Am Freitag, den 20. März 2020, hat das Landratsamt Hohenlohekreis zwei Allgemeinverfügungen zur häuslichen Absonderung („Quarantäne“) erlassen.
Hier die wichtigsten Fragen und Antworten aus einer aktuellen Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises:
Muss ich in Quarantäne?
In den Allgemeinverfügungen ist geregelt, wer sich häuslich absondern (also „in Quarantäne“) muss. Darunter fallen zwei Personengruppen:
1) Positiv auf das Coronavirus Getestete („Infizierte Personen“)
Wer positiv getestet wurde, muss für 14 Tage in Quarantäne. Der Hausarzt informiert den Betroffenen über das Ergebnis, aber auch das Gesundheitsamt nimmt mit infizierten Personen umgehend Kontakt auf. Ab dem Tag des Tests beginnt die 14-tägige Quarantäne. Diese endet nur, wenn 48 Stunden vor dem Ende keine Symptome bestehen. Sie verlängert sich dann automatisch, bis man zwei Tage lang ohne Symptome war. Daher ist auch das Tagebuch, welches von den infizierten Personen zu führen ist, so wichtig.
Am Ende der Quarantäne-Zeit findet kein weiterer Test statt.
2) Personen, die Kontakt zu einer infizierten Person hatten („Kontaktpersonen “)
Wer vom Gesundheitsamt elektronisch oder telefonisch informiert wurde, dass er Kontakt mit einer infizierten Person hatte, muss ebenfalls in Quarantäne, da er sich mit dem Virus angesteckt haben könnte. Die Quarantäne endet 14 Tage nach dem letzten Kontakt mit der infizierten Person. Das Gesundheitsamt teilt dem Betroffenen mit, wann die Quarantäne beendet ist.
Sollten bei den Kontaktpersonen während der 14-tägigen Quarantäne Krankheitssymptome auftreten, die darauf hindeuten, dass man sich mit dem Coronavirus infiziert hat, ist mit dem Hausarzt umgehend telefonisch Kontakt aufzunehmen.
Darf ich mein Grundstück verlassen?
Nein, auf keinen Fall.
Darf ich in den Garten, auf den Balkon oder die Terrasse gehen?
Auf den eigenen Balkon gehen ist erlaubt. Auch der eigene Garten und die Terrasse darf benutzt werden, wenn dabei kein direkter Kontakt zu anderen Personen besteht.
Ich wurde positiv getestet: Was machen meine Familienangehörigen?
Familienangehörige im gleichen Haushalt sind Kontaktpersonen und stehen somit ebenfalls unter Quarantäne. Nach Möglichkeit sollten sich der Infizierte und die Angehörigen räumlich trennen.
Was mache ich, wenn ich nicht zuhause bleiben kann?
Für diese Fälle hat das Landratsamt Hohenlohekreis Unterbringungsmöglichkeiten in der Akademie Kupferzell geschaffen. Wenden Sie sich an das Gesundheitsamt unter 07940 18-888.
Was muss ich aus medizinischer Sicht unbedingt beachten?
Während der Quarantäne müssen Sie zweimal täglich Fieber messen, sowie ein Tagebuch über mögliche Symptome, die Körpertemperatur und jegliche Kontakte mit anderen Menschen führen. Das Tagebuch finden Sie unter http://www.corona-im-hok.de
Wie komme ich an Lebensmittel und andere Produkte des täglichen Bedarfs?
Familienangehörige, Freunde oder Nachbarn helfen Ihnen sicher, entsprechende Besorgungen zu erledigen. Wenn das nicht möglich ist, können diese Dinge auch bestellt werden. Wichtig ist, dass die Lieferung vor der Tür abgestellt wird und kein direkter Kontakt stattfindet.
Wer geht mit meinem Hund vor die Tür?
