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Kontaktabstand? Von wegen!

Am 25. April 2020 haben wir überArztpraxen im Hohenlohekreis berichtet und über die Unterschiede in den Wartezimmern. https://www.gschwaetz.de/2020/04/25/zwischen-dicht-gedraengt-und-aussen-vor-der-tuer-wartend-so-unterschiedlich-gehen-hohenloher-praxen-mit-corona-um/

„Es gibt keinen einheitlichen Hygieneplan“

So waren manche fast gänzlich leer, die Patienten warteten teilweise auf den Fluren in gebührendem Abstand gemäß der Verordnungen im Rahmen der Coronapandemie. In anderen Praxen wiederum warteten die Menschen mehrere Stunden in vollen Wartezimmern. Der Vorstand der Ärzteschaft Künzelsau, Dr. Andreas Kühn, hat GSCHWÄTZ gegenüber erklärt, woher diese Unterschiede kommen:

„Es gibt keinen einheitlichen Hygieneplan, denn jede Praxis ist für ihren eigenen (der ist verpflichtend) Hygieneplan verantwortlich. Das macht Sinn, denn jede Praxis hat unterschiedliche Eingänge, Wartezimmergrössen , Abläufe. Die Kassenärztliche Vereinigung gibt für Baden-Württemberg vor, das ein Plan vorhanden sein muss. Der genaue Inhalt wird vom Praxisinhaber verantwortet. Darüber hinaus gelten nur die Vorschriften des Landes.“ Aktuell müssten hier der Mindestabstand, das Tragen eines Mundschutzes seitens des Personals sowie ein Hygienekonzept eingehalten werden.

In einem Schreiben vom 24. April 2020 weist die kassenärztliche Vereinigung in Baden-Württemberg (kvbw) darauf hin, dass der „Regelbetrieb der Praxen unter Berücksichtigung erforderlicher Hygienestandards ab dem 27. April 2020 wieder aufgenommen werden“ könne, aber nur, wenn die vorgehaltenen Hygienestandards ausreichend seien: „Im Tenor der Verordnung ist der Regelbetrieb ärztlicher und psychotherapeutischer Praxen, das heißt, auch die Versorgung mit elektiven Leistungen, wie Vorsorgen und ambulante Operationen, ist wieder zulässig. Aber nur dann, wenn die erforderlichen Hygienestandards eingehalten werden können.“ Kann dies, etwa wegen fehlender Schutzausrüstung, nicht geleistet werden, habe sich der Praxisbetrieb auf die Interventionen zu beschränken, für die die vorgehaltenen Hygienestandards ausreichend sind und sich darüber hinaus auf unaufschiebbare Kontakte zu begrenzen.

Kassenärztliche Vereinigung betont, dass Hygienstandards auch in Praxen eingehalten werden müssen

„Voraussetzung für die Wiederaufnahme des Regelbetriebes ist damit, und das ist ausdrückliche Maßgabe der Regierung, dass die hygienischen Rahmenbedingungen in den Praxen so ausgestaltet sind, dass sie der besonderen Situation, in der wir uns nach wie vor befinden, gerecht werden.“ Weiter heißt es in dem Schreiben: „Das Ministerium dankt der niedergelassenen Ärzteschaft ausdrücklich für ihr großes Engagement.

Vorstand der Ärzteschaft Künzelsau sieht auch die Möglichkeit baulicher Anpassungen wie Plexiglasscheiben in Supermärkten als Möglichkeit

„Jeder ärztliche Kollege, aber auch jeder andere Beruf mit direktem Kontakt zu Menschen sollte in seinem Arbeitsumfeld dafür sorgen, daß die Regeln bestmöglich eingehalten werden, die uns bisher vor dem Schlimmsten beschützt haben. Dazu gehören sicherlich eine kluge Termin-Einbestellung, um eine Wahrung der Abstände zu ermöglichen, der Mundschutz aller, die konsequente Händehygiene und unter bestimmten Umständen auch bauliche Anpassungen, wie sie die Supermärkte mit ihren Plexiglasscheiben vormachen.“

