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Öhringens Bürgermeister Thilo Michler: „Persönlicher Kontakt ist durch nichts zu ersetzen“

Ab Montag, den 04. Mai 2020, startet auch im Öhringer Rathaus der Kundenverkehr wieder schrittweise und im Rahmen der gültigen Abstands- und Hygieneregeln. Laut einer Pressemitteilung ist in der ersten Woche die telefonische Vereinbarung eines Termins unter der zentralen Telefonnummer 07941/68 0 erforderlich. Dringende Anträge und Verfahren werden vorgezogen, bei denen Bürger persönlich unterzeichnen oder Fingerabdrücke abgeben müssen.

„Persönlicher Kontakt ist durch nichts zu ersetzen.“

„Service und Bürgernähe sind uns im Rathaus sehr wichtig. Die Verwaltung war in den letzten Wochen der Rathausschließung bereits mit Einzelterminen, telefonischer Beratung und digitalen Lösungen für viele Anliegen der Bürger erreichbar. Der Betrieb lief in den Ämtern weiter. Nichtsdestotrotz ist der persönliche Kontakt weiterhin durch nichts zu ersetzen. Ich bin mir sicher, dass unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln, wir im guten Gespräch alle Anfragen bearbeiten werden können.“, erläutert Oberbürgermeister Thilo Michler in der Mitteilung.

Offen an zwei Tagen

In der Woche vom Montag, den 11. Mai, bis Freitag, den 15. Mai 2020, ist das Rathaus dienstags und donnerstags für den allgemeinen Publikumsverkehr geöffnet. An den anderen drei Tagen – also Montag, Mittwoch und Freitag – sind nur Termine mit telefonischer Vereinbarung möglich. Ab Montag, den 18. Mai 2020, ist das Rathaus wieder zu den bekannten Öffnungszeiten weitgehend im Normalbetrieb geöffnet.

Abstands- und Hygieneregeln

Innerhalb des Rathauses muss ein Nasen-Mund-Schutz getragen werden. Auch in allen anderen städtischen Gebäuden besteht Maskenpflicht. Sofern Besucher weder eigene Maske, Schal oder Halstuch dabei haben, wird ihnen eine Einmalmaske von der Verwaltung zur Verfügung gestellt. Desweiteren müssen die Abstandsvorschriften eingehalten werden, es sollen keine Warteschlangen entstehen. Im Gebäude selbst stehen Desinfektionsmittel im Eingangsbereich, Einwohnermeldeamt, Treppenhaus und Prinzenbau bereit. Die Türgriffe werden zudem überall täglich feucht gereinigt. In Büros mit viel Publikumsverkehr und räumlicher Enge werden zudem Plexiglasscheiben zur Trennung angebracht. Behördengänge oder Fragen sollten zunächst per E-Mail oder Telefon abgeklärt werden. Nur wenn ein persönlicher Besuch unumgänglich ist, sollte das Öhringer Rathaus in der aktuellen Corona-Situation aufgesucht werden.

Öffnungszeiten im Rathaus

Vom 11. bis 15. Mai: dienstags von 9 bis 12 und von 14 bis 16 Uhr. Donnerstags von 9 bis 12 Uhr und von 14 bis 17.30 Uhr.

Ab dem 18. Mai: Einwohnermeldeamt und Passamt montags und mittwochs von 7.30 bis 13 Uhr, dienstags von 14 bis 16 Uhr, donnerstags von 7.30 bis 18 Uhr sowie freitags von 7.30 bis 12.15 Uhr.

Zentrale und Fundbüro können montags bis mittwochs von 7.30 bis 16 Uhr, donnerstags von 7.30 bis 18 Uhr und freitags von 7.30 bis 12.15 Uhr aufgesucht werden.

Die übrigen Ämter der Verwaltung haben montags, mittwochs und freitags von 8.30 bis 12.15 Uhr, dienstags von 14 bis 16 Uhr, donnerstags von 8.30 bis 12.15 Uhr und 14 bis 18 Uhr geöffnet.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Öhringen




Quellen berichten von enormer Kostensteigerung

Seit gut sechs Monaten laufen die archäologischen Ausgrabungen auf dem Gelände neben dem Öhringer Krankenhaus. Gesucht und gegraben wird nach möglichen Überresten eines früheren Römerkastells. Geleitet werden die Ausgrabungen vom Landesamt für Denkmalpflege.

Römerkastell unter dem Gelände des geplanten Krankenhauses in Öhringen

Die Grabungen werden in zwei Abschnitten durchgeführt. Im ersten Abschnitt wurde auf der Fläche des Hubschrauberlandeplatzes des Öhringer Krankenhauses gegraben. Im zweiten Abschnitt fokussieren sich die Ausgrabungen auf dem Gelände der ehemaligen Behördengebäude der Hindenburgstrasse.

Grund für die Ausgrabungen ist der geplante Krankenhaus-Neubau, der auf der Fläche entstehen soll wo einst Landwirtschaftsamt und Veterinäramt standen. Diese wurden letztes Jahr für dieses Vorhaben abgerissen.

Doch wie hoch sind eigentlich die Kosten für diese Ausgrabungen?

Eine interne Quelle aus dem Hohenloher Krankenhaus hat berichtet, dass zunächst 200.000 Euro für die Grabungen vorgesehen waren. Stand April 2020 würden sich die Kosten aber bereits auf 800.000 Euro belaufen, so unsere Quelle.

Höhe der Kosten und Kostenträger für archäologische Grabung unklar

Wir haben bei beim Mehrheitseigner der Hohenloher Krankenhauses gGmbH, der BBT-Gruppe, nachgefragt, wie hoch die Kosten bis dato sind und wer diese Kosten trägt,

Von der BBT-Gruppe haben wir zu diesen Fragen folgende, schriftliche Rückmeldung erhalten: „Die archäologischen Ausgrabungen werden in den nächsten Wochen abgeschlossen. In Absprache mit dem Landesdenkmalamt werden wir die Ergebnisse dann gerne vorstellen. Die von uns geplante öffentliche Begehung des Grabungsfeldes kann leider aufgrund der Corona-Pandemie nicht stattfinden“. 

Unklar bleibt, ob der Hohenlohekreis als Minderheitsanteilseigner für die Kosten aufkommt oder die BBT-Gruppe. Auch auf unsere Frage, welche Kosten bis dato durch die Grabungen entstanden sind, hat sich die BBT-Gruppe nicht geäussert. Aber vielleicht erfolgt dies im Rahmen der Vorstellung der Ergebnisse.

Text: Carla Mosel 

Derzeitige Grabungen neben dem Öhringer Krankenhaus. Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ




Kauf von Restmüllsäcken und Big Bags wieder möglich

Laut einer Pressemitteilung konnte die Abfallwirtschaft Hohenlohekreis mit mehr als 11.000 Usern der Abfall-App auch in Zeiten von Corona die Bürger schnell und unkompliziert informieren. Über die richtige Müllentsorgung in coronainfizierten Haushalten oder zur Verschiebung der Problemstoffsammlung im Frühjahr wurden die Nutzer bequem per News direkt auf ihrem Endgerät informiert. Aufgrund der nutzerfreundlichen Bedienung erfreut sich die Abfall-App immer größerer Beliebtheit, was sich in den steigenden Userzahlen spiegelt.

Telefonische Voranmeldung ist nötig

Für Anliegen, die nicht telefonisch erledigt werden können, öffnet die Abfallwirtschaft in Künzelsau nun eingeschränkt die Verwaltung. Dazu zählen zum Beispiel der Kauf von Restmüllsäcken und Big Bags. Ab Montag, den 04. Mai 2020 stehen für diese Anliegen die Mitarbeiter der Bürgertheke wieder persönlich zur Verfügung. Eine telefonische Voranmeldung ist in jedem Fall dringend notwendig. „Wir dürfen nur unter strengen Auflagen öffnen, deshalb überprüfen Sie unbedingt, ob das Anliegen nicht telefonisch geklärt werden kann“, bittet Silvia Fritsch, Betriebsleiterin der Abfallwirtschaft, in der Mitteilung.

Immer nur ein Besucher

Um die Hygiene- und Sicherheitsvorschriften zu gewährleisten, darf sich immer nur ein Besucher im Gebäude der Abfallwirtschaft aufhalten. Die Bürger werden nach telefonischer Voranmeldung deshalb gebeten, an der Eingangstüre der Abfallwirtschaft zu klingeln. Es wird geöffnet, sobald die Sicherheitsvorschriften es erlauben. Auch hier gilt eine Maskenpflicht. Nur Bürger mit Mund-Nasen-Bedeckungen dürfen das Gebäude betreten. Die Abfallwirtschaft trifft diese Maßnahmen, um sowohl Bürger als auch Mitarbeiter zu schützen und die Verbreitung des Corona-Virus weiter einzudämmen.

Aktuelles in der Abfall-App

Alle aktuellen Informationen und Hinweise werden täglich in die Abfall-App eingepflegt. Sie steht in den gängigen App-Stores unter dem Namen „Abfallinfo HOK“ kostenlos zum Download zur Verfügung. Gerne berät das Team der Service-Hotline unter Telefon 07940/18 555.

Öffnungszeiten

Die Abfallwirtschaft in Künzelsau hat ab 04. Mai für Besucher mit Voranmeldung montags und mittwochs von 9 bis 13 Uhr, dienstags von 9 bis 16 Uhr, donnerstags von 9 bis 17.30 Uhr sowie freitags von 9 bis 12 Uhr geöffnet.

Quelle: Pressemitteilung der Abfallwirtschaft Hohenlohekreis




Weißbach: Frau bei Unfall leicht verletzt

Eine Frau wurde bei einem Unfall am Donnerstagvormittag, den 30. April 2020, bei Weißbach leicht verletzt. Das geht aus einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn hervor. Ein 27-Jähriger war gegen 11 Uhr aus Fahrtrichtung Niedernhall in Richtung Weißbach mit einem Sattelschlepper unterwegs. Zwei Fahrzeuge vor ihm fuhr ein Sprinter, der auf Höhe der Einmündung Schlößle, Zeugenaussagen zufolge, plötzlich bremste, blinkte und im selben Moment nach links abbog. Durch das abrupte Bremsen des Sprinterfahrers mussten die beiden nachfolgenden PKW-Fahrerinnen scharf abbremsen. Der Lenker des dahinter fahrenden Sattelschleppers konnte sein Gefährt jedoch nicht schnell genug abbremsen, so dass dieses mit dem davor noch rollenden PKW kollidierte. Die 51-Jähriger konnte einen weiteren Aufprall mit dem vor ihr fahrenden PKW durch ein Ausweichmanöver verhindern. Die Frau wurde leicht verletzt ins Krankenhaus gebracht. Der Sachschaden ist noch unbekannt. Hinweise auf den Sprinter, der abbog, werden beim Polizeirevier Künzelsau unter der Telefonnummer 07940/9400 entgegen genommen.




Tödliches Virus

Im Hohenlohekreis gab es laut der Homepage des Landratsamtes Hohenlohekreis am Dienstag, den 28. April 2020, 742 bestätigte Corona-Fälle, davon sind offiziell 37 Menschen verstorben (abgerufen am 30. April 2020, 12 Uhr). Wenn man die Verstorbenen auf die Infiziertenzahl umrechnet, stirbt etwa jeder 20.. Infizierte am dem Virus, wenn man von den offiziellen Zahlen ausgeht. Aber natürlich darf man dabei nicht außer Acht lassen, dass es vermutlich eine hohe Dunkelziffer an Coronainfizierten gibt, die in keiner offiziellen Statistik auftauchen.

In Baden-Württemberg waren am Donnerstag, den 29. April 2020, Stand 16 Uhr, insgesamt offiziell 31.589 Menschen an Covid-19 erkrankt (+273). Davon sind offiziell 1.354 (+54) verstorben. (Quelle: Sozialministerium Baden-Württemberg, Stand 30. April 2020, 12 Uhr). Das bedeutet anhand der offiziellen Zahlen, dass etwa jeder 30. stirbt.

In ganz Deutschland wurden am gleichen Tag um 32 Uhr 161.539 Corona-Fälle gezählt. Davon sind 6.467 (+147) verstorben und 123.500 (+9.358) genesen. (Quelle: John Hopkins University). Hier wäre es anhand der offiziellen Zahlen jeder 25. Fall, der tödlich verläuft.

Corona-Landkarte des Hohenlohekreises, erstellt vom Landratsamt:

 




Mäusdorf / Kocherstetten: Straßensperrung wegen Baumfällarbeiten

Am Montag und Dienstag, den 04. und 05. Mai 2020 wird der Gemeindeverbindungsweg zwischen Mäusdorf und Kocherstetten aufgrund von Baumfällarbeiten zur Herstellung der Verkehrssicherheit gesperrt.

Das geht aus einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung Künzelsau hervor.




Krankenhaus Künzelsau: Physiotherapie Thera Fit muss 2023 aus Räumen raus

Das Krankenhaus Künzelsau hat eine lange Geschichte. Sie beginnt 1899. Die damalige Amtsverwaltung beschließt einen Neubau für ein Bezirkskrankenhaus. Nach vielen Diskussionen entschied man sich für den Standort Künzelsau. Bereits 1900, nur wenige Monate nach dem Beschluss, beginnen die Bauarbeiten. Im Oktober 1901 dann die feierliche Übergabe, die damaligen Baukosten betrugen 68.500 DM. Im Jahr 1961 beschloss der Kreistag einen Neubau mit 160 Betten, der dass ehemalige Gebäude von 1901 ablösen sollte. Der Standort Künzelsau blieb.

2012 gab es noch 1,9 Millionen Euro für das Krankenhaus Künzelsau

Sieben Jahre später konnte der Neubau 1968 bezogen werden. In den folgenden Jahrzehnten wurden immer wieder Erweiterungen und Sanierungen vorgenommen, um dass Krankenhaus auf aktuellen Stand zu halten. Neben der Sanierung aller Patientenzimmer und Nasszellen war die Aufstockung der psychiatrischen Tagesklinik im Jahr 2012 sicher eines der umfangreichsten Projekte. Immerhin musste ein ganz neues Stockwerk entstehen.

Das Klinikum am Weissenhof verlagerte dadurch 18 Behandlungsplätze nach Künzelsau.Die Aufstockung  der psychiatrischen Tagesklinik 2012 hat das Hohenloher Krankenhaus 1,9 Millionen Euro gekostet. In der Ausgabe 3-2011 der Xundheit, eine Zeitschrift der Hohenloher Krankenhäuser an die Bevölkerung, heißt es: „Die HK vermietet die Räumlichkeiten langfristig der Klinik am Weissenhof.“

Im April 2012 hat die psychiatrische Tagesklinik und die psychiatrische Institutsambulanz im dritten Obergeschoss ihren Betrieb aufgenommen. Die Langfristigkeit könnte allerdings schon bald enden.

Nach mehr als 100 Jahren kam im November 2019 das Aus für den Klinikstandort Künzelsau. Das Gebäude steht weiterhin, wird jedoch nicht mehr als Krankenhaus genutzt. Die psychiatrische Tagesklinik ist nicht die einzige Abteilung, die Räumlichkeiten im ehemaligen Krankenhausgebäude gemietet hat. Im Erdgeschoss des ehemaligen Krankenhausgebäudes befindet sich die Praxis für Physiotherapie „Thera Fit“ von Edwin Syskowski.