Grundsätzlich kann sich der Hund im eigenen Garten frei bewegen. Hundebesitzer sollten sich für die Zeit der Quarantäne aber auch Unterstützung suchen, um ihren Tieren größeren Auslauf und Gassirunden zu ermöglichen. Direkter Kontakt zu anderen Personen ist dabei aber untersagt. Wer den Hund von Quarantäne-Betroffenen ausgeführt hat, sollte darauf achten, sich anschließend gut die Hände zu waschen.
Was mache ich als Landwirt?
Landwirte dürfen ihre Tiere auf dem Hof weiter versorgen, aber auch hier gilt: kein Kontakt zu anderen Personen (z.B. Viehhändler, Milchtransport, etc.). Für weitere Auskünfte steht in diesen Fällen das Landwirtschaftsamt des Hohenlohekreises unter 07940 18-601 zur Verfügung.
Können sich Tiere anstecken oder das Virus übertragen?
Laut dem Friedrich-Loeffler-Institut gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass sich Nutztiere mit SARS-CoV-2 infizieren können Hunde oder Katzen ein Infektionsrisiko für den Menschen darstellen oder eine Rolle bei der Verbreitung spielen.
Wie kann ich die freie Zeit sinnvoll nutzen?
Durch Lesen oder Spielen kann man sich mental fit halten. Gymnastik hilft, sich körperlich fit zu halten. Versuchen Sie, den Medienkonsum in Bezug auf dieses Thema bewusst zu gestalten. Setzen Sie sich zum Beispiel feste Zeiten, in denen Sie neue Nachrichten und Informationen recherchieren. Bewahren Sie sich eine positive Grundhaltung und orientieren Sie sich an Werten, die Ihnen Halt geben (z.B. Familie, soziales Netz, Glaube).
Was kann ich gegen Ängste tun?
In der Zeit der Quarantäne können Ängste, Sorgen vor einer Ansteckung, oder das Gefühl von Einsamkeit auftreten. Daher ist es ist ratsam, weiterhin per Telefon, Internet oder über andere Medien mit Freunden und Angehörigen in Kontakt zu bleiben. Wenn Sie sich niedergeschlagen fühlen, zögern Sie nicht, sich frühzeitig Hilfe und Unterstützung zu suchen. Ihre Familie oder Ihr weiteres soziales Umfeld können dafür ein wichtiger Rückhalt sein. Die Telefonseelsorge kann ebenfalls eine Anlaufstelle sein. Telefon: 0800-111 0 111 oder 0800-111 0 222 oder 116 123.
Wie kann ich meinen Glauben leben, wenn es keinen Gottesdienst mehr gibt?
Dazu Sabine Waldmann, Dekanin des Kirchenbezirks Öhringen:
„Zuversicht – 7 Wochen ohne Pessimismus
Das Thema der diesjährigen Fastenaktion ist unser existentielles Lebensthema geworden. Ich spüre, wie mir die Gottesdienste fehlen und merke, aus welchem Reichtum an Lebensmöglichkeiten wir alle ganz selbstverständlich gelebt haben. Ich höre die Glocken aber auch als Einladung zum Fernsehgottesdienst, zum häuslichen Gebet. Täglich können Sie auf unserer Homepage Andachten lesen am Morgen und am Abend. Wir sind als Gemeinde über die räumliche Entfernung hinweg eng miteinander verbunden auch wenn keine Veranstaltungen mehr stattfinden und unsere Kirchen und Häuser geschlossen bleiben. Es ist kostbar, dieses in vielen Bereichen zu erleben. Wir sind verbunden im Gebet mit unseren Kranken, mit allen Bürgern, mit den Verantwortlichen, die sich bis an den Rand ihrer Kräfte einsetzen, im Gesundheitswesen für die Kranken sorgen, in politischen Gremien um die richtigen Entscheidungen ringen und Fragen der Bevölkerung beantworten. Ein großer Zusammenhalt ist gewachsen, das macht mich zuversichtlich, ohne Pessimismus in die Zukunft zu gehen, behütet und getragen von Gottes Segen.“
Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises