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„Auffallend viele Puzzles verkauft“ – „Manche verzichten auf Salat“ – Marktverkäufer & Einzelhändler zu drohender Schließung der Geschäfte

Corona/Hohenlohe: In den Nachbarländern wurden teilweise die Ladengeschäfte bis auf Supermärkte bereits geschlossen, in Deutschland soll Ähnliches folgen. Wir haben uns in den einzelnen Läden in Künzelsau umgesehen und mit Verkäufern gesprochen, wie die Stimmung ist angesichts des um sich greifenden Virus‘ und über die Maßnahmen, die damit verbunden eventuell schon bald kommen werden.

Wenn man am Montagnachmittag, den 16. März 2020 zum Baumarkt in der Würzburger Straße fährt, merkt man noch nichts davon, dass sich sonderlich viele an den Aufrufe des Landratsamtes und teilweise auch der Bürgermeisterämter und Schulen halten, soziale Kontakte zu meiden und wenn möglich zu Hause zu bleiben, um sich nicht anzustecken. auf dem Baumarktparkplatz parken zahlreiche Autos. Auch sind keine Menschen mit Schutzhandschuhen oder Schutzmasken unterwegs. Also alles wie immer am fast ersten Tag der quasi vorverlegten Sommerferien? Nicht wirklich. Kaum jemand hält sich beim Einkaufen mit Small Talk mit Bekannten auf, die Menschen scheinen zügiger als sonst durch die Gänge zu eilen, um noch das Nötigste zu kaufen, um auch in den nächsten Wochen in einer möglichen Komplettquaränte zu Hause werkeln zu können.

In der Künzelsauer Innenstadt genießen die Menschen die ersten frühlingshaften Temperaturen und schlürfen unter freiem Himmel ihren Café in guter Unterhaltung mit Bekannten oder Freunden. In den einzelnen Geschäften schaut es schon anders aus. Auffallend wenig ist im ansonsten stark belebten Breuninger los, auch im Häussermann ist kaum jemand zu sehen. Auch hier merken sie, wie sich das Kaufverhalten der Kunden in den vergangenen Tagen verändert habe. Auffallend viele Puzzle seien demnach verkauft worden. Die Mitarbeiter würden zeitversetzt arbeiten, damit es, wenn es einen erwische, nicht alle auf einmal betroffen sind.

Ein Obst- und Gemüseverkäufer auf den öffentlichen Märkten sagt, dass sie nun ebenfalls ein paar Dinge umgestellt hätten. Es gäbe keine Selbstbedienung der Kunden mehr. Nur eine Person kassiere und: Das gesamte Verkaufspersonal trage Handschuhe, allerdings (noch) keine Atemschutzmasken. Irgendwann komme vielleicht noch ein Absperrband für den Mindestabstand. Generell würden nun weniger Menschen auf dem Markt einkaufen, berichtet ein Verkäufer: „Manche Kunden verzichten auf Salat, sondern kaufen nur noch, was man schälen und kochen kann,“ Wie es mit Produkten aus Italien wie Zucchini und Fenchel weitergehe, wisse man aktuell noch nicht. Aber ein Mangel werde voraussichtlich kommen angesichts der katastrophalen Lage, in der sich Italien bereits befände.

In Ingelfingen ist die geschäftsmäßige Mariannenstraße noch gut besucht. Ein Einzelhändler bleibt gelassen hinsichtlich des wirtschaftlichen Schadens, der bei einer vorübergehenden Schließung angesichts der Coronavirus‘ drohe. Es gäbe ja Notfallpakete zur Unterstützung von der Bundesregierung, wie das Kurzarbeitergeld. Am morgigen Mittwoch, den 18. März 2020, will Bundeswirtschaftsminister Olaf Scholz weitere Maßnahmen zur Unterstützung der Wirzschaft verkünden.

