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Corona: Live-Chat mit Anton Baron

Der Landtagsabgeordnete Anton Baron lädt alle interessierten Bürger zu einem Video-Livechat mit dem Bundestagsabgeordneten Sebastian Münzenmaier ein: Am Donnerstag, den 16. April 2020, geht es ab 19 Uhr auf Barons öffentlicher Facebookseite https://www.facebook.com/antonbaronmdl/ um die Coronakrise und die Exit-Strategie der AfD-Bundestagsfraktion, deren Vorstand Münzenmeier als parlamentarischer Geschäftsführer angehört.

Die Fragen können vorab per E-Mail an anton.baron@afd-bw.de mitgeteilt werden, es besteht aber auch während des Livevideos die Möglichkeit zu Nachfragen per Kommentar.

Quelle: Pressemitteilung vom Landtagsbüro von Anton Baron




Ba-Wü: Von heute auf morgen mehr als 10.000 Genesene…Wie kann das sein?

Am 08. April 2020 vermeldet die Pressestelle des Ministeriums für Soziales und Integration in Baden-Württemberg eine schier unglaubliche Zahl von Covid-Gesundeten. Im Vergleich zum Vortag seien rund 10.000 an Covid-19 erkrankte Menschen wieder gesund. Wie aber kann das sein? Handelt es sich dabei um eine Massenheilung? Mitnichten. Die Pressestelle liefert die Erklärung für den sprunghaften Anstieg gleich mit, wenn sie erklärt:

„Die hohe Differenz der Zahl der Genesenen im Vergleich zum Vortag (2.685) erklärt sich folgendermaßen: Das Landesgesundheitsamt veröffentlicht ab sofort den Schätzwert der SARS-CoV-2-Genesenen in Baden-Württemberg auf Grundlage eines heute durch das Robert Koch-Institut in Berlin angepassten Algorithmus. Hierbei werden Fälle ohne Angabe des Erkrankungsbeginns anhand des Meldedatum berücksichtigt. Diese Methodik führt zu einer deutlich besseren Abschätzung der tatsächlich Genesenen in Baden-Württemberg.“

Diese etwa nbulöse Erklärung wirft diverse Fragen auf.

1) Wie wurde denn bislang die Zahl der „Gesundeten“ gemessen?

2) Wie unterscheidet sich das bisherige Messverfahren von dem vorangegangen?

3) Warum sind die Zahlen dadurch valider, sprich, näher an der Realität dran als die bisherigen Zahlen?

4) Wie wird denn konkret die Zahl der „Gesundeten“ gemessen? Gibt es Abschlusstests? Werden die an Covid-Erkrankten automatisch als gesund registiriert, wenn sie sich nach 14 Tagen bei keinem Arzt oder Gesundheitsamt mehr vorstellig werden?

5) Wird auch die Zahl der ärztlichen Coronadiagnosen mit in diese Statistik einbezogen oder lediglich die mittels Labortest positiv auf Covid-19 Getesteten?

 

Wir haben beim Robert-Koch-Institut (RKI) nachgfragt, um diese Fragen zu klären. Das RKI betont, dass diese Zahlen, die das RKI ermittelt, ein „Angebot“ sei, das „Länder und Landkreise nutzen können“. Es handle sich bei den Zahlen um Schätzungen: „Ein genaues Datum der Genesung liegt uns für die meisten Fälle nicht vor. Daher verwenden wir einen Algorithmus zur Schätzung der Anzahl der Genesenen. Da wir den Algorithmus zur Schätzung der Genesenen so verbessert haben, dass nun alle übermittelten Fälle bei der Schätzung berücksichtigt werden können, also auch die ohne Angaben zum Erkrankungsbeginn, ist im Vergleich zu gestern ein größerer Anstieg als sonst zu verzeichnen.“ Wie dieser Algorithmus ausschaut und welche Variablen hier mit einbezogen werden, darauf ging das RKI nicht näher ein.

