Kontrollleuchte geht an, wenig später steht das Auto in Flammen
Feuerwehr mit drei Fahrzeugen im Einsatz
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Feuerwehr mit drei Fahrzeugen im Einsatz
Der wohl bekannteste und begehrteste Musikpreis wurde gestern Abend verlieren: die Grammys. Ausnahmekünstlerinnen wie Taylor Swift, Billie Eilish und Miley Cyrus erhielten den begehrten Award. Taylor Swift geht dabei in die Geschichte ein, denn sie bekommt den Preis zum vierten Mal in der Kategorie „bestes Album“ und überholt damit unter anderem Frank Sinatra.
Frauen in der Überzahl
An diesem Abend dominieren Frauen bei den Preisträgerinnen. Und das völlig zu Recht. Nicht etwa, weil sie Frauen sind und daher der Gleichberechtigung wegen mehr Preise bekommen sollten, sondern weil sie in dem vergangenen Jahr schlichtweg mehr musikalisch gerockt haben als ihre männlichen Kollegen. Dass eine derartige Frauen-Übermacht bei den Preisträgerinnen nicht selbstverständlich ist, merkt man in der Vorabberichterstattung zahlreicher Medien darüber und an einem Zitat des Moderators Trevor Noas, der die Gala mit einer Hommage an die vielen weiblichen Nominierten eröffnet hatte: „Können wir für eine Sekunde die Tatsache genießen, dass Frauen dieses Jahr die Musik dominiert haben?“, sagte der südafrikanische Komiker. „Sieben der Nominierten für das Album des Jahres sind Frauen.“

Taylor Swift bei den Grammys am 04. Fabruar 2024.
Der große Aufreger steht jetzt schon fest
Doch was das eigentlich von Natur aus eher männliche geprägte und dominierte Musikbusiness schafft, kann die Filmindustrie offenbar noch nicht. In einem Monat werde die Oskars verliehen und bereits jetzt steht – wie bei den Golden Globes- der große Aufreger schon fest. Denn der von den Massen gefeierte Kinohit Barbie geht zwar mit neun Nominierungen ins Rennen. Allerdings in den wichtigsten Kategorien: weibliche Hauptrolle und Regie steht er erst gar nicht auf der Liste. Fans und auch Schauspielkollegen haben sich öffentlich empört geäußert und dabei unter anderem Anti-Feminismus vorgeworfen. Denn immerhin: Die männliche Nebenrolle steht auf der Liste der Nominierten. Hauptdarstellerin und Mitproduzentin Margot Robbie sagte zu ihrer Nicht-Nominierung lediglich:
„Natürlich denke ich, dass Greta [Gerwig] als Regisseurin hätte nominiert werden sollen, denn das, was sie geschafft hat, ist eine einmalige Sache in ihrer Karriere, eine einmalige Sache in ihrem Leben, die sie wirklich gemeistert hat. Aber es war ein unglaubliches Jahr für alle Filme.“
Statt sich auf die fehlenden Nominierungen zu versteifen, hebt Robbie die zahlreichen Errungenschaften hervor, die sie mit „Barbie“ erreicht hat. Darin zeigt sich ihre Klasse. Der Film habe sich von den beengenden Grenzen des Mediums befreit und sich zu einem kulturellen Phänomen entwickelt, eines, das „größer ist als dieser Film, größer als unsere Filmindustrie“, so die 33-Jährige.
„Wir hatten uns vorgenommen, etwas zu kreieren, das die Kultur verändert, sie beeinflusst – einfach etwas bewirkt. Und das haben wir bereits geschafft und noch viel mehr, als wir es uns jemals hätten erträumen können. Und das ist wirklich die größte Belohnung, die aus all dem entstehen konnte.“
Und tatsächlich hat Barbie nicht nur ein Rekordeinspielergebnis von 1,7 Milliarden Dollar eingefahren, sondern als die Gesellschafts-Satire der Neuzeit den Nagel auf den Kopf getroffen bei vielen Geschlechter-Themen wie etwa alten, aber noch immer existierenden Rollenbildern. Das hat Regisseurin Greta Gerwig nicht mit dem erhobenen Zeigefinger geschafft, sondern mit einem lachenden Augenzwinkern, indem sie die Gesellschaft in Barbie so gezeigt hat, wie sie eigentlich hätte sein müssen. Solche Themen sind nicht populär in der seit Jahrzehnten mehr männliche geprägten Film-, Regie- und Produktionsszene. Bei den Massen ging der Film durch die Decke und allein daran sieht man, dass Hollywood bislang eben doch nicht alle gesellschaftlichen Themen gleichermaßen abgebildet hat. Aber hier scheint sich dank mutiger Regisseurinnen und Produzentinnen langsam etwas zu ändern.
Am vergangenen Samstag fuhr Michael Pekers das erste Mal mit fünf seiner geschäftlichen Fahrzeuge auf eine Demo. In Heilbronn gab es eine Kundgebung mit dem Namen: „Heilbronn steht auf.“ Dabei forderte er mit weiteren mehren hundert Teilnehmer:innen unter anderem die Zurücknahme der Mauterhöhung, der CO2-Erhöhung, der Mehrwertsteuererhöhung für Gastronomen und die Zurücknahme der Streichung der Subventionen für land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Pekers steht damit nicht alleine da. Rund 500 Fahrzeuge versammelten sich auf dem Festplatz der Theresienwiese.

