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Neumann lobt Nagelsberger: Abbruch und Neubau Dorfgemeinschaftshaus – 250.000 Euro Mehrkosten – Straßensperrung

Mitte April 2020 hat die Firma Retzbach aus Gommersdorf im Auftrag der Stadtverwaltung Künzelsau mit dem Ausräumen des Dorfgemeinschaftshauses in Nagelsberg begonnen. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau hervor.

 Teile des früheren Gasthauses Adler werden abgerissen

Die Vereine Dorfgemeinschaft Nagelsberg, der Liederkranz Nagelsberg und der Deutsche Alpenverein Sektion Künzelsau, die sich dort regelmäßig getroffen haben, haben ihre Sachen ausgeräumt. Nun folgt laut der Stadtverwaltung Künzelsau der Abbruch. Um Platz für ein neues Dorfgemeinschaftshaus zu schaffen, werden Teile des früheren Gasthauses Adler und das Nebengebäude, das ehemals eine Metzgerei war, abgebrochen. „Der Bestand soll von unten her soweit wie möglich erhalten bleiben und darauf aufgebaut werden,“ erklärt Stadtbaumeister Peter Blumhagen laut der Mitteilung. Das sei Voraussetzung für eine Förderung mit Sanierungsmitteln gewesen und auch aus Kostengründen sinnvoll. Die Fertigstellung ist für den Sommer 2021 geplant.

Fertigstellung für Sommer 2021 geplant

Erhalten wird auch der gewölbte Keller mit einer Quelle und Tauchbad (Mikwe), die zur Synagoge gehörten. In Nagelsberg lebten lange Zeit jüdische Einwohner, weiß Johannes Rückgauer vom Verein Dorfgemeinschaft Nagelsberg, der seit 2015 Mitglied im Künzelsauer Gemeinderat ist und sich sehr für den Neubau des Dorfgemeinschaftshauses stark gemacht hat. Das Erdgeschoss wird barrierefrei und der Eingang auf die Westseite verlegt. Die beiden Versammlungsräume bleiben
erhalten und können durch eine Verbindungstür zusammengeschlossen und auch für private Feiern genutzt werden. Eine neue Küche und eine barrierefreie Toilette werden eingebaut. Im Foyer wird Platz für den freitags stattfindenden Bürgerstammtisch sein. Abstellräume für Vereine und ein Hauanschlussraum sind im Untergeschoss vorgesehen. Im Obergeschoss entstehen ein Besprechungsraum und eine Toilettenanlage. Im Außenbereich sind sechs Auto-Abstellplätze geplant.

Standort ist herausfordernd

Mit rund 1,5 Millionen Euro Gesamtkosten rechnet Stadtbaumeister Blumhagen. Das sind ungefähr 250.000 Euro mehr als anfangs geschätzt. „Schwierig war es, eine Abbruchfirma zu finden.“ Die Vergabe der letzten ausgeschriebenen Gewerke ist in der Gemeinderatssitzung am Dienstag, den 28. April 2020, vorgesehen. „Die Nagelsberger haben sich sehr für ihr neues Dorfgemeinschaftshaus eingesetzt“, so Bürgermeister Stefan Neumann. „Gemeinsam mit den Bürgern sowie dem Architekturbüro duo aus Künzelsau haben wir das Projekt geplant und werden es nun realisieren. Der Standort ist herausfordernd und dennoch ist es gemeinsam gelungen, die Bedürfnisse und Ansprüche der späteren Nutzer zum Großteil zu erfüllen. Besonders freut uns alle die Förderung aus dem Städtebauförderungsprogramm Investitionspakt Soziale Integration im Quartier (SIQ) in Höhe von 594.000 Euro. Ich wünsche für die Bauarbeiten einen guten Verlauf.“ Eine Aufstockung der Fördermittel wird beantragt.

Als besonderes Gebäude erkennbar

Nach dem Bauzeitenplan der Architekten Gunther Speckmaier und Reinhold Zentler vom Architekturbüro duo aus Künzelsau sollen die Arbeiten im Sommer 2021 abgeschlossen sein. Durch das Flachdach und die Gebäudeform wird das Dorfgemeinschaftshaus als besonderes Gebäude erkennbar sein, erklärt Architekt Speckmaier. Hinzukommt, so Stadtbaumeister Blumhagen, dass ein Satteldach für die Nachbarschaft eine größere Sichtbeeinträchtigung und Mehrkosten bedeutet hätten. „Ein für die Entwicklung von Nagelsberg wichtiger Nebeneffekt ist die Dorfsanierung“, freut sich Johannes Rückgauer. Private Grundstückseigentümer können Förderung für die Sanierung ihrer Gebäude erhalten. 2018 wurde die städtebauliche Erneuerungsmaßnahme „Ortskern Nagelsberg“ in das Landessanierungsprogramm (LSP) aufgenommen und mit einem Förderrahmen in Höhe von 833.333 Euro ausgestattet.

Mühlbergstraße bis Oktober gesperrt

Für Arbeiten muss die Mühlbergstraße im Bereich direkt vor dem Dorfgemeinschaftshaus ab Montag, 20. April 2020 bis voraussichtlich Anfang Oktober für den Verkehr voll gesperrt werden. Anlieger können jedoch jederzeit aus beiden Fahrtrichtungen zufahren. Die Umleitung erfolgt über die Bruno-Lambert-Straße. Danach ist die Mühlbergstraße halbseitig wieder befahrbar. Die Stadtverwaltung Künzelsau bittet die Anwohner und Verkehrsteilnehmer um Verständnis für die entstehenden
Beeinträchtigungen während der Bauzeit.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau

Architekt Gunther Speckmaier, Stadtbaumeister Peter Blumhagen und Johannes Rückgauer, Vorsitzender der Dorfgemeinschaft Nagelsberg e.V. (v.l.). Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

Mitarbeiter der Firma Retzbach aus Gommersdorf räumen das Dorfgemeinschaftshaus vor dem Abbruch aus. Foto: Gunter Speckmaier

Erhalten bleibt auch der gewölbte Keller mit einer Quelle und Tauchbad (Mikwe), die zur Synagoge gehörten. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

Das Gebäude neben dem Dorfgemeinschaftshaus, ehemals eine Metzgerei, wird abgebrochen und die Fläche für den Neubau verwendet. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

So soll der Neubau des Dorfgemeinschaftshauses Nagelsberg aussehen. Ansicht: duo Freie Architekten

Herrlicher Ausblick auf Künzelsau von den beiden Versammlungsräumen im Dorfgemeinschaftshaus. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau




Mulfingen: ebm-papst führt eigene Coronatests bei Mitarbeitern durch – geringe Zahl infizierter Mitarbeiter – Alle Mitarbeiter in der Produktion mit Mundschutz – Tägliche Temperaturmessung

Der Gesundheitsschutz der Mitarbeiter steht für ebm-papst in Zeiten des Coronavirus an erster Stelle. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung des Mulfinger Unternehmens hervor. Um das Ansteckungsrisiko so weit wie möglich zu minimieren, habe das Unternehmen frühzeitig Hygienemaßnahmen und Maßnahmen zur Kontaktbegrenzung eingeführt. Als sich das Coronavirus weiter ausbreitete und Testkapazitäten knapp wurden, hat ebm-papst entschieden, potenziell infizierte Mitarbeiter selbst zu testen. So sollten lange Wartezeiten für Testabstriche vermieden werden und gleichzeitig das Risiko für weitere Ansteckungen im Unternehmen minimiert werden. An allen drei deutschen Standorten haben ebm-papst Mitarbeiter schon seit Ende Februar mehrmals pro Woche die Möglichkeit, sich bei einem begründeten Verdacht schnell und unkompliziert testen zu lassen. Bislang wurden so rund 200 Tests durchgeführt – fast immer mit negativem Ergebnis.

Geringe Zahl infizierter Mitarbeiter

„Die geringe Zahl an infizierten Mitarbeitern und die Tatsache, dass bislang kein Fall bekannt ist, in dem ein infizierter Mitarbeiter weitere Kollegen angesteckt hätte, bestätigt die Wirksamkeit der von ebmpapst etablierten Schutzmaßnahmen“, heißt es in der Pressemitteilung. Bei der Ausgestaltung orientiere sich das Unternehmen an den Erfahrungswerten der chinesischen Tochtergesellschaft, mit der sich der Corona-Krisenstab täglich eng austausche. Stefan Brandl, Geschäftsführer der ebm-papst-Gruppe: „Bereits im Januar haben wir in internationalen Krisenteams täglich die Lage analysiert, bewertet und Maßnahmen beschlossen. Als die ersten Fälle in Deutschland auftraten, waren wir bereits gut vorbereitet um den Gesundheitsschutz unserer Mitarbeiter und deren Familien bestmöglich zu gewährleisten.“

Alle Mitarbeiter in der Produktion mit einem Mundschutz

Konkret sehen die Maßnahmen von ebm-papst folgendermaßen aus: Es wurden beispielsweise alle Mitarbeiter in der Produktion mit einem Mundschutz ausgestattet und durchgängig A- und B- Teams gebildet, um Begegnungen auszuschließen. Meetings wurden digital abgehalten, der Mindestabstand überall eingehalten – selbst in der Kantine, wo die Tische und Stühle entsprechend weit auseinandergerückt wurden, und mittlerweile auf Lunchpakete umgestellt wurde. Das Krisenteam war strenger als es die Empfehlungen der Gesundheitsämter verlangt haben und hat Familien beispielsweise stets als Einheit bewertet. Das bedeutet: Gab es in der Familie eines Mitarbeiters einen Kontaktfall mit einem Infizierten, wurde auch dem Mitarbeiter die Quarantäne ermöglicht.

Frühzeitig Homeoffice ermöglicht

Um eine eventuelle Infektion frühzeitig zu erkennen, sind die Mitarbeiter angehalten, täglich ihre Temperatur zu überprüfen. Auch der Weg zur Arbeit wurde bedacht: In den Werksbussen wurden die Mitarbeiter frühzeitig mit Mundschtz ausgestattet. Den Mitarbeitern der Verwaltung wurde frühzeitig Homeoffice ermöglicht. Auch die Auszubildenden wurden bedacht: Sowohl technische als auch gewerbliche Auszubildende haben die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten. Dabei werden sie von ihren Betreuern im Unternehmen unterstützt und können Projekte über eine digitale Lernplattform bearbeiten. „Am Beispiel unserer chinesischen Tochtergesellschaft haben wir gesehen, wie schnell man sich wieder auf die Unternehmensziele fokussieren kann, wenn man den Gesundheitsschutz ernst nimmt. Unsere Werke dort laufen schon jetzt wieder mit voller Auslastung“, sagt Stefan Brandl.

Quelle: Pressemitteilung von ebm-papst

Auch in den Werksbussen gab es frühzeitig Mundschutz für die Mitarbeiter. Foto: ebm-papst

Auch Handdesinfektion gehört zu den Maßnahmen gegen Corona. Foto: ebm-papst

 




Ziehl-Abegg-Azubis verschenken Gesichtsschilde, unter anderem an hiesige Ärzte und das Diak in Schwäbisch Hall

Angehende Werkzeugmechaniker und Industriemechaniker bauen laut einer Pressemitteilung des Künzelsauer Ventilatorenherstellers Ziehl-Abegg Gesichtsschilde für Ärzte und Pfleger. „Wir fahren jetzt zweigleisig“, erklärt Vorstandsvorsitzender Peter Fenkl in der Mitteilung. Denn einmal werden auf den firmeneigenen 3-D-Druckern Halterungen für Gesichtsschilde gedruckt, zum anderen kommen jetzt neue Halterungen aus Polycarbonat hinzu. „Es ist ein gutes Gefühl, etwas für die Allgemeinheit zu tun“, sagt Industriemechaniker Florian Holzinger. Er ist wie Werkzeugmechaniker Mario Schumm im ersten Lehrjahr. Der dritte Azubi im Bunde ist Raphael Schumm, der bereits im zweiten Ausbildungsjahr ist. Hilfestellung gab es von Ausbilder Andreas Hillenbrand, als es etwa um die Programmierung der CNC-Maschinen ging.

„Die Programmierung war für mich nicht ganz einfach.“

Grundstück ist eine Polycarbonatplatte. Diese fräst Mario Schumm exakt rechtwinklig und setzt sechs Bohrungen, die in allen Bearbeitungsprozessen die Fixpunkte sind. „Die Programmierung war für mich nicht ganz einfach, da ich erst im vergangenen Herbst mit der Lehre angefangen habe“, sagt Schumm. Florian Holzinger hat eigens eine Vorrichtung gebaut, damit er die Bohrungen für die Halteschrauben exakt im richtigen Winkel setzen kann. Denn die Sichtfolie muss später einfach aufgezogen und wieder gelöst werden können. Industriemechaniker Raphael Schumm ist der Profi in der Runde – er ist als Industriemechaniker schließlich bereits im zweiten Lehrjahr. Er hat seine CNC-Maschine so programmiert, dass diese die Konturen schön rund ausfräst. Danach entgratet er jedes Teil. Die Folie spannen die drei Auszubildenden ein, während die CNC-Maschinen arbeiten; eben in dieser Zeit bringen sie auch das Gummiband zur Halterung an.

Gesichtsschilde kostenfrei für Kliniken, Arztpraxen und Altenheime

„Wir haben gerade einmal zwei Tage gebraucht, um die Idee in unserem Training Center umzusetzen“, erklärt Ausbilder Andreas Hillenbrand. Dank der modernen CNC-Maschinen hatten sehr viele Arbeitsschritte programmiert werden können. „Dass wir jetzt gleich Schilde fürs Diakoneo in Schwäbisch Hall und mehrere niedergelassene Ärzte herstellen, freut uns“, sagt Hillenbrand. „Wir wollen damit kein Geld verdienen“, sagt Vorstandschef Peter Fenkl. Es gehe darum, den Menschen im Kampf gegen die Covid19-Erkrankung beizustehen, die tagtäglich in Kliniken, Arztpraxen oder Altenheimen ihren Dienst versehen. „Daher geben wir die Schilde kostenfrei an diese Einrichtungen ab – so lange wie wir mit der Herstellung nachkommen.“

Ideen für neue Designs bionischer Ventilatoren

Vor eineinhalb Wochen hatte Ziehl-Abegg begonnen, im 3-Druck Gesichtsschilde herzustellen. Damals war die Druckdatei von einem externen Programmierer gekommen. Die maschinelle Fertigung im Training Center ermöglicht jetzt eine höhere Stückzahl. Zudem haben die Entwickler bei Ziehl-Abegg unverändert Ideen für neue Designs von bionischen Ventilatoren, die später auch in Kliniken oder Quarantäne-Stationen eingesetzt werden können – und diese Ideen bekommen stets in den 3-D-Druckern erstmals eine feste Form. Daher können nicht mehr alle 3-Drucker Schildhalterungen herstellen.

Quelle: Pressemitteilung von Ziehl-Abegg

 

Der Träger für das Gesichtsschild wird aus einer Polycarbonatplatte gefräst. Foto: Ziehl-Abegg

 

 

 

 




Krautheim: Deutlich alkoholisiert mit dem Roller unterwegs

In der Krautheimer Innenstadt stellten die Beamten des Polizeireviers Künzelsau laut einer Pressemitteilung der Polizeidirektion Heilbronn am Montagabend, den 20. April 2020, gegen 18.00 Uhr, einen betrunkenen Mann fest, der mit seinem Moped unterwegs war. Eine vor Ort durchgeführter Alkoholtest ergab, dass der 58-Jährige mit deutlich über einem Promille unterwegs war. In der Folge wurde ihm eine Blutprobe entnommen. Eine Anzeige wegen Trunkenheit im Straßenverkehr folgt.




Brand eines Mehrfamilienhauses in Ohrenbach – Feuerwehr Künzelsau rückt mit mehr als 30 Mann aus – Straße über mehrere Stunden blockiert

Am Dienstag, den 21. April 2020, gab es einen Schwelbrand  in der Dachisolierung eines Mehrfamilienhauses in Künzelsau-Ohrenbach. Die Feuerwehr Künzelsau war laut eigenen Angaben mit 30 bis 35 Mann, unter anderem mit zwei Atemschutztrupps, vor Ort. ÜDas Feuer war laut der Polizei gegen 14.30 Uhr gemeldet worden. Über mehrere Stunden am Nachmittag war die Büttelbronner Straße durch die Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr, der Polizei und des Deutschen Roten Kreuzes blockiert. Verletzt wurde niemand.

Kreisbrandmeister Torsten Rönisch erklärte gegen 16 Uhr gegenüber GSCHWÄTZ, dass die Brandursache noch unklar sei. Er führte näher aus, dass das Dach nun teilweise abgedeckt werden müsse, um zu prüfen, wie weit es hochgebrannt habe. Danach werde es wieder zugedeckt. Gegen 16 Uhr rauchte es noch unter den Dachziegeln hervor.

Am Gebäude entstand laut der Polizei ein Schaden von rund 20.000 Euro. Helfer vor Ort meinten gegenüber GSCHWÄTZ, dass es ein Glück war, dass dieser Schwelbrand tagsüber ausgebrochen sei. Nachts sei die Chance geringer, dass man ihn rechtzeitig bemerkt hätte.

Die Polizei schickte unterdessen laut eigenen Angaben mehrere Schaulustige nach Hause, die gegen die aktuell geltende Corona-Verordnung verstießen.

Mehrere Feuerwehrautos waren vor Ort. Foto: GSCHWÄTZ

 

Feuerwehr mit Atemschutzmaske. Foto: GSCHWÄTZ

Kreisbrandmeister Torsten Rönisch

 

Dieses Mehrfamilienhaus (rechts) war im oberen Dachgeschoss von einem Schwelbrand betroffen. Foto: GSCHWÄTZ

Auch das Deutsche Rots Kreuz war vor Ort. Verletzt wurde aber niemand. Foto: GSCHWÄTZ




++++ Eilmeldung: Maskenpflicht in Baden-Württemberg ab 27. April ++++

Laut einer aktuellen Mitteilung des Nachrichtensenders ntv gibt es ab Montag, den 27. April 2020, eine Maskenpflicht in Baden-Württemberg. Die Schutzmasken müssen nicht überall getragen werden, die Maskenpflicht ist zunächst beschränkt auf den Einzelhandel und öffentlichen Nahverkehr.




Bundestag prüft Verfassungsmäßigkeit einer Vermögensabgabe zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie

Wird es nun zu einer Vermögensabgabe wie nach den ersten beiden Weltkriegen kommen? https://www.diw.de/de/diw_01.c.412461.de/presse/glossar/vermoegensabgabe.html

Auf der Internetseite des Bundestages ist derzeit ein Dokument einsehbar, dass den Namen trägt: „Verfassungsmäßigkeit einer Vermögensabgabe zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie“. Erstellt wurde es von den Wissenschaftlichen Diensten des Bundestages. Ein Erstellungsdatum ist nicht ersichtlich. https://www.bundestag.de/resource/blob/691376/2feb28d7057bf918bd18254ab06d95ad/WD-4-041-20-pdf-data.pdf

Notlage des Staates

In dem Dokument heißt es: „Der folgende Sachstand befasst sich mit der Möglichkeit der erneuten Einführung einer einmaligen Vermögensabgabe zur teilweisen Finanzierung der Corona-Krise. Auf diese Weise könnten Wohlhabende durch einmalige Zahlungen zur Refinanzierung des Staates herangezogen werden.“ Eine erste rechtliche Einordnung habe laut den Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages eine Rechtmäßigkeit einer solchen Abgabe ergeben. Allerdings müsse sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

Es werde „eine existenzbedrohende finanzielle Notlage des Staates vorausgesetzt“ wird, in der weder eine Steigerung der Einnahmen aus den übrigen Steuern noch eine Ausweitung der Kreditaufnahme oder eine entsprechende Ausgabenkürzung möglich ist. Wann eine solche finanzielle Notlage besteht, ist eine Frage des Einzelfalls und wurde von den beiden Autoren nicht abschließend geklärt. Zu beachten ist jedoch, dass allein die Tatsache, dass die Grenzen der Steuerbelastung und der Kreditaufnahme erreicht sind, nicht ausreichend ist. Vielmehr wird im Ergebnis gefordert, dass es sich um ein Ereignis handelt, das in seinen außerordentlichen Finanzwirkungen vermutlich nicht nochmals auftreten wird.“

Vor der Coronakrise stand der Staat laut dem Dokument sehr gut da. So heißt es: „Seit 2014 bis jetzt musste der Bund keine neuen Kredite aufnehmen. Der Überschuss des Bundesbetrug am Ende des Jahres 2019 13,3 Milliarden Euro. Die Verschuldung Deutschlands in Prozent des Bruttoinlandsprodukts gemäß des Maastricht-Vertrages wurde seit 2012 kontinuierlich von 80,7 Prozent auf 60,9 Prozent im Jahr 2018 zurückgeführt.

Zur Bewältigung der Kosten der Corona-Pandemie hat der Deutsche Bundestag nun einen Nachtragshaushalt für 2020 mit einer Nettokreditaufnahme in Höhe von 155,987 Milliarden Euro beschlossen. „Die Corona-Pandemie stelle eine außergewöhnliche Notsituation dar, die sich der Kontrolle des Staates entziehe und die staatliche Finanzlage erheblich beeinträchtige. Deshalb sei im Jahr 2020 eine Überschreitung der zulässigen Kreditobergrenze gemäß Art. 115 des Grundgesetzes geboten.

Wie lange hält Deutschlands Wirtschaft einen Shut-down durch?

Die Unsicherheit über die weitere Entwicklung zeigt sich auch beim Ökonomenpanel auf die Frage, wie lange Deutschland den gegenwärtigen Shutdown durchhalten kann, bevor das Risiko einer wirtschaftlichen Destabilisierung zu groß wird. Im Durchschnitt ergebe sich aus den Einschätzungen der teilnehmenden Ökonomen ein Zeitraum von maximal 11 Wochen, die Schätzungen variierten aber wegen der großen Unsicherheiten und der Unmöglichkeit einer seriösen Berechnung von 0 bis 50 Wochen, wobei 95 Prozent zwischen 0 und 24 Wochen lägen.

 

 




Künzelsau: Einbruch in Baustoffhandel

Einige Elektrogeräte und Werkzeuge wurden in der Zeit von Freitagabend, den 17. April 2020, 18.30 Uhr, bis Samstagmorgen, den 18. April 2020, 07.15 Uhr, aus einem Baustoffhandel in der Gaisbacher Straße in Künzelsau gestohlen. Unbekannten Tätern gelang es die Eingangstüre aufzuwuchten. Neben einem geringen Geldbetrag entwendeten die Einbrecher mindestens 18 Elektrogeräte wie z.B. Akku-Bohrer, Akku-Winkelschleifer. Ebenso stahlen sie diverses Werkzeug. Der Wert der entwendeten Geräte und Werkzeuge beträgt mehrere tausend Euro. Die Höhe des angerichteten Sachschadens kann noch nicht beziffert werden. Zeugen, welche verdächtige Beobachtungen im Bereich der Gaisbacher Straße gemacht haben, werden gebeten, sich mit dem Polizeirevier Künzelsau, Telelefon: 07940/9400, in Verbindung zu setzen.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Landrat Neth warnt: „Falls sich die Verdopplungszeiten wieder verschlechtern sollten, wäre alles verloren, was wir in den letzten Wochen erreicht haben“

Das Landratsamt Hohenlohekreis begrüßt die Änderungen der Corona-Verordnung Baden-Württemberg, die seit Montag, den 20. April 2020, gelten. Gleichzeitig, so warnt Landrat Dr. Matthias Neth in einer Pressemitteilung des Landratsamtes, berge jede Lockerung ein Risiko.

Die Landesregierung hat Regelungen zur schrittweisen Öffnung von Einzelhandel und weiteren Einrichtungen beschlossen. Vorangegangen waren bundesweit positive Entwicklungen in der Statistik. Das stimmt Landrat Dr. Matthias Neth laut der Mitteilung optimistisch: „Diese Lockerungen stellen einen ersten Schritt auf dem Weg zurück in ein Stück Normalität dar. Das vorbildliche Verhalten der Bürgerinnen und Bürger in den letzten Wochen zeigt jetzt Wirkung und wird belohnt.“

Obwohl durch die getroffenen Maßnahmen vorerst Schlimmeres verhindert werden konnte, kann keine Entwarnung gegeben werden. Deshalb ist es wichtig, auf die jetzt geltenden Lockerungen besonnen und mit Augenmaß zu reagieren. „Falls sich die Verdopplungszeiten wieder verschlechtern sollten, wäre alles verloren, was wir in den letzten Wochen erreicht haben“, so Neth.

Die Kreisverwaltung empfiehlt dringend das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in der Öffentlichkeit, auch wenn derzeit keine Maskenpflicht für Baden-Württemberg besteht. Insbesondere im Nahverkehr oder beim Einkauf hilft der Träger einer Maske, seine Mitmenschen zu schützen. Landrat Dr. Matthias Neth appelliert an die Bevölkerung: „Ich bitte Sie, tragen Sie eine Maske und halten Sie Abstand. So zeigen Sie auch weiterhin besonderes Verantwortungsbewusstsein und Solidarität, und dafür danke ich Ihnen.“

Weil Schutzmasken derzeit knapp sind und vor allem dem medizinischen Personal vorbehalten sein sollen, entstehen viele kreative Ideen für Behelfsmasken. Diese sogenannten Alltags- oder Community-Masken können beispielsweise selbst genäht werden. Im Internet finden sich dazu zahlreiche Anleitungen, so auch auf der Homepage des Kreislandfrauenverbandes unter www.landfrauen-hohenlohe.de.

Quelle: Landratsamt Hohenlohekreis




Professor: Pandemieeindämmung nur durch „Fortführung oder sogar eine Verschärfung der Restriktionen für ein bis zwei Monate“ möglich

Nach dem Max-Planck-Institut und der Leopoldina hat in der letzten Woche auch das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) eine Forschungsarbeit zur weiteren Entwicklung der Corona-Epidemie vorgelegt: https://www.helmholtz-hzi.de/de/aktuelles/news/news-detail/article/complete/es-ist-zu-frueh-restriktionen-zu-lockern/

Im Gegensatz zu den beiden anderen Institutionen, die sich vornehmlich auf die vom Robert-Koch-Institut veröffentlichten Infiziertenzahlen beziehen und damit durch die bekannten Erfassungsungenauigkeiten (GSCHWÄTZ berichtete) die zukünftige Entwicklung eher unterschätzen, hat das HZI in seinen Prognosen zwei andere Datensätze berücksichtigt:
Zum einen die von den Krankenhäusern selbst gemeldete Belegung der Intensivbetten, zum anderen die Reproduktionszahl, das ist grob gesprochen die Anzahl der Personen, die ein Infizierter während seiner Krankheitsphase selber ansteckt.

Jede Entscheidung kann nun drei Szenarien auslösen

Die Analyse des HZI hat ergeben, daß die Reproduktionszahl in den letzten Wochen durch die angeordneten Maßnahmen kontinuierlich gesunken ist und zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bei etwa bei eins lag, das heißt, jeder Infizierte steckt eine weitere Person an. Zu Beginn der Pandemie ging man von drei bis vier Ansteckungen pro Infiziertem aus. Die Anzahl der Infizierten bleibt also im Wesentlichen konstant, das Gesundheitssystem kann die schweren Fälle weiterhin behandeln, ohne zusammenzubrechen. Seit der Veröffentlichung gibt es Hinweise darauf, daß die Reproduktionszahl nochmals leicht gesunken ist.

Das HZI sagt sehr deutlich, dass wir bei dieser Epidemie nicht nur jetzt , sondern bei jeder neuen Entscheidung am Scheidepunkt stehen, von wo aus es drei Szenarien gibt:

(A) Unkontrollierte Epidemie mit einer erheblicher Anzahl von Todesfällen und einem überlasteten Gesundheitssystem

(B) Langfristig andauernde Infektionen, die aber mit dem Gesundheitssystem bewältigt werden können

(C) Weitgehende Eindämmung der Epidemie

 „Eine Freigabe würde eine humanitäre Katastrophe bedeuten“

Würden wir jetzt radikal die Einschränkungen lockern, wie es von einigen sogar gefordert wird, kämen wir sehr schnell dazu, dass das Gesundheitssystem völlig überlastet wäre, warnt das HZI: „Stiege die zeitabhängige Reproduktionszahl des Virus wieder auf ihren Wert von vor einer Woche oder vor zehn Tagen, läge die Zahl der Intensivpatienten innerhalb weniger Monate in den Hunderttausenden und das Gesundheitssystem wäre komplett überfordert.“ Die Folgerung ist: „Eine Freigabe würde eine humanitäre Katastrophe bedeuten“