Mietvertrag endet in drei Jahren – BBT-Gruppe hat einer Verlängerung nicht zugestimmt

Im September 2006 hat er die Räumlichkeiten bezogen und sich mit dieser Praxis selbstständig gemacht. In den vergangenen Jahren hat er nicht nur die Patienten im Krankenhaus behandelt, sondern ist Anlaufstelle für alle Patienten, die Krankengymnastik benötigen oder die modernen Fitnessgeräte der Praxis nutzen möchten. Im Oktober 2023 endet allerdings der Mietvertrag der Praxis „Thera Fit“ mit der BBT-Gruppe. Einer Verlängerung des Mietvertrages hat die BBT-Gruppe laut Syskowski nicht zugestimmt. Mehrfache Anfragen von Herrn Syskowski, ob man seiner Praxis andere Räumlichkeiten zur Verfügung stellen kann, seien erfolglos gewesen.

Im Erdgeschoss befindet sich auch die Fußpflegepraxis von Antje Hebler, die ebenfalls ihre Räumlichkeiten bei der BBT-Gruppe angemietet hat.

In der Kreistagssitzung am 04. November 2019 in Zweiflingen betonte Bürgermeister Stefan Neumann noch, dass im entstehenden Gesundheitszentrum alle bestehenden Angebote am Standort Künzelsau gehalten und nach Möglichkeit ausgebaut werden sollen https://kuenzelsau.de/,Lde/gesundheitszentrum+kuenzelsau Aus diesem Grund wanden sich Bürgermeister S. Neumann und Mitglieder des Gemeinderates mit einem offenen Brief am 10 Oktober 2019 an Landrat Dr. M. Neth, um dass versprochene Gesundheitszentrum für Künzelsau voranzutreiben. https://www.gschwaetz.de/2019/10/11/wo-bleibt-das-versprochene-gesundheitszentrum-offener-brief-von-kuenzelsaus-buergermeister-und-gemeinderat-an-landrat-neth/

In der Vorlage der BBT-Gruppe „Gesundheitszentrum Künzelsau“, die am 04. November 2019 in Zweiflingen vorgestellt wurde, ist die Physiotherapie ebenfalls noch mit aufgeführt.

https://kuenzelsau.de/,Lde/gesundheitszentrum+kuenzelsau

Nun , rund ein halbes Jahr später, muss sich Edwin Syskowski nach anderen Räumlichkeiten für seine Praxis umschauen. Davon sind nicht nur seine Patienten betroffen, sondern auch seine 14 Mitarbeitern die in der Praxis „Thera Fit“ arbeiten.

Text: Carla Mosel

Die Praxisräume befinden sich rechts neben dem Haupteingang. Foto: GSCHWÄTZ

 

 




„Ich will diesen Laden da hinten nicht schließen“

Am 29. April 2020 verkündete die Bundesregierung die Verlängerung der weltweiten Reisewarnung bis Mitte Juni 2020. Am selben Tag, an dem die Reisebranche in ganz Deutschland an über 40 Orten für eine staatliche Unterstützung für die Branche demonstrierte:

Erheblicher Aufwand mit der Rückabwicklung 

Joachim und Peggy Schmidt vom TUI-Reisecenter haben die Demonstration in Künzelsau organisiert. Zirka 25 Demonstranten aus der weiteren Region und etwa 25 Passanten hatten sich in der Kreisstadt eingefunden. Peggy Schmidt fordert eine Unterstützung der Branche von staatlicher Seite: „Wir sind die ersten, die betroffen waren und wir werden auch die letzten sein, die wieder aus der Krise kommen“, erklärt sie. Die Reisebüros hätten besonders zu leiden, da sie im Moment keinerlei Einnahmen erzielen können, aber mit der Rückabwicklung der Reisen einen erheblichen Aufwand hätten. Auch die bereits erhaltenen Provisionen müssten bei Stornierung an die Unternehmen rückerstattet werden. Außer Joachim und Peggy Schmidt arbeiten im TUI-Reisecenter eine Mitarbeiterin und eine Auszubildende. In Deutschland arbeiten etwa 80.000 bis 100.000 Menschen in Reisbüros, in der gesamten Reisebranche gibt es nach Angaben des Deutschen Reiseverbandes etwa 2.9 Millionen Arbeitsplätze.