Jährliche Mehrkosten für ihn von bis zu 25.000 Euro
Pekers ist ein Unternehmer aus dem Hohenlohekreis, war früher bei der UBK in Künzelsau aktiv, auch schon mal Bürgermeisterkandidat für Künzelsau und ist vor sechs Jahren gegen die Schließung des Künzelsauer Krankenhauses eingetreten. Er hat einen Lastentaxi-Betrieb in Kupferzell mit aktuell 18 Fahrzeugen, darunter einen Lastwagen und mehrere Transporter.
Ab Juli soll es nun – neben der allgemeinen Erhöhung der Maut – auch eine Maut für 7,5-Tonner geben. Dadurch erhöhen sich seine jährlichen Kosten bei 50.000 beziehungsweise 100.000 gefahrenen Kilometern laut eigenen Aussage auf 12.500 beziehungsweise 25.000 Euro – Kosten, die Pekers dann an seine Kund:innen weitergeben werde müssen. Das bedeutet: Am Ende zahlen die Zeche die Endverbraucher:innen in den Supermärkten.

Michael Pekers
„Nicht nur die Bauern, sondern der gesamte Mittelstand leidet“
Er betont daher, dass er eigentlich nicht nur für sich auf die Straße gehe, sondern letzten Endes für Lieschen Müller von nebenan. Aber natürlich hätten er und seine Kolleg:innen dadurch auch höhere Verwaltungs- und Bürokratiekosten. „Nicht nur die Bauern, sondern der gesamte Mittelstand leidet“, betont Pekers. Mit der Teilnahme an der Kundgebung möchte er „Flagge zeigen“.

Es gibt auch immer wieder viele humorige Plakate und Buttons zu sehen. Foto: privat
„Wir können sich das ganz normale Arbeiter und Alleinerziehende leisten?“
Aber nicht nur im beruflichen Feld, auch im Alltag findet er die explodierenden Preise erschreckend. „Wie können sich das ganz normale Arbeiter und Alleinerziehende leisten?“, fragt er sich. An die offiziellen Inflationszahlen, die derzeit bei drei und vier Prozent liegen, glaube er schon lange nicht mehr. „Die Inflation ist definitiv im zweistelligen Bereich angekommen“, dessen ist sich Pekers sicher. Und sie werde automatisch weiter steigen, da die – von der Politik beschlossenen Erhöhungen der Abgaben sowie Streichungen von Fördermitteln – Betroffenen diese Mindereinnahmen beziehungsweise Mehrausgaben an die Endkunden weitergeben werden.

Mit seinen Fahrzeugen war Pekers das erste Mal auf einer Demo. Foto: privat
Dennoch: „Alls auf die derzeitige Ampel-Regierung zu schieben, ist zu einfach“
Dennoch: „Alles auf die derzeitige Ampel-Regierung zu schieben, ist zu einfach“, sagt Pekers. Auch vor der Ampel sei politisch viel versäumt worden. Für die Parteien wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, so Pekers, zu überlegen, was sie falsch gemacht haben. Hier werde manchmal zu wenig reflektiert. Aber es gebe auch Ausnahmen.

Gemeinsam demonstrieren derzeit viele Gewerke und Branchen gegen die Regierungspolitik. Foto: privat
Ein Freund von ihm sei für die FDP politisch aktiv. Dieser habe damals als einziger gegen die allgemeine Corona-Impflicht gestimmt. Aber die meisten laufen seiner Meinung nach der Herde hinterher. Um neue Ideen in die Politik zu bekommen, wäre es sinnvoll, wenn alle Amtszeiten nach zwei Perioden für jeden Menschen enden würden. Er werde vermutlich bei den kommenden Wahlen die „alternativlose Alternative“ wählen.