Empfehlungen der Kkvbw an die Arztpraxen

Um in den Regelbetrieb zurückzukehren, müssen alle erforderlichen hygienischen Maßnahmen zum Schutz Ihrer Patienten, von Ihnen und im Rahmen Ihrer Fürsorgepflicht Ihren Mitarbeitern gegenüber eingehalten werden. Zu den erforderlichen Schutzmaßnahmen zählen insbesondere:

• In Bezug auf Atemwegserkrankungen: symptomatische Patienten sollen sich vor dem
Aufsuchen der Praxis telefonisch anmelden

• Weisen Sie die Patienten bitte darauf hin, dass sie eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen
sollen, wenn sie einen Termin in Ihrer Praxis vereinbaren

• Patienten mit respiratorischen Symptomen sollten organisatorisch (zeitlich und/oder
räumlich) von diesbezüglich symptomfreien Patienten mit anderen Erkrankungen getrennt
werden

• Der Wartebereich muss so gestaltet sein, dass die erforderlichen Abstände eingehalten
werden können

• Alle Patienten werden darauf hingewiesen, vor Betreten der Praxis einen Mundschutz
anzulegen („Community Maske“ oder bevorzugt einen medizinischen Mund-Nasen-
Schutz wenn verfügbar), sofern es der Gesundheitszustand zulässt

• Sofern genügend medizinischer Mund-Nasen-Schutz vorhanden ist, soll der Patient
seine mitgebrachte „Community Maske“ gegen einen solchen eintauschen; auf dicht anliegenden
Sitz ist zu achten

• Bei Tätigkeiten an Patienten ohne COVID-19-Verdacht ist ein medizinischer Mund-Nasen-
Schutz für alle Beteiligten ausreichend

• Bei Tätigkeiten mit der Wahrscheinlichkeit von Speichelkontakt und insbesondere an COVID-
19-verdächtigen Patienten ist persönliche Schutzausrüstung nach Art und Umfang
der Exposition zu wählen

o Tragen einer FFP2-Maske bei < 1,5 Meter Abstand

o Tragen einer FFP2-Maske bei möglicher Freisetzung von Aerosolen (z.B. starkem
Husten des Patienten, orale Inspektion)

o Tragen einer FFP2-Maske, wenn der Patient nicht zeitgleich einen Mund-Nasen-
Schutz trägt

o Tragen einer FFP3-Maske bei sehr hohem Infektionsrisiko durch Aerosole (z.B.
Bronchoskopien

o Tragen eines Schutzkittels bei vorhersehbarem Kontakt der Arbeitskleidung mit
dem Patienten

o Tragen einer Schutzbrille / eines Visieres bei der Gefahr des Verspritzens von
Körperflüssigkeiten

 




GSCHWÄTZ hat Mauldäschle

Es gibt sie in verschiedenen Varianten: FFP3, FFP2,  FFP1, Medizinischer Mund-Nasen-Schutz (MNS), Papiermundschutz, selbst genähter Mundschutz, Gesichtsvesiere und Hauben. Viele greifen derzeit auf den selbst genähten Mundschutz zurück, der von der Wirksamkeit zwar weit schlechter abschneidet als andere Masken, aber durch das inviduelle Erscheinungsbild etwas Farbe ins Spiel bringt.

Wir vom GSCHWÄTZ-Team haben uns für eine besondere Variante entschieden: Wir tragen Mauldäschle. Da wir in Baden-Württemberg beheimatet sind und – wie lautete doch gleich der einstige Werbeslogan der Stuttgarter Landesregierung ? –  alles ausser hochdeutsch können, dachten wir, wir sind das einzige Bundesland in Deutschland, das sich ab sofort seine Leibspeise um den Mund binden kann.

Hintergrund

Seit Montag, den 27. April 2020, gibt es im Zuge der Coronapandemie eine Maskenpflicht in Baden-Württemberg. Jeder muss einen Mund-Nase-Schutz im Einzelhandel und im öffentlichen Nahverkehr tragen.

Mauldäschle fürs GSCHWÄTZ. Dr. Sandra Hartmann trägt schon mal Probe. Foto: GSCHWÄTZ




„Olaf, bitte komm schnell mal. Mir wird ganz schwummrig“

Das Tragen von Masken über Mund und Nase soll helfen, das Coronavirus einzudämmen. Schutzmasken sind seit Montag, den 27. April 2020, in Baden-Württemberg im Einzelhandel sowie im öffentlichen Personennahverkehr Pflicht.

Wir waren heute Vormittag in Pfedelbach unterwegs, eine der so genannten Hot-Spot-Gemeinden der Coronapandemie in Deutschland. Vor einem Supermarkt haben wir Kunden angesprochen, was sie von der Maskenpflicht halten und ob sie sich durch das Tragen einer Schutzmaske beim Einkaufen besser geschützt fühlen.

„Mir wird schwindelig unter der Maske“

Evelyne Mitar aus Pfedelbach empfindet es als sehr unangenehm. „Gerade jetzt, wenn es wieder wärmer wird, bekommt man kaum Luft und mir wird schwindelig unter der Maske.“ Sie hofft daher, dass diese Regelung nicht lang bleibt. Ihr Sicherheitsgefühl habe sich dadurch auch nicht verbessert. Wir haben vor Ort auch gefragt, ob man sich durch Landrat Dr. M. Neth gut durch die Corona-Krise geführt fühle. Evelyne Mitar sagt dazu: „Nein, viele Maßnahmen sind viel zu spät getroffen worden, nicht umsonst waren wir eine der Hot-Spot-Gemeinden“.

Nicht alle Kunde,  die wir angesprochen haben, möchten ihren Namen preisgeben. Zu Kontrovers werden derzeit viele Themen rund um Corona diskutiert.

Besser, wenn man den Mindestabstand einhält

Eine weitere Kundin ist Arzthelferin, sie wohnt in Öhringen.  Sie sagt: „Das Tagen der Schutzmasken bringt null, vor allem da die meisten einen Mundschutz benutzen, der dafür nicht geeignet ist. Besser sei es den Mindestabstand einzuhalten, sich häufig die Hände zu waschen und vor allem nicht ins Gesicht fassen“. Über meine eigene Stoffmaske, die ich bei der Befragung trage, muss sie schmunzeln.

Auf die Frage, ob sie sich durch Landrat Dr. Neth gut durch die Corona-Krise geführt fühle, antwortet sie: „Absolut nicht, mehr möchte ich dazu auch gar nicht sagen“.

Aber es gibt auch andere Einschätzungen. Eine junge Frau, Rana Mohamed Ali aus Öhringen, sagt, dass sie dass Tragen der Schutzmasken gut findet, allerdings kommt diese Entscheidung für sie etwas spät. Sie findet die Arbeit von Kreis und Landrat in der Coronapandemie gut, auch wie immer wieder eingegriffen wurde, um neue Maßnahmen durchzusetzen.

Im Supermarkt selbst tragen alle Kunden wie vorgeschrieben eine Schutzmaske. Nur selten sieht man jedoch medizinische Schutzmasken. Die überwiegende Zahl sind Stoffmasken.Ein älteres Ehepaar steht vor dem Kühlregal, beide mit Stoffschutzmasken versehen, auf einmal ruft die ältere Dame ihrem Mann zu: „Olaf, bitte komm schnell mal. Mir wird ganz schwummrig.“

Die Kassiererin findet die neue Regelung gut. Ihr gibt es ein besseres Gefühl, wenn auch die Kunden eine Schutzmaske tragen. 