„Wir haben umsonst gearbeitet“

Eine leidenschaftliche Wortmeldung kommt von Sylvia Kusch, die ein Reisebüro in Vaihingen/Enz leitet: „Wir haben umsonst gearbeitet: Beratungen, Umbuchen, Rücktritte. Wir beraten unentgeltlich. Wir wollen, dass unsere Arbeit honoriert wird.“ Zum erstenmal sei man in der Situation, Unterstützung zu fordern. Sie schließt mit „Wir sind da! Wir sind für unsere Kunden da.“

„TUI war telefonisch nicht zu erreichen“

Joachim Schmidt schickt seiner Rede voraus: „Das ist Jammern auf hohem Niveau. Wenn ich mir Italien und Spanien anschauen mit wochenlangen Ausgangssperren – wir können hier demonstrieren.“ Er betont, dass die Branche zum ersten Mal in dieser Geschlossenheit demonstriert: Reisebüros, Busunternehmer, kleine Veranstalter, Hoteliers. Durch die Verlängerung der Reisewarnung bis zum 14.Juni und die damit verbundenen Stornierungen der Reisen seitens der Veranstalter wird er auch in der nächsten Zukunft mit Rückabwicklungen zu tun haben. Die Unterstützung der großen Veranstalter sei mangelhaft: „TUI hat die Reißleine gezogen, war telefonisch nicht zu erreichen. Wir hatten Tausende von Fragen – die Fragen unserer Kunden.“

„Auch einige Reiseleiter waren nicht mehr auffindbar.“

Er erzählt von Kunden, die im Urlaubsland festhingen und beim Reiseveranstalter niemand erreichten und sich an ihn gewendet haben: „Auch einige Reiseleiter waren nicht mehr auffindbar. Da passieren Dinge, die es noch nie gegeben hat.“  

Die Bundesregierung stellte Soforthilfe für kleinere Unternehmen zur Verfügung. „Für Reisebüros ist das ein Tropfen auf den heißen Stein“, sagt Schmidt, denn „Im Gegensatz zu Produktionsbetrieben, die wen sie arbeiten ihre Produkte bezahlt bekommen, ist ein Ende unserer Situation nicht absehbar.“

Rettungsschirm als schnelle Lösung

Er erwartet eine schnelle Lösung in Form eines Rettungsschirms für die Unternehmen, aber auch eine Absicherung der Kundengelder. Mit Verweis auf die Unterstützung der Großunternehmen und die Kaufprämie für Neuwagen, wie sie die Automobilverbände fordern, meint er: „Hätte ich auch gerne, 1.000 Euro für jeden Kunden, der eine Reise bei mir bucht.“

Mit der Politik ist Joachim Schmidt in Kontakt. Er berichtet von einer Telefonkonferenz mit Christian von Stetten, in der von Stetten geäußert habe, dass die Politik ein Zeichen setzen wolle, daß „die Regierung uns nicht vergessen hat“. Er verliest ein aktuelles Schreiben von Stettens, indem dieser mitteilt, dass er gerne auf der Veranstaltung gesprochen hätte, jedoch momentan in Berlin mehr für das Anliegen tun könne und viel Erfolg wünscht.

8 Jahre sei sein Geschäft jetzt in der Keltergasse, schließt Jürgen Schmidt: „Ich will diesen Laden da hinten nicht schließen.“

E-mail von Christian von Stetten wird verlesen 

Aus Heilbronn ist Juliane Pietsch vom dortigen TUI-Reisecenter gekommen und betont den deutschlandweiten Zusammenhalt innerhalb der Branche: „In schweren Zeiten halten wir alle zusammen“.