Im Rahmen des diesjährigen 14. Gipfeltreffens der Weltmarktführer am 31. Januar und 01. Februar in Schwäbisch Hall und Künzelsau sprach im Carmen-Würth-Forum wohl einer der beliebtesten und bekanntesten Künzelsauer über seine Träume als Kind – und als Erwachsener: der Weltraumastronaut Alexander Gerst.
Wieder träumen lernen
der 47-Jährige, der früher mit seinem Opa als Kind seine Stimme schon über Funk bis zum Mond schickte, erzählte von der bevorstehenden Mond-Mission 2026, im Rahmen dessen er im sehr engen Auswahlkreis steht. Aber Gerst äußert sich wie gewohnt charmant-zurückhaltend, ob er nach zwei erfolgreichen Besuchen auf der Internationalen Raumstation auch gerne mit zum Mond fliegen würde. Er würde gerne, das spürt man, aber er spricht das nicht explizit aus, auch aus Respekt vor seinen Kolleg:innen. Sechs befinden sich in der engeren Auswahl, drei Tickets auf den Mond gibt es von der Eurpäischen Raumfahrtagentur (ESA) zu vergeben. Es bleibt also spannend.

Unter 8.000 Bewerber:innen durchgesetzt
Dabei wollte er früher lieber Feuerwehrmann denn Astronaut werden. Wichtig war für ihn dabei aber stets, dass seine Eltern ihn immer haben träumen lassen in seinem Leben. Rund 8.000 Bewerberinnen habe es damals im Rahmen des Weltraumprogramms der ESA gegeben. Er habe sich keine großen Hoffnungen dabei gemacht. Doch er wollte sich zumindest bewerben, um sich nicht im Nachhinein zu ärgern. Mit Erfolg. Auch die ESA hat sich nun bei dem gemeinsam mit der NASA durchzuführenden Mond-Unterfangen erfolgreich gegen andere Mitbewerber-Nationen durchgesetzt, unter anderem weil die ESA in den vergangenen Jahren wichtige Dinge für Raumfahrt entwickelt hat, etwa ein Fracht-Raumschiff.
90 Prozent der Spitzenvertreter:innen der Wirtschaft zeigen sich besorgt um den Wirtschaftsstandort Deutschland
„Wer nicht mitkocht, steht am Schluss auf der Speisekarte“, betont denn auch der baden-württembergische Ministerpräsident im Rahmen des Gipefeltreffens – allerdings nicht im Carmen-Würth-Forum in Künzelsau, sondern in Schwäbisch Hall. Der 75-Jährige Winfried Kretschmann weiß offenbar um das bröckelnde Ansehen des ehemals Vorzeige-Wirtschafts-Standorts Deutschlands und betont, wie wichtig es sei, Deutschland wettbewerbsfähig zu halten.
Wie diese Wettbewerbsfähigkeit zu halten ist, wissen vermutlich kaum andere besser als die Führungsspitzen der größten und bekanntesten Unternehmen Deutschlands, die da heißen: Würth mit seinem Hauptsitz in Künzelsau und die Schwarz-Gruppe (Lidl / Kaufland ), mit Sitz in Neckarsulm.
Eine überbordende Bürokratie, ein lahmes Internet und Fachkräftemangel seien K.o.-Kriterien
Er machte sich Sorgen um den Mittelstand, sagte denn auch der Chef der Neckarsulmer Schwarz Gruppe, Gerd Chrzanowski. Und damit steht er nicht alleine da. Laut einer spontanen SWR-Umfrage auf dem Gipfeltreffen zeigten sich 90 Prozent der 550 Spitzenvertreter:innen von Politik und Wirtschaft bi dem zweitätigen Treffen ebenso besorgt um den Wirtschaftsstandort.