Text: Carla Mosel

Evelyne Mitar beim Einkaufen am Montag, den 27. April 2020, mit Schutzmaske in einem Pfedelbacher Supermarkt. Foto: GSCHWÄTZ

 




Reiterstaffel prüft Kontaktabstand in Künzelsau

Am vergangenen Freitag, den 24. April 2020, war die Reiterstaffel aus Mannheim in Künzelsau präsent. Das geht aus einer Meldung der Stadt Künzelsau hervor.

Zwei Polizeireiter führten diese Maßnahme durch, um die Abstandeinhaltung und das Versammlungsverbot im Rahmen der Corona-Verordnung zu prüfen. Die Reiterstaffel war überwiegend im Bereich der Künzelsauer Innenstadt, den Wertwiesen und am Kocherufers unterwegs. „Vor allem die gute Sicht von oben bietet den Reitern den Vorteil, den vorgegebenen Mindestabstand und das Versammlungsverbot zu kontrollieren“, heißt es in der Meldung der Stadt Künzelsau vom 27. April 2020.

Reiterstaffeln werden üblicherweise bei Demonstrationen, Fußballspielen oder Großveranstaltungen eingesetzt.

Wie oft die Bürger in Künzelsau den Abstand nicht eingehalten haben, geht aus der Meldung nicht hervor.

Die Reiterstaffel aus Mannheim unterwegs in Künzelsau. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

Auch in der Innenstadt wurde kontrolliert. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau




Schwäbisch Hall: Sounds of Hall mit Mark Forster verschiebt sich um 1 Jahr

„In diesem Jahr wollten wir mit dem ersten „Sounds of Hall“ große Premiere feiern. Doch nun entfällt die Festivalsaison 2020 und somit auch die Erstausgabe unseres neuen Open Airs“, so die Veranstalter des Sounds of Hall, das in diesem Jahr erstmalig im Juli 2020 in Schwäbisch Hall hätte stattfinden sollen und wegen der Coronakrise nun nicht wie geplant durchgeführt werden kann. Aufgrund „der aktuellen Lage und auch der neuen Verordnung der Landesregierung ist eine Durchführung nicht mehr tragbar – unser aller Gesundheit geht vor“, betonen die Veranstalter in einer aktuellen Pressemitteilung.

Doch aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht immer aufgehoben.

Daher kündigen die Veranstalter einen Ersatztermin an: „Trotz allem möchten wir positiv in die Zukunft schauen und somit unsere Konzerte nicht absagen, sondern lediglich verschieben.“ Der Ersatztermin für Mark Forster ist jetzt gefunden, weitere Informationen zum Termin von Dieter Thomas Kuhn & Band folgen laut den Veranstaltern in Kürze. Der Ersatztermin für das Konzert mit Mark Forster ist am 17. Juli 2021.

Für das Konzert von Dieter Thomas Kuhn & Band, das eigentlich am 10. Juli 2020 hätte stattfinden sollen, wird derzeit noch nach einem geeigneten Ersatztermin gesucht, welcher ebenfalls in Kürze bekanntgegeben wird.

Alle gekauften Tickets behalten für die Nachholtermine ihre Gültigkeit. Ebenso bleiben Einlass und Beginn wie auf der Karte kommuniziert bestehen.

„Wir freuen uns schon jetzt, auf eine unvergessliche erste Ausgabe des Sounds of Hall, tolle Künstler und noch schönere Konzerte, dank längerer Vorfreude“, so die Veranstalter. „An dieser Stelle möchten wir uns auch herzlich für die Geduld, das Verständnis und die zahlreiche Unterstützung unserer Besucher und Partner bedanken.

Alle neuen Termine und weiteren Informationen gibt es ab sofort auch auf der Internetseite http://www.sounds-of-hall.de

Sounds of Hall in Schwäbisch Hall fällt 2020 ins Wasser. Quelle: Plakat Veranstalter




Krautheim / Horrenbach: 26-jähriger Motorradfahrer stürzt Abhang hinunter und verletzt sich schwer

Am Samstagnachmittag, den 25. April 2020, ist ein 26-Jähriger Motorradfahrer auf der Landstraße in Richtung Horrenbach von der Fahrbahn abgekommen und einen Abhang heruntergestürzt. Der junge Mann kam mit seiner BMW aus bislang unbekannter Ursache auf der Strecke zwischen Krautheim und Horrenbach nach rechts von der Fahrbahn ab und stürzte einen etwa vier Meter hohen Hang herunter. Die Feuerwehr musste den Mann aus seiner Lage retten. Durch den Sturz verletzte sich der Motorradfahrer schwer. Er musste zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Am Motorrad entstand Sachschaden in Höhe von zirka 5.000 Euro.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn

 




Hilfe aus Hohenlohe für Kinder in Simbabwe

Auch in Afrika gibt es mittlerweile zahlreiche an Corona erkrankte Menschen. Die dortigen Länder haben mit ähnlichen Maßnahmen, wie wir sie derzeit erleben, reagiert. In Simbabwe sind seit Montag, den 23. März 2020, wie auch hierzulande alle Schulen, Kindergärten und Geschäfte geschlossen. Für Kinder fallen nun die Mahlzeiten, die sie im Kindergarten bekommen haben, weg. Zusätzlich wird es für die meisten Eltern noch schwieriger Geld zu verdienen, da sich viele durch „Buying and Selling“ über Wasser halten.

Damit die Kinder trotz der verschärften Situation weiterhin versorgt werden können, hat der Verein Bongai Shamwari e.V. Essenspakete für sie zusammengestellt. Pro Kind bekommen die Eltern nun alle zwei Wochen ein Paket aus Grundnahrungsmitteln und Seife im Wert von zehn US-Dollar. Darin ist unter anderem Folgendes enthalten: Eier, Soyaflocken, Maismehl, Vollkornweizenmehl, Erdnussbutter, Reis, Milch beziehungsweise selbstgemachter Joghurt oder Kefir, Gemüse aus dem Garten, Öl und Seife.

Quelle: Pressemitteilung des Vereins Bongai Shamwari e.V. unter Gründerin Christa Zeller aus Ingelfingen

 

Pro Kind gibt es Pakete im Wert von zehn Euro. Foto: Bongai Shamwari e.V.

 





Familie Franz möchte rund 5.000qm-Fläche zum Schlaraffenland für Bienen, Hummeln & Schmetterlinge umwandeln

In Ochsental soll es laut einer Pressemitteilung ab Juni summen und brummen. Ein 4.700 Quadratmeter großes Feld wird zum Schlaraffenland für Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten. Dafür sorgt die Landwirtsfamilie Franz vom Hoflädle Ochsental in Mulfingen mit ihrem Blühpaten-Projekt. Kunden des Hofladens fördern die Bienenweide. „Es war uns schon immer ein Anliegen, Qualität statt Masse zu produzieren“, erklärt Simone Franz in der Mitteilung, „deshalb setzen wir uns ein für gute Böden, für Nachhaltigkeit und Artenvielfalt.“ Mit dem Blühpaten-Projekt will Familie Franz die Verbraucher nun mit ins Boot holen, denn viele möchten etwas für die Bienen tun. Insekten sind ein wichtiger Faktor für das Gleichgewicht des Ökosystems. Dass die Bestände von Fluginsekten und Vögeln in den vergangenen 30 Jahren um drei Viertel zurückgegangen sind, macht den Menschen Sorge, denn wir sind darauf angewiesen, dass sie unsere Nutz- und Nahrungspflanzen bestäuben.

