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Hohenlohekreis: Bislang 40 offizielle Todesfälle

Betrachtet man die aktuelle Coronakarte des Hohenlohekreises https://www.corona-im-hok.de/images/grafiken-fallzahlen/2020-05-08_Indexf%C3%A4lle_Gemeinden.jpg

vom 08. Mai 2020 fällt einem vor alle eines auf: die seit Wochen sich kaum verändernden Fallzahlen. Die Gesamtzahl der offiziell an Corona Infizierten im Hohenlohekreis beläuft sich laut dem Regierungspräsidium Stuttgart auf 757 Fälle https://sozialministerium.baden-wuerttemberg.de/de/gesundheit-pflege/gesundheitsschutz/infektionsschutz-hygiene/informationen-zu-coronavirus/lage-in-baden-wuerttemberg/

In Baden-Württemberg gibt es aktuell offiziell 33.252 Infizierte und 1.542 Todesfälle. Im Hohenlohekreis sind bislang nach offiziellen Angaben 40 Menschen an dem Virus gestorben (Stand: 09. Mai 2020).

In die offizielle Coronastatistik werden die Coronainfizierten aufgenommen, die mittels Teststäbchen getestet worden sind. Klinische Diagnosen von Ärzten fließen nicht mit in die Statistik ein. Begründet wird das mit den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts (wir berichteten). An der Drive-In-Abstrichstelle in Belzhag wurden bislang potenzielle Infizierte mittels Teststäbchen getestet. Ab Ende dieser Woche soll die zentrale Abstrichstelle in Belzhag laut einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises nun erstmal ruhen. Die Abstriche sollen dann in den Arztpraxen direkt durchgeführt werden.

Wie die Abstriche von potenziell Coronainfizierten gemacht werden, ohne dabei andere Patienten anzustecken, ist noch nicht bekannt.

Coronakarte des Regierungspräsidiums Stuttgart. Stand: 09. Mai 2020:

Offizielle Corona Zahlen im Hohenlohekreis vom 08. Mai 2020. Screenshot der Homepage des Landratsamtes des Hohenlohekreises.




Polizeistaffel im Einsatz

Die Suche nach einer 81-jährigen Frau endete am späten Samstagabend, den 09. Mai 2020, mit dem gesunden Auffinden der Seniorin. Nachdem diese von einem Spaziergang am Nachmittag am Ortsrand von Möckmühl nicht mehr nach Hause zurückgekehrt war, verständigte der Ehemann die Polizei. Mit einem Großaufgebot begann dann gegen19 Uhr die Suche.

Neben den Streifen und einem Hubschrauber der Polizei waren die Rettungshundestaffel Heilbronn sowie die örtliche Freiwillige Feuerwehr an der Suche beteiligt. Parallel wurde von der Polizei auch ein Aufruf in den sozialen Medien veranlasst. Hier gingen dann mehrere Hinweise von Personen ein, die die Frau im Laufe des Nachmittags im Bereich Möckmühl gesehen hatten.

Letztendlich konnte die Frau gegen 23.12 Uhr in einem Waldgebiet in der Nähe der Tennisanlagen Möckmühl von den Kräften der Feuerwehr wohlbehalten gefunden und wieder zu ihrer Familie gebracht werden.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Was war am Donnerstag nur los?

Mit über 1,4 Promille war am Donnerstagabend, den 07. Mai 2020, ein Autofahrer in Niedernhall unterwegs. Der 52-jährige Mann wurde gegen 23.50 Uhr von einer Streife mit seinem Skoda in der Salzstraße angehalten und kontrolliert. Dort schlug den Beamten gleich Atemalkohol entgegen. Ein Alkoholtest bei dem Mann zeigte über 1,4 Promille an, was natürlich zur Folge hatte, dass die Fahrt an Ort und Stelle beendet war. Der Mann musste die Beamten zur Blutentnahme in das nächste Krankenhaus begleiten. Sein Führerschein wurde beschlagnahmt. Auf den 52-Jährigen kommt jetzt eine Anzeige zu.

Kupferzell: Unfall unter Alkoholisierung

Zu einem Unfall wurde die Polizei ebenfalls am Donnerstagaben, den 07. Mai 2020,  in Kupferzell gerufen. Der Fahrer eines Daimler-Sprinters befuhr gegen 19 Uhr die Lindenstraße in Westernach und bog an der Einmündung zur Kreisstraße Richtung Beltersrot nach rechts ein. Hierbei fuhr der 27-Jährige offenbar nicht weit genug rechts, so dass er mit seinem Fahrzeug mit einer zeitgleich entgegengesetzt nach links in die Lindenstraße abbiegenden VW-Fahrerin seitlich zusammenstieß. Hierbei entstand am Sprinter ein Schaden von zirka 3.000 Euro, an dem VW ein Schaden von 2.500 Euro. Bei der Unfallaufnahme stellten die Beamten bei dem 27-Jährigen Alkoholgeruch fest. Ein Test bestätigte den Verdacht. Der Daimler-Fahrer musste die Beamten zur Blutentnahme in das nächste Krankenhaus begleiten. Der Führerschein des 27-Jährigen wurde noch vor Ort beschlagnahmt.

Künzelsau: Fahren unter Drogen

In Künzelsau fiel auch am Donnerstagmittag ein junger Audi-Fahrer durch sein Verhalten bei einer Verkehrskontrolle auf. In der Straße Am Wehr kontrollierten gegen 12 Uhr die Beamten einen 25-Jährigen und stellten bei diesem Hinweise auf eine aktuelle Beeinflussung durch Betäubungsmittel fest. Ein Drogentest bestätigte den Verdacht. Der junge Mann musste sein Fahrzeug stehenlassen und die Beamten zur Blutentnahme begleiten. Ihn erwartet jetzt eine Anzeige.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn




Künzelsau: Letzte Patientin verlässt Isolierstation

Das Landratsamt Hohenlohekreis hat den Betrieb der Isolierstation im ehemaligen Krankenhausgebäude in Künzelsau heruntergefahren, nachdem die letzte Patientin am 07. Mai 2020 entlassen wurde. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises vom 08. Mai 2020 hervor.

„Wir können die Isolierstation jederzeit wieder hochfahren“

Die Isolierstation ist ein Angebot des Landkreises für Patienten oder Angehörige, die sich nicht selbst zuhause isolieren können. „Wir sind froh, dass wir die Isolierstation derzeit aufgrund der niedrigen Fallzahlen nicht benötigen, können sie bei höherem Bedarf jedoch wieder kurzfristig hochfahren“, betont Torsten Rönisch, Kreisbrandmeister des Hohenlohekreises und Verantwortlicher für die Isolierstation. Landrat Dr. Matthias Neth lobte die Einsatzkräfte von THW und DRK: „Ohne Ihre tatkräftige Unterstützung wäre der Aufbau und Betrieb der Isolierstation in den letzten Monaten nicht möglich gewesen. Vielen Dank für Ihren Einsatz.“

Hintergrund:

Anfang März 2020 wurden zunächst 17 Isolierzimmer im Wohnheim der Akademie für Landbau und Hauswirtschaft in Kupferzell eingerichtet. Nachdem sich die Fallzahlen im Kreis sehr schnell entwickelt haben, hat die Landkreisverwaltung im ehemaligen Krankenhausgebäude in Künzelsau eine Isolierstation mit Platz für mehr als 50 Personen eingerichtet. Seit dem 29. März 2020 waren dort laut dem Landratsamt insgesamt vier Betroffene untergebracht.

Das ehemalige Krankenhaus Künzelsau nutzte der Hohenlohekreis als Isolierstation. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv




Belzhag: Corona-Drive-In-Abstrichstelle hat erstmal ausgedient

Seit Mittwoch, den 06. Mai 2020, werden Coronaverdachtspersonen nicht mehr in der Drive-In-Abstrichstelle in Belzag getestet, sondern direkt in den Arztpraxen. Hintergrund ist die Umsetzung einer neuen Corona-Testkonzeption des Landes Baden-Württemberg. Das geht aus einer Pressemitteilung des Landratsamtes des Hohenlohekreises vom 08. Mai 2020 hervor.