Keine Immunisierung der Bevölkerung zu erreichen

Bei einer Reproduktionszahl von ungefähr eins, wie sie durch die Maßnahmen inzwischen erreicht ist, „wären deutschlandweit auf ein ganzes Jahr dauerhaft Intensivbetten in der Größenordnung von zehntausend mit COVID-19-Patienten belegt. Laut Meyer-Hermann könne das Gesundheitssystem diese Situation gerade so verkraften, bei dieser Rate wäre jedoch nach einem Jahr nur etwa ein Prozent der Bevölkerung mit SARS-CoV-2 infiziert worden.“, so das HZI.

Professor Meyer-Hermann sagt es deutlich: „Eine Immunisierung der gesamten Bevölkerung ist unter Einhaltung der Kapazitäten des Gesundheitssystems nicht zu erreichen“.
Er denkt sogar über verschärfte Restriktionen nach, um eine weitere deutliche Reduzierung der Reproduktionszahl zu erreichen: „Je weiter wir die Reproduktionszahl absenken können, desto schneller ist die Notsituation vorbei, was vielleicht sogar für strengere Maßnahmen spricht“. Dafür wäre aber laut Meyer-Hermann die Fortführung oder sogar eine Verschärfung der Restriktionen für weitere ein bis zwei Monate notwendig.

Das sind klare Worte eines Forschers, der sich unabhängig von politischen und wirtschaftlichen Gegebenheiten äußern kann.
Nach dieser Zeit wäre möglicherweise Szenario C erreicht. Damit wäre das Virus zwar nicht verschwunden, könnte aber mit klassischen Methoden verfolgt und eingedämmt werden. Die Kapazitäten und Methoden der Gesundheitsämter zur Nachverfolgung von Infektionsketten könnten bei einer Reproduktionszahl von 0,2 möglicherweise wieder ausreichen.

// Das Virus ist den Messmethoden stets zwei Wochen voraus //

Letzte Woche haben sich die Verantwortlichen aus wirtschaftlich-politischen Aspekten bewusst für das Szenario B entschieden, und das nicht einmal bundeseinheitlich: In jedem Bundsland gelten andere Bestimmungen. Die Strategie ist, den Reproduktionsfaktor bei eins oder knapp darunter zu halten bei gleichzeitiger schrittweiser Lockerung der Maßnahmen, um die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Bleibt diese Entscheidung so bestehen und gelingt es , den Faktor bei eins zu halten, werden wir laut der Analyse des HZI dauerhaft, zumindest bis zur Entwicklung eines Impfstoffs für Gesunde oder der Einführung eines wirksamen Medikaments für Infizierte, um die 10.000 Intensivpatienten versorgen müssen.

Das Monitoring des Reproduktionsfaktors ist schwierig, da der Virus den Beobachtern stets 10 bis 14 Tage voraus ist. Das bedeutet, dass die Reproduktionszahl schnell und unbemerkt steigen könnte und wir wieder am Anfang stehen. So sieht es auch Prof. Meyer-Hermann, der bei Anne Will auf den schmalen Grat hinweist, auf dem wir uns mit der politischen Entscheidung bewegen: „“Die Kanzlerin hat es explizit gesagt: Der Spielraum ist extrem klein. Das waren ihre Worte und damit hat sie verdammt nochmal Recht. (…) Wir können nicht sagen, wir probieren mal alles aus, sondern müssen jeden Schritt genau gucken. Und der dauert zwei Wochen, bis man weiß, ob es ein Problem gibt oder nicht.“

Text: Matthias Lauterer

Mehr Informationen:

https://www.helmholtz-hzi.de/de/aktuelles/news/news-detail/article/complete/es-ist-zu-frueh-restriktionen-zu-lockern/

https://www.medrxiv.org/content/10.1101/2020.04.04.20053637v1.full.pdf+html

 

Professor Meyer-Hermann war kürzlich zu Gast bei Anne Will. Quelle: Screenshot