 

 




Situation erinnert an Tschernobyl – Besuch bei der Corona-Abstrichstelle in Belzhag

Es hat etwas Gespenstisches. Mitten im Ort ist die Straße blockiert, kaum sieht man die Blaulichter eines THW-Fahrzeugs, so versteckt ist es geparkt, eine einsame Person in gelbem Ganzkörperschutzanzug späht die Straße auf und ab. Wir schreiben den 16. März 2020. Belzhag. Hier geht es direkt zur Drive-In-Abstrichstelle zum Testen, ob man den Coronavirus hat.

Von der anderen Seite kommend erinnert die Szenerie noch mehr an einen Hollywood-Katastrophenfilm der Kategorie B-Movie oder an Tschernobyl nach dem Reaktorunfall 1986. Ein blauer Kastenwagen des THW steht gut sichtbar an der Abzweigung nach Belzhag, ein paar Verkehrsleithütchen, ein Warndreieck, auf dem „Einsatz“ steht.  Und zwei Personen in den gleichen gelben Ganzkörperschutzanzügen, mit einem Klemmbrett ausgestattet, die Autofahrer anhalten und ihnen klarmachen, daß auf diesem Weg nur noch bestimmte Personen nach Belzhag kommen: Menschen, die einen Termin in der heute eröffneten „Abstrichstelle“ des Hohenlohekreises haben, um einen Corona-Test durchführen zu lassen. Selten war man so erfreut, daß man eine Umleitung fahren muß.

Von der Abstrichstelle selbst ist wenig zu sehen, der Bereich ist recht weiträumig abgeschirmt. Viel Betrieb herrscht am frühen Nachmittag glücklicherweise noch nicht. Andererseits kann man davon ausgehen, dass man  anhand diesen geringen Betriebes nicht automatisch auf wenig Verdachtsfälle schließen kann, brauchen doch Menschen, die hierherkommen mit einem Verdacht auf Corona quasi eine Überweisung vom Hausarzt und  da kommt man bei manchen Hausärzten derzeit nur noch schwerlich telefonisch durch. Aktuelle Zahlen der Infizierten, der Todesfälle und der Geheilten im Hohenlohekreis wurden seit Samstag, den 14. März 2020 bislang nicht veröffentlicht (Stand: 17. März 2020, 05.50 Uhr).

Der Unterschied zum B-Movie: Im B-Movie ist der Himmel bedrohlich dunkel und am Horizont ist der Widerschein von Flammen zu sehen, während der Himmel über Belzhag an diesem Montag bei schönstem Sonnenschein in blau erstrahlt.

Das THW ist ein wichtiger Ordnungshelfer in dieser aussergewöhnlichen Situation. Foto: GSCHWÄTZ

Abgesperrte Straßen auf dem Weg dorthin. Foto: GSCHWÄTZ

Abgesperrte Straßen. Foto: GSCHWÄTZ

Corona-Drive-In in Belzhag. Foto: GSCHWÄTZ

Der Zugang zum Corona-Drive-In in Belzhag ist abgeriegelt und uneinsichtig. Foto: GSCHWÄTZ

Ausnahmezustand im Hohenlohekreis. Foto: GSCHWÄTZ

Text & Fotos: Matthias Lauterer

 

 

 

 

 




Pfedelbach: Mit 3,06 Promille am Steuer

Einen Wert von über drei Promille zeigte ein Alkoholtest bei einem 61-Jährigen am Samstagnachmittag, den 14. März 2020, in Pfedelbach. Das geht aus einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn hervor. Der Mann war am Samstag gegen 14 Uhr mit seinem Roller zwischen Pfedelbach und dem Friedhof im Dörrenklingenweg unterwegs, als er von einer Streife kontrolliert wurde. Nach einem Alkoholtest stellte sich heraus, dass der Promillewert des Rollerfahrers sehr deutlich über dem erlaubten Wert lag. Zudem hat er keine Fahrerlaubnis mehr. Seinen Roller musste er natürlich auf dem Friedhofsparklatz stehen lassen und nun muss er mit einer Anzeige wegen Trunkenheit im Verkehr sowie Fahren ohne Fahrerlaunis rechnen.

Einen Wert von über drei Promille zeigte ein Alkoholtest bei einem 61-Jährigen am Samstagnachmittag in Pfedelbach. Der Mann war am Samstag gegen 14 Uhr mit seinem Roller zwischen Pfedelbach und dem Friedhof im Dörrenklingenweg unterwegs, als er von einer Streife kontrolliert wurde. Nach einem Alkoholtest stellte sich heraus, dass der Promillewert des Rollerfahrers sehr deutlich über dem erlaubten Wert lag. Zudem hat er keine Fahrerlaubnis mehr. Seinen Roller musste er natürlich auf dem Friedhofsparklatz stehen lassen und nun muss er mit einer Anzeige wegen Trunkenheit im Verkehr sowie Fahren ohne Fahrerlaunis rechnen.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Künzelsau: Nächtlicher Streit artet aus

In der Nacht von Samstag, den 14. März 2020, auf Sonntag, den 15. März 2020, kam es laut einer Pressemitteilung des Poliziepräsidiums Heilbronn zwischen zwei Personengruppen vor einem Restaurant in der Künzelsauer Hauptstraße zu einer Auseinandersetzung, die mit einer Platzwunde endete. Wer den Streit begonnen hatte, ist unklar, doch zwischen einem 19-jährigen und einem 32-jährigen Mann heizte sich die Stimmung soweit auf, dass diese aufeinander losgingen. Für den 19-Jährigen endete die Auseinandersetzung mit leichten Verletzungen. Der 32-Jährige musste ins Krankenhaus gebracht werden, da er zusätzlich zu seinen Verletzungen unter erheblicher alkoholischer Beeinflussung stand, so die Polizei.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Forchtenberg/Ernsbach: Enkelkind von Großmutter angefahren

Am Freitagnachmittag, den 13. März 2020, übersah eine 62-Jährige beim Ausparken in Forchtenberg/Ernsbach ihr auf der Straße spielendes Enkelkind. Zwar schaute die Frau sich nach den spielenden Kindern auf der Straße um, bevor sie mit ihrem Golf vom Fahrbahnrand losfuhr, doch hatte sie dabei offenbar eines ihrer Enkelkinder übersehen. Vermutlich lag der Achtjährige zu diesem Zeitpunkt zum Malen auf der Fahrbahn. Das Auto überfuhr das Kind mit dem rechten Vorderrad, was zu leichten Verletzungen führte. Zur Sicherheit wurde das Kind ins Krankenhaus gebracht, um weiter untersucht zu werden.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Müllabfuhr fährt bislang noch wie gewohnt, aber Recycling- und Schwerpunkthöfe und Bürgertheke ab sofort geschlossen

Hohenlohekreis: Die Recycling- und Schwerpunkthöfe im gesamten Kreisgebiet werden mit sofortiger Wirkung bis einschließlich 18. April 2020 geschlossen. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung der Abfallwirtschaft des Hohenlohekreises hervor. Der Wertstoffhof Stäffelesrain bleibt zu den gewohnten Öffnungszeiten für die kostenlosen Annahmen geöffnet. Gebührenpflichtige Abfälle können in Stäffelesrain bis auf Weiteres nicht angenommen werden. Die Abfallwirtschaft in Künzelsau hat ebenfalls für den Besucherverkehr geschlossen. Bürger, die ein persönliches Anliegen haben, müssen sich vorab telefonisch unter der Service-Hotline 07940/18 555 anmelden. Barzahlungen können nach telefonischer Voranmeldung dienstags und donnerstags getätigt werden.