Verstärkte Testung von engen Kontaktpersonen und in Betrieben

Die Konzeption des Landes sieht neben den bereits bekannten Testungen von symptomatischen Personen gemäß RKI-Empfehlung weitere Fallgruppen vor. Dabei geht es um enge Kontaktpersonen (so genannte K1-Personen) von positiv getesteten Fällen oder auch Menschen in medizinischen Einrichtungen und in der stationären Pflege. Zudem soll bei Erkrankungshäufungen etwa in Gemeinschaftsunterkünften oder Betrieben verstärkt dort getestet werden.

Corona-Schwerpunkt-Arztpraxen

Die Abstriche erfolgen künftig durch die niedergelassenen Ärzte in ihren Praxen, sprich der Hausarzt führt ihn selbst durch oder überweist an einen Kollegen. Für diese Fälle stehen im Hohenlohekreis zahlreiche Corona-Schwerpunktpraxen zur Verfügung bzw. Praxen, die bereit sind, Abstriche von Patienten zu nehmen, die von anderen Praxen geschickt werden. Eine Überweisung an die Zentrale Abstrichstelle Belzhag erfolgt vorerst nicht mehr. „Die Abstrichstelle war angelegt für eine sehr hohe Zahl an Testungen. Derzeit sind die niedergelassenen Ärzte jedoch sehr gut in der Lage, die anfallenden Abstriche in ihren Praxen durchzuführen“, erklärt Dr. Susanne Bublitz, Vorsitzende der Kreisärzteschaft Öhringen.

In Folge dessen wird die Zentrale Abstrichstelle in Belzhag ab 16. Mai 2020 in einen Standby-Betrieb versetzt. Sollte das Lagebild sich ändern, besteht jederzeit die Möglichkeit, die Abstrichstelle kurzfristig wieder in Betrieb zu nehmen. „Im Kern folgen wir mit der gemeinsamen Strategie für den Hohenlohekreis den Wünschen der Kreisärzteschaft, die Abstriche wieder in den eigenen Praxen durchzuführen“, erklärt Landrat Dr. Matthias Neth und dankte den Ärzten für die ausgesprochen konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit in den vergangenen Wochen.

Neth: Dank an die Kreisärzteschaft

Dies betont auch Dr. Andreas Kühn, Vorsitzender der Kreisärzteschaft Künzelsau: „Die Zentrale Abstrichstelle hat insbesondere wegen des hohen Engagements der ehrenamtlichen Helfer, der Unterstützer der Kassenärztlichen Vereinigung sowie nicht zuletzt der Mitarbeiter des Landratsamtes hervorragend funktioniert.“

Hintergrund zur Abstrichstelle in Belzhag

Der Hohenlohekreis hat gemeinsam mit den niedergelassenen Ärzten als einer der ersten Landkreise in Baden-Württemberg eine Zentrale Abstrichstelle der niedergelassenen Ärzte in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt zunächst in den Räumen des Gesundheitsamts und später in Belzhag in Betrieb genommen. Dort wurden täglich teils mehr als 150 Abstriche vorgenommen.

Weg zur Drive-In-Abstrichstelle in Belzhag. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv




„Was anfangs schön, entwickelte sich immer mehr zum Albtraum“

Vor wenigen Tagen haben wir einen Aufruf gestartet. Wir wollten von den Hohenlohern wissen, wie sehr Corona ihr Leben verändert hat. Die Frage lautete: „Corona – lebensverändernd oder einfach nur nervig?“ Anbei veröffentlichen wir Auszüge aus den bisher eingegangenen Antworten:

„Soziale Kontakte bis auf Social Media eingeschränkt“

Für Helmut Zier trifft beides zu. Das Coronavirus sei sowohl lebensverändernd für ihn gewesen, also auch nervig. „Da passt alles“, resümiert er. Jürgen Wernando sieht das ähnlich: „Corona hat auf alle Fälle mein Leben verändert“, sagt er. Besonders die eingeschränktes Freizeitaktivitäten verändern das Privatleben: „Die sozialen Kontakte sind bis auf Social Media eingeschränkt. Ich hatte auch Urlaub in der Lockdownzeit und konnte nicht wie sonst üblich Familie und Freunde besuchen. Jetzt werden die Maßnahmen ja gelockert, hoffentlich nicht zu schnell, um eine zweite Welle zu vermeiden und vielleicht einen zweiten Lockdown.“

„Uns geht allen die Puste aus“

Kim Schrader berichtet über die Entwicklung, die sie während der Lockdownzeit durchlebt hat: „Ich bin Mutter von drei Kindern. Anfangs war es für uns tatsächlich eine Erleichterung. Kein Termindruck, kein Mama-Taxi, keine Verabredungen. Morgens keine Brote schmieren, die Kinder schlafen lassen. Ja, es war tatsächlich richtig schön, eine Zeitlang.“ Nun sei es „einfach nur noch anstrengend und zum Haare sträuben… jedes Spiel wurde unzählige Male gespielt, das anfangs spannende Homeschooling wird zur täglichen Geduldsprobe für Kind und mich und die Langeweile steigt ins Unermessliche.“ Ihr Fazit: „Uns geht allen die Puste aus. Was anfangs wie Urlaub war, entwickelt sich immer mehr in richtig Albtraum. Es wird Zeit, dass wir wieder ein Stückchen Normalität zurückbekommen.“

Aufgaben über den PC selbst kontrollieren, Musikschulunterricht übers Telefon

Eine Familie mit ebenfalls drei Kindern, die anonym bleiben möchte, schildert ähnliches: „Wir sind eine fünfköpfige Familie. Ein Kind geht noch in die Grundschule (2. Klasse), zwei Kinder gehen auf die weiterführende Schule (Gymnasium). Corona hat unser Leben total verändert. Mein Mann macht seit Beginn der Pandemie nur noch Homeoffice und betreut unsere drei Kinder zu Hause. Ich habe eine anwesenheitspflichtige Halbtagsstelle und bin jeden Morgen werktags außer Haus. In der Zeit muss mein Mann alles regeln. Zur Mittagszeit komme ich nach Hause, wir kochen und essen danach gemeinsam. Nachmittags machen die Großen weiterhin ihre Hausaufgaben und das kleinste Kind beschäftigt sich mit Spielmöglichkeiten im Haus oder wir spielen gemeinsam etwas. Informationen/Aufgaben bekommen die Kinder über IServ oder die Schul-Cloud. Jeden Dienstag muss das kleinste Kind seine erledigten Aufgaben in der Schule abgeben und ein neues Lernpaket, dass es zu festgelegten Zeiten in der Schule abholen muss, mitnehmen.

Kontakt mit Freunden nur übers Handy

Freitags muss es die Aufgaben zunächst erst mal über den Rechner selbst kontrollieren. Wenn die Großen fertig sind, spielen wir Brettspiele. Nach draußen gehen wir selten, nur zum Einkaufen, zur Arbeitsstelle oder auf einen kurzen Spaziergang. Die Kinder haben Angst vor Corona und trauen sich gar nicht mehr so richtig, nach draußen zu gehen. Musikschulunterricht an der Musikschule erhalten die Kinder über das Telefon und/ oder Videoanruf. Der Informationsaustausch mit der Schule findet nur noch per Computer statt (E- mails, Videokonferenzen….). Kontakt mit Freunden findet nur noch über das Handy statt. Alle Vereinsaktivitäten finden aufgrund der Coronapandemie derzeit nicht mehr statt.“

Mitmachen und Geschenk bekommen

Wie hat Corona Ihr Leben verändert? Schilden auch Sie uns Ihre Erfahrungen. Als Dank erhält jeder Teilnehmer ein türkisfarbenes GSCHWÄTZ-Notizbuch, DIN-A5, zugeschickt. Bitte geben Sie Ihre Anschrift an, wenn Sie uns Ihre Nachricht schicken, an: info@gschwaetz.de