Gerd Chrzanowski beim Gipfeltreffen.
Gerade für die Themen IT-Sicherheit und Digitalisierung bräuchten auch kleine Firmen sehr viel Geld, so Chrzanowski. Die Cyberangriffe auf Unternehmen seien teils massiv. Eine überbordende Bürokratie, Fachkräftemangel, das Hinterherhinken der Digitalisierung, aber auch die hohen Energiepreise zählten die Gipfelteilnehmer:innen denn auch als derzeitige K.o.-Kriterien auf.
Nicht krank, nur erschöpft, so Lindner
Die deutsche Wirtschaft sei nicht krank, aktuell nur erschöpft, wiegelte wiederum Finanzminister Christian Lindner (FDP) am Nachmittag per Video-Liveschalte etwas ab. Es brauche jetzt Kraft, strukturelle Reformen und eine Wachstumsagenda. Man brauche keine Gesund-, aber auch keine Schwarzbeterei. Eine Unternehmenssteuerrefrom sei finanziell möglich, dafür müssten im Haushalt Mittel umgeschichtet werden, so Lindner. Bislang gebe es dafür aber keine politische Mehrheit.

Christian Lindner sprach per Video-Liveschalte.
Wirtschaft laut Kretschmann „brutal unter Druck“
Kretschmann sieht die aktuelle Lage indes nicht ganz so rosig wie der Finanzminister. In seiner Rede im Neuen Haller Globe Theater sagte er: Die Wirtschaft habe es mit dem Fachkräftemangel, hohen Energiepreisen, globalen Krisen und Lieferkettenproblemen zu tun. Hinzu würden eine explodierende Cyberkriminalität und ein „beinharter Wettbewerb“ rund um Digitalisierung und die Antriebswende kommen. All das setze die Wirtschaft „brutal unter Druck“, so Kretschmann.
Baden-Württemberg als Insel der Glückseligen
Bei all den Problemen dürfe man aber nicht aus den Augen verlieren, so der Ministerpräsident, dass die Ausgangssituation in Baden-Württemberg immer noch „ausgezeichnet“ sei. Auch im internationalen Vergleich gebe es hoch qualifizierte Arbeitskräfte, eine industrielle Basis und die höchste Weltmarktführerdichte der Welt. Hinzu komme ein Netz an herausragenden Universitäten, Instituten und Hochschulen.
Tim singt, tanzt, isst nebenbei unter anderem eine Kamelzunge, malt sich Sommersprossen ins Gesicht, schafft es auch das ein oder andere Mal, etwa mit Mike, etwas tiefgründigere Gespräche im ansonsten recht seicht daher plätschernden Dschungelcamp zu führen. Und. Ganz wichtig für die Show: Der 23-Jährige, der mit Künsternahmen Twenty4Tim heißt, verbreitet einfach gute Laune, wenn man ihn sieht.
Ehemals Lehramtsstudent, heute einer der wichtigsten Influencer für die junge Generation
Der ehemalige Lehramtsstudent für das Gymnasium traut sich, er selbst zu sein, mal mit geflochtenen Haaren, dann mit 3 Zöpfen oder auch mit ganz ordinärer „männlicher Kurzhaarfrisur. Kurzum: Tim macht es Spaß, sich zu verkleiden, sich zu schminken und seine Haare in Szene zu setzen und dann macht er das auch. Das ist authentisch sein in ganz großem Stil – auch wenn das ganz und gar nicht immer dem Mainstream entspricht. So viel Mut muss man erst einmal haben – mit gerade einmal 23 Jahren.
Dieser Mut wird im wahren Leben allerdings nicht immer belohnt. Unter seinen rund sechs Millionen Follower, unter anderem auf TikTok, Insta und youtube, hat er auch viele Hater, also Menschen, die ihn digital mobben. Auch diese Problematik hat er schon in seinen sozialen Kanälen angesprochen und dabei das ein oder andere Tränchen vergossen. Auch habe man schon seine private Adresse veröffentlicht und sei ihn und seine Mutter auch im realen Leben angegangen.
Im Dschungel präsentiert er sich leiser
Doch aller Neider zum Trotz hat er es in Rekordzeit geschafft, sich zu einem der führenden Influencer Deutschlands zu mausern. Er verdient auch mit seiner Musik sehr gutes Geld. Im Dschungel präsentiert er sich leiser, als man im Vorhin dachte, dass er auftreten würde, und emotional gereifter als so manch ein Mit“insasse“. Tim Maximilian Kampmann (so heißt der Künstler eigentlich) lässt sich bislang auf keine Zickereien, Lästereien oder Heulereien ein, kein einziger negativer Satz, der bislang über seine Lippen kam – über andere oder das Camp selbst.
Diese positiven Vibes in der heutigen Zeit sollten mit der Dschungelkrone belohnt werden.
Am 21. Februar 2024 wählen die Kreisräte den neuen Landrat des Hohenlohekreises. Am 01. Mai 2024 beginnt dieser offiziell mit seiner Arbeit in seinem neuen Amt. Wer aber wird der Nachfolger von Dr. Matthias Neth, der im Mai als neuer Sparkassenpräsident fungiert?
Es gibt zwei Bewerber von derselben Fraktion, die ihren Hut in den Bewerberring geworfen haben: Neuensteins Bürgermeister Karl Michael Nicklas (42) und Ian Schölzel, erster Bürgermeister von Waiblingen. Es ist eher ungewöhnlich, das es zwei Bewerber derselben Fraktion gibt. Beide sitzen nämlich für die FWV (Freie Wähler-Vereinigung) im Kreistag, Nicklas im Hohenlohekreis unter Matthias Neth und Schölzel im Rhems-Murr-Kreis.
Er gibt sich selbstbewusst, wenn man ihn nach seinen Chancen fragt
Nicklas gibt sich sehr selbstbewusst, wenn man ihn fragt, wie er seine Chancen sieht, von den Kreisräten gewählt zu werden. Immerhin kennt er alle Kreisräte jahrelang, lebt und arbeitet in dem Kreis, für welchen er kandidiert. Doch ganz so einig sind sich selbst seine FWV-Genossen nicht wirklich ob seiner Kandidatur, war es nicht ausgerechnet FWV-Kollege Achim Beck, Niedernhalls Bürgermeister, der Schölzel als Neth-Nachfolger ins Spiel brachte – und damit im Grunde gegen Nicklas aufstellte. Pfedelbachs Bürgermeister Torsten Kunkel wollte anfangs ebenfalls Landrat, wurde dann aber von seinen Fraktionskollegen vermutlich zurückgepfiffen, denn er zog nur kurze Zeit später seinen Namen zurück.
Die ganzen Wer-kennt-wen-Seilschaften im Hohenlohekreis
Was Schölzel attraktiv für das Amt macht, ist seine Blick von außen, er startet neutraler als Nicklas, ist noch nicht in diesem Geklüngel mit all den Wer-kennt-wen-Seilschaften verwickelt, steht weder nur für Künzelsau, noch für Öhringen – die beiden seit vielen Jahren konkurrierenden Städte um die Hohenloher Hoheitskrone.
Frischer Wind täte dem Kreis tatsächlich gut, eine neue Sicht der Dinge, Unvoreingenommenheit. Mit Nicklas bekommen die Bürger:innen und auch der Kreisrat ein klares: Weiter-so. Auch dieses Weiter-so hat viele Freunde unter den Kreisrät:innen. Mit Veränderungen tun sich einige alteingesessene Hohenloher:innen ja bekanntlich oftmals schwer – und mit Menschen, die von „außen“ kommen. Für diese gibt es ja hier sogar ein eigenes Wort: „Neigschmackte“.

Karl Michael Nicklass

Landrat Dr. Matthias Neth. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv
Am Wochenende sind zahlreiche Menschen in Baden-Württemberg auf die Straßen gegangen, um nach dem „Remigrations-„Skandal gegen Rechtsideologie zu demonstrieren – auch in Öhringen, Schwäbisch Hall und Heilbronn.


Originelle Plakate ließen sich manche Demoteilnehmer:innen einfallen. Diese kamen besonders gut an.


Attacke gegen AfD-Mann Jens Möll bei der Demo am vergangenen Samstag in Öhringen.

In Öhringen kam es laut der Heilbronner Stimme dabei zu einer Attacke gegen den AfD-Politiker Jens Moll. Auch der Hohenloher AfD-Landtagsabgeordnete Anton Baron war dabei anwesend.
Hohenloher:innen mit humorigen Plakaten unterwegs
Die Stimmung ist derzeit auf vielen Demonstrationen angespannt. Nach den Bauern und der Bahnmitarbeiter, die nach wie vor noch nicht zu Ende mit ihren Streiks gegen die Ampelregierung sind, demonstrieren nun Bürger:innen, um zu betonten, dass „Rechts“ und „Hass“ in Deutschland keinen Platz haben. Dies richtet sich vor allem gegen die Partei AfD. Glaubwürdigkeit erzielt man dabei vor allem mit friedlichen Demos und nicht mit körperlichen Übergriffen. Denn: Das, was man predigt, sollte man auch jedem Mitmenschen gegenüber leben. Viele Plakate, die pauschal etwa alle AfD-Anhänger beleidigen, sind dabei ebenso kontraproduktiv. Wenn man Respekt für alle Menschen einfordert, gehört dieser Respekt auch jedem anderen gegenüber gegeben.
Viele Bürger:innen zeigten sich im Hohenlohekreis aber auch mit humorigen Plakaten, um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen.
Toleranz, Frieden, Freiheit und Ehrlichkeit: In Erinnerung an eines der schrecklichsten Verbrechen der Menschheit, den Holocaust, erinnern sich auch viele in den sozialen Medien auf ganz unterschiedliche Weise an das, was nie wieder passieren darf, an das, was heute alles falsch läuft und an das, was wirklich wichtig ist.
Wir haben hier eine kleine Auswahl der meist gelesenen Twitter-Kommentare hierzu für Sie zusammengestellt:

Viele Bundestagsabgeordnete haben ein solches Foto gemacht, dass man das „deutsche Erbe“ nicht vergisst.

Margot Friedländer ist eine Überlebende des Holocaust.

Der Comedian erinnert an das, worauf auch heute jeder ein Recht hat, etwa an Frieden, auch im Nahen Osten.

Die Ampelregierung nach wie vor massiv in der Kritik. Viele Twitter-Kommentatoren werfen den Politikern Heuchelei vor.

Als die Bücher von Erich Kästner brannten…so eine Zeit wünscht sich keiner zurück. Meinungs- und Pressefreiheit als hohes demokratisches Gut.

Allüberall kann man die von der Pharmaindustrie umgesetzte und von der Deutschen Presseagentur (dpa) verbreitete Studie derzeit lesen: bei der Tagesschau, im Spiegel, in der Welt und in vielen anderen Leitmedien. Die Aussage darin: die Deutschen seien wegen des hohen Krankenstandes im Jahr 2023 Schuld an der Rezession. Aha.
Da muss man sich als gebildeter Bürger denn schon mehrfach die Augen reiben, um das, was da geschrieben steht, für bare Münze zu nehmen. Wenn wir nur wenige Jahre zurückspulen und in Gedanken durchblättern fallen uns sofort die Coronapandemie ein, fdie für viele Deutsche aus bekannten Gründen extrem kräftezehrend war. Beim Ukraine-Krieg und Gazakrieg ist die Hilfs- und Spendenbereitschaft nach wie vor hoch. Dann hätten wir noch eine Wirtschaftsflaute und auch eine Wirtschaftsflucht von vielen Unternehmen aus Deutschland, eine Konsumflaute, eine über die Jahre völlig verfehlter, immer mehr in Schieflage geratener Haushalt der deutschen Bundespolitik durch viel höhere Ausgaben als Einnahmen und nicht zu vergessen, die Klimakrise. Noch nie gab es in den vergangenen Jahrzehnten so viele Krisen und Kriege in der Nähe gleichzeitig zu bewältigen. Aber es liegt nicht an diesen ganzen Krisen und Kriegen, dass viele arbeitsamen Bürger:innen deren aller müde sind. Es liegt an den Bürger:innen selbst. Jetzt wissen wird das auch.
„Von-oben-Herab“-Gestus der Regierenden
Natürlich. Das ist die Lösung. Man braucht eben einen Sündenbock. Und es wäre doch auch viel zu komplex, hierfür die wirklich Schuldigen dafür zu benennen: unter anderem kriegsführende Staatsoberhäupter, eine desolate Finanzpolitik, die Überforderung der Bürger:innen in vielen Arbeitsbereichen nach dem Schema: höher, schneller, weiter und demgegenüber die Wegnahme sicher geglaubter sozialer Güter, etwa im Gesundheits- und Bildungswesen.
Hin zukommt ein arrogant wirkender „Von-Oben-Herab-„-Gestus der Regierenden, den man vielleicht noch aus Cäsars Zeiten kennt, wenn etwa der baden-württembergische Ministerpräsident Winfriede Kretschmann bei den schwindelerregend hohen Energiepreisen den Bürger:innen rät, den Waschlappen öfter zu benutzen. Ober er das wohl ebenso macht? Olaf Scholz erklärt wiederum, die Spritpreise kenne er nicht so genau, da er ja einen Fahrer habe und zudem zu den Besserverdienenden zähle, da schaue man eben nicht „auf jeden Cent“. Die Grünen-Vorsitzende Ricarda Lang hat nicht mal anäherend eine Ahnung davon, mit wie viel Geld Durchschnittsrentner im Monat auskommen müssen. Warum auch? Sie muss sich schließlich mit wichtigeren Themen befassen, etwa mit Ernährungsberatung in Kindergärten. Und zum guten Schluss fordert Finanzminister Lindner die Deutschen nun zu mehr Leistungsbereitschaft aus. Mehr Satire geht wohl kaum.