Die Abfallwirtschaft trifft diese Maßnahmen, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen und die Verbreitung des Corona-Virus weiter einzudämmen. „Die Abfälle der Bürgerinnen und Bürger werden weiterhin wie gewohnt zu den üblichen Abfuhrzeiten bequem vor der Haustüre abgeholt. Sollte es hier zu Verschiebungen kommen, werden wir umgehend darüber informieren“, so Sebastian Damm, Geschäftsführer der Abfallwirtschaft. Damm weist vor allem auch auf die Abfall-App hin, die stets aktuell über alle anstehenden Veränderungen rund um das Thema Abfall informiert. Sie steht in den gängigen App-Stores unter dem Namen „Abfallinfo HOK“ kostenlos zum Download zur Verfügung

Weitere Informationen: http://www.abfallwirtschaft-hohenlohekreis.de




Hohenlohe: Vereine schließen, Kirchen streichen Gottesdienste, Betläuten für die Kranken – Übersicht Maßnahmen der Städte/Gemeinden

Gottesdienste gestrichen, Vereine & Musikschulen stoppen ihre Angebote. Das öffentliche Leben kommt im Zuge des Coronavirus‘ auch im Hohenlohekreises immer mehr zum Erliegen.

Der TSV Ingelfingen stellt seinen Sportbetrieb vorerst bis zu den Osterferien komplett ein, ebenso der TSV Künzelsau, der auf seiner Internetseite in roter Schrift verkündet: „Der Corona Virus ist nun auch in Künzelsau und Umgebung vorhanden. Da die Schulen und Kindergärten in Baden-Württemberg ab sofort geschlossen werden, findet voraussichtlich erst wieder nach den Osterferien (20. April 2020) der Trainingsbetrieb im Verein statt.“ https://tsv-kuenzelsau.jimdofree.com/

Auch die Musikschulen, unter anderem in Krautheim, setzen ihre Angebote bis zu den Osterferien aus.

Die Stadtverwaltung Niedernhall hat ebenfalls diverse Veranstaltungen abgesagt, wie den Kinderkleiderbasar, der eigentlich am Samstag, den 14. März hätte stattfinden sollen.

In Dörrenzimmern sind ab dem 15. März 2020 alle Gottesdienste abgesagt. Der Kirchengemeinderat der Gemeinde hat beschlossen, dass bis auf Weiteres allabendlich um 19 Uhr in Dörrenzimmern, Stachenhausen und auf dem Eschenhof ein zehnminütiges Betläuten sein soll, bei dem insbesondere an die Kranken gedacht werden soll.

In Forchtenberg. Weißbach, Neuenstein und Öhringen wie auch in vielen anderen Städten und Gemeinden ist das Rathaus für den öffentlichen Publikumsverkehr geschlossen. Bürger werden zudem angehalten, soziale Kontakt auf das Mindeste zu reduzieren.

https://www.forchtenberg.de/rathaus-service/rathaus-aktuell

https://niedernhall.de/wichtige-aktuelle-mitteilungen-finden-sie-auch-immer-in-unserem-bekanntmachungsblatt

https://www.gemeinde-weissbach.de/

https://www.oehringen.de/home.html

https://www.krautheim.de/index.php?id=3&no_cache=1

https://www.doerzbach.de/

http://mulfingen.de

https://www.kupferzell.de/startseite

http://www.schoental.de

https://www.waldenburg.de/

https://www.neuenstein.de/startseite

https://www.pfedelbach.de/de/startseite/

 

 

 

 

 

 

 




„Rennen verloren“ – Timmy Hatton sollte nach Georgien „entlassen“ werden, aber der Traum platzt

Seit ein paar Tagen darf seine hochschwangere Frau nun nicht mehr fliegen und noch immer sitzt das Ehepaar Hatton in Aserbaidschan fest, nun aber ein 500 Kilometer weiter, kurz vor der Grenze zu Georgien (wir berichteten https://www.gschwaetz.de/2020/03/04/der-fall-timmy-hatton-ein-neuensteiner-wird-mit-seiner-hochschwangeren-frau-in-aserbaidschan-festgehalten/ ). Doch die Grenzer in Georgien lassen sie nicht passieren, um die Durchreise in die Türkei zu ermöglichen. Dabei war die Hoffnung groß, dass sich nun endlich etwas tut.