Rasanter Preisverfall

Derzeit ist der Sprit so günstig wie lange nicht mehr. Ein Foto einer Zapfsäule beim Kaufland in Heilbronn, das heute aufgenommen wurde, verdeutlicht den Preisverfall. Während der Durchschnittspreis bei Super Benzin bei 139,2 Cent pro Liter im Jahr 2020 lag, kann man ihn aktuell für 101,9 Cent pro Liter ins Auto tanken. Das ist ein Preisverfall von rund 40 Cent pro Liter.

2018 lag der Durchschnittspreis sogar bei 145,6 Cent pro Liter bei Super Benzin.

Bei Diesel belief sich in diesem Jahr laut statista.com der Durchschnittspreis auf 125 Cent pro Liter https://de.statista.com/statistik/daten/studie/779/umfrage/durchschnittspreis-fuer-dieselkraftstoff-seit-dem-jahr-1950/

2012 war ein Rekordjahr. Tankstellenkunden zahlten für Diesel im Durchschnitt knapp 149 Cent pro Liter. Nun kann man den Kraftstoff aktuell für rund 60 Cent günstiger bekommen – für 92,9 Cent pro Liter. Diesen Durchschnittswert gab es zuletzt vor 16 Jahren und zwar im Jahr 2004.

Ein Grund für den Preisverfall ist die sinkende Nachfrage nach Rohöl und Sprit im Zuge der Coronakrise https://www.chip.de/news/Tanken-wie-2009-Warum-Benzinpreise-rapide-sinken_182626858.html

Tiefstpreise beim Sprit an der Tankstelle beim Kaufland in Heilbronn. Foto: privat vom 08. Mai 2020




Wenn der Obstmann zweimal klingelt

Seit halb drei in der Früh ist Alexander Kletzel schon auf den Beinen. Um 4 Uhr war er in Stuttgart auf dem Großmarkt, wo er Obst und Gemüse immer frisch bei seinen Stammlieferanten einkauft.

Probieren ist wichtig

„Da kann man alles direkt sehen“ erklärt er und schiebt lachend nach „… und probieren.“ Den Rest des Vormittags steht er mit seiner Frau in seinem kleinen Laden in Künzelsau. Statt einer Mittagspause belädt er sein Auto mit Ware für die Auslieferung und dann geht es auch schon los.

Ladengeschäft wegen Corona geschlossen

Drei Wochen hatte er sein Geschäft geschlossen. Als Lebensmittelgeschäft hätte er zwar öffnen dürfen, aber „es war einfach niemand da nach der ganzen Geschichte“. So kam er auf die Idee, seinen Kunden die Ware direkt ins Haus zu bringen. Gezielt nur das einkaufen, was auch verkauft wird, war die Idee und natürlich auch „die Kunden nicht zu verlieren und das Beste für die Kunden anzubieten.“ Inzwischen ist der Laden wieder geöffnet, allerdings nur vormittags, denn am Nachmittag ist immer noch fast keine Frequenz, merkt er die Krankheit: „Viele haben Angst vorm Anstecken“. Eine andere Auswirkung von Corona sind die Preise, die seien teils stark angezogen: „Paprika ist gut 60 Prozent teurer als im Vorjahr“.

„Lieber die hier vor Ort, als die Großen beim Discounter.“

Der erste Stop ist auf Schloss Stetten, bei Herrn Keiling, der guten Service, Pünktlichkeit und Frische lobt. Er war vor der Corona-Krise öfter im Laden, hat dort gerne Papaya gekauft. Er kann sich gut vorstellen, den Lieferservice auch in Zukunft in Anspruch zu nehmen. Steffen Lang aus Belsenberg berichtet, dass seine Frau vor Corona immer nach der Arbeit bei Alex im Laden vorbeigegangen ist. Wenn nachmittags wieder geöffnet ist, wird seine Frau wieder den Laden aufsuchen, bis dahin werden sie sich die Ware liefern lassen, denn er unterstützt „lieber die hier vor Ort als die Großen beim Discounter“.

