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Sportunterricht vorwiegend theoretisch – Abstandsregeln im Unterricht – Ältere Schüler sollen zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommen – Wie soll das funktionieren?

Vergangene Woche hat es die Politik entschieden, dass im Rahmen der Lockerungsmassnahmen auch die Schulen wieder geöffnet werden. Ein Stück Normalität soll wiederhergestellt werden, andererseits sollen natürlich vor allem die Abschlussprüfungen gesichert werden. Die Bundesländer haben daraufhin, auch weil in einigen Ländern die Sommerferien schon fast vor der Tür stehen, völlig unterschiedliche Vorgehensweisen beschlossen.

Das Kultusministerium des Landes Baden-Württemberg hat den 04. Mai für den „eingeschränkten Schulbeginn“ vorgesehen. Kultusminsterin Dr.Susanne Eisenmann schickt voraus:  „Damit gehen wir erste, kleine Schritte zu mehr schulischer Normalität. Dabei müssen wir uns aber auf das Wesentliche konzentrieren. Klar ist, dass der Infektionsschutz immer Vorrang haben muss und der Unterricht auch nach dem 04. Mai bis Schuljahresende nur stark eingeschränkt erfolgen wird“ und informierte die Schulen und die Öffentlichkeit am 20.April über folgende Richtlinien:   

// Präsenzunterricht erstmal nicht für alle //

Der Unterricht in den Schulen beginnt am 04. Mai für die Schüler der allgemeinbildenden Schulen, bei denen in diesem oder dem nächsten Schuljahr Abschlussprüfungen anstehen sowie der Abschlussklassen der berufsbildenden Schulen. Entsprechendes gilt für Schüler in Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren (SBBZ). Für die Grundschulen gilt das nicht, für die Klasse 4 der Grundschulen ist noch kein verbindlicher Starttermin festgelegt.

Das Kultusministerium erachtet es zusätzlich für „wünschenswert“, wenn die Schulen für Schüler, „die im Fernunterricht in den vergangenen Wochen digital nicht erreicht werden konnten“ Präsenzangebote eingerichtet werden. Hier wird es ggf. schulspezifische Informationen für die Eltern geben.

// „Prüfungsvorbereitung hat absolut Vorrang“ //

„Prüfungsvorbereitung hat absolut Vorrang“, stellt das Kultusministerium klar und legt fest: „Prüfungsklassen konzentrieren sich ausschließlich auf die Vorbereitung der Abschlussprüfungen, es werden in dieser Zeit keine Klassenarbeiten geschrieben.“ Auch für die Klassen, die nächstes Jahr ihre Prüfungen ablegen, „geht es nicht darum, möglichst schnell Klassenarbeiten nachzuholen, das ist ausdrücklich nicht das Ziel der Wiederaufnahme des Unterrichts in den Schulen. Nur soweit die verbleibende Unterrichtszeit dies zulässt und es zugleich pädagogisch sinnvoll ist, können hier weitere Leistungsfeststellungen erfolgen.“ Das steht ganz im Gegensatz zu den Mitteilungen einiger Schulen, die bereits vor der Festlegung des Kultusministeriums optimistisch Termine veröffentlicht haben, ab wann Tests und Klausuren wieder stattfinden werden.

// Keine Ausflüge, keine Abschlussfahrten // 

„Außerunterrichtliche Veranstaltungen und die Mitwirkung außerunterrichtlicher Partner am Schulbetrieb sind bis zum Schuljahresende ausgeschlossen.“ Das heißt, Klassenausflüge oder Abschlussfahrten finden nicht statt, ebenso wie Unterricht unter Beteiligung schulfremder Personen.

Laut dem Regierungspräsidium Stuttgart findet der Sportunterricht vorwiegend theoretisch statt, die fachpraktische Prüfung im Fach Sport ist weiterhin im Zeitraum zwischen dem 01. und dem 10. Juli 2020 geplant. Sollten bis dahin immer noch Corona-Massnahmen gelten werden kurzfristig „alternative Prüfungselemente mit validen Bewertungskriterien“ bereitgestellt, insbesondere für die Prüfungen in Mannschaftssportarten.

Für alle Klassen, die nicht ab dem 04. Mai Präsenzunterricht haben, sagt das Kultusministerium: „Unterrichtsinhalte müssen weiterhin für die Mehrzahl der Schüler, die den Unterricht vor Ort nicht besuchen können, als Fernlernangebote digital oder analog zur Verfügung gestellt werden.“ und geht selbstverständlich davon aus, dass digitale Angebote flächendeckend genutzt werden können und dass die Lehrer diesen digitalen Unterricht auch anbieten wollen.

// Abstandsregeln einhalten //

Die Schulen werden in die Verantwortung genommen, dass die Corona-Maßnahmen eingehalten werden. Die Sitzordnung in den Klassenräumen muss so gestaltet werden, dass die Abstandsregeln eingehalten werden, die Hygieneinfrastruktur muss gewährleistet werden. Wie das praktisch umzusetze ist, wenn etwa an den Grundschulen nicht selten 27 Kinder in einem Klassenzimmer sitzen, bleibt abzuwarten.

Im Schreiben vom 20.April wird noch explizit davon gesprochen, dass keine Maskenpflicht herrscht – nach der Entscheidung der Landesregierung vom 21. April 2020, das Tragen von Masken im ÖPNV und in Geschäften verbindlich vorzuschreiben, wird man das möglicherweise nochmals überdenken.

Organisation obliegt der Schule

Die Organisation und Umsetzung obliegt der Schule, das Kultusministerium schreibt: „Hierfür sind gegebenenfalls eine Änderung der Möblierung der Klassenzimmer, das heißt, eine Reduzierung der Zahl der Tische und Stühle, sowie die Aufteilung in kleinere Lerngruppen erforderlich. Auch hier bleibt abzuwarten, wie kleinere Lerngruppen gebildet werden sollen, da laut dem SWR rund 25 Prozent der Lehrer, also jeder vierte, unter die so genannte „Risikogruppe“ fällt und damit seinen Dienst vermutlich vorerst nicht antreten wird im Präsenzunterricht. Sprich: Wie aber soll bei weniger Lehrern mehr Kleingruppen gebildet werden?

Unterschiedlicher Unterrichtsbeginn

Gegebenenfalls können laut dem Kultusministerium Unterricht und Prüfungen auch in anderen schulischen Räumen (in der Aula oder etwa dem Musiksaal) stattfinden. Auch der Zutritt zur Schule (Ankommenssituation), die Pausensituation, das Aufsuchen der Toiletten und andere Bewegungsanlässe müssen geregelt werden.“ Das Kultusministerium schlägt vor, den Unterrichtsbeginn für die verschiedenen Klassen flexibel zu gestalten, um eine Entzerrung zu gewährleisten.

Die Trennung der Klassen in kleinere Gruppen wird die Schulen vor erhebliche organisatorische Probleme stellen, weil auch die Verfügbarkeit der Fachlehrer aufgrund eventueller gesundheitlicher Risiken nicht gewährleistet ist. Es muß hier zwangsläufig zu individuellen Lösungen für jede Schule kommen.

Von einer validen Überprüfung der Wirksamkeit der getroffenen Gesundheitsmaßnahmen, etwa durch Mitarbeiter der Gesundheitsämter, ist nicht die Rede. Hier wäre eine Unterstützung der Schulen sicherlich angebracht.

Wie kommen die Schüler überhaupt in die Schule?

Die Verkehrsunternehmen fahren derzeit – wenn überhaupt – nach dem sogenannten Ferienfahrplan, der keine Schülerbeförderung vorsieht. Das Kultusministerium ist „mit den für die Schülerbeförderung Verantwortlichen im Gespräch, damit im Sinne des Abstandsgebots ausreichend Busse und Bahnen bereitstehen.“ Gerade in ländlichen Gebieten wie dem Hohenlohekreis wird es für den Schülertransport aufgrund der geringen Schülerzahl und der gewünschten Entzerrung des Unterrichtsbeginns sicherlich keine einfachen Lösungen geben.

Älteren Schülern wird empfohlen, individuell zur Schule zu kommen, zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Eine Fahrgemeinschaft, in der Schüler aus mehreren Familien gemeinsam zur Schule gebracht werden, dürfte nicht den Corona-Regelungen entsprechen.

Umgang mit Risikogruppen

Dem Kultusministerium ist bewußt, dass nicht alle Lehrer und Schüler am Präsenzunterricht teilnehmen können: Schwangere, Angehörige von Risikogruppen, direkt von Corona Betroffene oder aber Personen, die in häuslicher Gemeinschaft mit Angehörigen von Risikogruppen leben, werden prinzipiell von der Präsenzpflicht befreit. Das dürfte eine große Gruppe der Lehrkräfte und Schüler betreffen, denn die Risikogruppe ist vorsichtshalber sehr weitreichend definiert. Lehrkräfte, die von der Präsenzpflicht befreit sind, sollen anderweitig eingesetzt werden, etwa in der „Aufrechterhaltung der Fernlehrangebote oder für sonstige schulische Aufgaben“ ohne direkten Kontakt Schülern.

// Ethische Zwangslage der Erziehungsberechtigten //

Die Entscheidung, ob Schüler, die einer Risikogruppe angehören oder mit einem Angehörigen einer Risikogruppe zusammenleben, den Schulunterricht besucht, überlässt das Kultusministerium komplett den Erziehungsberechtigten. Sie werden mit der Entscheidung alleingelassen, ob sie die Prüfungsvorbereitung des Kindes, die eigene Gesundheit oder die Gesundheit anderer, zum Beispiel der Großeltern, für wichtiger halten – eine sehr schwere und sehr persönliche ethische Entscheidung, für die das Kultusministerium den Erziehungsberechtigten keinerlei Handreichung gibt. Es wird aber darauf hingewiesen, dass man den Schülern, die nicht am Präsenzunterricht teilnehmen können, „individuelle Möglichkeiten für die Teilnahme an Prüfungen eröffnen“ wird.

Text: Matthias Lauterer

Mehr Informationen:




Künzelsau: Forscherteam entwickelt Corona-Warner – „Aufwändige Tests wären dann nicht mehr nötig“

Forscherteam arbeitet an der Entwicklung eines Corona-Warners. Professor Dr. Ralph Wystup aus Morsbach hat im Rahmen einer Privatinitiative zusammen mit anderen Ingenieuren und Medizinern eine Schutzhaube für medizinisches Personal neu entwickelt (wir berichteten https://www.gschwaetz.de/2020/04/14/taucherhelm-aus-stoff-hohenlohe-ingenieursteam-entwickelt-mit-hiesigen-firmen-schutzausruestung-fuer-medizinisches-personal-und-pflege-gewoehnliche-masken-nicht-ausreichend/). „Diese erste Schutzhaube ist eine einfache und effektive Lösung, wir haben jedoch einige Ansätze, sie weiter zu verbessern“, erklärt der Professor für
Elektrotechnik in Eisenach.

Auf diesem Weg kam dem Team die Idee, „wie praktisch es wäre, unterwegs gewarnt zu werden vor Coronaviren“ und entwickelten einen Sensor, der nach Fertigstellung in der Lage sein soll, Partikel wie Viren und deren Konzentration in Echtzeit in der Luft zu messen – also auch Covid-19. „Die Idee ist wie bei einem Bewegungsmelder frühzeitig zu reagieren.“ „Die Infektionsgefahr hängt von der Konzentration der Viren ab“, erklärte schon   Professor Buchhorn im Rahmen der Präsentation der Schautzhaube.

Wo liegt was in der Luft?

Basierend auf dem physikalischen Verhalten des Partikels soll der Sensor solche, wie auch das Coronavirus und ähnliche Viren es sind, erkennen können und mittels eines Signals oder Indikators warnen, „dass es jetzt riskant werden könnte, weil etwas in der Luft liegt“. Die Idee dahinter ähnele der eines Bewegungsmelders, frühzeitig Veränderungen zu erkennen. Der Sensor sei vor allem für Kommunen interessant, denn er könne überall angebracht und großflächig verteilt werden – beispielsweise in Schulen. „Aufwändige Tests wären dann nur noch zur Bestätigung nötig, die Vorwarnung kann dann automatisch erfolgen“, sagt Wystup.

In sechs Monaten soll der Sensor einsatzbereit sein

„Wir rechnen damit, dass es noch rund ein halbes Jahr dauern wird bis ein erster Prototyp einsatzbereit ist. Voraussetzung ist jedoch eine finanzielle Basis des Projekts durch Investoren, um die technische Realisierung durchführen zu können.“ Das Konzept für den Sensor steht laut Wystup bereits, das habe ein mit ihm befreundeter, promovierter Physiker erarbeitet. Nun mache sich das Team an die Ausarbeitung der Patent- und Forschungsanträge. „Wir rechnen damit, dass es noch rund ein halbes Jahr dauern wird, bis der Sensor einsatzbereit ist“, sagt der Forscher. Es sei also eher eine Idee für die nahe Zukunft. Doch das Team sehe gute Chancen, „dass daraus was wird“.

Text: Sonja Bossert

Ralph Wystup. Foto: privat




„Ihr macht euren Job super“ – Micky überreicht Oscar mit Flügeln im Pflegeheim Krautheim

Im Altenpflegeheim Haus der Generationen in Krautheim war Mitte April 2020 ein ganz besonderes Ereignis auf der Tagesordnung eingetragen. Fast ging es zu wie bei einer Oscarverleihung. Der Anlass: Lea Schmidt ist eine von vielen tatkräftigen Facharbeiterinnen im dortigen Pflegeheim. Für ihre stetige Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit und Fleiß wurde ihr symbolisch ein „Goldener Änschel“ von Michael Scholz und Heimleiterin Heike Stadtmüller überreicht. Es war eine gelungene Überraschung für Lea Schmidt, die sich sehr über diese Aufmerksamkeit gefreut hat. Mit dieser Auszeichnung soll vor allem die „geradlinige, zuverlässige Arbeit“ von Lea Schmidt gewürdigt werden, die sie für die zu betreuenden Personen verrichtet. Sie steht dabei für alle im Haus Beschäftigten, an alle soll die Botschaft gehen: „Ihr macht euren Job super“.

Humorvoller Touch

Die Auszeichnung für Lea Schmidt ist der zweite Goldene Engel, der überreicht wurde. Der erste ging an eine ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Tagespflege. Und warum Goldener Änschel und nicht Goldener Engel? Um der ganzen Sache humorvollen Hauch zu verleihen, wurde der Auszeichnung ein hessicher Tatsch mitgegeben. In Hessen heißen die Engel Änschel.

Schon als junger Mensch sozial engagiert

Die Grundidee zu dieser Überraschung kommt von Michael Scholz, bekannt in Krautheim auch als Micky. Schon als junger Mensch habe der heute 63-Jährige gespürt, dass er sich gerne sozial engagiert und ehrenamtlich tätig ist. Nach einer Zeit der Arbeitslosigkeit hat er sich für ein Praktikum als Betreuungskraft schulen lassen und wusste dann sofort, dass dies seine Berufung ist. Seit acht Jahren ist er nun im Altenheim in Krautheim in der Betreuung eingesetzt. Er sagt heute mit fester Überzeug, dass er mit 65 Jahren nicht in den Ruhestand gehen möchte, sondern noch so lange wie es seine Gesundheit erlaubt, in diesem Bereich tätig sein möchte, um anderen Menschen eine Freude zu machen und zu helfen.

Jugendraum in Krauthim

Getreu dem Motto „Gib der Jugend Raum und sie kann sich entfalten“ engagiert sich Michael Scholz seit fünf Jahren für die Jugendarbeit in Krautheim.  Dazu stellt er eine Räumlichkeit in einem von ihm gekauften Haus zur Verfügung. Gerne hätte er in diesem Bereich Untersützung, damit für die Jugendlichen  mehr Freizeitbeschäftiung angeboten werden kann, bisher leider noch ohne Erfolg. Darüber hinaus verkauft er ehrenamtlich Pizza, der Erlös dafür geht ans Pflegeheim Krautheim. Für Heimbewohner hat er ein Frühbeet gebaut und zudem macht er Ausflüge mit Heimbewohnern mit Rollator. So fuhr er mit ihnen beispielsweise nach Bad Mergentheim. Außerdem wurde vor sechs Jahren der Verein „Frische Quelle  e.V.“ in einer früheren Mälzerei gegründet. Denn ein weiteres Motto von Michael Scholz ist: „Wenn man die Nachrichten der Welt sieht, kann man nichts bewegen. Im eigenen Ort oder in der Nachbarschaft ist es aber möglich, mit vielen Kleinigkeiten Gutes zu tun“.

Text: Elke Brand

Lea Schmidt (Mitte) wurde der Goldene Änschel von Michael Scholz und Heimleiterin Heike Stadtmüller überreicht. Foto: privat

 

Der Goldene Änschel würdigt das besondere Engagement von Pflegekräften. Foto: privat

Michael Scholz in Aktion. Foto: privat

Mit den Senioren baute Michael Scholz eine Krippe. privat

Auch für die Jugend engagiert sich Michael Scholz. Mit Kindern backt er Pizza. Foto: privat

 




Ba-Wü: „Gastrobranche steht vor gewaltiger Insolvenzwelle“ – Daher möglicherweise Öffnungen ab 05. Mai 2020

Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut hat laut einer Pressemitteilung des Wirtschaftsministeriums mit ihren Ministerkollegen aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen vereinbart, bis zur Besprechung der Regierungschefs von Bund und Ländern am Mittwoch, den 29. April 2020, ein gemeinsames Konzept für eine weitere und gestufte Öffnung des Einzelhandels sowie von Gastronomie und Hotellerie auszuarbeiten. Bei der am heutigen Donnerstag, den 23. April 2020, stattfindenden Sonder-Wirtschaftsministerkonferenz im Rahmen einer Telefonkonferenz wollen demnach die Ministerin und die Minister außerdem über mögliche Lockerungen mit ihren Ressortkollegen sprechen und um Unterstützung für ihre Initiative werben.

„Es muss uns gelingen, diese einzigartigen Strukturen zu erhalten.“

„In unseren drei Ländern haben Tourismus, Einzelhandel, Hotellerie und Gastronomie eine besondere Bedeutung. Angesichts der Vielzahl attraktiver Ausflugsziele und Erholungsgebiete und der hohen Qualität der Angebote prägen Einzelhandel, Hotellerie und Gastronomie unser Wirtschaftsgefüge nachhaltig. Es muss uns gelingen, diese einzigartigen Strukturen zu erhalten. Die Unternehmen der Tourismuswirtschaft, insbesondere der Hotellerie und Gastronomie und ihre Beschäftigten sind in der aktuellen Krisensituation durch den nahezu vollständigen Ausfall ihrer Wirtschaftstätigkeit stark belastet, der Bestand zahlreicher Betriebe und der damit verbundenen Arbeitsplätze ist gefährdet. Deshalb benötigen wir jetzt schnell eine wohlüberlegte, zielgerichtete und zwischen unseren Ländern abgestimmte Vorgehensweise, zumal der Öffentlichkeit eine uneinheitliche Strategie für das Gastgewerbe kaum vermittelbar ist“, erklärten Hoffmeister-Kraut, der niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann und Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart in der Mitteilung. Ihre Ministerien erarbeiten derzeit ein Konzept, das unter Einhaltung strenger Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen weitere Öffnungsschritte nach dem 04. Mai ermöglichen sollen. Ziel ist es, das Papier bis zur Ministerpräsidentenkonferenz am 29. April vorzulegen.

„Gesundheisschtz und differenzierte Öffnungsstrategien sind möglich.“

Wirtschaftsministerin Dr. Hoffmeister Kraut: „Die Hotel- und Gaststättenbranche steht vor einer gewaltigen Insolvenzwelle, sollten die Schließungen noch länger andauern. Das dürfen wir nicht zulassen“, so Hoffmeister-Kraut weiter. Deshalb sei es das gemeinsame Ziel, den Betrieben und ihren Kunden klare Orientierung zu bieten. Gesundheitsschutz und differenzierte Öffnungsstrategien seien möglich und dringend notwendig, um dem Gastgewerbe eine Zukunftsperspektive aufzuzeigen.

„Tourismus und Gastronomie brauchen einen Fahrplan.“

Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann schloss sich dem an: „Tourismus und Gastronomie brauchen einen Fahrplan. Der Shutdown wurde von den Branchen ohne Wenn und Aber akzeptiert, trotz der wirtschaftlichen Auswirkungen um der Gesundheit willen“. Deshalb müsse schnellstmöglich ein gestuftes Wiederanfahren zugelassen werden unter konsequenter Berücksichtigung der Regeln des Gesundheitsschutzes.

„Wir wollen Spielräume für eine vorsichtige Öffnung nutzen.“

Auch Wirtschafts Prof. Dr. Andreas Pinkwart meinte: „Auf dem Weg in eine verantwortungsvolle Normalität brauchen auch die Unternehmer im Bereich Gastronomie und Hotellerie eine Perspektive“. Dazu würde nun nun gemeinsam ein Konzept erarbeitet werden, wie Schritt für Schritt wieder mehr ermöglicht werden könne. Dabei gelte es eine kluge Balance zu halten: „Wir wollen die Gesundheit schützen und die Spielräume für eine vorsichtige Öffnung nutzen, damit auch der Tourismussektor an der wirtschaftlichen Aufwärtsentwicklung nach der Krise teilhaben kann.“ 

Quelle: Pressemitteilung des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau Baden-Württemberg




Rotary Gutscheinaktion: Künzelsauer Handel unterstützen und dabei sparen

Viele Einzelhändler, Dienstleister und Gastronomen befinden sich aufgrund der Corona-Krise in einer wirtschaftlich schwierigen Lage. Um die Umsätze in den Geschäften nach der Krise wieder anzukurbeln, hat das Team des Rotary Clubs Künzelsau-Öhringen laut einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau Unterstützung angekündigt. Ab sofort werden die beliebten Künzelsauer Geschenkgutscheine, herausgegeben von der Werbegemeinschaft Künzelsau, mit je fünf Euro bezuschusst. Der Kunde erhält einen 25-Euro-Gutschein zum Aktionspreis von 20 Euro. Die Differenz spendet der Rotary Club. Die Gutscheine können bereits jetzt wieder bei den teilnehmenden Geschäften der Werbegemeinschaft Künzelsau eingelöst werden.

„Wir freuen uns, dass wir mit dieser Spendenaktion einen Teil dazu beitragen können, dass unsere Einkaufslagen in Künzelsau auch nach der Krise noch bunt und lebendig sind. Im Moment ist es wichtiger denn je, die Angebote vor Ort zu unterstützen“, so Dr. Uwe Reinhard, Präsident des Rotary Clubs, in der Mitteilung. Der Rotary Club ist ein Netzwerk aus Personen mit verschiedenen Berufen, unabhängig von politischen und religiösen Richtungen und engagiert sich vor allem in der Bildung, im sozialen und kulturellen Bereich sowie für die Dienstbereitschaft im täglichen Leben.

Die Aktionsgutscheine sind ab sofort online über die neue Webseite der Werbegemeinschaft www.kuen-aktiv.de/gutscheine erhältlich. Verkauft werden maximal zwei Gutscheine zu je 25 Euro pro Person und nur solange der Vorrat reicht.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau




Schöntal: 20-Jährige bei Unfall verletzt

Bei einem misslungenen Überholvorgang wurde am Mittwoch, den 22. April 2020, bei Schöntal eine junge Frau leicht verletzt. Gegen 12.30 Uhr befuhr die 20-jährige VW Polo-Lenkerin die Straße von Oberkessach kommend ich Richtung Unterkessach. Vermutlich übersah die Fahrerin, dass der vor ihr fahrende Traktor mit Anhänger nach links blinkte und abbigen wollte, und begann mit dem Überholvorgang.

Glücklicherweise sah der Traktorfahrer das Überholmanöver und bog nicht ab. Aus ungeklärten Gründen kam die junge Fahrerin von der Straße ab, prallte mit ihrem Auto gegen die Leitplanke und kam in einem Bachbett zum Stehen. Durch den Verkehrsunfall verletzte sich die 20-Jährige leicht und es entstand ein Sachschaden in Höhe von circa 6.500 Euro.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Heilbronner Professor: „Die hohe Nachfrage nach Klopapier wird nachlassen“

Professor Markus Fittinghoff erläutert im Interview mit der Hochschule Heilbronn (HHN), wie sich COVID-19 auswirkt auf die Informations- und Materialflüsse in den Unternehmen. Er ist Spezialist für Intralogistik und lehrt im Studiengang Technisches Logistikmanagement.

HHN: Professor Fittinghoff, denkt man an Intralogistik könnte einem der Gabelstapler einfallen, der im Laden Ware von A nach B transportiert. Was steckt wirklich dahinter?

Fittinghoff: Die Intralogistik umfasst alle Informations- und Materialflüsse in den Unternehmen. Kurz gesagt: alle Prozesse von der Anlieferung der Materialien, über die Weiterverarbeitung in der Produktion bis zum Versand der Fertigprodukte.

„Handelsunternehmen erreichen nie dagewesene Spitzenumsätze.“

HHN: Leidet diese Prozesskette derzeit unter der Corona-Krise?

Fittinghoff: Die Auswirkungen sind je nach Branche unterschiedlich. Im Bereich des Handels kommen die Lieferketten mit dem Nachschub kaum nach und die Lager sind in vielen Sortimentsbereichen quasi leer. Bekannte Beispiele sind Hygieneartikel und Konserven. Da sehr viele nun auch aus dem Home-Office arbeiten, ist auch eine extrem hohe Nachfrage in der Elektronik-Branche zu registrieren. Handelsunternehmen erreichen nie dagewesene Spitzenumsätze. Dagegen sind andere Branchen, allen voran die Automobilindustrie, dem Nullpunkt nahe. Sowohl die Produktion von Komponenten als auch die Endmontage stehen still. Entsprechendes gilt für die Logistik, denn auch Zulieferer arbeiten bedarfsorientiert. Man könnte sagen, die gesamten Lieferketten sind wie „eingefroren“.

„Die Nachfragen werden später unter Normalwert absinken.“

HHN: Stichwort Klopapier. Könnte die hohe Nachfrage dazu führen, dass neue Lagerflächen benötigt werden, es diese aber nicht gibt und wir so nur noch vor leeren Regalen stehen?

Fittinghoff: Das kürzlich geschehene Einlagern großer Mengen Toilettenpapier in den privaten Haushalten ist – logistisch gesehen – ein Einmaleffekt. Das Virus befällt in der Regel ja nicht ausschlaggebend den Magen-Darm-Trakt und somit wird der Prokopf-Verbrauch nicht ansteigen. Die hohen Nachfragen werden nachlassen und später sogar unter Normalwert absinken, da Haushalte erst einmal ihre angesammelten Bestände verbrauchen, bevor sie nachkaufen.

„Eine Verlagerung der Produktionsstätten nach Europa ergibt Sinn.“

HHN: Wären Ihrer Meinung nach große Supermarkt-Lagerhallen eine vorbeugende Maßnahme, um nicht wieder in so ein „Waren-Loch“ zu fallen?

Fittinghoff: Nicht wirklich. Die Haltbarkeiten von Lebensmitteln sind bekanntermaßen begrenzt. Für Frischeprodukte müsste man energetisch sehr aufwändige Kühllager bauen. Auch Konserven müssen im Fluss bleiben und Klopapier ist aus logistischer Sicht ein eher ungünstiger Artikel, da es recht viel Volumen im Lager einnimmt. Bei Produkten wie Atemschutzmasken, Einmalhandschuhen und Schutzkleidungen für den Kliniken- und Pflegebereich sieht es anders aus. Die sind länger haltbar und einfacher zu lagern. Hier rechne ich fest damit, dass künftig größere Sicherheitsbestände aufgebaut werden. Auch eine Verlagerung der Produktionsstätten zurück nach Europa ergibt aufgrund der aktuellen Erfahrungen Sinn.

„Die Digitalisierung wird einen höheren Automatisierungsgrad ermöglichen.“

HHN: Mal das Positive herausziehen: Glauben Sie, dass es dank Corona möglicherweise zu ganz neuen Lieferwegen kommen könnte?

Fittinghoff: Aus meiner Sicht werden Themen aus der Industrie 4.0 in Verbindung mit Maschinellem Lernen und Künstlicher Intelligenz die Intralogistik und die Produktion erheblich verändern. Die Digitalisierung wird einen sehr viel höheren Automatisierungsgrad in Produktion und Intralogistik ermöglichen. Dadurch werden Verlagerungen von ganzen Produktionsstätten aus dem asiatischen Bereich zurück nach Europa wirtschaftlich. Sehr wichtig ist für die deutschen und europäischen Unternehmen dabei der Faktor Mensch.

„Jungen Menschen empfehle ich ein Studium im Bereich Logistik, Informatik und Automatisierung.“

HHN: Faktor Mensch – Studierende im Studiengang Technisches Logistikmanagement sind doch dann quasi die Retter in der Not von Morgen?

Fittinghoff: Die Unternehmen benötigen zukünftig Mitarbeiter, die den Wandel kompetent gestalten können. Jungen Menschen empfehle ich daher ein Studium im Bereich der Logistik, der Informatik und der Automatisierung. Dies alles verknüpft der Bachelor-Studiengang Technisches Logistikmanagement an der Hochschule Heilbronn. Die Studierenden lernen bei uns den Wandel zu meistern und Unternehmen größere Flexibilität zu geben.

„Es gibt spannende Projekte in unterschiedlichen Unternehmen.“

HHN: Die Hochschule Heilbronn ist bekannt dafür, sehr praxisnah auszubilden. Wie äußert sich das in Ihrem Studiengang?

Fittinghoff: Beispielsweise anhand unserer Labore. Die haben wir in den Bereichen Verpackung und Identifizierung, Werkstoffkunde, Automatisierung von Elektrotechnik über Antriebstechnik und Regelungstechnik sowie in der Fabrikplanung und Simulation. Zudem gibt es spannende Projekte direkt in unterschiedlichen Unternehmen, mit denen wir enge Kooperationen für unsere Studierenden aufgebaut haben.

„Man müsste belastbare Zahlen bekommen.“

HHN: Wird das Virus auch Ihren Lehrplan beeinflussen?

Fittinghoff: Insbesondere in der Simulation habe ich schon darüber nachgedacht, ob wir ein Corona-Modell zur Belastung der Kliniken mit Patienten in Deutschland aufsetzen könnten. Man müsste aufgrund des aktuellen Hypes allerdings belastbare Zahlen, insbesondere Aufenthaltsdauern der Patienten, dazu bekommen. Das ist im Moment etwas riskant, ich denke aber weiter darüber nach.

Quelle: Das Interview wurde von der Pressestelle der Hochschule Heilbronn zur Verfügung gestellt.




Hohenlohe: Tote werden auf Corona getestet – Tests bei Toten? Robert-Koch-Institut mit eindeutigem Statement

In einem Altenheim im Hohenlohekreis stirbt im April 2020 eine Bewohnerin (89). Sie hat eine Woche lang Fieber gehabt, sollte auf Corona getestet werden, da es bereits Coronafälle in diesem Heim gibt. Sie wird nicht getestet, sondern stirbt. Ein Tag nach ihrem Tod wird sie getestet, abends. Am nächsten Morgen ist das Ergebnis bereits da: negativ. Die Angehörigen sind erleichtert. Zumindest kein Corona. Der zuständige Arzt wiegelt ab. Ein solches negative Testergebnis bei Verstorbenen sagt nichts darüber aus, inwieweit sie nicht doch infiziert gewesen seien, als sie noch lebten. Auch das Robert-Koch-Institut (RKI)weisst darauf hin, dass „das Virus schnell wieder aus den Körpern der Toten verschwindet. Es kann nach dem Tod also nicht mehr festgestellt werden.“ https://www.bz-berlin.de/welt/warum-die-zahl-der-corona-toten-eher-unter-als-ueberschaetzt-wird

Das Paradoxe: Die Verwandten müssen trotz des negativen Testergebnisses die Verstorbene nach Covid-19-Richtlinien beerdigen. Das bedeutet unter anderem Schutzanzüge für die Bestatter, mehr Desinfektionsmittel und dadurch letzten Endes auch mehrere hundert Euro mehr an Kosten. Das Problem ist, dass keiner so genau sagen kann, wie schnell denn tatsächlich dieser Erreger aus dem toten Körper verschwindet. Zunächst sind laut Aussage eines Künzelsauer Bestattungsunternehmens die an Covid Verstorbenen noch „hochinfektiös“. https://www.gschwaetz.de/2020/04/15/verstorbene-hochinfektioes-nur-noch-1-friedhofsblaeser-erlaubt-kuenzelsauer-bestatter-berichten/ Daher werde auch mit diversen Schutzmaßnahmen gearbeitet.

Wir wollten vom Landratsamt des Hohenlohekreises wissen, ob es gängige Praxis im Hohenlohekreis ist, Coronatests bei Toten zu machen, wieviele Tests bei Toten mit welchem Ergebnis bereits gemacht worden sind und warum diese Tests gemacht werden, wenn das Robert-Koch-Institut darauf hinweist, dass das Virus nach dem Tod nicht mehr festgestellt werden könne. Sascha Sprenger, Pressesprecher im Landratsamtes des Hohenlohekreises, äusserte sich hierzu wie folgt: „Im Hohenlohekreis werden alle aus infektiologischer Sicht erforderlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung der Erkrankung ergriffen.“ Sprenger

äusserte sich gleichwohl kritisch ob des Wahrheitsgehaltes der Aussage des RKI, die auf www.bz-berlin.de zu lesen ist. Wir haben daraufhin direkt beim RKI noch einmal direkt nachgefragt und warten derzeit noch auf eine Stellungnahme.

 

 

Symbolfoto Coronavirus Test. Quelle: adobe stock




Künzelsau: Was Gonzo nur hinter verschlossenen Türen gesagt hat – Erinnerung an seinen 2. Todestag am 03. Mai 2020

Er war ein Star-Wars-Fan, Weinliebhaber, er mochte schöner Wohnen und er war wohl einer der bekanntesten Sänger Künzelsaus: Josip Gonzo Krolo. Also Gonzo wurde er eine lokale Berühmtheit. Vor zwei Jahren, am 03. Mai 2018, ist er gestorben, vermutlich aufgrund einer Herzkrankheit, wie seine Mutter Mirjana Krolo damals gegenüber GSCHWÄTZ äusserte.

Nur 47 Jahre ist der Sänger und Vater einer Tochter geworden. Sein Grab ist in Künzelsau. Was bleibt von ihm? Was hinterlässt er der Kreisstadt, die er so innig geliebt hat? 30 Jahre auf der Bühne, 20 Jahre seine eigene Band und dazu noch jahrelange Benefizkonzerte an der Hochschule in Künzelsau, zugunsten Gambia. Beim Hochwasser 2016 war er einer, der koordinierte, organisierte, Spenden für die Opfer sammelte, mit großem Erfolg. Er war eben auch ein Netzwerker vor dem Herrn. Aber er fühlte sich auch missverstanden.

In einem der letzten großen Interviews, das er vor seinem Tod mit GSCHWÄTZ-Reporterin Nadja Fischer in seiner Wohnung in Weißbach geführt hatte, redete er nicht nur über seine Erfolge, sondern auch über seine Schwächen und über das, was nicht spurlos an ihm vorüber ging. Unter anderem warfen ihm bei der Spendenaktion Kritiker vor, dass er das Geld für sich beanspruchen würde, auch seine Tochter sei dabei, wie er erzählte, verbal attackiert worden. Zu viel für ihn, dem Mann, der wirkt, als ob ihm nichts etwas anhaben kann.

Das ging ihm nach, noch Jahre später und das hat er bis kurz zu seinem Tod nicht vergessen. Er wollte etwas Gutes tun und erntete teilweise verletzende Kritik. So hat er sich in seinem geliebten Künzelsau nicht immer gut gefühlt. Nach aussen hat er seine Verletzlichkeit nicht gezeigt. Gonzo war ein Kämpfer.

„Mit dem Rücken an der Wand funktioniere ich am besten“, sagte Gonzo, als ihn Nadja Fischer damals auf seine Stärken und Schwächen ansprach. Reden könne er gut, aber eine gewisse „Grundfaulheit“ stecke in ihm drin, bekannt er ehrlich. Einen Hang zu Deko habe er, deswegen hätte er sich auch vorstellen können, Innenarchtitektur zu studieren, wenn das mit der Musikkarriere nicht geklappt hätte.

Nict nur Sänger, sondern auch gleichzeitig Manager und Organisator der Auftritte

Gonzo war nicht nur Sänger (damals hatte er laut eigenen Aussagen rund 200 Auftritte im In- und Ausland pro Jahr), sondern war auch gleichzeitig der Manager und Organisator seiner Auftritte.

Begonnen im La Quetsch, dann kam Curly Sue

Begonnen hat seine Karriere in der damals noch existierenden Kneipe La Quetsch in Künzelsau, als er nach ein paar Jacky Cola die Songs, die liefen, mitgesungen hat und gleich zwei Visitenkarten zugesteckt bekam. Er wurde unter anderem Sänger bei der Band Curly Sue. 1997 gründete Gonzo seine eigene Band namens Gonzo’n’friends. Nun führen seine Freunde sein Erbe weiter und haben nach seinem Tod Gonzo’n’friends umgewandelt in Gonzo’s friends. Das hätte ihm gefallen. https://www.gonzosfriends.de/

Gesundheitliche Probleme

Laut Mirjana Krolo habe Gonzo sich vor seinem Tod erst vor drei Wochen im Krankenhaus in Öhringen „durchchecken“ lassen. Bei den Tests sei alles in Ordnung gewesen, so Gonzo damals zu seiner Mutter. Mirjanas Vater sei ebenfalls an einem Versagen des Herzens, an einem Herzinfarkt gestorben, berichtet Mirjana Krolo. Er sei  jedoch 71 Jahre alt geworden.  „Die beste Spezialklinik der Welt hätte nichts mehr machen können“, ist sich die gelernte Schneiderin daher sicher. Und dennoch zerreisst es ihr das Herz. „Wie soll ich jetzt noch weiterleben?“, fragte sie dmaals.  Mirjana hat noch einen Sohn und eine Enkelin – Gonzos 20-jährige Tochter. Gonzo selbst sei damals auch 20 Jahre alt gewesen, als sein Vater an Hepatitis B gestorben sei, so Mirjana. Sie selbst hatte zum Zeitpunkt des Todes ihres Sohnes ebenfalls gesundheitliche Probleme, ist ein Jahr zuvor schwer gestützt. Gonzo habe immer zu ihr gesagt: „Mama, du brauchst keine Angst zu haben“ und bot ihr finanzielle Unterstützung an.

Am Donnerstagmorgen um 10 Uhr, also nur wenige Stunden vor seinem Tod, hat Gonzo seinen letzten Post auf Facebook an an seine knapp 4.000 Anhänger geschickt. Darin steht:

„Dein ist dein ganzes Herz, du bist mein Reim auf Schmerz.“

Das letzte große Interview

Im Januar2018  haben wir ein Exklusiv-Interview in unserer gedruckten Ausgabe veröffentlicht und ein Video gedreht in seiner Wohnung in Weissbach. Er hatte einige musikalische Pläne und schaute optimistisch in die Zukunft. Anbei veröffentlichen wir das Interview nochmal in voller Länge:

 

„Bis zu diesem denkwürdigen Jacky-Cola im La Quetsch“

von Nadja Fischer. Das Interview wurde veröffentlicht in unserem gedruckten Magazin im Januar 2018.

 

Unsere Journalistin Nadja Fischer war bei Sänger Gonzo zu Hause in seiner Wohnung in Weißbach und trank mit ihm eine Tasse Kaffee. Sie plauderten über Musik, Star Wars und Pelzwecker.

GSCHWÄTZ: „Wir covern nicht, wir interpretieren…“ – wie darf man sich das vorstellen?

GONZO: Wir covern, bringen aber Individuelles mit ein. Wir machen von Haus aus eigene Versionen und brauchen das wie die Luft zum Atmen. Wir haben auch keine feste Setliste, sondern wählen unsere Songs nach Emotion aus. Ich sehe mich auch nicht als perfekten Sänger, hatte auch nie Gesangsunterricht. Technisch kann man alles lernen, aber die Emotionen nicht.

GSCHWÄTZ: Hast du dich schon mal an eigenen Songs versucht?

GONZO: Ja. 2019 wird es ein Album geben. Ich denke auch, dass es deutsches Material sein wird. Das ist einfach die Sprache, mit der wir uns am wohlsten fühlen. Da sind wir auch bekannt dafür. Es wird sozusagen Hängemattenrock, entspannter Pop-Rock. Unserem Alter entsprechend. (lacht). Ich denke ja für nächstes Jahr über eine Band-Umtaufung nach: Die netten älteren Herrn.

GSCHWÄTZ: Was ist dein persönlicher Lieblingssong?

GONZO: Es gibt viele, aber der Song, der mich wirklich berührt, ist Comfortably Numb von Pink Floyd. Wie gesagt, es gibt so viele. Aber Pink Floyd hat mich schon mein ganzes Leben begleitet.

GSCHWÄTZ: Josip Gonzo Krolo ist dein vollständiger Name. Woher kommst du?

GONZO: Meine Wurzeln liegen in Kroatien. Ich bin in Künzelsau geboren, aber meine Eltern kommen aus Kroatien. Mein Vater war Flüchtling. Er hätte zur Armee müssen und man wusste nicht, ob man da lebend wieder nach Hause kommt. Also ist er geflüchtet und in Künzelsau gelandet. Witzigerweise hat er auch hier meine Mutter kennengelernt, die in Kroatien nur 26 Kilometer von ihm entfernt gelebt hat. Eigentlich bin ich ein Flüchtlingskind.

GSCHWÄTZ: Wie kamst du zur Musik?

GONZO: Das war Zufall. Ich war eigentlich voll der Nerd und habe mich nur mit Computern beschäftigt. Zwar habe ich immer gerne gesungen, hatte aber nie wirklich Ambitionen, dass ich Sänger werden will. Bis zum denkwürdigen Jacky Cola im La Quetsch in Künzelsau vor knapp 30 Jahren. Als mich mein Bruder abgefüllt hat und dann lief Hotel California im Radio und ich habe mitgesungen. Ich war lauter wie die Anlage. Wusste davon aber nichts mehr, hab‘ ja nichts vertragen, weil es mein erster Alkohol war. Dann hatte ich aber am nächsten Tag von zwei Leuten eine Visitenkarte in der Hosentasche.

GSCHWÄTZ: Bist du hauptberuflich Sänger?

GONZO: Ja. Wir haben ungefähr 200 Auftritte pro Jahr und das weltweit. Namibia, Hong Kong, Schweiz oder Österreich. Aber wir freuen uns über jeden Auftritt auf dem Land. Also diese Großstadtgeschichten… die Menschen auf dem Land sind viel dankbarer. Mittlerweile haben wir mehr nichtöffentliche Auftritte als öffentliche Auftritte.

GSCHWÄTZ: Manche Sänger trinken Tee, andere einen Whisky. Zu welcher Kategorie gehörst du?

GONZO: Ich nehme keine Drogen und bin seit zehn Jahren Nichtraucher. Mittlerweile trinke ich gerne Rotwein, Gin Tonic mit Gurke und natürlich Kaffee. Als alleinerziehender Vater lebt man den Rock `n Roll nun mal anders. Wenn ich nach den Auftritten nach Hause fahre, läuft im Auto immer ein Hörspiel von den Drei Fragezeichen.

GSCHWÄTZ: Wie kann man sich deinen Alltag vorstellen? Jeden Tag ausschlafen?

GONZO: Nein, schön wär‘s. Meine drei
Pelzwecker sorgen dafür, dass ich zeitig aufstehe. Ich bin Katzenpapa. Ich habe einen Ein-Mann-Betrieb mit zwei Jobs. Ich bin Künstler und Manager zugleich. Mein Büro ist zu Hause. Ich muss E-Mails schreiben und beantworten, Telefonate führen, Anfragen bearbeiten und kleine Events gestalten. Ich hatte auch seit 20 Jahren keinen Urlaub mehr. Aber mein Garten ist Urlaub genug für mich.

GSCHWÄTZ: Welche Hobbys hast du?

GONZO: Ich bin ein Serienjunkie. Breaking Bad, The Big Bang Theory und Game of Thrones. Alles gesehen. Ein Star-Wars-Fan bin ich auch. Jeder schenkt mir immer etwas, das mit Star Wars zu tun hat. Playstation vier zocken. Ich koche gerne und stehe auf Weihnachtskitsch.

GSCHWÄTZ: Was bedeutet für dich Heimat?

GONZO: Tja, Heimat bedeutet für mich… Ich bin ja geboren in Künzelsau und fühle mich als Hohenloher und Kochertäler. Eigentlich hätte ich schon oft hier wegziehen müssen, rein logostisch. Heimat bedeutet für mich: sich wohlfühlen, zu wissen, man kommt jetzt ein bisschen runter und hat Zeit für sich. Es ist einfach ein schönes Gefühl.

GSCHWÄTZ: Was sind deine drei Schwächen?

GONZO: Meine drei Schwächen…oha… ich rede viel. Ich bin ein bisschen faul. Man schiebt gerne Sachen vor sich her. Ich esse gerne. Was keine Schwäche ist, weil essen ist geil.

GSCHWÄTZ: Und was sind deine drei Stärken?

GONZO: Meine drei Schwächen (lacht). Irgendwas muss ich richtigmachen, gesangsmäßig, sonst wäre ich jetzt nicht seit 30 Jahren dabei. Ich kann Menschen unterhalten. Ich kann recht gut kochen, ist eine Leidenschaft. Ansonsten… was kann ich noch gut? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Oh, ich mag Deko. Ich liebe es, mich schön einzurichten. Ihr könnt gerne nochmal an Weihnachten vorbeikommen, da eskaliert es im Garten. Ja, ich bin ein kleiner Deko-Freak. Ich habe auch mal mit dem Gedanken gespielt, dass ich Innenarchitektur studiere. Das hat mich immer gereizt, aber ich bin dann doch irgendwie an der Musik hängengeblieben.

GSCHWÄTZ: Auf deiner privaten Facebook -Seite hast du 7.500 Abonnenten. Die Leitung der Facebook Gruppe „Du weißt, dass du aus Künzelsau und Umgebung bist, wenn…“ hast du aber abgegeben. Wieso?

GONZO: Als die Hochwasserkatastrophe in Künzelsau war, hatten wir einige Benefizkonzerte. Das gesammelte Geld haben wir der Stadt Künzelsau gespendet. Einige meinten aber, auf offener Straße meine Tochter angehen zu müssen und haben behauptet, dass ihr Vater das Geld eingesteckt hätte. Dabei gab es eine offizielle Veranstaltung mit Übergabe des Geldes. So etwas kann ich nicht tolerieren. Wenn man ein Problem hat, sollte man mich direkt ansprechen. Aber nicht meine Tochter – Familie geht mir über alles. Deshalb habe ich die Leitung abgegeben.

Gonzo, wir danken dir für das Gespräch.

Zur Person
Josip Gonzo Krolo ist am 04. Januar 1971 in Künzelsau geboren. Er war Sänger bei den Bands Shin Kicker und Curly Sue. Seit 1997, also seit nunmehr 20 Jahren, gibt es seine Band Gonzo`N`Friends. Der Musiker, der 2018 sein 30-jähriges Bühnenjubiläum feiert, ist Single und hat eine Tochter, die gerade als Au-Pair in New York ist.
Gonzo hatte sich auch schon an der Dating-App Tinder versucht, jedoch keinen passenden Deckel gefunden. Sein Verhütungsmittel: die Star-Wars-Fan-Artikel in seiner Wohnung, die wohl jede Frau in die Flucht schlagen sollen.

 

 

Grab von Gonzo Josip Krolo am Friedhof in Künzelsau. Foto: GSCHWÄTZ

Musiker Gonzo stolperte durch Zufall in seine musikalische Karriere

Gonzo’s Friends treten bei der ersten KÜNightLive 2020 in Künzelsau auf. Mit dabei: Michael Breitschopf. Foto: Dirk König.

Gonzo’s Friends traten am 05.02.2020 bei der ersten KÜNightLive in Künzelsau auf. Mit dabei: Michael Breitschopf. Fotos Stadtverwaltung Künzelsau/Dirk König

 

 

 

https://www.gschwaetz.de/2018/01/08/30-jahre-gonzo-live-der-kuenzelsauer-musiker-im-exklusiv-interview/




Künzelsau weitet Kindernotfallbetreuung aus auf Eltern, die keine andere Betreuungsmöglichkeit haben

Kindertageseinrichtungen und Schulen bleiben bis einschließlich Sonntag, den 03. Mai 2020, geschlossen. Auch nach den Osterferien gibt es eine Notfallbetreuung für die Kinder angeboten, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiten. Über diese, bereits seit einigen Wochen geltende Regelung hinaus, hat die Bundesregierung beschlossen, die Notfallbetreuung für weitere Kinder zu öffnen.

Schüler der siebten Klasse werden in die Notfallbetreuung ab Montag, den 27. April 2020, mit einbezogen. Darüber hinaus sollen auch Eltern, die aufgrund ihres Berufes einen bestätigten Bedarf haben, diese in Anspruch nehmen dürfen. Sobald hier eine Konkretisierung der Bundes- beziehungsweise Landesregierung dahingehend erfolgt ist, welche Familien unter diese Erweiterung fallen, wird das örtliche Angebot in den Kindertageseinrichtungen und Schulen, sofern möglich, entsprechend ergänzt. Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau hervor. Ab dem 27. Apriil 2020 haben darüber hinuas Eltern, die  außerhalb der Wohnung eine „präsenzpflichtige berufliche Tätigkeit“ wahrnehmen (Arbeitgeberbescheinigung erforderlich) einen Anspruch auf Notbetreuung sowie Eltern, bei denen eine familiäre oder anderweitige Betreuung nicht möglich ist (Eigenbescheinigung der Erziehungsberechtigten bzw. der Alleinerziehenden erforderlich).

Sofern es personell umsetzbar ist, soll die Notbetreuung in der Einrichtung beziehungsweise Schule stattfinden, in der die Kinder normalerweise betreut beziehungsweise beschult werden. Meldungen bei Bedarf bitte zeitnah an die Kindergarten- oder Schulleitung.

Kontakt zur Realschule Künzelsau

Die Eltern der Kinder, die die Realschule Künzelsau besuchen, können ihren Bedarf an Betreuung beim Meldungen bei Bedarf an das Sekretariat der Georg-Wagner-Schule Künzelsau, per E-Mail info@gewaskuenzelsau.de oder unter Telefon 07940/98 75 00 anmelden. Welche Bereiche zur kritischen Infrastruktur zählen, ist unter https://kmbw.de/,Lde/Startseite/Ablage+Einzelseiten+gemischte+Themen/FAQS+Schulschliessungen zu finden. Die Eltern werden über Facebook, die städtische und die schulischen Webseiten sowie die Kita-App auf dem Laufenden gehalten.

07940/129 121 oder per E-Mail renate.kilb@kuenzelsau.de.