„Am Freitag [Anm. d. Red.: 13. März 2020] gegen 13 Uhr wurde uns gesagt, wir können gehen“, berichtet Timmy Hatton aus Neuenstein unserer Redaktion. Gegen 20 Uhr abends war es dann tatsächlich soweit. „Die Polizei hat uns nach Astara zu unserem Wohnmobil gefahren. Gegen Mitternacht sind wir dort angekommen.“ Zeitgleich habe aber die Grenze zu Georgien zugemacht wegen der Ausbreitung des Coronavirus‘. Timmy Hatton, nun endlich nicht mehr in Quarantäne wegen des Coronavirus‘, wagte mit seiner Frau Duygu trotzdem die Fahrt quer durch Aserbaidschan zur Grenze nach Georgien, um der Heimat seiner Frau, die Türkei, ein Stück näher zu kommen.

„Die Polizei hat uns die meiste Zeit verfolgt. Sobald wir angehalten haben, wurden wir gezwungen, weiterzufahren. Wir durften nicht anhalten, nur eine vorgegebene Route fahren. Eine Ärztin aus Baku hat uns versichert, dass ein Transitkorridor durch Georgien für uns offen sei. Die Polizei hat unterwegs dasselbe zu uns gesagt.“ Doch an der Grenze zu Georgien angekommen, habe keiner etwas davon gewusst. Die Hattons durften die Grenze nicht überqueren und sitzen nach wie vor in Aserbaidschan fest. „Die türkische und die deutsche Botschaft haben versucht, mit dem Innenministerium in Georgien zu sprechen, aber keine Chance“, erzählt Timmy Hatton. Auch die Türkei hat angesichts der Coronavirus-Epidemie nun die Grenzen geschlossen. Somit würde auch ein Grenzübertritt von Georgien in die Türkei in weite Ferne.

„Es sieht wohl so aus, als ob wir das Rennen mit der Zeit verloren haben“, sagen die Hattons und resümmieren: „Aktuell gibt es keinen Ausweg für uns. Wir waren 15 Stunden zu spät an der Grenze.“ Die Hattons richten sich nun darauf ein, dass ihr Kind möglicherweise in Aserbaidschan zur Welt kommen wird.




Hohenlohe: Verdachtsfälle an den Schulen, aber die Ergebnisse lassen auf sich warten

Diverse Schulen im Hohenlohekreis wie die Anne-Sophie-Schule in Künzelsau-Taläcker oder das Ganerben-Gymnasium in Künzelsau bleiben heute bereits geschlossen und nicht erst morgen. Der Grund: Verdachtsfälle an den Schulen. Bereits seit Donnerstag, den 12. März 2020, haben die Schulen daher nicht mehr geöffnet. Nach Angaben von Eltern bleiben die Schulen teilweise deshalb heute ebenfalls geschlossen, weil die Ergebnisse der Verdachtsfälle noch nicht bekannt seien.

Da man bislang offensichtlich nicht weiß, ob es positiv getestete Fälle an diesen Schulen sind, müssten konsequenterweise diese Familien – und das betrifft Hunderte – komplett zu Hause bleiben, um nicht Gefahr zu laufen, wiederum andere anzustecken. Nur so unterbindet man stringenterweise die Ansteckung. Aber das Problem beginnt schon viel früher. Denn eigentlich ist es bereits zu spät, Schulen erst nach so genannten Verdachtsfällen zu schließen. In den Faschingsferien schossen die Zahlen in China in die Höhe, die Zahl der Toten ebenfalls. Hier hätte der Zeitpunkt für Deutschland sein müssen, um zu sagen: Wir verlängern nun erstmal die Faschingsferien und jeder begibt sich in häusliche Quarantäne, um möglichst wenig anzustecken. Landrat Dr. Matthias Neth äussert sich in einer Pressemitteilung dahingehend, dass offenbar immer noch einige nicht wüssten, wie dramatisch die Situation sei. An wen waren diese Worte gerichtet? An das Volk oder an die Regierung in Berlin? Immerhin traf Berlin erst Entscheidungen, nachdem kleinere Nachbarländer angefangen haben, zu handeln. Nun werden die Zahlen laut diversen Experten in den nächsten Wochen noch viel mehr nach oben schnellen, das Gesundheitsamt, die Ärzte und das Klinikpersonal am Rande der Leistungsfähigkeit arbeiten und es wird sich zeigen, wie gut gerüstet, Deutschland wirklich für den Ernstfall ist. Man möchte hier zwar jetzt nicht zynisch klingen, aber vielleicht bekommt das deutsche Gesundheitswesen endlich wieder die Aufmerksamkeit, die es verdient.