Er kennt seine Kunden und seine Kunden kennen ihn

Weiter geht es zum nächsten Kunden. Der ist nicht zuhause, das macht aber nichts: Die Ware wird einfach vor der Tür abgestellt. Bezahlt wird dann per Überweisung. Alex kennt seine Kunden. Er erzählt, dass viele vor allem ältere Leute nicht nur zum Einkaufen kommen, sondern auch für ein Gespräch. „Das ist sehr wichtig für ältere Leute“. In Ingelfingen beliefert Alex eine Frau, die ihren Namen nicht gedruckt sehen möchte. Sie war früher zweimal pro Woche im Laden, ist aber im Moment nicht so mobil. „Wenn ich wieder mobil bin, gehe ich wieder hin. Aber in diesen Zeiten ist’s toll, was man hier kriegt“. Sie meint damit nicht nur Alex Kletzel, sondern auch andere Händler, die einen Lieferservice anbieten. Sie nutzt das Angebot der Metzgereien Braun und „Wilder Mann“ sowie von Edeka Makowe in Niedernhall.

Lieferservice ist auch bequem

Sein letzter Stopp für heute ist bei Lena Abel in Künzelsau. Sie bedauert es einerseits, dass der Laden geschlossen war: „Man begegnet doch vielen Menschen beim Einkauf und man sieht halt, was man kauft“, andererseits ist für sie der Lieferservice natürlich auch bequem, da sie einen kleinen Sohn im Kinderwagenalter hat. Jetzt hat Alex Kletzel erstmal so etwas wie Feierabend, bevor er am nächsten Morgen wieder zum Großmarkt fährt.

Text & Fotos: Matthias Lauterer

Der Laden war drei Wochen geschlossen. Foto: GSCHWÄTZ

 

Frisches Obst und Gemüse. Foto: GSCHWÄTZ

 

Immer gut gelaunt – Alex Kletzel auf dem Weg zu einem seiner Kunden. Foto: GSCHWÄTZ

Alex mit Kundin Lena Abel. Foto: GSCHWÄTZ

 




Süße Stückle mit Mundschutz

Mundschutz nicht nur für die Kunden, sondern auch für süße Stückle – Die Bäckerei Scholl in Kupferzell hatte eine originelle Idee rund um das Thema Corona und hat ihren Amerikanern nicht nur mit weißem oder schwarzem Guss garniert, sondern darüber hinaus kurzerhand noch einen Mundschutz zur aktuellen Coronapandemie verpasst. Wir finden die Idee super und erinnern uns noch gerne zurück an die Schoko-Osterhasen mit Mundschutz, die es auch in der ein oder anderen Bäckerei zu kaufen gab.

Foto: privat

Bäckerei Scholl in Kupferzell verkauft derzeit diese Coronaexemplare. Foto: privat

 




Öhringen: Nacht in Zelle verbracht

Die Polizei in Öhringen bekam in der Nacht auf Donnerstag, den 07. Mai 2020, ungeplanten Übernachtungsbesuch. Ein 20-Jähriger hatte am Mittwochabend im Parkhaus eines Supermarktes im Haagweg seinen 21-jährigen Mitbewohner geschlagen und dessen Mobiltelefon an sich genommen. Die Polizei überraschte den jungen Mann daraufhin in seiner Wohnung, um nach dem gestohlenen Handy zu suchen. Der Tatverdächtige war damit gar nicht einverstanden, brüllte herum und weigerte sich, den Anweisungen der Beamten Folge zu leisten. Nachdem er sich nicht beruhigte, wurden ihm Handschließen angelegt. Als auch diese Maßnahme nicht zu dem gewünschten Ergebnis führte, musste der 20-Jährige mit aufs Polizeirevier Öhringen kommen und die Nacht in einer Zelle verbringen.

Quelle: Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn vom 07.05.2020