„Wir wollen kein Wachstum um jeden Preis.“

Familie Franz züchtet als Mitglied der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall in Ochsental das Schwäbisch-Hällische Landschwein und vermarktet Fleisch und Wurst im eigenen Hofladen. Das Futter für ihre Tiere bauen sie weitestgehend selbst an und achten darauf, die Böden nicht auszulaugen, sondern vital und humusreich zu halten. „Wir denken in Kreisläufen, vom gesunden Boden über gesunde Pflanzen zu hochwertigen Lebensmitteln. Deshalb arbeiten wir schon lange ohne Fungizide auf unseren Feldern“, versichert Rainer Franz. „Dass wir unseren Hof jetzt auf Bio-Anbau umgestellt haben, war für uns die logische Konsequenz. Wir wollen kein Wachstum um jeden Preis, sondern ein Wirtschaften, das unsere Lebensgrundlage erhält.“

Blühpaten gesucht

Noch im April sät der Landwirtschaftsmeister eine Bio-Blühmischung mit Klatschmohn, Sonnenblume, Kornblume, Inkarnatklee und verschiedenen Kräutern auf der Bienenweide aus. Von Juni bis September wird der Tisch für die Insekten dort reich gedeckt sein. Das Blühpaten-Feld befindet sich am Ortsausgang Richtung Mulfingen, die Sponsoren werden dort und auf der Hoflädle-Website auf Wunsch namentlich genannt. Den finanziellen Aufwand für die Bienenweide tragen die Blühpaten. Auch Unternehmen können sich als Sponsoren beteiligen. Kurzentschlossene, die das Projekt in Ochsental noch unterstützen oder eine Blühpatenschaft an Freunde verschenken möchten, können sich bis Ende April bei Familie Franz melden unter Telefon 07938/72 25, per Mail an info@hoflaedle-ochsental.de oder über http://www.hoflaedle-ochsental.de.

Quelle: Pressemitteilung des Hoflädle Ochsental

Die Bienen sind vom Aussterben bedroht. Foto: unsplash/Aaron Burden




Schwäbisch Hall: Putenmast startet – „Gemeinsame Mittagessen mit den Mitarbeitern gibt es aber nicht mehr“

Bei den vielen Feldarbeiten im Frühjahr ist man in der Fahrerkabine auf dem Schlepper gut vor möglichen Ansteckungen wie beispielsweise dem Corona-Virus geschützt. Gemeinsame Mittagessen mit den Mitarbeitern gibt es aber nicht mehr. So beschreiben Martin und Daniel Maurer aus Erlach bei Schwäbisch Hall ihre Arbeit unter den aktuell erschwerten Bedingungen, welche die verstärkten Hygienvorschriften durch die Infektionswelle mit Covid-19 mit sich bringen. Gerade hat der Kreislauf in der Putenmast vor den Toren von Schwäbisch Hall neu begonnen. Das geht aus einer Pressemitteilung des Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems e.V. hervor.

60 Gramm schwer und neugierig wie Kinder – 12.000 neue Putenküken

„Unsere Tiere können bei schönem Wetter bis nach Waldenburg schauen. Sie leben in sogenannten Offenställen und sind ganz neugierig”, führt Landwirt Martin Maurer seinen Bericht über die Eingewöhnung der 12.000 neuen Putenküken in einem seiner Ställe in Erlach weiter. Das sogenannte Einstallen macht die ersten ein bis zwei Wochen viel Arbeit. Die erst einen Tag alten Küken sind von der Brüterei aus im klimatisierten LKW angekommen und werden umsichtig in den auf 35 Grad vorgewärmten Stall gesetzt. Sie sind zu dieser Zeit 60 Gramm schwer und so neugierig wie Kinder. Ihr neues Zuhause für die ersten vier Wochen ist 1.500 Quadratmeter groß und in der Mitte durch ein bewegliches Gitter geteilt. Denn die Putenhennen und Truthähne werden getrennt aufgezogen. Die Hähne kommen dann in einen anderen und größeren Stall. Der ist aber gerade noch belegt.      