Ein Kommentar von Dr. Sandra Hartmann

 




Corona: Landratsamt verbietet öffentliche Veranstaltungen, private Feiern & Besuche in Krankenhäusern – Neth: „Leider nicht bei allen angekommen, wie dramatisch die Situation ist“

Nach den, so das Landratsamt in einer aktuellen Presseerklärung, „schnell steigenden Zahlen an Corona-Infektionen im Hohenlohekreis“ in enger Abstimmung mit allen Städten und Gemeinden ein umfassendes Maßnahmenpaket zum Schutz der Bevölkerung auf den Weg gebracht. So soll eine weitere Verbreitung des Coronavirus möglichst vermieden und die optimale medizinische Versorgung der Bevölkerung aufrechterhalten werden. „In den nächsten Wochen kommt es auf die Mithilfe eines jeden Einzelnen an“, unterstreicht Landrat Dr. Matthias Neth. „Die Bürgermeister im Hohenlohekreis und ich wissen, dass wir mit dem Maßnahmenpaket der Kreisbevölkerung große Einschränkungen im Alltag auferlegen. Es bleibt uns aber keine andere Wahl, als das öffentliche Leben auf das Nötigste zu beschränken“, so Neth. Ziel ist es, die medizinische Versorgung der Bevölkerung auch dann zu gewährleisten, wenn immer mehr Erkrankungsfälle auftreten.

Das Maßnahmenpaket zum Schutz der Bevölkerung und der Funktionsfähigkeit der Verwaltung besteht aus verschiedenen Bausteinen:

1. Verbot von öffentlichen Veranstaltungen und privaten Feiern
2. Verbot von Besuchen in Krankenhäuser und teilweise in Pflegeeinrichtungen
3. Einschränkung des Publikumsverkehrs und Umstellung auf Schichtbetrieb im Landratsamt

Verbot von öffentlichen Veranstaltungen und privaten Feiern

Alle öffentlichen und privaten Veranstaltungen sowie geplante Ansammlungen mit einer voraussichtlichen Teilnehmerzahl von mehr als 100 Personen werden untersagt. Veranstaltungen und Ansammlungen mit einer voraussichtlichen Teilnehmerzahl von 30 bis 99 Personen sind dem für den Ort der Veranstaltung oder Ansammlung zuständigen Rathaus mindestens 72 Stunden vor Beginn schriftlich anzuzeigen. Das Landratsamt appelliert an alle Landkreiseinwohner, nur Veranstaltungen durchzuführen, die unbedingt notwendig sind. Verstöße gegen die Anordnung können strafbar sein.

Verbot von Besuchen in Krankenhäusern und teilweise auch in Pflegeeinrichtungen

Die Besuche in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen werden verboten beziehungsweise stark eingeschränkt. Bei Krankenhäusern ist der Besuch grundsätzlich verboten. Ausnahmen gelten bei der Begleitung Sterbender und bei zwingend notwendiger Anwesenheit von Erziehungsberechtigten minderjähriger Patienten. Weitere Ausnahmen können im Einzelfall vom Krankenhausbetreiber in begrenztem Umfang zugelassen werden. Bei Pflegeheimen ist grundsätzlich pro Tag und Bewohner der Besuch durch eine Person für eine Stunde zugelassen. Auch hier sind weitere Ausnahmen in Absprache mit dem Betreiber im Einzelfall möglich. Verstöße gegen die Anordnung können auch hier strafbar sein.

Die rechtliche Grundlage ist laut dem Landratsamt das Infektionsschutzgesetz.