„Den hab ich gefragt, ob er noch ganz dicht ist“

Kerstin Hase vom Reisebüro Skyline aus Leingarten hat sich das Jahr ihres 30-jährigen Jubiläums auch anders vorgestellt: „Wir sind durch viele Krisen gegangen, aber so etwas hatten wir noch nicht.“ Ihr Mann Jochen berichtet von einem Freund, der ernsthaft gefragt habe, ob sie negative Auswirkungen spüren würden. „Den hab ich gefragt, ob er noch ganz dicht ist.“ Auch bei ihm seien die Kunden wegen Rückzahlungen vorstellig. Internationale Unternehmen ließen sich damit ungeachtet der deutschen Rechtslage 3 bis 6 Monate Zeit. Er erwartet massive Auswirkungen auf das Reiseangebot der Zukunft: „Die Verhandlungen werden sich ändern. Da sind ja Dinge auf dem Markt …“

Busunternehmer Gerhard Metzger spricht von einem faktischen Berufsverbot 

Busunternehmer Gerhard Metzger spricht von einem faktischen „Berufsverbot, denn Reisebusse dürfen gar nicht fahren“. Er hat immerhin noch laufende Einnahmen durch den Linienverkehr, der aber wegen der Schulschließung auch auf den Ferienfahrplan heruntergefahren wurde. Trotzdem sei auch bei ihm die gesamte Planung umsonst gewesen. Seine hochmodernen Reisebusse, teils erst ein Jahr alt, stehen herum. „Die Finanzierung läuft weiter.“

Marco Stahl vom Künzelsauer Spezialanbieter „1001 Reise“ ist froh, „endlich mal wieder rauszukommen, sich mit Kollegen austauschen zu können und zu wissen, dass wir nicht alleine sind.“

Die Einhaltung der angeordneten Gesundheitsvorschriften, Abstand und Maskenpflicht, wurde von dem Landratsamt und der Polizei überwacht.

Text: Matthias Lauterer

Juliane Pietsch aus Heilbronn hat einen gelben Virus mitgebracht. Foto: GSCHWÄTZ

Sylvia Kusch aus Vaihingen/Enz: „Wir haben umsonst gearbeitet“. Foto: GSCHWÄTZ

Sandra Bintzik-Vollmann aus Schwäbisch-Hall ist Reisebüro. Foto: GSCHWÄTZ

Peggy Schmidt bei den letzten Vorbereitungen. Foto: GSCHWÄTZ

Demonstrieren unter Corona-Auflagen – Abstand und Mundschutz. Foto: GSCHWÄTZ

Kerstin und Jochen Hase aus Leingarten unter dem Rettungsschirm. Foto: GSCHWÄTZ

Die Polizei überwacht den Kontaktabstand. Foto: GSCHWÄTZ

Jürgen Schmidt – Trübe Aussichten vor sonnigem Hintergrund. Foto: GSCHWÄTZ

Herrenlose Koffer? Foto: GSCHWÄTZ

Gerhard Metzger, Busunternehmer aus Künzelsau, spricht von faktischem Berufsverbot. Foto: GSCHWÄTZ

PLakat

Rettet die Reisebüros – Demonstrationsplakat. Foto: GSCHWÄTZ

Demonstrieren mit Mundschutz und Abstand. Foto: GSCHWÄTZ




Künzelsau: Zulassungsstelle öffnet wieder regulär – Kreisverwaltung rechnet mit großem Andrang

Laut einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises öffnen die Zulassungsstelle, die Führerscheinstelle, die Ausländerbehörde und Asylbewerberleistung sowie die Einbürgerungsbehörde ab Montag, den 04. Mai 2020, wieder zu den regulären Öffnungszeiten für den Publikumsverkehr. Die Schalterarbeitsplätze wurden mit einem Spuckschutz ausgestattet. Sowohl Mitarbeiter als auch Bürger müssen eine Maske tragen.