Text: Matthias Lauterer

 

 




Urteilsspruch der Jugendkammer: 3 Jahre für Kupferzeller Bankräuber – Einer der Täter arbeitete bei der Bank

Am Mittwoch, den 08. April 2020, wurde im Landgericht Heilbronn vor einer Jugendkammer das Urteil im Verfahren gegen die Bankräuber von Kupferzell gesprochen. https://www.gschwaetz.de/2020/02/09/kupfzell-kuenzelsau-bank-fuehrte-laut-staatsanwaltschaft-geldtransport-in-privat-pkw-durch-und-wird-ausgeraubt/

Ungewöhnlich ist der Bankraub deshalb gewesen, weil es letztlich eigentlich kein Bankraub, sondern ein Raubüberfall war. Denn die betreffende Volksbank ist nicht in einer Bankfiliale ausgeraubt worden, sondern eine Mitarbeiterin hat am 01. August 2019 einen Geldtransport in einem privaten Pkw vorgenommen und wurde auf dem Parkplatz vor der Filiale ausgeraubt. Nur wenige Monate zuvor wurde die Filiale der Volksbank in Neuenstein ausgeraubt. Manche Stimmen sahen damals einen Zusammenhang zwischen den beiden Überfällen.

Der Überfall von Neuenstein wurde in diesem Zuge allerdings nicht verhandelt.

Bezüglich des Überfalls in Kupferzell standen nun zwei Männer vor Gericht, einer davon war zum Zeitpunkt des Überfalls bei der Bank angestellt. Ein dritter Mann, bei dem es sich um den Bruder des damaligen Bankangestellten handelt, war schon vorher aus der Untersuchungshaft entlassen worden, das Verfahren gegen ihn wurde mangels hinreichendem Tatverdacht nach §170 Abs.2 StPO eingestellt, das heißt, es wurde gegen ihn gar nicht verhandelt.

Da einer der beiden Angeklagten zum Tatzeitpunkt noch „Heranwachsender“, also noch nicht 21 Jahre alt war, wurde das Verfahren vor einer Jugendkammer durchgeführt.
Angeklagt war gemeinschaftlich begangener schwerer Raub nach §250 StGB, ein Straftatbestand, der eine Mindeststrafe von 3 Jahren vorsieht. Genau diese Mindeststrafe wurde vom Gericht auch verhängt – für den jüngeren Angeklagten als Jugendstrafe, für den älteren als Freiheitsstrafe. Eine Jugendstrafe wird dann verhängt, wenn ein „Heranwachsender“ zur Tatzeit noch einem Jugendlichen gleichsteht. Verbüßt wird die Jugendstrafe in der Regel in Jugendstrafanstalten.

Sollten sowohl die Staatsanwaltshaft als auch die Verteidigung bis zum 15. April 2020 keine Rechtsmittel einlegen, wird das Urteil rechtskräftig.

Laut Auskunft des Landgerichts „ist ein weiterer Verdächtiger ohne Verwandtschaftsverhältnis zu den Angeklagten flüchtig. Gegen ihn wird von der Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren geführt.“ Der Flüchtige hat sich möglicherweise ins Ausland abgesetzt.

Text: Mattias Lauterer




Marlach: Band keep alive gibt kleines Corona-Straßenkonzert am Ostersonntag

„Musik verbindet“ – dessen ist sich die Band keep alive mit Bandmitgliedern aus Sindeldorf, Westernhausen, Criesbach und Marlach sicher – auch in Coronazeiten. Daher traf sich ein Teil der Band an Ostern 2020 spontan zu einem kleinen Straßenkonzert in Marlach.

„Aktuell ist ja leider nichts mit proben und auch einige Auftritte wurden schon abgesagt. Da haben wir überlegt, wie wir trotzdem irgendwie zusammen musizieren können“, erklärt Bassist Sebastian Hettinger (32) gegenüber GSCHWÄTZ.

So habe sich ein Teil der Band spontan am Ostersonntag, den 12. April 2020, gegen 18.15 Uhr in Marlach getroffen, um dort zwei bis drei Lieder zusammen zu spielen. Sänger Timo Pfeiffer (42) und Gitarrist Noa Pfeiffer (16) platzierten sich dabei zwischen zwei Häusern. In einem der beiden Häuser hat wiederum Bassist Sebastian Hettinger seine Wohnung und hat vom Balkon aus gespielt. Nachbar Armin Walter vertrat den eigentlichen Schlagzeuger der Band, Christian Feser (31).

Das Fazit der Band, auch in Coronazeiten: „Musik verbindet einfach.“ Das kleine Experiment sei gut angekommen. Und „vielleicht schaffen wir es auch, so etwas nochmal hinzubekommen.“

 

Teile der Band keep alive gaben am Ostersonntag, den 12. April 2020, ein kleines Corona-Straßenkonzert. Foto: Screenshot aus dem Video




Öhringen: Verfolgungsjagd und Fahndung mit Hubschraubern

Der Fahrer eines Opel lieferte sich in der Nacht auf Freitag, den 10. April 2020, im Bereich um Öhringen eine Verfolgungsfahrt mit mehreren Streifen der Polizei. Ein Autofahrer meldete gegen Mitternacht einen aggressiven Opel-Fahrer in der Herrenwiesenstraße in Öhringen, der ihn zum Halten gezwungen und angeschrien hätte. Danach soll der Opel-Transporter in Schlangenlinien weggefahren sein.

Eine Streife konnte den Transporter bei einer Tankstelle am Ohrntalkreisel feststellen und gab diesem Anhaltezeichen, um ihn zu Kontrollieren. Dies ignorierte der Fahrer und beschleunigte seinen Opel Vivaro anstatt ihn anzuhalten. Im Rahmen der Verfolgungsfahrt rammte der Transporter einen Streifenwagen und einen am Straßenrand geparkten BMW in der Straße „Am Ochsensee“. Zahlreiche Streifen der Polizei versuchten dem Opelfahrer habhaft zu werden. Der fuhr jedoch auf Höhe des „Sershof“ querfeldein und prallte gegen eine Böschung. Hier ließ der bislang unbekannte Fahrer sein Auto zurück und flüchtete zu Fuß. Die Fahndung nach dem Fahrer, unter anderem mit Hubschraubern, verlief erfolglos. Im zurückgelassenen Opel konnte Marihuana aufgefunden werden.

Das Fahrzeug wurde beschlagnahmt und von der Polizei abgeschleppt. Die Ermittlungen nach dem Fahrer hat die Verkehrspolizei Weinsberg aufgenommen.

Hinweise auf den Fahrer werden unter der Telefonnummer 07134 5130 entgegengenommen.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Vollsperrung der L 1045 zwischen Künzelsau und Morsbach ab heute bis 23. April

Die Landesstraße L 1045 muss von Dienstag, 14. April, bis voraussichtlich Donnerstag, 23. April 2020, zwischen Künzelsau-Hofratsmühle und dem Ortsausgang Morsbach für den Gesamtverkehr gesperrt werden. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises vom 14. April 2020 hervor. Im Bereich der Reinhold-Würth-Hochschule hat sich durch eine Unterspülung ein größerer Fahrbahnschaden ereignet, der kurzfristig saniert werden muss.

Die Zufahrt aus Richtung Künzelsau bis zur Einmündung Daimlerstraße bleibt frei, sodass der gesamte Bereich Hofratsmühle zugänglich bleibt. Ab Ortsende Morsbach in Richtung Künzelsau ist die Landesstraße bis zur Zufahrt Reinhold-Würth-Hochschule voll gesperrt.

Der überörtliche Verkehr wird von Morsbach über die K 2373 – Künsbach – Haag – Gaisbach – Künzelsau und umgekehrt umgeleitet.




Ingelfingen/Hermuthausen: Schwerverletzter bei Motorradunfall

Vermutlich aus Unachtsamkeit stießen am Freitagnachmittag, den 10. April 2020, zwei 61 und 53 Jahre alte Motorradfahrer bei Ingelfingen zusammen und stürzten. Der 61-Jährige zog sich hierbei schwere Verletzungen zu, die in einem Krankenhaus versorgt werden mussten.