Landratsamt schränkt Publikumsverkehr ein und stellt auf Schichtbetrieb um

Zur Bewältigung der Corona-Pandemie werden im Hohenlohekreis sämtliche Mitarbeiter des Landratsamtes gebraucht. Um dies umzusetzen wurden mehrere Maßnahmen veranlasst:
Die Organisation des Gesundheitsamtes wurde auf einen Schichtbetrieb mit einem medizinischen Arbeitsbereich und einem Verwaltungsbereich umgestellt. Das Personal des Gesundheitsamtes wurde auf derzeit zirka 90 Mitarbeiter aufgestockt. Hierzu wurden Mitarbeiter aus den anderen Arbeitsbereichen in das Gesundheitsamt umgesetzt. Insgesamt arbeiten inzwischen mehr als 140 Mitarbeiter an der Bewältigung der Lage.

Das Landratsamt ruft die Bürger auf, Behördengänge nach Möglichkeit auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Kundenkontakte ab 16. März 2020 sind nur nach vorheriger Terminvereinbarung unter 07940 18-0 oder im Wege der Online- Terminvergabe möglich.

Um die Arbeitsfähigkeit des Landratsamtes sicherzustellen, wird ein Teil der Mitarbeiter in einen Bereitschaftsdienst versetzt. Hierdurch soll gewährleistet werden, dass ausreichend Mitarbeiter auch dann zur Verfügung stehen, wenn es zu Coronainfektionen im Landratsamt selbst kommen sollte. Diese Regelung gilt auch für sämtliche Außenstellen.
Mit diesen Maßnahmen soll die Landkreisverwaltung während der Krise handlungsfähig bleiben und grundlegende Verwaltungsdienste sicherstellen. Für die Bürger bedeute dies allerdings, dass ab Montag, 16. März 2020, das Landratsamt des Hohenlohekreises für unangemeldete Publikumsverkehre bis auf Weiteres geschlossen bleibt.

Neth: „Leider nicht bei allen angekommen, wie dramatisch die Situation ist“

Landrat Dr. Matthias Neth appelliert an das Gemeinschaftsgefühl aller Bürger im Hohenlohekreis. „Es ist leider noch nicht bei allen angekommen, wie dramatisch die Situation wirklich ist“, so Landrat Dr. Matthias Neth. „Ich rufe die Kreisbevölkerung dazu auf, in den nächsten Wochen zuhause zu bleiben und die Sozialkontakte auf das Allernötigste zu reduzieren. Die Solidarität mit den Älteren und Schwächeren steht jetzt im Vordergrund. Wir alle und besonders das medizinische Personal arbeiten mit Hochdruck daran, die Bevölkerung vor einer schwer zu kontrollierenden ausufernden Ansteckungswelle zu bewahren und die bereits Erkranken zu versorgen.“

„Beschränken Sie sich auf nur zwingende Sozialkontakte“

Weiter sagt Landrat Dr Neth: „Der Erfolg der Maßnahmen wird dabei aber von Ihnen allen abhängen. Wir fordern Sie auf, in Ihrem Sinne und auch im Sinne gerade der von einem schweren Verlauf häufiger betroffenen Bevölkerungsgruppen Verantwortung zu tragen, für sich und für andere. Bitte bedenken Sie bei all Ihrem Handeln, dass jeder Einzelne aufgerufen ist, für den Schutz der ganzen Bevölkerung zu handeln. Viele Menschen arbeiten daran, diese Krise zu bewältigen. Helfen Sie mit, damit bald wieder alle gemeinsam in ihren Gemeinden den Alltag leben können. Lassen Sie uns gemeinsam erfahren, dass wir uns, wenn es ernst wird, auf die Solidarität aller in unserer Gesellschaft verlassen können. Bitte beschränken Sie sich auf nur zwingende Sozialkontakte. Bitte schützen Sie sich und andere, bitte stehen Sie für andere ein. Helfen Sie uns dabei die besonders gefährdeten Menschen in unserem Landkreis zu schützen.“

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises