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Landrat Neth: „Es ist noch keine Zeit für Entwarnung“ – 1.-Mai-Traditionen fallen wegen Corona aus

Landrat Dr. Matthias Neth appelliert in einer Pressemitteilung des Landratsamtes Hohenlohekreis an die Bevölkerung, sich an das Kontaktverbot zu halten und dies in diesem Jahr zu unterlassen. „Auch wenn Läden wieder geöffnet haben und wenn es in anderen Bereichen zu Lockerungen gekommen ist, ist es weiterhin sehr wichtig auf Kontakte zu verzichten. Deshalb bitte ich alle, meiden Sie Menschenansammlungen, halten Sie Abstand und bleiben Sie am besten zuhause“, so der Hohenloher Landrat laut der Mitteilung. „Es ist erfreulich, dass die Anzahl der Neuinfektionen gesunken ist, aber es ist noch keine Zeit für eine Entwarnung. Ein einfacher Mundschutz kann das Abstandhalten nicht ersetzen, deshalb ist die Einhaltung des Abstandes nach wie vor unerlässlich“, so Neth weiter.

Nur Familien oder maximal zwei Personen dürfen gemeinsam on Tour

Auch im Hohenlohekreis sind in vielen Ortschaften der „Tanz in den Mai“ mit einem Maibaumfest und bunt geschmücktem Maibaum feste Tradition, um den Anbruch der warmen Jahreszeit zu feiern. Am 01. Mai selbst ist man mit Freunden und der Familie in der Natur unterwegs und verbringt gemeinsame Zeit. Dieses Jahr werden die Brauchtümer von der Corona-Pandemie beeinflusst – das Kontaktverbot gilt auch für das 1. Mai-Wochenende. Das heißt, nur Familienmitglieder eines gemeinsamen Hausstandes, ansonsten maximal zwei Personen, dürfen zusammen etwas unternehmen.

Bürgerhotline im Gesundheitsamt am 2. Mai geöffnet

Die Hotline des Regierungspräsidiums Stuttgart/Landesgesundheitsamt ist unter Telefon 0711/904 39555 von Montag bis Sonntag zwischen 9 und 18 Uhr erreichbar. Die Bürgerhotline des Gesundheitsamtes Hohenlohekreis unter der Telefon 07940/18 888 ist am Freitag, den 01. Mai 2020, nicht besetzt. Am Samstag, den 02. Mai 2020, ist dagegen das Bürger-Info-Telefon wie gewohnt von 10 bis 14 Uhr erreichbar. Fragen zur Wirtschaft kann man direkt unter Telefon 07940/18 351 und Fragen zur Landwirtschaft unter Telefon 07940/18 616 stellen.

Quelle: Landratsamt Hohenlohekreis




„Meinem Chef ist es völlig wurscht, ob ich eine homeschooling-Schule betreibe“ – Fünf Mamis berichten über ihren Arbeits- und Lernalltag zu Hause

Tanja ist Sozialarbeiterin, doch derzeit kommt sie sich manchmal vor, wie wenn sie selbst soziale Betreuung bräuchte. Die zweifache Mutter betreut nun schon seit über einem Monat ihre beiden Kinder zu Hause und versucht nebenher von zu Hause aus, so gut es geht, ihre Arbeit zu machen. Während sie mit dem Jugendamt von zu Hause aus Telefonate über soziale Härtefälle führt, arbeitet sie auch selbst am Limit: „“Home office mit Kindern ist wie Zähne putzen mit Nutella“, resümiert sie.

