„Auffallend viele Puzzles verkauft“ – „Manche verzichten auf Salat“ – Marktverkäufer & Einzelhändler zu drohender Schließung der Geschäfte
Corona/Hohenlohe: In den Nachbarländern wurden teilweise die Ladengeschäfte bis auf Supermärkte bereits geschlossen, in Deutschland soll Ähnliches folgen. Wir haben uns in den einzelnen Läden in Künzelsau umgesehen und mit Verkäufern gesprochen, wie die Stimmung ist angesichts des um sich greifenden Virus‘ und über die Maßnahmen, die damit verbunden eventuell schon bald kommen werden.
Wenn man am Montagnachmittag, den 16. März 2020 zum Baumarkt in der Würzburger Straße fährt, merkt man noch nichts davon, dass sich sonderlich viele an den Aufrufe des Landratsamtes und teilweise auch der Bürgermeisterämter und Schulen halten, soziale Kontakte zu meiden und wenn möglich zu Hause zu bleiben, um sich nicht anzustecken. auf dem Baumarktparkplatz parken zahlreiche Autos. Auch sind keine Menschen mit Schutzhandschuhen oder Schutzmasken unterwegs. Also alles wie immer am fast ersten Tag der quasi vorverlegten Sommerferien? Nicht wirklich. Kaum jemand hält sich beim Einkaufen mit Small Talk mit Bekannten auf, die Menschen scheinen zügiger als sonst durch die Gänge zu eilen, um noch das Nötigste zu kaufen, um auch in den nächsten Wochen in einer möglichen Komplettquaränte zu Hause werkeln zu können.
In der Künzelsauer Innenstadt genießen die Menschen die ersten frühlingshaften Temperaturen und schlürfen unter freiem Himmel ihren Café in guter Unterhaltung mit Bekannten oder Freunden. In den einzelnen Geschäften schaut es schon anders aus. Auffallend wenig ist im ansonsten stark belebten Breuninger los, auch im Häussermann ist kaum jemand zu sehen. Auch hier merken sie, wie sich das Kaufverhalten der Kunden in den vergangenen Tagen verändert habe. Auffallend viele Puzzle seien demnach verkauft worden. Die Mitarbeiter würden zeitversetzt arbeiten, damit es, wenn es einen erwische, nicht alle auf einmal betroffen sind.
Ein Obst- und Gemüseverkäufer auf den öffentlichen Märkten sagt, dass sie nun ebenfalls ein paar Dinge umgestellt hätten. Es gäbe keine Selbstbedienung der Kunden mehr. Nur eine Person kassiere und: Das gesamte Verkaufspersonal trage Handschuhe, allerdings (noch) keine Atemschutzmasken. Irgendwann komme vielleicht noch ein Absperrband für den Mindestabstand. Generell würden nun weniger Menschen auf dem Markt einkaufen, berichtet ein Verkäufer: „Manche Kunden verzichten auf Salat, sondern kaufen nur noch, was man schälen und kochen kann,“ Wie es mit Produkten aus Italien wie Zucchini und Fenchel weitergehe, wisse man aktuell noch nicht. Aber ein Mangel werde voraussichtlich kommen angesichts der katastrophalen Lage, in der sich Italien bereits befände.
In Ingelfingen ist die geschäftsmäßige Mariannenstraße noch gut besucht. Ein Einzelhändler bleibt gelassen hinsichtlich des wirtschaftlichen Schadens, der bei einer vorübergehenden Schließung angesichts der Coronavirus‘ drohe. Es gäbe ja Notfallpakete zur Unterstützung von der Bundesregierung, wie das Kurzarbeitergeld. Am morgigen Mittwoch, den 18. März 2020, will Bundeswirtschaftsminister Olaf Scholz weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Wirzschaft verkünden.






