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Unbekannter erpresst Herausgabe eines Psychopharmakas

Durch Vorzeigen einer schwarzen Schusswaffe erpresste ein Unbekannter am Mittwochabend, den 17. Juni 2020, die Herausgabe eines Medikamentes in einer Apotheke in der Bad Rappenauer Bahnhofstraße.

Angst- und Spannungszuständen

Kurz vor 18.30 Uhr betrat der Mann mit einer schwarzen Laptoptasche den Verkaufsraum der Apotheke und forderte von der anwesenden Angestellten das Medikament „Alprazolam“. Das verschreibungspflichtige Medikament wird zur Behandlung von Angst- und Spannungszuständen verwendet. Noch bevor die Angestellte dem Mann den Hinweis auf die Verschreibungspflicht geben konnte, zeigte dieser der Frau den Inhalt der mitgeführten Tasche. Dort lag eine schwarze Pistole. Die junge Frau händigte dem unmaskierten Tatverdächtigen das Medikament aus. Weitere Forderungen wurden nicht gestellt.

Täterbeschreibung:
– männliche Person, zwischen 20-40 Jahre
– circa 170-180 Zentimeter groß, normale bis sportliche Figur
– dunkelblonde Haare (sichtbarer Bereich)
– Deutsche Sprache ohne Akzent
– schwarze Jacke
– schwarze Mütze aus gewebten Stoff, mit 3 – 4 Zentimeter breitem Umschlag
– schwarz/graue Handschuhe (sportliche Winterhandschuhe)
– dunkle Hose, dunkle Schuhe

Die Kriminalpolizei Heilbronn sucht Zeugen des Vorfalls. Wer konnte am Mittwochabend, gegen 18.30 Uhr, eine Person in der Bahnhofstraße wahrnehmen, auf die die Beschreibung passt. Wer kann Hinweise zum dem Medikament geben? Hinweise werden unter der Telefonnummer 07131/104 4444 entgegengenommen.




„Linke und Migranten-Gewalt muss endlich bekämpft werden“

Die Tageszeitung Die Welt spricht von „bürgerkriegsähnlichen“ Zuständen https://www.welt.de/vermischtes/article209988097/Stuttgart-Die-Schreckensbilanz-der-Krawallnacht.html, Baden-Württembergs Innenminister Strobl spricht von den schwersten Unruhen, die das Bundesland je gesehen hat und Ministerpräsident Winfried Kretschmann sagte: „Die Bilder aus der Stuttgarter Innenstadt können uns nicht kalt lassen.“

Laut diversen Medienberichten soll es Krawalle, Randale, Plündereien und Gewalt gegen Polizisten in Stuttgart in einem noch nie da gewesenem Ausmaß gegeben haben. Auch an diesem Wochenende soll es wieder zu Ausschreitungen gekommen sein.

Hunderte, meist junge Menschen, waren laut der Polizei an den Krawallen in der Innenstadt von Stuttgart beteiligt. Der Fokus der Ermittlungen der Polizei liegt auf der Stuttgarter Partyszene, schreibt der SWR https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/stuttgart/ausschreitungen-in-stuttgart-100.html

Die Tagesschau spricht wiederum von „Straßenschlachten“ mit der Polizei, die sich in der Nacht zum Sonntag, den 21. Juni 2020, ereignet haben sollen und an denen mehrere gewalttätige Kleingruppen die Stuttgarter Innenstadt verwüstet und mehrere Beamte verletzt haben sollen. Das hört sich dann doch etwas anders an als die vom SWR genannte Partyszene. Dennoch: Mehrere Medien berichten übereinstimmend, dass es sich vermehrt um Jugendliche beziehungsweise junge Erwachsene gehandelt habe, die hier gehandelt hätten.

Ob das schon der „Coronaknall“ ist? Ein Aufbegehren gegen die Verordnungen der Obrigkeit? Es scheint bislang nicht wirklich bekannt zu sein, wer und warum hier scheinbar gezielt randaliert. Die Ausschreitungen sollen an diesem Wochenende gegen Mitternacht von Samstag auf Sonntag begonnen haben. Aber „die Situation ist völlig außer Kontrolle“, sagte ein Polizeisprecher am frühen Sonntag in Stuttgart laut der Tagesschau. Einsatzkräfte aus dem gesamten Bundesland seien in die Hauptstadt beordert worden, um Herr der Lage zu werden.

Fragen wirft indes ein Twitterpost von Anton Baron, AfD-Landtagsabgeordneter des Hohenlohekreises, veröffentlicht am Sonntag, den 21. Juni 2020, auf. Darin heißt es unter anderem: „Linke und Migranten-Gewalt muss endlich bekämpft werden.“ Unter den Festgenommen sind laut der Polizei aber sowohl Deutsche, als auch Menschen mit einer anderen Nationalität. Von einer Gewalt, die von Linken und Migranten ausgeht, ist bislang nichts bekannt. Bebildert wird der Post von Baron mit Feuer und einem Fadenkreuz.

Laut dem Nachrichtenportal Der Westen schloss Stuttgarts Polizeipräsident Franz Lutz derweil am Sonntag, den 21. Juni 2020, gegenüber NTV einen politischen Hintergrund der Taten – weder von links noch von rechts – bislang aus.

Video: Ausschreitungen in Stuttgart. Quelle: Die Welt

Twitternachricht von Anton Baron, AfD-Landtagsabgeordneter des Hohenlohekreises, am Sonntag, den 21. Juni 2020. Quelle: Screenshot




Kostenloser Kaffee in Künzelsau

In den für viele anstrengenden Coronatagen ließ die Stadt Künzelsau kleine Urlaubsinseln in der Innenstadt errichten und schenkte am Samstag, den 20. Juni 2020, kostenlosen fair trade Kaffee am Unteren Markt aus. Brot, Wasser und Spiele – das waren schon im Mittelalter beliebte Mittel, um das darbende Volk bei Laune zu halten. Nun, in den für das breite Volk anstrengenden Coronatagen, fehlt jetzt nur noch das kostenlose Brot in der Kreisstadt.

Fotos: Matthias Lauterer

Die Stadtverwaltung Künzelsau schenkte am Samtag, den 20. Juni 2020, am Unteren Markt kostenlosen Kaffee aus. Foto: GSCHWÄTZ




Die Maskenshow

Winfried Kretschmann hat den Weg in den Hohenlohekreis gefunden und am Freitag, den 19. Juni 2020, gleich an drei Stationenen (Carl-Julius-Weber-Halle in Kupferzell, Kinderdorf in Waldenburg und bei der Firma Bürkert in Ingelfingen-Criesbach) Halt gemacht. Grund genug für unsere Redaktion, eine kleine Fotoserie über unseren Landesvater zu veröffentlichen (Alle Fotos: GSCHWÄTZ/Matthias Lauterer):

Winfried Kretschmann trug sich ins Goldene Hohenloher Gästebuch ein. Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Winfried Kretschmann zu Besuch in Kupferzell. Landrat Dr. Matthias Neth (2. v. links) und die Hohenloher Landtagsabgeordneten Arnulf von Eyb (CDU) und Anton Baron (AfD) nahmen ihn in Empfang. Foto: GSCHWÄTZ

Foto: GSCHWÄTZ

Kretschmann nimmt auch Stellung zu den Anliegen von hiesigen Bürgermeistern. Foto: GSCHWÄTZ

Fast wie bei einer Kreistagssitzung. Foto: GSCHWÄTZ

Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann moniert die ständigen Corona-Änderungen. Foto: GSCHWÄTZ

Der Ministerpräsident (links) hörte sich alles in Ruhe an. Foto: GSCHWÄTZ

Kretschmann nahm vor allem Stellung zu Coronathemen. Foto: GSCHWÄTZ




Lange Gesichter bei allen Hohenloher Freibadfans

In einer langem Statement erklärt Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck, warum das Freibad in Niedernhall in diesem Jahr geschlossen bleibt (siehe Text unten). Kurz und knapp: Die Coronaauflagen seien einfach zu hoch. Der eigentlich auf 19. Juni 2020 datierte Start für das umgebaute Kocherfreibad in Künzelsau hat die Stadtverwaltung der Kreisstadt ebenfalls verschoben. Die Stadtverwaltung verweist zum einen auf das schlechte Badewetter, zum anderen aber auch auf die nochauszuarbeitende Umsetzung der Coronaauflagen.

Neues Naturschwimmbecken für Künzelsau

Die Eröffnung des neuen Kocherfreibades in Künzelsau wird voraussichtlich auf Ende Juni 2020 verschoben. Das geht aus einer Nachricht der Stadt Künzelsau auf ihrer Internetseite vom 18. Juni 2020 hervor. Für die kommenden Tage ist kein Badewetter vorhergesagt, erklärt die Stadtverwaltung. Der für Freitag, 19. Juni 2020 geplante Start in die Saison könne deshalb leider nicht stattfinden.
 
„Das neue Naturschwimmbecken ist einfach toll geworden“, freut sich Bürgermeister Stefan Neumann. „Die wetterbedingte Verzögerung nutzen wir, um weiter mit Hochdruck an der Umsetzung der vorgeschriebenen ‚Corona-Vorgaben‘ zu arbeiten.“ Ziel ist es, den Badebetrieb so schnell wie möglich aufzunehmen.
 
Neben dem Badespaß stehe aber die Sicherheit der Badbesucher im Mittelpunkt. „Um ein möglichst praktikables Betriebskonzept umsetzen zu können, ist das Bäder-Team der Stadtverwaltung Künzelsau in enger Abstimmung mit dem zuständigen Gesundheitsamt des Landkreises“, heißt es seitens der Stadtverwaltung.
 
Ein neuer Eröffnungstermin werde so bald wie möglich bekannt gegeben.
 

Eintrittskarten vorab kaufen

Um ein Anstehen an der Freibadkasse zu vermeiden und das Infektionsrisiko zu minimieren, rät die Stadtverwaltung Eintrittskarten im Bürgerbüro im Rathaus, Stuttgarter Straße 7, Künzelsau, zu kaufen. Dort sind bereits jetzt Einzel- und Saisonkarten zu haben und natürlich auch im Kocherfreibad sobald es geöffnet ist:

Einzelkarten
Erwachsene: 2,50 Euro
Kinder und Jugendliche, 0 bis 16 Jahre, Schüler, Studenten, Schwerbeschädigte (ab 50 Grad der Behinderung): 1,50 Euro
 
Saisonkarten
Erwachsene: 25,00 Euro

Kinder und Jugendliche, 0 bis 16 Jahre, Schüler, Studenten, Schwerbehinderte (ab 50 Grad der Behinderung): 20,00 Euro
Familien (ein oder zwei Erwachsene sowie Kinder und Jugendliche, 0 bis 16 Jahre): 45,00 Euro

 

Niedernalls Bürgermeister Achim Beck erklärt die Entscheidung

 

Niedernhalls Bürgermeister Achim Beck legt in einem Statement offen, welchen Coronavorschriften Freibäder derzeit unterliegen, um der Bevölkerung die Entscheidung näherzubringen, die den Gemeinderat bewogen hat, das Freibad in dieser Saison gänzlich geschlossen zu lassen. Anbei lesen Sie seine Begründung in voller Länge:

 

„Liebe Niedernhallerinnen, liebe Niedernhaller, liebe Badegäste,

in der letzten Sitzung am vergangenen Montag hat sich der Gemeinderat mit einer Thematik von großer Tragweite und Bedeutung, nämlich der Öffnung des Niedernhaller Freibades in der Badesaison 2020, befasst. Dabei haben die einzelnen Ratsmitglieder die Gründe, die für bzw. gegen eine Badöffnung sprechen, in einer überaus sachlichen Diskussion sorgsam miteinander abgewogen. Zum Abschluss des angeregten Austausches von Argumenten hat der Gemeinderat mehrheitlich beschlossen, dass das Niedernhaller Freibad infolge der pandemiebedingten Anforderungen in der Badesaison 2020 nicht geöffnet wird.

Mir und dem gesamten Gremium ist es ein wichtiges Anliegen, Sie, liebe Badegäste, über die relevanten Umstände und Beweggründe, die zu dieser Entscheidung geführt haben, umfassend zu informieren. Vorwergnehmen möchte ich an dieser Stelle, dass weniger finanzielle Aspekte zu diesem Ergebnis geführt haben. Vielmehr haben die vielfältigen und weitreichenden Anforderungen des Hygienekonzeptes den Ausschlag für diese Entscheidung gegeben.

Wie Sie der Tagespresse entnehmen konnten, dürfen Frei- und Hallenbäder seit Samstag, den 06. Juni 2020, unter Wahrung des Infektionsschutzes wieder ihren Betrieb aufnehmen. Maßgeblich für die einrichtungsspezifischen Hygieneanforderungen ist dabei die Corona-Verordnung Sportstätten vom 04.06.2020.

Im Einzelnen sind danach folgende Vorgaben zwingend in das Hygienekonzept aufzunehmen:

1.) Anzahl der zulässigen Badegäste

a.) Liegewiesen

Nach der Corona-Verordnung dürfen maximal 800 Personen gleichzeitig die Liegewiesen nutzen. Diese Anzahl errechnet sich aus der Gesamtfläche der Liegewiesen (ca.  8.000 m²) mit 10 Quadratmetern pro Person. Dies ist somit die maximale Anzahl an Badegästen, die das Freibad in der Badesaison 2020 gleichzeitig nutzen dürfen. Informativ verweise ich an dieser Stelle darauf, dass an heißen Sommertagen im Niedernhaller Freibad 2.000 – 3.000 Badegäste nicht unüblich sind.

b.) Schwimmerbecken

In Schwimmerbecken errechnet sich die maximale Anzahl an Personen, die sich gleichzeitig im Becken aufhalten, aus der Wasserfläche (650 m²) mit 10 Quadratmetern pro Person. Die entspricht umgerechnet einer Anzahl von maximal 65 Personen. Abweichend hiervon kann die Wasserfläche in einzelne Bahnen, möglichst mit Leinen oder anderen geeigneten Markierungen, unterteilt werden. Innerhalb der Bahnen ist ein Einbahnsystem einzuführen; dabei kann jede Bahn auf einer Bahnlänge von 50 Metern von maximal zehn Personen gleichzeitig genutzt werden. Es ist darauf zu achten, dass kein Aufschwimmen oder Überholen stattfindet.

c.) Nichtschwimmerbecken

Im Nichtschwimmerbecken errechnet sich die maximale Anzahl an Personen, die sich gleichzeitig im Becken aufhalten, aus der Wasserfläche mit 4 Quadratmetern pro Person. Bei einer Wasserfläche von 560 m² dürfen folglich maximal 140 Personen gleichzeitig das Nichtschwimmerbecken nutzen. Diese Anzahl wäre im Verlauf der Sitzung vermutlich noch bis um die Hälfte reduziert worden, damit die Badefläche mit Blick auf die Abstandsregeln übersichtlich bleibt.

d.) Kinderbecken

Nach den Vorgaben der Corona-Verordnung muss die Anzahl der Badegäste bei einer Fläche von 150 m² auf max. 37 Personen (4 m²/Person) gleichzeitig beschränkt werden. Diese Anzahl wäre im Verlauf der Sitzung vermutlich noch bis um die Hälfte reduziert worden, damit die Badefläche mit Blick auf die Abstandsregeln übersichtlich bleibt

e.) Wasserrutsche/Sprungturmanlage 

Die Wasserrutsche sowie die Sprungturmanlage können nur im Wechsel geöffnet werden. Hier gelten keine Personenzahlbeschränkungen, allerdings müssen die Abstandsregeln eingehalten werden. Dies hat zur Folge, dass die Rutsche und die Sprungtürme immer nur von einer Person betreten werden dürfen. Weitere Personen müssen demzufolge vor den Attraktionen warten.

f.) Generelles Abstandsgebot im gesamten Freibad

Auf dem gesamten Freibadgelände ist ein Abstand von mindestens 1,5 Metern zwischen sämtlichen anwesenden Personen einzuhalten. Ausgenommen hiervon sind lediglich Familienangehörige und deren Partner. Somit ist ein sonst üblicher direkter und ungezwungener Kontakt mit Nachbarn, Freunden und Schulkameraden im Freibad nicht gestattet.

Leider ist es so, was für viele Bürger unverständlich ist, dass im Bad bzw. einer Sportstätte lediglich Familienangehörige ohne Abstandsregeln zusammen sein dürfen, während im öffentlichen Raum mittlerweile bis zu 10 Personen (die nicht verwandt oder verschwägert sind) ohne Abstandsregeln zusammen sein dürfen.

2.) Einführung von 2 Badeschichten

a.) Seitherige Öffnungszeiten

Das Freibad Niedernhall hat bislang mit Ausnahme der Schlecht-Wetter-Regelung zu folgenden Zeiten geöffnet:

Montag                               13:00 – 19:00 Uhr
Dienstag-Sonntag            09:00 – 19:30 Uhr

b.) Hygieneplan spricht für mindestens 2 Badeschichten

Um im Hinblick auf die reduzierte Gesamtanzahl an Badegästen möglichst vielen Personen das Baden zu ermöglichen, sieht ein mögliches Hygienekonzept 2 Badeschichten vor. Vorgeschlagen wurde von Montag – Sonntag der Zeitraum von 10:00 Uhr – 14:30 Uhr          und 15:00 Uhr – 19:30 Uhr. Je Badeschicht könnten die Badegäste somit maximal 4,5 Stunden im Freibad verweilen.

3.) Erwerb von Eintrittskarten nur über Online-Ticketing möglich

Nach der geltenden Corona-Verordnung ist eine übliche Öffnung der Freibadkasse nicht gestattet. Dies hat zur Folge, dass Eintrittskarten für das Freibad nur über ein Online-Ticketing-System erworben werden können. Allerdings ist in diesem Falle ein Erwerb von Familienkarten, Jahreskarten, Zehnerkarten und verbilligten Abendtarife zum heutigen Tag nicht möglich. Dies hat zur Folge, dass alle Badegäste online lediglich Tagestickets in den Kategorien Erwachsene (4 €), Ermäßigte (3 €) und Jugendliche (2 €) erwerben können. Die ansonsten verbilligten Eintrittsformen (Familien-, Saison- und Zehnerkarten) können somit in der Badesaison 2020 nicht angeboten werden.  Das Online-Ticketingsystem dient weiter zwingend dazu, die geforderten Personalien der Badegäste aufzunehmen und im Bedarfsfall nachzuweisen. In dieser Angelegenheit hat die Verwaltung im Vorfeld bereits Kontakt mit einem regionalen Unternehmen aufgenommen. Dieses Software-Paket für Freibadtickets könnte allerdings frühestens am 29.06.2020 in Betrieb gehen. Unter der Annahme von Freibadeinnahmen aus den Vorjahren (Juli und August 2019) ist daher mit einem Entgelt in Höhe von ca. 13.000 € für diese Dienstleistung zu rechnen.  Dafür entfällt allerdings auch die Kassentätigkeit an der Freibadkasse sowie der Buchungsaufwand in der Verbandskämmerei. Allerdings wird eine Person für die Zugangskontrolle benötigt, welche die Tickets/QR-Code vor dem Betreten des Bades einscannt.

Auch wenn das Freibad 2020 nicht öffnet, war sich der Gemeinderat darüber einig, das Online-Ticketsystem auch für die künftige Freibadjahre einzuführen, vorausgesetzt Jahreskarten und Mehrfachkarten, sowie Abendtarife können in diesem System abgebildet werden.


4.) Ausarbeitung eines Hygienekonzeptes

  • 2 Abs. 2 CoronaVO Sportstätten sieht vor, dass Betreiberinnen und Betreiber von Bädern in einem einrichtungsspezifischen Hygienekonzept festzulegen haben, wie die Maßgaben im konkreten Fall eingehalten und umgesetzt werden können. Vor Öffnung des Freibads ist ein Hygienekonzept auszuarbeiten, welches folgende Inhalte umfasst:
  • Angaben über die Einhaltung der allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln samt Ausschilderung
  • Vorhaltung von Hand-Desinfektionsstationen
  • Festlegungen zum Betreten und Verlassen des Bades, u.a. Maskenpflicht beim Ticketscan und getrennte Wegführung
  • Reinigungsvorgaben und Einlassbeschränkung für Toiletten
  • Schließung der Duschräume
  • Regelung zur Nutzung und Reinigung der Einzelkabinen
  • Regelung zur Nutzung der Attraktionen (Sprungturm und Rutschen, Volleyballfeld, Tischtennisplatte)
  • Vorgaben und Regelungen für den Gastronomie-/Kioskbereich
  • Angaben zu den Laufwegen; Regelung von Ein- und Ausgängen sowie Ausschilderung
  • Hinweis auf Badezeiten/Badephasen
  • Vorgaben zum Schwimmen im Einbahnsystem innerhalb des Schwimmerbeckens
  • Erläuterung zur Einlassbeschränkung (Liegefläche und Badefläche)
  • Angaben zur Erste-Hilfe-Leistung im Notfall
  • Regelung zur Gesundheitsprüfung; Angabe zum Betretungsverbot für Personen, die zu Infizierten Kontakt hatten bzw. Badegäste, die Symptome aufweisen
  • Angabe zur Führung von Listen zwecks Kontaktnachverfolgung
  • Angaben zur personellen Besetzung; Aufsichtspersonen pro Becken/Attraktion

Während der Badesaison ist von dem Badepersonal durchweg auf eine strikte Einhaltung und Umsetzung der vorstehenden Vorgaben hinzuwirken, was für alle Bediensteten der Stadt eine hohe Verantwortlichkeit mit sich bringt. Im Falle von Schwachpunkten beim ausgearbeiteten Hygienekonzept stehen zudem haftungsrechtliche Fragen im Raum.

5.) Erhöhter Personaleinsatz in der Badesaison 2020

Die CoronaVO Sportstätten sieht in § 2 Absatz 5 vor, dass für jedes Becken sowie für jede Attraktion eine Person zu bestimmen ist, die für die Einhaltung der verordneten Vorgaben verantwortlich ist. Daneben müssen während den beiden Badephasen stets ein Kartenkontrolleur und eine Reinigungskraft vor Ort sein, die die benutzten Umkleidekabinen sowie WCs mehrmals täglich reinigt. Bei einem heißen Freibadtag müssen daher 6 Personen im Freibad eingeteilt sein:

  • 1 Reinigungskraft
  • 1 Bademeister am Schwimmerbecken
  • 1 Aufsichtsperson/Bademeister am Nichtschwimmerbecken
  • 1 Aufsichtsperson an der Rutsche/Turm (im Wechsel)
  • 1 Aufsichtsperson/Bademeister am Kinderbecken
  • 1 Person für Ticketing & Springer

Bei schlechtem Wetter kann die Anzahl der Personen anforderungsgerecht reduziert werden. Unterm Strich ist jedoch mit einem erhöhten Personaleinsatz zu planen.

6.) Finanzielle Auswirkungen

Die finanziellen Folgen der pandemiebedingten Auflagen und Herausforderungen sind nur schwer abschätzbar. Deshalb haben sie bei der Entscheidungsfindung auch eher eine untergeordnete Rolle gespielt. Im Vergleich zu den vorausgegangenen Badejahren werden die Mehrkosten in der Badesaison 2020 auf rd. 100.000 € geschätzt.

Abschließend möchte ich nochmals ausdrücklich betonen, dass es sich der Gemeinderat bei dieser Entscheidung nicht leicht gemacht hat. Alle, die wir gemeinsam Verantwortung für unser Kocherstädtchen tragen, würden uns von Herzen über eine ausgelassene und sorgenfreie Badesaison freuen. Dies ist in diesem Jahr leider aufgrund der pandemiebedingten Auswirkungen nicht möglich. Letztendlich waren es die umfangreichen Hygieneanforderungen und die damit verbundenen Einschränkungen und Auflagen, die den Ausschlag für diese Entscheidung bewirkten. Insbesondere die strikten Abstandsgebote, die Zulassungsbeschränkung bei der Einlasszahl, der begrenzte Personenzulass zu den einzelnen Becken, die eingeschränkte Nutzung der Attraktionen, die Notwendigkeit von verbindlichen Badeschichten, der zwingende Erwerb von Eintrittskarten über das Online-Ticketing, der ausschließliche Verkauf von Einzel-Eintrittskarten und die zwingenden Abstandsgebote im Kioskbereich würden nach mehrheitlicher Auffassung des Gremiums und auch nach meiner persönlichen Einschätzung den Badeaufenthalt negativ beeinflussen. Ein ausgelassenes und unbeschwertes Badevergnügen wäre somit nicht mehr garantiert. Als ich zunächst die Pressemitteilung des Landes Baden-Württemberg vernommen habe, dass das Freibad öffnen soll, war ich persönlich euphorisch das Freibad Niedernhall auch zu öffnen. Aber nachdem die Vorgaben nach und nach transparent gemacht wurden, mag ich behaupten, Baden und Plantschen hätte vielen Badegästen in dieser Saison 2020 nicht sonderlich gefallen.

Ich hoffe, liebe Badegäste, ich konnte Ihnen die Beweggründe, die zu der Schließung des Freibades in der Badesaison 2020 beigetragen haben, in verständlicher und nachvollziehbarer Weise darlegen. Auch wenn Sie sich insgeheim eine Öffnung unseres Freibades erhofft haben, bitte ich abschließend um Ihr Verständnis und Toleranz für diese nicht gerade einfache Entscheidung.

Zum Abschluss ist mir wichtig, dass wir – wenn die Lage sich bis nächstes Jahr etwas verbessert – die Freibad-Öffnung 2021 einplanen werden.“

 

Freibad in Niedernhall. Foto: GSCHWÄTZ/Archiv

 




Heute noch bis 16 Uhr: 1. Schnäppchenmeile in Öhringen

Auch wenn der Sommerurlaub dieses Jahr etwas anders ausfällt, findet sich im Kleiderschrank vielleicht nichts Passendes für den Strand, für die Wandertour oder zum Ausgehen am Abend? Dann los zur 1. Öhringer Schnäppchenmeile: ab dem 20. Juni findet immer Samstags von 10 bis 16 Uhr in der Innenstadt ein großer Außen-Sonderverkauf statt. Mit Pavillons, Tischen und Warenständern vor ihren Türen locken die Öhringer Geschäftsleute mit einer riesigen Auswahl an Einzelteilen, Restposten und vielem mehr aus allen Sortimentsbereichen. „Alle teilnehmenden Geschäfte bieten Waren zu deutlich vergünstigten Preisen an“, versprechen die Organisatoren Diana Rossmann von Modewelt Rossmann, Claudia Brunner vom Modehaus Frank, Renate Rau-Maier von der Buchhandlung Rau, Ulrike Eheim von Intersport Groß und Petra Häffner von Zeitgeist. „Es gibt vieles zu absoluten Sonderpreisen.“ Zusätzlich zur Schnäppchenmeile gibt es in vielen Geschäften noch Extra-Rabatte auf das normale Sortiment.

Die Schnäppchenmeile zieht sich von der Bahnhofstraße über die Poststraße in den Marktplatz und von dort die Markstraße hinunter. Und nicht nur für den Urlaubskoffer gibt es einiges: Von Sportartikeln über Bücher, Deko- und Geschenkartikel, Damen- und Herrenkleidung, Bademoden, Schuhe, Kinder- und Babykleidung, Spielwaren bis hin zu Haushaltswaren können allerlei Schnäppchen ergattert werden! Wer zwischendurch Hunger bekommt, findet bei den Innenstadt-Gastronomen, die ebenfalls mit von der Partie sind, sicher was Leckeres. Optimal verbinden lässt sich die Einkaufstour mit einem Besuch auf dem Wochenmarkt, der auch immer am Samstagvormittag stattfindet.

Termine: jeweils Samstag, den 20. Juni, 27. Juni, 4. Juli, 11. Juli 2020 von 10 bis 16 Uhr

Marktstraße in Öhringen. Foto: Stadtverwaltung Öhringen

Altstadtgasse in Öhringen. Foto: Stadtverwaltung Öhringen

Symbolfoto einkaufen. Quelle: unsplash




„Bis zuletzt gehofft, leider vergeblich“

„Bis zuletzt hatten die Macher des Hohenloher Weindorfs Öhringen geduldig abgewartet und gehofft – leider vergeblich.“ Großveranstaltungen bleiben bundesweit bis mindestens 31. Oktober 2020 verboten – in Baden-Württemberg möglicherweise sogar bis Jahresende. Damit müsse auch das diesjährige Hohenloher Weindorf rund um das Öhringer Schloss ausfallen. Das geht aus einer Pressemitteilung er Stadtverwaltung Öhringen hervor.

Erst im nächsten Jahr werde es daher wieder ein Weindorf in Öhringen geben. Dann aber zum 25. Mal und dann werde das Jubiläumsweindorf auch wieder seinen angestammten Platz im Kalender erhalten.

Das Weindorf 2021 dürfte dann aller Voraussicht nach vom 01. bis 05. Juli 2021 unter Beachtung der dann gültigen Vorsichts- und Schutzmaßnahmen wieder stattfinden und viele Weinfreunde aus der ganzen Region nach Öhringen locken, so die Stadtverwaltung Öhringen




Fußgänger von Auto erfasst

Mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert wurde ein 21-Fußgänger nach einem Verkehrsunfall in der Heilbronner Straße um 19.45 Uhr. Das geht aus einer Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Heilbronn hervor.

Der 21-Jährige war zuvor als Beifahrer in einem LKW mit Anhänger unterwegs. Der 38-jährige Fahrer des LKW hielt auf dem rechten von zwei Fahrstreifen in ortsauswärtiger Fahrtrichtung an, um den Beifahrer aussteigen zu lassen. Der 21-Jährige überquerte danach vor dem LKW die Heilbronner Straße in Richtung ARAL-Tankstelle. Dabei wurde er nach dem Passieren des LKW von einem auf dem linken Fahrstreifen heranfahrenden PKW VW Bus erfasst und nach rechts an den Fahrbahnrand geschleudert. Die 37-jährige VW-Fahrerin blieb unverletzt, an ihrem PKW entstand ein Schaden von ca. 2.000 Euro. Zur Klärung des Unfallhergangs wurde von der Staatsanwaltschaft Heilbronn ein Sachverständigengutachten angeordnet.




Kretschmann möchte „Charme mehrerer ländlicher Räume, aber keine Provinz“

Völlig unbeeindruckt von der Ankunft des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann zeigten sich am Freitag, 19. Juni 2020 nur die Bauarbeiter an der Kupferzeller Carl-Julius-Weber-Halle. Alle anderen warten gespannt auf die Ankunft des Ministerpräsidenten.

Blaskapelle fehlt coronabedingt

Landrat Dr.Matthias Neth entschuldigte sich bei Kretschmann für das Corona-bedingte Fehlen der obligatorischen Blaskapelle, bevor er ihn, begleitet von den Hohenloher Landtagsabgeordneten Arnulf von Eyb (CDU) und Anton Baron (AfD) in die Halle führte. Dort fand ein kommunalpolitisches Gespräch mit politischen Mandatsträgern und Beamten aus dem Hohenlohekreis statt.
Neth zieht in seiner Begrüßung, obwohl im Hohenlohekreis 47 Corona-Tote zu beklagen sind, das Resumee „Wir haben in diesem Staat die Lage gut bewältigt“, und bedankt sich bei den Mitarbeitern des Gesundheitsamtes. Besonders beeindruckt hat ihn ein Schreiben der Landesregierung, ob man in den lokalen Krankenhäusern französische Corona-Patienten aufnehmen könne. Das sei für ihn und die Mitarbeiter ein Zeichen für gute Arbeit und ein großartiges politisches Signal gewesen.

Kretschmann geht in seiner Replik darauf ein und lobt insbesondere den Erfolg des föderalen Systems, weil die unterschiedlichen Ebenen echte Kompetenzen haben. Auch habe man europäisches Zusammenleben gezeigt.
Dr. Claudia Santos-Hövener vom Robert-Koch-Institut bedankt sich bei den Kupferzeller Bürgern: „Die Rücklaufquote hat alles übertroffen, was wir bisher hatten“, über 2.200 Testungen seien durchgeführt worden. Erste aussagekräftige Ergebnisse der Studie erwartet sie im Juli.

Anhand der Kupferzeller Studie soll geprüft werden: Wie zuverlässig sind die Tests?

Die wissenschaftlichen Erwartungen an die Studie erklärt ihr Kollege PD Dr. Thomas Lampert: Man wolle die Testungen mit den Daten aus den Befragungen der getesteten Bürger verknüpfen und Aussagen über Zusammenhänge zwischen Krankheitsverläufen und sozialem oder Arbeitsumfeld erforschen. Auch soll ein Gegencheck zu der bekannten Studie von Prof.Hendrik Streeck durchgeführt werden, in der postuliert wird, dass die Anzahl der Infizierten fünfmal höher ist als die Anzahl der positiv Getesteten.

Kretschmann: Coronastrategie soll in die Verantwortlichkeit der Landkreise zurückgegeben werden

In der anschließenden Diskussion erläutert Kretschmann die künftige Corona-Strategie der Landesregierung: Die Verantwortlichkeit für die Maßnahmen soll in die Hand der Landkreise zurückgegeben werden. Erst bei ansteigender Infektionsrate wird sich die Regierung einschalten und mit den Landkreisen oder sogar über die Entscheider der Landkreise hinweg Restriktionen beschließen. Bei der Art der Maßnahmen wird berücksichtigt werden, ob es sich um ein diffuses Infektionsgeschehen handelt oder ob es einen klaren Hot-Spot gibt.

Kretschmann über Corona-Verbreitungswege: „Feuchtfröhlich ist das Gefährlichste“

Nachverfolgung sei das Wichtigste: „Dort, wo wir nachverfolgen können, wird das Regime gelockert, wo nicht, bleiben die Restriktionen“ sagt Kretschmann und erklärt, dass beispielsweise Fachmessen, bei denen die Teilnehmer erfaßt werden können, möglicherweise bald wieder stattfinden können. Anonymere Großveranstaltungen, wie Volksfeste, werden allerdings noch eine längere Zeit nicht stattfinden können: „Feuchtfröhlich ischds Gfährlichschde, was es gibt. Da ischd Alkohol im Spiel, da geht die Poschd ab“ wird er so emotional, dass er sogar in Dialekt verfällt. Ob die Maßnahmen zu hart waren? “Wir wußten über das Virus zu wenig. Wenn man zu wenig weiß, muß man vorsichtig sein.“

Künzelsaus Bürgermeister Stefan Neumann beklagt die rasche Abfolge neuer Entscheidungen

Die möglichst weitgehende Öffnung von Schulen und Kindergärten befürwortet er, gibt aber zu bedenken: „Das Problem wird sein: Haben wir genügend Lehrkräfte?“ Es sei Aufgabe von Kultusministerium und Kommunen, möglichst viele Lehrkräfte und Erzieher zu gewinnen.

Der Künzelsauer Bürgermeister Stefan Neumann beklagt sich über die rasche Abfolge neuer Entscheidungen: „Bei der Vielzahl der Meldungen entsteht Unsicherheit. Uns würde es helfen, wenn es etwas langsamer wäre“. Außerdem plädiert er für ein coronagerechtes kulturelles Leben und weist darauf hin, dass ein Weihnachtsmarkt eine lange Vorlaufzeit benötige und die Streichung der Großveranstaltungen bis Ende Oktober ihm nicht genug Planungssicherheit gäbe. Er hätte gerne früher klarere Aussagen.

Kretschmann ist kein SPIEGEL-Leser mehr

Seine Kreistagskollegin Irmgard Kircher-Wieland (SPD) stellt fest, dass die Corona-Maßnahmen vielen Menschen kaum noch vermittelbar seien, wo andererseits sich Fußballspieler beim Jubeln um den Hals fallen. Außerdem fragt sie, ob es nicht sinnvoll gewesen wäre, den Landkreisen bereits sehr früh die Möglichkeit zu geben, Veranstaltungen zu untersagen. Sie verweist auf einen SPIEGEL-Artikel aus dem Dezember.

Kretschmann lächelt: „Wenn ich nach dem SPIEGEL Politik machen müßte, dieser alarmistischen Zeitschrift, das wäre furchtbar. Ich lese ihn auch nicht mehr“. Und er gesteht selbstkritisch zu: „Wir haben die Brisanz des Virus anfangs unterschätzt.“ Er verweist darauf, dass es für den Profifußball eine Teststrategie gebe und informiert, dass ähnliche Teststrategien im Kulturbereich gerade entwickelt würden. Der Profifußball sei genaugenommen ein Wirtschaftsunternehmen und es sei zu befürchten gewesen, dass die DFL geklagt hätte.

Kretschmann: Haben wir genügend Lehrkräfte?

Für die Zeit nach Ende Oktober seien in der Tat noch keine Maßnahmen beschlossen. Kretschmann hält es bei Weihnachtsmärkten durchaus für möglich, Maskenpflicht und Abstand einzuhalten sowie den Zugang zu dokumentieren.Er betont darüber hinaus, dass die Kapazitäten, alle Lehrer und Erzieher und alle Polizisten zu testen, nicht vorhanden seien. Allerdings sei für diese Gruppen ein Recht auf freiwillige Tests in der Diskussion.

Beim Thema Corona zeigte Kretschmann ein profundes Wissen und belegte, dass die Entscheidungen der Landesregierung verantwortungsvoll und gut begründet waren.
Ganz anders beim Thema Kochertalbahn. Nach der Vorstellung des Konzepts durch Christoph Bobrich, dem Wirtschaftsförderer der Stadt Künzelsau, erschien er ein wenig überrumpelt und reagierte überraschend wortkarg, befürwortete aber die Fortführung einer Machbarkeitsstudie.

In der anschließenden offenen Diskussion verspricht Kretschmann den Kommunen Hilfen der Landesregierung, schränkt aber gleich ein: „Sie können nicht davon ausgehen, dass wir alle Ausfälle der Gemeinden 1:1 ersetzen“. Der Dörzbacher Bürgermeister Andy Kümmerle forderte, dass die bereits laufenden Investitionsprojekte auch hochverschuldeter Gemeinden fortgeführt werden müssten. Ein wenig ausweichend gesteht Kretschmann das zumindest für „ganz wichtige Bereiche, Digitalisierung und Schulen“ zu. „Das ist klar, das muss gewährleistet werden.“

Kretschmann kritisiert: Hohenlohes Marketing als Urlaubsregion könnte besser sein

In seinem Schlußwort rät Kretschmann dazu, in größeren Räumen zu denken: „Niemand sagt, dass er im Hohenlohekreis Urlaub gemacht hat. Jeder sagt, dass er in Hohenlohe war.“ Von einer gedanklichen Beschränkung auf den Hohenlohekreis rät er ab: „Da ist Kooperation mit der gesamten Landschaft angebracht, sonst kriegen Sie das nicht öffentlichkeitswirksam präsentiert“, übt er Kritik am Marketing des Kreises und findet den Weg zurück zu seinen Anfangsworten: „Lokal denken und lokal handeln muss man immer mit dem europäischen Gedanken zusammen denken.“
Zuletzt kann er sich einen kleinen Seitenhieb nicht verkneifen: „Dass wir die ländlichen Räume voranbringen, ist der Landesregierung ein Anliegen. Der Charme unseres Landes, auch gegenüber Bayern, ist, dass es mehrere Zentren gibt, dass es ländliche Räume gibt, aber keine Provinz.“

Im anschließenden Pressegespräch beantwortete Kretschmann die GSCHWÄTZ-Frage, ob er noch einmal für eine vollständige Legislaturperiode für das Amt des Ministerpräsidenten kandidieren wolle, mit einem klaren „Ja“. 2021 finden die nächsten Wahlen statt. Kretschmann ist 72 Jahre.

Nach dem Auftakt in der Kupferzeller Carl-Julius-Weber-Halle besuchte der Ministerpräsident das Albert-Schweitzer-Kinderdorf in Waldenburg und die Firma Bürkert in Ingelfingen-Criesbach. Hier wurde er unter anderem von GSCHWÄTZ-Videoreporter Dr. Felix Kribus begleitet. Das Video hierzu folgt in Kürze.

Text: Matthias Lauterer

 

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann mit Hohenlohes Landrat Dr. Matthias Neth, dem CDU-Landtagsabgeordneten Arnulf von Eyb und dem AfD-Landtagsabgeordneten Anton Baron (von links). Foto: GSCHWÄTZ

Kontaktabstand in Zeiten von Corona, auch in der Kupferzeller Carl-Julius-Weber-Halle. Foto: GSCHWÄTZ

Waldenburg Bürgermeister Markus Knobel (links) und Winfried Kretschmann mit präsidialem Mundschutz, im Hintergrund die beiden Landtagsabgeordneten des Hohenlohekreises Anton Baron (AfD) und Arnulf von Eyb (CDU). Foto: GSCHWÄTZ




Kommt die Kochertalbahn?

Am heutigen Freitag, den 19. Juni 2020, ist der baden-württembergische Landesvater Winfried Kretschmann zu Gast in Kupferzell, Waldenburg und Ingelfingen. In Kupferzell wurde er von Landrat Dr. Matthias Neth und mehreren Bürgermeistern empfangen – unter anderem auch mit einer Präsentation, die für die Wiederbelebung der Kochertalbahn wirbt.

Die Präsentation der Stadt Künzelsau zeigt, dass die Kochertalbahn durchaus Potenzial hätte…und ganz viel Charme:

Präsentation zur Reaktivierung der Kochertalbahn. Quelle: Stadtverwaltung Künzelsau