Beschäftigungstherapie für Mamis

Julia ist zwar nicht berufstätig, aber die gelernte Buchhalterin und Mutter von drei Kindern ist ebenfalls am Ende ihrer Kräfte. Vor kurzem hat sie ihrem Mann nachts um 01.30 Uhr eine Sprachnachricht über WhatsApp hinterlassen. Ein Satz daraus lautete: „Ich bin durch. Jetzt bist du dran.“ Zuvor saß die gelernte Buchhalterin über fünf Stunden am Korrigieren der Arbeitsblätter ihrer Kinder. „Ich will es halt gut und ordentlich machen, damit meine Kinder jetzt den Anschluss nicht verpassen.“ Was die 39-Jährige nicht versteht: Warum konzentriert man sich nicht auf das Wesentliche beim homeschooling? Mathe, Deutsch, Englisch. Stattdessen erhalten ihre Grundschulkinder Aufgaben in Kunst, Musik und Religion. Unter anderem haben sie zu Hause nun Blumen in Kunst gebastelt und in youtube Videos über Moses angeschaut. Das Problem: Eigentlich ist ihr Familientablet zeitbeschränkt, so dass die Kinder nur maximal eine halbe Stunde pro Tag damit spielen und im Internet surfen dürfen. Auch bei youtube können sie eigentlich nur youtube-kids-Videos wegen der Kindersicherung anschauen. Die vorgegebenen Videos von der Schule werden aber dadurch oft gar nicht abgespielt. Auch die Zeit, um die Aufgaben zu bewältigen, schaffen die Kinder nicht in 30 Minuten. Daher wurde das Tablett nun komplett entsperrt und alle Zugänge offen gelegt – genau das Gegenteil, was jahrelang von Bildungsministerien gepredigt wurde. „Eigentlich sitzt das Kind jetzt mehr vor dem Tablet als jemals zuvor“, sagt  Julia. Und wäre froh, wenn sie noch irgendwann am Tag Zeit finden würde, um mit ihren Kindern draussen zu spielen.

Musik: Wieviel Schläge hat nochmal eine Viertelnote?

Stattdessen sitzt sie mit ihrem Ältesten vor einem Bild eines Pharaos, das er hat malen müssen, um darunter mit Backpapier den Namen ihres Junged in Hieroglyphen durchzupausen – eine schulische Aufgabenstellung, die mehr zur Beschäftigungstherapie für die Mütter neigt als zu allem anderen, wie sie es selbst formuliert. Oder sie muss ihrem Sonn in Musik erklären, wieviel Schläge eine Viertelnote hat. Dazu kommen Sachkunde- und Buchpräsentationen, die vorbereitet werden sollen.

„Eigentlich sitzt das Kind jetzt mehr vor dem Tablet als jemals zuvor“

Jasmin, 36, arbeitet eigentlich Vollzeit. Das tut sie immernoch – nur von zu Hause, während sie ihre zehnjährige Tochter bei den Aufgaben der fünften Klasse in einem Gymnasium betreut. „Meinem Chef ist es völlig wurscht, ob ich nebenbei eine homeschooling-Schule betreibe, solange ich meinen 40-Stunden-Job erledige.“ Auch sie findet: „Können wir uns nicht einfach auf die Kernfächer konzentrieren?“ Stattdessen gelte es beispielsweise, das Alte und Neue Testament zu memorieren. Ihr Kind habe derzeit rund zehn Fächer abzuarbeiten, dazu gibt es jeweils eine digitale Gruppe. „Wenn man sein Handy anmacht, erwarten einen manchmal über 100 Nachrichten.“ Kürzlich habe sie die erste Videokonferenz verpasst, weil diese in irgendeinem der unzähligen Chatverläufe angekündigt gewesen sei.

„Wir haben gar keinen Internetanschluss“

„Wir haben gar keinen Internetanschluss“, berichtet Simone. Es gäbe zwar Internet, nur eben nicht für alle. Sie teile sich daher den Anschluss mit den Nachbarn. So reiche der Zugang genau zu Simones Schreibtisch. Der älteste Sohn könne dann arbeiten, die anderen aber hätten das Nachsehen. schließlich könne man nicht für jedes Kind einen separaten digitalen Arbeitsplatz zur Verfügung stellen – geschweige denn, dass die Internetleitung ohnehin sehr schwach sei. Um von der Schule vorgegebene Youtube-Videos anzuschauen, gehe sie mit ihrer Tochter vor die Haustüre, weil da die Videos besser liefen. Manche Eltern setzten sich für Videokonferenzen an ihrer Schule ein, aber der schulleiter habe abgelehnt und auf die Bildungsgerechtigkeit hingewiesen. Sprich: Solange nicht jeder gleichermaßen digital versorgt sei, wären Videokonferenzen und dergleichen schlicht ungerecht denjenigen gegenüber, die das Angebot nicht nutzen könnten. Wie gut die Aufgaben zu Hause erledigt werden, sei bei ihnen zu Hause stark altersabhängig, berichtet die dreifache Mutter. Während der älteste Sohn mit seinen 15 Jahren durch Videokonferenzen sehr gut und selbstständig alles erledige, müsse sie bei dem mittleren (12) alles nochmal kontrollieren, „sonst wird die Hälfte vergessen“. Sonja arbeitet Teilzeit in einem Büro. „Wenn ich arbeite, mich ich nacharbeiten, wenn ich nach Hause komme.“ Das heißt: Sie prüft alles nach und kontrolliert, was und wie die Kinder die Aufgaben bewältigt haben -auch wenn ihr Mann zu Hause ist. Denn die Männer fänden sich oft noch schlechter im homeschooling-Dschungel zurecht, weil auch bei den normalen Hausaufgaben vor Corona oft die Mamis die Ansprechpartner und Begleiter gewesen seien.

„Mama, wie soll ich das schaffen?“

Zu Beginn der Homeschooling-Zeit habe der Mathelehrer ihres Sohnes gesagt, dass es nach den Osterferien nahtlos mit dem Unterricht weitergehen werde, als er den Aufgabenstapel verteilt habe. Daraufhin habe ihr Junge geweint und gefragt: „Mama, wie soll ichd das schaffen?“

Teilweise fünf Tage, bis Lehrer antworten

Die ungenügende Technik ist ein weiteres Problem. Während Sonja nicht immer auf den Schulserver zugreifen kann, weil er manchmal wegen Überlastung streikt, bekam Corinna bis vor kurzem noch von den einzelnen Gymnasiallehrern ihres Sohnes separate E-Mails für jedes Fach ihres Sohnes, mittlerweile wurde ein Online-Portal eingerichtet. In der Grundschule muss die berufstätige Mutter die Aufgabenblätter wiederum direkt in der Schule abholen – für ihr mittleres Kind. Einmal wöchentlich haben die Mamis am Gymnasium die Gelegenheit, mit den Lehrern zu chatten, also zu schreiben, Videokonferenzen gäbe es nicht, berichtet sie. An der Grundschule sei ihnen gesagt worden, sie können sich jederzeit bei Fragen melden, aber Corinna wartet, wenn sie mal eine Frage habe, teilweise fünf Tage, bis eine Antwort komme. Zum Teil bekomme sie nur einen Link als Antwort nach dem Motto: „Hier, könnt ihr nachlesen.“

Symbolfoto homeschooling meets home office. Quelle: adobe stock

 

 

 

 




Krautheim: Junge Tänzer gesucht

Aufgrund des Corona-Virus ist das Schnuppertraining der FG Lemia Krautheim zwar ausgefallen, aber dennoch sucht der Fastnachtsverein junge Tänzer. Für drei- bis achtjährige Tanzfans gibt es die Gruppe Schautanz, für Sechs- bis Zehnjährige den Gardetanz, ebenso für zehn- bis 14-jährige Kinder und Jugendliche. Ab 15 Jahre können Jugendliche am Garde- und Schautanz teilnehmen.

Weitere Infos gibts unter Telefon 06294/43 92 29 oder auf der Homepage http://www.fg-lemia-krautheim.de

 

 




Kontaktabstand? Von wegen!

Am 25. April 2020 haben wir überArztpraxen im Hohenlohekreis berichtet und über die Unterschiede in den Wartezimmern. https://www.gschwaetz.de/2020/04/25/zwischen-dicht-gedraengt-und-aussen-vor-der-tuer-wartend-so-unterschiedlich-gehen-hohenloher-praxen-mit-corona-um/

„Es gibt keinen einheitlichen Hygieneplan“

So waren manche fast gänzlich leer, die Patienten warteten teilweise auf den Fluren in gebührendem Abstand gemäß der Verordnungen im Rahmen der Coronapandemie. In anderen Praxen wiederum warteten die Menschen mehrere Stunden in vollen Wartezimmern. Der Vorstand der Ärzteschaft Künzelsau, Dr. Andreas Kühn, hat GSCHWÄTZ gegenüber erklärt, woher diese Unterschiede kommen:

„Es gibt keinen einheitlichen Hygieneplan, denn jede Praxis ist für ihren eigenen (der ist verpflichtend) Hygieneplan verantwortlich. Das macht Sinn, denn jede Praxis hat unterschiedliche Eingänge, Wartezimmergrössen , Abläufe. Die Kassenärztliche Vereinigung gibt für Baden-Württemberg vor, das ein Plan vorhanden sein muss. Der genaue Inhalt wird vom Praxisinhaber verantwortet. Darüber hinaus gelten nur die Vorschriften des Landes.“ Aktuell müssten hier der Mindestabstand, das Tragen eines Mundschutzes seitens des Personals sowie ein Hygienekonzept eingehalten werden.

In einem Schreiben vom 24. April 2020 weist die kassenärztliche Vereinigung in Baden-Württemberg (kvbw) darauf hin, dass der „Regelbetrieb der Praxen unter Berücksichtigung erforderlicher Hygienestandards ab dem 27. April 2020 wieder aufgenommen werden“ könne, aber nur, wenn die vorgehaltenen Hygienestandards ausreichend seien: „Im Tenor der Verordnung ist der Regelbetrieb ärztlicher und psychotherapeutischer Praxen, das heißt, auch die Versorgung mit elektiven Leistungen, wie Vorsorgen und ambulante Operationen, ist wieder zulässig. Aber nur dann, wenn die erforderlichen Hygienestandards eingehalten werden können.“ Kann dies, etwa wegen fehlender Schutzausrüstung, nicht geleistet werden, habe sich der Praxisbetrieb auf die Interventionen zu beschränken, für die die vorgehaltenen Hygienestandards ausreichend sind und sich darüber hinaus auf unaufschiebbare Kontakte zu begrenzen.

Kassenärztliche Vereinigung betont, dass Hygienstandards auch in Praxen eingehalten werden müssen

„Voraussetzung für die Wiederaufnahme des Regelbetriebes ist damit, und das ist ausdrückliche Maßgabe der Regierung, dass die hygienischen Rahmenbedingungen in den Praxen so ausgestaltet sind, dass sie der besonderen Situation, in der wir uns nach wie vor befinden, gerecht werden.“ Weiter heißt es in dem Schreiben: „Das Ministerium dankt der niedergelassenen Ärzteschaft ausdrücklich für ihr großes Engagement.

Vorstand der Ärzteschaft Künzelsau sieht auch die Möglichkeit baulicher Anpassungen wie Plexiglasscheiben in Supermärkten als Möglichkeit

„Jeder ärztliche Kollege, aber auch jeder andere Beruf mit direktem Kontakt zu Menschen sollte in seinem Arbeitsumfeld dafür sorgen, daß die Regeln bestmöglich eingehalten werden, die uns bisher vor dem Schlimmsten beschützt haben. Dazu gehören sicherlich eine kluge Termin-Einbestellung, um eine Wahrung der Abstände zu ermöglichen, der Mundschutz aller, die konsequente Händehygiene und unter bestimmten Umständen auch bauliche Anpassungen, wie sie die Supermärkte mit ihren Plexiglasscheiben vormachen.“

Empfehlungen der Kkvbw an die Arztpraxen

Um in den Regelbetrieb zurückzukehren, müssen alle erforderlichen hygienischen Maßnahmen zum Schutz Ihrer Patienten, von Ihnen und im Rahmen Ihrer Fürsorgepflicht Ihren Mitarbeitern gegenüber eingehalten werden. Zu den erforderlichen Schutzmaßnahmen zählen insbesondere:

• In Bezug auf Atemwegserkrankungen: symptomatische Patienten sollen sich vor dem
Aufsuchen der Praxis telefonisch anmelden

• Weisen Sie die Patienten bitte darauf hin, dass sie eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen
sollen, wenn sie einen Termin in Ihrer Praxis vereinbaren

• Patienten mit respiratorischen Symptomen sollten organisatorisch (zeitlich und/oder
räumlich) von diesbezüglich symptomfreien Patienten mit anderen Erkrankungen getrennt
werden

• Der Wartebereich muss so gestaltet sein, dass die erforderlichen Abstände eingehalten
werden können

• Alle Patienten werden darauf hingewiesen, vor Betreten der Praxis einen Mundschutz
anzulegen („Community Maske“ oder bevorzugt einen medizinischen Mund-Nasen-
Schutz wenn verfügbar), sofern es der Gesundheitszustand zulässt

• Sofern genügend medizinischer Mund-Nasen-Schutz vorhanden ist, soll der Patient
seine mitgebrachte „Community Maske“ gegen einen solchen eintauschen; auf dicht anliegenden
Sitz ist zu achten

• Bei Tätigkeiten an Patienten ohne COVID-19-Verdacht ist ein medizinischer Mund-Nasen-
Schutz für alle Beteiligten ausreichend

• Bei Tätigkeiten mit der Wahrscheinlichkeit von Speichelkontakt und insbesondere an COVID-
19-verdächtigen Patienten ist persönliche Schutzausrüstung nach Art und Umfang
der Exposition zu wählen

o Tragen einer FFP2-Maske bei < 1,5 Meter Abstand

o Tragen einer FFP2-Maske bei möglicher Freisetzung von Aerosolen (z.B. starkem
Husten des Patienten, orale Inspektion)

o Tragen einer FFP2-Maske, wenn der Patient nicht zeitgleich einen Mund-Nasen-
Schutz trägt

o Tragen einer FFP3-Maske bei sehr hohem Infektionsrisiko durch Aerosole (z.B.
Bronchoskopien

o Tragen eines Schutzkittels bei vorhersehbarem Kontakt der Arbeitskleidung mit
dem Patienten

o Tragen einer Schutzbrille / eines Visieres bei der Gefahr des Verspritzens von
Körperflüssigkeiten

 




GSCHWÄTZ hat Mauldäschle

Es gibt sie in verschiedenen Varianten: FFP3, FFP2,  FFP1, Medizinischer Mund-Nasen-Schutz (MNS), Papiermundschutz, selbst genähter Mundschutz, Gesichtsvesiere und Hauben. Viele greifen derzeit auf den selbst genähten Mundschutz zurück, der von der Wirksamkeit zwar weit schlechter abschneidet als andere Masken, aber durch das inviduelle Erscheinungsbild etwas Farbe ins Spiel bringt.

Wir vom GSCHWÄTZ-Team haben uns für eine besondere Variante entschieden: Wir tragen Mauldäschle. Da wir in Baden-Württemberg beheimatet sind und – wie lautete doch gleich der einstige Werbeslogan der Stuttgarter Landesregierung ? –  alles ausser hochdeutsch können, dachten wir, wir sind das einzige Bundesland in Deutschland, das sich ab sofort seine Leibspeise um den Mund binden kann.

Hintergrund

Seit Montag, den 27. April 2020, gibt es im Zuge der Coronapandemie eine Maskenpflicht in Baden-Württemberg. Jeder muss einen Mund-Nase-Schutz im Einzelhandel und im öffentlichen Nahverkehr tragen.

Mauldäschle fürs GSCHWÄTZ. Dr. Sandra Hartmann trägt schon mal Probe. Foto: GSCHWÄTZ




„Olaf, bitte komm schnell mal. Mir wird ganz schwummrig“

Das Tragen von Masken über Mund und Nase soll helfen, das Coronavirus einzudämmen. Schutzmasken sind seit Montag, den 27. April 2020, in Baden-Württemberg im Einzelhandel sowie im öffentlichen Personennahverkehr Pflicht.

Wir waren heute Vormittag in Pfedelbach unterwegs, eine der so genannten Hot-Spot-Gemeinden der Coronapandemie in Deutschland. Vor einem Supermarkt haben wir Kunden angesprochen, was sie von der Maskenpflicht halten und ob sie sich durch das Tragen einer Schutzmaske beim Einkaufen besser geschützt fühlen.

„Mir wird schwindelig unter der Maske“

Evelyne Mitar aus Pfedelbach empfindet es als sehr unangenehm. „Gerade jetzt, wenn es wieder wärmer wird, bekommt man kaum Luft und mir wird schwindelig unter der Maske.“ Sie hofft daher, dass diese Regelung nicht lang bleibt. Ihr Sicherheitsgefühl habe sich dadurch auch nicht verbessert. Wir haben vor Ort auch gefragt, ob man sich durch Landrat Dr. M. Neth gut durch die Corona-Krise geführt fühle. Evelyne Mitar sagt dazu: „Nein, viele Maßnahmen sind viel zu spät getroffen worden, nicht umsonst waren wir eine der Hot-Spot-Gemeinden“.

Nicht alle Kunde,  die wir angesprochen haben, möchten ihren Namen preisgeben. Zu Kontrovers werden derzeit viele Themen rund um Corona diskutiert.

Besser, wenn man den Mindestabstand einhält

Eine weitere Kundin ist Arzthelferin, sie wohnt in Öhringen.  Sie sagt: „Das Tagen der Schutzmasken bringt null, vor allem da die meisten einen Mundschutz benutzen, der dafür nicht geeignet ist. Besser sei es den Mindestabstand einzuhalten, sich häufig die Hände zu waschen und vor allem nicht ins Gesicht fassen“. Über meine eigene Stoffmaske, die ich bei der Befragung trage, muss sie schmunzeln.

Auf die Frage, ob sie sich durch Landrat Dr. Neth gut durch die Corona-Krise geführt fühle, antwortet sie: „Absolut nicht, mehr möchte ich dazu auch gar nicht sagen“.

Aber es gibt auch andere Einschätzungen. Eine junge Frau, Rana Mohamed Ali aus Öhringen, sagt, dass sie dass Tragen der Schutzmasken gut findet, allerdings kommt diese Entscheidung für sie etwas spät. Sie findet die Arbeit von Kreis und Landrat in der Coronapandemie gut, auch wie immer wieder eingegriffen wurde, um neue Maßnahmen durchzusetzen.

Im Supermarkt selbst tragen alle Kunden wie vorgeschrieben eine Schutzmaske. Nur selten sieht man jedoch medizinische Schutzmasken. Die überwiegende Zahl sind Stoffmasken.Ein älteres Ehepaar steht vor dem Kühlregal, beide mit Stoffschutzmasken versehen, auf einmal ruft die ältere Dame ihrem Mann zu: „Olaf, bitte komm schnell mal. Mir wird ganz schwummrig.“

Die Kassiererin findet die neue Regelung gut. Ihr gibt es ein besseres Gefühl, wenn auch die Kunden eine Schutzmaske tragen. 

Text: Carla Mosel

Evelyne Mitar beim Einkaufen am Montag, den 27. April 2020, mit Schutzmaske in einem Pfedelbacher Supermarkt. Foto: GSCHWÄTZ

 




Reiterstaffel prüft Kontaktabstand in Künzelsau

Am vergangenen Freitag, den 24. April 2020, war die Reiterstaffel aus Mannheim in Künzelsau präsent. Das geht aus einer Meldung der Stadt Künzelsau hervor.

Zwei Polizeireiter führten diese Maßnahme durch, um die Abstandeinhaltung und das Versammlungsverbot im Rahmen der Corona-Verordnung zu prüfen. Die Reiterstaffel war überwiegend im Bereich der Künzelsauer Innenstadt, den Wertwiesen und am Kocherufers unterwegs. „Vor allem die gute Sicht von oben bietet den Reitern den Vorteil, den vorgegebenen Mindestabstand und das Versammlungsverbot zu kontrollieren“, heißt es in der Meldung der Stadt Künzelsau vom 27. April 2020.

Reiterstaffeln werden üblicherweise bei Demonstrationen, Fußballspielen oder Großveranstaltungen eingesetzt.

Wie oft die Bürger in Künzelsau den Abstand nicht eingehalten haben, geht aus der Meldung nicht hervor.

Die Reiterstaffel aus Mannheim unterwegs in Künzelsau. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau

Auch in der Innenstadt wurde kontrolliert. Foto: Stadtverwaltung Künzelsau




Schwäbisch Hall: Sounds of Hall mit Mark Forster verschiebt sich um 1 Jahr

„In diesem Jahr wollten wir mit dem ersten „Sounds of Hall“ große Premiere feiern. Doch nun entfällt die Festivalsaison 2020 und somit auch die Erstausgabe unseres neuen Open Airs“, so die Veranstalter des Sounds of Hall, das in diesem Jahr erstmalig im Juli 2020 in Schwäbisch Hall hätte stattfinden sollen und wegen der Coronakrise nun nicht wie geplant durchgeführt werden kann. Aufgrund „der aktuellen Lage und auch der neuen Verordnung der Landesregierung ist eine Durchführung nicht mehr tragbar – unser aller Gesundheit geht vor“, betonen die Veranstalter in einer aktuellen Pressemitteilung.

Doch aufgeschoben ist ja bekanntlich nicht immer aufgehoben.

Daher kündigen die Veranstalter einen Ersatztermin an: „Trotz allem möchten wir positiv in die Zukunft schauen und somit unsere Konzerte nicht absagen, sondern lediglich verschieben.“ Der Ersatztermin für Mark Forster ist jetzt gefunden, weitere Informationen zum Termin von Dieter Thomas Kuhn & Band folgen laut den Veranstaltern in Kürze. Der Ersatztermin für das Konzert mit Mark Forster ist am 17. Juli 2021.

Für das Konzert von Dieter Thomas Kuhn & Band, das eigentlich am 10. Juli 2020 hätte stattfinden sollen, wird derzeit noch nach einem geeigneten Ersatztermin gesucht, welcher ebenfalls in Kürze bekanntgegeben wird.

Alle gekauften Tickets behalten für die Nachholtermine ihre Gültigkeit. Ebenso bleiben Einlass und Beginn wie auf der Karte kommuniziert bestehen.

„Wir freuen uns schon jetzt, auf eine unvergessliche erste Ausgabe des Sounds of Hall, tolle Künstler und noch schönere Konzerte, dank längerer Vorfreude“, so die Veranstalter. „An dieser Stelle möchten wir uns auch herzlich für die Geduld, das Verständnis und die zahlreiche Unterstützung unserer Besucher und Partner bedanken.

Alle neuen Termine und weiteren Informationen gibt es ab sofort auch auf der Internetseite http://www.sounds-of-hall.de

Sounds of Hall in Schwäbisch Hall fällt 2020 ins Wasser. Quelle: Plakat Veranstalter




Krautheim / Horrenbach: 26-jähriger Motorradfahrer stürzt Abhang hinunter und verletzt sich schwer

Am Samstagnachmittag, den 25. April 2020, ist ein 26-Jähriger Motorradfahrer auf der Landstraße in Richtung Horrenbach von der Fahrbahn abgekommen und einen Abhang heruntergestürzt. Der junge Mann kam mit seiner BMW aus bislang unbekannter Ursache auf der Strecke zwischen Krautheim und Horrenbach nach rechts von der Fahrbahn ab und stürzte einen etwa vier Meter hohen Hang herunter. Die Feuerwehr musste den Mann aus seiner Lage retten. Durch den Sturz verletzte sich der Motorradfahrer schwer. Er musste zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Am Motorrad entstand Sachschaden in Höhe von zirka 5.000 Euro.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn

 




Hilfe aus Hohenlohe für Kinder in Simbabwe

Auch in Afrika gibt es mittlerweile zahlreiche an Corona erkrankte Menschen. Die dortigen Länder haben mit ähnlichen Maßnahmen, wie wir sie derzeit erleben, reagiert. In Simbabwe sind seit Montag, den 23. März 2020, wie auch hierzulande alle Schulen, Kindergärten und Geschäfte geschlossen. Für Kinder fallen nun die Mahlzeiten, die sie im Kindergarten bekommen haben, weg. Zusätzlich wird es für die meisten Eltern noch schwieriger Geld zu verdienen, da sich viele durch „Buying and Selling“ über Wasser halten.

Damit die Kinder trotz der verschärften Situation weiterhin versorgt werden können, hat der Verein Bongai Shamwari e.V. Essenspakete für sie zusammengestellt. Pro Kind bekommen die Eltern nun alle zwei Wochen ein Paket aus Grundnahrungsmitteln und Seife im Wert von zehn US-Dollar. Darin ist unter anderem Folgendes enthalten: Eier, Soyaflocken, Maismehl, Vollkornweizenmehl, Erdnussbutter, Reis, Milch beziehungsweise selbstgemachter Joghurt oder Kefir, Gemüse aus dem Garten, Öl und Seife.

Quelle: Pressemitteilung des Vereins Bongai Shamwari e.V. unter Gründerin Christa Zeller aus Ingelfingen

 

Pro Kind gibt es Pakete im Wert von zehn Euro. Foto: Bongai Shamwari e.V.