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Schwäbisch Hall: Sounds of Hall mit Mark Forster verschiebt sich um 1 Jahr

„In diesem Jahr wollten wir mit dem ersten „Sounds of Hall“ große Premiere feiern. Doch nun entfällt die Festivalsaison 2020 und somit auch die Erstausgabe unseres neuen Open Airs“, so die Veranstalter des Sounds of Hall, das in diesem Jahr erstmalig im Juli 2020 in Schwäbisch Hall hätte stattfinden sollen und wegen der Coronakrise nun nicht wie geplant durchgeführt werden kann. Aufgrund „der aktuellen Lage und auch der neuen Verordnung der Landesregierung ist eine Durchführung nicht mehr tragbar – unser aller Gesundheit geht vor“, betonen die Veranstalter in einer aktuellen Pressemitteilung.

Doch aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht immer aufgehoben.

Daher kündigen die Veranstalter einen Ersatztermin an: „Trotz allem möchten wir positiv in die Zukunft schauen und somit unsere Konzerte nicht absagen, sondern lediglich verschieben.“ Der Ersatztermin für Mark Forster ist jetzt gefunden, weitere Informationen zum Termin von Dieter Thomas Kuhn & Band folgen laut den Veranstaltern in Kürze. Der Ersatztermin für das Konzert mit Mark Forster ist am 17. Juli 2021.

Für das Konzert von Dieter Thomas Kuhn & Band, das eigentlich am 10. Juli 2020 hätte stattfinden sollen, wird derzeit noch nach einem geeigneten Ersatztermin gesucht, welcher ebenfalls in Kürze bekanntgegeben wird.

Alle gekauften Tickets behalten für die Nachholtermine ihre Gültigkeit. Ebenso bleiben Einlass und Beginn wie auf der Karte kommuniziert bestehen.

„Wir freuen uns schon jetzt, auf eine unvergessliche erste Ausgabe des Sounds of Hall, tolle Künstler und noch schönere Konzerte, dank längerer Vorfreude“, so die Veranstalter. „An dieser Stelle möchten wir uns auch herzlich für die Geduld, das Verständnis und die zahlreiche Unterstützung unserer Besucher und Partner bedanken.

Alle neuen Termine und weiteren Informationen gibt es ab sofort auch auf der Internetseite http://www.sounds-of-hall.de

Sounds of Hall in Schwäbisch Hall fällt 2020 ins Wasser. Quelle: Plakat Veranstalter




Krautheim / Horrenbach: 26-jähriger Motorradfahrer stürzt Abhang hinunter und verletzt sich schwer

Am Samstagnachmittag, den 25. April 2020, ist ein 26-Jähriger Motorradfahrer auf der Landstraße in Richtung Horrenbach von der Fahrbahn abgekommen und einen Abhang heruntergestürzt. Der junge Mann kam mit seiner BMW aus bislang unbekannter Ursache auf der Strecke zwischen Krautheim und Horrenbach nach rechts von der Fahrbahn ab und stürzte einen etwa vier Meter hohen Hang herunter. Die Feuerwehr musste den Mann aus seiner Lage retten. Durch den Sturz verletzte sich der Motorradfahrer schwer. Er musste zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Am Motorrad entstand Sachschaden in Höhe von zirka 5.000 Euro.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn

 




Hilfe aus Hohenlohe für Kinder in Simbabwe

Auch in Afrika gibt es mittlerweile zahlreiche an Corona erkrankte Menschen. Die dortigen Länder haben mit ähnlichen Maßnahmen, wie wir sie derzeit erleben, reagiert. In Simbabwe sind seit Montag, den 23. März 2020, wie auch hierzulande alle Schulen, Kindergärten und Geschäfte geschlossen. Für Kinder fallen nun die Mahlzeiten, die sie im Kindergarten bekommen haben, weg. Zusätzlich wird es für die meisten Eltern noch schwieriger Geld zu verdienen, da sich viele durch „Buying and Selling“ über Wasser halten.

Damit die Kinder trotz der verschärften Situation weiterhin versorgt werden können, hat der Verein Bongai Shamwari e.V. Essenspakete für sie zusammengestellt. Pro Kind bekommen die Eltern nun alle zwei Wochen ein Paket aus Grundnahrungsmitteln und Seife im Wert von zehn US-Dollar. Darin ist unter anderem Folgendes enthalten: Eier, Soyaflocken, Maismehl, Vollkornweizenmehl, Erdnussbutter, Reis, Milch beziehungsweise selbstgemachter Joghurt oder Kefir, Gemüse aus dem Garten, Öl und Seife.

Quelle: Pressemitteilung des Vereins Bongai Shamwari e.V. unter Gründerin Christa Zeller aus Ingelfingen

 

Pro Kind gibt es Pakete im Wert von zehn Euro. Foto: Bongai Shamwari e.V.

 





Familie Franz möchte rund 5.000qm-Fläche zum Schlaraffenland für Bienen, Hummeln & Schmetterlinge umwandeln

In Ochsental soll es laut einer Pressemitteilung ab Juni summen und brummen. Ein 4.700 Quadratmeter großes Feld wird zum Schlaraffenland für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten. Dafür sorgt die Landwirtsfamilie Franz vom Hoflädle Ochsental in Mulfingen mit ihrem Blühpaten-Projekt. Kunden des Hofladens fördern die Bienenweide. „Es war uns schon immer ein Anliegen, Qualität statt Masse zu produzieren“, erklärt Simone Franz in der Mitteilung, „deshalb setzen wir uns ein für gute Böden, für Nachhaltigkeit und Artenvielfalt.“ Mit dem Blühpaten-Projekt will Familie Franz die Verbraucher nun mit ins Boot holen, denn viele möchten etwas für die Bienen tun. Insekten sind ein wichtiger Faktor für das Gleichgewicht des Ökosystems. Dass die Bestände von Fluginsekten und Vögeln in den vergangenen 30 Jahren um drei Viertel zurückgegangen sind, macht den Menschen Sorge, denn wir sind darauf angewiesen, dass sie unsere Nutz- und Nahrungspflanzen bestäuben.

„Wir wollen kein Wachstum um jeden Preis.“

Familie Franz züchtet als Mitglied der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall in Ochsental das Schwäbisch-Hällische Landschwein und vermarktet Fleisch und Wurst im eigenen Hofladen. Das Futter für ihre Tiere bauen sie weitestgehend selbst an und achten darauf, die Böden nicht auszulaugen, sondern vital und humusreich zu halten. „Wir denken in Kreisläufen, vom gesunden Boden über gesunde Pflanzen zu hochwertigen Lebensmitteln. Deshalb arbeiten wir schon lange ohne Fungizide auf unseren Feldern“, versichert Rainer Franz. „Dass wir unseren Hof jetzt auf Bio-Anbau umgestellt haben, war für uns die logische Konsequenz. Wir wollen kein Wachstum um jeden Preis, sondern ein Wirtschaften, das unsere Lebensgrundlage erhält.“

Blühpaten gesucht

Noch im April sät der Landwirtschaftsmeister eine Bio-Blühmischung mit Klatschmohn, Sonnenblume, Kornblume, Inkarnatklee und verschiedenen Kräutern auf der Bienenweide aus. Von Juni bis September wird der Tisch für die Insekten dort reich gedeckt sein. Das Blühpaten-Feld befindet sich am Ortsausgang Richtung Mulfingen, die Sponsoren werden dort und auf der Hoflädle-Website auf Wunsch namentlich genannt. Den finanziellen Aufwand für die Bienenweide tragen die Blühpaten. Auch Unternehmen können sich als Sponsoren beteiligen. Kurzentschlossene, die das Projekt in Ochsental noch unterstützen oder eine Blühpatenschaft an Freunde verschenken möchten, können sich bis Ende April bei Familie Franz melden unter Telefon 07938/72 25, per Mail an info@hoflaedle-ochsental.de oder über http://www.hoflaedle-ochsental.de.

Quelle: Pressemitteilung des Hoflädle Ochsental

Die Bienen sind vom Aussterben bedroht. Foto: unsplash/Aaron Burden




Schwäbisch Hall: Putenmast startet – „Gemeinsame Mittagessen mit den Mitarbeitern gibt es aber nicht mehr“

Bei den vielen Feldarbeiten im Frühjahr ist man in der Fahrerkabine auf dem Schlepper gut vor möglichen Ansteckungen wie beispielsweise dem Corona-Virus geschützt. Gemeinsame Mittagessen mit den Mitarbeitern gibt es aber nicht mehr. So beschreiben Martin und Daniel Maurer aus Erlach bei Schwäbisch Hall ihre Arbeit unter den aktuell erschwerten Bedingungen, welche die verstärkten Hygienvorschriften durch die Infektionswelle mit Covid-19 mit sich bringen. Gerade hat der Kreislauf in der Putenmast vor den Toren von Schwäbisch Hall neu begonnen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems e.V. hervor.

60 Gramm schwer und neugierig wie Kinder – 12.000 neue Putenküken

„Unsere Tiere können bei schönem Wetter bis nach Waldenburg schauen. Sie leben in sogenannten Offenställen und sind ganz neugierig”, führt Landwirt Martin Maurer seinen Bericht über die Eingewöhnung der 12.000 neuen Putenküken in einem seiner Ställe in Erlach weiter. Das sogenannte Einstallen macht die ersten ein bis zwei Wochen viel Arbeit. Die erst einen Tag alten Küken sind von der Brüterei aus im klimatisierten LKW angekommen und werden umsichtig in den auf 35 Grad vorgewärmten Stall gesetzt. Sie sind zu dieser Zeit 60 Gramm schwer und so neugierig wie Kinder. Ihr neues Zuhause für die ersten vier Wochen ist 1.500 Quadratmeter groß und in der Mitte durch ein bewegliches Gitter geteilt. Denn die Putenhennen und Truthähne werden getrennt aufgezogen. Die Hähne kommen dann in einen anderen und größeren Stall. Der ist aber gerade noch belegt.      

“Deshalb ist aktuell unser wichtigster Wunsch, dass alle gesund bleiben”

Von der Brut bis zur Schlachtung ist alles gut geplant. “Deshalb ist aktuell unser wichtigster Wunsch, dass alle gesund bleiben”, sagt Martin Maurer. “Aber wir überlegen schon, wie wir das schaffen”. Die Verladung von 5.000 Putenhähnen zum Beispiel, die normalerweise mit zehn Helfern geschafft wird, findet mit weniger Helfern dafür mit Schutzmasken und ohne anschließendes traditionelles Essen und Beisammensein statt. “Alle 19 Wochen wird neu eingestallt, da muss man sich schon dranhalten.” Die Aufzucht von Puten ist ein Kreislauf, der über mindestens ein Kalenderjahr genau geplant wird. Das System integriert die Brütereien, die Aufzucht mit den Stallkapazitäten genauso wie die der Schlachtereien. Immerhin kommen vom Hof Maurer jeweils 7.000 lebende Hennen und 5.000 Hähne bei letzteren an. Nötige Umbaumaßnahmen wie der Einbau neuer Lüftungs- und Kühlanlagen oder gründliche Desinfektionen werden genau dazwischen gelegt. 

Alle Tiere werden aufgezogen – Mädels wie Jungs

In Süddeutschland ist Hohenlohe traditionell eine Hochburg für Putenmast. Der Ursprung der Ansiedlungen war eine der größten europäischen Schlachtereien in Rot am See, die es seit einigen Jahren nicht mehr gibt. “Unsere Schlachterei befindet sich im nahen Bayern und liefert diese an große Ketten im Lebensmitteleinzelhandel. Schon immer hat sich unsere Branche dazu verpflichtet, alle Tiere aufzuziehen – Mädels und Jungs.“ Die Hennen werden nur halb so schwer wie die Hähne. Sie sind aber nach Meinung der Maurers im Fleisch einfach etwas zarter.    

„Dann geht mein Herz auf und die Welt ist in Ordnung.“

Der Familienbetrieb ist ein wirtschaftlich arbeitendes Unternehmen mit drei Betriebsleitern und Aushilfskräften, wie die Inhaber betonen. Senior Martin Maurer und seine Frau Adelheid leiten die Tierhaltung. Sohn Daniel ist staatlich geprüfter Techniker für Landbau und leitet den Bereich Ackerbau und Biogas, denn beides ergänzt den landwirtschaftlichen Kreislauf des Hofes. Zum einen werden Mais und Weizen für die Fütterung selbst angebaut und zum anderen geht der Putenmist in die eigene Bioganlage. Das dann verbleibende Substrat wird zur Düngung auf den Feldern genutzt. Der produzierte Strom wird in das Stromnetz eingespeist. Die Wärme wird zur Trocknung der eigenen Biomasse und zur Heizung der Ställe und Wohngebäude genutzt. Der Anbau von Rüben lockert die Fruchtfolge zur Verbesserung des Bodens auf. Die Abwechslung machts. „Man sieht den Erfolg bei der Arbeit und wie die Tiere und die Ackerfrüchte wachsen. Dann geht mein Herz auf und die Welt ist in Ordnung – auch jetzt“, erklärt Martin Maurer stellvertretend für seine Familie die Freude an der Arbeit in der regionalen Landwirtschaft. 

 

 Quelle: Pressemitteilung des Bauernverbands Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems e.V.




Hohenlohe sucht Erfrischung – Planschen im Hermuthäuser See

Am letzten Aprilsonntag des Jahres 2020 wagte sich der ein oder andere ins kühle Nass eines Hohenloher Sees. So schwammen Jugendliche am 26. April 2020 im See bei Hermuthausen. Auch am Schleihofer See soll es einige kälteunempfindliche Badegäste gegeben haben. Aber auch Angler trieb es bei strahlendem Sonnenschein an die Ufer der Seen. Bei Untermünkheim waren Kanufahrer unterwegs.

Aber auch viele Radfahrer und Spaziergänger suchten Abwechslung in der Natur.

Diese drei jungen Burschen wagten am Sonntag, den 26. April 2020, den Sprung ins noch kalte Nass des Sees bei Hermuthausen. Die Außentemperaturen waren mit 22 Grad angenehm warm. Auch Angeler waren zugegen und versuchten ihr Glück. Foto: privat




Marienkäfer & M&Ms liegen am Wegesrand – Bezaubernde Mitmach-Aktion in Eberstal

Wer derzeit auf dem Radweg von Dörrenzimmern nach Eberstal unterweg ist, stolpert vielleicht über den ein oder anderen Stein. Ein Stein sieht aus wie ein riesiges gelbes M&M, in das manch ein Kind am liebsten reinbeissen würde. Ein anderer Stein ist wie ein Marienkäfer bemalt. Die Steine liegen aneinandergereiht am Wegesrand am Ortseingang von Eberstal auf der rechten Seite des Radweges, wenn man aus Richtung Dörrenzimmern kommt, auf Höhe einer kleinen Fußgängerbrücke, die über den Sinbelbach führt.

Was verbirgt sich hinter der Aktion?

Die bunt bemalten Steine liegen dort nicht aus purem Zufall. Am Anfag der Steinekette liegt ein in Klarsichtfolie gehülltes Schreiben, das auf den Sinn dieser Aktion hinweist. Das Schreiben beginnt mit einem Zitat von Erich Kästner:

Bunt bemalte Steine reihen sich am Wegesrand wie Perlen an einer Schnur. Fotos: GSCHWÄTZ

Auf Höhe dieser Fußgängerbrücke am Sindelbach liegen die Steine.




Quarantänemaßnahmen in zwei weiteren Pflegeheimen aufgehoben

Das Gesundheitsamt des Hohenlohekreises hat die angeordneten Quarantänemaßnahmen für zwei weitere Pflegeheime im Landkreis wieder aufgehoben, da keine Bewohner und auch keine Mitarbeiter mehr positiv getestet wurden oder Symptome entwickelt haben, die auf eine Erkrankung mit SARS-COV-2 hinweisen. Damit dürfen sich die Bewohner innerhalb des Heimes wieder frei bewegen.

Auch die Mitarbeiter des Heims müssen sich zuhause nicht mehr isolieren. Die für alle Heime grundsätzlich geltenden Besuchsbeschränkungen sowie verschärften Hygienemaßnahmen bleiben bestehen.

Insgesamt stehen im Hohenlohekreis nun noch sechs Pflegeheime unter Quarantäne, weil das Coronavirus entweder bei einem Bewohner oder einem Mitarbeiter nachgewiesen wurde.

Die Nennung der Häuser obliegt den jeweiligen Betreibern.

Quelle: Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises

Symbolfoto Pflege




Gesundheitsamt in der Kritik: Altenheim-Mitarbeiterin erfuhr erst Wochen später, dass sie in Quarantäne hätte müssen – kein Einzelfall – „Anfang letzter Woche ist die Zahl der Erkrankten und dadurch die Anzahl der Kontaktpersonen gestiegen“

Ein Mann, der in einem Unternehmen im Kochertal arbeitet, ist positiv auf Corona getestet worden. Seine Kollegen erhielten daraufhin teilweise erst Wochen später vom Gesundheitsamt einen mit der Post zugestellten Brief, dass sie zu den so genannten Kontaktpersonen 1 gehören und damit ebenfalls in Quarantäne müssen. Als der Brief zugestellt wurde, war die 14-tägige Quarantänezeit aber bereits seit zwei Wochen zu Ende. Ein Einzelfall? Ein weiterer Mann, der als Kontaktperson 1 angeschrieben wurde, erhielt das Schreiben vom Gesundheitsamt ebenfalls zu spät. Die beiden Covid-positiv-Getesteten arbeiten in verschiedenen Firmen im Kochertal.

Eine Frau aus dem Kochertal berichtet GSCHWÄTZ darüber hinaus, dass sie auf Covid getestet worden sei, da sie Symptome hatte und sich auch nicht gut fühlte. Sie blieb daher nach ihrem Coronatest vorsorglich zu Hause. Das positive Ergebnis soll sie ebenfalls erst fast am Ende ihrer 14-tägigen Quarantänezeit erhalten haben. Eine weitere Frau aus dem Jagsttal nahm Anfang März 2020 noch an einem Ausflug mit weiteren Bekannten teil. Einer der Bekannten sei zu dieser Zeit bereits mit Covid infiziert gewesen. Wochen später erhielt die Frau einen Brief des Gesundheitsamtes. Sie wird darauf hingewiesen, dass Sie mit einem Covid-positiv-Gestesten direkten Kontakt hatte und nun in Quarantäne müsse. Doch die angegebenen Quarantänezeit war längst vorbei. Das Prekäre: Die Frau arbeitet in einem Seniorenheim.

Das Landratsamt verweist auf GSCHWÄTZ-Nachfrage darauf, dass der Hohenlohekreis seit Beginn von allen bestätigten Fällen die Kontaktpersonen ermittele. „Denn auch Kontaktpersonen können die Viren weiter in der Bevölkerung verbreiten, weswegen hier eine 14-tägige häusliche Absonderung angeordnet wird“, betont das Landratsamt.

Oft liegt dem Gesundheitsamt nur der Name vor

„Anfang letzter Woche ist die Zahl der Erkrankten und dadurch die Anzahl der Kontaktpersonen gestiegen“, so Teamleiter der Fallermittlung Christian Ott. Die Ermittlung der Kontaktpersonen und als Folge davon dann die Zustellung der Verfügungsmitteilung wird dadurch erschwert, dass von vielen Kontaktpersonen nur der Name vorliegt. Postadresse oder die Telefonnummer müssen erst noch herausgefunden werden. Das Gesundheitsamt ist auf die Mithilfe der Erkrankten angewiesen, die Kooperation läuft sehr gut.
„Zu Beginn konnten wir die Kontaktpersonen auch noch telefonisch benachrichtigen. Das ist auf Grund der Menge aber gerade nicht mehr möglich“, so Anja Blume, Teamleiterin der Fallermittlung. Deswegen erhalten die Kontaktpersonen mittlerweile auf dem Postweg die Information, dass sie mit einem Erkrankten Kontakt hatten und ab wann die häusliche Isolierung für die Betroffenen endet.

Viele brauchen einen Nachweis für den Arbeitgeber

„Wir wissen, dass bei manchen Personen das Enddatum der häuslichen Absonderung bereits vergangen ist. Wir bekommen aber zahlreiche Rückmeldungen aus der Bevölkerung, die einen Nachweis für den Arbeitgeber anfordern.“ Daher werden den Kontaktpersonen auch nachträglich die Verfügungsmitteilungen als Nachweis für die 14-tägige Quarantänezeit ausgestellt. „Bei wem das Datum schon vorüber ist und wer auch den Nachweis nicht braucht – der kann das Dokument einfach ignorieren.“
Personen, die sich ebenfalls als Kontaktpersonen einstufen würden, aber keine Mitteilung bekommen haben, können mit der mit Covid-19 erkrankten Person oder mit dem Gesundheitsamt unter Tel. 07940 18-888 Kontakt aufnehmen, damit auch diesen Fällen
nachgegangen wird.

Viele Vereine, viele Ehrenamtliche, viele Verbreitungswege, manch einer bekomm auch mehrere Quarantänemitteilungen auf einmal

„Wir haben ein gut funktionierendes Vereinsleben und Ehrenamtsleben im Hohenlohekreis“, erklärt Ott den Hintergrund, warum Personen mehrere Mitteilungen erhalten. „Da kommt es immer wieder vor, dass man zu mehreren Erkrankten zu unterschiedlichen Zeitpunkten Kontakt hatte.“ Maßgeblich für die 14-tägige Quarantänezeit ist der letzte Kontakt. Bei mehreren Mitteilungen ist das spätere Datum das Ende der häuslichen Absonderung.

Verwaltungsleiterin Silke Bartholomä hält fest, dass die Bemühungen zur Kontaktpersonenermittlung und Eindämmung von Infektionsketten Wirkung zeigen. „Wir haben inzwischen Fälle, bei denen bestätigt erkrankte Personen keine Kontaktpersonen mehr angeben, weil sie sich bereits selbst als Kontaktpersonen in häuslicher Absonderung befanden.“

Wann ist man eigentlich Kontaktperson?

Wir zititeren an dieser Stelle das Landratsamt: „Kontaktpersonen sind Personen, die mit einem bestätigten Fall von Covid-19 Umgang hatten. Bestand ein enger Kontakt („Face to Face“) von mindestens 15 Minuten z.B. im Rahmen von Gesprächen oder Besprechungen, liegt ein erhöhtes Infektionsrisiko vor. Auch Personen, die mit dem Erkrankten im selben Haushalt leben, haben ein hohes Infektionsrisiko. Hatte jemand diesen engen direkten Kontakt mit einem Erkrankten, wird er als Kontaktperson der Kategorie 1 „K1“ bezeichnet. Derjenige, der mit einer K1-Person in Kontakt war, wird als K2-Person bezeichnet und so weiter. Bei K2 und K3-Personen ist das Infektionsrisiko nicht mehr so hoch. K1-Personen sind nach einer vom Hohenlohekreis erlassenen Allgemeinverfügung verpflichtet, sich 14 Tage lang, gerechnet ab dem letzten Kontakt mit dem Erkrankten, in häusliche Quarantäne zu begeben. Das Gesundheitsamt teilt in einem Schreiben auch das Ende der Quarantänezeit mit.

 Wie erfahre ich, ob ich Kontaktperson bin?

Jeder positiv getestete Patient muss dem Gesundheitsamt eine Liste mit seinen direkten Kontaktpersonen abgeben. Das Gesundheitsamt informiert diese Personen schriftlich darüber, dass sie mit einem Erkrankten Kontakt hatten und sich ab sofort in Quarantäne begeben müssen.

Ich bin Kontaktperson, weiß aber nicht von wem

Dei Bürger erhalten vom Gesundheitsamt eine Mitteilung, dass sie Kontaktperson sind, erfahren aber aus Datenschutzgründen nicht, mit welchem Covid-Erkrankten sie Kontakt hatten. Es wird von den Betroffenen zur Nachvollziehbarkeit neben dem Kontaktdatum auch kurz skizziert, so das Landratsamt, um was für einen Kontakt es sich gehandelt hat (etwa Wohngemeinschaft, Fußballtraining, Arbeitskollege).

Warum muss ich als Kontaktperson überhaupt in häusliche Isolierung? Ich bin doch nicht krank.

In den meisten Fällen weiß man nicht, ob man selbst oder jemand in seinem Umfeld infiziert ist, da jeder unterschiedlich auf das Virus reagiert. Auch die Erkrankung tritt innerhalb verschiedener Zeiträume auf. Die Symptome verlaufen bei jedem anders, das reicht von wenigen bis gar keinen Beschwerden bis hin zu schwerster Symptomatik.

Was muss ich als Kontaktperson besonderes beachten?

Im Haushalt sollte nach Möglichkeit eine zeitliche und räumliche Trennung der Kontaktperson von anderen Haushaltsmitgliedern beachtet werden. Eine „zeitliche Trennung“ kann zum Beispiel dadurch erfolgen, dass die Mahlzeiten nicht gemeinsam, sondern nacheinander eingenommen werden. Eine räumliche Trennung kann etwa dadurch erfolgen, dass sich die Kontaktperson in einem anderen Raum als die anderen Haushaltsmitglieder aufhält. Ebenfalls ist häufiges Händewaschen und die Einhaltung einer Husten- und Niesetikette Pflicht. Alle Kontaktpersonen müssen ebenfalls ein Tagebuch führen, welches sie mit der Mitteilung vom Gesundheitsamt erhalten. Dadurch kann schnell reagiert werden, wenn klassische Covid-19-Syptome auftreten.

Ich bin Kontaktperson und habe eine Mitteilung bekommen, bei welcher das Enddatum aber bereits in der Vergangenheit liegt?

Sofern die Mitteilung nicht mehr als Nachweis, z.B. für den Arbeitgeber, benötigt wird, kann die Mitteilung ignoriert werden.

Ich bin Kontaktperson, habe aber keine Mitteilung bekommen?

Personen, die der Ansicht sind, sie waren mit einem Erkrankten in Kontakt, nehmen bitte Kontakt zum Erkrankten oder dem Gesundheitsamt unter Tel. 07940 18-888 auf.

 




Zwischen dicht gedrängt und aussen vor der Tür wartend – so unterschiedlich gehen Hohenloher Praxen mit Corona um

Unser GSCHWÄTZ-Team konnte in den vergangenen Wochen einen Blick in die Wartezimmer so manch einer Arztpraxis und ins Krankenhaus werfen und stellte dabei fest: Es gibt erhebliche unterschiedliche, welche Maßnahmen ergriffen werden, um Patienten vor einer Ansteckung zu schützen. Wir haben zwei Beispiele von Arztpraxen herausgegriffen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Bei der einen Praxis eines Kinderarztes in Künzelsau werden Termine nicht mehr dicht an dicht gelegt, sondern es werden die Patienten nur noch in einem zeitliche gebührenden Abstand einbestellt. Dadurch warten nicht mehr viele Patienten zur gleichen Zeit. Als wir vor Ort waren, warteten drei Erwachsene mit dem jeweiligen Kind vor der Praxistür, in einem gebührenden Kontaktabstand voneinander. Im Wartezimmer in der Praxis selbst warteten zu diesem Zeitpunkt parallel zwei Erwachsene mit dem jeweiligen Kind in dem Wartezimmer, ebenfalls in gebührendem Kontaktabstand. Die Ärzte und die Mitarbeiter trugen Mund-Nase-Schutzmasken. Die Zeitschriften und die Kinderbücher wurden aus dem Wartezimmer entfernt.

Bei einer anderen Praxis, einer Hausarztpraxis im Hohenlohekreis, die wir an dieser Stelle nicht mit Namen nennen möchten, saßen die Patienten im Wartezimmer dicht gedrängt nebeneinander und mussten teilweise zwei Stunden warten, bis sie an die Reihe kamen.Trotz Atemwegsinfekt gab es keine Coronatestung.

Muss man mit einem Notfall direkt ins Krankenhaus, zeigt sich hier ein vorbildliches Vorgehen im Caritas-Krankenhaus in Bad Mergentheim. Am Notfalleingang sitzt eine Mitarbeiterin hinter einer Glasscheibe, die direkt fragt, ob man Covid-Symptome wie Fieber hat. Dann darf man hier nicht rein. Daneben ein großes Schild, dass dies kein Eingang für Covid-Patienten ist. Des Weiteren darf man nur allein in die Notfallambulanz, bei einem Kind darf eine Begleiterson mit. Man hat die Möglichkeit, nicht im Warteraum zu sitzen, bis man an die Reihe kommt, sondern draussen vor dem Eingang, wo die Rettungsfahrzeuge parken. Dann wird man abgeholt, wenn man dran ist und wird direkt in den jeweiligen Raum, etwa in den OP-Saal, geführt, und behandelt.