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Heilbronn: 200 Menschen bei Trauerfeier – Polizei erstattete Anzeige gegen die Beteiligten

Es waren wohl doch etwas mehr. Die zunächst von der Polizei gegenüber GSCHWÄTZ bestätigte Zahl von 100 Trauernden (wir berichteten) bei einer Trauerfeier in Heilbronn wurde nun auf 200 in einer aktuellen Pressemitteilung der Polizei bezüglich des Einsatzes auf dem Friedhof erhöht.

Etwa 200 Trauernde fanden sich am Mittwoch, den 15. April 2020, für eine Beerdigung auf dem Heilbronner Westfriedhof ein. Nach dem Tod eines 36-Jährigen hatte die Familie des Mannes die Trauerfeier über die sozialen Medien angekündigt. Nach Rücksprache mit der Polizei wurde die öffentliche Einladung von den Familienmitgliedern zwar wieder zurückgenommen, trotzdem fanden sich am Vormittag zirka 200 Anteilnehmende auf dem Friedhof ein.

Da die Abstandsregeln während der Predigt und dem gemeinsamen Gebet vor dem Eingangstor des Friedhofes nicht eingehalten wurden, erhoben die eingesetzten Streifen die Personalien der Anwesenden.

Im Nachgang werden nun Anzeigen gegen die Beteiligten gefertigt. Hierzu dauern die Ermittlungen noch an. Die eigentliche Beisetzung fand daraufhin im kleinen Personenkreis statt. Die Polizei war mit zahlreichen Einsatzkräften am Ort des Geschehens.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Futuristische Atemschutzmaske aus Hohenlohe – Neth: „Es macht keinen Sinn, jedem Bürger FFP2-Masken zu geben, wenn das Pflegepersonal keine hat“

Hat Landrat Dr. Matthias Neth Besuch aus dem All? Nein, unter diesem außerirdisch aussehenden Helm steckt Professor Dr. Ralph Wystup von der Hochschule Eisenach, der in Zusammenarbeit mit Hohenloher Firmen diese neuartige Atemschutzmaske entwickelt hat. Professor Dr. Buchhorn, Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin am Caritas-Klinikum in Bad-Mergentheim, erklärt, wie die Idee zu einer solchen Schutzmaske entstand: „Wir haben uns überlegt, wie man die Kliniken unterstützen könnte – Beatmungsgeräte waren zu komplex, am drängendsten ist eine Schutzmaske. Mit dieser Maske können wir möglicherweise den Arbeitsschutz verbessern“. An diesem Projekt beteiligt waren neben Wystup und Buchhorn, Wystups Bruder Frederik, der ein Ingenieurbüro in Neuenstein betreibt, sowie die Firmen ebm-papst, Ziehl-Abegg, Ansmann und Jako. Alle Beteiligten haben ihre Kernkompetenzen zur Verfügung gestellt, Frederik Wystup die Entwicklung der Steuerungselektronik, Professor Buchhorn das medizinische Anforderungsprofil, ebm-papst die Lüftungstechnik, Ansmann die Akkus, Ziehl-Abegg seine Kapazitäten im 3-D-Druck und Jako sein textiles Know-How.

Produktion weltweit möglich

Herausgekommen ist bei dieser Zusammenarbeit bisher ein Funktionsmodell, das noch nicht serienreif ist, aber bereits zeigt, wohin das Projekt gehen kann: Die Hülle besteht aus einem leichten „Windjackenstoff“, der genügend luftdicht ist, um Außenluft fernzuhalten. Die Maske wird mit gefilterter Außenluft unter Überdruck gesetzt und hält sich durch den Überdruck selber in Form. Der Überdruck sorgt auch für Sicherheit, da selbst bei einer Verletzung der Maske keine möglicherweise kontaminierte Außenluft eindringen kann. Das Funktionsmuster funktioniert mit Standard-Akkus von Ansmann, sowohl Akku als auch das Gebläse von ebm sind in einem einfachen Rucksack untergebracht. Die Gebläse sind bereits heute in Beatmungshilfsgeräten, zum Beispiel Geräten zur Behandlung von Schlafapnoe, verbaut und somit schon im Markt bekannt und zertifiziert. Die Maske selbst besteht aus rein textilen Materialien, kann also überall dort produziert werden, wo textiles Know-How vorhanden ist, also praktisch überall auf der Welt.

„Der Markt ist nicht Deutschland, der Markt ist die ganze Welt.“

Ein weiterer Vorteil ist das geringe Gewicht der Maske. Die Entwickler gehen davon aus, dass die Maske zu einem äußerst konkurrenzfähigen Preis auf den Markt gebracht werden kann, Ralph Wystup betont: „Wir können voraussichtlich auf gutem Preisniveau anbieten, die Maske ist einfach zu bedienen und gut zu reparieren“ und sein Bruder Frederik ergänzt: „Die Maske ist tragbar und mit Akkutechnik, daher auch für Gebiete mit wenig Infrastruktur geeignet“. Davon ist auch Landrat Dr. Neth überzeugt: „Der Markt ist nicht Deutschland, der Markt ist die ganze Welt.“

„Ich sehe da eine Entwicklung von Low-End bis High-End.“

Obwohl die Maske etwas unförmig aussieht, sei sie doch recht bequem, meint Rainer Nase, Entwicklungsingenieur bei ebm: „Der Luftstrom verschafft eine gewisse Kühlung, auch die Luftfeuchtigkeit könnte reguliert werden.“ Die Maske ist groß genug, dass man zum Beispiel einen Bluetooth-Kopfhörer mit Noise-Cancelling-Technik darunter tragen und über Handy komunizieren kann. Nase denkt schon an die Zukunft: „Perspektivisch sehe ich da eine Entwicklung von Low-End bis High-End“. Frederik Wystup sieht ebenfalls weitreichende technische Möglichkeiten wie zum Beispiel Luftmessdatenübertragung und –kontrolle mit WLAN-Kommunikation zu Servern über die Maske. Auf der anderen Seite sei die Maske durch Preis und Einfachheit geradezu ideal für den Einsatz in Pflegeheimen und bei mobilen Pflegediensten, meint Ralph Wystup.

„Bis jetzt reine Privatveranstaltung“

Aber ganz so weit ist das Projekt noch nicht, denn Wystup betont: „Bis jetzt ist das eine reine Privatveranstaltung. Wir stehen jetzt am Scheidepunkt: Wollen wir das weitertreiben?“.
Eine Zertifizierung als Medizingerät wäre der nächste Schritt – der ist allerdings sehr aufwändig. Landrat Dr. Neth ist von den Erfolgsaussichten überzeugt und bietet dem Projektteam an, Kontakte zu speziellen Ansprechpartnern des Landes Baden-Württemberg an, die bei Zulassung und Zertifizierung unterstützen können: „Die Chance ist, dass wir in der Region gute Ressourcen haben. Der Charme ist die Zusammenarbeit vor Ort, was anderswo nicht gegeben ist.“ Ihn lässt auch die Idee der Beatmungsgeräte nicht los: „Die Masken lösen nicht alles, wenn man davon ausgeht, dass es weltweit eine Weile geht. Das Thema Beatmungsgeräte wollen wir nicht aus den Augen verlieren. Ich vermute, dass das Thema wiederkommt“. Äußerst zufrieden zeigen sich alle Projektteilnehmer mit der unkomplizierten Zusammenarbeit im Team, Dr. Walter Angelis, Technischer Leiter bei Ziehl-Abegg sagt: „Wir sind sehr stolz darauf, was in kurzer Zeit entstanden ist. Das ist ein Zeichen für die Politik.“

Zum Thema Schutzmasken für die Allgemeinheit betonte Landrat Neth: „Es macht keinen Sinn, jedem Bürger FFP2-Masken zu geben, wenn das Pflegepersonal keine hat.“

Auch Altenheime und Bestattungsunternehmen beklagen derweil einen Engpass an Schutzkleidung.

Text: Matthias Lauterer

Professor Ralph Wystup zieht die Atemschutzhaube an. Foto: GSCHWÄTZ

Professor Frank Wystup (rechts) präsentiert die Atemschutzhaube Landrat Dr. Matthias Neth (links). Foto: GSCHWÄTZ

Rainer Nase. Foto: GSCHWÄTZ

Professor Ralph Wystup. Foto: GSCHWÄTZ




Heilbronn: Rund 100 Menschen bei Beerdigung auf dem Westfriedhof

Wie ein Anrufer, der anonym bleiben wollte, am Mittwoch, den 15. April 2020, der GSCHWÄTZ-Redaktion mitgeteilt hat, soll an diesem Tag vormittags auf dem Westfriedhof in Heilbronn eine große Beerdigung mit zahlreichen Menschen stattgefunden haben. Momentan sind aufgrund der Coronapandemie auf den Friedhöfen lediglich maximal zehn Personen bei Beerdigungen erlaubt.

Auf GSCHWÄTZ-Nachfrage bestätigte die Polizei Heilbronn diesen Vorgang und auch, dass es sich um rund 100 Personen gehandelt habe. Die Beerdigung sei im Vorfeld bekannt gewesen, allerdings sei die Polizei nur als Unterstützung vom Heilbronner Ordnungsamt, das hier federführend war, hinzugezogen worden.

Warum diese Beerdigung trotz Corona-Verordnung mit derart vielen Menschen erlaubt wurde, ist bislang nicht bekannt.




„Verstorbene hochinfektiös“ – Nur noch 1 Friedhofsbläser erlaubt – Künzelsauer Bestatter berichten

Wenn systemrelevanten Berufsgruppen öffentlich gedankt wird, dann werden stets Ärzte, Pflegeberufe oder Lehrer genannt. Vom Bestattergewerbe spricht niemand, trotzdem gehört es zum systemrelevanten Bereich und auch auf diesen Beruf haben die Coronabedingten Einschränkungen und Vorschriften erhebliche Auswirkungen.

Am sichtbarsten sind die Beschränkungen bei der Trauerfeier selbst: „Die ganzen Rituale fallen weg“

Trauerhallen und Kirchen sind geschlossen, so dass die Trauerfeiern nur noch am Grab stattfinden können. Die Größe der Trauergemeinde ist eingeschränkt: Waren es bisher 10 Personen, wurde die Bestimmung kürzlich gelockert und es dürfen seit dieser Woche Angehörige der geraden Linie, deren Partner sowie weitere 5 Personen sowie der Pfarrer an der Trauerfeier teilnehmen. Der Sarg darf von den Trägern nur noch ans Grab gebracht werden, danach müssen sich die Träger entfernen Auch die Träger würden nämlich auf die Teilnehmer angerechnet, erläutert Robert Mayr vom Betattungsinstitut Dorn. Der Sarg wird erst nach der Zeremonie, wenn die Trauergemeinde nicht mehr am Grab ist, ins Grab gesenkt – der symbolische Erdwurf und das Besprengen mit Weihwasser müssen entfallen. „Die ganzen Rituale fallen weg, die Beerdigung ist auf ein Minimum reduziert“, sagt Petra Kunze von Landwehr Bestattungen aus Nagelsberg.

Offene Aufbahrung nicht erlaubt

Die üblichen Abstandsregeln sind während der Zeremonie einzuhalten. Eine offene Aufbahrung von Verstorbenen mit Covid-19 ist nicht erlaubt. Bei Verstorbenen ohne Covid-19 darf immer nur eine Person in die Aufbahrungshalle. In Künzelsau ist nur noch ein Friedhofsbläser erlaubt, der aber ebenfalls deutlichen Abstand halten muss. Der Blumenschmuck fällt eher karg aus, ist Mayr aufgefallen, da auch die Blumengeschäfte kaum Waren vorrätig hätten. Kondolenzlisten liegen nicht aus, da dann mehrere Menschen denselben Stift benutzen könnten.
Dafür sind die Bestattungsinstitute gehalten, die Daten der Besucher der Trauerfeiern aufzunehmen und diese im Bedarfsfall an die Gesundheitsämter weiterzugeben.

„Verstorbene sind hochinfektiös“

Nicht sichtbar sind die Corona-Regeln, die die Bestatter im Hintergrund beachten müssen: Ist ein Patient an Covid-19 verstorben, sind höchste Sicherheitsvorkehrungen vorgeschrieben. Mayr: „Entgegen der landläufigen Meinung sind Verstorbene hochinfektiös“, diese Verstorbenen müssten gemäß der Risikoklasse 3 der Biostoffverordnung behandelt werden: Vollschutz mit Schutzanzug und Maske ist verpflichtend. Im Normalfall sei Covid-19 auf den Todesbescheinigungen vermerkt, sagt Mayr, trotzdem frage er insbesondere bei im Heim verstorbenen „immer explizit nach Quarantänemaßnahmen im Heim“.

Über 15 Covid-Fälle schon bestattet

„10 bis 15, eher an die 15“ Covid-19-Fälle habe sein Institut bereits bestattet. Von bisher einem COVID-19 Fall berichtet Kunze: „Wir müssen die Verstorbenen genauso anfassen wie die Krankenschwester, die ihn in die Kühlung bringt“, sagt sie und beschreibt den veränderten Ablauf: „Der Verstorbene wird in eine luftdichte Plastikhülle gehüllt und danach noch vor Ort im Krankenhaus in den endgültigen Sarg gelegt und der Sarg verschlossen. Das alles muß in vollständiger Schutzkleidung geschehen.“

Mangel an Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel für Bestatter

Mayr leitet die Abteilung für materielle Ressourcen im Bestatternotfallteam der Innung und beklagt den Mangel an Schutzausrüstung und Desinfektionsmaterial. Die vorhandene Ausrüstung gehe vorrangig an medizinisches und pflegerisches Personal und die Bestatter bekämen nur, was dann noch verfügbar sei, „aber da fällt nichts runter. Wir sind systemrelevant, kriegen aber keine Schutzausrüstung“. Er berichtet von Preisen, die 10-40fach höher als bisher seien, ein Liter Desinfektionsmittel koste bis zu 70€. Petra Kunze berichtet: „Masken sind schwierig, Anzüge und Handschuhe haben wir noch“. Bestattungsunternehmen sind auf eine geringe Anzahl von infektiösen Verstorbenen vorbereitet, schließlich gebe es ja zum Beispiel auch Hepatitis-Kranke. Aber, so beklagt Mayr, „was wir früher im halben Jahr gebraucht haben, reicht im Moment für 2 Wochen“. Auch Kunze findet: „Das ist ein schwaches Zeichen. Wir hängen ganz am Ende und sind genauso gefährdet. Außer dass wir ein Schreiben haben, dass wir systemrelevant sind und auch mit Infektion arbeiten können.“

Angehörigengespräche per Telefon

Auch auf die Arbeit mit den Trauernden wirkt sich Corona aus: Schon der Kontakt mit den Hinterbliebenen hat sich verändert: Mayr berichtet bereits von Angehörigengesprächen per Telefon oder Video. Persönliche Gespräche finden wegen der Abstandsregeln nur noch mit maximal 2 Angehörigen statt. Aber auch ältere Angehörige selbst vermeiden oft den persönlichen Kontakt.

Im Großen und Ganzen sind sowohl Mayr als auch Kunze mit den behördlichen Maßnahmen einverstanden: „Es ist okay, dass die Leute zuhause bleiben sollen“, findet Kunze, schaut aber auch in die Zukunft: „Ob man das längerfristig durchsetzen kann, bezweifle ich.“ Mayr findet „es sind politisch unbequeme Entscheidungen, aber sehr verantwortungsvoll“. Er hat die Befürchtung, dass kleinere Betriebe auf der Strecke bleiben könnten: “Kleine Betriebe sind teils überfordert.“ Aber er sagt auch: „Das Chaos könnte sehr viel größer sein:“

Beide berichten, dass die Angehörigen auf die Einschränkungen sehr verständnisvoll reagieren, auch wenn eine Bestattung nicht so ablaufen kann, wie sie sich der Verstorbene gewünscht hätte.

„Da blutet einem das Herz“, sagt Mayr, wenn er den Hinterbliebenen erklären muss, dass sie ihren Angehörigen nach mehrwöchiger Kontaktsperre nicht wenigstens noch einmal aufgebahrt sehen dürfen. Und Petra Kunze berichtet von einem Angehörigen, der traurig meint: „Da wären so viele Leute gekommen. Das hat er nicht verdient, so eine kleine Beerdigung“.
Aber, so Kunze: „Wir helfen den Angehörigen, soweit es in unserer Macht steht, es geht trotz allem würdevoll“.

Text: Matthias Lauterer




Corona: Live-Chat mit Anton Baron

Der Landtagsabgeordnete Anton Baron lädt alle interessierten Bürger zu einem Video-Livechat mit dem Bundestagsabgeordneten Sebastian Münzenmaier ein: Am Donnerstag, den 16. April 2020, geht es ab 19 Uhr auf Barons öffentlicher Facebookseite https://www.facebook.com/antonbaronmdl/ um die Coronakrise und die Exit-Strategie der AfD-Bundestagsfraktion, deren Vorstand Münzenmeier als parlamentarischer Geschäftsführer angehört.

Die Fragen können vorab per E-Mail an anton.baron@afd-bw.de mitgeteilt werden, es besteht aber auch während des Livevideos die Möglichkeit zu Nachfragen per Kommentar.

Quelle: Pressemitteilung vom Landtagsbüro von Anton Baron




Ba-Wü: Von heute auf morgen mehr als 10.000 Genesene…Wie kann das sein?

Am 08. April 2020 vermeldet die Pressestelle des Ministeriums für Soziales und Integration in Baden-Württemberg eine schier unglaubliche Zahl von Covid-Gesundeten. Im Vergleich zum Vortag seien rund 10.000 an Covid-19 erkrankte Menschen wieder gesund. Wie aber kann das sein? Handelt es sich dabei um eine Massenheilung? Mitnichten. Die Pressestelle liefert die Erklärung für den sprunghaften Anstieg gleich mit, wenn sie erklärt:

„Die hohe Differenz der Zahl der Genesenen im Vergleich zum Vortag (2.685) erklärt sich folgendermaßen: Das Landesgesundheitsamt veröffentlicht ab sofort den Schätzwert der SARS-CoV-2-Genesenen in Baden-Württemberg auf Grundlage eines heute durch das Robert Koch-Institut in Berlin angepassten Algorithmus. Hierbei werden Fälle ohne Angabe des Erkrankungsbeginns anhand des Meldedatum berücksichtigt. Diese Methodik führt zu einer deutlich besseren Abschätzung der tatsächlich Genesenen in Baden-Württemberg.“

Diese etwa nbulöse Erklärung wirft diverse Fragen auf.

1) Wie wurde denn bislang die Zahl der „Gesundeten“ gemessen?

2) Wie unterscheidet sich das bisherige Messverfahren von dem vorangegangen?

3) Warum sind die Zahlen dadurch valider, sprich, näher an der Realität dran als die bisherigen Zahlen?

4) Wie wird denn konkret die Zahl der „Gesundeten“ gemessen? Gibt es Abschlusstests? Werden die an Covid-Erkrankten automatisch als gesund registiriert, wenn sie sich nach 14 Tagen bei keinem Arzt oder Gesundheitsamt mehr vorstellig werden?

5) Wird auch die Zahl der ärztlichen Coronadiagnosen mit in diese Statistik einbezogen oder lediglich die mittels Labortest positiv auf Covid-19 Getesteten?

 

Wir haben beim Robert-Koch-Institut (RKI) nachgfragt, um diese Fragen zu klären. Das RKI betont, dass diese Zahlen, die das RKI ermittelt, ein „Angebot“ sei, das „Länder und Landkreise nutzen können“. Es handle sich bei den Zahlen um Schätzungen: „Ein genaues Datum der Genesung liegt uns für die meisten Fälle nicht vor. Daher verwenden wir einen Algorithmus zur Schätzung der Anzahl der Genesenen. Da wir den Algorithmus zur Schätzung der Genesenen so verbessert haben, dass nun alle übermittelten Fälle bei der Schätzung berücksichtigt werden können, also auch die ohne Angaben zum Erkrankungsbeginn, ist im Vergleich zu gestern ein größerer Anstieg als sonst zu verzeichnen.“ Wie dieser Algorithmus ausschaut und welche Variablen hier mit einbezogen werden, darauf ging das RKI nicht näher ein.

Text: Matthias Lauterer

 

 




Urteilsspruch der Jugendkammer: 3 Jahre für Kupferzeller Bankräuber – Einer der Täter arbeitete bei der Bank

Am Mittwoch, den 08. April 2020, wurde im Landgericht Heilbronn vor einer Jugendkammer das Urteil im Verfahren gegen die Bankräuber von Kupferzell gesprochen. https://www.gschwaetz.de/2020/02/09/kupfzell-kuenzelsau-bank-fuehrte-laut-staatsanwaltschaft-geldtransport-in-privat-pkw-durch-und-wird-ausgeraubt/

Ungewöhnlich ist der Bankraub deshalb gewesen, weil es letztlich eigentlich kein Bankraub, sondern ein Raubüberfall war. Denn die betreffende Volksbank ist nicht in einer Bankfiliale ausgeraubt worden, sondern eine Mitarbeiterin hat am 01. August 2019 einen Geldtransport in einem privaten Pkw vorgenommen und wurde auf dem Parkplatz vor der Filiale ausgeraubt. Nur wenige Monate zuvor wurde die Filiale der Volksbank in Neuenstein ausgeraubt. Manche Stimmen sahen damals einen Zusammenhang zwischen den beiden Überfällen.

Der Überfall von Neuenstein wurde in diesem Zuge allerdings nicht verhandelt.

Bezüglich des Überfalls in Kupferzell standen nun zwei Männer vor Gericht, einer davon war zum Zeitpunkt des Überfalls bei der Bank angestellt. Ein dritter Mann, bei dem es sich um den Bruder des damaligen Bankangestellten handelt, war schon vorher aus der Untersuchungshaft entlassen worden, das Verfahren gegen ihn wurde mangels hinreichendem Tatverdacht nach §170 Abs.2 StPO eingestellt, das heißt, es wurde gegen ihn gar nicht verhandelt.

Da einer der beiden Angeklagten zum Tatzeitpunkt noch „Heranwachsender“, also noch nicht 21 Jahre alt war, wurde das Verfahren vor einer Jugendkammer durchgeführt.
Angeklagt war gemeinschaftlich begangener schwerer Raub nach §250 StGB, ein Straftatbestand, der eine Mindeststrafe von 3 Jahren vorsieht. Genau diese Mindeststrafe wurde vom Gericht auch verhängt – für den jüngeren Angeklagten als Jugendstrafe, für den älteren als Freiheitsstrafe. Eine Jugendstrafe wird dann verhängt, wenn ein „Heranwachsender“ zur Tatzeit noch einem Jugendlichen gleichsteht. Verbüßt wird die Jugendstrafe in der Regel in Jugendstrafanstalten.

Sollten sowohl die Staatsanwaltshaft als auch die Verteidigung bis zum 15. April 2020 keine Rechtsmittel einlegen, wird das Urteil rechtskräftig.

Laut Auskunft des Landgerichts „ist ein weiterer Verdächtiger ohne Verwandtschaftsverhältnis zu den Angeklagten flüchtig. Gegen ihn wird von der Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren geführt.“ Der Flüchtige hat sich möglicherweise ins Ausland abgesetzt.

Text: Mattias Lauterer




Marlach: Band keep alive gibt kleines Corona-Straßenkonzert am Ostersonntag

„Musik verbindet“ – dessen ist sich die Band keep alive mit Bandmitgliedern aus Sindeldorf, Westernhausen, Criesbach und Marlach sicher – auch in Coronazeiten. Daher traf sich ein Teil der Band an Ostern 2020 spontan zu einem kleinen Straßenkonzert in Marlach.

„Aktuell ist ja leider nichts mit proben und auch einige Auftritte wurden schon abgesagt. Da haben wir überlegt, wie wir trotzdem irgendwie zusammen musizieren können“, erklärt Bassist Sebastian Hettinger (32) gegenüber GSCHWÄTZ.

So habe sich ein Teil der Band spontan am Ostersonntag, den 12. April 2020, gegen 18.15 Uhr in Marlach getroffen, um dort zwei bis drei Lieder zusammen zu spielen. Sänger Timo Pfeiffer (42) und Gitarrist Noa Pfeiffer (16) platzierten sich dabei zwischen zwei Häusern. In einem der beiden Häuser hat wiederum Bassist Sebastian Hettinger seine Wohnung und hat vom Balkon aus gespielt. Nachbar Armin Walter vertrat den eigentlichen Schlagzeuger der Band, Christian Feser (31).

Das Fazit der Band, auch in Coronazeiten: „Musik verbindet einfach.“ Das kleine Experiment sei gut angekommen. Und „vielleicht schaffen wir es auch, so etwas nochmal hinzubekommen.“

 

Teile der Band keep alive gaben am Ostersonntag, den 12. April 2020, ein kleines Corona-Straßenkonzert. Foto: Screenshot aus dem Video




Öhringen: Verfolgungsjagd und Fahndung mit Hubschraubern

Der Fahrer eines Opel lieferte sich in der Nacht auf Freitag, den 10. April 2020, im Bereich um Öhringen eine Verfolgungsfahrt mit mehreren Streifen der Polizei. Ein Autofahrer meldete gegen Mitternacht einen aggressiven Opel-Fahrer in der Herrenwiesenstraße in Öhringen, der ihn zum Halten gezwungen und angeschrien hätte. Danach soll der Opel-Transporter in Schlangenlinien weggefahren sein.

Eine Streife konnte den Transporter bei einer Tankstelle am Ohrntalkreisel feststellen und gab diesem Anhaltezeichen, um ihn zu Kontrollieren. Dies ignorierte der Fahrer und beschleunigte seinen Opel Vivaro anstatt ihn anzuhalten. Im Rahmen der Verfolgungsfahrt rammte der Transporter einen Streifenwagen und einen am Straßenrand geparkten BMW in der Straße „Am Ochsensee“. Zahlreiche Streifen der Polizei versuchten dem Opelfahrer habhaft zu werden. Der fuhr jedoch auf Höhe des „Sershof“ querfeldein und prallte gegen eine Böschung. Hier ließ der bislang unbekannte Fahrer sein Auto zurück und flüchtete zu Fuß. Die Fahndung nach dem Fahrer, unter anderem mit Hubschraubern, verlief erfolglos. Im zurückgelassenen Opel konnte Marihuana aufgefunden werden.

Das Fahrzeug wurde beschlagnahmt und von der Polizei abgeschleppt. Die Ermittlungen nach dem Fahrer hat die Verkehrspolizei Weinsberg aufgenommen.

Hinweise auf den Fahrer werden unter der Telefonnummer 07134 5130 entgegengenommen.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Vollsperrung der L 1045 zwischen Künzelsau und Morsbach ab heute bis 23. April

Die Landesstraße L 1045 muss von Dienstag, 14. April, bis voraussichtlich Donnerstag, 23. April 2020, zwischen Künzelsau-Hofratsmühle und dem Ortsausgang Morsbach für den Gesamtverkehr gesperrt werden. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises vom 14. April 2020 hervor. Im Bereich der Reinhold-Würth-Hochschule hat sich durch eine Unterspülung ein größerer Fahrbahnschaden ereignet, der kurzfristig saniert werden muss.

Die Zufahrt aus Richtung Künzelsau bis zur Einmündung Daimlerstraße bleibt frei, sodass der gesamte Bereich Hofratsmühle zugänglich bleibt. Ab Ortsende Morsbach in Richtung Künzelsau ist die Landesstraße bis zur Zufahrt Reinhold-Würth-Hochschule voll gesperrt.

Der überörtliche Verkehr wird von Morsbach über die K 2373 – Künsbach – Haag – Gaisbach – Künzelsau und umgekehrt umgeleitet.