Insbesondere bei der Zulassungsstelle rechnet die Kreisverwaltung mit einem größeren Andrang. Im Wartebereich im Foyer des Landratsamtes dürfen sich maximal 15 Personen aufhalten. Daher kann es passieren, dass Bürger auch außerhalb des Landratsamtes warten müssen. Ein Sicherheitsdienst ist vor Ort und regelt den Einlass sowie das Einhalten der Abstandsvorschriften. Personen, die eine Terminreservierung haben, sollten die Reservierung beim Einlass vorzeigen. „Um lange Wartezeiten zu vermeiden, wird die Bevölkerung gebeten, nur bei wirklich dringenden Zulassungen die Behörde aufzusuchen. Es besteht auch die Möglichkeit der Online-Zulassung, die bisher kaum genutzt wird. Auch Online-Terminreservierungen sind weiterhin erwünscht“, erklärt der Leiter der Zulassungsstelle, Karlheinz Haaf, in der Mitteilung.

Die übrigen Bereiche sowie die Außenstellen des Landratsamtes bleiben weiterhin für den Publikumsverkehr geschlossen. Kundenkontakte sind in diesen Ämtern nur nach vorheriger Terminvereinbarung möglich. Auch hier gilt eine Maskenpflicht. Nur Bürger mit Mund-Nasen-Bedeckungen dürfen das Gebäude betreten.

Quelle: Landratsamt Hohenlohekreis




Öhringen: Bienenzuchtverein sucht Paten für Blühwiese

Nicht nur Öhringen soll weiterblühen, sondern ganz Hohenlohe soll sich auch im Bereich des Natur- und Umweltschutzes weiterhin positiv entwickeln. Daher legen laut einer Pressemitteilung der Öhringer Bienenzuchtverein und der Hohenloher Landwirt Thomas Karle auf einer Fläche von 1,5 Hektar am Ortseingang von Großhirschbach eine Blühwiese zum Schutz der Insekten und der Artenvielfalt an.

Dabei können sich Blühpaten aktiv einbringen und für die Dauer von zwei Jahren eine Blühpatenschaft erwerben. Mit einem Beitrag von 2,50 Euro pro Monat (60 Euro für zwei Jahre) können einzelne Personen, Familien oder Unternehmen jeweils eine Fläche von rund 240 Quadratmetern zum Blühen bringen. Kleine Schilder weisen darauf hin, wer die jeweilige Blühfläche ermöglicht hat. Jeder Pate trägt dazu bei, die Hohenloher Natur farbenfroher und abwechslungsreicher zu gestalten und einer Vielzahl von Tieren und Pflanzen den Lebensraum zu erhalten.

Thomas Karle legt die Blühwiese an und betreut sie. Die Blühpaten werden von ihm und dem Bienenzuchtverein Öhringen regelmäßig über die Entwicklung der Blühwiese informiert. Imker stellen Bienenvölker am Rande der Wiese auf und überreichen jedem Blühpaten pro Jahr ein 500 Gramm-Glas leckeren Blühwiesen-Honig als Dankeschön für das Engagement. Wer zusätzlich noch selbst mit anpacken möchte, kann für zehn Euro Aufpreis auf seiner Blühpatenfläche einen Randstreifen von rund 25 Quadratmetern selbst bewirtschaften, um eigene Kräuter, Blumen oder Gemüse anzubauen.

„Gerne unterstützen wir die Initiative des Öhringer Bienenzuchtvereins bei der Bewerbung der Blühpaten, denn gerade in der aktuellen Corona-Zeit ist ein solches Zukunftsprojekt ein ganz wichtiges und positives Signal“, freut sich Öhringens Oberbürgermeister Thilo Michler in der Mitteilung. Ansprechpartnerin für das Projekt ist Susanne Schweizer vom Bienenzuchtverein Hohenlohe-Öhringen. Sie ist per E-Mail susanne@schweizer-cappel.de oder unter Telefon 0176/210 68 366 zu erreichen. Weitere Informationen gibt es unter  http://www.imker-oehringen.de. Bewerbungen für Patenschaften sind bei Susanne Schweizer bis Freitag, den 15. Mai 2020, möglich, da nach diesem Datum die Einsaat erfolgen sollte.

Quelle: Pressemitteilung der Stadtverwaltung Öhringen und des Bienenzuchtvereins Hohenlohe-Öhringen