-SvenjaGesetz erlaubt Haftantritt des Neonazis in Frauen-JVA

Neben Journalisten hatten sich am Abend vor der Justizvollzugsanstalt in Chemnitz auch Demonstranten versammelt. Nach Angaben der Polizei waren mindestens 60 Menschen gekommen. Laut Polizei hatte die Splitterpartei Freie Sachsen die Versammlung angemeldet.

Während der Kundgebung wurde nach Angaben der Beamten auch eine Audiodatei vorgespielt. Ein Sprecher gab an, sie stamme „mutmaßlich von der Person, die heute hier die Haft antreten wollte“. Diese habe mitgeteilt, dass sie sich „unpässlich fühlt, in ein Drittland abgesetzt hat“, sagte der Polizeisprecher. Daraufhin seien sowohl die Versammlung als auch der Polizeieinsatz beendet worden.

„Nicht auf den Leim gehen“Queerbeauftragte äußert sich zum Fall Liebich

In einem Post auf der Plattform X, der unter dem Namen Liebichs abgesetzt wurde, hieß es am Abend: „Das Kunststück eines Zaubertricks: Alle Augen werden auf die Kulisse gelenkt, während das Objekt im Schatten verschwindet. Niemand wusste von meinem Entschluss – kein Anwalt, keine Familie. Was folgt? Ein internationaler Haftbefehl.“

Der Fall Liebich hatte die Debatte über das neue Selbstbestimmungsgesetz zuletzt wieder angefacht. Mit dem im November 2024 in Kraft getretenen Gesetz, das das frühere Transsexuellengesetz ablöste, wurden Änderungen des Geschlechtseintrags und des Vornamens deutlich erleichtert.

Der mehrfach verurteilte Rechtsextremist Liebich hat seinen Geschlechtseintrag geändert. Deswegen tritt er an diesem Freitag seine Haft in einem Frauengefängnis an. Ob er dort aber bleiben wird, ist fraglich.

Mehr Aufmerksamkeit erhielt der Haftantritt eines Straftäters selten: Die rechtsextreme Person „Marla-Svenja“ Liebich, in der Szene bisher bekannt und wirkmächtig als Neonazi Sven Liebich, will an diesem Freitagabend vor der Justizvollzugsanstalt (JVA) Chemnitz erscheinen. 18 Monate muss Liebich absitzen. Schon 2023 wurde er wegen Volksverhetzung, übler Nachrede, Beleidigung, Verstoßes gegen das Kunsturhebergesetz und Billigung eines Angriffskriegs schuldig gesprochen.

Diese Delikte aber spielen derzeit kaum noch eine Rolle. Der Rechtsextremist nämlich hat nach dem Urteil in erster Instanz seinen Geschlechtseintrag geändert und tritt seither als Frau in der Öffentlichkeit auf. Bei dem Berufungsverfahren vor rund zwei Monaten lackierte Liebich sich im Gerichtssaal vor laufenden Kameras die Nägel, trug dabei Sonnenhut, Bluse mit Leopardenmuster und roten Lippenstift – wohlgemerkt unter einem üppigen Oberlippenbart.

Liebich unterlag damals erneut vor Gericht, aufgrund der Änderung des Geschlechtseintrags aber sollte Liebich die Haft im Chemnitzer Frauengefängnis antreten. Zumindest vorerst.