“Deshalb ist aktuell unser wichtigster Wunsch, dass alle gesund bleiben”

Von der Brut bis zur Schlachtung ist alles gut geplant. “Deshalb ist aktuell unser wichtigster Wunsch, dass alle gesund bleiben”, sagt Martin Maurer. “Aber wir überlegen schon, wie wir das schaffen”. Die Verladung von 5.000 Putenhähnen zum Beispiel, die normalerweise mit zehn Helfern geschafft wird, findet mit weniger Helfern dafür mit Schutzmasken und ohne anschließendes traditionelles Essen und Beisammensein statt. “Alle 19 Wochen wird neu eingestallt, da muss man sich schon dranhalten.” Die Aufzucht von Puten ist ein Kreislauf, der über mindestens ein Kalenderjahr genau geplant wird. Das System integriert die Brütereien, die Aufzucht mit den Stallkapazitäten genauso wie die der Schlachtereien. Immerhin kommen vom Hof Maurer jeweils 7.000 lebende Hennen und 5.000 Hähne bei letzteren an. Nötige Umbaumaßnahmen wie der Einbau neuer Lüftungs- und Kühlanlagen oder gründliche Desinfektionen werden genau dazwischen gelegt. 

Alle Tiere werden aufgezogen – Mädels wie Jungs

In Süddeutschland ist Hohenlohe traditionell eine Hochburg für Putenmast. Der Ursprung der Ansiedlungen war eine der größten europäischen Schlachtereien in Rot am See, die es seit einigen Jahren nicht mehr gibt. “Unsere Schlachterei befindet sich im nahen Bayern und liefert diese an große Ketten im Lebensmitteleinzelhandel. Schon immer hat sich unsere Branche dazu verpflichtet, alle Tiere aufzuziehen – Mädels und Jungs.“ Die Hennen werden nur halb so schwer wie die Hähne. Sie sind aber nach Meinung der Maurers im Fleisch einfach etwas zarter.    

„Dann geht mein Herz auf und die Welt ist in Ordnung.“

Der Familienbetrieb ist ein wirtschaftlich arbeitendes Unternehmen mit drei Betriebsleitern und Aushilfskräften, wie die Inhaber betonen. Senior Martin Maurer und seine Frau Adelheid leiten die Tierhaltung. Sohn Daniel ist staatlich geprüfter Techniker für Landbau und leitet den Bereich Ackerbau und Biogas, denn beides ergänzt den landwirtschaftlichen Kreislauf des Hofes. Zum einen werden Mais und Weizen für die Fütterung selbst angebaut und zum anderen geht der Putenmist in die eigene Bioganlage. Das dann verbleibende Substrat wird zur Düngung auf den Feldern genutzt. Der produzierte Strom wird in das Stromnetz eingespeist. Die Wärme wird zur Trocknung der eigenen Biomasse und zur Heizung der Ställe und Wohngebäude genutzt. Der Anbau von Rüben lockert die Fruchtfolge zur Verbesserung des Bodens auf. Die Abwechslung machts. „Man sieht den Erfolg bei der Arbeit und wie die Tiere und die Ackerfrüchte wachsen. Dann geht mein Herz auf und die Welt ist in Ordnung – auch jetzt“, erklärt Martin Maurer stellvertretend für seine Familie die Freude an der Arbeit in der regionalen Landwirtschaft. 

 

 Quelle: Pressemitteilung des Bauernverbands Schwäbisch Hall – Hohenlohe – Rems e.V.




Hohenlohe sucht Erfrischung – Planschen im Hermuthäuser See

Am letzten Aprilsonntag des Jahres 2020 wagte sich der ein oder andere ins kühle Nass eines Hohenloher Sees. So schwammen Jugendliche am 26. April 2020 im See bei Hermuthausen. Auch am Schleihofer See soll es einige kälteunempfindliche Badegäste gegeben haben. Aber auch Angler trieb es bei strahlendem Sonnenschein an die Ufer der Seen. Bei Untermünkheim waren Kanufahrer unterwegs.

Aber auch viele Radfahrer und Spaziergänger suchten Abwechslung in der Natur.

Diese drei jungen Burschen wagten am Sonntag, den 26. April 2020, den Sprung ins noch kalte Nass des Sees bei Hermuthausen. Die Außentemperaturen waren mit 22 Grad angenehm warm. Auch Angeler waren zugegen und versuchten ihr Glück. Foto: privat