Fünf Motorradfahrer waren von Ingelfingen in Richtung Hermuthausen unterwegs, als der an zweiter Stelle fahrende 61-Jährige offensichtlich zu spät bemerkte, dass das vorausfahrende Motorrad abbremste, um abzubiegen. Der hinterherfahrende wich aus und kollidierte mit dem hinter ihm fahrenden 53-Jährigen. An den beiden Motorrädern entstand Sachschaden in einer Gesamthöhe von etwa 9.500 Euro.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn

 




Mulfingen: Laut ebm-Papst „enorme Nachfrage bei Beatmungsgeräten“ – „Engpässe können nicht ausgeschlossen werden“

„Der dramatische Verlauf der COVID-19-Pandemie führt weltweit zu stark wachsenden Bedarfen an medizinischer Ausrüstung.“ Das geht aus einer Pressemitteilung von ebm-Papst aus Mulfingen vom 09. April 2020 hervor. „Gleichzeitig geraten die Lieferketten für Medizintechnik unter Druck. Es kommt jetzt darauf an, Engpässe so gut wie möglich zu vermeiden, denn gute medizinische und medizintechnische Betreuung sind entscheidend im Umgang mit dem gefährlichen Virus.“

Ebm-Papst hat daher nun laut eigenen Aussagen „die Fertigung und Auslieferung von medizintechnischen Komponenten an allen ebm-papst Standorten weltweit mit der höchsten Prioritätsstufe versehen“. Konkret geht es um das Bedienen der Nachfrage von Komponenten für Beatmungsgeräte und Atemschutzgeräte (PAPR), sowie Analysegeräte im Laborbereich. Bestandskunden bitten um Vorziehung der Lieferungen und fragen Erhöhungen der Stückzahlen an. Zudem erreichen ebm-papst viele neue Anfragen – teilweise im sechsstelligen Stückzahlbereich – von namhaften Firmen sowohl aus dem Bereich Medizintechnik, als auch aus anderen Branchen. „Die Anfragen haben sich gegenüber der Zeit vor der Pandemie aktuell verfünfzehnfacht“, so ebm-Papst in einer Pressemitteilung.

Für die Beatmungsgeräte liefert ebm-papst laut eigenen Angaben verschiedene Produkte: Neben Motor, Motoransteuerung und der zugehörigen Elektronik, kommen komplette Radialgebläse des Ventilatoren- und Motorenherstellers zum Einsatz. Bislang habe die erhöhte Nachfrage bedient werden können, indem ebm-papst seine Kapazitäten in diesem Bereich stark erhöht hat. „Dank dem außerordentlichen Einsatz der Mitarbeiter und der hervorragenden Arbeit der Bereiche Vertrieb, Produktion und Einkauf, werden in engmaschiger Abstimmung Entscheidungen über den gezielten Einsatz unserer Ressourcen und Kapazitäten getroffen« betont Jochen Schultheiß, Verkaufsleiter im Bereich Medizintechnik.

Das Mulfinger Unternehmen betont in seiner Pressemitteilung: „Ebm-papst wird in den kommenden Monaten alles tun, um den gestiegenen Bedarf weiterhin zu decken. Trotzdem können Engpässe nicht vollständig ausgeschlossen werden, da die zusätzlichen Anfragemengen weit über den gestiegenen aktuellen Liefermengen liegen.“ Des Weiteren verteile sich die Produktion der Komponenten über verschiedene Standorte und Länder, was wiederum  eine funktionierende, weltweite Lieferantenkette voraussetze.

„Wir sehen es als unsere gesellschaftliche Verantwortung der erhöhten Nachfrage im Medizintechnikbereich gerecht zu werden und tun alles in unserer Macht stehende, um die Produktionskapazitäten entsprechend anzupassen. Unsere obersten Prioritäten sind dabei, die Gesundheit unserer Mitarbeiter zu schützen, den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und die Versorgung unserer Kunden sicherzustellen“, sagt Stefan Brandl, Vorsitzender der ebm-papst Gruppe.

 




Krautheim: Brand in Pflegeeinrichtung fordert Todesopfer – Landrat & Bürgermeister vor Ort

Bei einem Brand in einem Wohnzentrum für Pflegebedürftige in der Altkrautheimer Straße in Krautheim, verstarb am Sonntagabend, den 12. April 2020, ein Bewohner an den Folgen des Brandes. Gegen 17.54 Uhr, ging ein Brandalarm bei der Leitstelle ein. Ebenfalls wurde der Brand akustisch im Pflegeheim gemeldet.

Wie sich herausstellte brannte es in einem Zimmer. Der Bewohner des Zimmers kam hierbei ums Leben. Über die genauen Umstände, wie es zu dem Feuer und somit zum Ableben des Pflegebedürftigen kam, kann derzeit noch keine verbindliche Aussage getroffen werden. Die Ermittlungen hierzu dauern an. Sämtliche Bewohner des Gebäudeteils wurden aus ihren Zimmern gebracht und in andere Räumlichkeiten des Heims untergebracht. Ein weiterer Bewohner erlitt eine leichte Rauchgasvergiftung und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der Sachschaden am Gebäude wird auf 30.000 Euro geschätzt. Die Feuerwehr war mit 55 Einsatzkräften vor Ort. Ebenfalls drei Rettungswägen, ein Notarzt und drei Notfallseelsorger, sowie der Landrat vom Hohenlohekreis und der Bürgermeister von Krautheim.

Quelle: Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Heilbronn, Außenstelle Schwäbisch Hall und des Polizeipräsidiums Heilbronn




Hohenlohe: Gewerkschaft fordert „Ernte-Solidarität“ und ruft auch Studenten, Rentner & Flüchtlinge zur Mithilfe auf, denn „das April-Gemüse wartet nicht“

Was auf den Feldern im Hohenlohekreis wächst, ist gefragte Ware: „Regionale Produkte stehen ohnehin hoch im Kurs. Dazu kommt noch, dass während der Corona-Pandemie frisches Obst und Gemüse sowieso stark gefragt sind – als Alternative zu den auf Vorrat gekauften Raviolidosen und Tütensuppen. Und natürlich als Rohstoff für die Lebensmittelindustrie“, sagt Mike Paul von der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Stuttgart.

Allerdings hätten viele Landwirte in der Region ein Problem, das sich durch die Corona-Pandemie nochmals massiv verschärft: Es fehlen Helfer auf den Höfen, so die Agrar-Gewerkschaft IG BAU. Saisonkräfte aus Rumänien oder Bulgarien dürften wegen der Corona-Pandemie nur bedingt einreisen – zu wenige, um eine reibungslose Ernte zu garantieren.

„Jetzt geht es darum, ein neues Wort zu entdecken: ‚Ernte-Solidarität‘. Wer aus dem Hohenlohekreis zupacken kann, sollte das jetzt tun. Es ist die Chance, Geld nebenbei zu verdienen und die Zeit sinnvoll zu investieren. Spargel, Spinat, Porree … – das April-Gemüse wartet nicht“, so Mike Paul in einer Pressemitteilung Ider Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt Bezirksverband Stuttgart.

Im Mai wartet noch mehr Arbeit

Dabei gehe es nicht nur um die Ernte. Es sei auch die Zeit fürs Pflanzen und Säen: Karotten, Blumenkohl, Radieschen, Zwiebeln, Kopfsalat, Kohlrabi & Co. müssten jetzt auf die Felder. Im Mai nehme die Arbeit für Pflanz- und Erntehelfer dann noch einmal deutlich zu.

„Durch die Corona-Krise ist die Landwirtschaft auf etwas angewiesen, was es schon lange nicht mehr gab: Darauf, dass alle vor Ort anpacken. Auf ein ‚Pflanzen und Ernten – zu (fast) 100 Prozent made by Hohenlohekreis‘“, sagt Paul. Allerdings dürfe das nicht um jeden Preis geschehen, warnt die Agrar-Gewerkschaft: Lohn und vor allem auch Hygienestandards seien wichtig. „Wer Schüler, Studenten oder Flüchtlinge für die Arbeit auf dem Feld anheuert, der muss sie auch fair bezahlen“, verlangt der Bezirksvorsitzende der IG BAU Stuttgart. Auch in der Landwirtschaft gelte der gesetzliche Mindestlohn von 9,35 Euro pro Stunde.

Gewerkschaft fordert „Erschwerniszulage“

Zusätzlich fordert die IG BAU für Saisonarbeiter genauso wie für die Stammbelegschaften in Agrarbetrieben eine Erschwerniszulage. „Immerhin setzen sich die Beschäftigten in der Phase der Corona-Pandemie bei ihrer Arbeit auch einem gewissen gesundheitlichen Risiko aus“, so Mike Paul. Landwirte in der Region sollten eingearbeitete Saisonkräfte „mit einem Lohn nicht unter 11 Euro pro Stunde vom Feld gehen lassen“. Den habe auch verdient, wer ohne Vorkenntnisse komme, was die Arbeit in der Landwirtschaft angeht: „Viele werden Laien sein, die die professionellen Handgriffe erst lernen müssen. Hier brauchen beide etwas Geduld – die Helfer, aber
auch die Landwirte“, so der Gewerkschafter. „Schulen, Fachhochschulen und Unis, die geschlossen haben. Menschen in Kurzarbeit oder im Vorruhestand, die sich etwas hinzuverdienen wollen. Oder Beschäftigte, die
schon ihre Kündigung bekommen haben. Und auch Geflüchtete, die ihre Chance sehen, an Arbeit zu kommen. – Die aktuelle Situation darf nicht dazu führen, dass Menschen bei der Erntearbeit auf den Feldern über den Tisch gezogen werden“, so Mike Paul.

Für die Hygiene: Dixiklo mit Wasseranschluss am Feldrand

Aber auch die Hygiene sei bei der Arbeit auf den Feldern unerlässlich – sogar das A und O: Es komme darauf an, auch draußen das regelmäßige Händewaschen und Desinfizieren sicherzustellen. „Das bedeutet, dass die Toilette am Feldrand einen Wasseranschluss braucht. Das sonst übliche Mobil-WC reicht hier nicht. Denn ohne Wasser – kein Händewaschen“, macht Paul deutlich. Wenn Pflanz- und Erntehelfer in Unterkünften untergebracht werden, dann seien dabei Einzelzimmer notwendig. „Die Corona-Pandemie bedeutet das Aus der sonst üblichen Sammelunterkünfte. Denn dort gilt das gleiche wie auf den Feldern: Der Abstand von
mindestens 1,5 Metern ist Pflicht. Besser ist eine ganze Zollstocklänge: also 2 Meter Abstand vom Nebenmann“, erklärt der IG BAU-Bezirksvorsitzende. Zudem müssten Sozial- und Sanitärräume alle zwei Tage fachmännisch gereinigt werden.

Auch tabu in Zeiten von Corona: Die Sammelfahrt von Feld zu Feld

„Was auch tabu ist: die Sammelfahrt von Feld zu Feld. Neun-Mann-Bullis dürfen nicht mehr voll besetzt zum Einsatz kommen“, sagt Mike Paul. Erntehelfer sollten möglichst alleine und mit dem eigenen Pkw, Motorroller oder Fahrrad zur Feldarbeit fahren. Dafür müsse ihnen der Landwirt eine Entschädigung bezahlen. „Die Corona-Gefahr lauert überall. Pflanz- und Erntehelfer dürfen das bei ihrem Einsatz unter freiem Himmel nicht vergessen. Es ist die Pflicht der Arbeitgeber, die Arbeitsplätze und Unterkünfte so einzurichten, dass die Hygienestandards einfach einzuhalten sind. Wer Fragen und Probleme hat, sollte sich an die IG BAU oder an das örtliche Gesundheitsamt wenden“, so Mike Paul.

Wichtige Hygieneregeln für die Arbeit in der Landwirtschaft hat die Agrar-Gewerkschaft IG BAU online gestellt: http://www.igbau.de/Ploetzlich-Erntehelfer.html

Wer sich aus dem Hohenlohekreis als Pflanz- oder Erntehelfer bewerben möchte, findet Jobs und weitere Infos unter http://www.agrarjobboerse.de. Stellenangebote gibt es auch auf dem Portal „Das Land hilft“ vom Bundeslandwirtschaftsministerium: http://www.das-land-hilft.de (weiter: „Zur Plattform“).

Quelle: Pressemitteilung der IG Bau vom 08. April 2020

Die IG Bau fordert in Coronazeiten mobile WCs am Feldrand mit Wasseranschluss. Foto: IG Bau