Auch im Hohenlohekreis stehen seit der großen Demowoche Anfang Januar diverse Schilder auf den Feldern, die auf die Not der Landwirte aufmerksam macht und die aktuelle Politik der Ampelkoalition scharf kritisieren.
Landwirtschaft (über-)lebt heute in Deutschland oftmals nur noch durch hohe Subventionen. Doch wie viel Geld bekommt eigentlich ein Bauer aus der Region jährlich vom Staat? Auf der Internetseite https://www.agrar-fischerei-zahlungen.de/ kann man gezielt nach Landwirten suchen und das System spukt einem aus, wie viel staatliche Fördergelder diese bekommen.
Die Höhe der Zuschüsse variiert stark
Die Zahlen sind hier sehr schwankend. Wer noch sehr viele Tiere hält, bekommt etwa wesentlich mehr, wie ein Landwirt, der für andere Landwirte mit seinen Maschinen die Äcker bearbeitet, dafür aber keine Tiere mehr hält. Manch ein Landwirt erhält lediglich rund 5.000 Euro jährliche Zuschüsse, andere wiederum an die 50.000 Euro. Ein Großteil bewegt sich dabei im mittleren Feld und erhalten zwischen 20.000 und 3.000 Euro jährlich. Es gibt dabei diverse so genannte Prämienarten , etwa die so genannte Basisprämie, die Umverteilungsprämie, die Greening-Prämie, die Junglandwirte-Prämie und eine Prämie für Klimaschutzmaßnahmen.
Aber natürlich darf man nicht vergessen, dass auch Ausgaben gegenüberstehen: Neue Ställe kosten ebenso Geld wie die Tierhaltung und die Bewirtschaftung der Felder mit all den hierfür notwenigen Gerätschaften.
Warum die Bauern protestieren
Hintergrund der aktuellen Bauernproteste sind die Pläne der Bundesregierung vom November 2023, rund 17 Milliarden Euro einzusparen – als Folge eines Urteils des Bundesverfassungsgerichts bezüglich der rechtmäßigen Verwendung von Coronageldern. Eine Verständigung von Kanzler Olaf Scholz (SPD), Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) und Finanzminister Christian Lindner (FDP) aus dem Dezember sah vor, Vergünstigungen beim Agrardiesel und die Kfz-Steuerbefreiung für Landwirtschaftsfahrzeuge zu streichen. Dies sollte Einsparungen von insgesamt bis zu 920 Millionen Euro erbringen. Die Landwirte demonstrieren seitdem gegen die Streichungen. Daraus resultierte ein allgemeiner Protest gegen die Politik der Ampelregierung
Nachdem sich ein Jugendlicher am Mittwochnachmittag in Niedernhall zunächst durch Flucht einer polizeilichen Kontrolle entziehen wollte, leistete er bei seiner Festnahme erheblichen Widerstand und verletzte einen Beamten leicht.
Der 14-Jährige lief gegen 14 Uhr zunächst die Criesbacher Straße in Richtung Niedernhall entlang und warf hierbei Abfall auf den Boden. Als Polizeibeamte ihn auf sein Fehlverhalten hinweisen wollten, kam er deren Aufforderung stehen zu bleiben nicht nach und lief weiter in Richtung einer Bushaltestelle. Als einer der Beamten den Jugendlichen daraufhin am Rucksack festhielt, fing er an zu schreien, ließ den Rucksack fallen und rannte weg. Er konnte jedoch bereits nach wenigen Metern eingeholt werden.
Bei der Festnahme versuchte der Junge dem Polizeibeamten gezielt mit der Faust ins Gesicht zu schlagen, traf jedoch lediglich dessen Schulter. Weiterhin wehrte er sich massiv, als ihm die Handschellen angelegt wurden. Hierbei wurden sowohl der 14-Jährige, als auch ein Polizeibeamter leicht verletzt. Der Jugendliche wurde seinem Vater übergeben und muss nun mit einer Anzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte rechnen.