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OMG: Floryan schafft das Unmögliche

Das Zuschauervoting hievt Florian Rössler alias Floryan aus Künzelsau-Ohrenbach in das deutsche ESC-Finale. Die Hohenloher dürfen nächste Woche noch einmal so richtig mitfiebern.

Am Donnerstagabend waren vermutlich zahlreiche Hohenloher aus dem Häuschen, als der Sieger des deutschen ESC-Vorentscheids verkündet wurde und dieser ist ein gebürtiger Hohenloher. Heute lebt der Musiker in Hamburg, doch das tut der Zuschauergunst aus dem Süden keinen Abbruch, wie die Stimmenauszählung am Ende beweist.

Hier seht ihr noch einmal Floryans Siegerauftritt: Ich will zum ESC!: Floryan – ‚Scars‘ (Siegerauftritt live) | ARD Mediathek

Das bedeutet: Kommende Woche dürfen die Hohenloher weiterhin mit Floryan mitfiebern. Dann steht nämlich das Finale im deutschen Vorentscheid an.  Er geht damit als neunter Act in den Vorentscheid gehen.

Der 28-Jährige aus Künzelsau (Baden-Württemberg), der derzeit für ein Praxissemester in Hamburg lebt, war mit dem englischsprachigen Lied «Scars» angetreten und hatte sich mit seinem Auftritt gegen zwei weitere Acts – Anne und Luca – durchgesetzt.  Eine vierte Kandidatin der neuen Castingshow mit den Coaches Conchita Wurst («Rise Like a Phoenix») und Rea Garvey («Supergirl», «The Voice of Germany») war kurzfristig wegen Krankheit ausgefallen.

In der ESC-Entscheidungsshow am 16. Februar in Berlin muss sich Floryan dann nicht nur gegen Max Mutzke durchsetzen. Im Rennen um den deutschen Platz beim ESC im schwedischen Malmö sind auch die Sängerinnen Marie Reim, Bondine Monet und Leona sowie die Sänger Ninetynine, Isaak, Ryk und die Band Galant.

Mit der Sendung «Ich will zum ESC!» wagt der für den deutschen ESC-Act zuständige Norddeutsche Rundfunk (NDR) einen neuen Weg auf der Suche nach Erfolg beim Internationalen Gesangswettbewerb. Angelehnt an erfolgreiche Konzepte des Privatfernsehens haben Wurst und Garvey dabei erst Gesangstalente gehört, die Besten in ihr Team geholt und sie schließlich gecoacht und mit ihnen das Lied fürs Finale geschrieben.




Von Hermuth auf die Bühne des Eurovision Song Contests

„Musik mache ich eigentlich schon, seitdem ich klein bin“, sagte uns Florian Rössler in einem GSCHWÄTZ-Videointerview vor sechs Jahren in Hermuthausen kurz vor dem seinem Auftritt mit seiner damaligen band Twilight Zone im Herimouth-Saal.

Der gebürtige Ohrenbacher lebt mittlerweile in Hamburg und ist einer von vier Kandidaten, die heute Abend im Endausscheid der Vorauswahl des Eurovision Song Contests stehen (ESC).

Sprung auf die große Bühne geschafft

Angefangen habe es mit sechs Jahren im Kinderchor in Amrichshausen, erinnert sich der heute 18-Jährige. In der sieben Klasse wechselte er auf das Schlossgymnasium in Künzelsau, wo er auch Gesangsunterricht hatte. Auch auf einigen Hochzeiten habe er schon gespielt, berichtete er – damals noch bartlos – in unserem Videointerview.

Nun hat er den Sprung auf die ganz große Bühne geschafft. Heute abend entscheiden die Zuschauer:innen, wer von den vier Finalisten der Vorauswahl mit dem Titel „Ich will zum ESC“ in die nächste Qualifikationsrunde kommt  und sich dann gegen professionelle Musiker durchsetzen muss.

Live-Finale

Das Live-Finale von „Ich will zum ESC!“ läuft am heutigen Donnerstag, 8. Februar, um 22.00 Uhr live in der ARD Mediathek und im NDR Fernsehen.

Das deutsche Finale 2024 ist dann am 16. Februar 2024 um 22.05 Uhr live in Berlin. Barbara Schöneberger moderiert. Hier entscheidet sich, wer Deutschland dann beim ESC im Mai in Schweden vertreten wird.

Zahlreiche Hohenloher drücken dabei Florian, der sich mittlerweile Floryan nennt, die Daumen.

Hier gibt es nochmal die Songs aller vier Kandidaten in voller Länge zu hören: Ich will zum ESC! – Videos der Sendung | ARD Mediathek

 




Ein Ohrenbacher beim Eurovision Song Contest

Er stand unter anderem schon mehrfach mit seiner Coverband auf der Bühne im Herimouthsaal in Hermuthausen. Nun bewirbt sich Florian Rössler alias Floryan für den größten europäischen Songwettbewerb, den Eurovision Song Contest, der in diesem Jahr am 11. Mai (Finale) im schwedischen Malmö ausgetragen wird – und hat gute Chancen.

Der Hohenloher ist einer von vier Kandidaten, die es bis Finale des deutschen Vorwettbewerbes geschafft haben. 2024 – neben Anne Im, Bibiane Z und Luca M. Wefes. Diese vier Kandidaten singen am 8. Februar um einen Platz im deutschen Vorentscheid. Florian wird dabei gecoacht von Rea Garvey.

„Ich will zum ESC!“ – so heißt das Format, in dem ein Platz im deutschen ESC-Vorentscheid vergeben wird. Die Coaches Conchita Wurst und Rea Garvey gehen mit jeweils zwei Talenten in die Liveshow am 8. Februar.

Insgesamt 15 Kandidatinnen und Kandidaten kämpften in der Docutainment-Serie um den letzten freien Platz im Vorentscheid „Eurovision Song Contest – Das deutsche Finale 2024“. Die ESC-Gewinnerin Conchita Wurst und der Musiker Rea Garvey haben sie Folge für Folge auf ihrem Weg in den Vorentscheid begleitet, mussten sich aber jedes Mal auch von Acts aus ihren Teams verabschieden. Für Anne Im, Luca M. Wefes, Bibiane Z und Floryan rückt ihr Traum, Deutschland beim ESC zu vertreten, nun etwas näher. In der Liveshow von „Ich will zum ESC!“ entscheidet am 8. Februar ab 22 Uhr das Publikum per Tele- und Onlinevoting, wer es in den Vorentscheid schafft. Moderatorin ist Laura Karasek.

Prominente Gäste bei „Ich will zum ESC! – Die Entscheidung“ sind Choreografin Nikeata Thomspon, Songwriter und Social-Media-Star Levent Geiger und Singer-Songwriter Tim Kamrad. Die drei werden nach den einzelnen Auftritten über ihre Eindrücke sprechen.

Die Startreihenfolge der Acts in der Entscheidungsshow:

01: Anne Im mit „Yellow Brick Road“
02: Floryan mit „Scars“
03: Bibiane Z mit „Walk You Home Safe“
04: Luca M. Wefes mit „Farben neuer Tage“
Team Conchita: Anne Im und Luca M. Wefes
Anne, Kandidatin bei „Ich will zum ESC!“ © Bildergarten Entertainment
Anne Im ist Musical-Darstellerin und seit ihrer Kindheit ESC-Fan.
Anne Im kommt aus Hamburg und ist das, was man mit Fug und Recht als „ESC-Superfan“ bezeichnen kann. Die 27-Jährige verfolgt den Eurovision Song Contest schon seit ihrer Kindheit und hat sich ein ums andere Mal vorgestellt, selbst irgendwann einmal auf dieser Bühne zu stehen. Der ESC, so sagt sie selbst, ist die Religion in ihrem Haus. Durch ihre Musical-Ausbildung hat Anne nicht nur Singen, sondern auch Tanzen gelernt und weiß, wie sie mit Bühne und Publikum umzugehen hat.

Die Kandidaten:

Luca M. Wefes ist in Berlin zuhause und der geborene Bühnenmensch: Kurz nach seinem Schauspielstudium wurde dem 23-Jährigen schon ein Engagement als Biest in „Die Schöne und das Biest – das Musical“ angeboten. Aktuell tourt er mit dieser Produktion durch Deutschland. In jeder freien Minute konzentriert sich Luca auf seine Musik, versucht sich an verschiedenen Instrumenten und schreibt dabei eigene Songs und Gedichte. Für Luca ist klar: Beim ESC wird die universelle Sprache der Musik gesprochen und dabei geht es um Gefühle.

Bibiane Z kommt ebenfalls aus Berlin und liebt die große Bühne: Die 26-Jährige ist es gewohnt, ein großes Publikum zu begeistern und vor mehreren tausend Zuschauern zu performen. Lampenfieber? Fehlanzeige! Bei so viel musikalischer Leidenschaft bleibt allerdings kaum Zeit für andere Dinge. Umso besser, dass der Job als Social Media Marketing Managerin ihr ein mobiles Arbeitsumfeld ermöglicht. So kann sie ihrer Passion nachgehen und weiter daran arbeiten, irgendwann hauptberuflich von der Musik leben zu können.

Floryan (28) aus Künzelsau ist schon seit seiner Jugend ein großer ESC-Fan, als er den Sieg von Lena Meyer-Landrut in Oslo live vor dem TV mitverfolgen durfte. Für sein Masterstudium im Bereich Musikmanagement an der Popakademie Mannheim zog er von zuhause aus, lebt derzeit für ein Praxissemester in Hamburg und liebt die Entfaltungsfreiheit, die ihm die Stadt bietet. Endlich hat der 28 -Jährige das Gefühl, besser verstanden zu werden und er selbst sein zu können. War er bisher nur in einigen Coverbands musikalisch aktiv, will Florian nun mehr.

Hier geht es zu den Songs der vier: „Ich will zum ESC!“: Die Songs im Schnelldurchlauf | eurovision.de

Das Live-Finale von „Ich will zum ESC!“ läuft am Donnerstag, 8. Februar, um 22.00 Uhr live in der ARD Mediathek und im NDR Fernsehen.




Chill mal

Gleich zwei Pubertäts-Docs räumen mit ihrem Erziehungskabarett in der Stadthalle in Ingelfingen mit Vorurteilen auf und legen augenzwinkernd den Fokus auf das, was wirklich wichtig ist zwischen Eltern und ihren Kindern.

Mit Matthias Jung und Jan-Uwe Rogge gibt es wieder ordentlich etwas zu tun für die Lachmuskeln, wobei letzterer quasi zum Dauerbrenner beim Förderverein der Georg-Fahrbach-Schule in Ingelfingen geworden ist und schon des Öfteren in Ingelfingen gastiert hat.

In ihrem Bühnenprogramm streuen sie Salz in die Wunden von Eltern, die sich bei den Anekdoten, die die beiden erzählen, nicht selten ertappt fühlen. Bei dem Programm „Chill mal“ geht es auch und vor allem um einen umgekehrten Erziehungsratgeber, ums Nicht-Perfekt-Sein-Müssen in der Beziehung mit einem Pubertier und vor allem um eins: Chill mal.

Karten für die Veranstaltung am Mittwoch, den 20. März 2024, 19.30 Uhr, gibt es an der Abendkasse oder im Vorverkauf unter anderem bei der Raiffeisenbank Hohenloher Land in den Filialen in Dörzbach, Neuenstein, Bretzfeld, Ingelfingen und Öhringen (Ö-Center). Eintrittspreis: 18 Euro.

Lesen Sie nur hier: Rogge im GSCHWÄTZ-Exklusiv-Interview. 




Autofahrerin übersieht Mauer

Am Samstagabend wurde in Künzelsau eine 57-jährige Autofahrerin beim Ausfahren aus einem Parkplatz leicht verletzt. Die Fahrerin übersah beim rückwärts Rangieren eine circa ein Meter hohe Stützmauer. Das Fahrzeug kippte seitlich über die Mauer und überschlug sich.

Daraufhin kam es auf dem Hang zum Stehen. Die Fahrerin konnte sich selbstständig aus dem Fahrzeug befreien und wurde im Anschluss leicht verletzt durch den Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Die Höhe des Sachschadens beläuft sich auf circa 2.000 Euro.




Betrunkener Lkw-Fahrer in Schlangenlinien unterwegs

Am Freitagabend gegen 19.30 Uhr fuhr ein 64-jähriger Lkw-Fahrer auf der Landesstraße 1045 zwischen Forchtenberg und Ernsbach in Schlangenlinien und bremste immer wieder stark ab. Weiterhin geriet er mit seinem Lkw in den Gegenverkehr, sodass dieser gefährdet wurde.

Der Fahrer wurden daraufhin einer Verkehrskontrolle unterzogen. Hier konnte ein Alkoholwert von 1,7 Promille festgestellt werden. Die Polizei bittet Zeugen, insbesondere die Autofahrer, die durch den Lkw gefährdet wurden, sich beim Polizeirevier Öhringen unter der Telefonnummer 07941 9300 zu melden.




Kontrollleuchte geht an, wenig später steht das Auto in Flammen

Dass man Kontrollleuchten im Fahrzeug ernst nehmen sollte, hat ein Autofahrer in Kirchberg/Jagst am vergangenen Sonntag am eigenen Leib erfahren. Der 75-Jährige war gegen 13.30 Uhr mit seinem VW auf der A6 unterwegs, als laut Polizei eine Kontrollleuchte auf seinem Armaturenbrett anging.
Feuerwehr mit drei Fahrzeugen im Einsatz
Der Mann verließ die Autobahn und fuhr in Kirchberg auf den Parkplatz eines Supermarktes. Dort brannte das Fahrzeug komplett aus. Die Feuerwehr Kirchberg/Jagst war mit drei Fahrzeugen und neun Feuerwehrleuten im Einsatz.
Von Seiten der Polizei gab es ein Lob für die geistesgegenwärtige Reaktion des 75-Jährigen: „Der Mann hat alles richtig gemacht, indem er von der Autobahn abfuhr“, sagte ein Sprecher des zuständigen Polizeipräsidiums Aalen. Ein Brand auf der Autobahn hätte einen langen Stau nach sich ziehen können und viele Menschen gefährdet. Der Supermarkt-Parkplatz sei da die weitaus bessere Stelle.
Die Brandursache ist noch nicht bekannt. Ein technischer Defekt könnte der Grund sein.



Taylor Swift schnappt sich die Krone, Margot Robbie triumphiert auf andere Weise

Der wohl bekannteste und begehrteste Musikpreis wurde gestern Abend verlieren: die Grammys. Ausnahmekünstlerinnen wie Taylor Swift, Billie Eilish und Miley Cyrus erhielten den begehrten Award. Taylor Swift geht dabei in die Geschichte ein, denn sie bekommt den Preis zum vierten Mal in der Kategorie „bestes Album“ und überholt damit unter anderem Frank Sinatra.

Frauen in der Überzahl

An diesem Abend dominieren Frauen bei den Preisträgerinnen. Und das völlig zu Recht. Nicht etwa, weil sie Frauen sind und daher der Gleichberechtigung wegen mehr Preise bekommen sollten, sondern weil sie in dem vergangenen Jahr schlichtweg mehr musikalisch gerockt haben als ihre männlichen Kollegen. Dass eine derartige Frauen-Übermacht bei den Preisträgerinnen nicht selbstverständlich ist, merkt man in der Vorabberichterstattung zahlreicher Medien darüber und an einem Zitat des Moderators Trevor Noas, der die Gala mit einer Hommage an die vielen weiblichen Nominierten eröffnet hatte: „Können wir für eine Sekunde die Tatsache genießen, dass Frauen dieses Jahr die Musik dominiert haben?“, sagte der südafrikanische Komiker. „Sieben der Nominierten für das Album des Jahres sind Frauen.“

Taylor Swift bei den Grammys am 04. Fabruar 2024.

Der große Aufreger steht jetzt schon fest

Doch was das eigentlich von Natur aus eher männliche geprägte und dominierte Musikbusiness schafft, kann die Filmindustrie offenbar noch nicht. In einem Monat werde die Oskars verliehen und bereits jetzt steht – wie bei den Golden Globes- der große Aufreger schon fest. Denn der von den Massen gefeierte Kinohit Barbie geht zwar mit neun Nominierungen ins Rennen. Allerdings in den wichtigsten Kategorien: weibliche Hauptrolle und Regie steht er erst gar nicht auf der Liste. Fans und auch Schauspielkollegen haben sich öffentlich empört geäußert und dabei unter anderem Anti-Feminismus vorgeworfen. Denn immerhin: Die männliche Nebenrolle steht auf der Liste der Nominierten. Hauptdarstellerin und Mitproduzentin Margot Robbie sagte zu ihrer Nicht-Nominierung lediglich:

„Natürlich denke ich, dass Greta [Gerwig] als Regisseurin hätte nominiert werden sollen, denn das, was sie geschafft hat, ist eine einmalige Sache in ihrer Karriere, eine einmalige Sache in ihrem Leben, die sie wirklich gemeistert hat. Aber es war ein unglaubliches Jahr für alle Filme.“

Statt sich auf die fehlenden Nominierungen zu versteifen, hebt Robbie die zahlreichen Errungenschaften hervor, die sie mit „Barbie“ erreicht hat. Darin zeigt sich ihre Klasse. Der Film habe sich von den beengenden Grenzen des Mediums befreit und sich zu einem kulturellen Phänomen entwickelt, eines, das „größer ist als dieser Film, größer als unsere Filmindustrie“, so die 33-Jährige.

„Wir hatten uns vorgenommen, etwas zu kreieren, das die Kultur verändert, sie beeinflusst – einfach etwas bewirkt. Und das haben wir bereits geschafft und noch viel mehr, als wir es uns jemals hätten erträumen können. Und das ist wirklich die größte Belohnung, die aus all dem entstehen konnte.“

Und tatsächlich hat Barbie nicht nur ein Rekordeinspielergebnis von 1,7 Milliarden Dollar eingefahren, sondern als die Gesellschafts-Satire der Neuzeit den Nagel auf den Kopf getroffen bei vielen Geschlechter-Themen wie etwa alten, aber noch immer existierenden Rollenbildern. Das hat Regisseurin Greta Gerwig nicht mit dem erhobenen Zeigefinger geschafft, sondern mit einem lachenden Augenzwinkern, indem sie die Gesellschaft in Barbie so gezeigt hat, wie sie eigentlich hätte sein müssen. Solche Themen sind nicht populär in der seit Jahrzehnten mehr männliche geprägten Film-, Regie- und Produktionsszene. Bei den Massen ging der Film durch die Decke und allein daran sieht man, dass Hollywood bislang eben doch nicht alle gesellschaftlichen Themen gleichermaßen abgebildet hat. Aber hier scheint sich dank mutiger Regisseurinnen und Produzentinnen langsam etwas zu ändern.

 




„Wir demonstrieren auch für Lieschen Müller von nebenan“

Am vergangenen Samstag fuhr Michael Pekers das erste Mal mit fünf seiner geschäftlichen Fahrzeuge auf eine Demo. In Heilbronn gab es eine Kundgebung mit dem Namen: „Heilbronn steht auf.“ Dabei forderte er mit weiteren mehren hundert Teilnehmer:innen unter anderem die Zurücknahme der Mauterhöhung, der CO2-Erhöhung, der Mehrwertsteuererhöhung für Gastronomen und die Zurücknahme der Streichung der Subventionen für land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Pekers steht damit nicht alleine da. Rund 500 Fahrzeuge versammelten sich auf dem Festplatz der Theresienwiese.

Jährliche Mehrkosten für ihn von bis zu 25.000 Euro

Pekers ist ein Unternehmer aus dem Hohenlohekreis, war früher bei der UBK in Künzelsau aktiv, auch schon mal Bürgermeisterkandidat für Künzelsau und ist vor sechs Jahren gegen die Schließung des Künzelsauer Krankenhauses eingetreten. Er hat einen Lastentaxi-Betrieb in Kupferzell mit aktuell 18 Fahrzeugen, darunter einen Lastwagen und mehrere Transporter.

Ab Juli soll es nun – neben der allgemeinen Erhöhung der Maut – auch eine Maut für 7,5-Tonner geben. Dadurch erhöhen sich seine jährlichen Kosten bei 50.000 beziehungsweise 100.000 gefahrenen Kilometern laut eigenen Aussage auf 12.500 beziehungsweise 25.000 Euro – Kosten, die Pekers dann an seine Kund:innen weitergeben werde müssen. Das bedeutet: Am Ende zahlen die Zeche die Endverbraucher:innen in den Supermärkten.

Michael Pekers

„Nicht nur die Bauern, sondern der gesamte Mittelstand leidet“

Er betont daher, dass er eigentlich nicht nur für sich auf die Straße gehe, sondern letzten Endes für Lieschen Müller von nebenan. Aber natürlich hätten er und seine Kolleg:innen dadurch auch höhere Verwaltungs- und Bürokratiekosten.  „Nicht nur die Bauern, sondern der gesamte Mittelstand leidet“, betont Pekers. Mit der Teilnahme an der Kundgebung möchte er „Flagge zeigen“.

Es gibt auch immer wieder viele humorige Plakate und Buttons zu sehen. Foto: privat

„Wir können sich das ganz normale Arbeiter und Alleinerziehende leisten?“

Aber nicht nur im beruflichen Feld, auch im Alltag findet er die explodierenden Preise erschreckend. „Wie können sich das ganz normale Arbeiter und Alleinerziehende leisten?“, fragt er sich. An die offiziellen Inflationszahlen, die derzeit bei drei und vier Prozent liegen, glaube er schon lange nicht mehr. „Die Inflation ist definitiv im zweistelligen Bereich angekommen“, dessen ist sich Pekers sicher. Und sie werde automatisch weiter steigen, da die – von der Politik beschlossenen Erhöhungen der Abgaben sowie Streichungen von Fördermitteln – Betroffenen diese Mindereinnahmen beziehungsweise Mehrausgaben an die Endkunden weitergeben werden.

Mit seinen Fahrzeugen war Pekers das erste Mal auf einer Demo. Foto: privat

Dennoch: „Alls auf die derzeitige Ampel-Regierung zu schieben, ist zu einfach“

Dennoch: „Alles auf die derzeitige Ampel-Regierung zu schieben, ist zu einfach“, sagt Pekers. Auch vor der Ampel sei politisch viel versäumt worden. Für die Parteien wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, so Pekers, zu überlegen, was sie falsch gemacht haben. Hier werde manchmal zu wenig reflektiert. Aber es gebe auch Ausnahmen.

Gemeinsam demonstrieren derzeit viele Gewerke und Branchen gegen die Regierungspolitik. Foto: privat

Ein Freund von ihm sei für die FDP politisch aktiv. Dieser habe damals als einziger gegen die allgemeine Corona-Impflicht gestimmt. Aber die meisten laufen seiner Meinung nach der Herde hinterher. Um neue Ideen in die Politik zu bekommen, wäre es sinnvoll, wenn alle Amtszeiten nach zwei Perioden für jeden Menschen enden würden. Er werde vermutlich bei den kommenden Wahlen die „alternativlose Alternative“ wählen.




„Wer nicht mitkocht, steht am Schluss auf der Speisekarte“

Im Rahmen des diesjährigen 14. Gipfeltreffens der Weltmarktführer am 31. Januar und 01. Februar in Schwäbisch Hall und Künzelsau sprach im Carmen-Würth-Forum wohl einer der beliebtesten und bekanntesten Künzelsauer über seine Träume als Kind – und als Erwachsener: der Weltraumastronaut Alexander Gerst.

Wieder träumen lernen

der 47-Jährige, der früher mit seinem Opa als Kind seine Stimme schon über Funk bis zum Mond schickte, erzählte von der bevorstehenden Mond-Mission 2026, im Rahmen dessen er im sehr engen Auswahlkreis steht. Aber Gerst äußert sich wie gewohnt charmant-zurückhaltend, ob er nach zwei erfolgreichen Besuchen auf der Internationalen Raumstation auch gerne mit zum Mond fliegen würde. Er würde gerne, das spürt man, aber er spricht das nicht explizit aus, auch aus Respekt vor seinen Kolleg:innen. Sechs befinden sich in der engeren Auswahl, drei Tickets auf den Mond gibt es von der Eurpäischen Raumfahrtagentur (ESA) zu vergeben. Es bleibt also spannend.

Unter 8.000 Bewerber:innen durchgesetzt

Dabei wollte er früher lieber Feuerwehrmann denn Astronaut werden. Wichtig war für ihn dabei aber stets, dass seine Eltern ihn immer haben träumen lassen in seinem Leben. Rund 8.000 Bewerberinnen habe es damals im Rahmen des Weltraumprogramms der ESA gegeben. Er habe sich keine großen Hoffnungen dabei gemacht. Doch er wollte sich zumindest bewerben, um sich nicht im Nachhinein zu ärgern. Mit Erfolg. Auch die ESA hat sich nun bei dem gemeinsam mit der NASA durchzuführenden Mond-Unterfangen erfolgreich gegen andere Mitbewerber-Nationen durchgesetzt, unter anderem weil die ESA in den vergangenen Jahren wichtige Dinge für Raumfahrt entwickelt hat, etwa ein Fracht-Raumschiff.

90 Prozent der Spitzenvertreter:innen der Wirtschaft zeigen sich besorgt um den Wirtschaftsstandort Deutschland

„Wer nicht mitkocht, steht am Schluss auf der Speisekarte“, betont denn auch der baden-württembergische Ministerpräsident im Rahmen des Gipefeltreffens – allerdings nicht im Carmen-Würth-Forum in Künzelsau, sondern in Schwäbisch Hall. Der 75-Jährige Winfried Kretschmann weiß offenbar um das bröckelnde Ansehen des ehemals Vorzeige-Wirtschafts-Standorts Deutschlands und betont, wie wichtig es sei, Deutschland wettbewerbsfähig zu halten.

Wie diese Wettbewerbsfähigkeit zu halten ist, wissen vermutlich kaum andere besser als die Führungsspitzen der größten und bekanntesten Unternehmen Deutschlands, die da heißen: Würth mit seinem Hauptsitz in Künzelsau und die Schwarz-Gruppe (Lidl / Kaufland ), mit Sitz in Neckarsulm.

Eine überbordende Bürokratie, ein lahmes Internet und Fachkräftemangel seien K.o.-Kriterien

Er machte sich Sorgen um den Mittelstand, sagte denn auch der Chef der Neckarsulmer Schwarz Gruppe, Gerd Chrzanowski. Und damit steht er nicht alleine da. Laut einer spontanen SWR-Umfrage auf dem Gipfeltreffen zeigten sich 90 Prozent der 550 Spitzenvertreter:innen von Politik und Wirtschaft bi dem zweitätigen Treffen ebenso besorgt um den Wirtschaftsstandort.

Gerd Chrzanowski beim Gipfeltreffen.

Gerade für die Themen IT-Sicherheit und Digitalisierung bräuchten auch kleine Firmen sehr viel Geld, so Chrzanowski. Die Cyberangriffe auf Unternehmen seien teils massiv. Eine überbordende Bürokratie, Fachkräftemangel, das Hinterherhinken der Digitalisierung, aber auch die hohen Energiepreise zählten die Gipfelteilnehmer:innen denn auch als derzeitige K.o.-Kriterien auf.

Nicht krank, nur erschöpft, so Lindner

Die deutsche Wirtschaft sei nicht krank, aktuell nur erschöpft, wiegelte wiederum Finanzminister Christian Lindner (FDP) am Nachmittag per Video-Liveschalte etwas ab. Es brauche jetzt Kraft, strukturelle Reformen und eine Wachstumsagenda. Man brauche keine Gesund-, aber auch keine Schwarzbeterei. Eine Unternehmenssteuerrefrom sei finanziell möglich, dafür müssten im Haushalt Mittel umgeschichtet werden, so Lindner. Bislang gebe es dafür aber keine politische Mehrheit.

Christian Lindner sprach per Video-Liveschalte.

Wirtschaft laut Kretschmann „brutal unter Druck“

Kretschmann sieht die aktuelle Lage indes nicht ganz so rosig wie der Finanzminister. In seiner Rede im Neuen Haller Globe Theater sagte er: Die Wirtschaft habe es mit dem Fachkräftemangel, hohen Energiepreisen, globalen Krisen und Lieferkettenproblemen zu tun. Hinzu würden eine explodierende Cyberkriminalität und ein „beinharter Wettbewerb“ rund um Digitalisierung und die Antriebswende kommen. All das setze die Wirtschaft „brutal unter Druck“, so Kretschmann.

Baden-Württemberg als Insel der Glückseligen

Bei all den Problemen dürfe man aber nicht aus den Augen verlieren, so der Ministerpräsident, dass die Ausgangssituation in Baden-Württemberg immer noch „ausgezeichnet“ sei. Auch im internationalen Vergleich gebe es hoch qualifizierte Arbeitskräfte, eine industrielle Basis und die höchste Weltmarktführerdichte der Welt. Hinzu komme ein Netz an herausragenden Universitäten, Instituten und Hochschulen.